Buchmesse, Meinungsfreiheit und rechte Verlage

Eigentlich müsste ich jetzt einen netten Rückblick über die Frankfurter Buchmesse schreiben, denn das war es für mich: nett. Will sagen, es war angenehm. Ich habe ein Interview gegeben, ein paar interessante Vorträge gehört und welche, bei denen ich mir gedacht habe, dass ich die auch selber und besser hätte halten können, habe viele Menschen getroffen, die ich vorher nur über soziale Medien kannte und ein paar neue Kontakte geknüpft. Am Ende des vierten Tags taten meine Füße weh, aber sonst war alles in Ordnung.

Bis ich in der Bahn saß und auf Twitter von Heil-Hitler-Rufen und Schlägereien las. Natürlich habe ich nachgefragt. Eine Antwort kam nicht, wahrscheinlich ist meine Frage in der allgemeinen Aufregung einfach untergegangen.
Also habe ich viel gelesen und versucht, möglichst viele Informationen zu sammeln. Was war los? Wie viele Verletzte gab es? Sind Bekannte, vielleicht sogar Freund*innen betroffen?
Ich fand verwackelte Handyvideos, auf denen Männerrücken und ein paar Gesichter zu sehen waren, las von der Angst einer Besucherin angesichts enthemmten Deutschtums, sah die angeschlagene Lippe eines Verlegers und das Bild eines Mannes, der von einem anderen auf den Boden gedrückt wurde. Ich erfuhr aber auch, dass beide Fälle nichts miteinander zu tun hatten, und dass der angeblich von einem Nazi zusammengeschlagene Stadtverordnete tatsächlich mit einem Mitarbeiter des Sicherungsdienstes aneinandergeraten ist.
Am nachdrücklichsten ist mir aber das hilflose Agieren der Messeleitung aufgefallen.

Deshalb werde ich auch den empörten Artikel nicht schreiben, den einige an dieser Stelle vielleicht von mir erwarten. Meiner Meinung nach ist das Problem nämlich nicht, ob rechte Verlage zur Messe zulässt oder nicht. Insofern kann ich die Argumentation der Messeleitung sogar noch einigermaßen nachvollziehen. Das hat zwar mit Meinungsfreiheit nichts zu tun, die ohnehin nur im Verhältnis zum Staat geltend gemacht werden kann, aber sonst müsste man auch die Angebote der radikal religiösen Verlage hinterfragen (und zwar egal, welcher Religion). Das gleiche gilt für Verlage des linken Spektrums (sorry, Leutz, manche Klassiker des Klassenkampfes sind auch genauso menschenverachtend, wie die Kulturtheorien der IBster) und für die Esotheriker mit ihren oftmals erst recht krankmachenden Heilsversprechen. Das gilt aber auch für das eine oder andere belletristische Werk, in dem ein mehr als verkorkstes Menschenbild glorifiziert wird. Und wer wollte bestreiten, dass auch diese Bücher meinungsbildend sind?
Wo soll man die Grenze ziehen? Bücher kennen per se keine Vaterländer, Rassen- oder Klassenunterschiede. Aber Papier ist auch geduldig. Deshalb muss man Grenzen ziehen.
Die Leitung der Buchmesse hat diese Grenze gezogen, indem sie entschieden hat, alles zuzulassen, was nicht indiziert ist oder der Strafverfolgung unterliegt. Als jemand, der Altnazis und IBstern genauso kritisch gegenübersteht wie Esoterikern und Klassenkampfanhängern, finde ich das zwar nicht so prickelnd, aber nun ja. Ich habe leicht reden, denn schließlich muss ich nicht auf die Umsätze achten. Müsste ich es, hätte ich vermutlich auch Schwierigkeiten, eine andere Grenze zu definieren und zu vertreten.
Das Problem ist für mich aber auch eher, was nach dieser Entscheidung passierte.

