[Selfpublishing] Welche Software wird gebraucht? – Teil 4: Grafik

Wer Bücher veröffentlichen will, muss Bilder bearbeiten können. Für Sach- und Fachbücher ist das selbstverständlich, aber auch bei Belletristik steht man spätestens beim Cover vor der Frage „und nun?“
Die meisten Distributoren bieten einen Coverservice an, der vielfach sogar kostenlos ist. Die dort gebotenen Möglichkeiten sind allerdings beschränkt und dementsprechend schlicht fallen die Ergebnisse aus. Wer mehr will, muss sich das Cover anders besorgen und da wir Selfpublisher*innen im Normalfall knapp bei Kasse sind, ist Selbermachen durchaus eine Option.

Cover thump

Im Folgenden will ich deshalb einen kleinen Überblick über die Programme liefern, mit denen ich gearbeitet habe und von meinen Erfahrungen berichten. Die Eindrücke sind natürlich subjektiv. Nur, weil ich mit einem Programm nicht zurechtkomme, heißt das nicht notwendig, dass das auch anderen so geht.
Und noch eins vorweg: Selbst gute Software garantiert keine guten und schon gar keine schnellen Ergebnisse. Sie garantiert gar nichts. Auch Covergestaltung erfordert zumindest ein bisschen Talent, auf jeden Fall aber Kreativität und viel Zeit. Wem der Blick für Bilder fehlt, wer keine Lust hat, sich in die Funktionsweise eines Grafikprogramms einzuarbeiten, stundenlang nach passenden Bildern und Schriften zu suchen, um sie in fieseliger Kleinarbeit zu einem zumindest passablen Ergebnis zu verbinden, sollte ernsthaft überlegen, lieber ein Cover zu kaufen. Premades gibt es schon für kleines Geld, wobei diese Cover so schlicht gestaltet sind, dass man in vielen Fällen genauso gut auf die Dienste der Distributoren zurückgreifen kann.
Es ist wie immer eine Abwägungsfrage. Mit steigendem Aufwand steigt nämlich auch der Preis für Premades und individuelle Cover können richtig teuer werden. Wenn man die Zeit und die Möglichkeiten hat, aber wenig Geld, kann es sich daher durchaus lohnen, Cover selber zu gestalten.

Jetzt aber mal genug mit Vorreden. Kommen wir zum eigentlichen Thema: Grafikprogramme.

Photoshop

Wenn man an Bildbearbeitung denkt, denkt man fast automatisch auch an Photoshop. Das Programm ist so bekannt, dass es schon als Verb in die deutsche Sprache eingegangen ist. Ich photoshoppe, du photoshoppst, das Bild ist gephotoshoppt worden, wird problemlos verstanden.
Ich hatte es auch mal (ist lange her), erstanden in irgendeinem Abverkauf von Altversionen und es war prima. Konnte viel, ließ sich gut bedienen und wenn ich die CD wiedergefunden hätte, als ich den neuen Rechner eingerichtet habe, würde ich vielleicht heute noch damit arbeiten. Neu anschaffen werde ich es mir aber nicht und zwar schon deshalb nicht, weil man Photoshop nicht mehr kaufen kann. Man kann nur noch befristet gültige Lizenzen erwerben und das rentiert sich für mich auf Dauer nicht.
Danke adobe, ich bin raus!

Canva

Canva ist ein kostenloses Bildbearbeitungsprogramm von Google und gerade für die Erstellung von Grafiken fürs Netz ganz nützlich. Einige Bekannte erstellen damit jedenfalls durchaus überzeugend wirkende Bilder. Angeblich kann es auch zum Coverdesign eingesetzt werden.
Ich komme mit Canva allerdings weniger gut zurecht. Meine Probleme fangen damit an, dass Canva nur online läuft, aber meinen Lieblingsbrowser Opera nicht unterstützt. Mit Firefox geht es einigermaßen, aber Canva möchte (wer hätte es gedacht), am liebsten Chrome. Und Chrome mag ich nicht, weil mir alle möglichen Programme den immer wieder aufdrängen wollen. Da frage ich mich schon, welche Daten da abgegriffen werden.
So weit zu meiner privaten Paranoia, aber wie schon angedeutet, habe ich Canva auch mal auf Firefox ausprobiert. Es ging darum, eine einfache Grafik für Twitter zu erstellen: links ein Bild, rechts ein Text auf hellem Untergrund. Dabei sollte das Bild nach rechts hin verblassen, weil ich keinen abrupten Übergang wollte. Schon das war nicht drin. Mit Canva lassen sich auch keine Elemente ausschneiden und neu einfügen. Dafür verrutschten die wenigen Elemente, die ich hatte, ständig. Kurzum: Ich war nicht glücklich. Ein Cover werde ich damit gar nicht erst versuchen.

