#CharactersofSeptember (Tag 21) – Serainas Kindheit

Characters of September ist eine Challenge, die fiktiven Charakteren die Gelegenheit gibt, über sich selber zu reden. Bei mir kommt Seraina zu Wort, eine Spielfrau aus dem 8. Jahrhundert. Ein Teil ihrer Geschichte wird in Der Fluch des Spielmanns erzählt.

Nike: „Hallo Seraina, noch mal zurück zu deinen Jahren als Sklavin. Du warst damals ja doch Teil der familia und du hast uns auch von einigen glücklichen Augenblicken erzählt. Kann daraus schließen, dass du eine halbwegs glückliche Kindheit hattest?

Seraina: „Glaubst du ernsthaft, ich hätte ein Dach über dem Kopf, ein Bett, Kleidung und regelmäßiges Essen aufgegeben, um ein Leben auf der Straße zu führen, den Unbilden des Wetters ausgesetzt, ohne zu wissen, wann ich wieder etwas in den Magen bekomme, wenn meine Kindheit auch nur halbwegs erträglich gewesen wäre? Dass ich Corvin nur aus romantischen Gefühlen gefolgt bin? Nein, so naiv war ich nicht.
Meine Kindheit bestand aus Verwünschungen, Maulschellen, Tritten, Stockhieben, Angst und Einsamkeit, und später, als ich älter wurde, kamen noch harte Arbeit und die Begehrlichkeiten der Männer dazu. Ich war Sklavin, mich schützte keiner. Eher hat mich die Herrin geschlagen, weil ich die Männer vom Arbeiten ablenke. Später konnte ich mir wenigstens aussuchen, wem ich zu Willen bin und habe noch Geld dafür bekommen.“


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Die Erzählung Der Fluch des Spielmanns ist als eBook für alle gängigen Lesegeräte erhältlich. Unter anderem gibt es das eBook bei diesen Anbietern:

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#CharactersofSeptember (Tag 20) – Seraina und Haustiere

Bei Characters of September kommen fiktive Charaktere zu Wort. Bei mir ist es Seraina, aus Der Fluch des Spielmanns die auf die Fragen der Challenge antwortet. Zum besseren Verständnis ihrer Antworten muss gesagt werden, dass Seraina seit ca. 1200 Jahren tot ist. Ihre Knochen wurden vor einigen Jahren bei Bauarbeiten gefunden. Der Fluch des Spielmanns ist auch eine mögliche Rekonstruktion der Umstände ihres Todes.

Nike: „Hallo Seraina, nach den Fragen zu deiner Familie und Freunden geht es heute um Tiere. Genau gesagt, um Haustiere.“

Seraina: „Haustiere? Was soll das sein?“

Nike: „Tiere, die man sich als Gesellschaft hält. Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen, Ratten …“

Seraina: „Meine Herrin damals hatte einen Vogel in einem Käfig. Und natürlich hatten sie Hunde, um Haus und Werkstatt zu verteidigen. Aber die waren im Hof angekettet. Ins Haus haben die nie gedurft und das war auch gut so. Ich hatte Angst vor denen.
Nur vor Huldas Hunden hatte ich keine Angst. Aber die waren auch ganz anders. Außerdem habe ich sie ja schon gekannt, als sie noch ganz klein waren.
Katzen habe ich nur ein paar mal im Wald gesehen. Und Ratten?! Warum sollte jemand Ratten haben wollen? Da wo ich groß geworden bin, hielt man Frettchen, um sie loszuwerden! Die anderen Tiere kenne ich nicht.“


Anm.: Tatsächlich kann Seraina keine Meerschweinchen kennen, da diese erst in der Neuzeit aus Süd- und Mittelamerika nach Europa kamen. Kaninchen hingegen waren in Norditalien bereits bekannt, wurden aber in speziellen Gehegen gehalten, so dass sie vermutlich wirklich nie eins gesehen hat.

 

 


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#CharactersofSeptember (Tag 19) – Was Seraina verabscheut

Im Rahmen der Challenge Characters of September stellen sich fiktive Charaktere selber vor. Bei mir ist es Seraina, eine Spielfrau aus dem frühen Mittelalter, die aus ihrem Leben (und von ihrem Tod) erzählt.

