[Selfpublishing] Ein Jahr Codex Aureus

Vor einem Jahr startete der Codex Aureus mit der Fabel „Der Esel als Pilger“. Das „Eselchen“ war ursprünglich nur dazu gedacht, auszuprobieren, wie das Veröffentlichen von eBooks genau funktioniert.

Ausgaben 1,2,3-1
Inzwischen sind drei weitere Codex-Ausgaben erschienen, die alle ihre Liebhaber gefunden haben. Das bestätigt mich in der These bestätigen, dass auf dem Markt auch eine Nische für kürzere Fantasy-Formate gibt. Allerdings sind alle mit rund 50 Seiten auch deutlich länger, als der „Esel“.

Bei jeder einzelnen Ausgabe habe ich viel dazu gelernt.

Buchcover Codex Aureus - Der Esel als Pilger

Die erste (und bitterste) Lektion war die Reaktion auf das Cover des „Esels“. Ich hatte mir viel Mühe damit gegeben und war ganz begeistert von mir, auch weil ich endlich begriffen hatte, wie das mit den verschiedenen Ebenen bei Paintshop funktioniert.
Und dann wurde es bei der ersten Präsentation als viel zu dunkel befunden. Außerdem als zu unruhig, zu kontrastarm, mit zu vielen Schriften, die zudem noch schlecht lesbar seien.
Gut, ich habe das getan, was vermutlich jeder Anfänger macht: Ich habe mein Baby verteidigt. Tatsächlich mag ich es immer noch. Aber nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, habe ich es trotzdem geändert. Schließlich soll das Cover in erster Linie potentiellen Lesern gefallen. Oder, wie Marketingleute das so charmant ausdrücken: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Das soll nicht heißen, dass mir das neue Cover nicht gefällt. Natürlich gefällt es mir. Sonst hätte ich es nicht genommen.

Cover für Steppenbrand, die Geschichte von Dejasir no'Sonak, der eigentlich nur das Beste für sich und sein Volk wollte.

Bei der zweiten Ausgabe, Steppenbrand, bin ich tiefer in die Geheimnisse der ePub-Convertierung eingestiegen. Steppenbrand enthält ziemlich viele Worte einer selbst erfundenen Sprache, was seit Tolkien einerseits zur klassischen Fantasy dazu gehört, den Text aber stellenweise schwer lesbar macht. Also hatte ich mir überlegt, ein Glossar einzufügen und – weil ein eBook im Grunde nichts anderes ist, als ein HTML-Dokument – mit Hyperlinks zu arbeiten. Die Idee war, dass jedes neue Wort mit dem Glossar verlinkt wurde, vom Glossar dann aber auch ein Hyperlink in den Text zurückführte. Ich hatte das kurz zuvor in einem Krimi gesehen und fand es so superschick, dass ich es auch unbedingt haben musste.
Die Links zu setzen war kein Problem. Das Problem war, dass die Konvertierung sie mir immer wieder zerschoss. Ich war schon kurz davor, aufzugeben und Steppenbrand ohne Links rauszubringen, als völlig unerwartet Hilfe von Michaela Stadelmann alias Textflash kam, die mir Sigil empfahl. Ich bin ihr dafür bis heute unendlich dankbar.
Außerdem habe ich bei Steppenbrand gelernt, dass Tolino media keine Verkaufslinks mag. Nicht mal zu den eigenen Partnern, weil sie nicht wissen, ob es nicht irgendwann mehr werden.

