Lebenszeichen

Auf dem Blog ist es in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden, aber mein Karma fand, dass ich mich noch um zwei bis drei andere Dinge kümmern sollte. Immer nur Familie, Schreiben, Bloggen, Social Media, Marketing – das war ihm auf die Dauer wohl zu wenig. Na, jedenfalls hat es für Abwechslung gesorgt.

Leider hat es dabei übersehen, dass der Tag trotzdem nicht mehr als 24 Stunden hat und der Mensch irgendwann vielleicht auch mal schlafen sollte (eine vollkommen überbewertete Tätigkeit, ich weiß). Deshalb sind Blog und Schreiben leider ein bisschen kurz gekommen.

Aber ich habe gute Nachrichten:

  • Die Vampirgeschichte ist in der ersten Version fertig. Aktuell fräse ich mich durch die Überarbeitung, was vor allem bedeutet, Anachronismen zu eliminieren. Dadurch, dass die Geschichte auf zwei Zeitebenen spielt, hat sich leider einiges eingeschlichen, was dort nichts zu suchen hat. Wäre ich Jasper Fforde, würde ich vermutlich jetzt überlegen, welchen Schaden Anachronismen in Romanen anrichten können und wie ich Thursday Next aus dem Ruhestand holen kann. Allerdings bin ich nicht Jasper Fforde.
  • Dafür habe ich eine weitere Geschichte aus der Welt der Khon in Planung. Sie spielt etwa 60 Jahre nach Steppenbrand. Damit ist sie vollkommen eigenständig zu lesen, obwohl es natürlich immer wieder Bezüge gibt. Sogar die goldenen Reiter tauchen wieder auf. Über den Umfang kann ich jetzt noch nichts genaueres sagen, aber vermutlich wird sei deutlich länger sein, als alle bisher im Codex Aureus erschienenen Texte. Aktuell fliegen mir die Ideen dafür nur so zu oder vielmehr habe ich das Gefühl, die Geschichte sei schon da, ich müsse sie nur finden und nacherzählen.
  • Außerdem beabsichtige ich, Steppenbrand als Print herauszugeben, da die Veröffentlichung über BoD weitaus günstiger ist, als gedacht. Erscheinungsdatum ist ein paar Wochen vor der neuen Khon-Story, die aufgrund der vermuteten Länge ebenfalls für den Druck vorgesehen ist.

Trotzdem wird es im Blog die nächste Woche sehr ruhig bleiben, weil ich mit der 30-Jahr-Feier meines Mittelaltervereins beschäftigt bin. Auch meine Vorbereitungen hierfür sind arg ins Hintertreffen geraten. Aber danach …

Hoffe ich jedenfalls.

Wir lesen uns.

[Selfpublishing] Schreiben unter Pseudonym

Lewis Caroll tat es. Iny Lorenz tun es. Und ich mache es zugegebenermaßen auch: Schreiben unter Pseudonym. Stehe ich deshalb weniger hinter meinen Büchern? Nein, natürlich nicht. Wenn ich nicht von meinen Geschichten überzeugt wäre, würde ich sie gar nicht erst veröffentlichen.

Welche Gründe sprechen für ein Pseudonym?

Es gibt viele Gründe, sich ein Pseudonym zu suchen. Die von Kolleginnen und anderen Buchmenschen am häufigsten genannten sind:

  • Anonymität
  • häufiger Name
  • Verwechslungsgefahr mit anderen Autoren
  • unpassender Name
  • Markenbildung und -schärfung

Den Wunsch nach Anonymität habe ich ganz auf die Liste gesetzt, weil er auch am häufigsten genannt wird. In diesen Fällen schwingt manchmal ein bisschen Scham mit. Schließlich müssen die Kollegen nicht wissen, dass man Krimis mit schwulen Polizisten verfasst und den Verwandten zu erklären, dass man die heißen Szenen in seinen Erotikromanen nicht alle selbst erlebt hat, ist auch nicht unbedingt einfach.

Auch ein häufiger Name ist ein guter Grund, ein Pseudonym zu wählen, vor allem, wenn die Gefahr besteht, mit anderen Autoren verwechselt zu werden. Schließlich will man unter diesem Namen auch gefunden werden. Wie schwierig das ist, wenn man einen häufigen Nachnamen trägt, wird schnell klar, wenn man bei Wikipedia z. B. „Müller“ nachschlägt. Nicht nur, dass es darunter etliche Schriftsteller gibt, man will vielleicht auch nicht unbedingt mit einem Politiker, Schlagersternchen oder Sportler gleichen Namens in Verbindung gebracht werden.

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Bild: leandrodecavalhophoto via pixabay

Auch ein als unangenehm oder unpassend empfundener Name kann ein Grund für ein Pseudonym sein. Jürgen Fick (Fick ist in einigen Teilen Norddeutschlands ein sehr üblicher Familienname) taugt vielleicht noch für sehr explizite Erotik. Aber seien wir ehrlich: Selbst da klingt die Kombination aus dem biederen Vor- und dem „gewagten“ Nachnamen absurd. Und einen heiteren Familienroman würde man ihm vermutlich ebenso wenig abnehmen, wie Chantalle Himmelsbächer den knallharten Thriller.

Viele Autorinnen geben auch Markenbildung und -schärfung als Grund an, was von den Verlagen unterstützt wird. Der Grund ist, dass viele von uns in verschiedenen Genres schreiben. Als Leserin knüpft man aber auch an den Autor bestimmte Erwartungen. Das ist mir bei einem Roman von Sarah Paretsky deutlich geworden. Normalerweise schätze ich sie wegen ihrer realistischen hard-boiled Krimis, aber irgendwann ist mir ein sehr esoterisch angehauchter Geisterroman von ihr in die Hände gefallen, an dem ich alles vermisst habe, was ich an ihren Krimis liebe. Vielleicht hätte das Buch eine Chance gehabt, wenn ich die Krimis nicht gekannt hätte … Aber so: nein. Ging gar nicht.
Aus dem gleichen Grund hat J. K. Rowling vermutlich auch nur einen einzigen Krimi unter diesem Namen veröffentlicht. Inzwischen veröffentlicht sie als Rowling ausschließlich Fantasy. Ihre Krimis erscheinen unter Pseudonym.
Indirekt unter Markenbildung fällt auch, wenn man Pseudonyme benutzt, um einen sehr hohen „Literaturausstoß“ zu bemänteln. Vielschreiber werden ja oft mit Schlechtschreibern verwechselt, d. h. ihnen wird mangelnde Qualität unterstellt. Stephan King hat sich genau deshalb Pseudonymen bedient, um seinen Marktwert hoch zu halten.

