Die Brautgabe

„Der König wirbt um dich?“
Melisende sah vom Webstuhl auf. „Ja“, entgegnete sie leise.
„Und, freust du dich denn gar nicht? Bedenke doch: Der König!“ Eilika fiel es sichtlich schwer, ruhig zu bleiben.
Der Eifer ihrer kleinen Schwester entlockte Melisende ein Lächeln. „Es erscheint fast, wie im Märchen, nicht wahr? Das Aschenputtel wird zur Königin, trägt Kleider aus Samt und Seide, statt kratzender Wolle und muss nie mehr für das tägliche Brot arbeiten. Was für ein Leben könnten wir haben, du und ich! Denn dich würde ich selbstverständlich mitnehmen.“

Coverentwurf für Belletristica: Bild einer rothaarigen, sehr hellhäutigen Frau mit blauen Augen im Halbprofil. Ihr Blick ist nach oben gerichtet, die Hände sind in Höhe des Halses verschränkt. Auf dem Haar scheint sie einen Kranz aus blauen Beeren zu tragen. Im Bild die Textzeilen: "Die Brautgabe" und "Nike L."

Ihr Blick wanderte über die nackten Steine, die selbst im Hochsommer kühl und ein wenig feucht waren. Einst war dies der behaglichste Raum der Burg gewesen. Bunte Teppiche mit Bildern von Jagden, Einhörnern, Rittern und schönen Damen hatten die Wände geziert, auf den Truhen und in den Fensternischen lagen seidene Polster und das allzeit brennende Feuer vertrieb auch den letzten Hauch von Kälte. Aber das war vorbei. Von all‘ der Pracht waren ihnen nur das Bett, der Webstuhl und ein paar leere Truhen geblieben.

Der Niedergang hatte mit dem Tod ihres Vaters vor fünf Jahren begonnen. Der König hatte sich die Bestätigung des Lehens teuer bezahlen lassen. Schon damals hatten sie sich von den ersten Teppichen trennen müssen. Auch die Hunde, Falken und Jagdpferde hatte ihre Mutter verkauft, um das Geld aufzubringen. Aber arm wurden sie erst, als ihre Mutter zwei Jahre darauf am Sommerfieber starb, das in jenem Jahr besonders heftig wütete.

Fast die Hälfte der Höfe fielen wüst und die wenigen Abgaben der überlebenden Landsassen reichten kaum für die Ernährung der Burgleute aus. Melisende blieb keine Wahl, als auch den Rest ihrer Habe zu verkaufen, um das Lehen ein zweites Mal auszulösen. Jetzt waren sie und Eilika fast so arm, wie ihre Bauern. Immerhin hatte sie die Burg selber halten können, auch wenn in den Hundezwingern Gras wuchs, die Falknerei als Hühnerstall diente und im Pferdestall nur drei magere Kühe standen. Sogar eine Wachmannschaft gab es, wenn auch eine sehr kleine, die zudem aus Männern bestand, die wegen ihres Alters oder ihrer Gebrechen keinen anderen Dienstherren gefunden hatten. Was deren Treue anging, gab sich Melisende keinen Illusionen hin.
Die Heirat mit dem König würde ihren Status zweifellos verbessern. Und dennoch… Melisendes Blick schweifte weiter; zum Fenster hinaus ins Freie und verlor sich in der kristallenen Weite des Himmels.

„Melisende!“ Eilikas Stimme riss sie aus den Gedanken. „Melisende, wieso redest du so seltsam? Du hast ihn doch nicht abgewiesen – oder?“
Melisende sah Eilika in die aufgerissenen Augen. Wie unschuldig und offenherzig sie war. Hoffentlich musste sie nie lernen, sich zu verstellen. „Natürlich nicht“, entgegnete sie sanft. „Ich habe gesagt, dass ich mich durch seine Werbung geehrt fühle und mir drei Tage Bedenkzeit ausbedungen.“
„Bedenkzeit?“, Eilikas Stimme überschlug sich fast. „Aber warum denn?“
„Nun, was zu leicht gewonnen ist, wird selten geschätzt.“ Melisende verbarg ihre Sorgen hinter einem Lächeln. „Und es sind ja nur drei Tage.“
Eilika klatschte in die Hände. „Und dann wirst du Königin. Königin!“, sang sie und machte einige kleine Tanzschritte.
Melisende sah ihr eine Weile zu und sagte dann: „Tu mir einen Gefallen, ja: Geh‘ in den Garten hinunter und pflück ein paar Blumen für die Zimmer unserer Gäste und für den Tischschmuck. Wir mögen arm sein, aber niemand soll sich über mangelnde Gastfreundschaft beklagen können.“

