Zombie-Apocalypse now!

Wenn der Oktober endet, beginnt die richtig gruselige Jahreszeit, in der die Grenzen zwischen dem Reich der Lebenden und der Toten dünn wird. Feste wie Halloween, Allerseelen oder Samhain dienen auch dazu, die Geister zu besänftigen, die diese Grenze vielleicht passieren, damit sie nicht zu viel Unheil anrichten.

Aber noch ist es nicht so weit. Deshalb geht es heute noch einmal um die, die nicht so ganz tot sind. Um Untote. Genauer gesagt: um Zombies.

Ich muss gestehen, dass ich der üblichen Spielart dieser Hirnfresser wenig abgewinnen kann. Deshalb meide ich sie üblicherweise, so gut es denn eben geht. Aber der IndieBuchtober, d. h. die Challenge rund um Bücher von Selfpublisher:innen und aus kleinen, unabhängigen Verlagen sieht für heute das Thema „Zombies“ vor. Deshalb stelle ich heute Gefesselt – Der Anfang von Elenor Avelle vor.

Der Ausbruch der Seuche, die die Menschheit vernichtet, ist noch Jahre entfernt, doch schon jetzt werden Entscheidungen getroffen, die in die Katastrophe führen …
Rebecca und ihre Zwillingsschwester sind unzertrennlich – bis Gabriella ein Jobangebot von der Firma Genetics erhält und kurz darauf spurlos verschwindet. Aus sämtlichen Erinnerungen getilgt, glaubt nur noch Rebecca an ihre Existenz. Um der Wahrheit auf den Grund zu gehen, macht sie sich auf die Suche nach den Verantwortlichen, nicht ahnend, in welche Gefahr sie sich begibt. […]
– und der Ausbruch rückt unaufhaltsam näher.

(Auszug aus dem Klappentext)

Ich habe Gefesselt noch nicht ausgelesen, daher kann ich noch kein abschließendes Urteil abgeben. Aber ich kenne Elenor Avelles Bücher seit Infiziert – Geheime Sehnsucht, das den Auftakt der Reihe „Die verfallene Welt“ bildet und ich mag die Art, wie sie schreibt. Was mir ihre Bücher trotz Zombies sympathisch macht, ist, dass Zombies nur ein Teil einer dystopischen Entwicklung sind – und nicht mal der wichtigste. Dementsprechend liegt der Fokus nicht auf Ekelfaktoren, sondern darauf, wie Menschen mit einer Katastrophe umgehen, bzw. wie sie hineingeraten.


Alle Aufgaben der IndieBuchtober Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Werwölfe bei Neumond
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbisgemetzel
03.10.Supernatural18.10.Gesucht wird ein Herbstkrimi
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstliche/schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orage
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten.)

Blogtour zu „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle

Huch, Sehnsucht? Romantik? Und das hier?

Keinesfalls, wie das Beitragsbild verrät und wie diejenigen bereits wissen, die die beiden vorangegangenen Beiträge der Blogtour gelesen haben.
Bei Infiziert geht es um das Überleben im zombiverseuchten Berlin. Infiziert ist im Wortsinn eine Dystopie. Damit willkommen bei der dritten Station der Blogtour, die ganz im Zeichen von Dystopien steht.

Der Begriff Dystopie bedeutet so viel wie „schlechter Ort“, wobei diese Bedeutung häufig nur im übertragenen Sinn gilt. Die Welt der Dystopien kann vielfältige Formen annehmen. Sie kann hochtechnologisiert sein, wie die „Schöne neue Welt“, vorindustriellen Gesellschaften beschreiben, wie „Die Haarteppichknüpfer“ oder postindustrielle wie in Endzeitfilmen wie „Mad Max“.

Es kann sogar sein, dass die Welt auf den ersten Blick paradisisch wirkt. Die Gesellschaft scheint friedlich, ihre Mitglieder glücklich. Armut, Krankheiten, manchmal sogar der Alterungsprozess scheinen überwunden. Erst nach und nach wird klar, dass dieses Bild täuscht. Beispiele dieser Form von Dystopie sind „Schöne neue Welt“, „Alles was wir geben mussten“ oder auch „Die Truman-Show“.

