Lebenszeichen

Auf dem Blog ist es in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden, aber mein Karma fand, dass ich mich noch um zwei bis drei andere Dinge kümmern sollte. Immer nur Familie, Schreiben, Bloggen, Social Media, Marketing – das war ihm auf die Dauer wohl zu wenig. Na, jedenfalls hat es für Abwechslung gesorgt.

Leider hat es dabei übersehen, dass der Tag trotzdem nicht mehr als 24 Stunden hat und der Mensch irgendwann vielleicht auch mal schlafen sollte (eine vollkommen überbewertete Tätigkeit, ich weiß). Deshalb sind Blog und Schreiben leider ein bisschen kurz gekommen.

Aber ich habe gute Nachrichten:

  • Die Vampirgeschichte ist in der ersten Version fertig. Aktuell fräse ich mich durch die Überarbeitung, was vor allem bedeutet, Anachronismen zu eliminieren. Dadurch, dass die Geschichte auf zwei Zeitebenen spielt, hat sich leider einiges eingeschlichen, was dort nichts zu suchen hat. Wäre ich Jasper Fforde, würde ich vermutlich jetzt überlegen, welchen Schaden Anachronismen in Romanen anrichten können und wie ich Thursday Next aus dem Ruhestand holen kann. Allerdings bin ich nicht Jasper Fforde.
  • Dafür habe ich eine weitere Geschichte aus der Welt der Khon in Planung. Sie spielt etwa 60 Jahre nach Steppenbrand. Damit ist sie vollkommen eigenständig zu lesen, obwohl es natürlich immer wieder Bezüge gibt. Sogar die goldenen Reiter tauchen wieder auf. Über den Umfang kann ich jetzt noch nichts genaueres sagen, aber vermutlich wird sei deutlich länger sein, als alle bisher im Codex Aureus erschienenen Texte. Aktuell fliegen mir die Ideen dafür nur so zu oder vielmehr habe ich das Gefühl, die Geschichte sei schon da, ich müsse sie nur finden und nacherzählen.
  • Außerdem beabsichtige ich, Steppenbrand als Print herauszugeben, da die Veröffentlichung über BoD weitaus günstiger ist, als gedacht. Erscheinungsdatum ist ein paar Wochen vor der neuen Khon-Story, die aufgrund der vermuteten Länge ebenfalls für den Druck vorgesehen ist.

Trotzdem wird es im Blog die nächste Woche sehr ruhig bleiben, weil ich mit der 30-Jahr-Feier meines Mittelaltervereins beschäftigt bin. Auch meine Vorbereitungen hierfür sind arg ins Hintertreffen geraten. Aber danach …

Hoffe ich jedenfalls.

Wir lesen uns.

#Autorinnenzeit im Mai: Bewusst einkaufen

Wie ihr wisst, soll es diesen Monat speziell um Autorinnen und ihre Bücher gehen. Die Idee zu diesem Themenmonat stammt von Sven Hensel, der auf seinem Blog auch ein paar Vorschläge macht, worüber sich bloggen lässt. Mein Schwerpunkt wird naturgemäß im Bereich Fantasy liegen, schließlich ist das immer noch mein Hauptthema.

Gleich die erste Aufgabe lautet: Kaufe das Buch einer Autorin. Nun habe ich zufällig gerade ein Buch ausgelesen, da kommt die Aufforderung genau richtig.

Allerdings war es durchaus keine triviale Aufgabe, etwas Passendes zu finden. Das lag nicht nur am Feiertag. Wozu habe ich schließlich einen eReader? Aber gefühlte 90% der mir vorgeschlagenen Bücher waren verkappte Nackenbeißer, deren Protagonistin meist nicht mal volljährig war. Sorry, aber das ist nicht, was ich unter Fantasy verstehe. Nichts gegen Liebe, Erotik und Sex irgendwo in einer Nebenhandlung, aber wenn das schon im Klappentext als zentrales Thema herausgestellt wird, dann ist m. E. das Genre falsch zugeordnet. Und was Young Adult angeht, bin ich vermutlich schlicht zu alt für den Scheiß.
Immerhin: Die Nische Liebe und Erotik scheint überproportional gut mit Autorinnen besetzt zu sein. Auch das kann man als gutes Zeichen betrachten. Es ist nur einfach nicht das, was mich reizt.

