#NaNoWriMo (Tag 3): Über eine liebenswürdige Antagonistin

Aktuell schreibe ich das Tagebuch der Antagonistin, bin also sehr mit ihr verbunden und gewinne sie dadurch richtig lieb. Sie ist ein lieber Mensch mit guten Absichten. Das ist einerseits gut, weil das (hoffentlich) auch auf die Gefühle der Leserschaft

überträgt, was der Geschichte dann eine Tiefe gibt, die ich nicht eingeplant hatte. Andererseits muss ich aufpassen, dass die die Biege noch kriegt, sonst kippt das Ganze und die Geschichte wird unglaubwürdig.

Die Protas müssen noch ein bisschen warten, bis ich mich mit ihnen befassen kann. Aber das ist auch fair, weil sie zu diesem Zeitpunkt (also dem, zu dem die Antagonistin schreibt) noch gar nicht geboren sind.

Im Buch werden sich Haupthandlung und Tagebuchauszüge abwechseln, bis die Antagonistin für sich selber sprechen kann und beides zu einem Handlungsstrang zusammenfließt. Ein bisschen, wie bei modernen Thrillern, wo der irre Killer auch immer wieder Kapitel bekommt, in denen er seine Perspektive darlegt – nur ist meine Antagonistin halt tot. Oder auch nicht. Jedenfalls nicht vollständig.

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Quelle: DasWortgewand via pixabay

[Werkstattbericht] #Autorenleben

Zum heutigen Werkstattbericht musste ich mal keine Gedanken machen. Das hat mir Señor Rolando vom Büchergefahr! Podcast mit seinem Interview abgenommen.
Wer also schon immer wissen wollte, wie das Leben einer zukünftigen Bestsellerautorin aussieht, welche Vorteile ich mir vom Netzwerken verspreche oder einfach mal hören will, wie ich „in echt“ klinge, erfährt das hier:

Büchergefahr! Folge 55: Alltag einer Autorin

Büchergefahr!Interview

Meine Schreibziele für März – #Autorenwahnsinn (5)

Vordringlich muss ich endlich die Vampirgeschichte für die 5. Ausgabe des Codex Aureus fertig machen. Leider hänge ich da dem Zeitplan furchtbar hinterher, nachdem erst mein Mann die Grippe hatte und sie – kurz bevor sie ihn verließ – an mich weitergereicht hat und nun auch noch meine Mutter schwer krank geworden ist, weshalb ich nicht nur „mal eben“ nach Hamburg gefahren bin, sondern was auch bewirkt, dass mein Kopf aktuell noch ganz andere Probleme wälzt, als das Leben einer diebischen Vampirin.

Außerdem steht die Buchmesse in Leipzig an, was zwar kein Schreibziel ist, aber doch irgendwie mit Schreiben zusammenhängt.

Und dann sind die Vorarbeiten für den Codex Aureus 5 erledigen. Also Storygerüst plotten und einen Spitznamen für die böse Königin finden, die Schuld daran trägt, dass es Frauen in Hortaar bei Todesstrafe verboten ist, sich mit Alchemie oder Zauberei zu beschäftigen.

Falls ich damit nicht ausgelastet sein sollte, schreibe ich auch noch an den Luziden weiter. Gerade meinte wieder ein Freund, ich solle sie zum Roman ausweiten und verwies mich auf einen Wettbewerb, der bei Sweek angelaufen ist.

Autorenwahnsinn eben. Man gönnt sich ja sonst nichts.


Autorenwahnsinn ist eine Challenge von Schreibwahnsinn.de

[Schreibwerkstatt] Welche Tipps ich geben kann

Nachdem ich ja nun versprochen hatte, hier im Blog künftig auch Schreibtipps zu geben, habe ich sehr schnell festgestellt, dass es eine Sache ist, welche zu verprechen. Sie zu erteilen ist eine ganz andere.
Ich bin zwar überzeugt, gut schreiben zu können, sonst würde ich nicht publizieren. Trotzdem maße ich mir aber nicht an, im Besitz irgendeiner alleinseeligmachenden Wahrheit zu sein. Auch beim Schreiben gibt es verschiedene Wege.