entwurf2Der Fluch des Spielmanns hat mich einmal mehr davon überzeugt, dass Code entweder doch irgendwo etwas mit Magie zu tun hat, oder dass Computer insgeheim Sadisten sind, die sich darüber amüsieren, wie sie ihre Nutzer in den Wahnsinn treiben. Wieso? Nun, ich habe die Geschichte mit Papyrus Author geschrieben und auch damit konvertiert.
Der Validator sagte es gäbe ein Problem und nannte die Stellen.
Ich habe versucht, die Stellen mit Sigil zu überprüfen – nur fand Sigil die Stellen nicht.
Na gut. Blöd gelaufen. Aber kein Grund, die Nerven zu verlieren. Immerhin hatte bei Steppenbrand, das ich komplett mit OpenOffice geschrieben und konvertiert hatte, die Konvertierung auf Anhieb geklappt. Also habe ich das Papyrus-Dokument in ein .doc verwandelt, in OpenOffice geladen und konvertiert.
Der Validator sagte, es gäbe Probleme. Aber immerhin weniger.
Sigil wusste trotzdem nicht weiter.
Also habe ich es mit LibreOffice versucht, das ich mir kurz zuvor runtergeladen hatte, weil OpenOffice nicht mehr weiterentwickelt wird. Hätte ja sein können, dass das Problem dort lag.
Der Validator fand neue Fehler.
Dann habe ich das .doc in ein .odt (das Format von Open- und LibreOffice) verwandelt. Inzwischen schon ein bisschen genervt, was aber auch nichts half.
Ich weiß nicht mehr genau, wie viele Versuche ich gemacht habe. Irgendwas war immer. Bis ich es aus lauter Verzweiflung noch mal mit Papyrus Autor versucht habe und – oh Wunder! – der Validator nichts zu maulen fand. Was die Ursache war, weiß ich bis heute nicht. Nur, dass eine Fehlermeldung beim Validator offenbar kein Grund zur Panik ist.

o-tannenbaum-klein„O Tannenbaum“ schließlich hat mich gelehrt, dass man sich vom Weihnachtsgeschäft nicht zu viel erwarten sollte und Weihnachtgeschichten alles andere als Selbstgänger sind. Die Hoffnung, „Schöne Bescherung„, das kurz vorher bei Clue Writing veröffentlicht wurde, werde auch Werbung für O Tannenbaum“ machen, erwies sich ganz schnell als Satz mit X. Und nach Weihnachten geraten Geschichten, die an Weihnachten spielen, völlig aus dem Blick.
Insofern ist der Titel auch blöd gewählt, weil „O Tannenbaum“ eine reine Weihnachtsgeschichte suggeriert, obwohl es eigentlich ein modernes Märchen ist. „Das ist immer noch mein Baum!“ oder „Die Dryade“ wäre daher ein deulich besserer Titel gewesen.

Aber ich will überhaupt nicht maulen. Jede einzelne Ausgabe des Codex Aureus hat gute Kritiken bekommen. Meine Leser verzeihen mir großzügig Rechtschreib- und Grammatikfehler (oder schicken mir sogar korrigierte Fassungen, wie der unglaubliche Elyseo da Silva es bei Steppenbrand getan hat. Auch dafür ganz, ganz herzlichen Dank).

Was ausbaufähig ist, ist auf jeden Fall das Marketing. Ich schreibe zwar viel darüber, aber an der praktischen Umsetzung hapert es manchmal. Selbständig heißt nun mal auch bei Autoren selbst und ständig – und da ist es oft schwer, die Prioritäten richtig zu setzen.

Aktuell beschäftige ich mich damit, Banner für verschiedene soziale Medien zu erstellen, um die Sichtbarkeit meiner Bücher zu erhöhen. Außerdem habe ich eine Idee für eine (wie ich finde) ganz witzige Kampagne, um mich als Fantasy-Autorin bekannter zu machen.
Und dann wird es meine Geschichten voraussichtlich auch auf die Ohren geben. Aber dazu mehr, wenn das Ganze in trockenen Tüchern ist.

Was leider gar nicht geklappt hat, ist den Termin für die 5. Ausgabe einzuhalten, weil nacheinander verschiedene Familienmitglieder krank geworden sind und meine Depressionen darin einen willkommenen Anlass gesehen haben, auch mal wieder zu Besuch zu kommen. Aber jetzt ist sowieso erst mal Buchmesse in Leipzig und Buchmessen sind ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für Neuerscheinungen. Bücher unbekannter Autoren werden besser wahrgenommen, wenn sich der Trubel gelegt hat – das ist etwas, was ich von der Frankfurter Buchmesse gelernt habe.
Dafür ist diese Ausgabe des Codex Aureus vermutlich die am Besten angeteaserte. Ich hoffe, die Neugier hält noch ein bisschen. Ich verspreche, dass es sich lohnen wird. Muss ich ja. Denn wenn ich nicht von meinen Geschichten überzeugt wäre, wer dann? Und wie könnte ich sie mit gutem Gewissen veröffentlichen?