Zum Glück ist mir dann ein Selfpub-Titel eingefallen, den ich schon länger lesen wollte, nämlich Geteiltes Blut . com von Alexa und Alena Coletta.
Zwar steht auch hier eine minderjährige Protagonistin im Mittelpunkt und außerdem geht es um Vampire (denen ich sehr skeptisch gegenüber stehe, wie alle bezeugen können, die das Blog verfolgen), aber die Gründe, aus denen die Protagonistin hinter dem Vampir her ist, unterscheiden sich dann doch ganz erheblich vom Mainstream und auch ihre Mittel sind eher ungewöhnlich.

Das Buch hat gute Kritiken. Natürlich werde ich am Ende trotzdem berichten, wie es mir gefallen hat.


Nachtrag:
Erst, als dieser Beitrag schon geschrieben und das Buch schon gekauft war, sind mir noch eine Reihe von Indie-Fantasy-Autorinnen eingefallen, deren Bücher ebenfalls mein Interesse geweckt hatten. Dazu gehören u. a. die Galgenmärchen von Nora Bendzko, aber auch Autorinnen wie Ally J. Stone, Jill Noll, Bianca Fuchs und Mackenzie Sturm. Vermutlich werden mir mit etwas Nachdenken noch mehr einfallen. Eine Lehre für mich, mich nicht nur auf mein Siebhirn zu verlassen, sondern einmal für interessant befundene Bücher auch tatsächlich in einer Liste zu notieren.

Bekenntnisse

Leider bin ich durch Krankheiten quer durch die Familie und die Tage auf der Buchmesse so raus aus der Vampirgeschichte, dass mit der Wiedereinstieg sehr schwer fällt. Parallel dazu wächst schon die nächste Geschichte in meinem Kopf, die wieder in der Welt der Khon und der Wüstenstädte spielen wird.

Aber erst schreibe ich die Geschichte der Vampirin fertig. Versprochen!

realistische Vampire (5) – Sozialstrukturen

Mit dem letzten Teil meiner Serie über realistische Vampire begebe ich mich auf sehr dünnes Eis, aber es geht nun mal um das, was mich an modernen Vampiren mit am Meisten stört: Der Mythos hierarchisch aufgebauter Vampirgesellschaften. Vampir A beißt einen Menschen und macht ihn damit nicht nur zum Vampir, sondern auch zu seinem Untergebenen. Einer Art Sklaven, der sich wieder eigene Sklaven erschafft, die natürlich ihrem Meister gehorchen müssen, aber auch dessen Herren.

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Bild: ilaria88 via Pixabay

Zusammen mit dem „Vampire-sind-so-heiß-und-überlegen-Hype“ finde ich das eine sehr ungesunde Mischung, um es diplomatisch auszudrücken. Damit werden Sklaverei und Abhängigkeit nämlich nicht nur quasi als Naturgesetz verkauft, sondern auch noch als ganz großartig.
Von Auflehnung und Aufstand ist nur in den wenigsten Fällen etwas zu merken. Schon bei Anne Rice sind die „Obervampire“ die Heißesten, Härtesten und Großartigsten von allen. Lebendige Götter.

Mit den alten Vampirlegenden, in denen der Vampir eine zerstörerische Kraft war, die es zu vernichten galt, ist das nur schwer zu vereinbaren. Die Nachzehrer, Wurdalaks und wie sie noch genannt wurden, hatten überhaupt kein Interesse, irgendwelche Geheimgesellschaften zu erschaffen.
Selbst Dracula war – von seinem Harem abgesehen – ein Einzelgänger. Sein übergeordneter Stand resultierte aus seinem Titel, nicht daraus, wen er gebissen hatte.