Das fängt schon bei der Arbeitsweise an. Einige Autoren verhalten sich wie Forscher im Labor: Sie nehmen ihre Figuren, schmeißen sie in eine interessante Konstellation und warten ab, was passiert. Stephen King ist damit sehr erfolgreich. Und eine große Schriftstellerin hat einmal sinngemäß gesagt, der Verlust eines Manuskripts wäre für sie eine Katastrophe; sie wäre unfähig das Buch ein zweites Mal zu schreiben, denn sie kenne ja das Ende.
Leider finde ich das Zitat nicht wieder. Aber worauf ich hinaus will ist, dass ich mit dieser Art zu schreiben überhaupt nicht klarkomme. Ich gehöre nicht nur zu den Plottern, also denen, die eine Geschichte vorplanen, sondern brauche ein Ende, als Fixpunkt, auf den ich zusteuern kann. Oft ist es sogar einer der ersten Teile die ich von einer Geschichte kenne. Die einzige Ausnahme war bisher Der Fluch des Spielmanns – aber das hat mit der Entstehungsgeschichte zu tun. In der Ursprungsversion, die ich für einen Wettbewerb geschrieben habe, war das Ende mehr oder weniger vorgegeben. Zwar hatte ich auch da schon die Idee mit dem Einsiedler, konnte sie aber wegen der begrenzten Zeichenzahl nicht umsetzen (für die Wettbewerbstexte war eine Maximallänge von 10.000 Zeichen vorgegeben). Erst mit dem Entschluss, den Fluch im Codex Aureus zu veröffentlichen, war auch wieder Platz für Vater Gion, der allerdings während des Schreibprozesses seine Rolle änderte, was wieder zu einem ganz anderen Ende führte.

Ok, ja, ich schweife ab. Eigentlich waren Schreibtipps das Thema. Genauer gesagt, die Form, in der ich welche geben könnte. Wie schon gesagt, glaube ich nicht, an den einen, für alle Zeiten, Genres und Autoren gültigen Weg. Schlechte Voraussetzungen, sich wirksam als Guru aufzuspielen – ganz abgesehen davon, dass vermutlich auch gar kein Bedarf an einem Blog besteht, das einem beibringt, nicht zu viele Adjektive zu verwenden, perfekte Protagonisten zu bauen und was es mit der Heldenreise auf sich hat. Das tun längst diverse gedruckte Schreibratgeber und etliche Blogs.
Was also dann? Was ich anbieten kann, sind eher Erfahrungsberichte. Lockere Plaudereien darüber, welche Methoden ich kenne und was ich mit welchem Erfolg ausprobiert habe. Immer mit der Einschränkung, versteht sich, dass das ein subjektiver Ansatz ist. Deshalb würde es mich um so mehr freuen, wenn andere die Themen in Kommentaren oder eigenen Blogbeiträgen aufgreifen, so dass auf lange Sicht so etwas, wie eine virtuelle Kaminrunde entsteht.

Was halten Sie, was hältst du von der Idee?

Werkstattbericht 12.01. bis 17.01.2017

Auch in den letzten Tagen fielen wieder ein paar Recherchearbeiten an, die zum Teil so interessant waren, dass sie mich deutlich länger beschäftigt haben, als unbedingt nötig.

