O Tannenbaum ist im Handel – bisher leider nur bei Amazon

Mit „O Tannenbaum“ liegt nun schon die vierte Ausgabe des Codex Aureus vor. Leider derzeit nur bei Amazon, weil die Tolino Qualitätssicherung noch Mängel gefunden hat: Man findet die Einordnung des Genres nicht verkaufsfördernd.

In einer freundlichen Mail wurde mir mitgeteilt, dass folgendes Problem bestehe:

Für die Sichtbarkeit, die Auffindbarkeit und damit Ihrem Umsatz auf den Partnerportalen ist die Platzierung des Genres „Belletristik“ als erstes Genre eher ungünstig, da es sehr allgemein ist. Je spezifischer das erste Genre den Charakter Ihres Titels beschreibt, desto leichter lässt es sich unter allen anderen Titeln finden. Bitte ändern Sie die Reihenfolge.

Dieser Aufforderung werde ich selbstverständlich nachkommen. Es ist ja auch irgendwie schön, dass man sich bei Tolino derart viele Gedanken macht, statt das Buch ohne Rücksicht auf die Konsequenzen einfach hochzuladen.
Zum Genre sei hier schon gesagt, dass es sich um Urban bzw. Contemporary Fantasy handelt.

o-tannenbaum-midiVelona ist eine Dryade; eines jener friedfertigen Wesen, die wenig anderes im Kopf haben, als die Bäume, mit und von denen sie leben. Die Bindungen zu einzelnen Bäumen kann sehr eng werden. So eng, dass die Dryade leidet, wenn ihr Baum Schaden nimmt und stirbt, wenn er gefällt wird. Solche Seelenfreundschaften oder Symbiosen sind selten. Aber auch sonst können Dryaden sehr wütend werden, wenn sich jemand an »ihren« Bäumen vergreift.

Wenn man, wie Velona, in einer Baumschule lebt und sich ausgerechnet in eine gutgewachsene Nordmanntanne verguckt, ist der Ärger vorprogrammiert.

Ich wünsche eine schöne Adventszeit und viel Spaß beim Lesen. Und natürlich freue ich mich riesig über Rückmeldungen. Sei es als Rezension auf euren eigenen Blogs oder auf Portalen wie Lovely Books oder als Bewertung bei der Buchhandlung, bei der ihr gekauft habt.

Für alle, die auf dem Kindle oder per Kindle App lesen, hier schon mal der Link zu O Tannenbaum bei Amazon,

eBook-Reader: Der Eine geht, der Andere kommt

Aus für den Kobo Glo

An seine Stelle soll der neue Kobo Aura Edition 2 treten, dessen Features aber offenbar nicht wirklich konkurrenzfähig sind. So fällt er mit seinem nur 1024×768px (212ppi) auflösenden E-Ink-Carta-Panel in puncto Anzeigequalität nicht nur hinter dem Kindle Paperwhite 3 zurück, sondern auch hinter dem Kobo Glo HD, den er ja ersetzen soll. Damit gibt es jetzt weniger Anzeigequalität zum praktisch gleichen Preis, denn der Neue soll nur um 10 Euro günstiger angeboten werden.

Damit führt Rakuten nun auch bei der Hardware vor, wie man sich ins Knie schießt.

Neuer eReader von Pocketbook

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Bild via http://www.lesen.net/ereader/pocketbook-touch-hd-300ppi-lesegeraet-mit-audio-und-speicher-erweiterung-28559/

Interessant klingt demgegenüber die Ankündigung für den neuen Touch HD von Pocketbook. Der wartet nicht nur mit dem handelsüblichen Retina-Display und Ink Technologie auf, sondern verfügt mit 8GB über einen riesigen Speicher, der überdies mit einer SD-Karte erweiterbar ist. Das könnte auch nötig sein, denn anders als die Konkurrenz von Tolino, kann der Touch HD über einen Audioausgang auch MP3-Dateien abspielen und verfügt über eine Text-to-Speech-Funktion.

Was Pocketbook fehlt, ist ein eigener Store. Aber da das Gerät ePub-Formate (mit und ohne DRM) lesen kann, gehe ich davon aus, dass man seine eBooks problemlos aus so ziemlich allen Online-Buchhandlungen beziehen kann (mit Ausnahme von Amazon, versteht sich).


