Die Luziden – mein Beitrag zu #my2017 auf sweek

Ich habe es getan. Ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe für den Geschichtenwettbewerb auf Sweek eine Young-Adult-Paranormal-Fantasy geschrieben. Herausgekommen ist eine abgeschlossene Kurzgeschichte, die aber durchaus Potential als Startsequenz für einen Roman hätte.

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Die Geschichte trägt den Titel Die Luziden.

Kurzbeschreibung: Seit dem Tod ihrer Eltern lebt Nele in einer Einrichtung für betreutes Wohnen. Für ihre Mitbewohnerinnen ist sie die Irre, die Stimmen hört und Dinge sieht, die nicht da sind.
Aber die Krähe, die in der Silvesternacht in Neles Zimmer flattert und sich in einen Mann verwandelt, ist real. Auch, wenn das, was er erzählt, unglaublich klingt.
Leider hat die Zeit nicht gereicht, noch ein richtig gutes Cover zu basteln. Und leider lässt sich der hier verwendete Screenshot auch nicht vergrößern.

Wie aus der Kurzbeschreibung zu erahnen, gibt es neben Nele, der obligatorischen Heroine (von der ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich noch nicht mal weiß, ob sie nun blond oder brünett ist und welche Augenfarbe sie hat), bereits jetzt einen potentiellen Love-Interest (schwarzhaarig und ganz in schwarzes Leder gekleidet, wenn er nicht gerade als Krähe durch die Gegend fliegt). Außerdem kommt ein Drache vor und es gibt das Versprechen auf Feen und Einhörner.

Da #my2017 ein Publikumspreis ist, würde ich mich über viele Aufrufe und hochgestreckte Daumen freuen.
Zum Lesen ist eine Anmeldung notwendig, die aber keine Kosten verursacht.

Und bevor ich es vergesse: Hier noch einmal der Link. Sonst lässt sich die Geschichte aber auch leicht über den Titel Die Luziden, den Hashtag #my2017 oder über meinen Namen finden.

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Schöne Bescherung – Ich kann auch ganz anders

Schöne Bescherung ist eine Kurzgeschichte, die ich als Gastautorin für Clue Writing verfasst habe. Nachdem sie dort am 11.12.2016 erstmals veröffentlicht wurde, möchte ich sie den Besuchern meines Blogs gerne auch direkt zugänglich zu machen.

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Dieter on Tour – Bildquelle: Open Cliparts via Pixabay

Wie der Titel andeutet, handelt es sich bei Schöne Bescherung um eine Weihnachtsgeschichte; eine sehr klassische sogar, mit Weihnachtsmann und Rentieren. Der größte Unterschied zu den bisher vorgestellten Leseproben liegt aber darin, dass Schöne Bescherung vor allem eine humorvolle Erzählung ist.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.


Schöne Bescherung

Das Trappeln der Hufe verklang und das Bimmeln der Glöckchen beruhigte sich, als die Rentiere in die Luft aufstiegen. Erleichtert lehnte sich Dieter auf dem Bock zurück. Es hatte geklappt! Er sah nach unten, zu dem Häuschen, den Schuppen und der Manufaktur. Die Gebäude wirkten wie Spielzeug – unfassbar, wie schnell sie an Höhe gewonnen hatten! Neben dem Häuschen war püppchenklein eine menschliche Gestalt zu erahnen. Ein dicker Mann mit weißem Rauschebart, wie Dieter wusste.
„Tschau, Alter!“, brüllte er hinunter und winkte, obwohl er wusste, dass der arme Trottel ihn nicht hören und gegen den Nachthimmel wahrscheinlich auch nicht sehen konnte. „Tut mir leid wegen deinem Schlitten. Dafür hast du ja mein Auto.“ Er kicherte.
Es war so gottverdammt sagenhaft einfach gewesen. Er hatte kaum gesagt, er sei Journalist, da hatte der Idiot Tee und Zimtplätzchen angeboten und sich fast überschlagen, ihm alles zu erklären und zu zeigen. Sogar die Rentiere hatte er angeschirrt und den Sack aufgeladen, damit Dieter Fotos machen konnte.
„Lassen Sie sich Zeit“, hatte er gesagt, während er den Sack an der Sackhaltestange festband. „Wir haben noch gut eine halbe Stunde bis zum Abflug.“
Dann war er pinkeln gegangen.

Dieters Kichern steigerte sich zu einem fast hysterischem Lachanfall. Einen größeren Gefallen hätte ihm der Alte gar nicht tun können. Er hätte ihn ungern niedergeschlagen oder während einer „Proberunde“ vom Schlitten geschmissen. Deshalb hatte er sich auf den Bock geschwungen, kaum, dass der Dicke ums Eck war. Hatte die Zügel genommen, laut „Hüa!“ geschrien und jetzt flogen sie!
Dieter zog sein Handy aus der Tasche, um die Route zu checken. Kein Netz. Verdammt!
Zu allem Übel fing es auch noch an, zu schneien. Die Flocken klatschten ihm wie nasse Falter entgegen. Dieter zog die Kapuze des Anoraks tiefer. Vergebens, der Fahrtwind blies sie sofort wieder herunter. Also hielt er sie fest. Nun wurden seine Hände nass und kalt. Auch seine Beine fühlten sich schon ganz taub an. Allmählich begriff Dieter den Sinn des Mantels, der albernen Pudelmütze und der Stiefel. Wenigstens eine Decke musste es auf diesem verdammten Schlitten doch geben!
Er drehte sich zur Ladefläche um. Da war nur der Sack. Unter dem Bock vielleicht? Unsicher stand Dieter auf, drehte sich vorsichtig um und untersuchte den Sitz genauer. Die Sitzfläche ließ sich hochklappen. Darunter ertastete Dieter etwas Warmes, Flauschiges. Im Schein seines Handys sah er einen roten Mantel, eine Pudelmütze und dicke Stiefel.
„Auf keinen Fall!“, schoss es ihm durch den Kopf. Ich mach mich doch nicht zum Nikolaus! Außerdem war der Mantel viel zu weit. Andererseits wirkten die Klamotten verlockend warm, während seine eigenen … Darin würde er die Runde kaum überstehen. Das gab den Ausschlag. Dieter schnürte den Mantel mit dem Gürtel zusammen, der darunter gelegen hatte, schlüpfte in die riesigen Stiefel und stülpte die Mütze über. Ihn würde sowieso sehen.
Langsam taute er auf. Seine Muskeln lockerten sich. Nach einer Weile hatte er das Gefühl, Mantel und Stiefel viel besser auszufüllen. Er musste sogar den Gürtel weiter machen. Erst ein Loch, dann zwei – beim dritten erkannte er, dass es keine Einbildung war: Sein Bauch wuchs. Und nicht nur der! Das Kribbeln seiner Gesichtshaut, das er bisher der Kälte zugeschrieben hatte, kam von einem immer länger werdenden Bart. Fassungslos sah er zu, wie sich die lockigen, weißen Strähnen über Brust und Bauch ausbreiteten. Versuchsweise zog er daran. Der Schmerz war real. Der Bart gehörte wirklich ihm. „Oh Fuck!“, was ging hier vor?
„Nur die Ruhe!“, befahl er sich. „Du musst den Sack in Sicherheit bringen. Alles andere kann warten.“ Also erst mal checken, wo zum Teufel er eigentlich war. Er zog sein Handy raus. Dieses Mal fand er ein Netz. Viel zu weit im Osten.
Dieter zog an den Zügeln. Die Rentiere liefen weiter.
War es das, was der Alte mit „Die kennen den Weg“ gemeint hatte? Dass dieser verdammte Schlitten auf Autopilot flog? Scheiße nochmal, das durfte nicht sein! Dieter zerrte an den Zügeln, ließ die Peitsche knallen und brüllte, bis seine Lungen brannten. Die Rentiere galoppierten unbeirrt weiter.
Was sollte er erst tun, wenn sie landeten?

Er hatte den Gedanken kaum zu Ende gedacht, als sich der Schlitten nach vorne neigte. Dieter wurde flau im Magen. Da unten tauchten Lichter auf. Erst winzig wuchsen sie rasant, denn die verdammten Rentiere wurden kein bisschen langsamer. Die Umrisse eines Hauses rasten auf sie zu. Sie würden dagegen krachen, an der Fassade zerschellen … Dieter schrie in Todesangst und schlug die Hände vor das Gesicht.
Der erwartete Aufprall blieb aus. Das Bimmeln der Glöckchen verstummte. Für einen Moment schien die Zeit still zu stehen.
„Und nun?“, fragte eine dumpfe Stimme in seinem Kopf. „Willste hier Wurzeln schlagen?“
Vorsichtig öffnete Dieter die Augen. Das hinterste Rentier hatte sich zu ihm umgedreht und funkelte ihn an.
Dieter hob die Peitsche. „Planänderung. Wir fliegen weiter!“
Das Rentier schnaubte, rührte sich aber nicht. Dafür hoben die anderen die Köpfe. Ihre Augen schienen rot zu glühen. Dampf schoss aus ihren Nüstern.
„Erst, wenn du deinen Job gemacht hast“, sagte die fremde Stimme. „Bis dahin kannst du mit deinem Stöckchen wedeln, so viel du willst.“
Dieter wurde heiß und kalt gleichzeitig. Das waren keine normalen Rentiere, so viel war sicher! Die Biester sahen aus, als würden sie ihn gleich fressen. Ein Tropfen Schweiß perlte seinen Rücken hinab.
„Mach hinne!“
„Ich beeil mich ja schon“, versprach Dieter in dem Bemühen, diese Satansviecher zu besänftigen. Mit zitternden Fingern löste er den Sack von der Sackhaltestange und griff hinein.
„Man findet immer, was man gerade braucht“, hatte der Weihnachtsmann auf die Frage geantwortet, wie er sicher sein konnte, die richtigen Geschenke auszuliefern. Tatsächlich: Obwohl der Sack prall gefüllt schien, lagen nur fünf Päckchen darin. Dieter kam eine Idee. Er zog drei heraus und fragte die Rentiere: „Und nun? Echt durch den Schornstein?“
„Absteigen“, sagte die Stimme.
„Und dann?“
„Mach schon.“
Scheißviecher! Dieter tastete vorsichtig mit einem Bein nach unten, bevor er umständlich ganz aus dem Schlitten krabbelte.