Aber auch im zweiten Jahr wird es noch eine Menge Überraschungen geben. Für mich. Für dich. Für Sie. Für euch. Ich hoffe, nur gute!

[Selfpublishing] Cover selbst gestalten?

Bücher brauchen ein Cover. So viel ist jedem klar, auch wenn man sich als Leser nicht unbedingt mit der Gestaltung auseinandersetzt, sondern höchstens feststellt „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“. Für Selfpublisher geht es aber um mehr und die meisten von uns sind sich dessen auch sehr bewusst. Die Zeiten, in denen das Cover aus wenig mehr als Name und Titel in irgendeiner Schrift bestand, sind vorbei. Solche Bücher sind mir in letzter Zeit jedenfalls nicht mehr untergekommen.

Insgesamt ist festzustellen, dass sich selbst publizierte Bücher äußerlich kaum noch von Verlagsprodukten unterscheiden.
Allerdings wird angehenden Selfpublishern teilweise immer noch suggeriert, es reiche aus, mit einem einfachen Bildbearbeitungsprogramm ein Stockphoto und eine (hübsche) Schrift zu kombinieren. Das Ergebnis sind dann genau die Cover, denen man auf den ersten Blick ihre Unprofessionalität ansieht, weil die Schrift nicht zum Genre passt, die Motive oder die Ausschnitte schlecht gewählt sind oder, oder, oder.

Wohlgemerkt: Ich sage nicht, dass man seine Cover nicht selber machen kann oder nicht selber machen sollte. Für diejenigen, die Spaß an Bildbearbeitung haben, lohnt es durchaus. Aber man muss sich von der Idee zu verabschieden, es gäbe eine einfache, schnelle Lösung. Ein selbst gemachtes Cover ist nie umsonst. Es kostet vielleicht kein Geld, aber Zeit. Viel Zeit.
Das beginnt schon damit, dass man sich leistungsfähiges Grafikprogramm besorgen und sich mit der Handhabung vertraut machen muss. Es kommt auch Zeit für die Recherche und die Konzeption dazu: Welche Trends gibt es bei Covern? Welches Design ist in dem Genre, in dem ich schreibe, gerade besonders angesagt? Dazu lohnt ein Besuch von Buchhandlungen, in denen das eigene Genre gut vertreten ist. Dabei sollte man sich auch bewusst machen, welche Bücher einen selber ansprechen bzw. welche nicht und was die Ursachen sind. Die nächste Frage ist: Will ich auf diesen Trend aufspringen oder hebe ich mich bewusst davon ab? Wie?
Dann gilt es, sich darüber Gedanken zu machen, was das eigene Buch auszeichnet. Was ist die Kernaussage? Welche Stimmung will man auf dem Cover vermitteln? Durch welche Gestaltungselemente lässt sie sich erzielen? Man braucht Zeit, Bilder- und Fontdatenbanken zu durchsuchen, um die passenden Gestaltungselemente zu finden. Und schließlich braucht man Zeit, das alles zu verbinden und zu bearbeiten. Selbst für meine, bewusst minimalistisch gehaltenen Cover brauche ich mindestens zwei bis drei Tage, wenn ich mit dem ersten Entwurf auf Anhieb zufrieden bin. Es ist aber auch schon passiert, dass ich mir nach mehreren Tagen eingestehen musste, ein das Konzept nicht umsetzen zu können und deshalb noch einmal ganz von vorne beginnen musste.

Wen das nicht abschreckt, findet auf „Vom Schreiben leben“ einen schon etwas älteren, aber immer noch aktuellen Artikel über Aufbau und Gestaltung von Covern. „Was liest du“ gibt gute eine Übersicht der Covertrends von 2016 in verschiedenen Genres und auf bestseller-romane.de kannst du in einem Experteninterview nachlesen, was die Profis über das Thema denken.

