[eBook-Marketing] Was Preiskämpfe bringen

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Vor ein paar Tagen bin ich im Netz über einen Artikel gestolpert, der die zum Teil absurden Auswüchse eines Preiskampfes zwischen zwei Drogeriemarktketten schildert. Inzwischen sind die Angebote so niedrig, dass sie zum Teil unter dem Großhandelspreis liegen. Als Folge werden die Angestellten zum „wildern“ bei der Konkurrenz geschickt, um die eigenen Regale aufzufüllen.

Was hat das mit eBook-Marketing zu tun hat? Nun, die Situation ist sehr ähnlich. Viele Selfpublisher sehen in Kampfpreisen das Nonplusultra des Marketings. Und gerade veranstaltet Amazon das Indie-Lesefestival, bei dem

tausende Bücher vom Liebesroman bis zum Thriller, um bis zu 70 Prozent günstiger

(Amazon Eigenwerbung)

angeboten werden. Laut Amazon dient die Aktion dazu, verlagsunabhängige Autoren stärker in den Fokus zu rücken. Aber tatsächlich ist es hauptsächlich eine Werbeaktion für Amazons Kindle. Noch dazu eine, die auf dem Rücken der Selfpublisher ausgetragen wird. Den Kunden freut es zwar, wenn er tausenden von eBooks, zu Niedrigstpreisen herunterladen kann, aber dass die Autoren/Selfpublisher davon profitieren, wage ich zu bezweifeln. Nicht nur, weil 70% Preisreduzierung bedeutet, dass der Autor nur noch 30% seiner normalen Tantiemen erhält. Ich bezweifle auch, dass sich der viel gepriesene Effekt besserer Sichtbarkeit einstellen wird. Nicht bei tausenden Konkurrenzprodukten, die auch noch jede Woche wechseln.
Ja, es steht zu erwarten, dass die nächsten Wochen Indie-Bücher die Bestsellerlisten von Amazon dominieren und die Verlagsbücher auf die hinteren Ränge abrutschen. Man kann dieses Indie-Lesefestival also auch als Angriff Amazons auf die Verlage sehen, denen Amazons Chef, Jeff Bezos, Gerüchten zufolge ohnehin den Kampf angesagt hat. Meine Befürchtung ist allerdings, dass er die „Indies“ dabei nicht als Verbündete, sondern in erster Linie als Kanonenfutter sieht. Wenn man Indies wirklich unterstützen wollte, gäbe es andere Wege. Zum Beispiel die Indies besonders hervorzuheben, die in der letzten Woche die meisten/besten Bewertungen bekommen haben.

Ja, wir Selfpublisher konkurrieren mit den Verlagen. Wir besetzen Nischen, die dort als nicht lukrativ genug oder aus anderen Gründen uninteressant wahrgenommen werden. Aber bei aller Solidarität untereinander, konkurrieren wir Selfpublisher auch miteinander um das Interesse der Leser. Deshalb greift sogar die Hoffnung zu kurz, ein reduziertes Buch einer Serie möge Lust auf die nächsten Teile machen, wenn der Leser gerade seinen Reader mit Schnäppchen vollgeladen hat. Bis er die alle gelesen hat, hat er im Zweifel vergessen, von welchen Büchern es Fortsetzungen gab. Und wahrscheinlich gibt es schon die nächste Preisaktion, bei der er unbedingt zugreifen muss. Gerade Amazon ist ja groß darin, solche „Deals“ anzubieten.

Nein, ich glaube nicht, dass das irgendetwas bringt. Ich glaube, dass sich auf Dauer nur ein ruinöser Wettkampf zwischen Selfpublishern, von dem höchstens Amazon profitiert. Anders, als die Drogeriemärkte können wir Selfpublisher uns nicht gegenseitig die Waren klauen und ins Regal stellen. Bei uns nennt sich so was Plagiat und Plagiatoren sind überall untendurch.

