Nun schlägt es dreizehn

Hast du dich gefragt, welches Buch gestern neben dem Ingwertee stand? Nun, ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, im Rahmen des IndieBuchtober ein weiteres meiner Bücher zu präsentieren. Dies hier war Steppenbrand, eine Legende über den Aufstieg und das ziemlich gruselige Ende des fiktiven „Steppfürsten“ Dejasir no Sonak.

Warum ich diese Info nicht einfach in eine Fußnote gepackt habe?

Hätte ich natürlich machen können. Andererseits sieht die heutige Aufgabe im IndieBuchtober vor, den 13. Satz von Seite 13 oder aus Kapitel 13 eines Indie-Buchs zu posten. Aber was besagt schon ein einzelner Satz über ein ganzes Buch?

Bei Steppenbrand lautet er z. B.:

Sie schüttelte den Kopf.

Das ist alles. Vier Wörter. Und dafür einen ganzen Beitrag?

Siehst du, und deshalb fand ich es eine gute Idee, die beiden Beiträge zu verknüpfen und die Auflösung etwas hinauszuschieben.

Cover der E-Book-Ausgabe von Steppenbrand. Einmal auf Tolino, einmal auf einem Kindle Fire. Das Buch gibt es aber auch als Print.

Alle Aufgaben der Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Buch mit Werwölfen
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbis
03.10.Supernatural18.10.Herbstkrimi oder -Thriller
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstliche/schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orage
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichten29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten)

Supernatural

Nein, hier geht es nicht um die Serie. Dieser Monat steht ganz im Zeichen des IndieBuchtobers, der Challenge von Indie-Buecher.de. Hier geht es um Bücher. Genau genommen um Indie-Bücher, d. h. solche, die nicht in den großen Publikumsverlagen erschienen sind.

„Supernatural“ beschreibt die heutige Tagesaufgabe: „Übernatürliches“. Also das, was mit Naturgesetzen nicht zu erklären ist. Alles, was mit Göttern zu tun hat, mit Dämonen, Geistern oder Feen. Auch Kräfte können darunter fallen, wie die Fähigkeit der Gestaltwandlung, des Gedankenlesens und der Telekinese.

Damit ist das Thema des Tages eine Steilvorlage, einmal ganz schamlos Eigenwerbung für den Codex Aureus zu betreiben. Dass selbstverlegte Bücher Indie sind, wird wohl kaum jemand bestreiten. Und wie so oft in der Fantastik, lauert das Übernatürliche auch in meinen Geschichten. Mal versteckter wie bei Steppenbrand, wo offen bleibt, ob Dejasirs Halsschmuck vielleicht doch mehr ist, als eine wunderbare Goldschmiedearbeit und ob er und Shoulaika nach ihrem Tod wirklich zu Geistern wurden. Das Übernatürliche kann aber auch ganz offen auftreten, wie zuletzt in den beiden Kurzgeschichten in Was von ihnen blieb.



Alle Aufgaben der Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Buch mit Werwölfen
02.10. Kerze und Buch17.10.Kürbis
03.10.Supernatural18.10.Herbstkrimi oder -Thriller
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Gruselzitat20.10.das allergruseligste Buch
06.10.schwarze(s) Cover21.10. herbstliche/schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.gruseliges Buch23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.herbstliches Cover26.10.Buch und Schal
12.10.Buch und Heißgetränk27.10.schwarz und orage
13.10.Seite/Kapitel 13 Satz 1328.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichten29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten)

Der Bann des Bösen

Seit Tagen kann ich mich kaum von meiner Twitter-Timeline trennen, weil sich die Ereignisse überschlagen. Immer neue Meldungen aus den USA. Grausame Videos von Polizeiübergriffen auf friedliche Demonstranten, Bilder von Plünderungen, Solidaritätsaufrufe, ein geifernder Präsident, der noch Öl ins Feuer gießt. Ausschreitungen, die von Undercoverpolizisten initiiert wurden.

Brände, die – wie sich später herausgestellt hat – wenigstens von Rassisten gelegt wurden, um die Proteste zu diskreditieren.