 

Ankündigung: O Tannenbaum (Codex Aureus 4)

Obwohl der November im Großen und Ganzen gar nicht so gelaufen ist, wie geplant und der Dezember sich daran nahtlos angeschlossen hat, bin ich zuversichtlich, den Termin für O Tannenbaumdie nächste Ausgabe des Codex Aureus, halten zu können. Nur bei Thalia dürfte es kritisch werden, weil die aus unerfindlichen Gründen immer sehr lange brauchen, um eBooks hochzuladen.
Bei allen anderen Online Buchhandlungen der Tolino Allianz und bei Amazon sollte O Tannenbaum ab dem 15. Dezember erhältlich sein.

Hier schon mal die Vorschau:

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Ein Bild und 30.000 Wörter

Weil andere Blogger immer so schöne Bilder von sich, ihren Büchern oder ihren SUBs in den Beiträgen haben, habe ich heute ein paar Fotos von Steppenbrand geschossen.

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Codex Aureus – Steppenbrand: links auf dem Kindle Fire, rechts auf dem Tolino Vision

Für eine Fantasy-Geschichte, die in bzw. am Rande einer Steppe spielt, wirkt die Deko vielleicht ein bisschen zu üppig. Aber die weißen Blüten wollte ich unbedingt mit ins Bild nehmen, weil sie innerhalb der Geschichte eine wichtige Rolle spielen.

Neugierig geworden? Hier geht es zur Leseprobe von Steppenbrand.

 

 

 

 

 

 

Selfpublishing von eBooks – eine Kurzanleitung

book-730479_640 (1)Als ich mit dem Selfpublishing anfing war das für mich ein Riesenabenteuer. Zugegeben: Aufgeregt bin ich immer noch und als ich kürzlich Steppenbrand hochgeladen habe, war auch die Nervosität wieder da, ob wirklich alles glatt geht. Offenbar geht das nicht nur mir so. Obwohl das Blog noch nicht lange existiert, hat es sich schon ganz gut rumgesprochen und die Artikel zum Thema Selfpublishing gehören zu den meistgeklickten.

Aber wie geht Selfpublishing eigentlich? Das das nicht allgemein bekannt ist, ist mir erst bewusst geworden, als eine Twitterin gestand, sie fände das Prinzip Selfpublishing sehr überzeugend, habe aber noch nicht kapiert, wie das geht.

Selfpublishing

Vorher dachte ich, dass nur ich anfangs zu blöd gewesen sei, zu wissen, wie man das macht. Aber da ich eben offensichtlich doch nicht die Einzige bin, habe ich beschlossen, eine Kurzanleitung zu schreiben, die die grundsätzlichen Abläufen zur Veröffentlichung von eBooks erklärt. Beim Print kenne ich mich nicht aus und bevor ich Quatsch erzähle, lasse ich es lieber.

1. Das Manuskript

Zu allererst braucht man natürlich Inhalte, die man veröffentlichen kann. Das ist beim eBook in der Regel ein Text. Zwar lassen sich grundsätzlich auch Fotos, Comics usw. als eBooks veröffentlichen, aber man sollte sich klar sein, dass die meisten Reader nur Graustufen wiedergeben können und die Auflösung für Texte optimiert ist. Die Wiedergabe von Fotos und Grafiken ist in der Regel nicht sehr schön.

Der Text sollte, unabhängig vom Inhalt mehrfach korrekturgelesen sein. Für schlechte, d. h. redundante, klischeebeladene oder in sich widersprüchliche Texte voller Rechtschreibfehler würde man schließlich auch selber kein Geld ausgeben wollen. Als Autor sollte man daher sein Möglichstes tun, den eigenen Lesern ungetrübten Lesegenuss zu gönnen. Optimal sind ein professionelles Lektorat und Korrektorat – aber das ist auch eine Preisfrage.

Der Text sollte als Block- oder Flattersatz formatiert sein. Die Überschriften als „Überschrift“, der Textkörper als „Standart.“ Um nachher unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollte man eine der gängigen Schriftarten wählen, also z. B. Arial, Times New Roman oder Calibri.
Er muss als Fließtext vorliegen, darf also – von Absätzen abgesehen – keine weiteren Formatierungen enthalten. Also auch keine manuellen Seitenumbrüche und keine Worttrennungen! Insbesondere keine Worttrennungen! Das die nimmt jeder eBook-Reader automatisch je nach Schriftgröße vor. Du kannst dir sicher vorstellen, was passiert, wenn vorher schon eine Silbentrennung durchgeführt wurde.