Als Eilikas Schritte verklungen waren, verdüsterte sich Melisendes Mine. Drei Tage nur. Sie starrte auf das Gewebe vor sich, während ihre Gedanken bei dem waren, was sie über den König gehört hatte. Hart sei er, jähzornig und leicht gekränkt. Einer, der seine Bauern auspeitschen lasse, wenn sie sich mit den Abgaben auch nur um einen Tag verspäteten. Einer Witwe habe er den Kopf scheren lassen, weil ihre Schafe nicht genug Wolle gegeben hatten. „Wenn deine Schafe nicht genug Haare haben, musst du eben deine hergeben“, habe er gesagt, bevor er sie barhäuptig vom Marktplatz jagen ließ, während der Pöbel ihr hinterher johlte.
Ob er seine Ehefrau besser behandeln würde? Zwei hatte er bereits gehabt und beide waren jung gestorben. Was ihm fehlte, war ein Erbe. Ohne einen legitimen Nachfolger war es nur eine Frage der Zeit, wann die Fürsten offen um die Thronfolge kämpfen würden. Aber warum hatte der König ausgerechnet sie ausgewählt? Es gab genug Fürstentöchter, die nur zu gerne Königin geworden wären. Warum also sie?
Melisendes Blick ging wieder zum Fenster hinaus. Eine Wolke glitt über den Himmel, eine kleine weiße Schäfchenwolke.

„Sie ist einverstanden, Hoheit. Aber sie stellt Bedingungen.“
„Bedingungen? Was für Bedingungen?“
„Nun, Hoheit, sie sagt, da sie selbst keine angemessene Kleidung für die Hochzeit hat, müsstet Ihr sie ausstatten.“
„Das ist alles?“ Das Lachen des Königs hallte durch den Thronsaal. „Eine Mitgift? Das soll ihre Sorge nicht sein. Wir wussten doch, dass sie arm ist und haben sie gerade wegen ihrer Armut erwählt; deshalb und weil sie aus einer vollkommen unbedeutenden Familie stammt. So kann keiner Unserer Vasallen einen Vorteil aus der Verbindung ziehen. Aber das muss sie nicht wissen. Richte nur aus, dass sie sich um ihre Ausstattung nicht zu sorgen braucht.“
„Ich fürchte, sie hat recht genaue Vorstellungen.“ Der Bote zog eine Liste aus seiner Gürteltasche und begann vorzulesen: „Da wäre als erstes das Kleid für die Hochzeit. Sie wünscht es aus weißer Seide, an Saum und Ärmeln mit Perlen bestickt.“ Der König hörte sich die Auflistung mit gelangweilter Mine an. Schließlich sagte er unwirsch: „So weit ist daran nichts Ungewöhnliches. Nur dieser Mantel – was hat es damit auf sich?“
Der Bote sah in seine Aufzeichnungen. „Ein blauer Seidenmantel, mit goldenen Sternen bestickt und gefüttert mit dem Vlies der wilden Schafe, die über mein Land ziehen – so lauteten ihre Worte. Sie sagte auch, dass es noch nie gelungen sei, sie zu fangen und zu scheren. Daher sei ein derartiger Mantel etwas Einmaliges, um das sie alle anderen Frauen beneiden würden.“

„Weiber!“ Lachend schüttelte der König den Kopf. „Sie soll ihren Willen haben. Lass‘ überall verkünden, dass die Hochzeit stattfinden wird, so bald die Braut ausgestattet ist. Und sag‘ den Jägern sie sollen sich bereit machen. Wir reiten morgen bei Sonnenaufgang.“

Zwei Tage später standen Melisende und Eilika am Fenster und beobachteten, wie sich der Tross des Königs entfernte. Über ihnen spannte sich der blaue Himmel. Ein paar weiße Tupfen zogen darüber. Wolkenschafe; von keiner Menschenhand berührt und nie geschoren.
Der König hatte gezürnt und geflucht, als er begriff. Aber Melisende hatte auf der Einhaltung seines Versprechens bestanden.
„Warum hast du das getan?“, fragte Eilika, als der Tross im Wald verschwunden war.
Melisende zog ihre kleine Schwester an sich. „Samt und Seide und ein behagliches Heim sind nicht alles, weißt du.“

Frohes Fest

Sehr passend zu den kommenden Feiertagen, hat Klaus Neubauer meine Kurzgeschichte „Engelszähne“ eingelesen und auf seinem Podcast klausgesprochen, dem Kurzgeschichtenpodcast veröffentlicht.