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GIMP

GIMP ist eine Open Source Software und ebenfalls kostenlos. Wer mich kennt, wird sich vermutlich das Weitere denken, weil ich generell immer sehr für Open Source bin.
Falsch gedacht.
GIMP ist genial. Höre ich jedenfalls immer wieder. Deshalb habe ich ihm auch immer neue Chancen gegeben. Ich habe sogar dicke Bücher ausgeliehen, um dieses Programm zu verstehen. Es hat keinen Sinn. Wer nie vorher mit Grafikprogrammen gearbeitet hat, für den ist der GIMP vielleicht sogar eine Offenbahrung. Aber wir zwei, der GIMP und ich, finden in diesem Leben wohl nicht mehr zueinander.

PaintShop

PaintShop pro X5 ist das Programm, das ich aktuell nutze. Ich habe es vor vier Jahren gekauft, als die Nachfolgeversion X6 auf den Markt kam und wir sind ganz gute Kumpels geworden.
PaintShop ist eine Software für alle, die mehr wollen als Fotos gut aussehen zu lassen und vielleicht noch mit Text zu kombinieren. Zugegeben, es braucht Zeit, sich mit den vielfältigen Möglichkeiten vertraut zu machen (und ich will keinesfalls behaupten, alle auch nur zu kennen, geschweige denn, sie ausreizen zu können), aber wenn man die Sache mit den Ebenen mal verstanden hat, lässt sich PaintShop sogar ziemlich intuitiv bedienen. Bisher hat PaintShop noch alle meine Wünsche erfüllt, lediglich bei Zeichnungen hakelt es. Aber als meine Version auf den Markt kam, waren Grafiktabletts auch noch keine Massenwahre. Corel verspricht, dass diese Probleme in der neuesten Version gelöst seien und ich überlege am Upgrade.
Selbstverständlich kann man unter Paint Shop auch jetzt schon auch die gewünschte Auflösung einstellen und Bilder in verschiedenen Formaten (und vor allem verschiedenen Auflösungen) speichern kann. Das ist deshalb wichtig, weil es sicherstellt, dass die Bilder nicht nur auf dem Bildschirm gut aussehen, sondern auch beim Druck.

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Und sonst?

Die bisher vorgestellten Programme sind vorwiegend dafür gemacht, schon vorhandene Bilder, vor allem Fotos, zu bearbeiten. Für das Erstellen von Vektorgrafiken oder Freihandzeichnungen sind eventuell andere Programme besser geeignet. Wer das vorhat, sollte sich zusätzlich auch die Programme Inkscape (für Vektorgrafiken) und Paint.NET näher ansehen.
Beide haben den Vorteil, kostenlos zu sein und sind absolut ausreichend, wenn es darum geht, einzelne Elemente zu entwerfen und in ein Cover einzufügen.


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Codex Aureus – Jetzt ist es raus

So sieht es aus, das Cover des neuen Codex Aureus, der am 07.08. in den Handel kommt. Ich hoffe, es gefällt euch. Und ich hoffe, ihr hattet bei der Enthüllung ein bisschen Spaß und habt fleißig mitgeraten.

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Für diejenigen, die sich jetzt fragen, wer die Schöne auf dem Titel ist: Das ist Silke. Meine Protagonistin. Und keine Sorge: Biss zum letzten Akt hat nichts vom Porträt einer Dame. Silke ist keine Dame. Silke ist Badass. Aber dazu in den kommenden Tagen mehr.

[Selfpublishing] Ein Jahr Codex Aureus

Vor einem Jahr startete der Codex Aureus mit der Fabel „Der Esel als Pilger“. Das „Eselchen“ war ursprünglich nur dazu gedacht, auszuprobieren, wie das Veröffentlichen von eBooks genau funktioniert.

