Es wird einmal … Vielleicht.

Nachdem ich mich im letzten Blogeintrag schon gefragt habe, ob ich in Zukunft vielleicht auch SciFi schreiben soll, war es nur konsequent, intensiver darüber nachzudenken, was genau ich denn dann schreiben wollen würde. (Hach, was ein Satz!) Gemeinerweise flüsterte mir beim Schlafengehen eine kleine, gemeine Stimme auch noch den Anfang eines Tagebucheintrags ein:

Ich habe überlebt. Das allein zählt. Ich bin nur ein Sub, aber ICH HABE ÜBERLEBT! Das sage ich mir immer und immer wieder, denn es hilft, das Leben zu ertragen.

Die Erzählung dieses, noch namen-, gesichts- und geschlechtslosen Wesens wurde noch deutlich länger und – wie es beim Einschlafen so ist – auch deutlich wirrer. Andere Stimmen mischten sich ein, erzählten von anderen Orten und anderen Begebenheiten. Teile davon sind mir immer noch gegenwärtig. Der Geschmack einer runzeligen Möhre. Bilder einer zerstörten Stadt. Betonstaub auf der Zunge. Offenbar gibt es da etwas, das erzählt werden will. Also habe ich mich ans Sammeln der bereits vorhandenen Ideensplitter gemacht – und es wurde mehr, als erwartet.

Logisch zusammengefügt ergibt sich das Gerüst einer gar nicht so schönen neuen Welt mit einer Gemengelage aus Dystopien und einem Schuss Solarpunk als Hoffnungsschimmer. Was noch fehlt, ist eine Geschichte. Eine, die das Ganze lebendig werden lässt. Wobei das definitiv keine Kurzgeschichte würde. Eher etwas im Umfang von Dune und das macht mir ein bisschen Angst. Ich bezweifle, dass ich die Kraft und die Zeit habe, das zu stemmen.
Aber vielleicht wäre es auch eine Option, die Facetten dieser Welt in verschiedenen Kurzgeschichten und/oder Romanen zu schildern? Groß und vielgestaltig genug wäre sie, das kann ich jetzt schon sagen, ohne jeden Winkel zu kennen. Außerdem könnten dadurch alle Stimmen zu Wort kommen, die jetzt in wilder Kakophonie durcheinander quaken. Woran ich noch überlege ist, ob es auch zum Lesen reizen würde. Aber die Frage lässt sich wohl erst beantworten, wenn ich die erste(n) Geschichte(n) geschrieben habe.

Und nein, sie werden nicht mit „Es wird einmal“ beginnen.

Und was kommt nun?

Nach der Veröffentlichung ist bekanntlich vor der Veröffentlichung. Mein Plan ist, alle Vierteljahr eine Kurzgeschichte rauszubringen. Das sollte mir genug Zeit zum Plotten, Schreiben, Überarbeiten, für Coverentwürfe, Titelfindung und nochmaliges Überarbeiten lassen und Raum für meine anderen Projekte bieten. Vielleicht schreibe ich ja irgendwann doch mal einen historischen oder phantastischen Roman.

Vorher brauche ich aber noch ein Cover für die nächste Kurzgeschichte, die im April rauskommen soll. Genau genommen brauche ich sogar nur einen Teil des Covers, nämlich die Zeichnung, die den Inhalt dieses Bands charakterisiert. Der Rest bleibt ja unverändert, um einen hohen Wiedererkennungswert zu erreichen.
Aber es ist gar nicht so einfach, das umzusetzen, was mir vorschwebt. Am liebsten hätte ich nämlich eine Überblendung aus einem skythischen Halsschmuck und einer heranstürmenden Reiterhorde ähnlich den Dothraki aus Game of Thrones. Also im Prinzip ein episches Gemälde, aber für’s Miniaturformat.
Ähmmm, ja. Die Quadratur des Kreises ist einfacher.

Aber zum Glück habe ich genug Zeit, mir dazu noch ein paar Gedanken zu machen. Und nebenbei kann ich auch darüber nachdenken, worüber ich als nächstes schreiben will. Ideen habe ich genug. Z. B. für eine Rachegeschichte im klassischen Fantasy-Setting. Alternativ gingen aber auch Werwölfe im Wilden Westen oder eine Solarpunk-Erzählung. Alles reizvolle Themen.