Ich fühle mich sehr geehrt und wünsche dir im Vorgriff auf die Weihnachtstage ein himmlisches Vergnügen mit Engelszähne.

Glitzernde Weihnachtsdekoration in der Form eines fliegenden Engels mit weit ausgebreiteten Flügeln, der eine lange Schleppe aus blauen Lichtern hinter sich her zieht.
Photo by Yelena Odintsova on Pexels.com

Wenn du die Geschichte noch einmal nachlesen willst, findest du sie hier.

Engelszähne

Wusstest du, dass das, was wir hier unten auf der Erde als „Hagel“ bezeichnen, in Wahrheit Engelszähne sind? Nein?

Dann nimm‘ dir etwas zu trinken und höre gut zu!

Natürlich verlieren Engel ihre Zähne nicht so einfach – schon gar nicht in solchen Mengen. Engel haben auch keine Milchzähne, wie kleine Kinder. Das ergäbe ja auch gar keinen Sinn, da sind wir wohl einig. Wir sind uns wohl auch darüber einig, dass man zum Harfe spielen oder um im Himmelschor mitzusingen, einen Körper benötigt. Klar, für einige andere Dinge auch. Sogar als Engel. Aber das lassen wir mal außen vor.

Jedenfalls bekommt jede neu durch das Himmelstor getretene Seele einen Körper, den sie sich nach dem Baukastensystem selbst zusammenbauen darf. So behalten die Engel ihre Individualität, obwohl sie aus Normbauteilen bestehen. Selbstverständlich sind diese Körper perfekt (selbst, wenn sie nicht unbedingt humanoid aussehen, aber das ist wieder eine andere Geschichte). Schließlich ist im Himmel alles perfekt.

Zu einem perfekten System gehört auch das Recycling von Rohmaterialien. So bald eine Seele den Himmel verlässt, um wiedergeboren zu werden, kommen die Engelskörper daher in die Werkstatt, wo sie auseinandergenommen werden. Die Einzelteile werden anschließend generalüberholt und in Kisten gelagert, damit die neuen Seelen darauf zugreifen können.

Wie man sich vorstellen kann, ist dieses Lager ziemlich groß und die Kisten mit den Zähnen stehen ziemlich weit hinten. Daher kommt es manchmal vor, dass ein schusseliger Transportengel oder eine besonders tollpatschige Seele eine dieser Kisten umschmeißt. Wenn das passiert, hagelt es hier unten Engelszähne. Weisste Bescheid!


Die Geschichte entstand heute spontan auf Twitter als nach einem Synonym für „Hagelkorn“ gesucht wurde. Danke an @ME_Lee_Jonas für die schöne Inspiration!

Zombie-Apocalypse now!

Wenn der Oktober endet, beginnt die richtig gruselige Jahreszeit, in der die Grenzen zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten dünn wird. Feste wie Halloween, Allerseelen oder Samhain dienen auch dazu, die Geister zu besänftigen, die diese Grenze vielleicht passieren, damit sie nicht zu viel Unheil anrichten.

Aber noch ist es nicht so weit. Deshalb geht es heute noch einmal um die, die nicht so ganz tot sind. Um Untote. Genauer gesagt: um Zombies.

Ich muss gestehen, dass ich der üblichen Spielart dieser Hirnfresser wenig abgewinnen kann. Deshalb meide ich sie üblicherweise, so gut es denn eben geht. Aber der IndieBuchtober, d. h. die Challenge rund um Bücher von Selfpublisher:innen und aus kleinen, unabhängigen Verlagen sieht für heute das Thema „Zombies“ vor. Deshalb stelle ich heute Gefesselt – Der Anfang von Elenor Avelle vor.