Ich glaube der Messeleitung, dass sie in den besten Absichten gehandelt hat, als sie die Antonio-Amadeu-Stiftung in unmittelbarer Nähe der rechten Verlage platziert hat. Ich glaube auch, dass die Protestaktionen des Börsenvereins gut gemeint gewesen sind. Tatsächlich war beides in meinen Augen so ziemlich das Dümmste, was man sich einfallen lassen konnte. Nicht die Einladung an die Antonio-Amadeu-Stiftung, die war ganz und gar richtig; aber die Hoffnung, es werde sich ein Dialog entwickeln, wenn man beide nebeneinander setzt, ist schon mehr als naiv. Genauso dusselig ist es, Spaziergänge mit Protestschildern zu diesen Verlagen zu veranstalten. Das gephotoshoppte Bild mit der Aufschrift: „Ich will auch eine Burka“, scheint zwar wieder gelöscht – aber die ganze Aktion betont, dass dieser Verlag da ist und schafft Aufmerksamkeit für dessen Programm. Und natürlich sehen auch die Bilder von den Veranstaltungen hübsch voll aus, wenn sie durch die Protestierenden von den Stände drumherum aufgefüllt werden.
Kurz gesagt: Auch wenn Herr Boos das sicher abstreiten wird, hat die Buchmesse selbst viel dazu beigetragen, die mediale Aufmerksamkeit für diese Verlage am köcheln zu halten.

„Aber das sind NAZIS! Die kann man doch nicht wie jeden anderen Verlag …!“
Ja, doch, man kann. Muss man sogar, wenn man den Standpunkt der Buchmesse ernst nimmt. Dann sind diese Verlage* nämlich auch nicht mehr Aufmerksamkeit wert als jede andere Sekte, die dort ausstellt.
Dass man das nicht getan hat, zeigt, dass auch die Messeleitung von ihren eigenen Argumenten nicht überzeugt war. Das war vermutlich der Grund für eine Reihe von Fehlentscheidungen.
Man hätte natürlich überall auf der Messe Plakate aufhängen, die für Demokratie, Meinungsvielfalt und allgemein eine offene Gesellschaft werben. Es wäre ein deutliches Zeichen gewesen. Ich will keine Mutmaßungen anstellen, warum das unterblieben ist, aber es wird schon seine Gründe gehabt haben.

Man hätte aber auch indirekt vorgehen können.

Wenn man solche Stände wirklich nicht will, dann behandelt man sie eher, wie die Selfpublisher in den letzten Jahren. Man steckt sie in ein zugiges Eck und umgibt sie mit Ständen, bei denen die Reibungspunkte gering sind. Anbieten würden sich z. B. Kochbücher oder Druckkostenzuschussverlage. Beides ist prima unpolitisch und niemand kann sich wegen dieser Nachbarschaft schlecht behandelt fühlen (schließlich muss man auch an einer Phalanx von Kinderbuchverlagen vorbei, um zu den Selfpublishern zu kommen).
Solche Maßnahmen sorgen dafür, dass die Verlage wirklich nur Aufmerksamkeit von jenen bekommen, die gezielt nach ihnen suchen.

Der zweite Punkt ist, dass man Sicherheitspersonal einsetzt, um die Besucher zu schützen. Auf einer internationalen Messe ist schließlich in der Regel auch internationales Publikum. Dieses gilt es zu schützen, wenn bekannt ist, dass der Verlag und dessen Getreue Ressentiments gegen andere Kulturen hegen und schüren.
Leider war auch dieser Sicherheitsdienst eher zweifelhafter Qualität. Schon am zweiten Tag unterblieben die angekündigten verschärften Kontrollen am Eingang und ich glaube nicht, dass irgendein Besucher auf versteckt getragene Schlag-, Hieb- oder Stichwaffen kontrolliert wurde. Gerade bei Veranstaltungen, bei denen mit einem hohen Aggressionspotential zu rechnen ist, wäre das aber durchaus angebracht.
Statt dessen hat der Sicherheitsdienst lieber Bloggerinnen kontrolliert. Dazu fällt mir eine ganze Menge ein, aber bevor ich zu sarkastisch werde, spare ich mir die Kommentare lieber.

Der dritte Punkt ist, dass die Messeleitung natürlich ein Hausrecht hat. Sie kann Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen verbieten und Menschen rausschmeißen, die sich danebenbenehmen. Letzteres sogar, wenn diese Menschen Verlagsleiter sind. Dass genau das unterblieb, obwohl dem Messeleiter das Megafon weggerissen wurde, als dieser eine Ansage machen wollte. Dass er statt dessen von der Bühne trottete, obwohl die Polizei direkt daneben stand, war vielleicht der Situation geschuldet. Ganz abgesehen davon, dass man unter Stress nicht immer vernünftig handelt, hatte Herr Boos vielleicht sogar recht mit der Einschätzung, dass es in dieser Situation besser sei, es nicht auf eine körperliche Auseinandersetzung ankommen zu lassen.
Was ich nicht verstehe ist, dass dieser Übergriff keine Konsequenzen hatte.
Genauso wenig verstehe ich die wachsweiche Pressemitteilung im Anschluss. Ganz abgesehen davon, dass nicht jede/r zum linken Spektrum gehört, der oder die gegen Nazis und IBster demonstriert, hat diese Stellungnahme nichts mehr mit Dialog und Meinungsfreiheit, sondern schlicht mit fehlendem Rückgrat zu tun.

