[Selfpublishing] Ein Jahr Codex Aureus

Vor einem Jahr startete der Codex Aureus mit der Fabel „Der Esel als Pilger“. Das „Eselchen“ war ursprünglich nur dazu gedacht, auszuprobieren, wie das Veröffentlichen von eBooks genau funktioniert.

Ausgaben 1,2,3-1
Inzwischen sind drei weitere Codex-Ausgaben erschienen, die alle ihre Liebhaber gefunden haben. Das bestätigt mich in der These bestätigen, dass auf dem Markt auch eine Nische für kürzere Fantasy-Formate gibt. Allerdings sind alle mit rund 50 Seiten auch deutlich länger, als der „Esel“.

Bei jeder einzelnen Ausgabe habe ich viel dazu gelernt.

Buchcover Codex Aureus - Der Esel als Pilger

Die erste (und bitterste) Lektion war die Reaktion auf das Cover des „Esels“. Ich hatte mir viel Mühe damit gegeben und war ganz begeistert von mir, auch weil ich endlich begriffen hatte, wie das mit den verschiedenen Ebenen bei Paintshop funktioniert.
Und dann wurde es bei der ersten Präsentation als viel zu dunkel befunden. Außerdem als zu unruhig, zu kontrastarm, mit zu vielen Schriften, die zudem noch schlecht lesbar seien.
Gut, ich habe das getan, was vermutlich jeder Anfänger macht: Ich habe mein Baby verteidigt. Tatsächlich mag ich es immer noch. Aber nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, habe ich es trotzdem geändert. Schließlich soll das Cover in erster Linie potentiellen Lesern gefallen. Oder, wie Marketingleute das so charmant ausdrücken: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Das soll nicht heißen, dass mir das neue Cover nicht gefällt. Natürlich gefällt es mir. Sonst hätte ich es nicht genommen.

Cover für Steppenbrand, die Geschichte von Dejasir no'Sonak, der eigentlich nur das Beste für sich und sein Volk wollte.

Bei der zweiten Ausgabe, Steppenbrand, bin ich tiefer in die Geheimnisse der ePub-Convertierung eingestiegen. Steppenbrand enthält ziemlich viele Worte einer selbst erfundenen Sprache, was seit Tolkien einerseits zur klassischen Fantasy dazu gehört, den Text aber stellenweise schwer lesbar macht. Also hatte ich mir überlegt, ein Glossar einzufügen und – weil ein eBook im Grunde nichts anderes ist, als ein HTML-Dokument – mit Hyperlinks zu arbeiten. Die Idee war, dass jedes neue Wort mit dem Glossar verlinkt wurde, vom Glossar dann aber auch ein Hyperlink in den Text zurückführte. Ich hatte das kurz zuvor in einem Krimi gesehen und fand es so superschick, dass ich es auch unbedingt haben musste.
Die Links zu setzen war kein Problem. Das Problem war, dass die Konvertierung sie mir immer wieder zerschoss. Ich war schon kurz davor, aufzugeben und Steppenbrand ohne Links rauszubringen, als völlig unerwartet Hilfe von Michaela Stadelmann alias Textflash kam, die mir Sigil empfahl. Ich bin ihr dafür bis heute unendlich dankbar.
Außerdem habe ich bei Steppenbrand gelernt, dass Tolino media keine Verkaufslinks mag. Nicht mal zu den eigenen Partnern, weil sie nicht wissen, ob es nicht irgendwann mehr werden.