Probleme mit dem Pseudonym

Natürlich gibt es Nachteile.
Wer ein Pseudonym nutzt, um anonym zu bleiben, hat als Selfpublisher z. B. erhebliche Nachteile bei der Werbung. Wenn es keinen Verlag gibt, der das Marketing übernimmt, muss man selber auf Menschen zugehen – und da bietet sich der eigene Freudes- und Bekanntenkreis nun mal als Erstes an. Denen klar zu machen, dass du Bücher schreibst, ist eine Sache (ich finde schon das schwer). Sie dazu zu bringen, sich ein Pseudonym zu merken, ist ungleich schwieriger.
Aber auch in den sozialen Medien stößt man mit einem Pseudonym auf Schwierigkeiten. Xing z. B. verbietet Pseudonyme ganz, ist also vollkommen ungeeignet, sich unter Pseudonym mit anderen zu vernetzen und sich einen Namen zu machen. Auch Facebook ist mit Pseudonym nur schwer nutzbar. Eigentlich darfst du dir dann nämlich nur eine Seite einrichten, was bedeutet, dass du nicht von dir aus Kontakt zu den Profilen „echter Menschen“ aufnehmen kannst. Außerdem kommst du als Seite nicht in Gruppen. Die Möglichkeiten, sich zu vernetzen, sind daher sehr eingeschränkt. Die einzige (aber eigentlich verbotene) Alternative besteht darin, deinem Pseudonym einen eigenen Account einzurichten – was inzwischen allerdings die Angabe einer Mobilfunknummer voraussetzt. Dumm, wenn du die schon für deinen privaten Account verwendet hast.

Geringere Probleme macht die Impressumspflicht in Büchern, auf Webseiten und in Blogs. Hier reicht es, einen Empfangsbevollmächtigten anzugeben. Das kann ein Impressumsdienst sein (wie ihn z. B. Papyrus Autor seinen Nutzern anbietet), aber auch der Nachbar, ein Familienangehöriger oder eine Freundin. Hauptsache, es ist eine Kontaktaufnahme möglich und die Post landet irgendwo, wo sich dich am Ende erreicht.
Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass du deinen eigenen Namen als Kontaktadresse angeben kannst, ohne dass man daraus zwingend schließen kann, dass das Pseudonym zu diesem Namen gehört.

Was macht ein gutes Pseudonym aus?

Wie immer gibt es also keinen Königsweg. Letztlich muss jede/r selbst entscheiden, was in seinem/ihren Fall das Beste ist. Wer sich für ein Pseudonym entscheidet, sollte sich die Zeit nehmen, gründlich darüber nachzudenken, welches das Richtige ist.
Dabei lassen sich die beiden wesentlichen Kriterien eines guten Pseudonyms schon aus dem ersten Absatz ableiten: Ein gutes Pseudonym ist ein Name mit hohem Wiedererkennungswert, der zum Genre passt.

Zum Wiedererkennungswert gehört auch, dass der Name eingängig sein sollte. Deshalb Vorsicht bei exotischen Namen. Qui Xiaolong ist zwar (für Europa) selten, aber (für Europäer) auch schwer zu merken. Drago Fellner bleibt deutlich besser haften.

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Bild: Mysticartdesign via pixabay

Natürlich kommt dann auch noch der Wohlfühlfaktor dazu. Ein Pseudonym, wird idealerweise so etwas, wie eine zweite Haut. Nicht unbedingt eine andere Identität, eher wie Kleidung, die bestimmten öffentlichen Anlässen vorbehalten bleibt. Auch da wählt man vorzugsweise das, was einem selber gefällt. Allerdings sollte das Pseudonym langlebiger sein. Schließlich will man in der Regel mehr als ein Buch veröffentlichen. Also lieber keinen hochkreativen, top-angesagten Namen wählen. Nichts veraltet so schnell, wie die Mode. Und nichts ist später so peinlich. Das gilt für Klamotten genauso wie für Namen.

Auch ich habe meinen Namen sehr bewusst gewählt und mir Bestandteile gesucht, die für mich hohen Symbolwert besitzen. Nike ist die griechische Siegesgöttin. Leonhard kommt von Löwenherz. Beides zusammen drückt für mich den Willen aus, mich in einem schwierigen Umfeld erfolgreich zu behaupten.
Ich finde außerdem, dass der Name gut klingt, ungewöhnlich genug ist, um aufzufallen und zur Phantastik passt. Wenn ich besser nachgedacht und ein bisschen Marktforschung betrieben hätte, hätte ich mich vermutlich trotzdem dagegen entschieden, weil der Name Nike fast automatisch mit Sportbekleidung assoziiert wird. Da ich mich weder für Sport, noch für Klamotten sonderlich interessiere, ist mir das aber entgangen. Jetzt muss ich mit den Folgen klarkommen.


Und du? Schreibst du unter Pseudonym oder Klarnamen? Was sind die Vor- und Nachteile, die du erlebst?

Marketing für Selfpublisher: Vier Dinge, die man von den Großen lernen kann

Im Börsenblatt des Buchhandels bin ich auf einen Beitrag über Beziehungsmarketing gestoßen. Unter der Überschrift „geliked, geshared, gekauft?“ wird dort über den Aufwand berichtet, den z. B. der Dressler Verlag betreibt, um die Leserinnen schon im Vorfeld auf „Die Feder des Greifs“ von Cornelia Funke aufmerksam zu machen. Da ist von Verlags-, Autoren- und Buchseiten im Internet die Rede, Social-Media-Accounts, Buchtrailern auf einem eigenen YouTube-Kanal, Trailer-Ads auf Facebook und Youtube, Teaserposts an ausgewählte Buchblogger, klassischen Online-Bannern und Gewinnspielen.

Uff, nein!

Als Selfpublisherin lässt sich dieser Aufwand unmöglich auch noch stemmen.

Trotzdem lohnt ein zweiter Blick auf den Artikel, denn einiges lässt sich doch übernehmen und ist nicht mal soooo schwierig umzusetzen.