Möglicherweise kommt die heute bestehende Verknüpfung von Vampirismus und Rangverhältnissen in der romantischen Verbrämung einer Zeit, in der jeder wusste, wo „sein Platz“ war. Das sorgt immerhin für klare Verhältnisse.

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Bild: Jo-B via Pixabay

In der modernen Gesellschaft sind derartige, auf Geburt beruhende Über-und-Unterordnungsverhältnisse dagegen nur schlecht zu rechtfertigen. Noch weniger verstehe ich sie bei Vampiren.
Gut, wenn man davon ausgeht, dass ein Mensch dadurch zum Vampir wird, dass er Vampirblut trinkt, ließe sich immerhin die vergleichsweise Schwäche der neu entstandenen Vampire gegenüber den Alten erklären. Allerdings ist hier meiner Meinung nach schon die Prämisse schwach, will sagen: Es ist unverständlich, warum das Blut diese Wirkung haben sollte. Außerdem sind die körperlichen Unterschiede noch kein Grund, von einem Abhängigkeits- oder Über-/Unterordnungsverhältnis auszugehen.
Wenn man, wie ich, von einem Virus als Überträger ausgeht, ist eine derartig Rangordnung sogar noch schlechter begründbar. Hier fällt schon die Überlegenheit der Urvampire weg. Sie sind zwar der Infektionsherd aber die Wirkung der Grippe wird ja auch nicht schwächer, wenn man sich bei jemandem anderen ansteckt.

Überhaupt passt dieser ganze Rangordnungskram eigentlich viel besser auf eine andere Gattung von Fantasy-Wesen. Und zwar ausgerechnet auf die, die sich angeblich seit je her im Krieg mit Vampiren befinden. Ich spreche natürlich von Werwölfen.

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Der Werwolf – nur das haarige Gegenstück zum eleganten Vampir?

Ausgerechnet die werden, jedenfalls in ihrer Wolfsform, oft als hirnlose Bestien skizziert – und das, obwohl gerade Wölfe sehr ausgeprägte Sozialstrukturen haben. Eine Geheimgesellschaft von Werwölfen könnte ich mir daher sogar ausgesprochen gut vorstellen.
Wenn aber Vampire und Werwölfe in ewiger Feindschaft verbunden sind, also, um das Sprichwort zu bemühen „wie Hund und Katze“ – wäre es da nicht glaubhafter, wenn Vampire sich auch in ihrer Lebensart deutlich von Werwölfen unterschieden? Was, wenn Vampire im Gegensatz zu Werwölfen Anarchisten wären? Freigeister, die nur dem eigenen Willen gehorchend, wie Katzen – würde das Vampire weniger attraktiv machen?


Für alle, die neu eingestiegen sind, oder aus anderen Gründen einen der älteren Beiträge noch einmal lesen möchten, habe ich sie hier noch einmal verlinkt:
Teil 1: Wie wird man eigentlich Vampir?
Teil 2: Was macht (meine) Vampire aus?
Teil 3: Die Ernährungsfrage
Teil 4: Das Gebiss

realistische Vampire (4) – das Gebiss

Das klassische Vampirgebiss

Wenn man sich Vampirbilder durchsieht, besteht in einem Punkt Einigkeit: Der typische Vampir hat verlängerte Eckzähne im Oberkiefer.  So, wie diese Dame hier:

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Quelle: RondellMelling via Pixabay

Dieses Prachtexemplar zeigt sogar entsprechende Gegenstücke im Unterkiefer.

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Quelle: Wikimedia via Pixabay

Interessant ist, dass diese unteren Fänge offenbar ausschließlich von männlichen Exemplaren gebildet werden. Jedenfalls ist mir bei der Bildersuche kein einziger weiblicher Vampir begegnet ist. Vielleicht, liegt es daran, dass solche Hauer einen Vampir noch martialischer und gefährlicher wirken lassen?

Ein richtiges Raubtiergebiss eben.

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Quelle: Ausschnitt eines Fotos von Pexels (via pixabay)

Eine Fehlkonstruktion?

