Triff mich auf der Leipziger Buchmesse

Nicht mal mehr zwei Wochen bis zur Leipziger Buchmesse! Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren und nun ist es höchste Zeit, anzukündigen, wofür.

Dass ich auf der Buchmesse sein würde, hatte ich ja schon längst geschrieben. Ich werde am Nornenstand (Halle 2 J303) die Neuauflage von Steppenbrand und die gerade erschienene Taschenbuchausgabe von Biss zum letzten Akt präsentieren. Beide Bücher wird es dort auch zu gewinnen geben.
Selbstverständlich werde ich den Stand auch mitbetreuen. Falls sich nichts ändert, sind meine „Dienstzeiten“ am Donnerstag den 15.03 von 12:00 bis 14:00 Uhr und am Sonntag von 16:00 bis zum Schluss um 18:00. Aber auch sonst werde ich mich oft dort herumtreiben.

Außerdem werde ich bei zwei Talkrunden mitmachen und eine Lesung halten.
Die erste Talkrunde hat die Frage Was macht mich zum Schriftsteller? und findet am Donnerstag den 15.03. um 15:00 statt (Forum autoren@leipzig, Halle 5, Stand D600). Veranstalter ist das Netzwerk Autorenrechte im BVjS, weitere Teilnehmer: Gino Leineweber, Eva Leipprand und Tanja Steinlechner.

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Die zweite Talkrunde wird vom Nornennetz veranstaltet und befasst sich mit Frauen in der Fantastik. Die Diskussion wird sich nicht nur um die vielbeschworenen starken Frauenrollen drehen, sondern auch über Frauen im Literaturbetrieb. Mitdiskutierende sind Nora Bendzko und Katherina Ushachov, die Moderation hat Stella Delaney. (17.03.2018 ab 16:30 Uhr, Leseinsel Fantasy, Halle 2, Stand H410/J400)

Meine Lesung findet am Nornenstand (Halle 2 J 303) statt. Ich werde dort am Sonntag, den 18.03. von 11:00 bis 11:30 Uhr aus „Der Fluch des Spielmanns“ und „Biss zum letzten Akt“ vorlesen und anschließend für Fragen zur Verfügung stehen.

Lesung und Meet & Greet mit Nike Leonhard, Sonntag den 18.03.2018 v. 11:00-11:30 am Stand des Nornennetzes auf der Leipziger Buchmesse (Halle 2 J 303)

[Meldung und Meinung] Reale Superheld*innen

Gerade bin ich auf einen Artikel von Lena Falkenhagen gestoßen, der meine Sichtweise zur Funktion von Literatur und was sie darf noch mal von einer anderen Seite beleuchtet:

Warum Autoren die Superhelden der Demokratie sind

Damit ist hoffentlich auch klar, dass wenn ich von Literatur spreche, nicht nur die hehre E(lite)-Literatur gemeint ist, mit der man die großen Preise gewinnt, sondern auch die kleine Schwester U. Das gilt um so mehr, als sich erst in ein zwei Generationen zeigen wird, was als die prägende Literatur war und was weg kann.

phantastische Frauen: Susan Dexter

Meine im Rahmen der Autorinnenzeit begonnene, sehr persönliche Reihe über Frauen in der Phantastik, die mich und mein Schreiben geprägt haben, wäre unvollständig, wenn ich nicht wenigstens auch Susan Dexter erwähnen würde.

Ihre Bücher habe ich verschlungen, obwohl sie ein Genre berühren, das ich sonst so gar nicht mag: Den Liebesroman. Dabei ist „berühren“ eigentlich das falsche Wort, denn ihre Romane beinhalten immer eine Liebesgeschichte, die so zuckersüß und fluffig ist, wie Sahneschnittchen mit rosa Zuckerguss. Daneben geht es auch immer um ein ganz besonderes Pferd. Valladan, einen schwarzen Hengst mit außerordentlichen Fähigkeiten.

Kurzum: Kitsch.

Man könnte Sodbrennen davon bekommen, wenn es nicht so perfekt wäre und so komisch. Susan Dexter greift absichtlich in die Klischeekiste und treibt alles, was ihr dabei in die Finger gerät, gnadenlos und konsequent auf die Spitze. Das und die Komik sorgen für eine ironische Brechung, die den Kitsch auf ein mehr als nur genießbares Maß reduziert. (Ich erspare mir hier weitere Kuchenvergleiche, sonst stürme ich die nächste Konditorei)

Es gibt aber noch einen anderen Punkt, in dem sich ihre Romane sehr deutlich von moderner Romantasy unterscheiden: Bei Susan Dexter sind es nie die Frauen, die irgendwelchen supercoolen, badassigen, heißen Typen hinterherhecheln. Wenn jemand badass ist, dann die Frauen. In jedem Fall haben die aber sehr konkrete eigene Ziele und es sind die Männer, die ihren Wert beweisen müssen (und es natürlich tun, schließlich handelt es sich um Liebesromane, da ist Happy End nahezu Pflicht).