Aber das ist nur meine Meinung. Im Interesse aller Selfpublisher, die beim Indie-Lesefestival dabei sind, hoffe ich, dass ich mich irre.


Weitere Artikel zum Preiskampf zwischen Rossmann und dm:

[Selfpublishing] juristische Fallstricke

Wegen gesundheitlicher Probleme bin ich leider nicht dazu gekommen, den für heute geplanten Artikel fertig zu schreiben. Aber ich habe auf LitLounge.tv ein sehr interessantes Interview mit Rainer Dresen, dem Justiziar von Random House gefunden, das ich gerne teilen möchte.

Ich habe Rainer Dresen auf der Frankfurter Buchmesse live erlebt. Er spricht sehr flüssig und hat bei allem Fachwissen eine sehr klare, unjuristische Art, sich auszudrücken, was das Zuhören sehr angenehm macht.

Im Interview geht es u. a. um Fragen des Urheberrechts, Titelschutz, Plagiate, Buchcover – lauter Dinge, die für Selfpublisher hochinteressant sind. Unbedingt ansehen!
Hier geht’s zum Interview: https://www.litlounge.tv/webinar/rechtstipps-fuer-self-publisher-stellen-sie-ihre-fragen-einem-rechtsexperten

[Marketing von eBooks] 5 Aktionen die man sich sparen kann

MarketingexpertInnen raten zwar von Negativformulierungen im Titel ab, aber was manchmal geht es eben nicht anders. Heute zum Beispiel soll es um Marketingstrategien gehen, die zumindest für den Verkauf von eBooks völlig für die Füße sind. Und so ganz schlimm kann der faux pas auch nicht sein, sonst würden Sie/würdest du das hier nicht lesen.

1. Lesezeichen

Lesezeichen sind unter Self-PublisherInnen ein sehr beliebtes Give-away. Kein Wunder. Wenn sie gut gemacht sind, haben einen hohen Erinnerungswert und sind außerdem billig in der Herstellung.
Leider sind sie bei eBooks vollkommen nutzlos. Und was keinen Gebrauchswert hat, bringt für die Kundenbindung nichts. Da kann man sich die Druckkosten sparen.

2. Flyer

Auch sehr beliebt bei SelfpublisherInnen: Flyer mit dem Titelbild und vielleicht einer kurzen Inhaltsangabe oder Leseprobe. Finde ich auch superchic, vor allem, wenn man schon mehrere Bücher am Markt hat und seine Bücher (auch) selber verschickt. Dann kann man dem einen Buch Flyer vom anderen beilegen und so schon mal Neugier wecken.
Aber bei eBooks? Da bleibt höchstens, die Flyer irgendwo auszulegen, wo sich potentielle Leser rumtreiben und zu hoffen. Kann man machen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich deshalb jemand hinsetzt und ein eBook runterläd, ist leider ziemlich gering.

3. Lokalpatriotismus

„Ich komme aus dieser Ecke, mein Buch spielt hier, können Sie das nicht wenigstens versuchsweise ins Regal stellen“, ist eine Strategie, die angeblich im lokalen Buchhandel ganz gut funktioniert. Beim Print.
Bei eBooks ist man für den Vertrieb auf überregionale PartnerInnen angewiesen und die interessieren sich absolut nicht dafür, woher man kommt oder wo das Buch spielt.

4. Gefälligkeitsrezensionen

Fünf Sterne bei Amazon sind toll. Ich rede aus Erfahrung, denn auch ich freue mir jedes Mal ein Loch in den Bauch, wenn jemand meine Bücher lobt. Aber wenn ausschließlich pauschale Urteile, wie das nachstehende abgegeben werden, guckt man sich die RezensentInnen auch mal genauer an.

Wunderschöne spannende Liebesgeschichte. Hat echt Spaß gemacht zu lesen, ich freue mich auf Band 2. Ich will unbedingt wissen wie es weitergeht.