entwurf2Der Fluch des Spielmanns hat mich einmal mehr davon überzeugt, dass Code entweder doch irgendwo etwas mit Magie zu tun hat, oder dass Computer insgeheim Sadisten sind, die sich darüber amüsieren, wie sie ihre Nutzer in den Wahnsinn treiben. Wieso? Nun, ich habe die Geschichte mit Papyrus Author geschrieben und auch damit konvertiert.
Der Validator sagte es gäbe ein Problem und nannte die Stellen.
Ich habe versucht, die Stellen mit Sigil zu überprüfen – nur fand Sigil die Stellen nicht.
Na gut. Blöd gelaufen. Aber kein Grund, die Nerven zu verlieren. Immerhin hatte bei Steppenbrand, das ich komplett mit OpenOffice geschrieben und konvertiert hatte, die Konvertierung auf Anhieb geklappt. Also habe ich das Papyrus-Dokument in ein .doc verwandelt, in OpenOffice geladen und konvertiert.
Der Validator sagte, es gäbe Probleme. Aber immerhin weniger.
Sigil wusste trotzdem nicht weiter.
Also habe ich es mit LibreOffice versucht, das ich mir kurz zuvor runtergeladen hatte, weil OpenOffice nicht mehr weiterentwickelt wird. Hätte ja sein können, dass das Problem dort lag.
Der Validator fand neue Fehler.
Dann habe ich das .doc in ein .odt (das Format von Open- und LibreOffice) verwandelt. Inzwischen schon ein bisschen genervt, was aber auch nichts half.
Ich weiß nicht mehr genau, wie viele Versuche ich gemacht habe. Irgendwas war immer. Bis ich es aus lauter Verzweiflung noch mal mit Papyrus Autor versucht habe und – oh Wunder! – der Validator nichts zu maulen fand. Was die Ursache war, weiß ich bis heute nicht. Nur, dass eine Fehlermeldung beim Validator offenbar kein Grund zur Panik ist.

o-tannenbaum-klein„O Tannenbaum“ schließlich hat mich gelehrt, dass man sich vom Weihnachtsgeschäft nicht zu viel erwarten sollte und Weihnachtgeschichten alles andere als Selbstgänger sind. Die Hoffnung, „Schöne Bescherung„, das kurz vorher bei Clue Writing veröffentlicht wurde, werde auch Werbung für O Tannenbaum“ machen, erwies sich ganz schnell als Satz mit X. Und nach Weihnachten geraten Geschichten, die an Weihnachten spielen, völlig aus dem Blick.
Insofern ist der Titel auch blöd gewählt, weil „O Tannenbaum“ eine reine Weihnachtsgeschichte suggeriert, obwohl es eigentlich ein modernes Märchen ist. „Das ist immer noch mein Baum!“ oder „Die Dryade“ wäre daher ein deulich besserer Titel gewesen.

Aber ich will überhaupt nicht maulen. Jede einzelne Ausgabe des Codex Aureus hat gute Kritiken bekommen. Meine Leser verzeihen mir großzügig Rechtschreib- und Grammatikfehler (oder schicken mir sogar korrigierte Fassungen, wie der unglaubliche Elyseo da Silva es bei Steppenbrand getan hat. Auch dafür ganz, ganz herzlichen Dank).

Was ausbaufähig ist, ist auf jeden Fall das Marketing. Ich schreibe zwar viel darüber, aber an der praktischen Umsetzung hapert es manchmal. Selbständig heißt nun mal auch bei Autoren selbst und ständig – und da ist es oft schwer, die Prioritäten richtig zu setzen.

Aktuell beschäftige ich mich damit, Banner für verschiedene soziale Medien zu erstellen, um die Sichtbarkeit meiner Bücher zu erhöhen. Außerdem habe ich eine Idee für eine (wie ich finde) ganz witzige Kampagne, um mich als Fantasy-Autorin bekannter zu machen.
Und dann wird es meine Geschichten voraussichtlich auch auf die Ohren geben. Aber dazu mehr, wenn das Ganze in trockenen Tüchern ist.

Was leider gar nicht geklappt hat, ist den Termin für die 5. Ausgabe einzuhalten, weil nacheinander verschiedene Familienmitglieder krank geworden sind und meine Depressionen darin einen willkommenen Anlass gesehen haben, auch mal wieder zu Besuch zu kommen. Aber jetzt ist sowieso erst mal Buchmesse in Leipzig und Buchmessen sind ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für Neuerscheinungen. Bücher unbekannter Autoren werden besser wahrgenommen, wenn sich der Trubel gelegt hat – das ist etwas, was ich von der Frankfurter Buchmesse gelernt habe.
Dafür ist diese Ausgabe des Codex Aureus vermutlich die am Besten angeteaserte. Ich hoffe, die Neugier hält noch ein bisschen. Ich verspreche, dass es sich lohnen wird. Muss ich ja. Denn wenn ich nicht von meinen Geschichten überzeugt wäre, wer dann? Und wie könnte ich sie mit gutem Gewissen veröffentlichen?

