#Autorinnenzeit: Nicht gekauft, aber ausgeliehen

Wie man sieht, lese ich nicht nur Phantastisches. Krimis und Thriller machen ebenfalls einen großen Teil meiner Lektüre aus. Aber manchmal nehme ich Bücher auch nur aufgrund des Titels mit. Wie das Hörbuch links oben. Da fand ich den Titel einfach unwiderstehlich.

[Rezension] Im Schatten des Himmels

Endlich mal wieder ein Fantasy-Roman, der anders war. Einer, der sowohl durch seinen Plot als auch durch das Setting heraussticht. Aber von vorne:

Worum es geht

Im Schatten des Himmels erzählt von Shen Tai, dem zweiten Sohn eines geachteten und inzwischen verstorbenen Generals. Als Anerkennung für geleistete Dienste beschenkt ihn eine Prinzessin mit zweihundertfünfzig „Drachenpferden“. Pferden, die so selten und wertvoll sind, dass eines reicht, um einen Mann auszuzeichnen; fünf, um ihn über seine Kameraden zu erheben und auf einen höheren Rang zu befördern – wodurch man ihm dem (oft tödlichen) Neid der anderen einbrachte.
Zweihundertfünfzig dieser edlen Tiere sind eine absurd hohe Zahl, die Shen Tai von einem Moment zum anderen vom Niemand zu einer wichtigen Figur im Kampf um die Macht am Kaiserhof macht, wo man selbst in friedlichen Zeiten verkrüppelt oder sogar getötet werden kann, weil man den Wein zu sehr erhitzt oder gegen die Etikette verstoßen hat. Nur sind die Zeiten nicht friedlich.

Die Welt in der die Geschichte spielt, ist in groben Zügen der des alten China nachempfunden, genau genommen: der Tang-Dynastie. In gewisser Weise handelt es sich um alternative History – allerdings mit magischen Einschlägen. Geister sind real. Es gibt (vermutlich) Fuchsdämonen und die Schamanen der barbarischen Bogü beherrschen einige schwarzmagische Praktiken. Auch das ist sehr passend, denn es spiegelt recht genau die chinesische Märchen- und Sagenwelt, auf die auch immer wieder mal Bezug genommen wird.

Der Stil

Die Erzählweise ist die distanzierte Sicht eines um Neutralität bemühten Chronisten, der die Gedanken und Gefühle der Beteiligten kennt, sie aber nur erwähnt, wenn es nötig ist, um ihr Handeln zu erklären. LeserInnen, die sich mit den Figuren identifizieren wollen, werden die Geschichte deshalb vermutlich als sehr sperrig empfinden, zumal der Autor oft springt und vollkommen neue Erzählperspektiven einführt.

Die Sprache ist eine interessante Mischung aus ein nüchternen, modern anmutenden Sätzen und einem altertümlicheren Stil, der sich durch lange, gewundene Formulierungen auszeichnet, deren Inhalt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erschließt.

Man schenkte einem früheren Feind, der vielleicht zu einem zukünftigen werden konnte, keine sardianischen Kavalleriepferde. So etwas machte man nicht. Und da konnte jeder, selbst sein hoffnungsloser Sohn, sagen, was er wollte, über ein Abkommen, das nach Kuala Nor unterzeichnet worden war, oder darüber, die Wünsche einer ach so liebreizenden Prinzessin zu erfüllen, die ihnen gütigerweise von den verlogenen Kitanern beschert worden war.

Keine leichte Kost. Nichts, was sich mal eben wegliest.

Was mir gefiel

Dass mir das Buch gefallen hat, dürfte schon aus den ersten Sätzen klar geworden sein. Auch, dass die Gründe dafür vor allem im ungewöhnlichen Setting und im Plot liegen, hatte ich schon gesagt.

Beim Setting gefiel mir besonders, dass die Geschichte nicht nur in einer altchinesischen Umgebung spielt, sondern auch die Mentalitäten übernommen wurden. Das ist zuweilen befremdlich und manchmal schwer zu ertragen, weil die Denkweisen und Rollenmuster sich sehr stark von der modernen westlichen Kultur unterscheiden. Trotzdem ist es unglaublich spannend, zumal der Autor die moralische Bewertung des Denkens und Handelns der Figuren allein seinem Publikum überlässt.