Wenn dabei rauskommt, dass die sonst keine oder immer nur die gleichen drei AutorInnen loben, wird man als LeserIn schon stutzig. Und wenn dann nicht mal ein verifizierter Kauf dabei ist, kauft man dieses Buch gleich gar nicht. Mit Pech (für die AutorIn) merken sich die LeserInnen den Namen und kaufen nie wieder eines der Bücher.

5. BuchbloggerInnen nerven

Buchblogs sind eine tolle Erfindung und inzwischen gibt es mehr und mehr Plattformen, die sich auf SelfpublisherInnen spezialisieren. Als Medium für das eBook-Marketing optimal, denn wer Blogs liest, hat in der Regel auch weniger Vorbehalte gegen das elektronische Lesen allgemein.
Trotzdem sollte man auch hier die allgemeinen Regeln der Höflichkeit beachten. Niemand ist gezwungen, ein Buch zu lesen – auch eine BuchbloggerIn nicht. Der denkbar schlechteste Weg, zu einer Besprechung zu kommen ist, die Datei zu schicken und die BloggerIn eine Woche später zu bepöbeln, dass das Buch immer noch nicht besprochen ist (nein, ich sauge mir das Beispiel nicht aus den Fingern).

Nächsten Sonntag gibt es hier Ideen, was man besser oder statt dessen machen könnte.

Linkhaftung: Das Internet ist doch nicht ganz tot

Oder: Was du als BlogbetreiberIn tun kannst

Als das LG Hamburg vor ein paar Tagen eine einstweilige Verfügung zur Linkhaftung erließ, war die Erregung groß. Ein Magazin verstieg sich sogar zu der Behauptung, das LG Hamburg habe damit das Internet getötet.

Worum gehts?

Das Landgericht Hamburg hatte nach einer Abmahnung eine einstweilige Verfügung erlassen, nach der ein Seitenbetreiber einen Link zu einem Bild löschen musste, das jemand anderes ohne Einwilligung des Rechteinhabers verfremdet hatte.
Außerdem musste er die Kosten des Verfahrens tragen, zu denen auch die Abmahnung gehört.

Diese Entscheidung wurde überwiegend so weitergegeben: Das Landgericht Hamburg hat einen Seitenbetreiber verurteilt, weil er einen Link auf eine andere Seite gesetzt hat, die Urheberrechte verletzt. Jetzt muss jeder Seitenbetreiber erst anfragen, ob das nicht der Fall ist, bevor er was verlinkt. Damit ist das Internet tot.

Diese Aufregung ist zum einen verständlich, weil das Internet im Wesentlichen durch die Weitergabe von Links funktioniert. Außerdem befürchten nun natürlich diverse Blog- und Seitenbetreiber, wegen ihrer Links abgemahnt zu werden. Leider, muss man im Nachhinein sagen, war die Berichterstattung dann auch mehr durch solche Ängste getrieben, als durch Fakten.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich von dieser Aufregung habe anstecken lassen. Schande deshalb, weil ich nicht einmal bei einigen Zitaten hellhörig geworden bin und nichts unternommen habe, mir den Beschluss selber anzusehen. Ganz so hochdramatisch ist die Sache nämlich nicht, wie dieser Artikel von Dr. Carsten Ulbricht zeigt.

Erst mal ist eine einstweilige Verfügung kein Urteil. Grundsätzlich wird bei der einstweiligen Verfügung nur geguckt, wem es eher zuzumuten ist, zurückzustecken, bis eine endgültige Regelung getroffen wird. Diese endgültige Regelung kann ein Urteil sein, aber auch ein Vergleich. Im vorliegenden Fall ist das Verfahren nur deshalb zu Ende, weil derjenige, der den Link gesetzt hat, kein weiteres Verfahren will. Er hat gesagt, er werde den Link löschen und damit hat sich’s.
Damit hat die Entscheidung des Landgerichts aber keine weiterreichenden Folgen. Man kann höchstens aus den Entscheidungsgründen ablesen, wie das LG in künftigen Fällen entscheiden könnte.