Der Ausbruch der Seuche, die die Menschheit vernichtet, ist noch Jahre entfernt, doch schon jetzt werden Entscheidungen getroffen, die in die Katastrophe führen …
Rebecca und ihre Zwillingsschwester sind unzertrennlich – bis Gabriella ein Jobangebot von der Firma Genetics erhält und kurz darauf spurlos verschwindet. Aus sämtlichen Erinnerungen getilgt, glaubt nur noch Rebecca an ihre Existenz. Um der Wahrheit auf den Grund zu gehen, macht sie sich auf die Suche nach den Verantwortlichen, nicht ahnend, in welche Gefahr sie sich begibt. […]
– und der Ausbruch rückt unaufhaltsam näher.

(Auszug aus dem Klappentext)

Ich habe Gefesselt noch nicht ausgelesen, daher kann ich noch kein abschließendes Urteil abgeben. Aber ich kenne Elenor Avelles Bücher seit Infiziert – Geheime Sehnsucht, das den Auftakt der Reihe „Die verfallene Welt“ bildet und ich mag die Art, wie sie schreibt. Was mir ihre Bücher trotz Zombies sympathisch macht, ist, dass Zombies nur ein Teil einer dystopischen Entwicklung sind – und nicht mal der wichtigste. Dementsprechend liegt der Fokus nicht auf Ekelfaktoren, sondern darauf, wie Menschen mit einer Katastrophe umgehen, bzw. wie sie hineingeraten.


Alle Aufgaben der IndieBuchtober Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Werwölfe bei Neumond
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbisgemetzel
03.10.Supernatural18.10.Gesucht wird ein Herbstkrimi
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstliche/schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orage
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten.)

Werwölfe bei Neumond

Am 16. Tag des IndieBuchtobers, der Indie-Buch-Challenge, stehen Werwölfe auf dem Plan.

Werwölfe, das sind doch diese schrecklichen, haarigen Biester … Ach nein, pardon, ich verwechsle da gerade etwas. Der Text der Ärzte bezog sich ausschließlich auf Männer. Selbstverständlich können auch Frauen Werwölfe sein und sich zu gegebener Zeit in Werwölfe verwandeln. Im Licht des Vollmonds bricht ihre animalische Natur hervor und lässt sie zu blutrünstigen Killern werden.

Ärgerlich nur, wenn just in dem Moment ein Wolkenfetzen den Mond verhüllt und die Rückverwandlung einsetzt. Ich stelle mir das jedenfalls sehr lästig vor. Aber heute Nacht ist sowieso Neumond. Wenn also stimmt, was man sich erzählt,* dann sind wir heute daher so sicher, wie es nur irgendwie geht.

Wenn du jetzt aber Blut geleckt hast und dich trotzdem mit Werwölfen gruseln möchtest, habe ich das passende Buch für dich: Werwölfe in Aremsrath von Tanja Hanika.

1873 – Nachdem seine Familie von einem Werwolf getötet wurde, zieht es Paul zu seinem Onkel nach Aremsrath in die Eifel, wo er seine eigene Apotheke eröffnen möchte. Dort hilft er der Bürgerwehr im Kampf und Doktor Moriensius bei der Suche nach einem Heilmittel gegen die Werwolfplage.

Minna ist ihm im Kampf gegen die Werwölfe eine besondere Hilfe und ein Lichtblick, während das Misstrauen der Menschen untereinander wächst.

Ein Schauerroman, in dem die menschlichen Abgründe nicht weniger Gefahr verheißen, als die Werwölfe selbst.

So viel zum Klappentext. Was mir beim Lesen gut gefallen hat, ist der Sprachstil. Er passt hervorragend zum zeitlichen Rahmen der Geschichte und vermittelt gerade am Anfang eine trügerische Sanftheit. Denn natürlich wird es blutig.


*Es gibt ältere Quellen, die nahe legen, dass Vollmond und Werwölfe genauso zusammenhängen, wie Wolfsgeheul und Vollmond – nämlich gar nicht. Aber das ist ein schönes Thema für einen eigenen Blogartikel. Den schreibe ich dann, wenn mein Werwolfwestern endlich veröffentlichungsreif ist.