Mehr zum Thema:
Kobo Glo/Kobo Aura: http://www.lesen.net/ereader/kobo-stoppt-verkauf-von-kobo-glo-hd-29377/
Pocketbook Touch HD: https://papierlos-lesen.de/pocketbook-zieht-mit-dem-touch-hd-hochaufloesend-nach/

Fundstück: Bilder in ePub einbinden

Manchmal hätte man gerne Bilder im eBook. Sei es Grafik zu einem Sachtext, als Illustration oder Autorenfoto wie im Print üblich. Bei eBooks ist das deshalb ein bisschen schwierig, weil die Reader auf Text und nicht auf Bilder ausgelegt sind. Nicht nur, dass sie keine Farben wiedergeben können, sie verfügen auch lediglich über 16 Graustufen.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt, findet auf dem Blog von Tolino Media eine kurze Anleitung, wie sich Bilder für ePub zurechtschneiden lassen. Ein paar HTML-Kenntnisse schaden nicht, aber der Artikel ist auch so gut verständlich.
Inzwischen ist auch der zweite Teil der Anleitung online. Hier geht es um die Positionierung im Text, Rahmen und Bildunterschriften.

Die so erzeugte Datei kann auch bei KDP hochgeladen werden, das dann automatisch ein Mobi-Format für den Kindle erzeugt. Wie das Ergebnis dieser Konvertierung aussieht, bleibt abzuwarten.

Ein Bild und 30.000 Wörter

Weil andere Blogger immer so schöne Bilder von sich, ihren Büchern oder ihren SUBs in den Beiträgen haben, habe ich heute ein paar Fotos von Steppenbrand geschossen.

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Codex Aureus – Steppenbrand: links auf dem Kindle Fire, rechts auf dem Tolino Vision

Für eine Fantasy-Geschichte, die in bzw. am Rande einer Steppe spielt, wirkt die Deko vielleicht ein bisschen zu üppig. Aber die weißen Blüten wollte ich unbedingt mit ins Bild nehmen, weil sie innerhalb der Geschichte eine wichtige Rolle spielen.

Neugierig geworden? Hier geht es zur Leseprobe von Steppenbrand.

 

 

 

 

 

 

eBooks: Welche Distributoren lohnen sich für mich?

Als Selfpublisher will man logischerweise auch gelesen werden. Also muss man sich fragen, wo man seine Kunden findet. Wer sein Buch drucken lässt, muss sich Buchhandlungen oder andere Vertriebspartner suchen. Bei eBooks ist es ein bisschen leichter, weil es nicht so viele Vertriebswege gibt. Die verschiedenen Möglichkeiten hatte ich in diesem Beitrag unter der Überschrift „Hochladen“ beschrieben.

Ich habe mich entschieden, meine Geschichten für den Codex Aureus direkt beim Distributor hochzuladen. Das bedeutet zwar etwas Mehraufwand, lohnt sich in meinem Fall aber, weil die ohnehin geringe Marge sonst weiter geschmälert würde.
Rein intuitiv bin ich damit zuerst zu Amazon und zu Tolino gegangen. Beide werden immer wieder verglichen und letztes Jahr meldete die GfK*, dass Tolino inzwischen Amazon bei den Verkaufszahlen überholt habe**. Kann also nicht ganz verkehrt sein.

Erst mit der Veröffentlichung von Steppenbrand, der zweiten Geschichten im Codex Aureus, kam mir langsam die Frage in den Sinn, ob das so sinnvoll ist. Was ist mit denen, die Kobo, iBook oder einen der anderen Reader nutzen? Schließe ich durch Beschränkung auf Tolino und Kindle vielleicht einen riesigen potentiellen Leserkreis aus?
Die Frage ließ mir keine Ruhe, aber leider fand ich im Internet kaum Informationen. Fast alle Beiträge beziehen sich auf das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Tolino-Allianz und Amazon. Also beschloss ich, ein bisschen eigene Marktforschung zu betreiben und startete eine kleine Umfrage auf Twitter, bei der ich abfragte, auf welchen Readern gelesen wird.

Umfrage zu Readern

Die Ergebnisse sind natürlich keineswegs repräsentativ. Aber immerhin geben sie eine Momentaufnahme aus der Gruppe, die ich auch mit meinen Marketingmaßnahmen erreiche. Von dem Gleichstand zwischen Tolino und Amazon ist hier nicht viel zu sehen. Statt dessen gibt es eine massive Dominanz von Kindle-Nutzern, was eigentlich kein Wunder ist, wenn man bedenkt, wie lange der deutsche Buchhandel die Entwicklung auf dem eBook-Markt verschlafen hat. Interessant ist auch, dass Tolino und Kobo fast gleichauf liegen. Andere Reader spielen dagegen kaum eine Rolle. In den Kommentaren meldeten sich vorwiegend Leser, die ihre eBooks auf dem Tablet lasen.

Für mich heißt das Ergebnis aber ganz klar, dass ich mich nicht auf zwei Distributoren beschränken sollte.