Wie aus dem Artikel (und dem verlinkten Beschluss) ersichtlich, war ein ganz wesentlicher Grund für das Zustandekommen der einstweiligen Verfügung, dass der Linksetzer nicht nur keinen Anwalt hatte, sondern sich durch das, was er gesagt hat, auch noch in eine denkbar ungünstige Position manövriert hat.

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Screenshot von Seite 10 der Verfügung. Quelle: Rechtsanwälte Spirit Legal LLP 

Mit anderen Worten: Der Typ hat zugegeben, sich bewusst nicht über die Herkunft des Bildes informiert zu haben, als er den Link gesetzt hat.

Hätte er das getan (auch das geht aus der sehr umfangreichen Begründung der einstweiligen Verfügung hervor), wäre ihm der Urheberrechtsverstoß vermutlich sehr schnell aufgefallen. Anders, als es bei manchen Darstellungen in den Medien geheißen hat, war nämlich auf der Ursprungsseite mitnichten ein Bild der Wikimedia Commons verlinkt und lediglich die Quellenangabe fehlerhaft. So wie sich die Begründung liest, ging der Link, auf eine Fotomontage, die u. a. ein auf Wikimedia Commons verlinktes Foto verwendet. Bei solchen Fotomontagen darf man schon mal misstrauisch werden. Und wenn Anlass zum Misstrauen besteht, sollte man sich darum kümmern, es zu beseitigen.
Oder um eine von mir selbst gebrauchte Analogie zu benutzen: Wenn ich ein Fahrrad von einem Junkie kaufe, kann ich auch nicht einfach davon ausgehen, dass der schon irgendwie ein Recht zum Verkauf haben wird, sondern bin mit dran, wenn sich herausstellt, dass das Ding gestohlen war.

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Was also tun als Blog- und Seitenbetreiber?

Erst mal muss man zwischen eines gewerblichen und nicht gewerblichen Betreibern unterscheiden. Die Entscheidung betrifft nämlich nur diejenigen, die über ihr Blog/ihre Seite irgendwie Geld verdienen. Alle anderen sind schon mal raus, weil ihnen der EuGH netterweise generelle Ahnungslosigkeit in Urheberrechtsangelegenheiten unterstellt.
Ab wann etwas noch gewerblich ist, ist allerdings schwierig abzugrenzen. Im vorliegenden Fall war mit der Seite ein Shop verbunden, über den der Abgemahnte die von ihm verfassten Bücher verkauft hat. Damit ist die Entscheidung gerade auch für Selfpublisher wichtig und es wäre zu klären, ob schon Werbung für die eigenen Bücher ein Blog/eine Seite gewerblich macht, auch wenn der Gewinn ganz woanders generiert wird.
Sicherheitshalber sollte man drei Dinge beachten:

  1. Bei den direkt eingebundenen Bildern eine Quelle benennen.
  2. Eine Erklärung ins Impressum stellen, dass man ausschließlich Bilder verwendet, für die man die Nutzungsrechte besitzt und nur Seiten verlinkt, die erklären die Urheberrechte einzuhalten.
  3. Nur Blogs-/Seiten (neu) verlinken, die die Quellen ihrer Bilder benennen und eine entsprechende Erklärung im Impressum haben. (Bei den Blogs, die ich bisher verlinkt habe, bin ich bisher immer davon ausgegangen, dass sie sich ans Urheberrecht halten).

Wenn man dann auch noch bittet, auf mögliche Verstöße hingewiesen zu werden, entfällt m. E. der Vorwurf, man habe wissen müssen, dass ein verlinktes Bild Urheberrechte verletzt.