Aber auch im zweiten Jahr wird es noch eine Menge Überraschungen geben. Für mich. Für dich. Für Sie. Für euch. Ich hoffe, nur gute!

Leseprobe von „O Tannenbaum“ ist online

Vielleicht sollte ich auch hier im Blog noch kurz darauf hinweisen, dass die Leseprobe von O Tannenbaum (der 4. Ausgabe des Codex Aureus) freigeschaltet ist.

Wer also Velona in freier Wildbahn erleben möchte, bitte hier entlang.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und ein fröhliches Weihnachtsfest!


o-tannenbaum-kleinO Tannenbaum ist als eBook in den Formaten ePub und Mobi erhältlich und damit für alle gängigen Lesegeräte verfügbar.
Kindle-Nutzer können das Buch bei Amazon beziehen. Die Nutzer aller anderen Reader bekommen es über die Online-Buchhandlungen der Tolino Allianz. Mein besonderer Favorit ist Bookzilla, weil man mit dem Einkauf die Entwicklung freier Software fördert. Es gibt O Tannenbaum aber z. B. auch bei:

Fundstück: Anatomie eines eBooks: HTML/XML und CSS für Einsteiger

Im tolino media Blog gibt es mal wieder einen Beitrag mit interessante Tipps und Tricks für die Erstellung von eBooks. Dieses Mal geht es um den technischen Aufbau, genauer gesagt darum, wie man mittels HTML und CSS die Formatierung eines eBooks festlegt.

Nach unseren vorherigen beiden Teilen, die sich mit den Unterschieden zwischen einem Printbuch und einem eBook sowie mit den besonderen Layoutanforderungen an ein eBook beschäftigt haben, wird es heute spannend, denn wir steigen endlich in den technischen Aufbau eines eBooks ein. Eine Epub-Datei ist im Grunde nichts anderes als eine Zip-Datei. Benennt man die Dateiendung…

über Anatomie eines eBooks: HTML/XML und CSS für Einsteiger — tolino media Blog

Fundstück: Bilder in ePub einbinden

Manchmal hätte man gerne Bilder im eBook. Sei es Grafik zu einem Sachtext, als Illustration oder Autorenfoto wie im Print üblich. Bei eBooks ist das deshalb ein bisschen schwierig, weil die Reader auf Text und nicht auf Bilder ausgelegt sind. Nicht nur, dass sie keine Farben wiedergeben können, sie verfügen auch lediglich über 16 Graustufen.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt, findet auf dem Blog von Tolino Media eine kurze Anleitung, wie sich Bilder für ePub zurechtschneiden lassen. Ein paar HTML-Kenntnisse schaden nicht, aber der Artikel ist auch so gut verständlich.
Inzwischen ist auch der zweite Teil der Anleitung online. Hier geht es um die Positionierung im Text, Rahmen und Bildunterschriften.

Die so erzeugte Datei kann auch bei KDP hochgeladen werden, das dann automatisch ein Mobi-Format für den Kindle erzeugt. Wie das Ergebnis dieser Konvertierung aussieht, bleibt abzuwarten.

eBooks: Welche Distributoren lohnen sich für mich?

Als Selfpublisher will man logischerweise auch gelesen werden. Also muss man sich fragen, wo man seine Kunden findet. Wer sein Buch drucken lässt, muss sich Buchhandlungen oder andere Vertriebspartner suchen. Bei eBooks ist es ein bisschen leichter, weil es nicht so viele Vertriebswege gibt. Die verschiedenen Möglichkeiten hatte ich in diesem Beitrag unter der Überschrift „Hochladen“ beschrieben.

Ich habe mich entschieden, meine Geschichten für den Codex Aureus direkt beim Distributor hochzuladen. Das bedeutet zwar etwas Mehraufwand, lohnt sich in meinem Fall aber, weil die ohnehin geringe Marge sonst weiter geschmälert würde.
Rein intuitiv bin ich damit zuerst zu Amazon und zu Tolino gegangen. Beide werden immer wieder verglichen und letztes Jahr meldete die GfK*, dass Tolino inzwischen Amazon bei den Verkaufszahlen überholt habe**. Kann also nicht ganz verkehrt sein.