So ein Gebiss passt prima zu allen Carnivoren. Auch zu Werwölfen. Aber zu Vampiren? Wie sinnvoll sind solche Hauer, wenn man sich ausschließlich vom Blut seiner Opfer ernährt?
Laut Wikipedia dienen die Fangzähne dazu, die Beute festzuhalten und „vitale Teile des Körpers der Beute zu zerstören.“ Ein Löwe kann damit selbstverständlich auch die Schlagader oder Halsvene seines Opfers aufreißen. Nur gibt das eine ziemliche Sauerei, weil die Zähne nicht nur auf der einen Seite rein, sondern auf der anderen Seite gleich wieder raus gehen. Die Folge ist ein starker Blutverlust. Also genau das, was ein Vampir eigentlich nicht will.

Ein Vampir will eine begrenzte Wunde, so groß, dass er bequem trinken kann, aber klein genug, dass das Blut nicht in alle Richtungen wegspritzt. Wer will schon vom Boden essen?
Nun könnte man natürlich einwenden, dass Vampirzähne spitzer sind, und Vampire gezielter und vorsichtiger zubeißen, als ein Löwe. Aber: Musste dir beim Arzt mal Blut abgenommen werden? Dann überleg‘ mal, wie dünn die Kanülen sind, die dafür verwendet werden (jedenfalls im Vergleich zu so einem Fangzahn). Und die MTAs geben sich auch alle Mühe, gut zu zielen und richtig zu treffen. Trotzdem tun sie es bei mir in der Regel erst im zweiten oder dritten Versuch und selbst wenn sie beim ersten Mal treffen, habe ich am nächsten Tag einen riesigen blauen Fleck um die Einstichstelle, weil sie die Vene auch an der anderen Seite angeritzt haben.
Aber ein Vampir soll das hinbekommen? Ich glaube nicht, zumal der Zwischenraum zwischen meinen Eckzähnen ungefähr 4 cm beträgt (für die Freunde präziser Zahlen: Es sind 3,8 cm, ich habe es nachgemessen). Damit präzise eine Vene treffen? Ausgeschlossen.

Als Zwischenergebnis lässt sich schon mal festhalten, dass das klassische Vampirgebiss zwar beeindruckend aussieht, aber für deren Ernährungsweise ungeeignet ist, wenn man davon ausgeht, dass Vampire kein Interesse daran haben, ihre Beute umzubringen.

Wie könnte ein Vampirgebiss dann aussehen?

Auf Facebook wurde vorgeschlagen, die Vampirzähne könnten „wie Dachrinnen“ geformt sein und es den Vampiren auf diese Weise erlauben, das Blut abzusaugen. Ich finde den Ansatz interessant und auf den ersten Blick sogar einleuchtend. Erst nach einer Weile ist mir aufgefallen, dass das die Nahrungsaufnahme zusätzlich verkompliziert, denn das Blut muss nicht nur durch den Zahn gesaugt werden, sondern irgendwie auch in den Magen kommen. Also bräuchte es zusätzliche Kanäle im oder über dem Gaumen.
Außerdem bleibt das Problem mit der Treffsicherheit.

Ich bin den anderen Weg gegangen und habe mir die Gebisse von Vampirfledermäusen (Desmodontinae) angesehen.
Auch diese zeichnen sich durch zwei hervorstehende spitze Zähne aus – allerdings sitzen diese Zähne nicht seitlich, sondern vorne im Kiefer. Leider kann man auf dem Bild ihre Gegenstücke im Unterkiefer nicht erkennen, aber da sind welche*.

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Quelle: Uwe Schmidt – File:Desmo-scan.tif and File:Desmo-boden.tif, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48367424

Mit diesem Zahnpaar stanzen Vampirfledermäuse laut Wikipedia  ein rundes Loch in die Haut, ähnlich wie Pferdebremsen bei uns.

Die so entstehende Wunde ist rund drei bis zehn Millimeter breit und einen bis fünf Millimeter tief. Der Speichel der Tiere enthält ein Betäubungsmittel, mit dem die Bissstelle lokal unempfindlich wird.