Das ist natürlich trotz alledem viel Arbeit, vor allem, wenn man bei der Benennung der Bildquellen bisher geschludert hat (wie ich). Ich kann auch nicht dafür garantieren, dass das vor Abmahnungen schützt oder ein Gericht dieses Vorgehen für ausreichend erachtet.
Aber wenn ich mir die Entscheidung des LG Hamburg durchlese, komme ich zu dem Schluss, dass weder das LG noch der EuGH Unmögliches verlangen, sondern nur, was auch zumutbar ist.
So gesehen sollte sich die Arbeit lohnen.

Selfpublishing schadet der Umwelt

Außerdem macht Selfpublishing den Buchhandel kaputt. Das ist jedenfalls das Resümee eines Artikels auf Börsenblatt.net.

Selfpublisher (vor allem von eBooks) ruinieren die Umwelt. Weil sich eBooks nicht verleihen lassen, deshalb jeder einen eReader braucht, der wiederum Strom verbraucht. Während ein klassisches Buch ja mehrfach gelesen und verliehen werden kann (und sich offensichtlich ohne Ressourcenverbrauch herstellt und abbaut).

Auch sonst hält die Autorin Selfpublishing von Übel. Die schöne, neue, anarchische Selfpublisherwelt ist mitnichten Widerstand gegen die Konzerne. Man muss sich in sozialen Medien auskennen und darüber austauschen. Damit spielt man den Datenkraken in die Hände. Sie spionieren einen aus, man verliert sein Urheberrecht und muss auch noch gegen Buchpiraten kämpfen.

Und weil es kein Qualitätsmanagement gibt, sondern jede/r veröffentlichen kann, der sich dazu berufen fühlt, sind Selfpublisher auch mitnichten eine Bereicherung des Buchmarkts, sondern spalten ihn. Nutznießer werden nur einige wenige große Konzerne sein (warum, steht da leider nicht).

Aber der schönste Vorwurf ist doch, dass Selfpublisher den Buchhandel kaputt machen.

Zur Ehrenrettung der Autorin muss man sagen, dass der Artikel die arg verkürzte Widergabe einer Rede ist, die man auf Buecherfrauen.de nachlesen kann.
In der langen Variante liest sich das alles dann auch nicht mehr ganz so abstrus. Aber man merkt stark, dass die Verfasserin wirklich kein Digital Native ist, sondern sehr fest in den Strukturen des gängigen Verlags- und Buchhandelssystems verhaftet.

eBook-Marketing: In der Ramschspirale immer weiter abwärts?

In der Flatrate-Falle überschreibt die ZEIT-online einen Artikel von Nina George über die zunehmende „Kannibalisierung des Buchmarkts„. 

Es werden mehr Bücher denn je online genutzt – und gleichzeitig wird immer weniger für die Nutzung bezahlt. Meist: gar nicht.

Elektronische Kampfpreise seien alles, was den Verlagen einfiele, um Leser zu gewinnen, lautet der Vorwurf. Nicht nur, dass die Preise für eBooks immer weiter sänken: Das beliebteste Marketingmittel der Verlage seien Verschenk-Aktionen. Rund 8.000 Titel könne man allein bei Thalia völlig legal kostenlos herunterladen. Aufgrund der Buchpreisbindung schätze ich, dass es bei Hugendubel und anderen Mitgliedern der Tolino-Allianz genauso aussieht. Bei Amazon dürften es sogar noch mehr sein.

Umsonst-Aktionen sind das häufigste „Werbemittel“ im Web und so aufdringlich, dass sich der geneigte Leser fragt, warum er überhaupt jemals wieder Geld für Literatur ausgeben sollte.

Wenn das nicht helfe, werde das Preisdumping fortgesetzt, indem man das Buch bei Plattformen eingestellt, wo sich der Leser gegen geringe monatliche Gebühren nach dem Motto „all you can read“ bedienen könne. Der Autor verdiene daran zwar kaum, werde aber damit getröstet, das sei ja immerhin Werbung.
Allerdings stellt George auch fest, dass bei keinem der von ihr befragten 80 Autoren, deren Bücher über derartige Portale angeboten wurden, die Verkaufszahlen gestiegen seien. Die Einnahmen aus eBooks seien je nach Genre sogar um 30 -75 Prozent gesunken!