Erst mit der Veröffentlichung von Steppenbrand, der zweiten Geschichten im Codex Aureus, kam mir langsam die Frage in den Sinn, ob das so sinnvoll ist. Was ist mit denen, die Kobo, iBook oder einen der anderen Reader nutzen? Schließe ich durch Beschränkung auf Tolino und Kindle vielleicht einen riesigen potentiellen Leserkreis aus?
Die Frage ließ mir keine Ruhe, aber leider fand ich im Internet kaum Informationen. Fast alle Beiträge beziehen sich auf das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Tolino-Allianz und Amazon. Also beschloss ich, ein bisschen eigene Marktforschung zu betreiben und startete eine kleine Umfrage auf Twitter, bei der ich abfragte, auf welchen Readern gelesen wird.

Umfrage zu Readern

Die Ergebnisse sind natürlich keineswegs repräsentativ. Aber immerhin geben sie eine Momentaufnahme aus der Gruppe, die ich auch mit meinen Marketingmaßnahmen erreiche. Von dem Gleichstand zwischen Tolino und Amazon ist hier nicht viel zu sehen. Statt dessen gibt es eine massive Dominanz von Kindle-Nutzern, was eigentlich kein Wunder ist, wenn man bedenkt, wie lange der deutsche Buchhandel die Entwicklung auf dem eBook-Markt verschlafen hat. Interessant ist auch, dass Tolino und Kobo fast gleichauf liegen. Andere Reader spielen dagegen kaum eine Rolle. In den Kommentaren meldeten sich vorwiegend Leser, die ihre eBooks auf dem Tablet lasen.

Für mich heißt das Ergebnis aber ganz klar, dass ich mich nicht auf zwei Distributoren beschränken sollte.

Nachtrag v. 04.09.2016
Aufgrund der Umfrageergebnisse wollte ich Steppenbrand auch bei Rakuten (das ist die Firma hinter Kobo) herausbringen, damit es auch in den Kobo Shops gelistet ist. Meine Erfahrungen damit habe ich in einem anderen Artikel beschrieben: Wie man sich ins Knie schießt.
Dort erkläre ich, warum ich mich gegen eine Zusammenarbeit mit Rakuten entschieden habe, aber auch, warum das für Kobo Nutzer kein Problem ist: Da die Kobo eReader ebenso wie die Tolinos auf ePub ausgelegt sind, können Kobo Nutzer den Codex Aureus über den online Buchhandel der Tolino-Allianz herunterladen.


*GfK: Laut Wikipedia das größte deutsche Marktforschungsinstitut
** Quelle: e-book-news.de v. 23.09.2015

Selfpublishing von eBooks – eine Kurzanleitung

book-730479_640 (1)Als ich mit dem Selfpublishing anfing war das für mich ein Riesenabenteuer. Zugegeben: Aufgeregt bin ich immer noch und als ich kürzlich Steppenbrand hochgeladen habe, war auch die Nervosität wieder da, ob wirklich alles glatt geht. Offenbar geht das nicht nur mir so. Obwohl das Blog noch nicht lange existiert, hat es sich schon ganz gut rumgesprochen und die Artikel zum Thema Selfpublishing gehören zu den meistgeklickten.

Aber wie geht Selfpublishing eigentlich? Das das nicht allgemein bekannt ist, ist mir erst bewusst geworden, als eine Twitterin gestand, sie fände das Prinzip Selfpublishing sehr überzeugend, habe aber noch nicht kapiert, wie das geht.

Selfpublishing

Vorher dachte ich, dass nur ich anfangs zu blöd gewesen sei, zu wissen, wie man das macht. Aber da ich eben offensichtlich doch nicht die Einzige bin, habe ich beschlossen, eine Kurzanleitung zu schreiben, die die grundsätzlichen Abläufen zur Veröffentlichung von eBooks erklärt. Beim Print kenne ich mich nicht aus und bevor ich Quatsch erzähle, lasse ich es lieber.