Am Plot hat mir besonders gefallen, dass es hier nicht um das übliche Schema von „gut gegen böse“ ging, sondern alle Charaktere ihre ureigenen Ziele haben und im Rahmen der ihnen zustehenden Möglichkeiten verfolgen. Die dabei gesponnenen Intrigen sind sehr plausibel, die verwendeten Mittel aber immer wieder überraschend.
Außerdem gefiel mir, dass die Hauptfigur in den Kampf um die Macht verwickelt wurde, ohne selbst Interesse daran zu haben. In diesem Punkt unterscheidet sich Im Schatten des Himmels ganz erheblich von Games of Throne, mit dem es im Klappentext verglichen wird.

Insgesamt kein leichtes, aber in meinen Augen unbedingt empfehlenswertes Buch.


Guy Gavriel Kay: Im Schatten des Himmels,
Roman, übersetzt von Birgit Maria Pfaffinger und Ulrike Bruns,
Fischer TOR, Frankfurt 2016
ISBN 978-3-596 -03570-0

 

 

[Rezension] Schatten vom M. D. Grand

Ausnahmsweise beginne ich eine Rezension mit dem Cover, weil mich das Cover von Schatten schon beim ersten Sehen ansprang. Vollkommen abstrakt mit einem beschränkten Farbspektrum (schwarz, weiß, dunkelrot) – und trotzdem DER HAMMER!
Allerdings hat mich dieses Hammercover in Verbindung mit dem Autorennamen erst mal auf eine vollkommen falsche Fährte gesetzt. Für mich suggestierte beides Science Fiction, eventuell auch einen Wissenschaftsthriller. Beides sind Genres, die ich gerne lese, auf die ich aber zu der Zeit keine Lust hatte.

Deshalb kam „Schatten“ zunächst nur auf den virtuellen Stapel der vorgemerkten Bücher. Vielleicht hätte ich es dort vergessen, wenn nicht einige BartBroAuthors geschwärmt hätten, wie toll es sei. Also habe ich es gekauft und das war auch gut so.

Entgegen meiner ersten Annahme ist Schatten nämlich weder Science Fiction, noch ein Thriller, sondern solide High Fantasy. Darüber hinaus überrascht die Geschichte mit einer ungewöhnlichen Perspektive. Ceryan, der Protagonist ist nämlich das böse Minion des noch böseren Oberschurken – wenn auch nicht ganz freiwillig. Aber der Eid, durch den König Zenox ihn in seine Dienste gezwungen hat, verhindert jede offene Auflehnung.
Das lässt einen schnell wünschen, Ceryan, der auch sonst überraschend differenziert dargestellt wird, möge es schaffen, sich irgendwie zu befreien. Zumal es den Untergang der letzten freien Völker bedeuten würde, wenn es Ceryan seinen Auftrag ausführt und König Zenox den Stein von Kairoan beschafft.

Auch sonst bietet die Geschichte einen angenehmen Mix aus bekannten Fantasy-Elementen und überraschenden Wendungen. Sprachlichen fielen ein paar Unsicherheiten auf, die aber dem Lesevergnügen insgesamt keinen Abbruch taten.

Insgesamt daher eine Leseempfehlung.


Schatten von M. D. Grand ist erschienen bei Amazon und als Taschenbuch und eBook erhältlich.

Die Luziden – mein Beitrag zu #my2017 auf sweek

Ich habe es getan. Ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe für den Geschichtenwettbewerb auf Sweek eine Young-Adult-Paranormal-Fantasy geschrieben. Herausgekommen ist eine abgeschlossene Kurzgeschichte, die aber durchaus Potential als Startsequenz für einen Roman hätte.

die-luziden

Die Geschichte trägt den Titel Die Luziden.

Kurzbeschreibung: Seit dem Tod ihrer Eltern lebt Nele in einer Einrichtung für betreutes Wohnen. Für ihre Mitbewohnerinnen ist sie die Irre, die Stimmen hört und Dinge sieht, die nicht da sind.
Aber die Krähe, die in der Silvesternacht in Neles Zimmer flattert und sich in einen Mann verwandelt, ist real. Auch, wenn das, was er erzählt, unglaublich klingt.
Leider hat die Zeit nicht gereicht, noch ein richtig gutes Cover zu basteln. Und leider lässt sich der hier verwendete Screenshot auch nicht vergrößern.

Wie aus der Kurzbeschreibung zu erahnen, gibt es neben Nele, der obligatorischen Heroine (von der ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich noch nicht mal weiß, ob sie nun blond oder brünett ist und welche Augenfarbe sie hat), bereits jetzt einen potentiellen Love-Interest (schwarzhaarig und ganz in schwarzes Leder gekleidet, wenn er nicht gerade als Krähe durch die Gegend fliegt). Außerdem kommt ein Drache vor und es gibt das Versprechen auf Feen und Einhörner.