1. Früh anfangen

Was als erstes auffällt ist, wie lange im voraus diese Kampagnen ansetzen. Das Buch soll am 26. September erscheinen, aber schon Anfang September habe ich die ersten „Gerüchte“ gehört, es werde eine Fortsetzung von Drachenreiters geben. Natürlich war die Veröffentlichung da längst beschlossene Sache.
Die Nachricht zu streuen, dass man demnächst etwas veröffentlichen wird, ist nun wirklich etwas ist etwas, was man auch als Selfpublisherin* vollkommen unproblematisch machen kann.

2. Vorab Kontakte knüpfen

Tatsächlich setzen die Kampagnen aber noch viel früher an, denn um z. B. Teaserposts an ausgewählte Buchblogger schicken zu können, muss man zuerst mal über Kontakte zu Buchbloggern verfügen.
Das ist auch etwas, das man als Selfpublisherin relativ unkompliziert umsetzen kann: Vorab Kontakte knüpfen. Damit meine ich allerdings nicht, ein paar Internetadressen zu kennen und den dahinter stehenden Jungs und Mädels eine Mail zu schicken: „Ey, ich hab da was geschrieben, bloggt doch mal darüber!“ Damit macht man sich sehr schnell sehr unbeliebt.
Kontakt heißt, dass man sich möglichst vorher kennt und sich schon einmal ausgetauscht hat. Wenn nicht, ist das zwar auch kein Drama (irgendwann muss man schließlich anfangen), aber man sollte sich dann wenigstens informieren, wie der oder die BlogbetreiberIn heißt und worüber er oder sie schreibt. Nur, wenn das zum eigenen Buch passt, lohnt es sich, sie anzuschreiben. Und dann gehört es sich, sich und sein Projekt zunächst einmal vorzustellen und zu fragen, ob sie (oder er) Lust und Zeit hat, es zu rezensieren. Ganz professionell ist es, sich für die Antwort zu bedanken – auch bei Absagen. Die BloggerInnen dafür anzumaulen, zeugt dagegen von miserablen Manieren und schadet nicht nur einem selber, sondern dem Image von Selfpublishern allgemein.**

3. Regelmäßigkeit

Der dritte Punkt, den man sich abgucken und ziemlich einfach umsetzen kann, ist, die ausgewählten Social-Media-Kanäle regelmäßig zu bespielen, um so mit seinen potentiellen Leserinnen im Dialog zu bleiben. Dabei sagt das Wort „Dialog“ schon sehr deutlich, dass es hier nicht darum geht, nur ein paar Werbetexte oder -bilder einzustellen, sondern auch zu antworten und zu kommentieren.

4. Konzentration

Was man sich als Selfpublisherin als vierten Punkt von den Großen abgucken kann, ist vielleicht aber sogar das Wichtigste: Nämlich nicht einfach alles machen zu wollen, sondern sich genau zu überlegen, wo man seine Leser (bzw. Käufer) findet und die Kampagne auf sie abzustimmen. Klar: Wenn ich Menschen ansprechen will, die gerne Fantasy lesen, bringt es mir vermutlich wenig, auf Youtube süße Katzenvideos zu zeigen. Da können die Klickzahlen noch so hoch sein – allein wegen der süßen Videos wird niemand die Bücher kaufen.
So lange ich also keine Ahnung habe, ob und gegebenenfalls wie ich Leserinnen oder Multiplikatoren über einen bestimmten Social-Media-Kanal ansprechen kann, kann ich mir den Aufwand sparen und meine Energie anderswo besser verwenden. Zum Beispiel, um die nächste Geschichte fertig zu stellen. ^^

Wie siehst du das: Gibt es noch andere Dinge, die wir SelfpublisherInnen uns von den Kampagnen großer Verlage abgucken können?


*Da ich selber immer wieder Probleme habe, mich in Artikeln durch das generische Maskulinum angesprochen zu fühlen, verwende ich in diesem Artikel gelegentlich ein generisches Femininum und die Schreibweise mit dem Binnen-I. So kann sich hoffentlich jede/r/s angesprochen fühlen.

**Ich bin mir sicher, dass ich dir das alles eigentlich nicht zu sagen brauche. Aber die Diskussionen im Netz zeigen und Blogartikel, wie dieser von Brösel, zeigen, dass bei Selfpublishern zum Teil noch erheblicher Nachholbedarf in Sachen Nettiquette und Umgang mit anderen besteht. Deshalb wollte ich diesen Punkt nicht unerwähnt lassen.

Social Media: Hilfe! Wo soll ich denn noch überall hin?

Als Autorin und Selfpublisherin ist es wichtig, gut vernetzt zu sein. Sagt dir jede/r und ist ja auch richtig. Wenn du nirgends auftauchst, kennt dich keiner. Und natürlich kennt auch keiner deine Bücher. Und wat de Buur nicht kennt, das liest hei nich. Oder so ähnlich.

Also rein ins soziale Netz!

Nur welches? Aktuell bin ich Mitglied der BartBroBros, bei Facebook, Twitter, neobooks, Pinterest, Lovelybooks, Instagram und Xing gemeldet, besitze ein Konto bei der Autorenwelt und werde mich vermutlich auch noch bei Indie-Publishing registrieren.
Wenn ich mich so umhöre, dann ist es ein Fehler, nicht auch auf Google+ zu sein. Außerdem sollte ich auch noch ganz dringend zu Snapchat, weil da der Bär steppt. Und wieso habe ich eigentlich noch keinen Youtube-Kanal? Oder wenigstens Podcasts?

Irgendwo ist mal Schluss.

abstract-1231870_640Ganz ehrlich: Das wird mir alles zu viel. Eigentlich ist es mir jetzt schon zu viel und das, obwohl ich mich eigentlich nur um Twitter und Facebook kümmere. Und um das Blog versteht sich. Bei Pinterest und Instagram schaue ich nur ganz gelegentlich vorbei. Das Gleiche gilt für Xing, das ich aus anderen Gründen aber weiter nutze. Die Accounts bei neobooks und Lovelybooks könnte ich löschen, ohne dass es jemandem auffiele.
Aber mehr schaffe ich einfach nicht. Social Media macht Spaß. Keine Frage. Aber es frisst Zeit und die fehlt mir dann anderswo.