1. Das Manuskript

Zu allererst braucht man natürlich Inhalte, die man veröffentlichen kann. Das ist beim eBook in der Regel ein Text. Zwar lassen sich grundsätzlich auch Fotos, Comics usw. als eBooks veröffentlichen, aber man sollte sich klar sein, dass die meisten Reader nur Graustufen wiedergeben können und die Auflösung für Texte optimiert ist. Die Wiedergabe von Fotos und Grafiken ist in der Regel nicht sehr schön.

Der Text sollte, unabhängig vom Inhalt mehrfach korrekturgelesen sein. Für schlechte, d. h. redundante, klischeebeladene oder in sich widersprüchliche Texte voller Rechtschreibfehler würde man schließlich auch selber kein Geld ausgeben wollen. Als Autor sollte man daher sein Möglichstes tun, den eigenen Lesern ungetrübten Lesegenuss zu gönnen. Optimal sind ein professionelles Lektorat und Korrektorat – aber das ist auch eine Preisfrage.

Der Text sollte als Block- oder Flattersatz formatiert sein. Die Überschriften als „Überschrift“, der Textkörper als „Standart.“ Um nachher unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollte man eine der gängigen Schriftarten wählen, also z. B. Arial, Times New Roman oder Calibri.
Er muss als Fließtext vorliegen, darf also – von Absätzen abgesehen – keine weiteren Formatierungen enthalten. Also auch keine manuellen Seitenumbrüche und keine Worttrennungen! Insbesondere keine Worttrennungen! Das die nimmt jeder eBook-Reader automatisch je nach Schriftgröße vor. Du kannst dir sicher vorstellen, was passiert, wenn vorher schon eine Silbentrennung durchgeführt wurde.

Was außerdem noch ins Buch gehört habe ich in diesem Artikel schon mal beschrieben.

2. Konvertieren

home-office-336378_640Im nächsten Schritt muss das Manuskript in ein Format gebracht werden, das von einem eBook-Reader gelesen werden kann. PDFs können, so weit ich weiß, von allen Readern wiedergegeben werden, haben den entscheidenden Nachteil, dass sich die Schriftgröße nachher nicht mehr ändern lässt. Besser ist ePub. Das wird auf Tolinos regulär verwendet, lässt sich aber auch bei Amazon (wo es in Mobi übersetzt wird) und allen anderen Anbietern hochladen. Wer nicht über Tolino Media veröffentlichen will und .doc-Formate generieren kann, kann sich den folgenden Teil sparen und gleich zum Cover springen. Allerdings klappt die Umsetzung von .doc nicht immer richtig, man muss sich nach dem Hochladen auf jeden Fall noch einmal auf dem Endgerät ansehen und notfalls per Hand nachjustieren.

Zum Konvertieren braucht man ein Textverarbeitungsprogramm, das in ePub konvertieren kann. Word-User sind hier leider gekniffen, denn Word kann das nicht. Es gibt im Netz aber kostenlose Konverter mit denen sich das erledigen lässt.
Für Open Office, Libre Office und Apache Office gibt es ein Ad-on, das innerhalb von 5 Minuten herunterladen und installieren installiert ist. Danach genügt ein Klick und man hat ein ePub. Selbstverständlich ist das Ad-on (genauso wie die Open-Officeprogramme selbst) kostenlos.
Auch mit Programmen wie Scrivener und Papyrus Autor lassen sich ePubs erzeugen.

Das fertige ePub kann man mit dem Validator von idpf auf Fehler testen. Ich empfehle trotzdem, es vor dem Hochladen noch einmal auf dem Endgerät durchzusehen. Wie sich herausgestellt hat, werden nämlich z.B. Hyperlinks bei der Konvertierung gekappt. Der Validator zeigt aber trotzdem eine korrekte Umwandlung an.
Falls noch Änderungen nötig sind, kann man die Datei anschließend mit Sigil bearbeiten. Auch dieses Programm ist im Netz frei erhältlich. (An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Michaela von Textflash, die mich auf dieses Programm hingewiesen hat. Der Tipp ist unbezahlbar!)