Da #my2017 ein Publikumspreis ist, würde ich mich über viele Aufrufe und hochgestreckte Daumen freuen.
Zum Lesen ist eine Anmeldung notwendig, die aber keine Kosten verursacht.

Und bevor ich es vergesse: Hier noch einmal der Link. Sonst lässt sich die Geschichte aber auch leicht über den Titel Die Luziden, den Hashtag #my2017 oder über meinen Namen finden.

Ein paar Gedanken zum Newsletter

Die Entscheidung, einen Newsletter haben zu wollen, ist gefallen; das Versprechen innerhalb diesen Jahres zu starten, steht. Inzwischen habe ich auch eine ungefähre Vorstellung davon, wie die „technische“ Umsetzung funktioniert.

Also wird es Zeit, sich auch Gedanken über die Inhalte zu machen. Was möchte ich erreichen? Wen möchte ich erreichen? Oder anders ausgedrückt: Was soll das Ding eigentlich?
Eine reine Erinnerungsmail nach dem Motto: Hey, mich gibt’s noch, schau mal auf meinem Blog vorbei, da sind spannende Dinge passiert, ist mir zu wenig. (Auch wenn es natürlich immer empfehlenswert ist, vorbeizuschauen, weil hier dauernd spannende Dinge passieren. Und nein, ich bin gar nicht von mir selbst überzeugt. ;-))
Andererseits … Wenn ich die Behauptungen einiger Experten lese, was angeblich nötig sei, um Abonnenten zu gewinnen und zu halten, bin ich kurz davor, sofort wieder zu kapitulieren. Bei einigen bekommt man fast den Eindruck, man müsse sich die Gnade der Abonnenten erkaufen. Mit einer kostenlosen Dreingabe z. B., einer Kurzgeschichte oder einer Anleitung, die es für Abonnenten exklusiv gibt. Oder wenigstens mit regelmäßigen Gewinnspielen, um die Leser bei Laune zu halten. Vielleicht haben diese Experten recht. Was weiß ich schon.

Trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl. Sollte ein Newsletter nicht aus sich heraus interessant sein? Ist es nicht genug, Hintergrundinformationen früher oder exklusiv zu bekommen? Nehmen Abonnenten, die sich nur wegen der mitgelieferten „Bontjes“ eintragen, die restlichen Inhalte überhaupt wahr?
Wie gesagt: Ich weiß es nicht. Ich bin kein Guru, sondern selbst eine Suchende. Aber, wenn ich von mir auf andere schließen kann, dann lesen diejenigen, die sich nur wegen der Extra-Belohnung eingetragen haben, den ganzen Rest nicht. Möglicherweise locke ich damit also nur Menschen an, die gar nicht in meine Zielgruppe fallen. Was mich zu den Fragen vom Anfang zurückbringt: Was ist mein Ziel und wer meine Zielgruppe?

Wenn ich mir als Ziel setze, Werbung für meine Bücher zu machen, indem ich die Kontakte zu Lesern verbessere und Neugier auf die Neuerscheinungen wecke, ist die Zielgruppe klar: Leser. Noch genauer: Menschen, die gerne Fantasy „für zwischendurch“ lesen. In erster Linie diejenigen, die den Codex Aureus schon kennen, aber gerne auch die, die nur allgemein neugierig sind.
Dementsprechend sollte der Schwerpunkt m. E. auf Inhalten liegen, die irgendwie mit dem Codex Aureus und seinen Geschichten verknüpft sind. Das schließt nicht aus, dass es auch mal ein Gewinnspiel, eine Fortsetzungsgeschichte oder einen Verweis auf besonders interessante Blogartikel geben wird. Aber mit dem Versprechen darauf zu werben, halte ich für unseriös.

Wie sehen Sie, wie siehst du das? Ergeben diese Gedanken Sinn?

[Fantasy] Ich mach mir die Welt …

Einer der Vorteile des Fantasy-schreibens ist die Freiheit, nicht an die Beschränkungen der Realität gebunden zu sein. Als Autorin ist man frei darin, neue Welten zu erfinden und zu bevölkern. Man kann Gebiete schaffen, in denen der Himmel rosa und das Gras purpur ist, sie in undurchdringliche Finsternis hüllen oder in ewiges Licht tauchen und sie mit allem bevölkern, was Sagen, Märchen, Mythen und Träume hergeben. Man kann aber auch die bestehende Welt nehmen und nur ein kleines bisschen verändern.