Nicht zu vergessen: Social Media ist kein Selbstzweck.

Auch wenn ich auf Twitter noch so viele interessante Menschen treffe, die unglaublich spannende Artikel verlinken, im WordPress Reader noch so viele tolle neue Blogbeiträge harren, die gelesen und kommentiert werden wollen und der Nachrichtenstrom auf Facebook sowieso nie abreißt – eigentlich bin ich da unterwegs, um für meine Bücher zu werben. Es ist enorm hilfreich, dort so viele tolle Menschen zu treffen, und dass das Lesen, Teilen und Kommentieren so viel Spaß macht. Aber es ist ein Teil des gegenseitigen Gebens und Nehmens.
Meine Hauptaufgabe als Autorin ist es, Geschichten zu schreiben. Meine Hauptaufgabe als Selfpublisherin ist es, die Geschichten in Bücher umzuwandeln und diese so zu präsentieren, dass sie gefunden werden.
Deshalb bin ich in den sozialen Netzwerken unterwegs. Und deshalb stelle ich mir die Frage, welche ich eigentlich brauche.

Auch im richtigen Leben bin ich nicht auf jeder Party.

Auch nicht in jeder Bar, jedem Einkaufszentrum, jedem Café, Museum, Kino – und schon gar nicht gleichzeitig! Im richtigen Leben schaue ich, was ich brauche und worauf ich Lust habe und da gehe ich hin. Da kann der neue Club noch so angesagt sein, wenn da Dubstep läuft geh ich nicht rein. Das ist nicht meins, da fühle ich mich nicht wohl – was soll ich da also?
Ähnlich ist es mit Social Media: Was soll ich in einem sozialem Netz, das bei 16 – 25 jährigen gerade angesagt ist? Meine Zielgruppe ist 25+, auch wenn meine Bücher vielleicht gelegentlich auch von jüngeren gelesen werden. Deshalb bleibe ich (zumindest vorerst) noch bei Facebook, auch wenn ich von der viel gepriesenen Reichweite bisher nicht viel mitbekomme. Deshalb gebe ich Instagram eine Chance, obwohl ich es nicht verstehe und die Bedienung grauslich kompliziert finde.

Wie siehst du das? Wo bist du unterwegs und warum?


Nachtrag vom 08.01.17:
Aktuell bin ich dabei, meinen Xing-Account zu löschen, zumal er mir für meine schriftstellerische und verlegerische Arbeit nichts bringt. Dafür habe ich mich bei Google+ angemeldet, weil sich angeblich das Suchmaschinenranking verbessert, wenn Artikel auch dort erscheinen.

Marketing von eBooks – Wie du aus dir eine Marke machst

Create Your Own Brand Ideas Planning Inspiration Concept

In meiner kleinen Reihe über Marketing von eBooks will ich dir heute ein paar Tipps geben, warum du zu deiner eigenen Marke werden solltest und wie du das schaffst.

„Hä?“, denkst du jetzt vielleicht. „Marke? Ich bin doch ein Mensch und keine Marke und überhaupt schreibe ich für die Kunst und will mich nicht irgendwelchem Mainstream unterordnen!“

In dem Fall kann ich nur sagen: „Tut mir leid, dich hergelockt zu haben.“ Dann ist dieser Artikel nämlich nichts für dich. Weiterzulesen wäre vergeudete Lebenszeit.

Der Nutzen einer Marke

woman-690216_640Dass du weitergelesen hast, sehe ich als Zeichen dafür, dass ich dich immerhin nicht verschreckt habe. Aber vielleicht fragst du dich immer noch, warum du eine Marke werden sollst. Die Antwort ist einfach: Eine Marke zu werden, hilft dir, als Autorin* sichtbar(er) und auffindbar(er) zu werden, deinen Wiedererkennungswert zu steigern und letztendlich auch mehr Leser zu gewinnen.

Gerade wenn du deine Bücher selber herausgibst, hast du vermutlich nur ein kleines Budget für Marketingmaßnahmen. Um so wichtiger ist es, das Maximum herauszuholen. Aber auch als Verlagsautorin profitierst du davon, „dir einen Namen zu machen.“ Nichts anderes bedeutet es nämlich, selbst zur Marke zu werden.

Den Effekt kannst du bei bekannten Kolleginnen, wie Joanne K. Rowling, George R. R. Martin oder Terry Pratchett sehen. Ihre Namen sind so sehr mit bestimmten Inhalten verbunden, dass ihre Bücher schon deshalb gekauft werden, weil der Name darauf steht. Eine Sabine Kennichnicht oder ein Michael Niegehöhrt haben es deutlich schwerer. Ihre Bücher dreht man zwischen den Händen, liest den Klappentext, schnuppert ein bisschen rein – und stellt sie im Zweifel doch zurück, weil nebenan das Buch der bekannteren Kollegin lockt. Da weiß man, was man hat.

Warum es sinnvoll ist, als Autorin zur Marke zu werden

Quelle: https://www.rawpixel.com„Aber warum so viel Aufwand um mich machen?“, könntest du einwenden. „Es sind doch meine Bücher, um die es geht. Sollen die nicht für sich sprechen?“
Grundsätzlich gebe ich dir erst mal recht: Es geht um deine Bücher und es gibt auch Bücher, die so weit zur Marke geworden sind, dass die Autorin dahinter ganz zurücktritt. Das sind vorwiegend Serien; vielfach solche, an denen mehrere Autorinnen mitarbeiten. Perry Rhodan ist so ein Fall.
Grundsätzlich spricht also nichts dagegen, die Bücher(reihe) zur Marke werden zu lassen. Ich mache das mit meinem Codex Aureus auch.

Trotzdem ist es sinnvoll, sich auch als Autorin einen Namen zu machen. Als Autorin kannst du aktiv auf andere zugehen, Beziehungen und Kontakte knüpfen. Das ist mit dem Namen einer Buchreihe oder Serie eher schwierig. Du kannst zwar Werbung machen, aber immer nur als Außenstehende. Alternativ weist du darauf hin, dass du die Autorin von … bist – und wirst damit zur Marke.

Abgesehen davon ist es für die Leserinnen meist leichter, Zugang zu einem Menschen zu finden, als zu einem Buch an sich. Selbst Serienfans haben in der Regel einige spezielle Charaktere, die sie besonders mögen und die der eigentliche Grund sind, die Serie zu verfolgen.