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Inzwischen sind drei weitere Codex-Ausgaben erschienen, die alle ihre Liebhaber gefunden haben. Das bestätigt mich in der These bestätigen, dass auf dem Markt auch eine Nische für kürzere Fantasy-Formate gibt. Allerdings sind alle mit rund 50 Seiten auch deutlich länger, als der „Esel“.

Bei jeder einzelnen Ausgabe habe ich viel dazu gelernt.

Buchcover Codex Aureus - Der Esel als Pilger

Die erste (und bitterste) Lektion war die Reaktion auf das Cover des „Esels“. Ich hatte mir viel Mühe damit gegeben und war ganz begeistert von mir, auch weil ich endlich begriffen hatte, wie das mit den verschiedenen Ebenen bei Paintshop funktioniert.
Und dann wurde es bei der ersten Präsentation als viel zu dunkel befunden. Außerdem als zu unruhig, zu kontrastarm, mit zu vielen Schriften, die zudem noch schlecht lesbar seien.
Gut, ich habe das getan, was vermutlich jeder Anfänger macht: Ich habe mein Baby verteidigt. Tatsächlich mag ich es immer noch. Aber nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, habe ich es trotzdem geändert. Schließlich soll das Cover in erster Linie potentiellen Lesern gefallen. Oder, wie Marketingleute das so charmant ausdrücken: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Das soll nicht heißen, dass mir das neue Cover nicht gefällt. Natürlich gefällt es mir. Sonst hätte ich es nicht genommen.

Cover für Steppenbrand, die Geschichte von Dejasir no'Sonak, der eigentlich nur das Beste für sich und sein Volk wollte.

Bei der zweiten Ausgabe, Steppenbrand, bin ich tiefer in die Geheimnisse der ePub-Convertierung eingestiegen. Steppenbrand enthält ziemlich viele Worte einer selbst erfundenen Sprache, was seit Tolkien einerseits zur klassischen Fantasy dazu gehört, den Text aber stellenweise schwer lesbar macht. Also hatte ich mir überlegt, ein Glossar einzufügen und – weil ein eBook im Grunde nichts anderes ist, als ein HTML-Dokument – mit Hyperlinks zu arbeiten. Die Idee war, dass jedes neue Wort mit dem Glossar verlinkt wurde, vom Glossar dann aber auch ein Hyperlink in den Text zurückführte. Ich hatte das kurz zuvor in einem Krimi gesehen und fand es so superschick, dass ich es auch unbedingt haben musste.
Die Links zu setzen war kein Problem. Das Problem war, dass die Konvertierung sie mir immer wieder zerschoss. Ich war schon kurz davor, aufzugeben und Steppenbrand ohne Links rauszubringen, als völlig unerwartet Hilfe von Michaela Stadelmann alias Textflash kam, die mir Sigil empfahl. Ich bin ihr dafür bis heute unendlich dankbar.
Außerdem habe ich bei Steppenbrand gelernt, dass Tolino media keine Verkaufslinks mag. Nicht mal zu den eigenen Partnern, weil sie nicht wissen, ob es nicht irgendwann mehr werden.

entwurf2Der Fluch des Spielmanns hat mich einmal mehr davon überzeugt, dass Code entweder doch irgendwo etwas mit Magie zu tun hat, oder dass Computer insgeheim Sadisten sind, die sich darüber amüsieren, wie sie ihre Nutzer in den Wahnsinn treiben. Wieso? Nun, ich habe die Geschichte mit Papyrus Author geschrieben und auch damit konvertiert.
Der Validator sagte es gäbe ein Problem und nannte die Stellen.
Ich habe versucht, die Stellen mit Sigil zu überprüfen – nur fand Sigil die Stellen nicht.
Na gut. Blöd gelaufen. Aber kein Grund, die Nerven zu verlieren. Immerhin hatte bei Steppenbrand, das ich komplett mit OpenOffice geschrieben und konvertiert hatte, die Konvertierung auf Anhieb geklappt. Also habe ich das Papyrus-Dokument in ein .doc verwandelt, in OpenOffice geladen und konvertiert.
Der Validator sagte, es gäbe Probleme. Aber immerhin weniger.
Sigil wusste trotzdem nicht weiter.
Also habe ich es mit LibreOffice versucht, das ich mir kurz zuvor runtergeladen hatte, weil OpenOffice nicht mehr weiterentwickelt wird. Hätte ja sein können, dass das Problem dort lag.
Der Validator fand neue Fehler.
Dann habe ich das .doc in ein .odt (das Format von Open- und LibreOffice) verwandelt. Inzwischen schon ein bisschen genervt, was aber auch nichts half.
Ich weiß nicht mehr genau, wie viele Versuche ich gemacht habe. Irgendwas war immer. Bis ich es aus lauter Verzweiflung noch mal mit Papyrus Autor versucht habe und – oh Wunder! – der Validator nichts zu maulen fand. Was die Ursache war, weiß ich bis heute nicht. Nur, dass eine Fehlermeldung beim Validator offenbar kein Grund zur Panik ist.