Kaum hatte sein zweites Bein das Dach berührt, fand er sich im Innern des Hauses wieder. In einer Ecke des Raums stand der Weihnachtsbaum, aus dessen Ästen finstere Engel und gläserne Vögel herabstarrten. Auf der Couch erwachte fauchend eine Katze.
„Pssst“, machte Dieter. „Bin gleich wieder weg.“ Und wirklich: Kaum hatte er die drei Päckchen unter dem Baum geschoben, stand er schon wieder auf dem Dach. Hastig kletterte er auf den Bock.
„Hüh, weiter geht’s!“
Doch die Rentiere scharrten nur mit den Hufen. Dampf schoss aus ihren Nüstern, die Augen sprühten rote Funken. Das hinterste wandte sich zu Dieter um. „Alles!“
Die Drecksbiester wussten auch noch, was in dem Sack war! Mit dem Gefühl tiefster Verzweiflung griff Dieter ein zweites Mal in den Sack, holte die übrigen Pakete heraus und kletterte erneut vom Schlitten. Dieses Mal schnurrte die Katze. Auch die Blicke der Engel und Glasvögel schienen freundlicher.
Dieter wollte gerade die beiden verbliebenen Päckchen unter den Baum legen, als ihn eine neue Idee durchzuckte, die ein breites Grinsen auf sein Gesicht zauberte. Der Plan, die Geschenke zu klauen, war zwar für die Tonne – aber in den Häusern gab es genug mitzunehmen. Den Silberleuchter auf dem Esstisch zum Beispiel und sicher fand sich noch mehr. Er musste nur darauf achten, ein Geschenk in der Hand zu behalten, bis er fertig war.
Leise kichernd ging er zur Wohnzimmertür.
Abgeschlossen. Na gut, dann eben nur der Leuchter. Es gab ja noch viele andere Häuser auf seiner Route!
Dieter griff sich den Leuchter und schob das letzte Päckchen unter den Baum.
Die Engel musterten ihn finster. Die Katze war verschwunden. Wieso stand er noch hier? Auf dem Dach stampften die Rentiere. Dieters Rücken prickelte. Was, wenn der Lärm den Hausbesitzer weckte? Oder schlimmer noch: Wenn die Viecher ohne ihn abhoben? Wie sollte er erklären, was er nachts in einem fremden Haus wollte? Wie seine Fingerabdrücke auf dem Leuchter? Sorgfältig rieb er ihn mit dem Mantel blank und stellte ihn an seinen Platz zurück.

Im nächsten Moment stand er wieder auf dem Dach. Das Bimmeln der Glöckchen klang wie leises Gelächter. Dieter war zum Heulen. Den Rest des Flugs starrte er vor sich hin, bis es Zeit war, wieder in den Sack zu greifen. Er versuchte noch dreimal, etwas einzustecken. Danach standen zwei fest Dinge fest: Er konnte keine Türen öffnen und nichts mit hinaus nehmen.
Die ganze Chose war ein fürchterlicher Reinfall. Sehnsüchtig wartete er auf die Rückkehr zum Nordpol. Dort würde er zum Auto sprinten, Vollgas geben und sich irgendwo in einem Motel besaufen, um den ganzen Scheiß zu vergessen.

Nur war da kein Auto, als sie schließlich landeten. Die Weihnachtswichtel zuckten mit den Schultern, als er danach fragte. Sein Auto wollte keiner gesehen haben.
„Essen Sie erstmal ’nen Happen“, empfahl schließlich einer. „Sie sehen völlig fertig aus, Chef.“
Chef? Dieter hätte das Kerlchen am liebsten erwürgt. Hunger hatte er allerdings, daran war nicht zu rütteln. Und wenn ihm hier keiner böse war, ließ ihn der Weihnachtsmann am Ende sogar bei sich übernachten. Zuzutrauen war es dem freundlichen alten Trottel.
Die Tür war offen. In der Wohnstube brannte Licht und in der Luft hing der Geruch nach Zimtplätzchen. Der Plätzchenteller stand noch auf dem Esstisch. Daneben das Advendsgesteck. An einer der roten Kugeln lehnte ein Briefumschlag. Nur vom Weihnachtsmann war nichts zu sehen.
„Hallo?“, rief Dieter leise.
Keine Antwort.
Er nahm den Umschlag. Darauf stand in schwungvollen Lettern „An meinen Nachfolger“.
Das war nicht wahr, oder? Mit zitternden Fingern zog Dieter den Brief heraus. Mit jedem Wort, das er las, wuchs das Gefühl, in einem Alptraum zu stecken. Schließlich wurde der Druck zu groß. Mit einem Wutschrei fegte er Adventsgesteck und Teller vom Tisch. Als sie an der gegenüber liegenden Wand zerschellten, regnete es Tannennadeln, Kekskrümel und Christbaumkugelscherben.
„So kommen wir an unseren Job“, lauteten die letzten Zeilen. „Es ist nicht schlecht, aber man muss lange auf einen Nachfolger warten. Ich bin urlaubsreif und hätte es zur Abwechslung gerne richtig warm. Tut mir leid wegen deinem Auto. Du hast dafür ja meinen Schlitten.“


Wie Ihnen/dir diese Geschichte gefallen? Würden Sie/würdest du gerne mehr in dieser Art lesen?

Schöne Bescherung bei Clue Writing

Heute ist zwar erst der dritte Advent, aber bei Clue Writing gibt es ab 18:00 Uhr trotzdem schon eine schöne Bescherung.

Schöne Bescherung lautet nämlich der Titel der Gaststory, die ich nach den von Rahel und Sarah vorgegebenen Clues verfasst habe. Herausgekommen ist eine fast klassische Weihnachtsgeschichte. Aber eben nur fast. Als Soundtrack empfehle ich Don’t Pay The Ferryman von Chris de Burgh.

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Dieter on Tour  –  Bildquelle: Open Cliparts via Pixabay

Und um den Service perfekt zu machen, hier der Direktlink.

Viel Spaß beim Lesen!

[Rezension] Der Esel als Pilger (Codex Aureus 1) von Nike Leonhard

Rezension auf SPPerlen: Der Esel als Pilger
Ich freue mich riesig, dass die Geschichte so gut angekommen ist. Ich befürchte nämlich immer mal wieder, Leser durch die Kürze zu verärgern. Andererseits würde es derzeit seltsam wirken, wenn nur Codex Aureus 2 und 3 erhältlich sind. Da könnte leicht der Eindruck entstehen, mit Nummer 1 habe es irgendwelche ernsthaften Probleme gegeben. Um allen Spekulationen vorzubeugen, bleibt der Esel also erst mal.
Außerdem mag ich die Geschichte. Sonst hätte ich sie nicht veröffentlicht. 😉
Eine Ergänzung habe ich dann auch noch: „Der Esel als Pilger“ ist – wie alle meine Bücher – auch für Tolino verfügbar und z.B. bei Hugendubel, Weltbild, der Meyerschen, Osiander und Buch.de erhältlich.

SPPerlen

Bibliografische Angaben

Autor/In Nike Leonhardt
Titel Der Esel als Pilger (Codex Aureus 1)
Verlag Selfpublisher | Amazon Media
Format E-Book
Seitenzahl 4 Seiten
Erscheinungsdatum Keine Angabe
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 6 Jahren
Genre Fantasy
Schlagwörter Fantasy, Kurzgeschichte, Ese, Fabel
Leseprobe Link zu Amazon

Klappentext

Ein Esel begibt sich auf Pilgerfahrt nach Rom, weil er hofft, dort das Paradies zu finden. Was ihm dabei zustößt, wird in dieser modernen Fabel erzählt.

Unter der Überschrift Codex Aureus erscheinen phantastische und historische Kurzgeschichten der Autorin Nike Leonhard.

Der erste Satz

Einem Esel kam zu Ohren, dass man durch eine Pilgerfahrt nach Rom in einem in einen wunderbaren Garten namens „Paradies“ käme.

Zur Geschichte selbst

Zu dieser Geschichte will ich eigentlich gar nicht zu viel erzählen. Nur so viel, es handelt sich hierbei um eine Fabel. In dieser will ein Esel nach Rom pilgern, um eben ins Paradies zu kommen und erlebt dabei Erstaunliches.

Ursprünglichen Post anzeigen 282 weitere Wörter

Gaststory: „Der Hunter und der goldene Tod“ von Michael Behr

Passend zu Halloween gibt es heute Gruselfutter. Vielleicht erinnerst du dich noch, dass ich vor einiger Zeit auf dem Blog „Mein Traum vom eigenen Buch“ eine Geschichte von Michael Behr gewonnen habe. Genau gesagt, eine noch zu schreibende Geschichte. Nach meinen Vorgaben.

