Mein Pseudonym wird amtlich

28768659_964298187058547_1701217180_oIch habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass Nike Leonhard nicht mein „richtiger“ Name ist. Warum ich ein Pseudonym benutze, habe ich hier schon mal beschrieben. Daneben gibt es noch diverse andere Gründe, für das Schreiben unter Pseudonym. Allerdings stand der Name Nike Leonhard bisher nur auf meinen Büchern. Um Verträge abzuschließen, musste ich weiterhin meinen „Realnamen“ verwenden, was teilweise für Irritationen gesorgt hat.

Das habe ich jetzt geändert. In drei Wochen bekomme ich einen neuen Personalausweis, in dem Nike Leonhard ganz offiziell als Pseudonym vermerkt sein wird.

Das Ganze war weitaus unkomplizierter als befürchtet.

Ich hatte vorher beim Bürgertelefon nachgefragt, bekam aber nur die sehr allgemein gehaltene Auskunft, ich müsse zum Meldeamt gehen und mein Anliegen vortragen. Nicht sehr hilfreich. Hilfreicher war der Tipp, morgens hinzugehen, um lange Wartezeiten zu vermeiden.
Also habe ich mir einen Termin gesucht, an dem das Meldeamt früh öffnet und mir bis dahin Gedanken gemacht, was ich denen erzählen und welche Beweise für meine schriftstellerische Tätigkeit ich vorlegen könnte. Schließlich habe ich mich entschieden, nur Visitenkarten sowie die Printausgaben von Steppenbrand und Biss zum letzten Akt mitzunehmen und ansonsten auf die Einträge bei Google zu verweisen.

Trotzdem war ich beim Aufbruch ziemlich nervös. Was, wenn das nicht reicht? Oder der Nachweis verlangt wird, dass tatsächlich ich besagte Nike Leonhard bin und mich nicht nur für sie ausgebe? Dann fiel mir das Interview wieder ein, das im Rahmen von Literatur unter Strom entstand und bei ver.di verlinkt ist. Da ist auch ein Foto dabei. Also war ich erstmal beruhigt, bis mein Hirn das nächste Horrorszenario ausbrütete. Und so weiter.
Worauf ich nicht gefasst war, war der Mensch an der Information, der mir erklärte: „Da sind Sie hier falsch. Da müssen Sie zum Standesamt.“
Auf meinen Einwand, man habe mir aber gesagt, für Pseudonyme sei das Meldeamt zuständig, kam dann: „Ne, da haben die wohl was verwechselt. Wir können nur zusätzlich einen Künstlernamen eintragen.“
Ok, damit war das auch geklärt.

Zwanzig Minuten später saß ich vor einer Sachbearbeiterin, legte meine Bücher auf den Tisch und sagte, dass ich noch mehr geschrieben, das aber ausschließlich als E-Books veröffentlicht hätte.
„Ach, dann findet man Sie sicher auch bei Amazon?“
„Ja, und bei jeder anderen Online-Buchhandlung auch.“
„Super. Der Künstlername unterscheidet sich ja auch ausreichend von ihrem richtigen Namen. Haben Sie Fotos für den neuen Ausweis dabei?“
Hatte ich nicht. Damit, dass es so schnell und reibungslos gehen würde, hatte ich nämlich nicht gerechnet. War aber auch kein Problem, weil das Meldeamt einen Apparat für garantiert ausweistaugliche Fotos hat.

Eine Viertelstunde später waren wir mit allen Formalien durch. Ich habe 33,- € (inkl. Fotos) gezahlt und das war’s. Jetzt bin ich auch ganz offiziell Nike Leonhard. Nur meine Unterschrift sollte ich mal wieder üben.

 

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