o-tannenbaum-klein„O Tannenbaum“ schließlich hat mich gelehrt, dass man sich vom Weihnachtsgeschäft nicht zu viel erwarten sollte und Weihnachtgeschichten alles andere als Selbstgänger sind. Die Hoffnung, „Schöne Bescherung„, das kurz vorher bei Clue Writing veröffentlicht wurde, werde auch Werbung für O Tannenbaum“ machen, erwies sich ganz schnell als Satz mit X. Und nach Weihnachten geraten Geschichten, die an Weihnachten spielen, völlig aus dem Blick.
Insofern ist der Titel auch blöd gewählt, weil „O Tannenbaum“ eine reine Weihnachtsgeschichte suggeriert, obwohl es eigentlich ein modernes Märchen ist. „Das ist immer noch mein Baum!“ oder „Die Dryade“ wäre daher ein deulich besserer Titel gewesen.

Aber ich will überhaupt nicht maulen. Jede einzelne Ausgabe des Codex Aureus hat gute Kritiken bekommen. Meine Leser verzeihen mir großzügig Rechtschreib- und Grammatikfehler (oder schicken mir sogar korrigierte Fassungen, wie der unglaubliche Elyseo da Silva es bei Steppenbrand getan hat. Auch dafür ganz, ganz herzlichen Dank).

Was ausbaufähig ist, ist auf jeden Fall das Marketing. Ich schreibe zwar viel darüber, aber an der praktischen Umsetzung hapert es manchmal. Selbständig heißt nun mal auch bei Autoren selbst und ständig – und da ist es oft schwer, die Prioritäten richtig zu setzen.

Aktuell beschäftige ich mich damit, Banner für verschiedene soziale Medien zu erstellen, um die Sichtbarkeit meiner Bücher zu erhöhen. Außerdem habe ich eine Idee für eine (wie ich finde) ganz witzige Kampagne, um mich als Fantasy-Autorin bekannter zu machen.
Und dann wird es meine Geschichten voraussichtlich auch auf die Ohren geben. Aber dazu mehr, wenn das Ganze in trockenen Tüchern ist.

Was leider gar nicht geklappt hat, ist den Termin für die 5. Ausgabe einzuhalten, weil nacheinander verschiedene Familienmitglieder krank geworden sind und meine Depressionen darin einen willkommenen Anlass gesehen haben, auch mal wieder zu Besuch zu kommen. Aber jetzt ist sowieso erst mal Buchmesse in Leipzig und Buchmessen sind ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für Neuerscheinungen. Bücher unbekannter Autoren werden besser wahrgenommen, wenn sich der Trubel gelegt hat – das ist etwas, was ich von der Frankfurter Buchmesse gelernt habe.
Dafür ist diese Ausgabe des Codex Aureus vermutlich die am Besten angeteaserte. Ich hoffe, die Neugier hält noch ein bisschen. Ich verspreche, dass es sich lohnen wird. Muss ich ja. Denn wenn ich nicht von meinen Geschichten überzeugt wäre, wer dann? Und wie könnte ich sie mit gutem Gewissen veröffentlichen?

Aber auch im zweiten Jahr wird es noch eine Menge Überraschungen geben. Für mich. Für dich. Für Sie. Für euch. Ich hoffe, nur gute!