Und schließlich kann es auch sein, dass du keine oder nicht ausschließlich Reihen schreiben willst, sondern verschiedene Bücher, die zwar zum gleichen Genre gehören, aber nicht aufeinander aufbauen. Auch in diesem Fall hast du es deutlich leichter, wenn du dich selber als Marke etablierst.

Butter bei die Fische: Wie werde ich denn nun eine Marke?

„Schön und gut“, sagst du jetzt vielleicht. „Hab ich alles begriffen. Aber was muss ich konkret tun?“
Dann will ich mal Butter bei die Fische geben.

Um dir einen Namen zu machen, musst du zunächst mal eins tun: Präsenz zeigen. Logisch, oder? Wenn du nicht greifbar bist, hat niemand die Chance, dich kennenzulernen. Das heißt nun nicht, dass du dich jetzt überall mit: „Ich bin übrigens Lieschen Schreibviel, die Autorin der Müssenselesen-Saga“, vorstellen und dein Gegenüber die nächsten drei Stunden mit Anekdoten aus deinem Leben als Schriftstellerin unterhalten sollst. Es ist nicht verkehrt, deine Umgebung wissen zu lassen, was du tust. Aber wichtiger ist es, deine Zielgruppe zu finden, also die Leute, die dich lesen wollen.

woman-1446557_640Das geht am einfachsten über soziale Medien. Im Internet gibt es tausende von Foren und Plattformen, die dem Netzwerken dienen. Die Kunst besteht darin, die richtige auszuwählen, also die, auf der du die besten Chancen hast, deine Leserinnen zu treffen.
Dazu müsste man sie nur kennen. Ganz ehrlich: Das ist der Punkt, den ich persönlich am schwierigsten finde. Zu definieren, für wen ich denn eigentlich schreibe. Ganz spontan wäre meine Antwort vermutlich: „Leute, so zwischen 15 und 75, die gerne Fantasy lesen, aber keinen Nerv auf dicke Schwarten haben.“ Nicht eben präzise, aber so ähnlich geht es fast allen am Anfang. Meist ist man als Autorin auf die Geschichte fokussiert – also darauf, was man schreibt und wie man seine Inhalte am besten rüberbringt. Aber praktisch niemand, den ich kenne, hat sich am Anfang Gedanken gemacht, wer sie am Ende lesen soll.

Ein erster Schritt ist also, einzugrenzen, für wen man schreibt und dann zu überlegen, wo man diese Gruppe am besten findet.
Dazu gehört auch, das Genre zu umreißen, in dem du schreibst. In einem Forum für Fragen des Steuerrechts Werbung für eine romantische Liebesgeschichte finden, ist ziemlich albern – logisch. Anders, wenn du ein Sachbuch mit Steuertipps verfasst hättest. Dann wären solche Foren genau dein Jagdrevier. Aber auch wenn du nur in den großen Netzwerken, wie Twitter oder Facebook fischt, ist es wichtig, das Genre deines Buchs umreißen zu können. Deine Leserinnen wollen schließlich keine Katze im Sack kaufen, sondern vorher wenigstens ungefähr wissen, worauf sie sich einlassen.

Der nächste Punkt ist, sich darüber Gedanken zu machen, wie du wahrgenommen werden willst. Dazu gehören neben den Inhalten, über die du schreiben willst, auch die Art zu schreiben, ein Logo, Farben – alles abgestimmt auf Zielgruppe und Genre versteht sich. Grob gesagt: Wenn du Liebesgeschichten für 15 – 21 jährige Mädchen schreibst, brauchst du andere Farben, Ausdrücke und Inhalte, als wenn du techniklastige Dystopien für Ingenieurinnen zwischen 45 und 60 entwirfst.

Eventuell solltest du dir außerdem Gedanken um deinen Namen machen. Ein guter Name ist kurz, prägnant und passt zum Genre bzw. zur Erwartung deiner Leserinnen. Da besteht zwar eigentlich kein Zusammenhang, trotzdem wirkt der Name Lisa Schmalz-Lieblich für eine Autorin knallharter Thriller eher unglaubwürdig und von einer Yuki Kikoyu erwartet man keine Alpenromanzen.

Wenn du das alles authentisch, also ohne dich zu verbiegen rüberbringst, hast du gewonnen. Nun gilt es nur noch am Ball zu bleiben. Ich drücke dir die Daumen, dass du es schaffst.

Ich würde mich freuen, von dir gelegentlich zu hören, wie es mit der Vermarktung deiner Bücher klappt und ob dir meine Tipps ein bisschen dabei helfen.


* Alles, was in diesem Artikel steht, gilt sinngemäß auch für Autoren. Aber ich bin die Experimente mit Binnen-I’s, Sternchen und ähnlichem leid. Deshalb schreibe ich meine Artikel ab und an in der weiblichen Form, um für Sprache zu sensibilisieren. Als Frau ist es nämlich auch nicht immer leicht, sich mit angesprochen zu fühlen, wenn ausschließlich das generische Maskulinum verwendet wird.

Werbung auf Wattpad? Was sagst du dazu?

Gerade bin ich über die Meldung gestolpert, dass Wattpad ein neues Geschäftsmodell für Selfpublisher anbietet: Ihre Bücher sollen weiterhin kostenlos erhältlich sein, aber mit Werbevideos verlinkt werden können, wenn der Selfpublisher zustimmt.
Klickt der Leser das Video an, bekommt der Selfpublisher einen Teil der Einnahmen.

Die Idee finde ich zunächst mal ganz spannend, denn es hört sich so an, als würden alle Seiten davon profitieren: Wattpad generiert Einnahmen, der Selfpublisher bekommt ein bisschen Honorar und die Leser können ihre Lieblingsautoren unterstützen, ohne in die eigene Tasche greifen zu müssen. Allerdings stelle ich mir auch die Frage, ob solche Werbefilme nicht eher nerven.

Wie siehst du das? Findest du solche „Werbeeinblendungen“ gut oder würde dich das eher nerven?


 

Die komplette Meldung findest du hier

Nur Neugier ist zu wenig: 7 Tipps für gelungenes eBook-Marketing

Wenn du meinen Artikel zu den Fehlern beim eBook-Marketing in sozialen Medien gelesen hast, hast du dich am Ende vielleicht gefragt, wie du es denn richtig machen sollst. Fehler zu erkennen und zu vermeiden, heißt schließlich nicht, dass man weiß, worauf es ankommt.