Nike: „Hallo Seraina, nachdem wir gestern darüber gesprochen haben, was dir an deinen Freunden wichtig ist, geht es heute genau um das Gegenteil: Was kannst du bei anderen gar nicht leiden?“

Seraina: „Das ist seltsam. Bei dem was wichtig ist, fiel mir nur eine Sache ein. Aber jetzt – das ist ein ganzer Strauß an Eigenschaften, die ich nicht mag. Heimtücke, Arglist, Neid, Gier, Überheblichkeit …“

Nike: „Wenn du jetzt auch noch ‚Wollust‘ sagst, haben wir fast die sieben Todsünden.“

Seraina: „Was sind ‚Todsünden‘? Und was sollte gegen Wollust sprechen?“

Nike: „Die sieben Todsünden, vor denen die christliche Kirche warnt? Nie davon gehört?“

Seraina: „Wenn es dafür Essen gibt, gehe ich schon mal in eine Kirche. Aber sonst? Was sollte ich da?“


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#CharactersofSeptember (Tag 17) – Serainas Freunde

Bei Characters of September kommen fiktive Charaktere zu Wort. Bei mir stellt sich Seraina, eine Spielfrau und Geist aus Der Fluch des Spielmanns den Fragen der Challenge.

Nike: „Hallo Seraina und danke noch mal, dass du dir so viel Zeit nimmst. Heute wird es aber vermutlich ein kurzes Interview, denn heute geht es um deinen Freundeskreis. Nach dem, was du in den vergangenen Tagen erzählt hast, ist der eher klein, oder?“

Seraina (lacht): „Klein ist eine gelungene Untertreibung. Wenn man Corvin als meinen Freund und nicht als meinen Mann betrachtet, habe ich neben Hulda genau einen Freund.“

Nike: „Das heißt, du würdest ihn immer noch als deinen Freund ansehen? Trotz seines Verrats?“

Seraina: „Was meinst du mit Verrat? Dass er Hulda nachgestiert hat? Welcher Mann hat das nicht?
Dass er nicht mit uns gestorben ist? Warum sollte er! Ich bin froh, dass er überlebt hat!“

Nike: „Trotzdem hast du ihn nach eurem Tod verfolgt.“

Seraina: „Ja. Ich bin nicht stolz darauf. Ich hatte Angst. Ich war wütend und enttäuscht. Also habe ich ihm Angst gemacht. Als ob er nicht selbst genug gehabt hätte. Deshalb würde ich auch nicht von Verrat sprechen. Und letztlich … Ich will nicht sagen, dass alles gut geworden ist. Das nicht. Aber er hat überlebt. Ich hätte mich nur gerne richtig verabschiedet. Ihn noch einmal umarmt und gesagt, wie sehr ich ihn liebe!“


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#CharactersofSeptember (Tag 16) – Serainas Freunde

Die Challenge #CharactersofSeptember lässt Charaktere aus Büchern oder Filmen zu Wort kommen. Bei mir ist es Seraina, eine der Spielfrauen aus Der Fluch des Spielmanns, die sich den Fragen stellt.

Nike: „Hallo Seraina, nachdem wir uns über deine Herkunft und deine Familie unterhalten haben, geht es heute um Freunde. Hast du einen besten Freund oder eine beste Freundin?“

Seraina: „Ich hatte im Leben genau eine Freundin. Jedenfalls nachdem ich mit Corvin durchgebrannt bin.“

Nike: „Hulda?“

Seraina: „Ja, Hulda. Natürlich hatten wir unsere Differenzen, besonders, wenn es um Pirmin ging. Aber trotzdem …“

Nike: „Du hast sie in einem unserer Gespräche als „so etwas wie eine Schwester“ bezeichnet. Als jüngere nehme ich an. Hulda war schließlich sehr viel jünger als du.“

Seraina: „Sie hätte die Tochter sein können, die ich nie gehabt habe. Aber unsere Beziehung war nicht so. Schwester trifft es eher.“

Nike: „Kannst du sie näher beschreiben? Hulda, meine ich.“

Seraina: „Sie war sehr schön. Das ist das, was natürlich als erstes ins Auge sprang: ihre Schönheit. Sie war zierlich wie eine Fee, dazu die blonden Haare, die blauen Augen und dieser Mund … Ihre Lippen waren wie reife Kirschen. Die Männer sind ihr natürlich nachgelaufen und sie hat es ausgenutzt. Aber das war nur ihre eine Seite. Sie war auch witzig, schlagfertig und sie hatte ein großes Herz! Alles, was sie hatte, hat sie mit uns geteilt, und wenn sie gesehen hat, dass jemand noch schlechter dran war, hat sie geholfen, als hätte sie ein Haus und Kisten voller Silber.
Weißt du, wie sie zu ihren tanzenden Hunden gekommen ist? Das war nämlich so, dass ein Bauer die ersaufen wollte. Aber Hulda hat sie ihm abgekauft. Pirmin hat sie dafür grün und blau geprügelt, weil es doch unser aller Geld war. Hulda hat geweint und gebettelt und ihn am Ende überredet, dass sie sie behalten darf. Und die Hunde haben es ihr gedankt. Sie haben immer getan, was Hulda wollte, ganz als wüssten sie, dass sie ihnen zweimal das Leben gerettet hat.“


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#CharactersofSeptember (Tag 15) – Serainas glücklichst Kindheitserinnerung

Bei der Challenge #CharactersofSeptember sprechen Charaktere aus Büchern und Filmen über sich selbst, auch über Details, die dort nur eine untergeordnete Rolle spielen (wenn überhaupt). Bei mir ist es Seraina, der Geist einer fahrenden Spielfrau aus dem Frühmittelalter, die sich den Fragen stellt.