Verlängerte Schneidezähne halte ich auch bei menschlichen Vampiren für plausibel. Sie würden einen präzisen Biss ermöglichen und – soweit sie scharf genug sind – mit etwas Übung Haut und Adern lediglich anritzen. Aber selbst wenn die Ader durchtrennt wird, bleibt die einzelne Wunde verhältnismäßig klein und könnte (ein entsprechendes Enzym im Speichel vorausgesetzt) schnell wieder verheilen.
Der einzige Nachteil ist, dass ein angreifender Vampir damit eher einem verärgerten Karnickel ähnelt als einem gefährlichen Raubtier.

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Quelle: Alexas_Fotos vial Pixabay

Bei Filmen oder schon bei Buchcovern und Illustrationen würde ich es mir deshalb vermutlich dreimal überlegen, ob so viel Realismus gut ist. In der aktuellen Geschichte brauche ich das Thema zum Glück gar nicht anzusprechen.
Was meinst du/Was meinen Sie: Darf ein Vampir so aussehen?


*Es gibt Fledermausarten mit deutlich imposanteren Gebissen, die dem Klischee des Vampirgebisses deutlich näher kommen, wie z. B. die Langzahnzwergfledermaus. Allerdings ernähren sich diese Arten von Insekten oder Früchten.


Für alle, die neu eingestiegen sind, oder aus anderen Gründen einen der älteren Beiträge noch einmal lesen möchten, habe ich sie hier noch einmal verlinkt:
Teil 1: Wie wird man eigentlich Vampir?
Teil 2: Was macht (meine) Vampire aus?
Teil 3: Die Ernährungsfrage

realistische Vampire (3) – die Ernährungsfrage

Sensible Menschen sollten diesen Beitrag vielleicht nicht lesen. Hier fallen einige Reizworte und ich möchte nicht, dass am Ende jemand klagt, dieser Artikel sei verstörend.

Wenn es um Ernährung geht, bin ich altmodisch. Im realen Leben, wie bei meinen Vampiren. Egal, ob gerade Low Carb, Paläo, mediterran oder vegan angesagt ist, ich mag Pasta und ich mag Braten, mein Gemüse ist gerne in Butter geschwenkt und auf den Apfelkuchen gehört ein Klacks Schlagsahne. So!
Und genauso wenig, wie es mir etwas ausmacht, etwas zu verspeisen, was mal Teil eines putzigen Lämmchens (oder meinetwegen auch eines Huhns, einer Färse oder eines Pferds gewesen ist), genauso wenig zieren sich meine Vampire, wenn es um ihr Hauptnahrungsmittel geht: menschliches Blut. Sicher, in der Not frisst der Teufel bekanntlich Fliegen und so würden sie notfalls auch einen Hund, eine Katze, eine Ratte oder wenn es sich denn gar nicht anders vermeiden lässt, auch ein paar Beutel Blutplasma anritzen. Aber in erster Linie wollen sie es vom Menschen. Frisch, körperwarm und möglichst ohne Zusätze, wobei es auch den einen oder anderen Vampir geben mag, der sich auf diese Art den besonderen Kick holt. Ich gieße auch gerne einen Schuss Wein an die Bolognese.

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Foto: StelaDi via pixabay

Meine Vampire unterliegen keinerlei moralischen Skrupeln, was ihre Ernährung betrifft. Das bedeutet nicht, dass sie zu reißenden Bestien mutieren (dazu gleich mehr) aber wenn sie Hunger haben, bedienen sie sich. So, wie wir uns das appetitlichste Teilchen aus der Kuchentheke holen oder das saftigste Stück Fleisch vom Buffet nehmen, suchen sie sich ihre Beute. Genau das sind Menschen für sie nämlich: Beute.

Allerdings sind Vampire im biologischen Sinn eher Parasiten als Raubtiere. Anders als letztere töten sie ihre Beute nicht. Die Beschreibungen von Blutorgien finde ich ebenso unglaubwürdig, wie die Behauptung, ein Vampir könne einen Menschen vollständig aussaugen.
Der menschliche Körper enthält 5 – 7 l Blut. Der menschliche Magen hat aber nur ein Fassungsvermögen von ca. 1,5 l und es gibt keinen Grund, warum sich das bei der Verwandlung in einen Vampir ändern sollte. Das Leertrinken eines Menschen ist daher schon rein physiologisch ausgeschlossen. Dazu kommt noch, dass sich das Sättigungsgefühl einstellt, lange bevor der Magen prall gefüllt ist. Um diese Feststellung zu machen, reicht ein Selbstversuch mit Suppe.
Wie jede/r Blutspender/in bestätigen wird, lässt die Benommenheit nach dem Verlust von einem halben oder einem ganzen Liter Blut nach einem Kaffee, etwas zu essen und einer halben Stunde Ruhe deutlich nach. Diese halbe Stunde gibt dem Vampir allerdings auch genug Zeit, zu verschwinden.

Im Zusammenhang mit der Ernährung gibt es nur ein Problem, das ich für mich immer noch nicht befriedigend gelöst habe: das Gebiss oder besser gesagt, die Zähne. Warum das ein Problem ist, erzähle ich nächste Woche.


Für alle, die neu eingestiegen sind, oder aus anderen Gründen einen der älteren Beiträge noch einmal lesen möchten, habe ich sie hier noch einmal verlinkt:
Teil 1: Wie wird man eigentlich Vampir?
Teil 2: Was macht (meine) Vampire aus?

Realistische Vampire (2) – Was macht (meine) Vampire aus?

Nachdem es letzte Woche darum ging, wie man zum Vampir wird, möchte ich heute darauf eingehen, welche Auswirkungen es hat, Vampir zu werden. Eine ist schon mal logisch: Vampire trinken Blut. Das macht ihr Wesen aus, deshalb wird sich daran nichts ändern. Aber wie ich schon beschrieben hatte, möchte ich weg vom Bild des Glamour-Glitzer-Vampirs.

Bei mir wird Vampirismus durch ein Virus übertragen, das eine Symbiose mit dem Wirt eingeht. Das bedeutet auch alle Phänomene die im Zusammenhang mit Vampiren genannt werden, biologisch einigermaßen erklärbar sein müssen.
Damit fällt zum Beispiel die Fähigkeit raus, fliegen oder sich besonders schnell bewegen zu können. Schnelle Bewegungen gingen vielleicht noch, aber fliegen? No way!
Ein bisschen zu meinem Bedauern sind Vampire damit auch nicht mehr so leicht entflammbar. Eine ihrer größten Schwächen der klassischen Vampire ist ja, beim ersten Sonnenstrahl in Flammen aufzugehen, was, wie ich fand, immer ein sehr hübscher Effekt war. Allerdings ist eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Lichtallergie denkbar. Zum Ausgleich können sie dafür im Dunkeln besser sehen.
Und natürlich sind meine Vampire auch im Spiegel sichtbar.
Die Übertragung durch ein Virus schließt auch eine Bekämpfung von Vampiren mittels Kreuzen oder Weihwasser aus. Es wäre schon ein seltsames Virus, das sich durch die Insignien irgendeiner Religion besiegen ließe.

Dagegen ließe sich die scheinbare Unsterblichkeit von Vampiren tatsächlich durch ein Virus erklären: Schaltet das Virus nämlich den zelleigenen „Kopierschutz“ ab, können sich die einzelnen Körperzellen unbegrenzt oft teilen und werden dadurch quasi unsterblich. Dieses Phänomen gibt es bei Krebszellen tatsächlich.
Wenn das Virus außerdem den Metabolismus, das Immunsystem und die Regenerationsfähigkeit beeinflusst, heilen Verletzungen deutlich schneller. Gleichzeitig wird der Körper weniger anfällig für Infektionen.
Im Ergebnis wäre der Vampir so langlebig und schwer totzukriegen, dass er nach außen tatsächlich unsterblich erschiene, zumal sich sein Äußeres kaum verändern würde.

Ein weiteres Phänomen, das sich durch ein Virus problemlos erklären ließe, ist die Abneigung gegen Knoblauch.
Geht man nämlich allgemein von einer gesteigerten Geruchsempfindlichkeit aus (wie sie z. B. auch bei Schwangeren auftreten kann), würde der Vampir alle stark riechenden Dinge meiden. Darunter eben auch den Knoblauch. Diese Geruchsempfindlichkeit hätte für den Vampir den Vorteil, bereits am Geruch erkennen zu können, ob das gewählte Opfer krank ist. In diesem Fall könnte er die Jagd rechtzeitig abbrechen und so eine Ansteckung vermeiden zu können. Diese Fähigkeit ist – selbst bei einem hochgerüsteten Immunsystem – sinnvoll, wenn man auf regelmäßige Jagd zur Nahrungsaufnahme angewiesen ist.

Vermutlich müsste das Virus auch Auswirkungen auf Verdauung und Stoffwechsel haben, damit trotz der allein auf Blut basierten Ernährung keine Mangelerscheinungen eintreten. Über die Auswirkungen auf den Verdauungstrakt kann ich nur spekulieren. Da Blut kaum Kohlenhydrate enthält, könnten die Bereiche abgebaut werden, die für deren Verdauung zuständig sind. Andererseits dürfte die Energiedichte von Blut recht gering sein, so dass das Maximum herausgeholt werden muss, damit der Vampir nicht dauernd „nachtanken“ muss. Möglich, dass dafür die Bereiche des Dünndarms eingeschaltet werden, in denen vorher die Kohlenhydrate verdaut wurden. Spekulation, wie gesagt und eigentlich auch nicht wichtig, bis auf eine Kleinigkeit: Da Blut eine geringe Energiedichte hat, dürfte es Vampiren schwer fallen, Fett anzusetzen.

Meine Vampire sind daher eher schlank. Außerdem sind sie weder besonders schnell noch übermäßig muskulös. Das könnte sie bei der Jagd auf Alte, Kinder und andere Geschwächte beschränken. Allerdings würde sich das Virus aus den Gründen, die ich im letzten Artikel beschrieben habe, dann sehr schnell ausbreiten und damit auf Dauer selbst die Existenzgrundlage (menschliches Blut) entziehen.
Daher haben meine Vampire einen Vorteil: Sie sind latente Telepathen, die ihre Opfer verwirren und sedieren können. Mit entsprechender Übung wachsen auch die Fähigkeiten.


Alle, die neu eingestiegen sind, oder den ersten Beitrag aus anderen Gründen noch einmal lesen möchten, bitte hier entlang:
Teil 1: Wie wird man eigentlich Vampir?

[Fundstück] reiner Kreationismus: Fantasywesen erschaffen

Über das Erschaffen phantastischer Welten und Kreaturen bloggt Sylvia Englert (alias Katja Brandis, alias Siri Lindberg) als Gastautorin auf Tor online. Ihren Artikel zur Erschaffung von Fantasywesen kann ich nicht nur angehenden Fantasy- und SciFi-Autoren empfehlen. Ganz besonders hat es mir der Abschnitt „Die Biologie sollte Sinn ergeben“ angetan. Nicht nur, weil der perfekt zu meiner Serie über Vampire passt.

Die wird übrigens morgen fortgesetzt. Dieses Mal wird es um die Auswirkungen des Virus‘ auf den menschlichen Körper gehen.

Realistische Vampire (1) – Wie wird man eigentlich Vampir?

An der Überschrift für diesen Artikel habe ich lange überlegt. Ursprünglich wollte ich ihn mit Fantasy und Realismus überschreiben, aber das hätte auf eine grundsätzlichen Auseinandersetzung hingedeutet, die ich an dieser Stelle nicht führen wollte. Hier sollte es wirklich in erster Linie um realistische Vampire gehen.