Bilder von Rassisten, die mit Strumgewehren posieren und in den sozialen Medien ihre Bereitschaft zum Losschlagen verkünden. Pressestimmen, die die USA am Rand eines Bürgerkriegs sehen. Währenddessen jährt sich der Tod von Walter Lübcke. Auch hierzulande werden fast täglich Menschen wegen ihrer Religion oder Hautfarbe angegriffen, aber wir führen Diskussionen über die Gewalttätigkeit „der Antifa“.

Ich habe das Gefühl, am Rand eines Abgrunds zu stehen. Ein Abgrund, in den man nicht hineinsehen muss, um seinen gierigen Blick zu spüren.

Es ist die Entwicklung, die ich bereits vor Jahren in Steppenbrand skizziert habe. Es ist der gleiche fürchterliche Verlauf, der sich hier abzeichnet. Wobei ich Steppenbrand natürlich nicht als Allegorie auf die USA geschrieben habe. Mir ging es darum, die Korrumption eines Anführers und den daraus resultierenden Niedergang einer Gesellschaft nachzuzeichnen.

Nun sind die Khon denkbar ungeeignet, die in sich tief gespaltene amerikanische Gesellschaft zu repräsentieren und ganz gewiss ist Dejasir no Sonak kein Trump. Im Gegensatz zu Trump ist Dejasir nicht sexuell übergriffig, kein Lügner und kein Rassist. Dejasir ist ein Scheusal, aber er strebt zumindest am Anfang noch danach, Gutes zu bewirken.
Eines habe beim Schreiben nämlich nicht bedacht: Dass es Menschen gibt, einem Scheusal folgen, weil es sie befriedigt, zuzusehen, wie anderen Schaden zugefügt wird. Vielleicht war ich einfach zu naiv. Vielleicht hänge ich aber auch an der Hoffnung, dass sich am langen Ende die Mitfühlenden durchsetzen; diejenigen, die einander helfen, die zusammenstehen und kooperieren, statt auf Kampf und Konkurrenz zu setzen.

In jedem Fall wünsche ich den Amerikanern ein leichteres Schicksal als den Khon.

Thoughts and prayers!

Warum der Bechdel-Test nicht alles ist

Der Bechdel-Test ist ein ziemlich einfaches Instrument, um den Status von Frauenrollen zu beurteilen. Er ist zuerst bei der Bewertung von Frauenrollen in Filmen herangezogen worden, funktioniert aber eigentlich überall. Die „Anwendung“ ist einfach: Man guckt, ob das betreffende Werk

  • mindestens zwei Frauenrollen aufweist (und die Frauen Namen haben),
  • beide Frauen miteinander sprechen
  • und es in diesem Gespräch nicht um einen Mann geht.

Sind alle Bedingungen erfüllt, ist der Test bestanden.

Das klingt auf Anhieb auch erst mal sehr plausibel. Wenn mindestens zwei Rollen mit Frauen besetzt sind und diese Frauen auch noch miteinander reden, spricht das dafür, dass Frauen mehr sind, als reine Staffage. Wenn sich das Gespräch dann auch noch um etwas anderes als um einen Mann dreht, haben wir Feminismus pur.

Oder?

Leider nein. Sonst wären Hanni und Nanni, Dolly, Bibi und Tina, und wie sie alle heißen, Ikonen der Frauenbewegung.
Aber zwei Frauen im Gespräch um Pferde oder die optimale Zubereitung eines Hühnersalats sind noch kein Feminismus. Sie sind noch nicht mal Zeichen von Selbständigkeit oder gar Gleichberechtigung.
Bei den genannten ist eher das Gegenteil der Fall, nur wird ihre Situation so behaglich rosa plüschig beschrieben, dass es kaum auffällt, wie konservativ und eng dieses Weltbild ist. Den Bechdel-Test bestehen sie trotzdem mit Bravour, weil der rein quantitativ misst.