Ich muss gestehen, dass ich es schade finde, dass ihre Bücher nicht mehr aufgelegt werden, sondern allenfalls noch antiquarisch zu haben sind. Ihre Protagonisten finde ich nämlich deutlich anziehender, als die ganzen modernen männlichen Love-Interests, die sich neben ihrem Reichtum vor allem dadurch auszeichnen, dass sie Frauen schlecht behandeln. Dann doch lieber einen wahren Ritter!*


„Der wahre Ritter“ ist der Titel eines von Susan Dexters Romanen – und der allerkitschigste.

Nornennetz – das Netzwerk der deutschsprachigen Fantastik-Autorinnen

Manchmal hat Impulsivität seltsame Folgen. Diesen Artikel z. B. gäbe es nicht, wenn ich immer genau abwägen würde, was ich sage oder schreibe. Und es gäbe das Nornennetz nicht, das Netzwerk das deutschsprachigen Fantastik-Autorinnen.

Dabei habe ich nur auf einen Werbetweet der mörderischen Schwestern reagiert. Ein bisschen flapsig, zugegeben.

wie alles begann

Was dann passierte, war fantastisch. Mehrere Autorinnen schrieben mich an, meinten: „Na, dann machen wir doch!“, „ich wäre dabei“ und „wer, wenn nicht wir?“ und kurz darauf waren wir über Discord im Gespräch über die Einzelheiten. Seit Samstag haben wir auch einen Namen: Das Nornennetz.
Unser Ziel ist neben der Vernetzung, Fantastik-Autorinnen bekannter zu machen und zu zeigen, dass wir neben Romantasy auch alle anderen Subgenres beherrschen.

Seit heute gibt es uns offiziell auf Facebook und Twitter.

#Autorinnenzeit: Nicht gekauft, aber ausgeliehen

Wie man sieht, lese ich nicht nur Phantastisches. Krimis und Thriller machen ebenfalls einen großen Teil meiner Lektüre aus. Aber manchmal nehme ich Bücher auch nur aufgrund des Titels mit. Wie das Hörbuch links oben. Da fand ich den Titel einfach unwiderstehlich.

#Autorinnenzeit: Welche Autorin würdest du gerne treffen oder hast du bereits getroffen?

Abgesehen von meiner Familie besteht mein privates Umfeld fast ausschließlich aus Menschen, die entweder Living-History betreiben oder schreiben. Interessanterweise bestehen zwischen den beiden Gruppen kaum Überschneidungen, wenn man von Sachbuchautorinnen, wie Dana Russow (Mara von Tusen) oder Katrin Kania mal absieht.
Trotzdem kenne ich eine Menge Autorinnen, die Meisten davon über die sozialen Medien, einige auch über die BartBroAutors, bei denen ich für einige Zeit Mitglied war und ein paar auch von anderen Schreibprojekten und -seminaren.

Autorinnen, die ich schon mal getroffen habe

Wenn ich hier jede aufführen würde, die ich schon mal auf einer Messe oder einem Seminar getroffen hätte, würde das eine ziemlich lange Liste werden, die nicht nur langweilig zu lesen wäre, sondern auch nach Name-Dropping klänge. Deshalb beschränke ich mich lieber auf drei, mit denen ich intensiveren Kontakt habe oder hatte und zu denen ich auch ein bisschen sagen kann.

Als Erste möchte ich Ute Weber nennen, weil sie auch die Erste war, mit der ich persönlichen Kontakt hatte. Ute und ich haben uns über das Online-Schreibseminar kennengelernt, mit dem der Autorenhausverlag das Buch „Ein Roman in einem Jahr“ promotet hat. Wir haben ziemlich schnell festgestellt, dass wir nicht nur etwa gleich alt sind und eine ähnliche Biographie haben (wobei sie im Gegensatz zu mir sogar promoviert hat), sondern uns auch Lesevorlieben, Weltsicht und Humor verbinden. Ihrer ist allerdings noch mal eine ganze Ecke pointierter als meiner, wie sehr schnell klar wird, wenn man ihr auf Twitter folgt. Sie schreibt Gegenwartsliteratur. Unfassbar gut, sehr assoziativ und bildhaft und gleichzeitig unglaublich dicht. Jedes Mal, wenn ich etwas von ihr lese, denke ich: „Scheiße, ist das geil! Warum kann ich das nicht?“
Deshalb finde ich es auch schade, dass aus ihrem damals begonnenen Romanprojekt nichts wurde, sondern bisher „nur“ eine Sammlung ihrer Bonmots erschienen ist (Unfug. Tiefe Gedanken, auch in seichten Gewässern, DRM-freies E-Book, erschienen bei Frohmann 2012, ISBN ePub: 9783944195001, Kindle Edition: ASIN B00993J80M, EUR 3,99).
Leider ist der Kontakt zwischen uns ziemlich eingeschlafen. Vielleicht schaffe ich es ja, diesen Post zum Anlass zu nehmen, daran etwas zu ändern.
Mehr über Ute gibt es auf ihren Autorenseiten auf Facebook und Tumblr.