Nachtrag v. 04.09.2016
Aufgrund der Umfrageergebnisse wollte ich Steppenbrand auch bei Rakuten (das ist die Firma hinter Kobo) herausbringen, damit es auch in den Kobo Shops gelistet ist. Meine Erfahrungen damit habe ich in einem anderen Artikel beschrieben: Wie man sich ins Knie schießt.
Dort erkläre ich, warum ich mich gegen eine Zusammenarbeit mit Rakuten entschieden habe, aber auch, warum das für Kobo Nutzer kein Problem ist: Da die Kobo eReader ebenso wie die Tolinos auf ePub ausgelegt sind, können Kobo Nutzer den Codex Aureus über den online Buchhandel der Tolino-Allianz herunterladen.


*GfK: Laut Wikipedia das größte deutsche Marktforschungsinstitut
** Quelle: e-book-news.de v. 23.09.2015

Steppenbrand (Leseprobe)

Wenn Baranu no’Sonak geahnt hätte, welches Leid das dritte Kind seiner Frau Nourja über die Stämme der Khon bringen würde, hätte er den Jungen nach der Geburt in die Steppe hinausgetragen. Weit entfernt vom Lager hätte er das Neugeborene auf einen Stein gelegt und sein Schicksal der Sonne, den Zähnen der Schakale und den Schnäbeln der Geier überlassen. Niemand, nicht einmal Nourja no’Arhan hätte sein Verhalten missbilligt. Im Gegenteil: Obwohl geschwächt von der Geburt, hätte sie das Kind eigenhändig erstickt, wenn ihr Mann nicht getan hätte, was getan werden musste.
Aber niemand sah das kommende Unheil. Ein Grund mochte sein, dass die Geburt schwer gewesen war und sich so lange hinzog, dass man um das Leben von Mutter und Kind bangte. Um so größer war daher die Freude, als beide sie heil überstanden. Die Freude steigerte sich noch, als offenbar wurde, dass der kräftige Knabe eine Glückshaube trug; und als er die Welt begrüßte, stimmten die Frauen um Nourjas Bett mit Freudentrillern in sein Schreien ein.
Als bestes Omen galt jedoch, dass der Junge genau zu Beginn der Regenzeit geboren wurde.

Der Regen hatte gleichzeitig mit den Wehen eingesetzt. Er begann als leichtes Tröpfeln, nahm beim ersten Schrei Nourjas zu und steigerte sich mit den stärker werdenden Wehen. Er löschte die Schutzfeuer und trieb die Sonakari in die Zelte. Dunkelheit fraß die Sonne; der Mittag wurde Nacht. Blitze zuckten wie Arhanvipern über den Himmel und von den Hügeln dröhnte der Donner, als käme von dort eine Armee gezogen.
»Hütet euch! Das sind die Bronzetrommeln der goldenen Reiter«, tuschelten die Alten.
Entsetztes Schweigen war die Antwort. Jeder kannte Legenden über die Reiter. Doch man hütete sich, sie im Dunklen zu erzählen. Es hieß, sie seien die Geister gefallener Feinde; gestorben in jenem Krieg, in dem die Khon die Weiten des Grasmeers eroberten. Die Gebeine der Helden, die in diesem Krieg gekämpft hatten, waren längst zerfallen, sie selber zurückgekehrt in den Kreis des Lebens. Anders die Seelen der goldenen Reiter: Sie fanden keinen Frieden. Über die Ursache gab es viele Mutmaßungen, aber alle Geschichten stimmten darin überein, dass sie Dhalori waren. Unheilbringer.
Daher griff der Geistseher nach seiner Trommel und stimmte einen Gesang an, der beruhigen und das Böse bannen sollte. Trotzdem tasteten die Sonakari nach ihren Waffen. Sie alle lauschten in den Sturm hinaus, der mit Regenpeitschen auf die aus Ziegenhaaren gewebten Zeltbahnen einhieb.
Auch die Frauen, die Nourja no’Arhan beistanden, fürchteten sich. Keine von ihnen, ausgenommen Alizarde, die Älteste, hatte schon einmal so ein Unwetter erlebt. Alizarde bemühte sich, einen klaren Kopf zu behalten, beschäftigte die Jüngeren mit sinnlosen Aufträgen und sprach allen Mut zu.
»Das ist ein gutes Zeichen, ein sehr gutes«, versicherte sie immer wieder. »Dieses Kind ist gesegnet. Merkt euch meine Worte.« Doch auch sie schielte ein ums andere Mal verstohlen zur Zeltdecke und betete stumm um ein rasches Ende dieses Segens.
Endlich bäumte sich Nourja in einer letzten Anstrengung auf. Der Schrei, den sie dabei ausstieß, glich dem einer Löwin und übertönte sogar den Donner. Im nächsten Augenblick flutschte der Junge in Alizardes Arme.
»Wie ein Fisch«, erzählte die später dem Geistseher. »Wie ein Dharuk kam er herausgeschossen. Ich konnte ihn gerade noch auffangen.«
Mit dem ersten Schrei des Neugeborenen legte sich das Unwetter, als habe er es vertrieben. Die Arhanschlangen zogen sich hinter die Hügel zurück. Die Bronzetrommeln verloren sich in der Ferne. Der Regen ließ nach, wurde zu Niesel und hörte auf. Die Sonne fraß die letzten Wolken. Als der Junge gewaschen und in ein neu gewebtes Tuch gehüllt, aus dem Zelt getragen wurde, glitzerten die Pfützen golden.