  • Frühlingsball im Palmengarten
  • Wijs, Wurdulaks und Widergänger
  • Pausen bei Opern (speziell Turandot)
  • Namen und Tragweisen der Kopfbedeckungen von Muslimas
  • Trojaner und andere Hackingmethoden
  • Bitcoins
  • Nebenwirkungen von Medikamenten gegen Halluzinationen (für das Spontanprojekt)

Das Spontanprojekt ist als Entwurf fertig. Aus irgendwelchen Gründen wollte es von Anfang an Young Adult sein, wobei die körperlichen Vorzüge der Heroine keine Rolle spielen. Dafür gibt es einen unglaublich heißen Typen. Menschlich. Kein Elf, wie anfangs gedacht. Plus einen Drachen, von dem ich am Anfang noch nichts wusste.
Nein, ich glaube nicht, dass ich damit beim Wettbewerb etwas reiße. Ich hoffe aber, das Plotbunny zu bannen, indem ich die Geschichte abschließe. Eine magisch begabte 17 Jährige ist das Letzte, was ich als Untermieterin möchte.

Bei der Vampirgeschichte für den nächsten Codex Aureus führten mich die Recherchen zuerst geradewegs an den Rand eines riesigen Plotlochs. Zum Glück ist es mit Hilfe meine Ältesten gelungen, diesen Krater zu stopfen. Jetzt sind alle Unternehmungen der Vampirin tatsächlich notwendig. Allerdings weiß ich nicht, ob sie ihre Agentur behält. Möglicherweise fliegt der Teil wegen Irrelevanz wieder raus.

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert

Irgendwie geht es in Geschichten immer um Beziehungen. Sogar, wenn man über Eremiten schreibt. Die führen ihre Beziehung dann eben mit Gott (auch, wenn der selten antwortet, was vielleicht besser ist – aber das ist schon wieder eine andere Geschichte).

Der Beziehungsstatus meiner derzeitigen Protagonistin würde bei Facebook vermutlich lauten: „es ist kompliziert“. In der Langfassung liest sich das im Entwurf so:

Zwei Tage später rief er an und lud sie zum Abendessen ein. Die Woche darauf gingen sie zusammen ins Kino. Drei Wochen später versuchte er das erste Mal, sie zu küssen. Seit einer Woche sprach er davon, sie endlich seinen Eltern vorzustellen. Gestern hatten sie sich verlobt. Höchste Zeit, ihn loszuwerden.

Was das jetzt mit Vampiren zu tun hat, verrate ich vielleicht ein andermal.

Kann man überhaupt noch über Vampire schreiben?

Der Hype um Vampire scheint abgeklungen. Inzwischen scheint auch so ziemlich alles über sie gesagt, wenn auch vielleicht noch nicht von jedem. Aber inzwischen scheint es ein Übereinkommen zu geben, dass Vampire Sexgötter mit Sado-Maso-Tendenzen sind. Und wer nicht immer neue Variationen über den Kampf zwischen Blutdurst und wahrer Liebe lesen will, ist längst weitergewandert zu anderen Geschöpfen und Geschichten.

Warum nun also ausgerechnet eine Vampirgeschichte für den Codex Aureus?

Die Antwort ist simpel: Weil sich seit der Clue Writing Challenge eine Vampirdame in meinem Hirn eingenistet hat, die darauf besteht, dass ihre Geschichte erzählt werden soll. Vorher wird sie nicht ausziehen. Aber ihre Geschichte ist es wert ist erzählt zu werden, weil sie weit ab vom Klischee ist.

Deshalb muss ich riskieren, die Einen nicht zu gewinnen, weil das Thema Vampire so ausgelutscht wirkt und diejenigen vor Kopf zu stoßen, die sich zum Lesen verführen lassen, weil sie nicht finden, was sie suchen.

Ich bin gespannt.

Meldung: Geschichtenwettbewerb auf Sweek

Sweek, das Konkurrenzportal zu Wattpad, hat nun auch einen Geschichtenwettbewerb ausgelobt. Unter dem Motto „Schreib dein 2017“ kann man noch bis zum 31. Januar 2017 Geschichten hochladen. Zu Genre und Umfang gibt es keine Vorgaben, dafür aber ganz nette Gewinne.

Und nun überlege ich natürlich …

Dabei ist es nicht so, dass ich sonst nichts zu tun hätte. Aber bei der Aussicht, möglicherweise den Hauptpreis abzustauben, juckt es mich schon in den Fingerspitzen.