Was außerdem noch ins Buch gehört habe ich in diesem Artikel schon mal beschrieben.

2. Konvertieren

home-office-336378_640Im nächsten Schritt muss das Manuskript in ein Format gebracht werden, das von einem eBook-Reader gelesen werden kann. PDFs können, so weit ich weiß, von allen Readern wiedergegeben werden, haben den entscheidenden Nachteil, dass sich die Schriftgröße nachher nicht mehr ändern lässt. Besser ist ePub. Das wird auf Tolinos regulär verwendet, lässt sich aber auch bei Amazon (wo es in Mobi übersetzt wird) und allen anderen Anbietern hochladen. Wer nicht über Tolino Media veröffentlichen will und .doc-Formate generieren kann, kann sich den folgenden Teil sparen und gleich zum Cover springen. Allerdings klappt die Umsetzung von .doc nicht immer richtig, man muss sich nach dem Hochladen auf jeden Fall noch einmal auf dem Endgerät ansehen und notfalls per Hand nachjustieren.

Zum Konvertieren braucht man ein Textverarbeitungsprogramm, das in ePub konvertieren kann. Word-User sind hier leider gekniffen, denn Word kann das nicht. Es gibt im Netz aber kostenlose Konverter mit denen sich das erledigen lässt.
Für Open Office, Libre Office und Apache Office gibt es ein Ad-on, das innerhalb von 5 Minuten herunterladen und installieren installiert ist. Danach genügt ein Klick und man hat ein ePub. Selbstverständlich ist das Ad-on (genauso wie die Open-Officeprogramme selbst) kostenlos.
Auch mit Programmen wie Scrivener und Papyrus Autor lassen sich ePubs erzeugen.

Das fertige ePub kann man mit dem Validator von idpf auf Fehler testen. Ich empfehle trotzdem, es vor dem Hochladen noch einmal auf dem Endgerät durchzusehen. Wie sich herausgestellt hat, werden nämlich z.B. Hyperlinks bei der Konvertierung gekappt. Der Validator zeigt aber trotzdem eine korrekte Umwandlung an.
Falls noch Änderungen nötig sind, kann man die Datei anschließend mit Sigil bearbeiten. Auch dieses Programm ist im Netz frei erhältlich. (An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Michaela von Textflash, die mich auf dieses Programm hingewiesen hat. Der Tipp ist unbezahlbar!)

3. Das Cover!

Fast hätte ich es vergessen, aber was ist ein Buch ohne Cover? Auch ein eBook braucht natürlich eins. Das übliche Format ist 1600 x 2200 Pixel, nur Apple hat mit 1400 x 1873 Pixel bzw. 1600 x 2400 Pixel abweichende Anforderungen.

Das Cover sollte eine anständige Auflösung haben und auch als Thumbnail und Graustufen gut aussehen. Wer hier auf Nummer Sicher gehen will, beauftragt einen Cover-Designer. Wer es etwas billiger will, kann sich nach pre-made Covern umsehen, in die nur noch der Name des Autors und der Buchtitel eingefügt werden.

Natürlich kann man es auch selber machen. Aber dann muss man sich bewusst sein, dass es vielleicht kein Geld, aber viel, viel Zeit kostet, ein ansprechendes Cover herzustellen. Wichtig ist dabei, ehrlich zu sich zu sein. Das Cover muss zum Genre passen und außerdem gibt es bestimmte Trends, die man kennen sollte. Trotzdem sollte sich das eigene Cover noch genug von anderen unterscheiden, um wiedererkennbar zu sein.
Wenn man sich selber um die Gestaltung kümmert, muss man auch darauf achten, nur Bilder, Grafiken und Schriftarten zu nutzen, die (auch) zu diesem Zweck freigegeben sind. Sonst drohen Urheberrechtsklagen. Frei nutzbare Bilder gibt es z.B. bei Pixabay.

Teilweise bieten auch die Selfpublishing-Plattformen Cover an. Das, was ich da gesehen habe, ist aber so grottig, dass man besser die Finger davon lässt.