Ich hatte mir damals unter dem bevorstehenden Halloweentermin eine Geschichte gewünscht, in der irgendwie ein „goldener Tod“ vorkommt und die mit dem Satz „Gehen wir zu dir oder zu mir“ endet.
Michael hat es nicht nur geschafft, bis Halloween zu „liefern“. Er hat die Vorgaben, wie ich finde, wunderbar umgesetzt. Und ich muss sagen: Auf diese Auflösung wäre ich im Leben nicht gekommen.

Aber genug gequatscht. Ich hoffe, du hast beim Lesen genauso viel Spaß, wie ich.

Der Hunter und der goldene Tod

»So gehe und erledige deine Aufgabe!«
Die Stimme des Meisters wurde durch das metallene Knarren der sich öffnenden Tür verschluckt. In gewaltigen Angeln bewegte sich der Stahlkoloss, schwang auf und gab den Blick auf eine Welt frei, die der Hunter dereinst gekannt hatte wie seine Westentasche. Aber nun, hier und jetzt, war nichts mehr so, wie es einmal gewesen war. Viel hatte sich geändert, nicht nur räumlich, sondern auch strukturell. Und deswegen würde er, der Jäger, sich erst einmal orientieren müssen.
Bevor er die Spur der Beute aufnahm.
Dabei wusste der Hunter, als er unter dem Tor hindurchtrat, dass es kein leichter Kampf werden würde. Sein Gegner war ihm namentlich nicht bekannt, aber nach allem, was die Einwohner dieses Bezirks gemeldet hatten, handelte es sich um einen ebenso einfallsreichen wie auch intelligenten Streiter, der über einige der im Normalfall höchst effizienten Verteidigungsanlagen hinweggerauscht war, als seien sie gar nicht existent.
Der Hunter schlug seine Kapuze vor, sodass seine Gesichtszüge in der Dunkelheit verschwanden. Es war wichtig, dass er sich nicht sofort zu erkennen gab. Der Gegner konnte seine Spione in Stellung gebracht haben. Und es gab nicht viele Eingangstore in den Bezirk.
Andere Gestalten lungerten in der Nähe des Eingangs herum, an den sich eine lange Straße anschloss, die in alle Himmelsrichtungen verzweigte. Von hier aus konnte man jeden Ort des Bezirks erreichen und der Hunter war sich der Tragweite seiner Aufgabe völlig bewusst.
Wenn er nicht erfolgreich war, dann würde all das hier im Chaos versinken.
Auch wenn er sich größte Mühe gab, nicht aufzufallen, so wurde er doch von einigen der Gestalten bemerkt. Es waren alte, klapprige Gesellen, die schon so manchen durch diese Tore hatten kommen und gehen sehen. Und sie wussten nur zu gut, dass der Austausch mit der Welt außerhalb der Mauern im Verteidigungsfall durch den Meister eingeschränkt wurde. Bis der Normalzustand wieder hergestellt worden war.
Der Hunter hörte das Tuscheln und trat wahllos zu einer der Gruppen hin. Verhärmte Gesichter erhoben sich, trauten sich dann aber doch nicht, ihm in die Augen zu schauen.
»Ich suche einen Eindringling!«, sagte der Hunter und seine Stimme war wie Donnerhall über einer weiten Ebene. »Gerüchte sagen, dass er hier vorbeigekommen sein soll!«
Eine der Gestalten, ein haar- und zahnloser Alter, schüttelte den Kopf. »Wir wissen nichts von einem Eindringling.«
Der Hunter gab sich mit dieser Antwort nicht zufrieden. »Der Meister hat gesagt, dass er hier gewesen ist! Du willst sicher nicht den Worten des Meisters misstrauen!«
»Nein, nein!«, beeilte sich der Alte zu sagen und machte eine ehrerbietige Bewegung in Richtung des schwarzverhangenen Himmels, an dem in unregelmäßiger Folge Lichtreflexe tanzten. »Ehre sei dem Meister!«
»Der Meister benötigt nicht deine Ehre«, erwiderte der Hunter angewidert. »Leihe mir deine Augen und Ohren.«
Mit einer schnellen Bewegung, die keiner aus dem kümmerlichen Haufen hatte kommen sehen, packte der Hunter den Alten an der Schulter. Es gab einen kleinen Blitz wie einen elektrischen Schlag und die mentale Verbindung zwischen den beiden war hergestellt.
Der Hunter schloss die Augen, wie immer überwältigt von den fremdartigen Eindrücken, die er binnen eines Sekundenbruchteils in sich aufnahm und die er zunächst für sich ordnen musste, um das, was er wissen wollte, von dem zu trennen, was für seine Aufgabe unwichtig war.
Er sah durch die Augen des Alten, allerdings waren es Dinge, die in der Vergangenheit geschehen waren. Seine besondere Begabung ermöglichte es dem Hunter, etwas wie eine Uhr an einer Seite der Erinnerung aufblinken zu lassen.
Das Eingangstor in den Bezirk öffnete und schloss sich in unregelmäßigen Abständen, wenn Bewohner des Bezirks kamen und gingen. Es kamen deutlich mehr, als dass sie gingen. Der Bezirk wuchs immer noch, soweit der Hunter es wusste. Und er wusste in solchen Dingen für gewöhnlich gut Bescheid.
Ungeduld kannte der Hunter nicht. Er wusste, dass er sich die Zeit geben musste, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Oder er würde irgendwann sich selber durch das Tor kommen sehen und wüsste dann, dass der Gegner nicht hier vorbeigekommen war. In diesem Fall würde er zu einem anderen Zugangspunkt aufbrechen und dort seine Suche neu beginnen müssen.
Doch da – was war das gewesen? Für den Hauch eines Augenblicks schien sich das Tor zu öffnen, nur um im nächsten Moment schon wieder geschlossen zu sein. Hatte es sich wirklich geöffnet?
Der Hunter griff mental in den Geist seines Verbundenen ein und drehte die Geschehnisse noch einmal ein wenig zurück. Doch, kein Zweifel, da war eine Bewegung beim Tor. Ein kurzes Flimmern der Luft, so etwas wie ein Windstoß. Zu kurz, um ohne die Kraft, die er besaß, zum Vorschein gebracht zu werden.
Der Hunter hatte gesehen, was er sehen musste. Der alte Mann hatte die Wahrheit gesprochen und dennoch stimmten die Informationen, die der Meister ihm mit auf den Weg gegeben hatte. Hier war jemand in den Bezirk eingebrochen, hatte sich jedoch vor allen Augen verborgen gehalten.
Eine unwirkliche, geisterhafte Erscheinung, dachte der Hunter. Wenn er dazu in der Lage gewesen wäre, hätte er vielleicht Angst empfunden. Aber dieses Verhaltensmuster war ihm nicht gegeben worden. Seine Aufgabe war die Jagd! Angst konnten andere, Schwächere als er haben.
Er ließ den alten Mann los, der ihn jetzt, endlich, unverwandt anschaute. Verwirrung war in seinem Blick. »Es ist lange her, dass jemand mich auf diese Weise berührt hat! Diese Verbindung …«
»Es war nötig«, sagte der Hunter emotionslos. Er wusste, dass er eine tiefe Regung hinterließ, wenn er sich auf diese Weise mit einem anderen verband. Das Innere wurde nach Außen hin sichtbar. Es war fast wie eine Liebesbezeugung und gleichsam ein Akt der voyeuristischen Grausamkeit.
»Ehre sei dem Meister!«, sagte der Alte wieder und diesmal fielen die abgerissenen Gesellen um ihn herum in die Lobpreisung ein.
Der Hunter beachtete sie gar nicht, sondern wandte sich den von hier aus in alle Richtungen führenden Straßenverästelungen zu, auf denen ein endloser Verkehr herrschte. Auf einer dieser Routen war der Eindringling, das flimmernde Etwas, davongeeilt. Alle eilten sie auf diesen Straßen.
Aus Erfahrung wusste der Hunter, dass er nur beobachten musste. Wenn es sich bei dem Fremden um das handelte, was der Meister vermutete, dann würde es Spuren seines Handelns geben. Es würde Zeichen seines Terrors hinterlassen und in die Welt hinausschicken, wie die Auswüchse eines alles vernichtenden Unkrauts.
Der Hunter strich den rechten Ärmel seines Gewands zurück und entblößte seine Stahlhand. Mit den Fingern der Linken bediente er zwei der angebrachten Kontrollen und machte sich die Kraft seiner Weitsicht zunutze.
Und dann sah er sie: Auf einer der endlosen, sich immer wieder miteinander vermischenden Straßen, waren sie unterwegs. In einer langen Reihe von gleichsam geordneten und sich doch immer neu verformenden und zerfasernden Formationen kamen sie heran. Geschöpfe, wie er sie bis jetzt nur in seinen schlimmsten Albträumen gesehen hatte. Sie schienen direkt aus den apokalyptischen Gedanken der Menschen zu stammen und hatten doch nichts Menschliches an sich.
Der Hunter sah Große, Kleine, Männer und Frauen. Viele Kinder. Er sah, wie sie inzestuös übereinander und dann, mit wachsender Kraft, auch auf die neben ihnen laufenden, vielleicht vor ihnen fliehenden Reisenden übergriffen.
Es war ein Massaker, das da vor seinen Augen ablief. Und doch war er dazu verdammt, all dies stoisch zu betrachten. Ihn interessierte diese Phantasmagorie nur aus dem einen Grund: Anhand ihres Zugs konnte er vielleicht erkennen, in welcher Richtung er den Verursacher zu suchen hatte. Den Dämon, der dieses Elend über den Bezirk gebracht hatte.
Der Hunter schaltete die Weitsicht aus und machte sich auf den Weg. Seine Kraft und Geschwindigkeit überstieg die der normalen Reisenden bei Weitem. Daher kam er schnell voran. Jedenfalls, bis er in die Nähe der Verformten und Degenerierten gelangte.
Inzwischen hatten auch die begriffsstutzigsten unter den Reisenden mitbekommen, was ihnen da im Nacken saß. Die, die konnten, suchten ihr Heil in der Flucht. Aber die Monster waren zu schnell, sandten ihre Tentakelarme aus, schlangen eitrige Zungen um zuckende Opferleiber und schändeten mit schwelenden Gemächten wahllos alles, das ihnen in die Quere kam.
Und mit jedem Leben das genommen, mit jedem Dasein, das vergiftet wurde, wuchs die Zahl der marodierenden und meuchelnden Schar an. Wie eine Flutwelle ergossen sie sich auf die anderen Straßen und verschwanden in einer zunehmenden Stille in der Ferne. Wer von ihrem Wahnsinn verschlungen wurde, schrie nicht mehr, flehte nicht mehr.
Der Hunter stand inzwischen all dieses Leids und wusste, dass er sich nicht damit aufhalten durfte, diese Armen und Geschändeten von ihrem Dasein zu erlösen. Wenn er dies täte, dann würde ihm der Verursacher durch die Lappen gehen. Und um diesen zu fangen und zu vernichten war er hier. Geist hin oder her.
Auch wenn er zugeben musste, dass er so einen wahnsinnigen Zug lebender Leichen noch niemals zuvor gesehen hatte. Was konnte mächtig genug sein, um so etwas hervorzubringen?
Nun, er würde es herausfinden.
Ihm selbst konnte der Moloch nichts anhaben. Er war geschützt gegen diese niederen unter den niedrigsten Schädlingen des Verfalls. Mühelos hätte er jeden Einzelnen von ihnen vernichten können, selbst im Vorbeiziehen. Wenn der Zeitverlust nicht gewesen wäre.