Andererseits gibt es Bücher, die mit gleicher Bravour am Bechdel-Test scheitern, aber trotzdem empowern* können. Ein schönes Beispiel ist die Erzählung The Tent Peg von Aritha van Herk (in Deutschland unter den Titeln „Unter Männern“ und „Mackenzies Koch“ erschienen).
Die Geschichte spielt in einem Geologencamp in der kanadischen Wildnis. Aber im Grunde geht es vorwiegend um eins: Um J. L., die sich, als Mann verkleidet, als Koch in dieses Camp eingeschmuggelt hat. Es ist so ewig lange her, dass ich das Buch gelesen habe, dass ich nicht mal mehr erinnere, ob sie eine eigene Erzählperspektive hat. Aber sie kommt sehr ausgiebig zu Wort; sie ist ein unabhängiger Geist und viel interessanter als die Männer, die die Hauptperspektivträger sind. Das gibt der Geschichte einen ganz eigenen Reiz und ermutigt dazu, neue Dinge zu wagen.
Aber, wie gesagt: Es gibt keine zweite Frau in diesem Buch, und schon deshalb würde es beim Bechdel-Test durchfallen.

Ich stehe dem Bechdel-Test daher zwiespältig gegenüber. Einerseits finde ich ein möglichst differenziertes Personal in Büchern und Filmen wichtig, schon um Klischees zu vermeiden. Andererseits ist Quantität auch nicht alles und nicht jede Geschichte lässt sich mit jeder „Besetzung“ erzählen. The Tent Peg funktioniert gerade weil J. L. die einzige Frau in einer Gruppe von Hetero-Männern ist. Eine zweite Frau, ein Homosexueller in der Gruppe – und das Ganze ergäbe eine vollkommen andere Geschichte.

 


*Leider ist mir auch bei längerem Nachdenken kein gleichwertiger deutscher Begriff eingefallen.



Übrigens bestehen auch nicht alle meiner Bücher den Bechdel-Test.
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Steppenbrand würde scheitern, obwohl die Geschichte in einer Kultur spielt, in der Frauen eigentlich absolut gleichberechtigt sind. Aber genauso, wie bei The Tent Peg eine Frau im Zentrum der Handlung steht, ist es bei Steppenbrand ein Mann. Deshalb beziehen sich auch alle Gespräche in irgendeiner Form auf ihn.

Triff mich auf der Leipziger Buchmesse

Nicht mal mehr zwei Wochen bis zur Leipziger Buchmesse! Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren und nun ist es höchste Zeit, anzukündigen, wofür.

Dass ich auf der Buchmesse sein würde, hatte ich ja schon längst geschrieben. Ich werde am Nornenstand (Halle 2 J303) die Neuauflage von Steppenbrand und die gerade erschienene Taschenbuchausgabe von Biss zum letzten Akt präsentieren. Beide Bücher wird es dort auch zu gewinnen geben.
Selbstverständlich werde ich den Stand auch mitbetreuen. Falls sich nichts ändert, sind meine „Dienstzeiten“ am Donnerstag den 15.03 von 12:00 bis 14:00 Uhr und am Sonntag von 16:00 bis zum Schluss um 18:00. Aber auch sonst werde ich mich oft dort herumtreiben.

Außerdem werde ich bei zwei Talkrunden mitmachen und eine Lesung halten.
Die erste Talkrunde hat die Frage Was macht mich zum Schriftsteller? und findet am Donnerstag den 15.03. um 15:00 statt (Forum autoren@leipzig, Halle 5, Stand D600). Veranstalter ist das Netzwerk Autorenrechte im BVjS, weitere Teilnehmer: Gino Leineweber, Eva Leipprand und Tanja Steinlechner.

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Die zweite Talkrunde wird vom Nornennetz veranstaltet und befasst sich mit Frauen in der Fantastik. Die Diskussion wird sich nicht nur um die vielbeschworenen starken Frauenrollen drehen, sondern auch über Frauen im Literaturbetrieb. Mitdiskutierende sind Nora Bendzko und Katherina Ushachov, die Moderation hat Stella Delaney. (17.03.2018 ab 16:30 Uhr, Leseinsel Fantasy, Halle 2, Stand H410/J400)

Meine Lesung findet am Nornenstand (Halle 2 J 303) statt. Ich werde dort am Sonntag, den 18.03. von 11:00 bis 11:30 Uhr aus „Der Fluch des Spielmanns“ und „Biss zum letzten Akt“ vorlesen und anschließend für Fragen zur Verfügung stehen.