»Die Zeichen verheißen Wohlstand, Schlachtenglück und ein langes Leben«, verkündete der Geistseher, nachdem er das Neugeborene lange betrachtet und über die Umstände seiner Geburt meditiert hatte. »Dieses Kind ist im Zeichen des Wassers geboren. Nicht des gebundenen Wassers, sondern des fallenden. Welcher Name wäre angemessener, als Dejasir?«
Das war ein in guter Name, den jeder mit Stolz tragen konnte. In der Sprache der Khon bedeutete er »starker Regen«. So ein Regen füllte die Flüsse und Wasserlöcher, ließ das Gras sprießen und machte die Herden fett. Daher bedeutete »starker Regen« im übertragenen Sinne auch »Reichtum.«
Entsprechend stolz trug Baranu no’Sonak seinen Jüngsten durch das Lager. Vor jedem Zelt blieb er stehen, um ihn zu vorzeigen. »Er heißt Dejasir und der Geisterseher hat ihm Wohlstand und ein langes Leben vorhergesagt!«
Die Vorhersage sollte sich erfüllen. Allerdings nicht in der Weise, wie alle glaubten.

Dejasir wuchs auf, wie alle anderen Kinder der Khon. Nachdem er Nourjas Tragetuch entwachsen war, wechselte er auf die Packlast eines Esels, bis seine Beine lang genug für den Pferdesattel waren. Er überstand die üblichen Krankheiten, tobte mit den Kindern seines Alters durch das Lager und brach sich beim Versuch, eines der Jungpferde zu reiten, den linken Arm. Mit fünf Jahren erhielt er ein scharfes Messer und mit sieben sein erstes Fohlen, das er unter der Anleitung seines Vaters ausbildete, bis es ihm folgte, wie ein treuer Hund. Gleichzeitig begann Baranu no’Sonak, ihn an den Waffen auszubilden. Dejasir lernte rasch. Was ihm an Größe und Reichweite fehlte, machte er durch Ehrgeiz und Schnelligkeit wett. Später behaupteten manche, hier hätte er erstmals die Anlagen gezeigt, die so verhängnisvoll für die Khon werden sollten. »Ein Teufel, wenn es ums Fechten ging«, erzählten sie. »Kaum ein Jahr und er besiegt seine Schwester im Schwertkampf. Hat ihr fast das Ohr abgeschnitten. Es war ein Omen! Baranu und Nourja hätten es erkennen müssen.«
Aber Baranu und Nourja maßen sie dem Vorfall keine Bedeutung bei. Sie wussten, dass ihre Tochter Simhadija die Nadel geschickter schwang als ihr Schwert. Und auch Simhadija tat die Angelegenheit mit einem Lächeln ab. So etwas komme eben vor, sagte sie, wenn man sie auf den Verband ansprach. Sie habe nicht aufgepasst. Außerdem sei es nur ein Kratzer.

Dejasirs Kindheit endete, als sein Fohlen eingeritten war. Alle Sonakari sahen zu, wie er den jungen Wallach sattelte und drei Mal um das Lager ritt; zuerst im Schritt, danach im Trab, zuletzt im Galopp. Bei jeder Runde wurde ein Gegenstand auf den Boden gelegt, der für das Erwachsensein stand und den er aufheben musste. Das Erste war eine warme Decke aus bunter Wolle, die ihn nachts warm halten sollte. Als Zweites kamen ein Bogen samt Pfeilköcher. Den Abschluss bildete ein kleiner Bronzekessel als Zeichen, dass er von nun an für sich selber sorgen musste.
Dejasir schnallte die Decke hinter den Sattel, hängte sich Bogen und Köcher über den Rücken und den Kessel an den Sattelknauf. Damit war er ein Loshazaru, ein Hüter. Von nun an, war sein Platz bei den Herden. Er würde sie bewachen, zu den Wasserstellen leiten und vor Raubtieren und anderen Dieben schützen, bis er eine Frau fand, die mit ihm in eines der schwarzen Zelte zog. Aber die Loshazari waren nicht nur Hirten, sondern auch Krieger, die bei Stammesfehden und Auseinandersetzungen mit den Sesshaften in die Schlacht zogen, während die Asjeanari, die verheirateten Khonari, das Lager verteidigten.
Zu Ehren seiner neuen Stellung gab es ein Festessen, bei dem Dejasir das erste Mal Wein trinken durfte. Er mochte den Geschmack nicht und nur der Anstand hielt ihn davon ab, das saure Zeug auf der Stelle auszuspucken. Auch der leichte Schwindel, der ihn bald darauf befiel, war ihm unangenehm. Dafür gefielen ihm die Träume dieser Nacht um so mehr. In ihnen trat er an die Stelle der mythischen Helden, über die die Sänger bei der Feier gesungen hatten. Was er in ihnen erlebt, erschien ihm als Omen, als Vorzeichen großer Taten, die er für seine Familie und den Stamm vollbringen würde.