Der Hunter ging weiter, stemmte sich gegen die endlose Welle der heranrückenden Leiber. Dort, wo er von den Halbwesen berührt wurde, fielen ihnen die Gliedmaßen ab. Sein Schutzschild, das ihn unsichtbar umgab, schnitt durch ihre Reihen wie ein warmes Messer durch Butter. Und doch wich niemand ihm aus, ja, achtete überhaupt auf ihn.
Diese Wesen taten, was sie tun mussten, wozu man sich auserkoren hatte. Und er tat das Seinige. Beide Ziele konnten nicht gleichzeitig existieren.
Dem Hunter war übertriebene Anteilnahme fremd. In seinem Beruf durfte er keine haben, denn er wurde immer mit dem Abschaum konfrontiert, mit dem Abnormen, dem Infizierten.
Denn ja, infiziert waren diese Leute. Von einem Bazillus befallen, der aus ihnen das geformt hatte, was sie nun waren. Nichts mehr als Karikaturen ihrer selbst.
Aber der Hunter konnte Ekel fühlen. Er ekelte sich, wenn er in die weit aufgerissenen Körperöffnungen der ihm entgegenwankenden Frauen schaute. In die seelenlosen Augen der Kinder, die sich teilweise rollend fortbewegten, wie sie aus ihren Stubenwagen gerissen worden waren. Am wenigsten dauerte ihn der Anblick der Männer, hatten diese doch etwas grobschlächtiges an sich, das einen fast glauben ließ, dass sie verdienten, was ihnen widerfuhr.
Der Hunter schritt kräftig aus und beobachtete dabei genau den Himmel und den Horizont. Es wurde auf seinem Weg immer dunkler und düsterer. Er kannte dies schon: Dort, wo der Einfluss einer schädlichen Macht am größten war, verödete die Landschaft und vergingen die Elemente. Doch niemals zuvor hatte er eine solche Finsternis gesehen. Die Blitze und Lichtimpulse, die in ihr gärten, hatten die Farbe von Schwefel.
Der Hunter befand, dass es an der Zeit war, dem Meister einen Zwischenbericht abzugeben über das, was er hier sah. Er blieb stehen, wo er war, blendete die ihn umgebenden Schrecken vollkommen aus seinem Bewusstsein aus, versank in einer Art tiefer Trance und sprach dann.
»Statusmeldung des Hunters aus Bezirk D. Ich habe eine großflächige Infektion festgestellt. Verursacher noch unbekannt. Habe die Spur aufgenommen. Es sieht schlimm aus.«
»Was bedeutet schlimm?« Die Stimme des Meisters füllte seinen vollständigen Verstand aus. Nichts existierte in diesem Moment. Nicht die Monstren, nicht die Straße, nicht die Bedrohung am Horizont.
»Mehrere Sektoren sind kontaminiert. Ich befürchte, es wird eine Säuberungsaktion mit vielen Verlusten notwendig werden.«
»Gibt es eine Möglichkeit der Wiederherstellung der kontaminierten Bereiche?«
»Das kann ich noch nicht sagen, Meister.«
»Gut. Setze deinen Weg fort, Hunter. Suche den Verursacher und bringe ihn zur Strecke. Ich erwarte danach deinen umfassenden Schadensbericht und die Optionen, die verbleiben.«
»Ja, Meister!«
Die Verbindung zwischen dem Herrn und seinem Diener riss ab und der Hunter fand sich wieder in der Realität. Was er sah, gefiel ihm dabei gar nicht. Während seines kurzen Austauschs, der vielleicht eine Minute lang gedauert hatte, war der Strom der Deformierten kleiner und dünner geworden. Zwar kamen sie noch, aber die Hauptmasse war versiegt – weitergezogen in andere Bereiche des Bezirks.
Das bedeutete, dass der Verursacher, jenes geisterhafte Wesen, sein Zerstörungswerk an Ort und Stelle so gut wie verrichtet hatte und danach wie ein Heuschreckenschwarm weiterziehen würde. Dabei war nicht gesagt, dass er sich genau von dem Punkt aus weiterbewegen würde, an dem er jetzt stand. Vielen Eindringlingen war es möglich, sich Expressrouten zunutze zu machen, die dafür sorgten, dass sie binnen Augenblicken an ganz anderer Stelle auftauchten.
Dann würde der Hunter wieder auf die Suche gehen müssen. Und in der Zwischenzeit breitete sich die Seuche aus und forderte immer mehr Opfer.
Der Hunter begann zu rennen. Es war ein seltsames Gefühl, weil er ansonsten so gut wie nie rannte. Er war es nicht gewohnt, sich so beeilen zu müssen. Aber dies war auch kein gewöhnlicher Auftrag. Er hatte Besorgnis in der Stimme des Meisters gehört. Und spätestens seitdem, eigentlich aber schon früher, war er selber besorgt.
Es wurde immer dunkler und dunkler. Der Hunter schaltete eine Stablampe ein, die ihm den Weg leuchtete. Immer noch kamen ihm vereinzelte Gestalten entgegen. Aber sie unterschieden sich von der Masse derer, die ihnen vorausgegangen waren. Sie waren langsam, kaum noch als Menschen erkennbar. Der Gegner hatte sich die Schwächsten offenbar bis zum Schluss aufbewahrt.
Ein Blitz durchzuckte den Himmel und es gab einen gewaltigen Donnerschlag. Der Hunter war sich sicher, dass es sich dabei um den Laut handelte, mit dem der Andere auf eine der Transitstrecken gewechselt war, aber dann sah er etwas, das er im ersten Augenblick beinahe übersehen hätte, weil es soviel unscheinbarer war, als er es sich ausgemalt hatte.
Vor ihm flimmerte die Luft in einer seltsamen Farbe. Das Flimmern bestand tatsächlich aus einer Reihe goldener Sterne, wie man sie vielleicht als Feenstaub erwartet hätte. Doch hier lag die Sache anders, wusste der Hunter. Diese Fee war eine Hexe und ihr Zaubertrank war Gift!
Wenn er sich nicht ganz gewaltig täuschte, dann hatte er sein Ziel gefunden.
Was ihn nur verwirrte, war, dass die flirrende Erscheinung keinerlei Anstalten machte, sich zu bewegen. Er hätte mit Verteidigungsmaßnahmen gerechnet. Mit einem Angriff. Tatsächlich aber schien er ignoriert zu werden.
Er glich diese Entität noch einmal mit dem ab, was er in seinem Gedächtnis aus der Wahrnehmung des Alten beim Tor gespeichert hatte. Es war der gleiche unfassbare Organismus. Aber er war größer geworden – gewachsen an seinen Aufgaben. Und dennoch unscheinbar im Vergleich zum Ausmaß der durch ihn angerichteten Zerstörung.
Der Hunter schlug seinen Mantel seitlich zurück und brachte seine Strahlenwaffe zum Vorschein. Sie funktionierte auf der Basis eines bestimmten binären Codes und bahnte sich damit ihren Weg in die Eingeweide jedes Lebewesens. Wenn das hier überhaupt ein legitimes Lebewesen war.
Kurz überlegte er, ob er es anrufen sollte, aber dann entschloss er sich, dass es keinen Unterschied machte. Sprach der Jäger mit dem Wolf, den er erlegte?
Der Hunter riss die Waffe hervor, presste den Auslöser und sah, wie der alles vernichtende Strahl die Mündung verließ. Sah, wie der Strahl auf das Wesen zuschoss. Musste sehen, wie er immer langsamer wurde, schließlich sogar direkt vor dem Flimmern zum Stehen kam und dann – der Hunter traute seinen Augen nicht – einfach zu Boden fiel!
Was, um des Meisters Willen, war denn das gewesen?
So etwas gab es einfach nicht, konnte es nicht geben. Der Hunter blickte auf unzählige Erfahrungen zurück, die er und andere seiner Art gemacht hatten. Die waren ihm unverrücklich in seinen Kopf programmiert worden. Aber noch nie hatte jemand so etwas wie dieses Ding gesehen.
Das Flimmern pulsierte immer noch an Ort und Stelle, begann nun aber, sich zu verdichten. Aus den goldenen Sternen wuchs ein einzelner Stern heran, klein wie ein Fußball und doch strahlend hell wie die Sonne. Kein freundliches Gestirn, das der Welt Leben schenkt, sondern ein alles verzehrendes Feuer. Geschaffen, um Welten zu vernichten.
Der Hunter schoss noch einmal, aber dieses Mal war es noch schlimmer als zuvor. Der Strahl wurde nicht nur langsamer, er wurde sogar auf den Ursprung seiner Entstehung zurückgelenkt. Nur seinen schnellen Reaktionen hatte er es zu verdanken, dass der Hunter nur seine zu Boden geschleuderte Waffe verlor und nicht gleichzeitig die Hand, welche sie gehalten hatte.
Ein gutturales, grauenvolles, durch Mark und Bein gehendes Lachen erfüllte plötzlich die Luft und die gesamte Umwelt. Es brachte den Boden zum Vibrieren, riss die Wolken auf und verjagte die letzten unförmigen Kreaturen, die sich noch in der Nähe ihres Erzeugers aufgehalten hatten.
Der Hunter hielt sich mit Mühe auf den Beinen. Er war stark, verdammt! Und was immer diese Ausgeburt der Hölle auch war, es musste eine schwache Stelle haben.
»Wer bist du!«, rief der Hunter. Vielleicht gab der Name des Monsters ihm einen Hinweis auf die geeignete Strategie.
»Ich bin«, dröhnte die Stimme, als sei sie jene Gottes auf dem Berg Sinai, »der goldene Tod!«
Blitzschnell durchsuchte der Hunter alles, was ihm an Wissen zur Verfügung stand. Aber er wurde nicht fündig. Ein Gegner dieses oder eines ähnlichen Namens war ihm nicht bekannt.
»Mache dir keine Mühe, Wurm! Ich bin stärker als du. Stärker als dein Meister! Weil mein Meister mich so erschaffen hat!«
Der Hunter stutzte. Gab es denn mehr als einen Meister? Bislang war er davon ausgegangen, dass sein Meister, der Meister aller Bewohner der Bezirke, die einzige göttliche Kraft des Universums war. Und dass die Wesen, mit denen er es zu tun bekam, Krankheiten waren, die aus sich erstanden. Krankheiten, für die niemand etwas konnte und die man heilen musste. Für die er die Heilung war.
»Ganz recht!« Wieder das Lachen und dieses Mal wäre der Hunter fast zur Seite gekippt. »Mein Meister hat mich stärker erschaffen als dich und deinesgleichen! Dieser Bezirk ist nur der Anfang. Bald schon werde ich mich ausbreiten, meine Diener sind bereits dabei, die Botschaft in die Welt zu tragen. Und dann wird der goldene Tod über alle Lande herrschen.«
Die Sonne schwebte ein wenig näher an den Hunter heran, der von Schrecken gepackt, kaum des Atmens fähig, stehen blieb. »Dies wird die Keimzelle sein. Der Ursprung einer neuen Ära, einer neuen Zeit. Alles wird sich mir unterordnen. Mir und meinem Meister. Die Zukunft beginnt jetzt und hier!«
Aber noch war der Hunter nicht tot, egal, was dieses Wesen auch immer geplant haben mochte.
Er besann sich auf seine eigene Schnelligkeit und die daraus resultierenden Möglichkeiten. Als die Sonne beinahe bei ihm war, ließ er sich zu Boden fallen, rollte sich zur Seite und brachte so erst einmal wieder einen gewissen Abstand zwischen sich und den Angreifer.