Außerdem ist der Hinweis, welche Fehler man vermeiden sollte, so ein bisschen wie der Ratschlag, nicht an rosa Krokodile zu denken. Wenn man ihn befolgt, denkt man plötzlich dauernd dran. Aber das Ziel ist ja nicht, bei den Fehlern zu verharren, sondern besseres Marketing zu machen.

Also braucht es positive Impulse. Davon will ich im Folgenden ein paar geben.

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Grundlegendes zum Schreiben von Überschriften

Ich habe inzwischen gelernt, dass eine Überschrift vier Kriterien erfüllen muss, um als gut zu gelten, wobei mit „gut“ nicht „schön formuliert“ gemeint ist, sondern „weckt Aufmerksamkeit.“ Hier geht es schließlich um Marketing.
Diese vier Kriterien sind:

  1. Nützlichkeit, d. h. sie spricht das Eigeninteresse des Lesers an (Kauf XY und du hast einen Vorteil)
  2. Dringlichkeit, d. h. sie vermittelt einen Anreiz, sofort zu lesen (Mach das, sonst …)
  3. Einzigartigkeit, d. h. sie verspricht etwas Neues oder wenigstens Altbekanntes in neuer Form
  4. Spezifisch, d. h. so präzise wie möglich

Wenn du eine beliebige Zeitschrift durchblätterst, wirst du feststellen, dass die meisten Anzeigen genau nach diesem Schema funktionieren.

Nicht sehr einfallsreich? Stimmt. Aber darauf kommt es nicht an. Sondern darauf, dass es wirkt.
Versteh mich nicht falsch. Ich will dir nicht sagen, dass du unbedingt so vorgehen musst, um Wirkung zu erzielen. Aber es hat einen Grund, dass dieses Muster seit Jahrzehnten in Gebrauch ist und Werbeagenturen viel Geld damit verdienen, es in immer neuen Variationen umzusetzen.

Auf der gleichen Linie, aber etwas ausgefeilter ist eine Checkliste für Blogüberschriften, die mal wieder aus dem Affenblog stammt:
1. Verspricht deine Überschrift einen Nutzen oder eine Belohnung für das Lesen?
2. Ist deine Überschrift klar und direkt? Kommt sie sofort zum Punkt?
3. Ist der Nutzen oder die Belohnung relativ schnell und einfach zu bekommen?
4. Kannst du deine Überschrift spezifischer machen, um mehr Glaubwürdigkeit zu erzeugen?
5. Löst deine Überschrift eine starke Emotion aus, die dein Leser bereits zu diesem Thema hat?
6. (optional und allein nicht ausreichend) Kannst du ein Element hinzufügen, das neugierig macht? Vielleicht ein bisschen mehr Drama?

Das lässt sich schon fast 1:1 für Bücherwerbung in sozialen Medien übernehmen. Ich sage bewusst: fast. Hier soll es schließlich nicht nur um Überschriften, sondern um Marketing allgemein gehen und Marketing in sozialen Medien noch ein paar Besonderheiten. Meine eigene Liste entspricht deshalb auch nicht zu 100% der des Affenblogs.

Meine Kriterien für gute Posts:

Dein Post verspricht einen Nutzen oder eine Belohnung

Beim Marketing geht es schließlich nicht um dich, sondern um deinen (potentiellen) Leser. Dein Buch kann noch so toll sein – so lange du nicht verrätst, was es bietet, werden deine Leser lieber zu einem der rund neunzigtausend anderen Bücher greifen, die jedes Jahr veröffentlicht werden. Einem, von dem sie glauben, dass es sich zu lesen lohnt.

Dein Post ist eindeutig, klar formuliert und kommt sofort auf den Punkt

Dein Buch hat tolle Charaktere, einen unglaublichen Plot, öffnet neue Horizonte und ist außerdem überwältigend gut geschrieben? Eine große Liebe und epische Schlachten? Das ist toll, denn daraus kannst du sechs verschiedene Posts machen. Aber in jedem davon solltest du dich auf einen dieser Aspekte beschränken und den dafür gebührend herausstreichen. Keine Sorge, das Gesamtbild ergibt sich später von selber.

Dein Post ist spezifisch und dadurch glaubhaft

Wir alle sind ständig irgendwelcher Werbung ausgesetzt und auf Dauer entwickeln wir dadurch einen Bullshit-Detektor, der gegen Werbefloskeln immunisiert. Also Vorsicht bei Superlativen und Vergleichen. „Das größte Fantasy-Epos seit dem Herrn der Ringe“ klingt schnell nach Selbstüberschätzung – vor allem bei Büchern mit handgezeichnetem Cover und gerade mal 200 Seiten. Dann lieber kleinere Brötchen backen und mehr auf den Protagonisten eingehen. Oder auf den Plot (siehe oben, Punkt 2).

Dein Post löst starke Emotionen aus oder verstärkt vorhandene Emotionen

Überleg mal, warum man in der Werbung so viele gut gelaunte Menschen sieht. Eben! Alles verkauft sich besser, wenn man Emotionen daran knüpft. Möglichst positive. Das gilt für Bücher genauso, wie für Waschmittel oder Schmiermittel für Motoren. Natürlich musst du unterscheiden: Ein Horroroman soll andere Emotionen wecken, als eine Liebesgeschichte. Deshalb solltest du dir im Vorfeld überlegen, welche Emotionen du ansprechen willst.

Dein Post enthält ein Element, das Neugier weckt

Auch wenn Neugier allein zu wenig ist, brauchst du sie. Ohne einen „Hook,“ also einen Köder, der den Leser dazu bringt, wenigstens kurz inne zu halten, wirst du ihn nicht dazu bringen sich den ganzen Text anzusehen. Ein solcher Köder kann z. B. eine Frage im ersten Satz sein oder ein besonders dramatisches Element in der Überschrift. Eine andere Möglichkeit ist ein Bild, das die Aussage des Textes in besonderer Weise unterstreicht. Ein einfaches Titelbild eignet sich dafür weniger. Besser ist es, das Buch in eine Kontext zu setzen, z. B. einen Abenteuerroman mit Landkarten und einem zerfledderten Journal zu zeigen. Der Balanceakt bei solchen Bildern ist allerdings der gleiche, wie beim Cover: Einerseits sollte man sich an die Konventionen des Genres halten und sich andererseits davor hüten, ins Klischee zu verfallen (Ausname von der Ausname: Du schreibst Kitschromane. Da musst du das Klischee bedienen.).