Wer es allen recht machen will, bleibt ein Narr in allen Sachen, sagt ein Sprichwort. In diesem Jahr hat die Messeleitung es geschafft, sich als dieser Narr zu präsentieren.


*Das Fass, ob IBster Nazis sind oder etwas ganz anderes, das nur im Ergebnis genauso menschenverachtend und gefährlich ist, lasse ich an dieser Stelle geschlossen. In diesem Artikel geht es um etwas anderes.


Ich habe in diesem Artikel absichtlich die Namen der beteiligten Verlage ebenso wenig genannt, wie den des Verlagsleiters. Es wäre kontraproduktiv, ihnen zusätzliche Reichweite zu schenken.

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#WirSchreibenDemokratie – Weil wir uns erinnern wollen!

Krieg, das scheint hier, im sicheren Deutschland etwas, das nur andere angeht. Höchstens diejenigen, die in winzigen Booten über das Mittelmeer kommen, erinnern vielleicht noch daran. Aber viele scheinen nicht erinnert werden zu wollen.
Denen ist es vielleicht ganz recht, dass auch die letzten wegsterben, die noch von Krieg, Flucht und Vertreibung erzählen können – und vielleicht auch von der Zeit davor. Es erlaubt, sich von ihnen zu distanzieren und sie gleichzeitig zu verklären.

Auch in meiner Familie gibt es niemanden mehr, den ich dazu befragen könnte. Weder zu den Bombennächten in Hamburg noch zur Flucht aus Ostpreußen. Die Großeltern sind tot und meine Eltern waren damals selbst noch Kinder. Bei Kriegsende war mein Vater gerade mal sechs, meine Mutter drei.
Viel erzählt haben die Großeltern aber auch zu Lebzeiten nicht. Es gab nichts zu erzählen, denn das waren keine Zeiten, an die man sich gern erinnerte. Nicht nur wegen der Toten. Über die wurde noch am Meisten gesprochen. Auch, wenn mein Opa mütterlicherseits so früh starb, dass von ihm nicht einmal ein Name blieb. Sein Leben reichte für eine schnelle Heirat und zwei Heimaturlaube, in denen er jeweils ein Kind zeugte. Kurz nach dem zweiten Urlaub traf eine Bombe sein Schiff. Den Schilderungen der überlebenden Kameraden nach, muss sie ihm fast auf den Kopf gefallen sein. Aber da seine Leiche nie gefunden wurde, galt er lediglich als vermisst. Meine Oma bekam nicht einmal Witwenrente.
Mein Opa väterlicherseits starb im Jahr meiner Geburt. Dank einer kriegswichtigen Position in den Göring-Werken musste er nicht an die Front. Aber als überzeugter Deutsch-Nationaler hat er auch nichts dagegen unternommen, als sein ältester Sohn zum letzten Aufgebot gegen die heranrückende Rote Armee eingezogen wurde. Die Möglichkeiten hätte er gehabt. Sie nicht genutzt zu haben, hat er den Rest seines Lebens bereut. Von meinem Onkel Lothar gibt es genauso wenig ein Grab, wie von meinem namenlosen Opa. Der eine blieb auf See, der andere verschwand irgendwo im Samland.

Was blieb, sind ein paar Anekdoten. Von der Ur-Oma, die mit Oma und den beiden kleinen Kindern aus dem ausgebombten Hamburg ins Umland evakuiert wurde, wo sie die Familie mit Kartenlegen durchbrachte. Von meiner Mutter, die bis heute keinen Kohl und keine Steckrüben riechen kann. Erzählungen über den Hungerwinter, in dem morgens die steifgefrorenen Leichen aus den Nissenhütten getragen wurden. Die Geschichte, als meine Oma hinter einem Busch pinkeln gehen wollte und den Kessel mit dem schwarz geschlachteten Schaf im Knick fand.
Die Anekdote von der Uhr, die die Russen meiner anderen Oma gestohlen haben und dass sie daraufhin zum Kommandanten ging; sich beschwerte: als Ärztin sei sie auf eine Uhr angewiesen, wie sonst solle sie den Puls messen? Und dass sie daraufhin eine neue Uhr bekam. Meine Tante, die sich beklagte, zur Konfirmation ein Kleid aus Fallschirmseide bekommen zu haben, das so kalt war, dass sie auf dem Rückweg kaum noch gehen konnte. Dass im Garten der Familienvilla in der sie zu der Zeit lebten (meine Großeltern väterlicherseits hatten mehrere davon), Kartoffeln angebaut wurden. Und dass meine Tante noch bis in die 80er Jahre Angstzustände bekam, wenn sie jemanden russisch sprechen hörte.