Der Grund dafür ist, dass in klassischen Dystopien in erster Linie vor gesellschaftlichen Fehlentwicklungen gewarnt. Auch hier sind die Ausprägungen vielfältig. Häufige Themen sind die Ohnmacht des Individuums gegenüber einem despotischen Staat, der noch in die intimsten Lebensbereiche eingreift, die Ausbeutung durch mächtige Konzerne oder Kartelle, für die Menschen nur Mittel zum Zweck sind und massive soziale Gefälle bis hin zu Kastensystemen.

Diese „klassischen“ Dystopien verbindet nicht nur der düstere Grundton, sondern auch oft eine pessimistische Gesamthaltung. Ein Happy End ist selten. In der Regel siegt das System, während die Protagonisten zerbrechen oder sich seinen Bedingungen unterwerfen und anpassen. Aber selbst, wenn ein Entkommen gelingt, wird das System nicht überwunden, sondern besteht unverändert fort.

In den moderneren Dystopien trifft der Begriff des „schlechten Orts“ oft auch auf die äußeren Umstände zu. Ein typisches Szenario besteht darin, dass die Erde unbewohnbar geworden ist und ein kleines Häufchen von Menschen um das Überleben kämpft. In diesen modernen Dystopien kann die Umgebung selbst zu einem der Gegner werden, den es zu überwinden gilt.

Anders als in der klassischen Variante ist die Grundhaltung jedoch überwiegend positiv. Die prekäre Ausgangssituation wird oft genutzt, um Heldengeschichten zu erzählen. Die Protagonisten zeichnen sich in der Regel durch Willensstärke, Einfallsreichtum und Resilenz aus. Sie schließen Bündnisse und Freundschaften, die allen Seiten nutzen. Am Ende ist die Situation vielleicht nicht vollständig überwunden, aber doch ein Stück besser geworden. Beispiele dieser modernen Dystopien sind u. a. „Die Tribute von Panem“, „Waterworld“ oder auch „Der Schwarm“.
Auch wenn bei diesen modernen Dystopien das persönliche Heldentum in den Fokus rückt, liegt auch ihnen oft ein gesellschafts- vor allem aber technikkritischer Blick zugrunde. Vielfach ist die Katastrophe, die den Zerfall herbeigeführt hat, menschengemacht. Themen sind Umweltverschmutzung, Klimawandel oder auch die Folgen der Gentechnik.

Ohne zu spoilern, lässt sich sagen, dass „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle zu dieser modernen Form der Dystopien gehört. Zentralfigur ist Charlie, eine junge Frau, die immun gegen das hochinfektiöse Zombivirus ist. Das macht das Überleben für sie ein Stück leichter, aber nur ein bisschen, denn die Zombis bei Elenor Avelle sind keine tumben Trottel, sondern Jäger. Auch Elenor Avelles Berlin entspricht dem typischen Setting. Die Stadt ist fast ausgestorben. Technik funktioniert nicht mehr. Essen und Wasser sind knapp, die wenigen Überlebenden zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt.
Dieses Szenario ist nicht aus bloßer Lust an Untergang und Gemetzel entstanden, wie im Lauf des Romans klar wird. Vielmehr geht es Elenor Avelle, die sich selbst als „Gutmensch“, „Baumkuschler“ und „Nagetier“ beschreibt, darum, den technischen Fortschritt, kritisch zu hinterfragen.