4. Hochladen

road-sign-1280256_640Wenn der Text steht, konvertiert ist und man ein ansprechendes Cover gefunden hat, ist es schon fast geschafft. Jetzt muss das Buch nur noch hochgeladen werden.
Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann das Buch direkt bei den einzelnen Distributoren hochladen, also z. B. amazon/KDP, Kobo oder Tolino Media. Oder man geht über einen „Makler“ wie z. B. Neobooks oder bookrix. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Der Vorteil, direkt beim Distributor hochzuladen liegt vor allem bei der höheren Marge. Die „Makler“zahlen nämlich nur 70% vom Nettoerlös aus. Das klingt zunächst mal viel, weil man unwillkürlich an den Verkaufspreis denkt. Tatsächlich ist das gemeint, was nach Abzug der Mehrwertsteuer und der Marge des Distributors (also amazon/KDP, Kobo, Tolino …) übrig bleibt. Dieser Nettoerlös liegt bei einem eBook, das im Verkauf 0,99 € kostet, bei etwas unter 0,30 €. Von diesen 0,30 € behält der „Makler“ noch mal 30%.
Dafür hat man aber auch nur einen Ansprechpartner, muss das Buch nur einmal hochladen und hat oft noch eine Community dabei, die einen im besten Fall unterstützt.

Hat man sich einmal entschieden, muss man bei den Anbietern zuerst ein Nutzerkonto anlegen. Das ist nur bei amazon/KDP nervig, weil die auch noch Angaben nach dem amerikanischen Steuerrecht abfragen. Dort auf jeden Fall ankreuzen, dass man nicht in den USA veranlagt wird! Hilfreich ist, die EC-Karte bereit zu halten, weil man in jedem Fall nach seiner Bankverbindung gefragt wird. Und wer hat schon seine IBAN und die BIC im Kopf?

Das Hochladen selber ist vollkommen unproblematisch. Die Formulare sind selbsterklärend. Einfach machen, was da steht. Wenn Interesse besteht, kann ich aber auch gerne noch darüber bloggen. In dem Fall schreib mir einfach einen Kommentar.

5. Fertig!

youth-570881_640Amazon braucht ein paar Stunden, um ein eBook in die Datenbanken zu laden. Bei der Tolino Allianz wird noch eine kursorische inhaltliche Prüfung vorgenommen. Falls keine Beanstandungen vorliegen, ist das Buch aber auch schon am nächsten Tag bei den meisten der angeschlossenen Händlern gelistet. Bei den „Maklern“ dauert es noch mal ein bisschen länger, weil es von dort erst an die Distributoren geliefert wird, die es wiederum an ihre Händler ausliefern.

Und das war’s auch schon. Danach kann man der Welt stolz verkünden, jetzt sein eigenes eBook veröffentlicht zu haben.

… und Coverfreuden

Dank eines Tipps auf Twitter (auch hier noch Mal: „DANKE“ @monstersmagic) hat sich mein Bildproblem vom jetzt auf gleich gelöst. Auf pixabay habe ich auf Anhieb ein Bild gefunden, dass zwar nichts mit dem zu tun hat, was ich mir vorher vorgestellt habe – das aber  absolut perfekt zur Geschichte passt!

Vergleich

Jetzt braucht es eigentlich nur noch ein bisschen Feintuning. Wenn ich mich bloß entscheiden könnte, welche der beiden Versionen grundsätzlich besser ist. Was meint ihr?

Covergedanken (mal wieder)

Buchcover Codex Aureus - Der Esel als Pilger
Cover für die Startgeschichte

Über meine Gedanken zum Cover für den Codex Aureus hatte ich schon früher einiges geschrieben. Das Ergebnis war der Entwurf links und eigentlich dachte ich, damit die perfekte Lösung gefunden zu haben: Ein Universalcover, in das nur noch der Titel der aktuellen Kurzgeschichte und ein passendes Bild eingefügt werden müssen.