Frauengeschichten vom Krieg und der Zeit danach. Es waren keine Männer übrig, um ihre Sicht zu erzählen, bis auf Onkel Volker, der ein solcher Widerling war, dass niemand freiwillig mit ihm sprach.
Trotzdem war selbst uns Kindern damals, in den 70ern klar, was der Krieg Menschen antut. Wir hatten es ja täglich vor Augen. Damals gab es sie schließlich noch, die Kriegskrüppel (oder die „Versehrten“, wie sie pietätvoller genannt wurden. Political correctness ist keine neue Erfindung).
Links von uns wohnte ein alter Nazi mit nur einem Bein, der soff, um die Erinnerungen los zu werden. Tagsüber mag das geklappt haben, aber nachts hörten wir ihn manchmal schreien. Sogar noch durch die Wände hindurch. Ich war mit seiner Tochter befreundet und am Wochenende fuhren wir manchmal raus ins Grüne, wo er uns Schießen beibrachte (er war Jäger und die Waffen waren legal. Ob er sie uns geben durfte, ist eine Frage, die ich mir damals nie gestellt habe).
Auf der anderen Seite wohne ein Sozi mit nur einem Arm. Die Gerüchteküche besagt, er habe ein Strafbataillon überlebt, aber er selber sprach nie darüber. Sein leerer linke Hemdsärmel steckte in der Hosentasche, damit er nicht im Weg war. Wundersamerweise war er trotzdem handwerklich sehr geschickt und hat vieles im Haus selber gemacht. Uns Kindern hat er beigebracht, wie man Fahrräder repariert.

Es gab noch mehr solche Leute in der näheren und weiteren Umgebung. Halbblinde, Lahme, Einarmige. Man zeigte nicht auf sie. Jeder wusste, woher die Verletzungen kamen. Aber man sprach nicht darüber. Nur nichts aufwühlen.
Nur einmal hat meine Mutter meine Oma nach der Zeit „davor“ gefragt. Warum denn keiner etwas gesagt oder getan habe.
„Aber wir wussten doch von nichts“, hat meine Oma geantwortet und normalerweise wäre das Thema damit wieder begraben gewesen.
Aber dieses eine Mal hat meine Mutter nachgebohrt. Hat gesagt, dass sie das nicht glauben kann; dass man es doch merken muss, wenn die Nachbarn verschwinden.
„Wir wussten nichts“, hat meine Oma wiederholt. „Man durfte doch nichts wissen. Jeder wusste doch, was mit denen passiert, die zu viel wissen oder zu viele Fragen stellen!“

Warum ich das hier schreibe? Weil gerade eine Partei in den Bundestag eingezogen ist, die die Meinung vertritt, man solle diese Omertá wieder einführen. Das alles vergessen. Stolz sein auf die Leistungen einer Armee, die fremde Länder überfallen und damit unsägliches Leid über Europa gebracht hat.

Aber ich will nicht vergessen. Die Erinnerung ist kostbar. Trotz der Toten, der Krüppel und des Leids. Ohne solche Erinnerungen sind wir wurzelloses Gestrüpp, wie dieses Tumbleweed-Kugeln, die immer durch die Westernszenarien rollen. Vergessen führt nicht in eine bessere Zukunft. Im Gegenteil: Ohne solche Erinnerungen laufen wir Gefahr, die Fehler unserer Vorfahren zu wiederholen.
Deshalb schreibe ich das hier auf. Weil ich es kann. Weil wir in einer Gesellschaft leben, in der man neugierig sein darf. In der man nicht abgeholt, eingesperrt oder sogar erschossen wird, weil man zu viel wusste und das auch noch ausgesprochen hat.  Ich schreibe es auf, weil man sich seine Geschichte so wenig aussuchen kann, wie die Familie, in die man hineingeboren wird. Gegen das Vergessen. Für Demokratie und Freiheit.