Lesung und Meet & Greet mit Nike Leonhard, Sonntag den 18.03.2018 v. 11:00-11:30 am Stand des Nornennetzes auf der Leipziger Buchmesse (Halle 2 J 303)

Ein Geständnis und eine Neuauflage

Jetzt muss ich etwas zugeben, das mir sehr, sehr peinlich ist: Das erste Buch, das ich im Print herausgebracht habe, ist Mist. Nicht die Geschichte. Die ist nach wie vor gut und thematisch aktueller denn je, obwohl es eine Fantasyerzählung ist.
Zeichensetzung und Rechtschreibung allerdings … Das ist mir echt peinlich! Deshalb habe ich auch so wenig Werbung für Steppenbrand gemacht. Ich kann schließlich nicht guten Gewissens ein Buch anpreisen, von dem ich selber nicht überzeugt bin.

Nun kannst du dir sicher schon denken, dass ich das nicht erzähle, um mein eigenes Buch schlecht zu reden. Ich erzähle es zum Einen, weil ich mich bei denen entschuldigen möchte, die das Buch gekauft und sich geärgert haben.
Ich erzähle es aber auch, weil ich gerade dabei bin, Abhilfe zu schaffen. Inzwischen habe ich das Skript korrigiert und demnächst wird Steppenbrand in einer neuen, korrigierten Auflage erscheinen. Um beide auch optisch unterscheiden zu können, habe ich das Cover leicht verändert. So ist hoffentlich gewährleistet, dass niemand versehentlich die fehlerhafte Auflage kauft, so lange noch Bücher am Markt sind.

Steppenbrand PrintA2

So sieht die neue Auflage aus. Allerdings sieht man hier noch die Beschnittränder, die hoffentlich ganz wegfallen, so dass der rote Rahmen jetzt direkt mit den Buchkanten abschließt. Der auffallendste Unterschied ist aber vermutlich, dass der Reihentitel und mein Name die Positionen getauscht haben und Codex Aureus jetzt unter dem Titel Steppenbrand steht.

Außerdem gibt es innen jetzt am Ende jedes Kapitels eine kleine Grafik: Dolch und Blumen. Natürlich hat auch sie etwas mit der Geschichte zu tun. Wer das Buch schon kennt, weiß vielleicht, was es damit auf sich hat.

Dolch und Blumen

Denen, die schon die erste Auflage besitzen, mache ich folgendes Angebot: Schickt euer Exemplar an die im Impressum angegebene Adresse. Im Gegenzug erhaltet ihr die überarbeitete Ausgabe. Natürlich erstatte ich euch auch das Porto (in Briefmarken). Schließlich möchte ich, dass ihr Spaß am Lesen habt.

Alles NaNo, oder was?

Es ist November und irgendwie gehört es schon fast dazu, beim NaNo (NaNoWriMo = National November Writing Month) mitzumischen. Ziel ist es, in dieser Zeit 50.000 Worte zu schreiben und gerne auch ein paar darüber.

Das passt in diesem Jahr für mich um so besser, weil immer wieder angefragte Spinn-off zu Steppenbrand gerne ein Roman werden möchte. Da bringt der NaNo hoffentlich den nötigen Schwung, um im Schreibfluss zu bleiben und den einen oder anderen ebenfalls notwendigen Tritt, nicht in bewährte Prokrastinationsmuster zu verfallen.

Das heißt aber auch, dass es im November keine langen Blogartikel geben wird. Dafür verspreche ich öfter mal Fun Facts über das Werk und den Schreibprozess zu bringen. Hier gleich der erste:

In der Backgroundstory taucht ein Prophet namens Dafuq al Bernejd auf. Der Name entstand spontan, verrät aber vielleicht gerade deshalb einiges über meine Einstellung zu Propheten, Auserwählten und Esoterik. Ich hoffe, das ist nicht zu auffällig.