Nike: „Hallo Seraina, nach dem, was du die letzten Tage erzählt hast, war deine Kindheit ziemlich trist. Gab es denn auch schöne Momente?“

Seraina: „Es war nicht alles schlecht. Ich hatte ein Bett, damals. Mit Kissen und Decken und allem was dazu gehört. Natürlich zusammen mit meinen Geschwistern, aber wir mussten nicht auf dem Boden schlafen. Unsere Kleidung war ordentlich und sauber – schon weil alles andere der Herrschaft Schande gemacht hätte. Und es gab immer genug zu essen. Gutes Essen, keine zusammengeklaubten Reste.“

Nike: „Sind das die Momente, in denen du besonders glücklich warst? Beim Essen und Ins-Bett-Gehen?“

Seraina: „Nein, das sind nur die Dinge, die ich später am meisten vermisst habe. Zusammen mit der Wärme. Es war herrlich warm dort. Als Kind habe ich das als ganz selbstverständlich genommen, aber das war es natürlich nicht.
Glücksmomente … Das sind nur Erinnerungsfetzen. Der Bach, in dem das Tuch nach dem Walken gewaschen wurde – wir haben darin gespielt, musst du wissen. Wenn ich daran zurück denke, wie das Wasser in der Sonne geglitzert hat, wenn wir uns nassgespritzt haben. Wie kühl es an den Beinen war. Die kleinen Steine unter den Füßen. Schlamm, der zwischen den Zehen quillt – und dazu die Sonne. Die helle, warme Sonne. Das war schön!“


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#CharactersofSeptember (Tag 14) – Serainas Kindheit

Wer hier mitliest, weiß inzwischen vermutlich, dass sich bei #CharactersofSeptember fiktive Charaktere selbst vorstellen. Bei mir ist es Seraina, eine der Spielfrauen aus Der Fluch des Spielmanns, die die Fragen beantwortet.

Nike: „Wir hatten ja gestern schon über deine Familie, bzw. deren Fehlen gesprochen. Hattest du denn so etwas, wie eine Bezugsperson?“

Seraina: „Bezugsperson? Du meinst jemanden, der sich kümmert?“

Nike: „Ja. Jemanden, den man auch mal was fragen kann. Der Vorbild ist.“

Seraina: „Meine Schwester vielleicht.“

Nike: „Du hattest Geschwister?“

Seraina: „Fünf sogar. Die Herrin hat das nicht so gerne gesehen, wie du dir vielleicht vorstellen kannst. Lauter Münder, die gefüttert werden müssen. Constantia war die Älteste, sie hat sich um uns gekümmert, bis sie selbst alt genug war, in den Walkbottich zu steigen. Danach war ich selber für die Kleinen verantwortlich.“

Nike: „Wie alt warst du da?“

Seraina: „Ich weiß nicht mehr genau. Sechs, vielleicht auch sieben.“

Nike: „Und eure Mutter?“

Seraina: „Die hat natürlich auch gearbeitet. Bis sie dann zu krank wurde, und kurz darauf ist sie dann ja auch gestorben.“

Nike: „So, wie du über sie redest, klingt das nicht nach einem innigen Verhältnis.“

Seraina: „Ich hab sie schon gemocht, irgendwie. Aber sie war ja nie da, außer nachts und da wollte sie immer nur schlafen. Und als sie dann krank wurde und nicht mehr arbeiten konnte, habe ich längst selbst in der Werkstatt geschuftet.“

Nike: „Das klingt echt hart. Immerhin hattest du da deine Schwester.“

Seraina: „Constantia? Nein. Sie haben sie verkauft. Ich habe keine Ahnung, was aus ihr geworden ist.“


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#CharactersofSeptember (Tag 13) – Seraina über die Bedeutung von Familie

Die Challenge Characters of September gibt einem fiktiven Charakter die Chance, sich selber vorzustellen. Ich habe mich entschlossen, Seraina zu interviewen, eine Gauklerin aus dem frühen Mittelalter, die in dem Buch Der Fluch des Spielmanns vorkommt.

