[ausgelesen] Magie hinter den sieben Bergen: Winter (Sammelausgabe 1) von Diandra Linnemann

Don’t judge a book by its cover

Zum Glück bin ich über die Leseprobe zu dem Buch gekommen, sonst wäre mir etwas entgangen.

 

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Bildquelle: Autorenseite von Diandra Linnemann auf amazon

Magie hinter den sieben Bergen gehört zu den Büchern, die ich allein aufgrund der Cover-Titel-Kombination ins Regal zurückgestellt hätte. Der Titel klingt nach Märchen und das Titelbild weckt in mir den Eindruck, dass auch hier mal wieder eine irgendwie begabte, halbwüchsige Heldin ihrer großen Liebe begegnen wird – vorzugsweise in Form eines verkannten Bad Boys.
Der Klappentext hat diesen ersten Eindruck noch verstärkt.

 

MAGIC CONSULTANT AND SOLUTIONS.
Das steht auf der Visitenkarte von Helena Weide, ihres Zeichens staatlich geprüfte Hexe. Eigentlich will sie nur in Ruhe das Ahnenfest feiern, aber der Bonner Bürgermeister hat einen gefährlichen Auftrag für sie – und auch direkt die passende Unterstützung.
So tritt der ehemalige Straßenkämpfer Falk in ihr Leben, der seine Zeit als Zombiepfleger im Wandelnden Friedhof abgesessen hat. Ein nützlicher Geselle – groß, gutaussehend, schweigsam. Tut fast immer, was man ihm sagt.
Im Gegensatz zu Helenas katholischer Sekretärin Maria. Die sitzt zwar im Rollstuhl, lässt sich aber weder von verschlossenen Türen noch von Konventionen davon abhalten, zu tun, was sie will.
Diese drei setzen sich in den ersten Geschichten dieser Reihe gegen Zombies und Hexen zur Wehr, begegnen alten Göttern und vermitteln in einem Liebesdrama, welches eine tragische Wende nimmt. Gemeinsam überstehen sie den Winter – nicht ahnend, was dieses magische Jahr noch alles für sie bereithält.

Hard boiled urban Fantasy statt Young Adult

Nur lag ich mit diesem ersten Eindruck vollkommen falsch. Magie hinter den sieben Bergen ist nämlich alles andere als eine mit Magie aufgepeppte Teenie-Romanze, sondern eher hard boiled Krimi. Nur eben Fantasy. Urban Fantasy, um genau zu sein.

Allerdings begnügt sich die Autorin nicht damit, einfach ein bisschen Magie in unsere Welt zu streuen und gelegentlich einen Dämon, Vampir oder ein sonstiges magisches Wesen auf die ansonsten völlig magiefreie Menschheit loszulassen. Bei Eleonore Laubenstein existiert Magie als Fakt. Genauer gesagt als eine Technik, die sich vermitteln lässt und wie Biologie oder Mathematik an der Universität gelehrt wird. Zaubermeister und Hexen sind daher nichts völlig ungewöhnliches. Es gibt sie in allen möglichen Spielarten – sogar die Satanisten haben eine eigene, anerkannte Kirche.
Genauso selbstverständlich sind die anderen mehr oder weniger magischen Geschöpfe, wie Zwerge, Gnome, Faeries und Reptiloide. Die meisten von ihnen leben mehr oder weniger gut in die Gesellschaft integriert. Aber manchmal gibt es eben doch Probleme. Und manche davon werden zum Fall für Helena Weide, eine lizensierte und als Freelancerin arbeitende Hexe.

Der Sammelband ist Auftakt einer vierteiligen Reihe und enthält drei von Helenas Fällen: Allerseelenkinder, Spiegelsee und Hexenhaut, die alle auch als Einzelbände veröffentlicht sind. Auf den Inhalt der einzelnen Bücher will ich hier nicht weiter eingehen, weil die Rezension dann zu lang werden würde. Nur so viel sei gesagt: Keiner davon entspricht auch nur im leisesten den Genrekonventionen von Young Adult und wenn man Parallelen zu Märchen ziehen will, dann gehen die zu den blutigen der Brüder Grimm und nicht zu deren Adaptionen durch Disney. Für schwache Nerven sind die Geschichten nichts, denn unter der netten, manchmal betulich wirkenden Oberfläche spielen sich grausame Dinge ab.
Helena Weides Ermittlungen führen zu gruselige Begegnungen und enden oft blutig. Auch für sie selber, denn die Protagonistin ist keine Superhexe, die immer den richtigen Zauberspruch parat hat. Sie muss, genau wie die hard boiled private eyes Prügel einstecken, um zum Ziel zu kommen.
Sprachlich kommen die Bücher allerdings deutlich weniger zynisch daher, als die Gegenstücke im Krimi. Das an der größeren Distanz kann es nicht liegen, denn Diandra Linnemann lässt ihre Protagonistin aus der Ich-Perspektive erzählen, statt in der Fantasy sonst üblichen 3. Person. Dennoch wirken ihre Geschichten trotz der geschilderten Gräuel und obwohl ihre Protagonistin nicht mit spitzen Bemerkungen spart, leichter und gefälliger als beispielsweise die von Hammett oder Paretsky.