[Selfpublishing] Welche Software wird gebraucht? – Teil 3: Das Manuskript für den Druck vorbereiten

Wer seine Bücher im Print über eine der gängigen Plattformen veröffentlichen will, braucht ein PDF. So weit so einfach. PDFs lassen sich schließlich mit jedem gängigen Textverarbeitungsprogramm erzeugen. Deutlich schwieriger ist es, PDFs zu erzeugen, bei denen das Ergebnis auch gut aussieht.

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Anders als das eBook erfordert der Druck extrem viele Festlegungen. Schließlich soll das Schriftbild harmonisch wirken. Dazu gehört nicht nur die Auswahl des Fonts. Man muss auch darauf achten, dass sich die Zeilen auf gegenüberliegenden Seiten auf gleicher Höhe befinden. Neue Kapitel müssen auf einer neuen Seite beginnen. Man braucht Seitenzahlen, allerdings nicht überall. Außerdem es gilt Hurenkinder und Schusterjungen genauso zu vermeiden wie zu große Abstände zwischen den Worten.
Die gestalterischen Anforderungen des Buchsatzes wären noch mal einen eigenen Artikel, wenn nicht sogar eine Serie wert. Aber hier soll es ja um Software gehen und da muss man leider eines feststellen: Keins der mir bekannten Textverarbeitungsprogramme ist geeignet, diese Anforderungen zu erfüllen.
So sehr ich Open Office und seinen Nachfolger Libre Office sonst propagiere: Ich habe einmal ein Leporello (DIN A4, 2x gefaltet, Vorder- und Rückseite bedruckt) mit Open Office gesetzt und bin darüber fast wahnsinnig geworden. Ein Buch – nie im Leben! Von anderen SPler*innen weiß ich, dass es ihnen mit Word genauso geht. Selbst Papyrus Autor, das verspricht, ein vollwertiges DTP* zu liefern, konnte in dem Punkt (zumindest in der Version 7) nicht überzeugen.

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Die Lösung ist – wie nicht anders zu erwarten – für den Buchsatz auf eine, speziell dafür geschriebene Software zurückzugreifen.
Die Standartlösung ist InDesign von Adobe. Es ist weit verbreitet und entsprechend viele Tutorials lassen sich im Netz finden. Der Nachteil: InDesign gibt es nur als Abo. Wer es nutzen will, muss jedes Mal wieder zwischen 24 und 30 Euro zahlen.
Dieser Preis war einer der Gründe, weshalb ich vor Prints lange zurückgeschreckt war. Es ist zwar nicht viel, aber auf Dauer summieren sich die ganzen Miniausgaben einfach. Und wenn man wie ich den Anspruch hat, irgendwann vom Schreiben leben zu können, muss man das Geld irgendwie auch wieder reinholen.
Mein Familiennerd hat mir deshalb LaTex empfohlen. Aber LaTex kenne ich noch in Uraltversionen: furchtbar kompliziert, kein WYSIWYG und insgesamt ganz gruselig. Da habe ich mich nicht rangetraut, obwohl natürlich auch Programme mit der Zeit gehen und die Beschreibung des Nachfolgers Texmaker bei Chip eigentlich sehr vielversprechend klingt.
Statt dessen bin ich der Empfehlung von J. M. Volckmann gefolgt, der seine 99 Namen mit Scribus gesetzt hat. Scribus ist eine kostenlose Open Source Software, die zum Betrieb das ebenfalls kostenlose Open Source Programm Ghostscript benötigt. Hat man beides auf dem Rechner, hat man eine professionelle Lösung, für verschiedene Anwendungen, die jedenfalls beim Veröffentlichen von Belletristik keine Wünsche offen lässt. Das einzige Problem ist, eine vernünftige Anleitung zu finden. Es gibt zwar ein Wiki, das aber vor allem für erfahrene Anwender geeignet ist, die Tutorials auf Youtube sind überwiegend unbrauchbar (jedenfalls, für Menschen, die Belletristik veröffentlichen wollen). Auf den Seiten des Wieken-Verlags gibt es jedoch eine sehr gute, neunteilige Einführung.
Hat man sich erst mal eingefunden, ist der Umgang mit Scribus unproblematisch. Ich habe Steppenbrand damit gesetzt und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.


 

*Desktop-Publishing


Print 1

Steppenbrand ist überall im Buchhandel bestellbar.