3. Das Cover!

Fast hätte ich es vergessen, aber was ist ein Buch ohne Cover? Auch ein eBook braucht natürlich eins. Das übliche Format ist 1600 x 2200 Pixel, nur Apple hat mit 1400 x 1873 Pixel bzw. 1600 x 2400 Pixel abweichende Anforderungen.

Das Cover sollte eine anständige Auflösung haben und auch als Thumbnail und Graustufen gut aussehen. Wer hier auf Nummer Sicher gehen will, beauftragt einen Cover-Designer. Wer es etwas billiger will, kann sich nach pre-made Covern umsehen, in die nur noch der Name des Autors und der Buchtitel eingefügt werden.

Natürlich kann man es auch selber machen. Aber dann muss man sich bewusst sein, dass es vielleicht kein Geld, aber viel, viel Zeit kostet, ein ansprechendes Cover herzustellen. Wichtig ist dabei, ehrlich zu sich zu sein. Das Cover muss zum Genre passen und außerdem gibt es bestimmte Trends, die man kennen sollte. Trotzdem sollte sich das eigene Cover noch genug von anderen unterscheiden, um wiedererkennbar zu sein.
Wenn man sich selber um die Gestaltung kümmert, muss man auch darauf achten, nur Bilder, Grafiken und Schriftarten zu nutzen, die (auch) zu diesem Zweck freigegeben sind. Sonst drohen Urheberrechtsklagen. Frei nutzbare Bilder gibt es z.B. bei Pixabay.

Teilweise bieten auch die Selfpublishing-Plattformen Cover an. Das, was ich da gesehen habe, ist aber so grottig, dass man besser die Finger davon lässt.

4. Hochladen

road-sign-1280256_640Wenn der Text steht, konvertiert ist und man ein ansprechendes Cover gefunden hat, ist es schon fast geschafft. Jetzt muss das Buch nur noch hochgeladen werden.
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann das Buch direkt bei den einzelnen Distributoren hochladen, also z. B. amazon/KDP, Kobo oder Tolino Media. Oder man geht über einen „Makler“ wie z. B. Neobooks oder bookrix. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Der Vorteil, direkt beim Distributor hochzuladen liegt vor allem bei der höheren Marge. Die „Makler“zahlen nämlich nur 70% vom Nettoerlös aus. Das klingt zunächst mal viel, weil man unwillkürlich an den Verkaufspreis denkt. Tatsächlich ist das gemeint, was nach Abzug der Mehrwertsteuer und der Marge des Distributors (also amazon/KDP, Kobo, Tolino …) übrig bleibt. Dieser Nettoerlös liegt bei einem eBook, das im Verkauf 0,99 € kostet, bei etwas unter 0,30 €. Von diesen 0,30 € behält der „Makler“ noch mal 30%.
Dafür hat man aber auch nur einen Ansprechpartner, muss das Buch nur einmal hochladen und hat oft noch eine Community dabei, die einen im besten Fall unterstützt.

Hat man sich einmal entschieden, muss man bei den Anbietern zuerst ein Nutzerkonto anlegen. Das ist nur bei amazon/KDP nervig, weil die auch noch Angaben nach dem amerikanischen Steuerrecht abfragen. Dort auf jeden Fall ankreuzen, dass man nicht in den USA veranlagt wird! Hilfreich ist, die EC-Karte bereit zu halten, weil man in jedem Fall nach seiner Bankverbindung gefragt wird. Und wer hat schon seine IBAN und die BIC im Kopf?

Das Hochladen selber ist vollkommen unproblematisch. Die Formulare sind selbsterklärend. Einfach machen, was da steht. Wenn Interesse besteht, kann ich aber auch gerne noch darüber bloggen. In dem Fall schreib mir einfach einen Kommentar.

5. Fertig!

youth-570881_640Amazon braucht ein paar Stunden, um ein eBook in die Datenbanken zu laden. Bei der Tolino Allianz wird noch eine kursorische inhaltliche Prüfung vorgenommen. Falls keine Beanstandungen vorliegen, ist das Buch aber auch schon am nächsten Tag bei den meisten der angeschlossenen Händlern gelistet. Bei den „Maklern“ dauert es noch mal ein bisschen länger, weil es von dort erst an die Distributoren geliefert wird, die es wiederum an ihre Händler ausliefern.