Das Hochgefühl machte ihm den Abschied von Eltern und Geschwistern leicht. Obwohl er wusste, dass er sie lange nicht wiedersehen würde, jubelte sein Herz. Jetzt war er ein Mann. Frei wie der Wind im Gras, bereit zu großen Taten. Lächelnd schwang er sich in den Sattel und ritt an der Seite seines Bruders Sajazaru in die Steppe hinaus. Den ganzen Tag hielt Dejasir den Blick auf den Horizont gerichtet, wo das Leben lag, das ihn erwartete. Wenn er zurück kam, würde er ein Held sein.
Die erste Nacht im Freien brachte die Ernüchterung. Himmel und Steppe waren beängstigend hoch und weit und die Nacht angefüllt mit unbekannten Geräuschen. Dejasir fehlte das beruhigende Dunkel und die Enge des Zeltes, das vertraute Schnarchen seines Vaters und die warmen Körper der jüngeren Geschwister. Immer wieder zuckte er aus unruhigen Träumen hoch und musste sich vergewissern, Bogen und Dolch in Griffweite zu haben.
Entsprechend müde war er am Morgen. Er bekam kaum mit, was beim gemeinsamen Frühstück gesprochen wurde. Erst, als Arhanadin, eines der älteren Mädchen ihn an der Schulter packte und aufforderte, sein Pferd zu satteln, begriff er, dass es um die Aufteilung der Aufgaben gegangen war.
»Kann ich nicht mit Sajazaru reiten?«, fragte er.
Sie schüttelte den Kopf. »Sajazaru ist bei den Großen.«


version1-2-thumpNeugierig geworden?

Steppenbrand ist als eBook in den Formaten ePub und Mobi erhältlich und damit für fast alle Lesegeräte verfügbar.

Kindle Nutzer erhalten Steppenbrand bei Amazon.
Tolino und Kobo-Nutzer können das Buch bei allen Online-Buchhandlungen der Tolino Allianz herunter laden; z. B. bei Hugendubel, der Mayerschen, Osiander und Weltbild.

Selfpublishing von eBooks – eine Kurzanleitung

book-730479_640 (1)Als ich mit dem Selfpublishing anfing war das für mich ein Riesenabenteuer. Zugegeben: Aufgeregt bin ich immer noch und als ich kürzlich Steppenbrand hochgeladen habe, war auch die Nervosität wieder da, ob wirklich alles glatt geht. Offenbar geht das nicht nur mir so. Obwohl das Blog noch nicht lange existiert, hat es sich schon ganz gut rumgesprochen und die Artikel zum Thema Selfpublishing gehören zu den meistgeklickten.

Aber wie geht Selfpublishing eigentlich? Das das nicht allgemein bekannt ist, ist mir erst bewusst geworden, als eine Twitterin gestand, sie fände das Prinzip Selfpublishing sehr überzeugend, habe aber noch nicht kapiert, wie das geht.

Selfpublishing

Vorher dachte ich, dass nur ich anfangs zu blöd gewesen sei, zu wissen, wie man das macht. Aber da ich eben offensichtlich doch nicht die Einzige bin, habe ich beschlossen, eine Kurzanleitung zu schreiben, die die grundsätzlichen Abläufen zur Veröffentlichung von eBooks erklärt. Beim Print kenne ich mich nicht aus und bevor ich Quatsch erzähle, lasse ich es lieber.

1. Das Manuskript

Zu allererst braucht man natürlich Inhalte, die man veröffentlichen kann. Das ist beim eBook in der Regel ein Text. Zwar lassen sich grundsätzlich auch Fotos, Comics usw. als eBooks veröffentlichen, aber man sollte sich klar sein, dass die meisten Reader nur Graustufen wiedergeben können und die Auflösung für Texte optimiert ist. Die Wiedergabe von Fotos und Grafiken ist in der Regel nicht sehr schön.

Der Text sollte, unabhängig vom Inhalt mehrfach korrekturgelesen sein. Für schlechte, d. h. redundante, klischeebeladene oder in sich widersprüchliche Texte voller Rechtschreibfehler würde man schließlich auch selber kein Geld ausgeben wollen. Als Autor sollte man daher sein Möglichstes tun, den eigenen Lesern ungetrübten Lesegenuss zu gönnen. Optimal sind ein professionelles Lektorat und Korrektorat – aber das ist auch eine Preisfrage.

Der Text sollte als Block- oder Flattersatz formatiert sein. Die Überschriften als „Überschrift“, der Textkörper als „Standart.“ Um nachher unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollte man eine der gängigen Schriftarten wählen, also z. B. Arial, Times New Roman oder Calibri.
Er muss als Fließtext vorliegen, darf also – von Absätzen abgesehen – keine weiteren Formatierungen enthalten. Also auch keine manuellen Seitenumbrüche und keine Worttrennungen! Insbesondere keine Worttrennungen! Das die nimmt jeder eBook-Reader automatisch je nach Schriftgröße vor. Du kannst dir sicher vorstellen, was passiert, wenn vorher schon eine Silbentrennung durchgeführt wurde.

Was außerdem noch ins Buch gehört habe ich in diesem Artikel schon mal beschrieben.

2. Konvertieren

home-office-336378_640Im nächsten Schritt muss das Manuskript in ein Format gebracht werden, das von einem eBook-Reader gelesen werden kann. PDFs können, so weit ich weiß, von allen Readern wiedergegeben werden, haben den entscheidenden Nachteil, dass sich die Schriftgröße nachher nicht mehr ändern lässt. Besser ist ePub. Das wird auf Tolinos regulär verwendet, lässt sich aber auch bei Amazon (wo es in Mobi übersetzt wird) und allen anderen Anbietern hochladen. Wer nicht über Tolino Media veröffentlichen will und .doc-Formate generieren kann, kann sich den folgenden Teil sparen und gleich zum Cover springen. Allerdings klappt die Umsetzung von .doc nicht immer richtig, man muss sich nach dem Hochladen auf jeden Fall noch einmal auf dem Endgerät ansehen und notfalls per Hand nachjustieren.

Zum Konvertieren braucht man ein Textverarbeitungsprogramm, das in ePub konvertieren kann. Word-User sind hier leider gekniffen, denn Word kann das nicht. Es gibt im Netz aber kostenlose Konverter mit denen sich das erledigen lässt.
Für Open Office, Libre Office und Apache Office gibt es ein Ad-on, das innerhalb von 5 Minuten herunterladen und installieren installiert ist. Danach genügt ein Klick und man hat ein ePub. Selbstverständlich ist das Ad-on (genauso wie die Open-Officeprogramme selbst) kostenlos.
Auch mit Programmen wie Scrivener und Papyrus Autor lassen sich ePubs erzeugen.

Das fertige ePub kann man mit dem Validator von idpf auf Fehler testen. Ich empfehle trotzdem, es vor dem Hochladen noch einmal auf dem Endgerät durchzusehen. Wie sich herausgestellt hat, werden nämlich z.B. Hyperlinks bei der Konvertierung gekappt. Der Validator zeigt aber trotzdem eine korrekte Umwandlung an.
Falls noch Änderungen nötig sind, kann man die Datei anschließend mit Sigil bearbeiten. Auch dieses Programm ist im Netz frei erhältlich. (An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Michaela von Textflash, die mich auf dieses Programm hingewiesen hat. Der Tipp ist unbezahlbar!)

3. Das Cover!

Fast hätte ich es vergessen, aber was ist ein Buch ohne Cover? Auch ein eBook braucht natürlich eins. Das übliche Format ist 1600 x 2200 Pixel, nur Apple hat mit 1400 x 1873 Pixel bzw. 1600 x 2400 Pixel abweichende Anforderungen.

Das Cover sollte eine anständige Auflösung haben und auch als Thumbnail und Graustufen gut aussehen. Wer hier auf Nummer Sicher gehen will, beauftragt einen Cover-Designer. Wer es etwas billiger will, kann sich nach pre-made Covern umsehen, in die nur noch der Name des Autors und der Buchtitel eingefügt werden.

Natürlich kann man es auch selber machen. Aber dann muss man sich bewusst sein, dass es vielleicht kein Geld, aber viel, viel Zeit kostet, ein ansprechendes Cover herzustellen. Wichtig ist dabei, ehrlich zu sich zu sein. Das Cover muss zum Genre passen und außerdem gibt es bestimmte Trends, die man kennen sollte. Trotzdem sollte sich das eigene Cover noch genug von anderen unterscheiden, um wiedererkennbar zu sein.
Wenn man sich selber um die Gestaltung kümmert, muss man auch darauf achten, nur Bilder, Grafiken und Schriftarten zu nutzen, die (auch) zu diesem Zweck freigegeben sind. Sonst drohen Urheberrechtsklagen. Frei nutzbare Bilder gibt es z.B. bei Pixabay.