Die Leihen glichen also in keinem Fall den Verlust durch ausbleibenden Verkauf aus, die sogenannte Elastizität der Nachfrage blieb einfach aus.

Dafür brächten die Leseflatrates ein neues Problem mit sich: Aus den dort geliehenen und kopierten eBooks würden die Piratenportale ihre „Regale“ bestücken, so dass der von „Geiz ist geil“ getriebene Kunde das Buch noch billiger holen könne. Verlieren würden dadurch letztlich alle.

Ich fand den Artikel sehr lesenswert und stimme im Kern auch zu. Allerdings würde ich das Problem nicht allein den Verlagen zuschreiben. Immerhin waren es die Selfpublisher, die angefangen haben, die Preisschraube nach unten zu drehen. Und noch immer werden Rabatt- und Verschenk-Aktionen in Selfpublisherkreisen als das ultimative Marketinginstrument angepriesen. Auch Amazon versucht, „seinen“ Autoren Kindle-Deals als Werbemittel schmackhaft zu machen (wobei Amazon seine Verluste minimiert, indem es die Anteile am Verkaufserlös umkehrt).

Das Verramschen wird daher erst aufhören, wenn auch die Mehrheit der Selfpublisher genug Arsch in der Hose … Pardon! Ich wollte natürlich „Rückgrat“ sagen. Also, wenn wir genug Rückgrat haben, auch einen angemessenen Preis für unsere Werke zu fordern und kreativere Marketingmethoden einsetzen.
Das wiederum gilt dann aber auch für Verlage.

Fundstück: Anatomie eines eBooks: HTML/XML und CSS für Einsteiger

Im tolino media Blog gibt es mal wieder einen Beitrag mit interessante Tipps und Tricks für die Erstellung von eBooks. Dieses Mal geht es um den technischen Aufbau, genauer gesagt darum, wie man mittels HTML und CSS die Formatierung eines eBooks festlegt.

Nach unseren vorherigen beiden Teilen, die sich mit den Unterschieden zwischen einem Printbuch und einem eBook sowie mit den besonderen Layoutanforderungen an ein eBook beschäftigt haben, wird es heute spannend, denn wir steigen endlich in den technischen Aufbau eines eBooks ein. Eine Epub-Datei ist im Grunde nichts anderes als eine Zip-Datei. Benennt man die Dateiendung…

über Anatomie eines eBooks: HTML/XML und CSS für Einsteiger — tolino media Blog

Frankfurter Buchmesse 2016 im Rückblick

Wie ich hier schon mal irgendwo geschrieben hatte, war diese Buchmesse für mich insofern eine Premiere, als ich das erste Mal an den Fachbesuchertagen dort war – und das in der Doppelrolle als Twitterwesen (Presse) und Selfpublisherin. Diejenigen, die mir auf Twitter folgen, werden es gemerkt haben – entschuldigt, wenn ich eure Timeline zu sehr zugemüllt habe.

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Wenigstens zeitweise habe ich es sogar unter die Top10 gebracht

Nach allen ungefilterten Eindrücken wird es Zeit ein Fazit zu ziehen, bevor sich die Erinnerungen ins Unterbewusste absetzen.

Besucher

Die erste Feststellung ist immer noch, dass es an den Fachbesuchertagen leerer ist, als an den Publikumstagen. Nicht sehr, aber fühlbar.
Am schwächsten war nach meinem Empfinden der Mittwoch besucht. Das kann natürlich daran liegen, dass ich nur am Vormittag dort war, aber ich hatte den Eindruck, dass die Messe da erst so langsam in Schwung kommen musste. Freitag war es entschieden am vollsten und da lagen auch die meisten Veranstaltungen.