Die Zweite ist Nika Sachs, auch bekannt als Bordsteinprosa, die auch diejenige ist, mit der ich mich aktuell am häufigsten treffe. Nika schreibt nach eigenem Bekunden literarische Erotik, wobei ich dazu eher Gegenwartsliteratur sagen würde, weil ihre Themen weit über die erotischen Elemente hinausgehen. Für mich sind ihre Geschichten weitaus mehr durch die Tiefe des Gefühlslebens ihrer Protagonisten geprägt. Nikas Sprache ist hintergründig und bildhaft.
Nika veröffentlicht als Selfpublisherin. Bisher ist von ihr eine Novelle erschienen: Namenlos, die sowohl als Hardcover als auch als eBook erhältlich ist. Weitere Bücher sind in Arbeit. Das nächste, ein Tagebuchroman soll im Herst herauskommen.
Mehr über Nika Sachs gibt es auf ihrem Blog.

Als dritte möchte ich unbedingt noch Michaela Stadelmann alias Textflash vorstellen, auch wenn ich sie nur sehr kurz (viel zu kurz für meinen Geschmack) auf der Leipziger Buchmesse getroffen habe. Wir kennen einander aber schon länger, folgen uns mit unseren Blogs und auf Twitter gegenseitig und stehen auch sonst in ständigem Kontakt.
Michaela war selbst schon Verlegerin. Sie hat unter dem Pseudonym Alicia Mirowna Balettromane herausgebracht und schreibt als Mikhaela Sandberg Schwedenkrimis. Ihr Erstling, „Schweig Still„, ist 2016 bei Ullstein Midnight erschienen, ein weiterer soll demnächst folgen. Als sei das nicht genug, arbeitet sie außerdem als freie Lektorin. Die Buschtrommel sagt, sie sei sehr gut.
Zu Michaelas Balettromanen kann ich wenig sagen, aber „Schweig still“ habe ich gerne gelesen. Gute Unterhaltung mit dem nötigen Schuss Suspense, aber ohne die unmotivierte Brutalität, die viele Skandinavienkrimis auszeichnen.
Michaela ist unglaublich hilfsbereit und ein Quell des Wissens. Ich hoffe stark, dass wir irgendwann mal Zeit für ein längeres Treffen finden.
Mehr über ihre verschiedenen Facetten gibt es auf Michaelas Blog.

Der Vollständigkeit halber, sollte ich vielleicht auch noch Margaux Navara anführen, mit der ich mich lange auf der Leipziger Buchmesse unterhalten habe und die mir viel über Selfpublishing verraten hat. Aber leider kann ich kaum mehr über sie sagen, als dass sie BDSM-Erotik schreibt.

Autorinnen, die ich gerne treffen würde

Das wird nun leider doch eine Liste. Die Reihenfolge ist vollkommen willkürlich und garantiert habe ich jemanden vergessen:

  • Carola vom Schreibkasten, deren Blog ich schon seit langem folge. Sie hat zwar noch nichts veröffentlicht, aber ich weiß, dass sie an etwas dran ist.
  • Elenor Avelle, die ich über die Rechargers kenne und die uns mit tollen Ideen und Zeichnungen versorgt. Ihr erstes Buch soll demnächst erscheinen.
  • Eva-Maria Obermann, die sich die Pfingstaktion der Rechargers ausgedacht hat. Ihren Roman „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ muss ich irgendwann auch noch mal lesen.
  • Sarah und Rahel von Clue Writing, die nicht nur Kurzgeschichten schreiben und podcasten, sondern auch Wettbewerbe ausrichten, um mit ihnen Strategien und Taktiken zur Erringung der Weltherrschaft durchzugehen.
  • Nora Bendzko, um mit ihr über Phantastik zu diskutieren und mal die Musik zu hören, die sie macht.
  • Evanesca Feuerblut, um mehr über ihre Vampirfamilien zu erfahren. Nach den wenigen Brocken, die sie erzählt, sind die nämlich sehr außergewöhnlich.

Was leider nicht geht

Wen ich außerdem unglaublich gerne kennengelernt hätte, ist James Tiptree jr. alias Alice B. Sheldon, die nicht nur unglaublich modern anmutende und zum Teil außerordentlich beklemmende Science-Fiction geschrieben hat. Im Anhang zu „Zu einem Preis“ ist ein Brief von ihr abgedruckt, aus dem man einen Eindruck ihrer Persönlichkeit gewinnt. Die Zeilen sprühen selbst in der Übersetzung vor Wortwitz, Klugheit, Neugier und Lebenslust. Mit dieser Frau hätte ich mir gern eine Flasche Whisky am Lagerfeuer geteilt. Oder auch was anderes. Aber wir hätten garantiert Spaß gehabt.

Eine Welt ist nicht genug

Beim SWR2 habe ich eine Seite mit zwei sehr interessanten Interviews gefunden. Im einen geht es um die verschiedenen Arten der Phantastik und was sie für uns so spannend macht. Im zweiten erzählt Kai Meyer über seine Karriere als Schriftsteller, seine Motive und seine Art zu schreiben.

Beides sehr hörenswert.

Neugierig? Dann bitte hier entlang!