Dein Post macht den versprochenen Nutzen (bzw. die Belohnung) leicht zugänglich

Gutes Marketing zeichnet sich auch dadurch aus, dass es dem Leser leicht gemacht wird, ans Ziel zu kommen. Ich hatte neulich den Fall, dass mich ein Post auf Twitter wirklich angeteasert hat, einen FB-Link anzuklicken. Da wurde ich allerdings an ein Blog weiter verwiesen und von da zu einem Buchhändler. Muss ich sagen, dass ich den Link nicht mehr angeklickt habe?
Zwei Klicks sind das absolute Maximum, das man seinen Lesern zumuten sollte. Also überleg dir vorher, ob du ein Buch verkaufen oder Traffic auf deinen Seiten produzieren willst.

Dein Post ist auch für Außenstehende leicht auffindbar

Eigentlich eine Binsenweisheit. Wenn du möglichst viele Menschen erreichen willst, musst du dafür sorgen, dass deine Posts auch von Leuten gelesen werden, die dir nicht folgen. Ich schäme mich fast, das zu schreiben, aber aus dem Grund vergiss bitte nicht, Schlagworte bzw. Hashtags zu verwenden. Nur so wirst du auch von Außenstehenden gefunden.

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Interesse geweckt, Leserin gefunden

Ich kann nicht behaupten, dass es mir immer gelingt, diese Vorgaben umzusetzen. Aber die Liste hilft mir beim Formulieren von Marketingposts. Das gilt besonders für Twitter, wo es darum geht, die 140 Zeichen möglichst optimal zu nutzen.

Wie sieht es bei dir aus? Hast du einen Punkt, den ich eventuell übersehen habe?

Veröffentlichen reicht nicht. Marketing von eBooks

Ob für Ruhm, Ehre oder Reichtum, wer schreibt, will in der Regel auch gelesen werden. Aber wie findet man als Autor und Selfpublisher seine Leser? Noch dazu, wenn man „nur“ eBooks schreibt?

Nach meinem Artikel dazu, warum ich Preisaktionen bei eBooks für kontraproduktiv halte, ging die Diskussion auch hinter den Kulissen weiter. Ich habe daraus so viel für mich mitgenommen, dass ich beschlossen habe, eine kleine Artikelserie über eBook-Marketing zu starten.

Zwar kann ich keinesfalls als alte Häsin auf dem Gebiet bezeichnen, weil ich selber noch am Anfang stehe. Aber dafür bin ich bereit, auch neue Wege auszuprobieren und werde hier erzählen, was klappt und was nicht. Deal?

Warum überhaupt Marketing?

Du hast ein Buch geschrieben und veröffentlicht. Also nehme ich an, dass du möchtest, dass es auch gelesen wird. Mir geht das jedenfalls so. Versteh mich nicht falsch: Ich finde es vollkommen o. k., nur für sich und vielleicht noch ein paar gute Bekannte zu schreiben; aber wenn wir ehrlich sind, hoffen die meisten von uns irgendwo auch auf Ruhm, Ehre und (wenigstens ein bisschen) Geld. Für meinen Teil sind mir Ruhm und Ehre vergleichsweise egal, aber ich möchte auf lange Sicht einigermaßen vom Schreiben leben können.

Aber egal, was genau die Motivation ist: Ein Buch veröffentlicht zu haben, ist keine Garantie dafür, dass irgendwer es liest. Genau genommen sind die Chancen deutlich höher, übersehen zu werden. Ganz besonders, wenn man ausschließlich eBooks veröffentlicht.

Mit anderen Worten: Wer gelesen werden will, muss etwas dafür tun. Leser kommen nicht von allein; man muss sie irgendwie ködern. Nichts anderes ist Marketing.

Besonderheiten des eBook-Marketings

Wenn ich mir angucke, welche Marketinginstrumente andere Autoren für ihre Bücher nutzen, stelle ich fest, dass einiges für mich von vornherein ausscheidet, weil ich nur eBooks veröffentliche. So sind z. B. Lesezeichen offenbar ein sehr beliebter Werbeträger – nur was soll man in einem eBook damit. Es hilft auch wenig, die örtliche Buchhandlung zu überreden, das Buch ins Programm zu nehmen.

Bei eBooks muss man andere Wege finden, um sichtbar zu werden.

Natürlich wäre es eine Idee, Anzeigen zu schalten. Aber ob die jemand liest? Das wage ich zu bezweifeln und mir fehlt das nötige Geld, es zu probieren.

Etwas spezifischer wären Flyer. Wenn man die da auslegt, wo sich potentielle Leser aufhalten, könnte das auch bei eBooks klappen. Voraussetzung ist also, dass man seine Zielgruppe kennt und weiß, wo man sie trifft. Allerdings ist die Reichweite begrenzt und auch Flyer kosten Geld.

Die kostengünstigste Lösung ist das Internet. Bei eBook-Lesern kann man voraussetzen, dass sie das Netz und soziale Medien nutzen. Außerdem bietet das Internet eine hohe Reichweite. Meine Blog-Artikel werden nicht nur aus dem deutschsprachigen Ausland, sondern regelmäßig auch aus Albanien, Irland, Kanada, Spanien und den USA abgerufen. Auf Twitter folgen mir Menschen, bei deren Sprache ich nicht einmal die Buchstaben verstehe. Unwahrscheinlich, dass ich auch nur einen davon mit einem Flyer erreicht hätte.

Wie finde ich meine Leser im Netz?

Natürlich ist „das Internet“ auch wieder riesig und nicht jede Ecke ist geeignet, um Leser zu finden. Ganz generell gilt aber, dass man dort, wo man sich selber wohlfühlt, auch Gleichgesinnte trifft. Sie gilt es aufzuspüren, anzusprechen und für sich zu gewinnen. Erfolgreiches Marketing setzt Kontakte voraus. Wenn du andere davon überzeugen kannst, dass dein Buch toll ist, werden sie wieder andere überzeugen. Auf diese Weise baust du dir nach und nach einen Unterstützerkreis auf – oder eine Fanbase, wenn dir der Ausdruck lieber ist.