Die Macht untergräbt die ethischen Grenzen. Ich halte Technik nicht für falsch, ich denke aber, dass wir unsere Entwicklung an unseren Planeten anpassen sollten. Naturstrom statt Atom etc. Es macht mich traurig und wütend, wenn die Konzerne und ihr Geld mal wieder über die Vernunft siegen.
Elenor Avelle

Was das mit der Romanhandlung zu tun hat, werde ich allerdings nicht verraten. Dazu musst du das Buch schon selber lesen. Eine Chance dazu hast du jetzt, denn:

Wir verlosen 1 signiertes Print von „Infiziert – geheime Sehnsucht“

Sicher ist dir das rot markierte Wort aufgefallen. So eines findest du in jedem der Beiträge. Zusammen ergeben sie einen Satz aus dem Buch. Wenn du ihn bis zum 22.10. an schreibtrieb-buchblog@gmx.de schickst, nimmst du an der Auslosung teil.

Teilnahmebedingungen

Gewinnspielteilnahme ab 18 oder mit Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, für Versand wird keine Haftung übernommen, eine Barauszahlung ist nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärst du dich bereit, dass deine Adresse an die Autorin übersendet werden darf und im Gewinnfall dein Name öffentlich genannt wird.
Pro Person ist eine Teilnahmemöglichkeit gegeben.
Das Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang mit Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 22.10.2017, 23:59.


Morgen geht die Blogtour bei der BlogBücherei weiter.

Die vorangegangenen Beiträge findest du auf dem Blue Siren Blog und bei Lust & Laune.

 

Start der Blogtour zu „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle

Nein, ich mache hier nicht neuerdings Werbung für Liebesgeschichen, auch wenn man das bei geheimen Sehnsüchten denken könnte. Infiziert – Geheime Sehnsucht ist eine Dystopie. Mit Zombies.

Mehr Informationen gibt es im Lauf der Blogtour, bei der übrigens auch etwas zu gewinnen gibt. Dafür musst du nichts weiter tun, als einen Satz aus dem Buch zu erraten. Wie? Einfach die Beiträge verfolgen, dann siehst du es schon. 😉

Den Auftakt macht heute im Laufe des Tages Blue Siren.
Mein Beitrag erscheint am 18.10.2017

Viel Spaß beim Lesen und miträtseln. Und viel Glück!

Es wird einmal … Vielleicht.

Nachdem ich mich im letzten Blogeintrag schon gefragt habe, ob ich in Zukunft vielleicht auch SciFi schreiben soll, war es nur konsequent, intensiver darüber nachzudenken, was genau ich denn dann schreiben wollen würde. (Hach, was ein Satz!) Gemeinerweise flüsterte mir beim Schlafengehen eine kleine, gemeine Stimme auch noch den Anfang eines Tagebucheintrags ein:

Ich habe überlebt. Das allein zählt. Ich bin nur ein Sub, aber ICH HABE ÜBERLEBT! Das sage ich mir immer und immer wieder, denn es hilft, das Leben zu ertragen.

Die Erzählung dieses, noch namen-, gesichts- und geschlechtslosen Wesens wurde noch deutlich länger und – wie es beim Einschlafen so ist – auch deutlich wirrer. Andere Stimmen mischten sich ein, erzählten von anderen Orten und anderen Begebenheiten. Teile davon sind mir immer noch gegenwärtig. Der Geschmack einer runzeligen Möhre. Bilder einer zerstörten Stadt. Betonstaub auf der Zunge. Offenbar gibt es da etwas, das erzählt werden will. Also habe ich mich ans Sammeln der bereits vorhandenen Ideensplitter gemacht – und es wurde mehr, als erwartet.

Logisch zusammengefügt ergibt sich das Gerüst einer gar nicht so schönen neuen Welt mit einer Gemengelage aus Dystopien und einem Schuss Solarpunk als Hoffnungsschimmer. Was noch fehlt, ist eine Geschichte. Eine, die das Ganze lebendig werden lässt. Wobei das definitiv keine Kurzgeschichte würde. Eher etwas im Umfang von Dune und das macht mir ein bisschen Angst. Ich bezweifle, dass ich die Kraft und die Zeit habe, das zu stemmen.
Aber vielleicht wäre es auch eine Option, die Facetten dieser Welt in verschiedenen Kurzgeschichten und/oder Romanen zu schildern? Groß und vielgestaltig genug wäre sie, das kann ich jetzt schon sagen, ohne jeden Winkel zu kennen. Außerdem könnten dadurch alle Stimmen zu Wort kommen, die jetzt in wilder Kakophonie durcheinander quaken. Woran ich noch überlege ist, ob es auch zum Lesen reizen würde. Aber die Frage lässt sich wohl erst beantworten, wenn ich die erste(n) Geschichte(n) geschrieben habe.