Alle Aufgaben der IndieBuchtober Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Buch mit Werwölfen
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbis
03.10.Supernatural18.10.Herbstkrimi oder -Thriller
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstliche/schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orage
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten)

[IndieBuchtober] Schaurige Kurzgeschichte

Nein, das ist kein Schreibfehler. Zwar stand bis gestern „schaurige Kurzgeschichten“ in der Ankündigung, und ich habe auch überlegt, ob ich das nutzen soll, um mal wieder Werbung für den Codex Aureus zu machen. Genau gesagt, für den 6. Band. Dann bin ich aber doch davon abgekommen. Was von ihnen blieb enthält zwar zwei Kurzgeschichten, in denen es spukt – aber so richtig schaurig sind die nicht.

Deshalb lasse ich das und empfehle heute eine einzelne Kurzgeschichte: Das Haus der verlorenen Zeit von Nicole Neubauer. Schon das Setting ist klassisch gruselig. Ein Haus im Wald. Seit Jahren verlassen. Ein Lost Place, in dem rätselhafterweise immer noch eine Glühbirne brennt. Ein Highlight für Urban Explorers, die verlassene Plätze erkunden und dokumentieren. Doch als einer von ihnen es mit dem Codex der Urbexer nicht so genau nimmt wird deutlich, dass das Haus mehr ist als nur eine gruselige Kulisse.

Das Haus der verlorenen Zeit bildet den Auftakt der Anthologie Briefe aus dem Sturm, die von Wiebke Tillenburg und Magret Kindermann unter dem Namen „Nikas Erben“ herausgegeben wurde.


Alle Aufgaben der Challenge auf einen Blick
:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Buch mit Werwölfen
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbis
03.10.Supernatural18.10.Herbstkrimi oder -Thriller
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstliche/schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orage
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten)

IndieBuchtober: Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da

Das haben wir schon im Kindergarten gesungen und aus irgendwelchen Gründen ist es hängengeblieben.

Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da,
er bringt uns Wind, hei hussassa!
Schüttelt ab die Blätter,
bringt uns Regenwetter.
Heia hussassa, der Herbst ist da!

Tatsächlich faucht draußen gerade der Wind und treibt Regen gegen die Fensterscheiben, während ich diesen Text schreibe. Vielleicht ist das der Grund, warum mir bei der Tagesaufgabe zum IndieBuchtober als Erstes dieses Kinderlied eingefallen ist. Heute ist nämlich ein Indie-Buch mit einem herbstlichen Cover gefragt. Auch dafür böte sich Schwesternband von Wiebke Tillenburg an. Aber da ich das vor ein paar Tagen schon vorgestellt habe, scheidet dieses Buch leider aus. Challenges leben von der Abwechslung.

Aber es kann ja wohl nicht so schwer sein, ein Buchcover mit Kürbissen zu finden; mit roten Blättern vor blauem Himmel oder eins, in dem ein schon braun und wellig gewordenes Blatt in einer Pfütze treibt. Reife Äpfel, Nüsse, Birnen, Pilze, Nebel, Korngarben … Nichts!*
Wenn es nach Buchcovern geht, gibt es Frühling, Sommer und Winter. Dazwischen klafft eine riesige Lücke.

Und dann ist da noch das Problem, dass Indie-Bücher extrem schwer zu finden sind. In den stationären Buchhandel kommen sie nur ausnahmsweise, was in den Zeiten von Corona nicht mal ein Nachteil sein muss. Aber auch die Algorithmen der Online-Buchhandlungen bevorzugen klar die Bücher aus Publikumsverlagen und die Suchfunktion ist unterirdisch. Inzwischen gibt es zwar meist auch eine Abteilung „Indie-Autoren“, aber die ähnelt einer Kruschkiste, in sich der Anleitungen zum Stricken von Babyschuhen, Fantasyromane, Splatter und Einhand-Erotik mit Krimi, Western, Romance, BDSM, Poesie und Low-Carb-Rezepten mischt. Vermutlich habe ich noch ein paar Genres vergessen, aber ich werde mindestens einen Liter Gehirnbleiche brauchen, um die Cover der sogenannten Erotiktitel wieder aus dem Kopf zu bekommen.
Das nächste Mal, wenn wieder von den Leiden des deutschen Buchhandels und dem bösen Amazon die Rede ist, werde ich an diese Suche zurückdenken. Corona wäre ein guter Anlass gewesen, die Online-Shops auszubauen und zu verbessern. Getan hat sich nichts. Und eine Branche, die Bedürfnisse seiner Kunden so konsequent ignoriert, dass sie es nicht mal fertig bringt, aus den zu jedem Buch mitgelieferten Metadaten eine vernünftige Suchfunktion zusammenzuklöppeln, hat es irgendwann auch nicht mehr verdient, zu überleben.