Und das war’s auch schon. Danach kann man der Welt stolz verkünden, jetzt sein eigenes eBook veröffentlicht zu haben.

Fazit der ersten Veröffentlichung

Nachdem ich mit der Fabel „Der Esel als Pilger“ den ersten Beitrag für den Codex Aureus hochgeladen habe, ist es Zeit für ein Fazit:

  1. Das veröffentlichen von eBooks an sich ist ziemlich einfach – man braucht dafür weder HTML-Kenntnisse, noch großartige Software (kein Word, Scrivener oder Papyrus und auch kein Calibre. OpenOffice bzw. LibreOffice reicht vollkommen, wenn man das Ad-on für ePub installiert hat).
  2. Das Anlegen eines Kontos, wie auch das Hochladen der Dateien verläuft bei Tolino media und neobooks identisch. Amazon/KDP ist dagegen eine Nummer für sich. Nicht unbedingt schlechter, aber – anders und nach meinem Empfinden auch deutlich unübersichtlicher.
  3. Bei allen dreien hätte ich mir so etwas wie einen „Einführungskurs“ gewünscht, bei dem man vorab sehen kann, welche Schritte auf einen zukommen, weil die vorhandenen FAQs meine Fragen nicht vollständig beantwortet haben. Wenigstens hätte ich mir bei aber neobooks und Tolino media eine Verlinkung der Hilfeseiten bzw. Erklärungen per Hyperlink gewünscht.
  4. Bei amazon muss man bei der Preisgestaltung extrem aufpassen. Preisaktionen, wie bei neobooks und Tolino sind anscheinend nicht vorgesehen – oder gehen nur bei Büchern, die über KDP Selekt angemeldet sind.
  5. Trotz Vorbereitungen muss man mit Überraschungen rechnen. So teilte neobooks z. B. nachträglich mit, dass sie nichts unter 10 Seiten veröffentlichen. Davon steht zwar weder in den AGB etwas, noch habe ich sonst irgendwo auf deren Seiten etwas über eine Mindestseitenzahl finden können, aber sei’s drum.
    Tolino media teilte einen Tag später mit, es müssten noch Schlagworte ergänzt werden, damit das Buch auffindbar sei. So lange könne man leider nicht …
  6. Hochgeladen heißt nicht, dass das Buch auch erhältlich ist. Direkt abrufbar war es zunächst nur über Tolino media und auch nur, wenn man den Direktlink kannte: https://www.tolino-media.de/ebooks/nike-leonhard-codex-aureus-ebook-tolino-AVJaQHqyJFBxAPAyq9Dn
    Am schnellsten war Amazon; dort war das Buch war bereits nach 2 Std. erhältlich. Dafür gibt es dort Probleme wegen der Buchpreisbindung – ich biete das Buch schließlich über Tolino kostenlos an. Bei Amazon kostet es dagegen 0,99 € (das ist der Mindestpreis), ohne dass ich als Autorin eine Möglichkeit habe, selbst etwas zu ändern. Der (nur über Mail erreichbare) Support hat sich bisher auch nicht gerührt.
    Beim Veröffentlichen über Tolino media dauert es 3 – 4 Tage, bis das Buch bei den Händlern erhältlich ist, da die es nach der „Auslieferung“ erst in ihr System überspielen müssen.

Esel jetzt auch bei Tolino media hochgeladen

Dieses Mal gab es keine Probleme, was deutlich auch daran lag, dass Tolino media die gleichen Formulare verwendet, wie neobooks. Tatsächlich ist die Ähnlichkeit so groß, dass ich mich vergewissert habe, auch wirklich auf der richtigen Plattform zu sein.

Jetzt bin ich gespannt auf die Reaktion dort. Bei neobooks gibt es nachträglich nämlich ein kleines Problem. Aber davon erzähle ich, wenn es abgeschlossen ist (in welche Richtung auch immer).

Jetzt kümmere ich mich erst Mal um Präsenz bei Amazon.