Diese Freiheit des Schreibens ermöglicht es auch der Leserin Welten und Gegenden zu bereisen, zu denen es physisch keinen Zugang gibt und in denen die Naturgesetze aufgehoben oder wenigstens gebrochen sind. Sie führt uns in Verstrickungen und Abenteuer, die uns Alltag und Sorgen eine Weile vergessen lassen.

Ja, aber ist das nicht böser Eskapismus? Muss man nicht die Welt zeigen, wie sie ist?

Also, erst mal möchte ich schon bestreiten, dass Belletristik die Welt überhaupt zeigen kann, „wie sie ist“. Belletristik zeigt die Welt immer gefärbt durch die Wahrnehmung der Autorin, der Erzählerinnen und der Charaktere eines Buchs. Im Idealfall ist Belletristik ein Prisma, ein Kaleidoskop verschiedener Perspektiven – aber wann hätte je ein Kaleidoskop oder ein Prisma die objektive Realität wiedergegeben?
Wer eine objektive Weltsicht sucht, sollte sich besser an Sachbücher, Biographien und ähnliches halten.

Und dann möchte ich bestreiten, dass Eskapismus per se etwas Schlechtes ist. Wenn ich mir angucke, welche Wirkung die dauernde Beschäftigung mit oft nur vermeintliche Krisen hat, täte uns allen vermutlich ein bisschen mehr Eskapismus sehr gut.

 

Meldung: Neues aus Tolkiens Nachlass

In dieser Woche, genau gesagt am dritten Januar wäre J. R. R. Tolkien 125 Jahre alt geworden. Da passt die Meldung, dass Warner Bros sein Leben unter dem Titel „Middle Earth“ verfilmen will. Als Regisseur wird James Strong («Broadchurch», «Doctor Who») genannt. Auch Peter Jackson soll wieder irgendwo beteiligt sein.
Als eingefleischter Tolkien Fan werde ich mir den Film höchstwahrscheinlich ansehen, auch wenn ich zugeben muss, dass mich der Hobbit weder in der Buch- noch in der Filmversion überzeugt.

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Bildquelle: Pixabay

Weit spannender finde ich da die Ankündigung, dass Christopher Tolkien die Geschichte von Beren und Luthien rekonstruiert hat und sie im Mai 2017 bei Harper Collins erscheinen wird. Die englische Ausgabe wird vom Alan Lee illustriert sein und ich hoffe sehr, dass diese Illustrationen auch für die deutsche Ausgabe übernommen werden, die am 6. Mai herauskommen soll.
Wenn nicht, werde ich vermutlich beide kaufen: Die englische als Print und die deutsche als eBook.

Meldung: Hobbit Presse verabschiedet sich von DRM

Offenbar setzt sich auch bei den Verlagen die Erkenntnis durch, dass der „harte Kopierschutz“ von eBooks den ehrlichen Kunden schadet, aber nichts gegen Raubkopierer bewirkt. So jedenfalls verstehe ich die Meldung der Hobbitpresse, künftig ein Wasserzeichen als Standard-Kopierschutz zu nutzen. Die Änderung betrifft die meisten eigenen eBooks, etliche von Knaur und die des Imprints Tropen. Lediglich die Bücher von J. R. R. Tolkien sind (noch) ausgenommen; der Text lässt aber vermuten, dass dies an den Lizenzvereinbarungen liegt und im Hintergrund bereits daran gearbeitet wird, auch insofern Abhilfe zu schaffen.

Ein Vorweihnachtsgedicht

Heute kommt der Weihnachtsbaum,
Kommt in unser Zimmer,
Bunte Kugeln häng‘ ich dran,
Äpfelchen und Flitterkram,
Dass er richtig glänzen kann,
Dann im Kerzenschimmer.

Heute kommt der Weihnachtsbaum,
Öffnet Kinderherzen.
Doch hoffe ich, er kommt allein,
Dryade nicht, noch Engelein
Möge heute bei ihm sein!
Falls doch: Wir ha’m Elektrokerzen.


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Ja, das Gedicht ist eine Anspielung auf O Tannenbaum, die 4. Ausgabe des Codex Aureus. Eine Leseprobe gibt es hier.

O Tannenbaum ist als eBook in den Formaten ePub und Mobi erhältlich und damit für alle gängigen Lesegeräte verfügbar.
Kindle-Nutzer können das Buch bei Amazon beziehen. Die Nutzer aller anderen Reader bekommen es über die Online-Buchhandlungen der Tolino Allianz. Mein besonderer Favorit ist Bookzilla, weil man mit dem Kauf dort die Entwicklung freier Software fördert. Es gibt O Tannenbaum aber z. B. auch bei: