Zum Schluss von #CharactersofSeptember: Wofür Seraina kämpft

Die Challenge „Characters of September“ bot fiktiven Charakteren die Möglichkeit, selbst auf Fragen zu antworten. Bei mir war es die Spielfrau Seraina, die mehr über sich und ihr Leben preisgab. Alles andere erzählt die Geschichte Der Fluch des Spielmannsdie als eBook sowohl über die Tolino-Händler also auch über Amazon erhältlich ist.

Nike: „Letzter Tag heute, wie fühlst du dich?“

Seraina: „Müde. Es war gut, mal wieder rauszukommen. Aber nun ist es auch genug.“

Nike: „Dann eine letzte Frage noch: Wofür setzt du dich ein? Welche Ziele hast du?“

Seraina: „Ziele? Ich bin tot! Alles, was ich noch will, ist meine Ruhe.“

Nike: „Moment, gestern hast du noch gesagt …“

Seraina: „Gestern ging es um die Frage, was ich ändern würde, wenn ich könnte. Aber wir Toten können nichts ändern. Wir sind nur Schatten und Erinnerung. Blass, blutleer und ohne Macht oder Einfluss. Das Heute ist eure Welt. Du hast gestern gesagt, sie sei besser geworden. Gerechter. Gratuliere! Aber wir sind nicht mehr Teil davon, also müsst ihr euch kümmern. Ihr könnt neue Fehler machen oder unsere wiederholen; das Erreichte ausbauen oder zerstören. Uns Tote kümmert das nicht mehr. Aber eure Kinder, vielleicht.“


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Die Erzählung Der Fluch des Spielmanns ist als eBook für alle gängigen Lesegeräte erhältlich. Unter anderem kann es bei diesen Anbietern heruntergeladen werden:

https://books2read.com/Spielmannsfluch

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#CharactersofSeptember (Tag 27) – Seraina und die Tränen

Wer mitliest, kennt es bereits: Characters of September ist eine Challenge, bei der fiktive Charaktere selbst zu Wort kommen. Bei mir beantwortet Seraina, eine Spielfrau aus dem 8. Jahrhundert die Fragen. Sie ist eine der Figuren aus der Erzählung Der Fluch des Spielmanns.

Nike: „Hallo Seraina, noch vier Tage, dann ist die Challenge zuende. Ich hoffe, die Fragen sind dir nicht zu nahe gegangen.“

Seraina: „Sei gegrüßt. Nein, es passt schon. Wenn es zu viel ist, sage ich das auch. Du kennst mich.“

Nike: „Das ist gut, denn heute wird es wieder sehr persönlich und zwar geht es darum, wann du das letzte Mal geweint hast – und warum.“

Seraina: „Ich habe in meinem Leben viele Tränen vergossen, aber wann das letzte Mal und warum? Das ist alles so lange her und es gab so viele Gründe zu weinen. Hunger, Schmerzen, Verachtung …
Nicht, dass es irgendwie geholfen hätte. Es erschöpft nur und die Probleme bleiben. Aber das sagt sich so leichthin. Wenn es so weit ist, weint man ja doch. Aber irgendwann … Irgendwann hat es aufgehört. Die Probleme waren noch da. Die Gefühle auch. Aber ich hatte keine Tränen mehr. Ganz so, als wäre ich innerlich vertrocknet.“


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#CharactersofSeptember (Tag 25) – Dafür schämt sich Seraina am Meisten

Die Challenge Characters of September lässt fiktive Charaktere selber zu Wort kommen. Bei mir ist es Seraina, einer der Geister aus der Erzählung Der Fluch des Spielmanns, die sich den Fragen stellt. Seraina ist zwar nicht die Hauptfigur, nimmt aber innerhalb der Geschichte eine sehr wichtige Rolle ein. Vor allem aber ist sie meine Inspiration beim Schreiben gewesen, da der Fund ihrer Gebeine Anlass zum Schreiben dieser Geschichte war.

Nike: „Hallo Seraina! Schön, dass wir uns wiedersehen.“

Seraina: „Sei du auch gegrüßt. Aber ich bin froh, wenn das hier überstanden ist. Ich möchte endlich wieder schlafen. In Ruhe.“

Nike: „Dann will ich gleich auf den Punkt kommen: Was ist das, wofür du dich am Meisten schämst, wenn du zurückdenkst.“

Seraina: „Am Meisten schämen … Als wenn das so einfach zu sagen wäre. Und wie soll ich einen einzelnen Moment herausgreifen, wo doch mein ganzes Leben Scham und Schande war?“

Nike: „Kannst du uns das etwas näher erklären?“

Seraina: „Ich habe durch meine Flucht gegen das Gesetz und durch mein Leben mit Corvin gegen gute Sitten verstoßen, ja.“

Nike: „Das heißt, dass du deine Entscheidung letztlich doch für falsch hältst?“

Seraina (schüttelt den Kopf): „Nein. Das war schon richtig. Trotzdem: Wenn die Leute ständig auf dich herabblicken und dir zu verstehen geben, dass du nichts bist, dann bleibt das irgendwann haften. Es ist wie Schmutz, der sich unter die Haut frisst, bis auf deine Seele und diesen Schmutz wirst du nie, nie wieder ganz los – selbst, wenn nur du selber ihn sehen kannst.
Und es hat nicht erst angefangen, als ich weggelaufen bin. Die Scham begleitet mich, seit ich denken kann. Wäre sie nicht gewesen, wäre ich doch gar nicht erst weggelaufen. Aber auch als ich noch der familia der Herrin gehörte, war ich schon Dreck. Indem ich weglief und mich mit Corvin zusammentat, war ich wenigstens einmal frei. Für einen kurzen, angstvollen, aufregenden Moment nur, bis mich die Scham wiederfand und mich nie mehr losließ. Aber schon um dieses Moments willen, hat sich alles gelohnt.“

Nike: „Das ist nach heutigen Maßstäben alles sehr schwer nachvollziehbar. Um so mehr danke ich dir dafür, dass du uns so offen davon erzählst!“


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#CharactersofSeptember (Tag 24) – Seraina über das Schrecklichste, was sie Corvin angetan hat

Wer hier mitliest, weiß inzwischen vermutlich sehr genau, dass es bei Characters of September darum geht, fiktiven Charakteren eine Stimme zu geben. Trotzdem schreibe ich es für die Neueinsteiger sicherheitshalber noch einmal dazu.
Bei mir beantwortet Seraina, eine Spielfrau aus dem frühen Mittelalter die Fragen.

Nike: „Hallo Seraina! Noch einmal herzlichen Dank, dass du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast. Ich weiß, dass dir die Fragen sehr zusetzen und auch die nächste wird vermutlich nicht leicht. Es geht darum, was das Schrecklichste war, das du jemandem, den du liebst, angetan hast.“

Seraina: „Du hast recht. Ich hätte es mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen sollen, bevor ich zusage. Oder die Fragen genauer lesen. Manche davon sind wirklich …
Warum wird so in den düsteren Winkeln der Seele gestochert? Was soll das bringen? Glaubt wirklich jemand, mich besser zu kennen, nur weil solche Sachen ans Licht gezerrt werden? Ist denn der Kern meines Seins das Böse? Sind es nicht auch die hellen Dinge? Meine Talente und Fähigkeiten, die schönen Erlebnisse; das, was mich mit anderen verbindet? Warum sprechen wir nicht über meine Beziehung zu Corvin oder – wenn es denn schon hart und schwer sein muss – über das Leben als Fahrende und darüber, wie es ist, Geld für Ehre zu nehmen?“

Nike: „Tut mir leid, aber …“

Seraina: „Ja, ja, ich weiß. Du hast die Fragen nicht gemacht und so weiter. Hatten wir schon. Also kurz die Antwort: Das Schlimmste, was ich Corvin, meiner großen Liebe angetan habe, war natürlich die Drohung, ihn mit in den Tod zu nehmen. Ich habe damals keinen anderen Weg gesehen, aber es zerschneidet mir immer noch das Herz, wenn ich an das Entsetzen in seinen Augen denke.“


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#CharactersofSeptember (Tag 18) – Was Seraina an Freunden schätzt

Seraina ist einer der Geister aus Der Fluch des Spielmanns. Im Rahmen der Challenge #CharactersofSeptember erzählt sie aus ihrem Leben als Spielfrau im frühen Mittelalter.

Nike: „Unser gestriges Gespräch über deine Freunde ist unerwartet lang geworden. Ich bin gespannt, ob das heute ebenso ist. Heute geht es nämlich darum, was dir bei deinen Freunden wichtig ist.“

Seraina: „Dann wird das heute ein kurzes Gespräch. An meinen Freunden ist mir vor allem der Zusammenhalt wichtig. Alles andere lässt sich ertragen. Gerade wenn man sonst niemanden hat.“


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#CharactersofSeptember (Tag 15) – Serainas glücklichst Kindheitserinnerung

Bei der Challenge #CharactersofSeptember sprechen Charaktere aus Büchern und Filmen über sich selbst, auch über Details, die dort nur eine untergeordnete Rolle spielen (wenn überhaupt). Bei mir ist es Seraina, der Geist einer fahrenden Spielfrau aus dem Frühmittelalter, die sich den Fragen stellt.

Nike: „Hallo Seraina, nach dem, was du die letzten Tage erzählt hast, war deine Kindheit ziemlich trist. Gab es denn auch schöne Momente?“

Seraina: „Es war nicht alles schlecht. Ich hatte ein Bett, damals. Mit Kissen und Decken und allem was dazu gehört. Natürlich zusammen mit meinen Geschwistern, aber wir mussten nicht auf dem Boden schlafen. Unsere Kleidung war ordentlich und sauber – schon weil alles andere der Herrschaft Schande gemacht hätte. Und es gab immer genug zu essen. Gutes Essen, keine zusammengeklaubten Reste.“

Nike: „Sind das die Momente, in denen du besonders glücklich warst? Beim Essen und Ins-Bett-Gehen?“

Seraina: „Nein, das sind nur die Dinge, die ich später am meisten vermisst habe. Zusammen mit der Wärme. Es war herrlich warm dort. Als Kind habe ich das als ganz selbstverständlich genommen, aber das war es natürlich nicht.
Glücksmomente … Das sind nur Erinnerungsfetzen. Der Bach, in dem das Tuch nach dem Walken gewaschen wurde – wir haben darin gespielt, musst du wissen. Wenn ich daran zurück denke, wie das Wasser in der Sonne geglitzert hat, wenn wir uns nassgespritzt haben. Wie kühl es an den Beinen war. Die kleinen Steine unter den Füßen. Schlamm, der zwischen den Zehen quillt – und dazu die Sonne. Die helle, warme Sonne. Das war schön!“


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CharactersofSeptember (Tag 12) – Serainas Familie

Characters of September gibt einem fiktiven Charakter die Chance, sich selber vorzustellen. Bei mir kommt Seraina zu Wort, einer der drei Geister aus Der Fluch des Spielmanns.

Nike: „Hallo Seraina, danke, dass du hier bist. Bei der nächsten Frage geht es um deine Familie.“

Seraina: „Welche Familie? Meine Mutter? Die ist schon lange tot – war es schon, als ich damals mit Corvin durchgebrannt bin. Oder meinst du die familia, in der ich aufgewachsen bin? Zu der habe ich sämtliche Bindungen abgebrochen und ich hoffe nicht, einem von ihnen je wieder zu begegnen.“

Nike: „Und Corvin?“

Seraina: „Corvin, ja. Aber Corvin hat selbst keine Leute zu denen er gehört. Wie können wir zwei alleine eine Familie sein?“

Nike: „Familie ist für dich etwas Größeres?“

Seraina: „Aber ja! Zu einer Familie gehören Vorfahren und Nachkommen, Geschwister, Basen, Vettern und deren Gatten und Kinder. Corvin und ich haben nichts davon.“

Nike: „Und was ist mit Hulda und Pirmin. Du hast mal gesagt, Hulda sei für dich so etwas wie eine Schwester gewesen.“

Seraina: „So etwas wie, genau. Aber eben nur wie, nicht wirklich. Sie waren mir Gefährten. Freunde vielleicht. Das heißt, Pirmin nicht einmal das. Wir haben uns aufeinander verlassen, teilten ein Schicksal, aber unsere Bande waren nicht so eng. Wir hätten jederzeit auseinander gehen können und das wäre es dann gewesen.“


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#CharactersofSeptember (Tag 8) – Serainas Ängste

Characters of September ist eine Challenge, bei der es darum geht, einen fiktiven Charakter eingehender vorzustellen oder, genauer gesagt, ihm die Möglichkeit zu geben, sich mit eigenen Worten vorzustellen. Ich habe hierfür Seraina ausgewählt, eine der Spielfrauen aus „Der Tod des Spielmanns“. Ihr Tod war nicht nur Anlass der Geschichte (ihre Knochen kamen vor ein paar Jahren zufällig bei Bauarbeiten ans Tageslicht), sie spielt auch eine wesentliche Rolle innerhalb der Handlung.
Da es im folgenden Abschnitt auch um Tod und Sterben geht, sollten empfindliche Menschen vielleicht nicht weiterlesen.

Nike: „Hallo Seraina. Schön, dich zu sehen. Beim heutigen Gespräch soll es um deine Ängste gehen.“

Seraina: „Sei gegrüßt, Nike. Das wird ein kurzes Gespräch. Ich bin tot und das seit über tausend Jahren. Was sollte mich da noch ängstigen?“

Nike: „Und als du noch gelebt hast?“

Seraina: „Als ich noch gelebt habe – natürlich gab es da Dinge, vor denen ich Angst hatte.“

Nike: „Dinge, sagst du. Also war es mehr als eine Sache, vor der du dich gefürchtet hast. Magst du uns sagen wovor?“

Seraina: „Wo soll ich anfangen? Natürlich gab es mehr als nur einen Grund, Angst zu haben! Unser ganzes Leben war unsicher. Selbst, wenn wir Essen hatten, wussten wir nie, für wie lange. Natürlich hatte ich Angst, krank zu werden und hinfällig. Ich hatte Angst, dass Corvin mich eines Tages verlässt. Wenn wir ein Dorf verließen, hatte ich Angst, dass man uns nachher des Diebstahls bezichtigen würde. So, wie wir uns am Tag vor Räubern hüten mussten,  fürchteten wir in der Nacht die wilden Tiere, die Wölfe und Bären. Und natürlich auch die Truden, die Alben und andere böse Geister. Es wäre vermutlich einfacher, die Dinge aufzuzählen, die keinen Anlass für Angst und Sorge boten.
Aber weißt du, es geht im Leben nicht darum, wovor man Angst hat. Es geht darum, mit seiner Angst zu leben. Sich nicht verrückt zu machen. Nur, weil man krank werden kann, ist man noch nicht siech. Nur weil man umgebracht werden kann, ist man noch längst nicht tot. So lange man noch atmet, besteht Hoffnung! Die muss man packen, wie man das Leben packen muss und sich hineinkrallen und es festhalten, mit Zähnen und Klauen, wenn nötig. Dann kann einem die Angst auch nichts anhaben.“

Nike: „Das würde ich gerne glauben. Aber eine letzte Frage noch: Am Ende, also, bevor du gestorben bist, hattest du da keine Angst?“

Seraina: „Du darfst mir glauben. Die Angst hatte ich vorher. Am Ende … Es war so viel, so laut. Dieses ganze Geschrei … Ja, da war ein Moment der Angst, ganz kurz und klar, als ich wusste, dass ich sterben werde und die anderen auch, bis auf Corvin natürlich. Das war mein letzter Gedanke, wie gut, dass wenigstens er nicht … Dann kam der Schmerz und dann war es auch schon vorbei.“


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#CharactersofSeptember (Tag 6) – Seraina verrät ihre Stärken und Schwächen

In der Challenge #CharactersofSeptember geht darum, einen fiktiven Charakter näher vorzustellen. Ich habe mich für Seraina entschieden, einen der drei Geister aus Der Fluch des Spielmanns. Einer der Gründe ist, dass ihr Tod vor rund 1.200 Jahren den Anstoß für diese Geschichte gab.
Durch Characters of September habe ich die Chance, sie im Interview näher vorzustellen.

Nike: „Hallo Seraina und danke noch einmal, dass du dir die Zeit nimmst, die Fragen der Challenge zu beantworten. Heute geht es um deine Stärken und Schwächen. Was meinst du, ist bei dir der am stärksten ausgeprägten Charakterzug?“

Seraina: „Sei gegrüßt Nike. Das hatten wir doch schon alles, oder? Dass ich nüchtern bin, pragmatisch, Realistin durch und durch. Was sollte das anderes bedeuten, als dass mir das verträumt, verklärt Schwärmerische vollkommen abgeht? Da hast du meine Antwort.“

Nike: „War das immer so?“

Seraina: „Natürlich nicht. Lass es mich so sagen: Man muss schon ein Fisch mit einem Herz aus Stein sein, wenn man mit 15 weder Träume hat, noch für etwas schwärmt. Aber ihnen mit 25 noch nachzuhängen … Wirklich, solchen Leuten fehlt der Verstand!“


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#CharactersofSeptember (Tag 5) – Wie Seraina von anderen gesehen wird

Seraina ist einer der drei Geister, die in „Der Fluch des Spielmanns“ dem Erzähler, Corvin, nachstellen. Sie ist natürlich ein fiktiver Charakter. Aber gleichzeitig auch sehr real, denn ihre Gebeine wurden vor einigen Jahren zufällig an einer einsam gelegenen Stelle in den Schweizer Alpen entdeckt. Ihr Fund hat mich zu der Geschichte inspiriert.
Daher ist es nur gerechtfertigt, Seraina im Rahmen der Challenge #CharactersOfSeptember selbst zu Wort kommen zu lassen.

Nike: „Hallo Seraina, gestern haben wir über dein Selbstbild gesprochen. Du siehst dich als nüchternen und pragmatischen Menschen.“

Seraina: „Ja. Ist irgendetwas daran auszusetzen?“

Nike: „Nein, überhaupt nicht. Ich fand es sehr bemerkenswert, wie schnell und überlegt du gehandelt hast, um deinen Freunden zu helfen. Aber heute soll es um das Fremdbild gehen, also darum, wie andere dich sehen.“

Seraina (zuckt mit den Schultern): „Was sollen sie schon sehen? Eine eine joculatrix ohne familia. Ein altes Weib, noch dazu, hager, ausgezehrt …“

Nike: „Du bist wie alt? Vierzig?“

Seraina: „Achtundreißig. Schwer zu glauben, für eine, wie dich, was? Aber ich will dir was sagen: Das Leben auf der Straße ist hart. Da setzt man kein Fett an. Man behält es auch nicht. Früher haben die Leute durchaus nicht nur auf die Bälle gestarrt, die ich in die Luft werfe, glaub mir! Aber heute … wenn ich nicht jongliere, dann bin ich den meisten keinen zweiten Blick wert. Ach, was sag ich: Nicht mal den ersten. Erst recht nicht, wenn eine, wie Hulda zu haben ist, womit ich nichts gegen Hulda sagen will! Sie hat nur getan, was jede von uns tut. Versucht, zu überleben. Und wir hatten ja alle Nutzen davon.“

Nike: „Hulda ist ein gutes Stichwort. Du hast angesprochen, wie die Leute in den Dörfern und Städten dich sehen – aber Freunde, wie Hulda hatten doch vermutlich ein anderes Bild, oder? Nicht so oberflächlich.“

Seraina: „Sie haben mich gebraucht. Und ich habe sie gebraucht. Wir waren aufeinander angewiesen, denn wir hatten ja sonst niemanden als einander. Als Gruppe waren wir brauchbar. Alleine wäre jeder von uns vor die Hunde gegangen. Auch Hulda, trotz ihrer Schönheit. Nicht einmal Pirmin mit seiner wunderbaren Stimme.“

Nike: „Das ist alles, was sie in dir gesehen haben – und du in ihnen? Schicksalsgefährten?Eine Krücke, um nicht zu straucheln?“

Seraina: „Das ist so wenig nicht, wenn man sonst nichts hat. Aber du hast recht. Da war mehr. Zwischen mir und Corvin auf jeden Fall, auch wenn ich zuletzt nicht mehr daran geglaubt habe. Aber als ich seien Blick sah, als ich mir die Haare abschnitt … Da wusste ich, dass wir trotz allem noch zusammengehören. Und ich habe recht behalten, oder? Ich hätte ihm dafür so gerne verziehen!
Aber wir kommen ganz von deiner Frage ab. Du wolltest ja wissen, wie die anderen mich gesehen haben. Für Hulda war ich so etwas wie eine ältere Schwester. Sie ist oft zu mir gekommen, wenn es Zores gab. Hat mich um Rat gefragt – auch als sie dann schwanger wurde und es weghaben wollte. Es hat nicht ganz geklappt, aber sie war mir deshalb nicht böse, sondern weiter so freundlich, wie immer.
Nur Pirmin … Für ihn war ich genau das, was alle die satten Bauern und Städter auch in mir gesehen haben: eine hässliche alte Vettel. Noch dazu eine, die knappst und knaust und jeden Brotkanten aufhebt. Er hat sich so oft beschwert, dass ich keinen Spaß verstehe und anderen auch keinen gönne.“


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