Wenn er gehofft hatte, dass das Eindruck auf den goldenen Tod machen würde, dann hatte er sich allerdings getäuscht. Die Kugel schwebte gemütlich in der eingeschlagenen Richtung weiter, als habe sie überhaupt nicht im Sinn, den Hunter wirklich zu töten.
Die Erkenntnis kam mit der Wucht einer Explosion: Der goldene Tod hatte wirklich nicht vor, ihm, dem Hunter, etwas anzutun! Für ihn war er nur einer von vielen, einer der sich vielleicht ein wenig besser zu wehren wusste, als die große Masse es tat. Aber dies änderte nichts daran, dass es aus der Weltsicht seines Gegners heraus keine Rolle spielte, ob der Hunter lebte oder ob er starb. Er war schlicht unwichtig!
Der Hunter begann, beinahe hektisch, sein Waffenarsenal zu durchsuchen. Er hatte noch sein Elektronenmesser, das ihm gegen die Lindwürmer, die er manches Mal zu jagen hatte, gute Dienste tat. Aber der goldene Tod schien keinen festen Körper zu haben, den man hätte durchschneiden können.
Auch die Wirkung einer der mitgeführten logischen Bomben, die dazu geeignet waren, das Gehirn eines Schädlings zum Implodieren zu bringen, war nicht sehr erfolgversprechend. Der goldene Tod hatte ein gewaltiges Ego, aber hatte er auch ein Gehirn?
Der goldene Tod war dabei, von der Szene zu verschwinden. Er war schneller geworden und begann, sich wieder in seine einzelnen Teile aufzulösen. Der Hunter interessierte ihn augenscheinlich überhaupt nicht mehr. Wenn er es denn jemals getan hatte.
Verzweifelt starrte er dem Monstrum hinterher. Sollte dies der erste Kampf sein, den er verlor? Was würde der Meister dazu sagen? Wie sollte er das jemals vor ihm oder sich selbst rechtfertigen?
Aus den Fragen erwuchs die Angst. Aus der Angst erwuchs die Panik. Und aus der Panik erwuchs die Verzweiflung. Der Hunter wusste, dass es eine absolute Verzweiflungstat war. Etwas, das er und andere seiner Profession bereits vor Jahren aufgegeben hatten.
Er würde den goldenen Tod in einem persönlichen, körperlichen Streich angreifen. Er würde sich mit Händen und Füßen, Zähnen und Klauen auf ihn stürzen und nicht eher Ruhe geben, bis er diesen leuchtenden Leib zerfetzt, die dröhnende Stimme zum verstummen gebracht und die gewaltige Blasphemie seiner puren Existenz beendet hatte.
Der Hunter sammelte sich und seine Kräfte. Er war stark! Stärker als dieses Geschöpf. Er war der Stärkste seiner Zunft – deswegen hatte der Meister ihn ausgewählt. Es war an der Zeit, es zu beweisen.
»Bleib stehen!«
Die Erscheinung reagierte in keiner Weise.
»Du sollst stehen bleiben!«
Langsam setzte sich der Hunter in Bewegung, vorsichtig abwartend. Solange die Sterne noch zu nahe beieinander waren, so lange gab es die gewaltige Hitze der Sonne. Wenn sie weiter auseinanderdrifteten …
Jetzt – jetzt war es soweit! Die einzelnen Segmente lösten sich und machten sich bereit – der Hunter traute seinen Augen nicht und konnte auch das Stöhnen nicht verhindern, das von seinen Lippen kam – jedes für sich in eine andere Richtung davonzueilen.
Der goldene Tod teilte sich vor seinen Augen auf. Auf diese Weise würde nicht nur dieser Bezirk, sondern der gesamte Kosmos binnen kürzester Zeit in eine von Aussätzigen bevölkerte Diaspora verwandelt werden.
Ohne noch lange nachzudenken, getrieben von blinder Wut und glühender Angst machte der Hunter einen Sprung auf das Flimmern zu, packte mit beiden Händen hinein und bekam tatsächlich zwei der Sterne zu fassen.
Kälte.
Eiseskälte fuhr durch seine Hände, die Arme hinauf und mitten hinein in seine Brust. Er versuchte loszulassen, aber er klebte fest. Die Kälte lähmte ihn und brachte seine Finger zum Krampfen.
Jetzt hatte er mit einem Mal die ungeteilte Aufmerksamkeit des goldenen Tods.
»Warum hast du das getan? Ich hätte dich weiterleben lassen. Als Schandmal deiner Selbst und deiner Zunft! Wo immer du hingekommen wärst, wärst du mit Steinwürfen und Pöbeleien empfangen worden in einer Welt, die ich mir nach meinem Ideal umgestaltet habe. Aber du wärst am Leben geblieben.«
»Was soll das für ein Leben sein, in dem ich meinen Meister enttäuscht und die Welt, für die ich kämpfte, verloren habe!«
»Gesprochen wie ein wahrer Held.«
Die Kälte erreichte seine Eingeweide und der Hunter spürte, wie sich Molekül für Molekül das Eis in ihm ausbreitete. Wenn es sein Herz erreichte, dann würde er wahrscheinlich sterben.
Aber vorher erlebte er etwas anderes. Da war ein Tasten in seinem Verstand, in seinen Erinnerungen. Beinahe zärtlich fühlte es sich an im Vergleich zu dem rohen Griff, in dem sein Körper gehalten wurde.
Wie Finger auf einer Klaviatur wurden die Nervenenden berührt und zärtlich wie die Berührung einer Feder glitt die Berührung die Nervenbahnen entlang.
Dann war es vorbei. Und was immer der goldene Tod auch gesucht hatte, er schien fündig geworden zu sein.
»Du bist anders«, sagte er.
»Ich bin der Hunter!«
»Das auch, aber ich spüre, dass du das Vertrauen des Wesens besitzt, das du deinen Meister nennst. Er setzt dich nicht nur in diesen Bezirken ein, sondern auch in anderen Universen.«
Der Hunter wollte darauf nicht antworten. Aber das brauchte er schon gar nicht mehr.
»Ich glaube, du könntest mir noch nützen, mein kleiner Freund.«
In einem Wirbelsturm fühlte sich der Hunter mit einem Mal hochgehoben. Der schwarze Himmel schien ihm auf den Kopf zu fallen, dabei war er es, der ihm entgegeneilte. Immer noch hielt er die beiden Sterne fest oder wurde vielmehr von ihnen gehalten. An ihnen baumelnd hakte er sich auf eine der Schnellrouten ein und wurde von der Kraft der puren Energie davon gerissen.
Das Gros des goldenen Tods blieb am Ort ihrer Auseinandersetzung, aber die Kraft des Teils, der bei ihm geblieben war, war nicht geringer geworden. Der Hunter musste sich der Realität stellen: Er war ausgeschaltet.
Mit einem müden und resignierten Blick nach unten sah er, dass immer mehr der Verbindungen von hier nach dort und überall hin zu Leichenzügen geworden waren. An manchen Stellen hatten die Verwandelten begonnen, übereinander herzufallen und sich gegenseitig umzubringen. Am Ende würde nur noch der Tod übrig bleiben. In diesem Bezirk, in allen Bezirken. Im gesamten Kosmos.
Der Hunter erkannte schnell, wohin die Reise ging. Sie führte ihn zurück zu dem Tor, durch das er eingetreten war.
Als sie dort ankamen, stürzten die beiden Sterne förmlich nach unten. Seine Arme, die er kaum noch spüren konnte, wurden aufs Stärkste strapaziert, als sein Körper, den Gesetzen der Schwerkraft folgend, emporgerissen wurde. Aber alles in allem war das kaum noch von Interesse für ihn. Die Kälte, welche von den tastenden Händen zurückgeblieben war, übertünchte jedes andere Gefühl.
Schließlich knallten sie mit voller Wucht auf den staubigen Asphalt vor dem metallenen Tor, das, natürlich, geschlossen war. Es würde sich auch nicht wieder öffnen, solange nicht …
Natürlich, das war der Grund, aus dem er hier war! Noch einmal erwachte ein Rest von Widerstandskraft im Hunter. Einmal noch reckte er störrisch sein Kinn vor und sein maskenhaftes Gesicht fixierte das Tor. Es musste geschlossen bleiben. Es musste …
»Öffne es für mich!«
Die Stimme kam von überall gleichzeitig und am lautesten aus ihm selbst. Es waren seine Lippen, die die Wörter formten. Sein Verstand wies ihn an, es zu tun.
Das, was einmal der Hunter gewesen war, wurde mit jeder Sekunde weniger. Wie ein Parasit fraß sich der goldene Tod in seine Eingeweide. Weniger ein Geist, sondern mehr ein Menschenfresser. Und ein Usurpator, der auf Erweiterung seiner Macht drängte.
»Nun nimm Kontakt zu dem Wesen auf, das du deinen Meister nennst. Lass ihn das Tor öffnen und dann werden du und ich in eine andere Welt aufbrechen. Und einer nach dem anderen wird jeder Kosmos fallen. Dies hier war dann nur der Anfang!«
Der Hunter wusste, dass er keine Chance hatte. Die Fingerspitzen der Eiseskrallen kratzten an seinem Herz. Er hatte keine Angst vor dem Sterben. Wenn es ein Ausweg gewesen wäre, dann wäre er hier und jetzt, auf der Stelle, gestorben.
Aber es gab keinen Ausweg. Es gab nur noch das Chaos. Nur noch den goldenen Tod.
Der Hunter öffnete seinen Mund, schloss ihn, öffnete ihn wieder. Wenn es ihm möglich gewesen wäre, hätte er vielleicht geweint. Um das Universum, das er hatte schützen sollen. Doch gegen diese Bedrohung war kein Kraut gewachsen.
Eine Hoffnung blieb: Es gab noch andere außer ihm. Und nach ihm würden andere Jäger kommen. Irgendwann war einer von ihnen bestimmt in der Lage, den goldenen Tod zu besiegen.
Bis dann der ewige Kreislauf aus Jäger und Gejagtem von vorne losging und niemand sich mehr sicher sein konnte, an welcher Stelle dieses Kreises er sich gerade eigentlich genau befand.
»Jetzt sprich!«, toste die Stimme, brachte seine Trommelfelle zum Platzen und seine Eingeweide zum Schmelzen. Die Hand krampfte sich um das Herz und nahm seinen Körper, der nicht mehr lange das Gefäß für seinen Geist sein würde, in Besitz.
Der Hunter schloss seine Augen und von irgendwo kam die Ruhe, die er brauchte, um seine neue, seine letzte Aufgabe zu erfüllen.
»Statusmeldung des Hunters aus Bezirk D. Die Infektion wurde eingedämmt, die Säuberung der infizierten Dateien abgeschlossen. Ein Neustart des Systems wird empfohlen. Sie können das Sicherungslaufwerk nun entfernen!«
»Gut gemacht, Hunter!«, ertönte die Stimme seines ehemaligen Meisters. Der Hunter nahm sie kaum noch wahr. Er sah nur, dass das Tor sich öffnete und den Weg zurück auf den USB-Stick, von dem er in das System eingespeist worden war, ermöglichte. Der goldene Tod, der potenteste Computervirus, von dem jemals jemand gehört oder den je jemand gesehen hatte, schleppte ihn auf die Öffnung zu, verharrte dort noch einmal, als würde er sich umsehen.
Kurz bevor das Tor sich schloss, huschte das neu entstandene Zwitterwesen aus Virus und Antivirus hindurch. Auf seinen Lippen ein Spruch, den es irgendwann einmal aufgeschnappt hatte und nun als durchaus passend empfand:
»Gehen wir zu dir oder zu mir?«