Teilweise bieten auch die Selfpublishing-Plattformen Cover an. Das, was ich da gesehen habe, ist aber so grottig, dass man besser die Finger davon lässt.

4. Hochladen

road-sign-1280256_640Wenn der Text steht, konvertiert ist und man ein ansprechendes Cover gefunden hat, ist es schon fast geschafft. Jetzt muss das Buch nur noch hochgeladen werden.
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann das Buch direkt bei den einzelnen Distributoren hochladen, also z. B. amazon/KDP, Kobo oder Tolino Media. Oder man geht über einen „Makler“ wie z. B. Neobooks oder bookrix. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Der Vorteil, direkt beim Distributor hochzuladen liegt vor allem bei der höheren Marge. Die „Makler“zahlen nämlich nur 70% vom Nettoerlös aus. Das klingt zunächst mal viel, weil man unwillkürlich an den Verkaufspreis denkt. Tatsächlich ist das gemeint, was nach Abzug der Mehrwertsteuer und der Marge des Distributors (also amazon/KDP, Kobo, Tolino …) übrig bleibt. Dieser Nettoerlös liegt bei einem eBook, das im Verkauf 0,99 € kostet, bei etwas unter 0,30 €. Von diesen 0,30 € behält der „Makler“ noch mal 30%.
Dafür hat man aber auch nur einen Ansprechpartner, muss das Buch nur einmal hochladen und hat oft noch eine Community dabei, die einen im besten Fall unterstützt.

Hat man sich einmal entschieden, muss man bei den Anbietern zuerst ein Nutzerkonto anlegen. Das ist nur bei amazon/KDP nervig, weil die auch noch Angaben nach dem amerikanischen Steuerrecht abfragen. Dort auf jeden Fall ankreuzen, dass man nicht in den USA veranlagt wird! Hilfreich ist, die EC-Karte bereit zu halten, weil man in jedem Fall nach seiner Bankverbindung gefragt wird. Und wer hat schon seine IBAN und die BIC im Kopf?

Das Hochladen selber ist vollkommen unproblematisch. Die Formulare sind selbsterklärend. Einfach machen, was da steht. Wenn Interesse besteht, kann ich aber auch gerne noch darüber bloggen. In dem Fall schreib mir einfach einen Kommentar.

5. Fertig!

youth-570881_640Amazon braucht ein paar Stunden, um ein eBook in die Datenbanken zu laden. Bei der Tolino Allianz wird noch eine kursorische inhaltliche Prüfung vorgenommen. Falls keine Beanstandungen vorliegen, ist das Buch aber auch schon am nächsten Tag bei den meisten der angeschlossenen Händlern gelistet. Bei den „Maklern“ dauert es noch mal ein bisschen länger, weil es von dort erst an die Distributoren geliefert wird, die es wiederum an ihre Händler ausliefern.

Und das war’s auch schon. Danach kann man der Welt stolz verkünden, jetzt sein eigenes eBook veröffentlicht zu haben.

Esel auf Amazon

Wie schon die Anmeldung funktioniert auch das Hochladen von eBooks bei Amazon/KDP ganz anders, als bei der Konkurrenz.

Das fängt schon damit an, dass man bei KDP zuerst Angaben zum Titel, Autor, Genre usw. macht, dann das Cover hochlädt und dann erst den Text. Anders, als teilweise kolportiert, schluckt Amazon auch Texte im ePub-Format ohne zu mucken. Anschließend kümmert man sich um die Preisgestaltung, wobei die sehr US-lastig ist und ehe man es sich versieht, ist man auch schon durch und bekommt die Mitteilung, das Buch werde jetzt geprüft, man möge bitte warten.

Für mich ein klarer Fall von Uuuups!, denn anders, als der Text in den Formularen suggeriert, kann man die Formatierung NICHT mehr kontrollieren, wenn man auf „speichern und weiter“ geklickt hat. Auf diese Weise ist auch meine Preisaktion bei Amazon unter den Tisch gefallen. Ich hoffe aber sehr, das noch rechtzeitig ausbügeln zu können.

Es geht los: Anmeldung bei Tolino, neobooks und Amazon

Es geht in die heiße Phase mit der Veröffentlichung. Ich habe mich entschieden, den Codex Aureus nicht nur über neobooks, sondern auch über Amazon und Tolino direkt zu vertreiben. Also brauche ich bei allen dreien ein Konto.
Woran ich natürlich nicht gedacht habe, ist der ganze „Papierkram“, der damit verbunden ist. Für alle, die das auch vorhaben, schon mal vorab der Tipp: Haltet außer euren Steuerunterlagen auch eure EC-Karte bereit. Wenn ihr IBAN und BIC nicht im Kopf habt, werdet ihr sie brauchen.