Am Ende war ich schon fast so weit, mich von der Belletristik ab und den Kochbüchern zuzuwenden. Es gibt bestimmt einen Indie-Titel: wie „Herbstgenüsse – die besten Rezepte meiner Oma“ mit Äpfeln, Pilzen, Kürbissen oder etwas in der Art auf dem Cover. Nur, weil ich ein Kochbuch nicht wirklich gut zu einem Blog passt, bei dem es um Fantastik, Selfpublishing und ein bisschen auch der Geschichte geht, habe ich es nicht getan, sondern weitergesucht.

Wie du siehst, bin ich schließlich sogar noch fündig geworden. Die Blätter des Herbstbringers von Fabienne Siegmund hat nicht nur den Herbst im Titel, sondern auch schöne Herbstblätter auf dem Cover.
Der Klappentext spricht von einem Geheimnis und die Leseprobe las sich angenehm. Außerdem genießt der OHNEOHREN-Verlag in der Fantastikszene einen guten Ruf. Deshalb habe ich auch keine Bedenken, das Buch hier zu präsentieren, auch wenn ich es selber noch nicht gelesen habe.


*Oder besser gesagt: Fast nichts. Es gab zwei oder drei Bücher, die ich im Rahmen dieser Challenge leider nicht zeigen kann, weil sie in großen Publikumsverlagen erschienen sind, also nicht Indie sind – und ungefähr doppelt so viele Indie-Bücher, die aber leider völlig an meinem Geschmack vorbeigingen.


Alle Aufgaben der Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Buch mit Werwölfen
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbis
03.10.Supernatural18.10.Herbstkrimi oder -Thriller
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstliche/schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.herbstliches Cover26.10.Buch und Schal
12.10.Buch und Heißgetränk27.10.schwarz und orage
13.10.Seite/Kapitel 13 Satz 1328.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichten29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten)

Tag 4 im IndieBuchtober: Ein Buch mit Hexen

Bei meinem heutigen Beitrag zum IndieBuchtober kann ich nahtlos an die Aufgabe von vorgestern anknüpfen. Du erinnerst dich? Unter der Überschrift „Kerze und Buch“ habe ich den zweiten Band von Diandra Linnemanns Trilogie Magie hinter den sieben Bergen vorgestellt.

Wobei „vorgestellt“ ein bisschen übertrieben ist. Genau genommen habe ich nur ein Foto gezeigt. Deshalb jetzt ein paar Worte zum Inhalt:

Helene Weide ist praktizierende Hexe und das magische Äquivalent einer Privatdetektivin. Hauptsächlich ist sie beratend tätig oder kümmert sich um Kleinigkeiten, wie die Beseitigung schief gegangener Amateurzauber. Immer wieder werden sie und ihr Assistent Falk aber auch Fälle mit deutlich dunklerem Hintergrund verwickelt.

Diandra Linnemann beschreibt das einerseits mit einem Augenzwinkern, aber wenn es blutig wird, dann wird es wirklich blutig, gemein und brutal. Für schwache Nerven sind ihre Bücher daher wirklich nicht zu empfehlen.
Dafür sind sie – was die geschilderten magischen Praktiken angeht – aber auch wirklich kenntnisreich. Diandra Linnemann ist selber Hexe. Bei ihr gibt es kein albernes Herumwedeln mit Zauberstäben, dafür aber im Nachwort tiefere Einblicke in die geschilderten Riten bzw. deren Hintergrund.

Alle Aufgaben der Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Buch mit Werwölfen
02.10. Kerze und Buch17.10.Kürbis
03.10.Supernatural18.10.Herbstkrimi oder -Thriller
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Gruselzitat20.10.das allergruseligste Buch
06.10.schwarze(s) Cover21.10. herbstliche/schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.gruseliges Buch23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.herbstliches Cover26.10.Buch und Schal
12.10.Buch und Heißgetränk27.10.schwarz und orage
13.10.Seite/Kapitel 13 Satz 1328.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichten29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten)

Kerze und Buch

So lautete die heutige Aufgabe der IndieBuchtober-Challenge. Leider bin ich keine Heldin an der Handykamera. Deshalb sieh es mir nach, wenn das Bild etwas krisselig geworden ist.