WirSchreibenDemokratie
Grafik: Elenor Avelle und Anne Colwey

#WirSchreibenDemokratie ist eine Aktion des Nornennetzes.
Weitere Artikel gibt es u. a. von:
Textflash und Hermine
Frau Schreibseele
Evanesca Feuerblut
Der Fantastronautin
Schreibtrieb
Blue Siren

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#CharactersofSeptember (Tag 26) – Worauf Seraina stolz ist

„Characters of September“ ist eine Challenge, bei der fiktive Charaktere selbst zu Wort kommen. Bei mir stellt sich Seraina, eine Spielfrau aus dem frühen Mittelalter, den Fragen. Sie ist eine der Figuren aus der Erzählung Der Tod des Spielmanns.

Nike: „Hallo Seraina. Schön, dass du wieder da bist. Nachdem wir uns gestern über Scham unterhalten haben, geht es heute um Stolz. Gibt es etwas, auf das du rückblickend besonders stolz bist?“

Seraina: „Sei gegrüßt, Nike. Stolz ist ein großes Wort und wir waren kleine Leute. Stolz konnten wir uns nicht leisten. Aber doch, es gibt eine Sache, auf die ich tatsächlich stolz bin.“

Nike: „Lass mich raten. Darauf, dass du weggelaufen bist? Du hast diesen Moment der Freiheit erwähnt.“

Seraina: „Das war ein wundervolles Gefühl. Aber stolz? Nein! Stolz bin ich darauf, Corvin das Leben gerettet zu haben. Wenigstens ihm.“


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Die Erzählung Der Fluch des Spielmanns ist als eBook für alle gängigen Lesegeräte erhältlich. Unter anderem kann es bei diesen Anbietern heruntergeladen werden:

https://books2read.com/Spielmannsfluch

(Der Klick auf eines der Icons leitet in den jeweiligen Shop weiter)

#Charakters of September (Tag 11) – Serainas Herkunft

#CharactersofSeptember ist eine Challenge, die fiktiven Charakteren die Möglichkeit der Selbstdarstellung gibt. Ich habe mich entschieden, Seraina, eine der Spielfrauen aus Der Fluch des Spielmanns zu interviewen, auch, weil es ihr Tod war, der die Inspiration für diese Geschichte geliefert hat.

Nike: „Hallo Seraina, nachdem wir die letzten zehn Tage über persönliche Dinge gesprochen haben, stehen jetzt Fragen zu deinem sozialen Umfeld auf meinem Zettel. Aber zunächst: Wo kommst du her? Waren deine Eltern auch Gaukler?“

Seraina: „Das könnte man meinen, so wie ich aussehe. Aber es stimmt nicht. Meine Mutter war eine fante, eine leibeigene Maurin, die man als Kind verschleppt und als Sklavin verkauft hatte. Als ich geboren wurde, gehörte sie der familia eines genuesischen Tuchmachers.“

Nike: „Und wie bist du dann zu den Gauklern gekommen? Hat man dich verkauft?“

Seraina: „Nein, natürlich nicht. Ich bin weggelaufen. Sie haben mich zwar gut versorgt, was Essen und Kleidung angeht, da hatte ich immer genug. So viel, wie jede andere Magd auch. Aber sie haben mich auch viel geschlagen und die Männer sind mir nachgestiegen, seit mir Brüste gewachsen sind. Das war keine gute Zeit. Ich hatte keinen Ort, wo ich sicher war, niemanden, der mich beschützen konnte oder wollte – bis Corvin kam.
Es klingt so einfach, wenn ich das jetzt erzähle, aber es war furchtbar gefährlich. Wenn sie mich eingefangen hätten, wäre ich schlimm bestraft worden und er noch mehr. Aber es ist ja gutgegangen. Zum Glück! Ich wäre nicht freiwillig zurückgekehrt, und wenn sie mich gezwungen hätten – ich hätte mich umgebracht.
Die Freiheit ist hart. Aber sie ist auch süß und wenn man sie einmal gekostet hat, will man sie nicht mehr missen.“


entwurf2

 

Die Erzählung Der Fluch des Spielmanns ist als eBook für alle gängigen Lesegeräte erhältlich. Unter anderem gibt es das eBook bei diesen Anbietern:

https://books2read.com/Spielmannsfluch

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