Der Hunter und der goldene Tod © 2016 Michael Behr für Nike Leonhard

Ganz, ganz herzlichen Dank noch einmal, lieber Michael!
Und wie ich schon an anderer Stelle gesagt habe: Auch wenn du die Geschichte aufgrund meiner Vorgaben und für mich geschrieben hast, ist sie natürlich weiterhin deine. Das heißt, dass du sie beliebig weiterverwenden, umarbeiten und wo immer du magst veröffentlichen kannst.

Der Codex Aureus: Fantasy kurz und gut

Cover für Steppenbrand, die Geschichte von Dejasir no'Sonak, der eigentlich nur das Beste für sich und sein Volk wollte.

o-tannenbaum-midiInzwischen weiß ich, dass es beim Marketing nicht darum geht, Nutzer für das eigene Produkt zu finden, sondern Marketingmaßnahmen dem Nutzer helfen sollen, das Produkt zu finden.

dfdsOk. Verstanden. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass ich dringend wieder über den Codex Aureus bloggen muss, weil sonst niemand erfährt, dass es in der deutschsprachigen Fantasy nicht nur Romane gibt, sondern auch viel kürzere Formate. Und so lange niemand weiß, dass es Fantasy Kurzgeschichten, Erzählungen und Novellen gibt, wird auch niemand danach suchen. Ein Teufelskreis, aus dem es aber einen Ausweg gibt!

Darf ich also vorstellen: Der Codex Aureus.
Der Name Codex Aureus ist Latein und bedeutet so viel, wie „Das goldene Buch.“ Genauer genommen, ist ein Codex eine Sammlung verschiedener Texte. Daher fand ich den Begriff sehr passend, um unter dieser Bezeichung phantastische Kurzgeschichten, Erzählungen und Novellen zu veröffentlichen.

Cover für Steppenbrand, die Geschichte von Dejasir no'Sonak, der eigentlich nur das Beste für sich und sein Volk wollte.

Die einzelnen Bände erscheinen vierteljährlich als eBooks, und zwar sowohl für Kindle als auch für Tolino und Kobo. Aber natürlich sind sie mit der entsprechenden App auch auf anderen Lesegeräten lesbar.

Bisher erschienen (neueste zuerst):

  • O Tannenbaum (Codex Aureus 4)
    Eine Dryade versucht, ihren Baum zu retten.
    Urban-Fantasy
  • Der Fluch des Spielmanns (Codex Aureus 3)
    Eine Geister- und Gaunergeschichte aus dem frühen Mittelalter
  • Steppenbrand (Codex Aureus 2)
    Die Legende von Dejasir no’Sonak. Heroische Fantasy im orientalischen Setting
  • Der Esel als Pilger (Codex Aureus 1)

Codex Aureus: Es brennt!