BoD, 8o Seiten, ISBN 978-3-7440-89631-3
4,99 €

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Es hat geklappt!

Und fast hätte ich es nicht mitbekommen, weil der Postbote das Päckchen klammheimlich im Briefkasten deponiert hat. Dort wäre es auch das Wochenende über geblieben, wenn mein Großer keine Langeweile gehabt und deshalb erst in den Schränken und schließlich auch im Briefkasten nach Abenteuern gesucht hätte.
So habe ich es bekommen, während ich eigentlich gerade dabei war Abendessen zu kochen. Als ich die Verpackung aufgerissen habe, haben mir die Hände gezittert, so nervös war ich. Nicht, dass am Ende alles schief und krumm und ganz fürchterliche Farben …

Nein, hat es nicht. Zwar hat BoD sich nicht an seine eigenen Beschnittgrenzen gehalten oder ich habe bei der Umrechnung von Pixeln in Zentimeter doch einen Fehler gemacht – aber egal! Es sieht gut aus. Ich mag es. Auch Satz und Schriftbild sind sehr gut geworden.

Print 1

Leider habe ich bei all der Aufregung nicht daran gedacht, Bilder vom Auspacken zu machen und diese Aufnahme vom Handy ist auch eher mäßig. Aber zum Zeigen reicht es.

Ab jetzt ist Steppenbrand überall im Buchhandel erhältlich.
BoD, 8o Seiten, ISBN 978-3-7440-89631-3
4,99 €

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Lebenszeichen

Auf dem Blog ist es in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden, aber mein Karma fand, dass ich mich noch um zwei bis drei andere Dinge kümmern sollte. Immer nur Familie, Schreiben, Bloggen, Social Media, Marketing – das war ihm auf die Dauer wohl zu wenig. Na, jedenfalls hat es für Abwechslung gesorgt.

Leider hat es dabei übersehen, dass der Tag trotzdem nicht mehr als 24 Stunden hat und der Mensch irgendwann vielleicht auch mal schlafen sollte (eine vollkommen überbewertete Tätigkeit, ich weiß). Deshalb sind Blog und Schreiben leider ein bisschen kurz gekommen.

Aber ich habe gute Nachrichten:

  • Die Vampirgeschichte ist in der ersten Version fertig. Aktuell fräse ich mich durch die Überarbeitung, was vor allem bedeutet, Anachronismen zu eliminieren. Dadurch, dass die Geschichte auf zwei Zeitebenen spielt, hat sich leider einiges eingeschlichen, was dort nichts zu suchen hat. Wäre ich Jasper Fforde, würde ich vermutlich jetzt überlegen, welchen Schaden Anachronismen in Romanen anrichten können und wie ich Thursday Next aus dem Ruhestand holen kann. Allerdings bin ich nicht Jasper Fforde.
  • Dafür habe ich eine weitere Geschichte aus der Welt der Khon in Planung. Sie spielt etwa 60 Jahre nach Steppenbrand. Damit ist sie vollkommen eigenständig zu lesen, obwohl es natürlich immer wieder Bezüge gibt. Sogar die goldenen Reiter tauchen wieder auf. Über den Umfang kann ich jetzt noch nichts genaueres sagen, aber vermutlich wird sei deutlich länger sein, als alle bisher im Codex Aureus erschienenen Texte. Aktuell fliegen mir die Ideen dafür nur so zu oder vielmehr habe ich das Gefühl, die Geschichte sei schon da, ich müsse sie nur finden und nacherzählen.
  • Außerdem beabsichtige ich, Steppenbrand als Print herauszugeben, da die Veröffentlichung über BoD weitaus günstiger ist, als gedacht. Erscheinungsdatum ist ein paar Wochen vor der neuen Khon-Story, die aufgrund der vermuteten Länge ebenfalls für den Druck vorgesehen ist.

Trotzdem wird es im Blog die nächste Woche sehr ruhig bleiben, weil ich mit der 30-Jahr-Feier meines Mittelaltervereins beschäftigt bin. Auch meine Vorbereitungen hierfür sind arg ins Hintertreffen geraten. Aber danach …

Hoffe ich jedenfalls.

Wir lesen uns.