Nike: „Hallo Seraina. Heute geht es noch einmal um Familie. Genau genommen darum, welche Bedeutung Familie für dich hat.“

Seraina: „Nun, wie ich gestern schon sagte: Ich habe keine Familie. Aber das heißt natürlich nicht, dass der Begriff für mich keine Bedeutung hätte. Familie heißt für mich Zusammenhalt. Menschen, zu denen man gehört und sie zu einem – egal, was passiert. Und egal, wie heftig der Streit im Innern tobt: Nach außen hält eine Familie zusammen. Sie gewährt Schutz vor der Welt. Alleine ist man so schrecklich schutzlos.“


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CharactersofSeptember (Tag 12) – Serainas Familie

Characters of September gibt einem fiktiven Charakter die Chance, sich selber vorzustellen. Bei mir kommt Seraina zu Wort, einer der drei Geister aus Der Fluch des Spielmanns.

Nike: „Hallo Seraina, danke, dass du hier bist. Bei der nächsten Frage geht es um deine Familie.“

Seraina: „Welche Familie? Meine Mutter? Die ist schon lange tot – war es schon, als ich damals mit Corvin durchgebrannt bin. Oder meinst du die familia, in der ich aufgewachsen bin? Zu der habe ich sämtliche Bindungen abgebrochen und ich hoffe nicht, einem von ihnen je wieder zu begegnen.“

Nike: „Und Corvin?“

Seraina: „Corvin, ja. Aber Corvin hat selbst keine Leute zu denen er gehört. Wie können wir zwei alleine eine Familie sein?“

Nike: „Familie ist für dich etwas Größeres?“

Seraina: „Aber ja! Zu einer Familie gehören Vorfahren und Nachkommen, Geschwister, Basen, Vettern und deren Gatten und Kinder. Corvin und ich haben nichts davon.“

Nike: „Und was ist mit Hulda und Pirmin. Du hast mal gesagt, Hulda sei für dich so etwas wie eine Schwester gewesen.“

Seraina: „So etwas wie, genau. Aber eben nur wie, nicht wirklich. Sie waren mir Gefährten. Freunde vielleicht. Das heißt, Pirmin nicht einmal das. Wir haben uns aufeinander verlassen, teilten ein Schicksal, aber unsere Bande waren nicht so eng. Wir hätten jederzeit auseinander gehen können und das wäre es dann gewesen.“


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#Charakters of September (Tag 11) – Serainas Herkunft

#CharactersofSeptember ist eine Challenge, die fiktiven Charakteren die Möglichkeit der Selbstdarstellung gibt. Ich habe mich entschieden, Seraina, eine der Spielfrauen aus Der Fluch des Spielmanns zu interviewen, auch, weil es ihr Tod war, der die Inspiration für diese Geschichte geliefert hat.

Nike: „Hallo Seraina, nachdem wir die letzten zehn Tage über persönliche Dinge gesprochen haben, stehen jetzt Fragen zu deinem sozialen Umfeld auf meinem Zettel. Aber zunächst: Wo kommst du her? Waren deine Eltern auch Gaukler?“

Seraina: „Das könnte man meinen, so wie ich aussehe. Aber es stimmt nicht. Meine Mutter war eine fante, eine leibeigene Maurin, die man als Kind verschleppt und als Sklavin verkauft hatte. Als ich geboren wurde, gehörte sie der familia eines genuesischen Tuchmachers.“

Nike: „Und wie bist du dann zu den Gauklern gekommen? Hat man dich verkauft?“

Seraina: „Nein, natürlich nicht. Ich bin weggelaufen. Sie haben mich zwar gut versorgt, was Essen und Kleidung angeht, da hatte ich immer genug. So viel, wie jede andere Magd auch. Aber sie haben mich auch viel geschlagen und die Männer sind mir nachgestiegen, seit mir Brüste gewachsen sind. Das war keine gute Zeit. Ich hatte keinen Ort, wo ich sicher war, niemanden, der mich beschützen konnte oder wollte – bis Corvin kam.
Es klingt so einfach, wenn ich das jetzt erzähle, aber es war furchtbar gefährlich. Wenn sie mich eingefangen hätten, wäre ich schlimm bestraft worden und er noch mehr. Aber es ist ja gutgegangen. Zum Glück! Ich wäre nicht freiwillig zurückgekehrt, und wenn sie mich gezwungen hätten – ich hätte mich umgebracht.
Die Freiheit ist hart. Aber sie ist auch süß und wenn man sie einmal gekostet hat, will man sie nicht mehr missen.“


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