Was die Geschichten für mich lesenswert machte, war aber noch ein dritter Aspekt, der in Romanen viel zu selten auftaucht: Ein glaubhafter Mutter-Tochter-Konflikt. Anders als in der „Standartfantasy“ ist die Mutter charakterlich gut gezeichnet und sie verfolgt nicht das Ziel, ihre Tochter an irgendwen zu verheiraten. Ganz im Gegenteil: Aradia Weide ist selbst eine erfolgreiche Hexe, Leiterin eines Zirkels und überaus ehrgeizig. Das Problem besteht darin, dass ihre Pläne auch Helena einbeziehen, die sich jedoch nicht vereinnahmen lassen will.

Schmankerl am Schluss

Ein Bonus sind die Nachworte, in denen Diandra Linnemann, die selber auch Hexe ist, mehr über den Hexenkalender, Feste, Rituale und anderes verrät, was im jeweiligen Band eine Rolle spielt.

Fazit

Tolles Wordbuilding, glaubhafter Mutter-Tochter-Konflikt, taffe Protagonistin. Alles in allem gute Unterhaltung für Menschen, die gerne Urban Fantasy auch der dunkleren Art lesen.


Diandra Linnemann, Magie hinter den sieben Bergen: Winter (Sammelausgabe 1)
Books on Demand, E-Book und Print
ISBN: 3748107919
EAN: 9783748107910
ASIN: B07JNJDZF4

Die Luziden – mein Beitrag zu #my2017 auf sweek

Ich habe es getan. Ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe für den Geschichtenwettbewerb auf Sweek eine Young-Adult-Paranormal-Fantasy geschrieben. Herausgekommen ist eine abgeschlossene Kurzgeschichte, die aber durchaus Potential als Startsequenz für einen Roman hätte.

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Die Geschichte trägt den Titel Die Luziden.

Kurzbeschreibung: Seit dem Tod ihrer Eltern lebt Nele in einer Einrichtung für betreutes Wohnen. Für ihre Mitbewohnerinnen ist sie die Irre, die Stimmen hört und Dinge sieht, die nicht da sind.
Aber die Krähe, die in der Silvesternacht in Neles Zimmer flattert und sich in einen Mann verwandelt, ist real. Auch, wenn das, was er erzählt, unglaublich klingt.
Leider hat die Zeit nicht gereicht, noch ein richtig gutes Cover zu basteln. Und leider lässt sich der hier verwendete Screenshot auch nicht vergrößern.

Wie aus der Kurzbeschreibung zu erahnen, gibt es neben Nele, der obligatorischen Heroine (von der ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich noch nicht mal weiß, ob sie nun blond oder brünett ist und welche Augenfarbe sie hat), bereits jetzt einen potentiellen Love-Interest (schwarzhaarig und ganz in schwarzes Leder gekleidet, wenn er nicht gerade als Krähe durch die Gegend fliegt). Außerdem kommt ein Drache vor und es gibt das Versprechen auf Feen und Einhörner.

Da #my2017 ein Publikumspreis ist, würde ich mich über viele Aufrufe und hochgestreckte Daumen freuen.
Zum Lesen ist eine Anmeldung notwendig, die aber keine Kosten verursacht.

Und bevor ich es vergesse: Hier noch einmal der Link. Sonst lässt sich die Geschichte aber auch leicht über den Titel Die Luziden, den Hashtag #my2017 oder über meinen Namen finden.

O Tannenbaum ist im Handel – bisher leider nur bei Amazon

Mit „O Tannenbaum“ liegt nun schon die vierte Ausgabe des Codex Aureus vor. Leider derzeit nur bei Amazon, weil die Tolino Qualitätssicherung noch Mängel gefunden hat: Man findet die Einordnung des Genres nicht verkaufsfördernd.

In einer freundlichen Mail wurde mir mitgeteilt, dass folgendes Problem bestehe:

Für die Sichtbarkeit, die Auffindbarkeit und damit Ihrem Umsatz auf den Partnerportalen ist die Platzierung des Genres „Belletristik“ als erstes Genre eher ungünstig, da es sehr allgemein ist. Je spezifischer das erste Genre den Charakter Ihres Titels beschreibt, desto leichter lässt es sich unter allen anderen Titeln finden. Bitte ändern Sie die Reihenfolge.

Dieser Aufforderung werde ich selbstverständlich nachkommen. Es ist ja auch irgendwie schön, dass man sich bei Tolino derart viele Gedanken macht, statt das Buch ohne Rücksicht auf die Konsequenzen einfach hochzuladen.
Zum Genre sei hier schon gesagt, dass es sich um Urban bzw. Contemporary Fantasy handelt.

o-tannenbaum-midiVelona ist eine Dryade; eines jener friedfertigen Wesen, die wenig anderes im Kopf haben, als die Bäume, mit und von denen sie leben. Die Bindungen zu einzelnen Bäumen kann sehr eng werden. So eng, dass die Dryade leidet, wenn ihr Baum Schaden nimmt und stirbt, wenn er gefällt wird. Solche Seelenfreundschaften oder Symbiosen sind selten. Aber auch sonst können Dryaden sehr wütend werden, wenn sich jemand an »ihren« Bäumen vergreift.

Wenn man, wie Velona, in einer Baumschule lebt und sich ausgerechnet in eine gutgewachsene Nordmanntanne verguckt, ist der Ärger vorprogrammiert.

Ich wünsche eine schöne Adventszeit und viel Spaß beim Lesen. Und natürlich freue ich mich riesig über Rückmeldungen. Sei es als Rezension auf euren eigenen Blogs oder auf Portalen wie Lovely Books oder als Bewertung bei der Buchhandlung, bei der ihr gekauft habt.

Für alle, die auf dem Kindle oder per Kindle App lesen, hier schon mal der Link zu O Tannenbaum bei Amazon,