Warum mir das wichtig ist? Der Anlass ist natürlich, dass ich gerade selber über Vampire schreibe. Da bleibt es nicht aus, dass man sich ein paar Gedanken macht.
Um es vorab zu sagen: Ich finde supersexy, superstarke, superschnelle Charaktere totlangweilig. Erst recht, wenn sie auch noch reich und mächtig sind und außergewöhnliche Fähigkeiten, wie Telepathie, Gedankenkontrolle und ähnliches besitzen. Dummerweise trifft all‘ das auf moderne Vampire zu.
Dracula hatte zwar schon einen hohen Glamourfaktor, aber immerhin glitzerte er nicht in der Sonne, sondern verbrannte. Außerdem war er der Antagonist – und Antagonisten verzeiht man gerne ein paar Sonderfähigkeiten, weil sie den Helden am Ende um so heroischer aussehen lassen.

Aber wenn mich etwas an einem literarischen Helden antörnt, dann ist das nicht seine Überlegenheit, sondern die Art, wie er mit seinen Schwächen umgeht. Das gleiche gilt selbstverständlich für Heldinnen.
Als ich beschloss, über Vampire zu schreiben, war es daher logisch, zuerst über mögliche Schwächen nachzudenken. Das brachte mich auf die Frage, wie man zum Vampir wird.
Bei Dracula geschieht das, indem der Graf das Opfer dreimal beißt und ihm dann sein eigenes Blut verabreicht. Diese Blutspende hat sich als Topos teilweise bis in die Neuzeit erhalten, aber ehrlich gesagt, überzeugt mich dieser Übertragungsweg nicht.

Im 19. Jahrhundert, als sich gerade die Erkenntnis durchzusetzen begann, dass Krankheiten nicht auf einem Ungleichgewicht von „Körpersäften“ basierten, mag so eine Erklärung noch logisch geklungen haben. Aber der menschliche Verdauungstrakt ist erstaunlich robust. Mit ein bisschen Blut wird er problemlos fertig.
Da Vampirismus aber nun mal ansteckend zu sein scheint, wäre eine Übertragung durch ein Virus eine logische Erklärung. Nur nicht durch den Magen-Darm-Trakt, sondern durch eine Infektion der Wunde. Wenn sich das Virus im Speichel befindet, gerät beim Biss automatisch in die Blutbahn.
Allerdings ergäbe es wirklich keinen Sinn, wenn jeder Gebissene zum Vampir werden würde. Damit entzöge es seinem Wirt auf Dauer die Existenzgrundlage. Einfacher ausgedrückt: Wenn alle zum Vampir werden, gibt es irgendwann keine Menschen mehr. Die Nahrung stirbt aus.
Also muss das Immunsystem gewinnen. Meistens jedenfalls.

Die Blutspende ergibt trotzdem einen Sinn. Welchen, verrate ich ein anderes Mal.

Teaser und Marketingbilder

Durch die Grippe, oder was auch immer mich gepackt hat, war ich in den letzten Tagen leider kaum in der Lage zu schreiben. Wenn sich das Hirn wie Matsch anfühlt, kommt auch keine gescheite Formulierung bei den Fingern an.

Was aber lustigerweise trotzdem ging, war Bildbearbeitung. Vielleicht, weil man da nicht groß denken, sondern in erster Linie machen muss (jedenfalls auf dem Niveau, auf dem ich praktiziere). Herausgekommen sind ein paar ganz hübsche Teaser und Marketingbilder, zuletzt das hier für meine Vampirgeschichte:

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Aber auch der „Valentinsteaser“ für Steppenbrand ist, wie ich finde, sehr schön geworden.

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Weniger zufrieden bin ich mit den Marketingbildern. Da habe ich Probleme mit der Lesbarkeit der Schrift. Außerdem stimmt das Verhältnis von Schrift, Bild und eingebundenem Cover noch nicht.
Außerdem bin ich mit den Texten unzufrieden. Aber gut. Ich lerne. Und das für O Tannenbaum ist zumindest schon einigermaßen ok.

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Die beiden anderen empfinde ich zu gruselig, um sie im Blog zu veröffentlichen. Die gibt es exklusiv auf Twitter – da verschwinden sie am Schnellsten wieder. ^^