Gestern habe ich die Schlüsselszene für eine der kommenden Geschichten im Codex Aureus geschrieben. Die Idee zu dieser Geschichte trage ich schon ziemlich lange spazieren, aber bisher hat sie sich nicht so weit konkretisiert, dass ich sie einfangen und aufschreiben konnte. Bis mich gestern diese Szene überfiel:

Die Sonne malt goldene Linien in die staubige Luft. Der kleine Junge spielt auf dem Scheunenboden, zeichnet Kreise und Striche in den Staub. Mama, Papa, Vilia, Ernie. Hufschlag im Hof, der Kleine beachtet ihn nicht, malt noch eine Figur. Sich selbst. Stimmen draußen, erst leise, dann lauter. Böse. Die Nackenhaare des Kleinen sträuben sich.
Er presst das Gesicht gegen das rauhe Holz. Späht durch einen Spalt nach draußen. Sieht Reiter. Viele. Er versucht sie zu zählen, aber bei fünf gehen ihm die Zahlen aus. Sie reiten vor dem Haus auf und ab, schwenken Gewehre, Pistolen und Fackeln und rufen Papas Namen. Nur einer ist still. Ein schwarzer Reiter auf einem schwarzen Pferd.
Jetzt kommt sein Vater aus dem Haus. „Was wollt ihr?“ Papas Stimme ist laut, ruhig, kraftvoll. Nichts kann ihn je aus der Ruhe bringen.
„Dich!“
Der kleine Junge kann nicht erkennen, wer gerufen hat.
Lassos zischen durch die Luft. Einem kann Papa ausweichen. Aber das nächste fängt ihn und dann sind da auch schon zwei, drei andere. Ein Spinnennetz aus Tauen, das ihm die Arme an den Körper schnürt. Sein Vater ist ein kräftiger Mann. Fast hätte er einen der Männer vom Pferd gerissen, aber ein anderer holt mit seinem Gewehr aus und versetzt ihm einen Schlag gegen den Kopf. Papa fällt auf die Knie. Sein Kopf blutet.
Mama, denkt der kleine Junge. Wo ist Mama? Und wo sind Vilia und Ernie?
Papa sagt etwas. Es klingt wie eine Bitte. Aber der Mann mit dem Gewehr schlägt noch einmal zu und danach sagt Papa gar nichts mehr.
Sie schleifen ihn zum Brunnen, ziehen die Abdeckung beiseite und stoßen ihn hinein. Dann setzen sie die Abdeckung wieder drauf, die verhindert, dass ein Kind reinfällt.
Der kleine Junge will schreien, zum Brunnen laufen, Papa helfen, aber seine Angst ist zu groß. Leise winselnd rollt sich zu einem Bündel zusammen und hofft, dass die bösen Männer bald verschwinden.

Etwas kracht, er riecht Rauch. Rauh. Beißend. Der Junge zuckt hoch, will weglaufen, aber überall ist Feuer. Die Flammen lodern aus den Wänden, sie fauchen und brüllen. Fressen die Balken die krachend zerbersten. Und in der Mitte des Infernos ein kleiner Junge, der verzweifelt nach seiner Mutter schreit.

Das ist natürlich noch eine Rohfassung, aber ich finde sie stilistisch nicht mal so schlecht. Ahnst du schon, wo die Geschichte spielt?

Bis zur Veröffentlichung wird es aber noch etwas dauern, denn als nächstes steht eine Geistergeschichte an (passend zu Halloween) und danach brauche ich etwas mit einer Protagonistin, damit nicht der Eindruck entsteht, im Codex Aureus würden nur Geschichten mit Männern in der Hauptrolle veröffentlicht.

Wie man sich ins Knie schießt

Oder: Warum ich nicht auf Kobo veröffentliche

Vor einiger Zeit hatte ich auf Twitter eine kleine Umfrage zu eBook-Readern gestartet. Das Ergebnis ist natürlich nicht annähernd repräsentativ, aber es lässt den Rückschluss zu, dass von den Menschen, die ich mit meiner Werbung erreiche, fast genauso viele Kobos, wie Tolinos genutzt werden. Daher hatte ich beschlossen, den Codex Aureus auch dieser Lesergruppe zugänglich zu machen.

Auch hier wollte ich direkt veröffentlichen, weil mir sonst zu viel der ohnehin mageren Marge verloren geht. Zur Erinnerung: „Makler“ wie neobooks, epubli, tredition o.ä. veröffentlicht, kümmern sich zwar um die Konvertierung und sorgen dafür, dass das eBook bei allen Distributoren gelistet ist, verlangen dafür i. d. R. aber 30% vom Nettoerlös, d. h. von dem, was nach Abzug von Mehrwertsteuer und den Kosten des Distributors übrig bleibt.

Die Vorbereitung

Was Kobo als Distributorenkosten verlangt, ist leider zunächst unklar. Es kursiert zwar die Behauptung, als Autor behielte man 80% des Verkaufspreises, aber auf Kobo writing life, der Seite, über die man sich bei Kobo anmeldet, habe ich zumindest nichts gefunden. Dabei wäre das eine Information, die eigentlich in die FAQ gehört.
Falls ich nur was übersehen habe oder sich das irgendwann ändert, wäre ich für einen Hinweis dankbar, damit ich diesen Artikel ändern kann, denn natürlich möchte ich keine Gerüchte streuen oder falsche oder überholte Informationen weitergeben.
Auch sonst ist die Seite optimierbar. Nicht nur, weil sich der lästige Hinweis auf die Cookie-Richtlinie nicht wegklicken lässt, sondern weil sie zunächst in schönstem Denglish verfasst ist.

Kobo1
Die Texte sind auf Englisch verfasst, die eingefügten Bilder Deutsch.

Damit haben aber vermutlich eher die englischsprachigen Nutzer Probleme, denn die Standarteinstellung lässt sich ändern, indem man ganz nach unten scrollt und dort eine Sprache auswählt. Damit hat man dann auch deutschsprachige Erklärungen und Schaltflächen.

Kobo2
Hier sieht man den lästigen Cookie-Balken, der auch bei mehrfachem Anklicken bleibt

Auch die Informationen zum Ablauf und den Voraussetzungen fände ich ein bisschen dürftig, wenn das mein erstes Buch wäre. Aber gut, man bekommt immerhin einen Vorgeschmack dessen, was optisch auf einen zukommt.

Nutzerkonto anlegen

Dazu, dass man ein Konto braucht und dafür auf die Schaltfläche „Konto erstellen“ klicken muss, brauche ich wohl nichts zu sagen. Danach möchte Kobo erst einmal ganz viel von einem wissen: Name, Vorname, Adresse – wobei nicht ganz klar ist, ob man sich mit seinem richtigen Namen anmelden muss, oder (s)ein Pseudonym verwenden darf. Das erfährt man erst durch einen Blick in die Nutzungsbedingungen (unten auf der Seite verlinkt):

Kobo3

Von juristisch auf deutsch übersetzt heißt das, dass man den richtigen Namen verwenden muss, es sei denn, das Pseudonym ist im Personalausweis eingetragen. Kobo ist außerdem wichtig, in welchem Bundesland man wohnt. Ohne diese Angabe geht gar nichts.

Außerdem muss man sich bereits jetzt entscheiden, welche E-Mail-Benachrichtigungen man gerne bekommen möchte. Und dann möchte Rakuten, der Mutterkonzern, gerne wissen, wie man auf Kobo writing-life gestoßen ist.

Die Nutzungsbedingungen

Wenn man das gespeichert hat, kommt man auf eine Seite, in der erstmals die Bedingungen für die Veröffentlichung genannt werden – und da wartet Kobo mit ein paar Überraschungen auf.

  • Man muss 18 sein bzw. in seinem Heimatland voll geschäftsfähig. So weit das ist alles ok; Jüngere können sich die Genehmigung der Eltern holen.
  • Kobo darf Bücher wieder aus dem Programm schmeißen. Auch das ist ok und nennt sich Vertragsfreiheit, schließlich darf man seine Bücher auch aus dem Programm nehmen.
  • Wo das Buch angeboten wird, entscheidet Kobo. Das fand ich schon bedenklicher, aber gut. Mein Markt ist Deutschland; wenn der Codex Aureus in Japan nicht zu haben ist, mache ich dadurch vermutlich auch keine Verluste.
  • Man legt den Preis nicht selber fest, sondern nennt Kobo nur eine Preisempfehlung, den Verkaufspreis bestimmt Kobo nach eigenem Ermessen. Da habe ich das erste Mal große Augen gemacht. Aber gut, noch hatte ich die Hoffnung, dass die schon wissen, was sie tun.
  • Kobo zahlt 45 % dieser Preisempfehlung (nicht des Verkaufspreises!). WTF! Die dürfen den Preis beliebig hochtreiben, müssen mich aber nicht beteiligen?
  • Die Preisempfehlung muss in Deutschland mindestens 1,99 € betragen. Trotzdem darf das Buch bei keinem anderen Anbieter billiger zu haben sein (Verstoß gegen die Buchpreisbindung).

Beim letzten Punkt war ich endgültig raus. Anders als im anglo-amerikanischen Sprachraum existiert in Deutschland noch keine große Nachfrage nach Kurzgeschichten, Novellen und Erzählungen (auch wenn ich da im eBook-Sektor eine Marktlücke sehe, in der ich mich mit dem Codex Aureus breit machen will). Dementsprechend gering ist der Preis, den man dafür zur Zeit nehmen kann. 1,99 € sind vollkommen utopisch.

Daher kann ich nur sagen: Liebe Leser, es tut mir leid. Ich hätte gewollt. Rakuten/Kobo leider nicht.


P.S.: Wie ich eben über Twitter erfahren habe, können Kobo Reader aber die ePubs von Tolino lesen, so lange keine DRM (ein von Adobe entwickelter Kopierschutz) drauf ist. Auf den verzichte ich seit je her.
Wer an meinen Geschichten interessiert ist, kann sich die daher problemlos bei einem der Tolino-Händler runterladen. Einfach den Kobo anhängen, Geschichte runterladen, lesen. Ich hoffe, mit Genuss!