Doch dann kam Alex, genau gesagt, Alexander Bartels, mit dem ich auf Twitter eine lange Diskussion hatte und der sehr fundiert begründete, warum das Cover seiner Meinung nach nicht funktioniert: Zu dunkel, zu wenig Kontrast, zu viele Schriften (bzw. Schriftschnitte).
Andere haben sich dem angeschlossen, gerade was den Kontrast angeht und deshalb habe ich mich schweren Herzens zu einer Generalüberholung entschlossen, auch wenn mir das Cover nach wie vor ganz gut gefällt. Aber, der Feind des Guten ist der Wurm, der dem Fisch schmecken soll, oder so ähnlich …

Der erste Angang, das Cover einfach aufzuhellen, war völlig unbefriedigend. Also bastele ich wieder. Fluche, weil mit Papier, Bleistift und Tuschen (bzw. anderen Farben) so viel leichter zu arbeiten ist, als mit Grafikprogrammen, sich handgemalte Bilder aber nicht verlustfrei auf die Festplatte übertragen lassen. Jedenfalls habe ich noch keinen Weg gefunden.

Hintergrund2Von den bisherigen Ergebnissen gefällt mir diese Vorlage noch am besten, obwohl eindeutig nicht optimal ist. Es wirkt zu historisch und zu wenig phantastisch. Außerdem ist es so wolkig und rosig, das es geradezu schreit: ROMANZE! (ja, in Versalien und mit Ausrufezeichen) – aber genau das schreibe ich ja nicht, auch wenn Steppenbrand eine Liebesgeschichte enthält.

Das endgültige Aus für diesen Entwurf kam aber, als ich versuchsweise die Zeichnung für Steppenbrand eingefügt habe. Das Ergebnis sah so altbacken aus, als käme es frisch aus den 60ern. Gruselig.

Aber wie gesagt: Ich arbeite dran. Sowohl an der Zeichnung, wie auch am Grundcover. Dadurch dauert es zwar länger, bis die nächste Geschichte erscheint, aber ich denke, das ist es wert. Schließlich will ich nicht irgendein Cover, sondern eines, bei dem möglichst viele Leser sagen: “Ey, das ist ja geil!”

Oh, doch, ich lebe noch

Viel zu berichten gibt es allerdings nicht. Jedenfalls nichts sinniges, es sei denn, jemand wäre scharf auf einen Bericht über den Osterurlaub und das Familientreffen. Aber beides erspare ich euch lieber.

Dummerweise muss ich außerdem gestehen, dass ich mit den Arbeiten am Cover für den nächsten Codex Aureus noch nicht wirklich weiter gekommen bin. Die Ideen, die ich dazu habe, sehen zwar in der Vorstellung gut aus, sind aber in der Umsetzung … schwach. Ich verspreche aber hoch und heilig, die erste brauchbare Skizze hier zu posten.

Und was kommt nun?

Nach der Veröffentlichung ist bekanntlich vor der Veröffentlichung. Mein Plan ist, alle Vierteljahr eine Kurzgeschichte rauszubringen. Das sollte mir genug Zeit zum Plotten, Schreiben, Überarbeiten, für Coverentwürfe, Titelfindung und nochmaliges Überarbeiten lassen und Raum für meine anderen Projekte bieten. Vielleicht schreibe ich ja irgendwann doch mal einen historischen oder phantastischen Roman.

Vorher brauche ich aber noch ein Cover für die nächste Kurzgeschichte, die im April rauskommen soll. Genau genommen brauche ich sogar nur einen Teil des Covers, nämlich die Zeichnung, die den Inhalt dieses Bands charakterisiert. Der Rest bleibt ja unverändert, um einen hohen Wiedererkennungswert zu erreichen.
Aber es ist gar nicht so einfach, das umzusetzen, was mir vorschwebt. Am liebsten hätte ich nämlich eine Überblendung aus einem skythischen Halsschmuck und einer heranstürmenden Reiterhorde ähnlich den Dothraki aus Game of Thrones. Also im Prinzip ein episches Gemälde, aber für’s Miniaturformat.
Ähmmm, ja. Die Quadratur des Kreises ist einfacher.

Aber zum Glück habe ich genug Zeit, mir dazu noch ein paar Gedanken zu machen. Und nebenbei kann ich auch darüber nachdenken, worüber ich als nächstes schreiben will. Ideen habe ich genug. Z. B. für eine Rachegeschichte im klassischen Fantasy-Setting. Alternativ gingen aber auch Werwölfe im Wilden Westen oder eine Solarpunk-Erzählung. Alles reizvolle Themen.