Dafür passt die Stimmung, wie ich finde, sehr schön zum Herbst.

Das Bild beantwortet auch gleich die Frage von gestern: „Was lesen im Oktober?
Ich für meinen Teil fange mit Magie hinter den sieben Bergen von Diandra Linnemann an. Das hier ist der zweite Teil einer Reihe. Lass dich vom Titel nicht täuschen. Diandra Linnemanns Bücher sind deutlich düsterer als der märchenhaft anmutende Name vermuten lässt.

Was liest du?

Was lesen im Oktober?*

Der Oktober bietet sich als Lesemonat geradezu an. Die Tage werden kürzer und nasser. Höchstens im Altweibersommer locken noch ein paar letzte Sonnenstrahlen nach draußen. Gleichzeitig liegt der Back-, Bastel- und Geschenkestress der Vorweihnachtszeit noch in weiter Ferne. Optimal, um etwas kürzer zu treten, die Ärmeldecke aus dem Schrank zu holen und es sich auf dem Sofa bequem zu machen. Wenn der Oktober genauso trübe weitergeht, wie der September aufgehört hat, gerne auch mit Tee, Kerze und ein paar Keksen.

Und einem Buch. Nichts gegen Serien oder Games – absolut nicht. Aber das ultimative Entspannungsmittel sind für mich nun mal Bücher.

Frau liest ein Buch, neben sich eine halb gefüllte Tasse

Aktuell lese ich noch Narrenlauf, den ersten Band der Weltenwechsler Akten von Carolin Summer, ein Crossover von Urban Fantasy und CSI. Außerdem Trubel in Transsylvanien, einen feministischen Krimi, der zum Glück nicht ansatzweise den Vampirklamauk enthält, den man aufgrund des Titels auch vermuten könnte.

Auf meinem SUB, dem Stapel ungelesener Bücher, warten jetzt noch Achtsam Morden, ein Krimi, den mein Mann mir mitgebracht hat. Müsse ich unbedingt lesen. Ganz viele Kollegen hätten schon und alle fänden ihn ganz großartig und sehr lustig. Ich hoffe, ihn nicht wieder durch meine eigene Unlustigkeit zu enttäuschen.
Sicherheitshalber hatte ich mir gleichzeitig Die linke Hand der Dunkelheit von Ursula le Guin besorgt, was wenigstens vom Titel her schon mal zur Jahreszeit passt.

Aber das richtige Wohlfühlbuch ist noch nicht dabei. Und dann ja auch noch IndieBuchtober, eine Challenge für Bücher aus dem Bereich der Fantastik, die in kleinen und unabhängigen Verlagen oder im Selfpublishing erschienen sind. Da würde le Guin zwar thematisch vielleicht passen – aber das Buch ist in einen der großen Publikumsverlage erschienen, also alles andere als Indie. So ein Ärger aber auch! Da muss ich mir glattweg noch mehr Bücher zulegen. Vielleicht den zweiten Sammelband der Magie hinter den sieben Bergen von Diandra Linnemann?
Oder Schattenkünder, den dritten Band der Unstern-Serie von Katrin Ils?
Ich könnte aber auch den Zombies aus Gefesselt von Elenor Avelle eine Chance geben, auch wenn Zombies eigentlich nicht so mein Ding sind. Aber sie stehen definitiv auf der Liste für den IndieBuchtober.

Schwierig. Von allen drei Autorinnen habe ich schon Bücher gelesen und weiß daher, dass mir ihr Stil gefällt. Sehr schwierig.
Zumal es mit Erntenacht und Kürbisgemetzel auch noch zwei Anthologien gibt, die perfekt ins Schema passen.
Wirklich sehr, sehr schwierig.

Wobei …
Wenn die Entscheidung so schwer fällt, kann ich sie mir auch leicht machen. Dann kaufe ich sie einfach alle.


Und du? Wie sieht deine Planung für Oktober aus? Was steht auf deiner Leseliste?


*Der Beitrag ist im Rahmen der von Indie-Buecher.com ausgerufenen Challenge IndieBuchtober verfasst. Mehr dazu findest du in den sozialen Medien unter dem Hashtag #IndieBuchtober.