Wichtig ist dabei, sich nicht auf einen einzelnen Kanal festzulegen, sondern verschiedene Kanäle zu bespielen und zu verbinden. So nutze ich mein Blog für längere Artikel (wie diesen) und Hintergrundinformationen, die langfristig sichtbar bleiben sollen. Für kleinere Artikel mit schnellerer Verfallszeit nutze ich Facebook nutze ich für mittlere Artikel und Kurzmitteilungen sende ich über Twitter. Aber sowohl die Facebookartikel, als auch Twittermitteilungen verlinke ich immer wieder auf das Blog. In dieses Konzept lassen sich auch Podcasts und Buchtrailer gut einbinden.

Newsletter

Eine weitere Möglichkeit, Leser zu binden, sind regelmäßige Mailingaktionen per Newsletter. Ich gebe zu, damit bisher noch gar keine Erfahrung zu haben, denn so ein Newsletter setzt voraus, dass du schon E-Mail-Adressen hast, an die du etwas versenden kannst und die habe ich bisher noch nicht. Außerdem bedeutet ein Newsletter zusätzliche Arbeit, denn du musst für Inhalte sorgen. Deshalb hatten für mich Blog, Twitterauftritt und die Seite bei Facebook bislang Priorität. Aber: Ein Newsletter ist für die Zukunft fest eingeplant. Aktuell versuche ich noch, die Technik dahinter zu verstehen und in meinen Blog einzubinden (was bei meinen Englischkenntnissen leider nicht so einfach ist). Die nächste Ausgabe des Codex Aureus hoffe ich dann schon mit dem Newsletter ankündigen zu können.

Das war jetzt ganz viel Grundsätzliches zum eBook-Marketing und vermutlich war dir vieles schon bekannt. Ich hoffe natürlich, dass dir der Artikel trotzdem gefallen hat und du mir und dem Blog treu bleibst. Im Gegenzug verspreche ich, dass der nächste Artikel deutlich spezifischer wird.

Selfpub: Was kommt ins Buch?

Vermutlich denken jetzt einige: Was ’ne blöde Frage. Die Geschichte natürlich. Aber je näher die Veröffentlichung von Steppenbrand rückt, desto mehr Gedanken mache ich mir über das „was noch“. Also welche Informationen hineinkommen und ob ich noch zusätzliches „Bonusmaterial“ aufnehmen sollte. Bei meinem Erstling „Der Esel als Pilger“ habe ich mit dem Impressum begnügt, aber selbst da nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

Impressum

Jedes Buch benötigt ein Impressum in dem die wichtigsten Informationen zusammengefasst sind. Dazu gehören

  • der Name des Autors,
  • der Verlag (wenn man einen gegründet hat)
  • eine ladungsfähige Anschrift (kein Postfach),
  • Erscheinungsjahr,
  • die Auflage (es sei denn, es ist die erste),
  • weitere Mitwirkende (z. B. Druckerei, Satz, Grafiker)
  • ISBN,
  • Urheberrechtsvermerk

Beide Textverabeitungsprogramme, mit denen ich arbeite, enthalten Vorlagen, die diese Informationen abfragen. Aber natürlich kann man auch mehr aufnehmen, z. B. einen Verweis auf das eigene Blog.
Interessanterweise steht das Impressum bei gedruckten Büchern meist am Anfang, bei eBooks aber ganz am Ende.

Nachwort/Danksagungen

Ich habe hier im Blog sehr viel zur Entstehung von Steppenbrand geschrieben und ich denke, dass das auch in einem Buch sinnvoll sein kann. Gerade wenn man ein bisschen vom Mainstream abweicht, interessieren sich die Leser vielleicht auch dafür, wie man auf seine Gedanken kommt. Andererseits kann es auch interessant sein, zu wissen, ob eine Geschichte isoliert für sich geschrieben wurde oder in einem größeren Kontext steht.
Auch zum Codex Aureus ließe sich z. B. noch einiges erzählen.

Bei Danksagungen zweifle ich ein bisschen am Sinngehalt. Als Leserin überblättere ich diese Listen aber regelmäßig. Trotzdem finden sie sich immer wieder. Irgendeinen Grund dafür wird es also geben. Klar: Wenn man von jemandem unterstützt wurde, ist es selbstverständlich, sich zu bedanken. Aber haben die Unterstützer etwas davon, erwähnt zu werden? Ist es gut für das Ego? Oder bringt es dem Autor einen Nutzen, weil er mit den Danksagungen Anstand demonstriert? Vielleicht ist die Liste aber auch ein Hinweis darauf, wie gründlich er zu einem Thema recherchiert hat (wenn darin besondere Experten genannt werden).

Autorenvita

Bei Printausgaben steht die meist auf der Rückseite des Schmutztitels. Bei eBooks scheint es kein System zu geben. Bei den Verlagsausgaben wird teilweise die Gestaltung der Printversion übernommen, andere verzichten ganz darauf. Bei Indie-Autoren steht die Vita (wenn es eine gibt) mal vorn, mal hinten.
Die Frage ist natürlich: Braucht man das? Ich denke, schon. Jedenfalls macht man nichts verkehrt, wenn man die Vita drin hat. So haben die Leser eine Chance, einen ein bisschen besser kennen zu lernen. Wenn ihnen das Buch gefallen hat, werden sie sich den Namen merken und die Chancen steigen, dass sie auch das Nächste kaufen.
Weil ich davon ausgehe, dass Leser sich aber in erster Linie für die Geschichte interessieren, würde ich die Vita ans Ende setzen.

Hinweise auf andere Veröffentlichungen

Wenn man noch andere Bücher geschrieben hat, sollte sich auch darauf ein Hinweis finden. Das kann z. B. im Anschluss an die Vita geschehen.

Social-Media

Wenn man in sozialen Netzwerken unterwegs ist, sollte man auch im Buch darauf hinweisen, wenn man möchte, dass Leser einem folgen.

Newsletter

Auch auf Newsletter sollte man hinweisen, wenn man einen hat.

Jetzt bin ich gespannt auf Reaktionen. Stimmen meine Einschätzungen? Ist irgendwas totaler Kokolores? Oder habe ich etwas vergessen?