Amazon

Um hier zu veröffentlichen, reicht es nicht, sich mit dem bestehenden Konto anzumelden. Statt dessen muss man ein neues Konto bei KDP einrichten. Gut, KDP ist die Publishing-Plattform, Amazon der Vertrieb. So weit ist das noch logisch. Aber wer hätte gedacht, dass man dabei auch eine Selbstauskunft für die amerikanische(!) Steuerbehörde erteilen muss? Sogar, wenn man ausschließlich über amazon.de verkaufen will. Außerdem muss man natürlich die gewünschte Zahlweise und die bevorzugte Währungsart eingeben. Warum Amazon dabei die Auszahlung per Scheck als Voreinstellung hat, bleibt aber das Geheimnis des Programmierers.
Insgesamt ist die Anmeldung aber einfach und das Formular selbsterklärend. Was mir gefehlt hat, war lediglich die Information, mit welchem Namen man sich anmelden sollte. Das ist schließlich nicht ganz unerheblich, wenn man unter Pseudonym(en) veröffentlicht und so ganz klar ist mir die Antwort immer noch nicht. Aber auch wenn Amazon/KDP nirgends darauf hinweist: Es ist möglich, sich mit einem Namen anzumelden und unter einem anderen zu veröffentlichen. Vermutlich ist es deshalb vermutlich besser, den richtigen Namen benutzen, weil es sonst beim Ausfüllen der Selbstauskunft für die amerikanische Steuerbehörde kritisch wird. Wenn man unter mehreren Pseudonymen schreibt, erleichtert das außerdem die Buchhaltung, weil man nur eine Abrechnung bekommt, statt für jedes Pseudonym eine.
Mit der Anmeldung bei KDP kann man aber immer noch keine Autorenseite anlegen. Dafür braucht man ein neues Konto, diesmal bei Author Central. Das ist zwar verlinkt – aber die Anmeldung bringt gar nichts, wenn man noch nichts veröffentlicht hat. Wenn Author Central keine Veröffentlichung findet, fliegt man. Also keine Chance, eine Autorenseite einzurichten, bevor das Buch erhältlich ist. Das ist, laut Auskunft von KDP etwa 12 Stunden nach dem Hochladen der Fall. Der Tipp bei KDP, sich auf einer Autorenseite vorzustellen, ist zu diesem Zeitpunkt also noch ziemlich für die Füße. Vorabmarketing ist hier offenbar nicht vorgesehen.

Tolino

Die Informationen bei Tolino media, der Selfpublishing-Plattform von Tolino, sind deutlich sparsamer, als bei den FAQs von KDP. Da wäre mehr, mehr gewesen. Dafür überrascht das Registrierungsverfahren positiv: Das Formular ist übersichtlich gestaltet, man kann den Nutzernamen frei wählen und braucht im Übrigen nur einen Namen, die eMail-Adresse und ein Passwort einzugeben. Um richtig loslegen zu können, muss man danach nur noch den Link in der Bestätigungsmail anklicken.
Anschließend ist es einem selbst überlassen, ob man erst sein Profil vervollständigen möchte oder lieber gleich das Buch hochladen will. Hier muss ich ein Kompliment an die Designer und Programmierer aussprechen: Die Formulare sind gut lesbar und die Menüführung ist sehr übersichtlich gestaltet. Ich habe mich hier deutlich wohler gefühlt, als bei Amazon.
Was fehlt, ist die Möglichkeit, öffentliche Autorenprofile einzurichten. Das eigene Profil dient ausschließlich für den „internen Gebrauch“, also zur Übersicht über Veröffentlichungen, Verkäufe und natürlich für die Abrechnung.

neobooks

Die Startseite von neobooks ist deutlich textlastiger und damit auch ein Stück unübersichtlicher, als die beiden anderen. Außer Werbung für die Plattform bietet sie aber auch nützliche Informationen für Autoren. Aber auch hier fehlt ein Hinweis darauf, mit welchem Namen man sich registrieren soll. Das Registrierungsformular ist dann allerdings fast identisch mit dem von Tolino media. Nur die Farben sind andere. Die Begrüßungsseite ist aber wieder ganz neobooks. Nach der Anmeldung kann man nicht nur Texte hochladen, sondern ist automatisch Teil der neobooks-Community. Die Möglichkeit zur Selbstdarstellung beschränkt sich dabei nicht auf die Foren; man kann sich auch ein Profil anlegen und darin über Interessen, Kenntnisse, Projekte etc. informieren. Inwieweit dieses Profil öffentlich ist, muss ich noch rausfinden, aber es lässt sich schon jetzt sagen, dass neobooks der Vorstellung von einem rundum-glücklich-Paket für Autoren schon sehr nahe zu kommen scheint.
Bevor ich weiter mache, lege ich mir hier erst Mal ein Profil an und gebe meine Finanzdaten ein.