Verlag oder Selfpublishing?

Welcher ist euer Weg und wieso?

Um diese Autorenfrage von Jill Noll entspann sich letzte Woche eine spannende Diskussion auf Twitter. Die grundsätzlichen Pros und Contras sind bekannt und waren entsprechend schnell zusammengetragen. Fast erwartungsgemäß stellte sich heraus, dass die Vorzüge des einen, gleichzeitig die Nachteile des anderen sind.

Vorzüge des einen sind die Nachteile des anderen

  • Für den Verlag spricht natürlich, dass der Verlag das Lektorat und das Cover bezahlt (bei gedruckten Büchern auch den Satz), das Marketing übernimmt und einen Vorschuss zahlt. Ein weiterer Vorteil (bei Print) ist die erhöhte Sichtbarkeit, weil Bücher von Verlagsautoren leichter den Weg in die Buchhandlung finden.
    Für den Verlagsautor heißt das: Mehr Zeit zum Schreiben und kalkulierbare Einnahmen.
  • Für Selfpublishing sprechen vor allem die größeren Gestaltungsmöglichkeiten. Man kann Cover, Klappentext, Schriftart, Preis und Marketingmaßnahmen selber bestimmen. Auch beim Inhalt redet einem niemand rein. Außerdem bekommt man einen deutlich höheren Anteil vom Verkaufspreis und muss sich nicht mit Deadlines rumschlagen.
    Insgesamt genießt man als Selfpublisher deutlich mehr Freiheiten.

Auf die Details kommt es an

An dem Punkt hätte die Diskussion zuende sein können, tatsächlich nahm sie aber erst Fahrt auf, weil jetzt die persönlichen Erfahrungen mit ins Spiel kamen. Vieles, was bei Verlagsautoren als Vorteil gesehen wird, stimmt nämlich nur für die großen Publikumsverlage – und selbst da nur eingeschränkt.

Viel verdienen Autoren meist sowieso nicht. Egal ob SP o. Verlag. (Anja Kiel)

So ist ein Verlagsvertrag durchaus keine Garantie, in den Buchhandel zu kommen. Das liegt nicht unbedingt an den Verlagen, sondern am Buchhandel selbst. Der oft beschworene kleine Buchhändler um die Ecke ist nicht notwendigerweise ein Hort der Kultur oder Reservat für besondere Bücher, sondern meist nur Umschlagsplatz für Schnelldreher. Das ist nicht nur meine Erfahrung, sondern entspricht auch der des Seitenstraßen Verlags, der sie in mehreren Blogbeiträgen geschildert hat (auch die Kommentare sind interessant).
Auch optimales Marketing ist bei einem Verlagsvertrag nicht garantiert. Die großen Publikumsverlage investieren vor allem in die voraussichtlichen Bestseller. Was als „Füllstoff“ ins Programm aufgenommen wird, bekommt oft nur einen Platz in der Vorschau und vielleicht noch eine Autorenseite. Wenn der Autor mehr will, muss er sich selber kümmern. Damit tritt in gewisser Weise eine selbsterfüllende Prophezeiung in Kraft: Der Verlag erwartet wenig und investiert deshalb wenig. Dadurch ist die Sichtbarkeit gering und das Buch hat wenig Chancen wahrgenommen und gekauft zu werden. Die Folge: Es macht nur wenig Umsatz und fliegt nach 2 Jahren aus dem Programm.
Der Autor ist damit doppelt gekniffen: Er verdient wenig, denn natürlich richten sich die Vorschüsse nach den Verkaufserwartungen. Je weniger Umsatz der Verlag von einem Buch erwartet, desto geringer fällt der Vorschuss für den Autor aus. Außerdem hat er einen Flopp produziert; der Verlag wird daher auch in Zukunft wenig von ihm erwarten und sich wenig für ihn einsetzen.

Auf der anderen Seite sieht es beim Selfpublishing keineswegs besser aus. Das erste große Problem des Selfpublishers ist, überhaupt wahrgenommen zu werden.

Beim SP absolutes Con: Marketing, weil oft das Netzwerk/Zeit fehlt (Bianca Fuchs)

Mit gedruckten Büchern hat man immerhin noch Chancen auf ungewöhnliche Vertriebswege. So hat z. B. Nele Neuhaus ihre ersten Bücher auch über die Fleischfabrik ihres Mannes verkauft. Bei eBooks ist man ganz und gar auf die Listen der Online-Buchläden angewiesen, wo das eigene Buch eines von tausenden ist. Die Chance, als Neueinsteiger wahrgenommen zu werden ist Null, so lange man kein Marketing macht.
Für Marketing braucht man aber Ideen, ein Netzwerk und Zeit – oder Geld. Mit Geld lassen sich Werbekampagnen bezahlen. Aber die wenigsten Selfpublisher haben genug Geld, das zu bezahlen. Also muss man sich selber kümmern. Empfohlen wird, ungefähr 50% der vorhandenen Schreibzeit auf das Marketing zu verwenden.
Geld ist ohnehin so eine Sache: So lange man nichts verkauft, kommt auch nichts rein. Da nützt auch der höhere Anteil am Buchverkaufspreis nichts. Nun sind Selfpublisher in vielen Fällen Idealisten, denen es nicht nur ums Geld geht.

Wir schreiben ja nicht nur des Geldes wegen… (Andreas Hagemann, Autor der Xerubian Serie)

Trotzdem sollen sie professionell auftreten. Der Markt fordert ein ansprechendes Cover, Lektorat, Korrektorat … Alles Dinge, die auch bezahlt werden wollen, wenn man sie extern von Profis erledigen lässt. Auch das Geld muss man erst mal haben.
Aber als Selfpublisher ist man ja frei und kann natürlich auch beschließen, Covergestaltung, Lektorat und Korrektorat selber zu machen. Das kostet lediglich Zeit. Viel Zeit, um genau zu sein. Ob man es genauso gut macht, wie ein Profi, ist stark von den individuellen Fähigkeiten abhängig.
Man muss sich aber bewusst sein, dass jeder Fehler auf einen selbst zurückfällt. Als Self-Publisher wird man besonders misstrauisch beäugt: Ein Rechtschreibfehler im Manuskript? Ja, klar, Selfpublishing eben. Bei einem Verlagsautor sagt das niemand. Nicht über den Autor und nicht über den Verlag.

So, und nun?

Trotz der Nachteile beim Selfpublishing denke ich, dass meine Entscheidung richtig war. Für mich ist der entscheidende Vorteil als Selfpublisher die größere Freiheit bei den Inhalten und den Formaten.

Mit anderen Worten: Mit Kurzgeschichten brauche ich mich gar nicht erst bei einem Verlag zu bewerben. Schon gar nicht mit Fantasy-Kurzgeschichten. Anders als im englischsprachigen Raum, haben Kurzgeschichten in Deutschland keine eigenständige Tradition. Bestenfalls traut sich mal ein Verlag, eine Anthologie herauszubringen. Aber auch das sind wenig geschätzte Nischenprodukte.
Aus Gesprächen mit Lesern weiß ich aber, dass sie durchaus „Geschichten für zwischendurch“ zu schätzen wüssten. Insofern sehe ich da durchaus eine Marktlücke. Nicht im Print, aber als eBook. Beim Print wären die Produktionskosten schlicht zu hoch.
Dass ich damit nicht reich werde, ist mir klar. Für viel mehr, als 0,99 € kann ich für die Geschichten nicht verkaufen. Davon kommen weniger als 0,30 € bei mir an. 0,19 € behält der Staat, den Rest der Handel.
Genauso ist mir klar, dass ich nie einen Bestseller landen werde. Das Projekt wird, wenn überhaupt, langfristig funktionieren. Meine Hoffnung ist, mir durch regelmäßige Veröffentlichungen und virales Marketing auf Dauer einen Leserkreis aufzubauen, der nach und nach auch die älteren Geschichten liest. Dementsprechend produziere ich im Moment aber eher quick and dirty. Wenn das Projekt ins Rollen kommt, werde ich in zuerst in ein professionelleres Cover und später vielleicht auch in Korrektorat und Lektorat (in dieser Reihenfolge) investieren.

 

Brainstorming für die 4. Clue Writing Challenge

Rahel und Sarah von Clue Writing haben es wieder getan: Sie haben einer Challenge aufgerufen. Dieses Mal sind aber keine Worte vorgegeben, sondern Titel:

Erste Titelvorgabe: Biedermann und die Brandmelder
Zweite Titelvogabe: Der Kinobesuch der alten Dame

Bis zum 29. Juli ist jetzt Zeit, eine Kurzgeschichte (oder mehrere) zu einem der beiden Titel (oder auch zu beiden) zu verfassen und hochzuladen.
Dieses Mal gibt es sogar etwas zu gewinnen. Die Sieger werden mit Buchpaketen aus dem Waage-Verlag belohnt – aber auch alle anderen dürfen sich auf ein Buch als Belohnung freuen.

Aber nicht nur deshalb freue ich mich auf’s Mitmachen, sondern auch, weil es schon beim letzten Mal einen Riesenspaß gemacht hat.
Mir sind zum Kinobesuch der alten Dame spontan ein paar Ideen gekommen, die ich gerade auf ihre Tauglichkeit abklopfe. Mit der Vorlage haben sie allerdings nur sehr entfernt zu tun. Sehr entfernt. So 2 – 3 Lichtjahre. Aber wie es aussieht, wird es einen Todesfall geben.