Und nein, sie werden nicht mit „Es wird einmal“ beginnen.

Die Hexe und das iPhone

Kennt ihr das iPhone-Experiment? Kurz gesagt, geht es um folgendes Gedankenspiel: Was wäre, wenn die gesamte Menschheit plötzlich in eine Art Urzustand versetzt würde, in dem es nicht nur keine Technik mehr gibt, sondern nicht einmal mehr Kleidung. Alles, was bliebe, wäre ein Zettel mit der Aufforderung, ein bestimmtes iPhone zu bauen. Ob die Menschheit dazu fähig wären?

Ich bin da durchaus skeptisch.

Schon die Ausgangssituation finde ich ziemlich gruselig. Plötzlich nackt und ohne jedes Hilfsmittel dazustehen. Kein Dach über dem Kopf, keine Vorräte, Waffen …
Wie überlebt man in so einer Situation? Wer überlebt? Die Stärkeren? Die Klügeren? Die Egoisten? Oder die, die weder besonders klug, noch besonders stark sind, aber sich gegenseitig helfen, auch wenn es keinen unmittelbaren Vorteil bringt?

Ganz ähnlich ist die Situation bei einigen (vorwiegend amerikanischen) Filmen: Die Welt steht am Abgrund und nur wenige können gerettet werden. Natürlich wird die Elite zuerst in Sicherheit gebracht, die Staatslenker, die wichtigen Militärs, die großartigen Wissenschaftler, Schauspieler und andere Promis – und um die letzten Plätze wird ein gnadenloser Kampf geführt, in dem der Held am Ende auf seinen Platz verzichtet und dadurch seinen besten Freund/seine Geliebte/ein kleines Kind oder seine totkranke Mutter rettet. Und falls der Held überlebt, stirbt mindestens der supersympathische Sidekick.
Aber die Menschheit wird ein weiteres Mal überleben.

Wirklich?

So unähnlich die Szenarien zunächst wirken, so ähnlich sind sie auf den zweiten Blick. Zwar nehmen die Pioniere im zweiten Beispiel Ausrüstung mit – aber ob sie die tatsächlich gebrauchen können? Ein vollständig eingerichtetes Krankenhaus funktioniert wie lange? Wann gehen die Verbände aus? Wann läuft die Haltbarkeit der Medikamente ab? Und danach? Wer produziert sie, aus welchen Rohstoffen? Und was ist erst mit viel grundlegenderen Ressourcen, wie Nahrung und Kleidung? Welcher Wissenschaftler, welcher hohe Militär oder welcher Politiker weiß, wie man Kartoffeln oder Getreide anbaut, erntet und lagert? Wer kann ein Schaf scheren und die Wolle erst zu Garn und danach zu Stoff verarbeiten? Maschinen? Klar, die klugen Wissenschaftler an Bord können wahrscheinlich Maschinen für alles konstruieren. Aber können sie die auch zusammenbauen? Woher sollen die Einzelteile kommen, woher die Materialien?

Je länger ich an diesen Szenarien überlege, desto reizvoller finde ich es, auch darüber mal zu schreiben. Aber das wäre ein großes Projekt. Ein sehr großes, denn auf der anderen Seite frage ich mich auch, was aus dem Rest der Menschheit wird. Ob sie wirklich alle sterben? Was wenn nicht? Wie würden sie (über-)leben?

Fragen über Fragen und genug Stoff für einen mindestens-600-Seiten-Wälzer. Wenn nicht gar eine Saga.
Ich weiß wirklich nicht, ob ich da rantrauen soll.