Veranstaltungen und Vorträge

Womit wir beim nächsten Thema wären: Veranstaltungen und Vorträge. Da ich ja auch in meiner Rolle als Selfpublisherin auf der Buchmesse war, hatte ich mir hauptsächlich Vorträge aus diesem Bereich auf die Agenda gesetzt. Die Meisten waren leider nur dem Titel nach interessant.
Positiv aufgefallen sind mir vor allem die Vorträge von Annika Bühnemann zur Professionalisierung von Selfpublishern und der des Justiziars von Random House zum Urheberrecht. Alle anderen taugten mehr als Impulsreferate für spontane Unterhaltungen im Publikum. Meist mit dem Tenor: „das hätten wir auch spontan halten können – und zwar besser.“
Auf andere Weise anregend waren die Diskussionsrunden im Orbanism Space. Beim sogenannten Twittertreffen ging es vorwiegend um Literatur in kleinen Formen, was mich wegen Themenverfehlung geärgert hätte, wenn es nicht so verdammt unterhaltsam gewesen wäre der Akkordeonistin und Milch_Honig zuzuhören. Richtig spannend wurde es dann auf dem Bloggertreffen der Buchblogger (leider gab es keins der bloggenden Autoren). Dort stellte sich nämlich heraus, dass Buchblogger zwar gerne mit ihren Blogs Geld verdienen würden, gleichzeitig aber fürchten, schon durch die Annahme von Rezensionsexemplaren korrumpiert oder zumindest in den Augen ihres Publikums unglaubwürdig zu werden. Entsprechend heftig fiel die Reaktion auf die Frage aus, was eigentlich dagegen spräche, sich ähnlich den Beatybloggern für Rezensionen bezahlen zu lassen. Das Selbstbewusstsein, im Bloggen nicht nur ein nettes Hobby, sondern Arbeit zu sehen, scheint bei Buchbloggern ebenso wenig ausgeprägt, wie die Haltung, dass man eine Bezahlung auch annehmen kann, ohne sich zu einer positiven Kritik zu verpflichten.

Kontakte

Ich habe auf der FBM16 gefühlt mit mehr Menschen gesprochen, als sonst im ganzen Jahr. Kann sein, dass sich das ändert, wenn ich auch die Leipziger Buchmesse mit auf den Kalender setze, aber als singuläres Ereignis war die Masse an Sozialkontakten wirklich überwältigend.
Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich die Meisten schon vorher über soziale Medien, vor allem über Twitter kannte. Ohne diese vorherigen Kontakte wäre die Messe trotz der Menschenmassen für mich vermutlich eine sehr einsame Angelegenheit geworden, denn meine Fähigkeit auf Andere zuzugehen und neue Bekanntschaften zu knüpfen, ist im 1st Life eher unterentwickelt.

Fazit

Nächstes Jahr werde ich wieder dabei sein. Mit konkreteren Fragestellungen und einer besseren Planung (hoffe ich). Auf jeden Fall aber mit mehr Zeit.

Vielleicht treffen wir uns dann ja.

Korrektur zum Fluch des Spielmanns

Mir ist so nebenbei gerade aufgefallen, dass sich in den Spielmann ein Fehler eingeschlichen hat: In den Anmerkungen heißt es, dass das „Bache bene“, das die Spielleute anstimmen ein Anachronismus sei. Tatsächlich heiße es „In Taberna“ und stamme aus der Carmina Burana.
Von dieser Behauptung stimmt nur der zweite Teil. Das „Bache bene“ heißt tatsächlich „Bache bene venies“ bzw. wird unter diesem Titel geführt. „In Taberna“ ist etwas anderes.

Tut mir aufrichtig leid, ich werde den Fehler umgehend korrigieren.

Und nachdem die wirklich sehr verschieden sind, weiß ich echt nicht, wie das passieren konnte. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass es sich um Trinklieder handelt.