#CharactersofSeptember (Tag 26) – Worauf Seraina stolz ist

„Characters of September“ ist eine Challenge, bei der fiktive Charaktere selbst zu Wort kommen. Bei mir stellt sich Seraina, eine Spielfrau aus dem frühen Mittelalter, den Fragen. Sie ist eine der Figuren aus der Erzählung Der Tod des Spielmanns.

Nike: „Hallo Seraina. Schön, dass du wieder da bist. Nachdem wir uns gestern über Scham unterhalten haben, geht es heute um Stolz. Gibt es etwas, auf das du rückblickend besonders stolz bist?“

Seraina: „Sei gegrüßt, Nike. Stolz ist ein großes Wort und wir waren kleine Leute. Stolz konnten wir uns nicht leisten. Aber doch, es gibt eine Sache, auf die ich tatsächlich stolz bin.“

Nike: „Lass mich raten. Darauf, dass du weggelaufen bist? Du hast diesen Moment der Freiheit erwähnt.“

Seraina: „Das war ein wundervolles Gefühl. Aber stolz? Nein! Stolz bin ich darauf, Corvin das Leben gerettet zu haben. Wenigstens ihm.“


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Die Erzählung Der Fluch des Spielmanns ist als eBook für alle gängigen Lesegeräte erhältlich. Unter anderem kann es bei diesen Anbietern heruntergeladen werden:

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#CharactersofSeptember (Tag 24) – Seraina über das Schrecklichste, was sie Corvin angetan hat

Wer hier mitliest, weiß inzwischen vermutlich sehr genau, dass es bei Characters of September darum geht, fiktiven Charakteren eine Stimme zu geben. Trotzdem schreibe ich es für die Neueinsteiger sicherheitshalber noch einmal dazu.
Bei mir beantwortet Seraina, eine Spielfrau aus dem frühen Mittelalter die Fragen.

Nike: „Hallo Seraina! Noch einmal herzlichen Dank, dass du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast. Ich weiß, dass dir die Fragen sehr zusetzen und auch die nächste wird vermutlich nicht leicht. Es geht darum, was das Schrecklichste war, das du jemandem, den du liebst, angetan hast.“

Seraina: „Du hast recht. Ich hätte es mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen sollen, bevor ich zusage. Oder die Fragen genauer lesen. Manche davon sind wirklich …
Warum wird so in den düsteren Winkeln der Seele gestochert? Was soll das bringen? Glaubt wirklich jemand, mich besser zu kennen, nur weil solche Sachen ans Licht gezerrt werden? Ist denn der Kern meines Seins das Böse? Sind es nicht auch die hellen Dinge? Meine Talente und Fähigkeiten, die schönen Erlebnisse; das, was mich mit anderen verbindet? Warum sprechen wir nicht über meine Beziehung zu Corvin oder – wenn es denn schon hart und schwer sein muss – über das Leben als Fahrende und darüber, wie es ist, Geld für Ehre zu nehmen?“

Nike: „Tut mir leid, aber …“

Seraina: „Ja, ja, ich weiß. Du hast die Fragen nicht gemacht und so weiter. Hatten wir schon. Also kurz die Antwort: Das Schlimmste, was ich Corvin, meiner großen Liebe angetan habe, war natürlich die Drohung, ihn mit in den Tod zu nehmen. Ich habe damals keinen anderen Weg gesehen, aber es zerschneidet mir immer noch das Herz, wenn ich an das Entsetzen in seinen Augen denke.“


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#CharactersofSeptember (Tag 21) – Serainas Kindheit

Characters of September ist eine Challenge, die fiktiven Charakteren die Gelegenheit gibt, über sich selber zu reden. Bei mir kommt Seraina zu Wort, eine Spielfrau aus dem 8. Jahrhundert. Ein Teil ihrer Geschichte wird in Der Fluch des Spielmanns erzählt.

Nike: „Hallo Seraina, noch mal zurück zu deinen Jahren als Sklavin. Du warst damals ja doch Teil der familia und du hast uns auch von einigen glücklichen Augenblicken erzählt. Kann daraus schließen, dass du eine halbwegs glückliche Kindheit hattest?

Seraina: „Glaubst du ernsthaft, ich hätte ein Dach über dem Kopf, ein Bett, Kleidung und regelmäßiges Essen aufgegeben, um ein Leben auf der Straße zu führen, den Unbilden des Wetters ausgesetzt, ohne zu wissen, wann ich wieder etwas in den Magen bekomme, wenn meine Kindheit auch nur halbwegs erträglich gewesen wäre? Dass ich Corvin nur aus romantischen Gefühlen gefolgt bin? Nein, so naiv war ich nicht.
Meine Kindheit bestand aus Verwünschungen, Maulschellen, Tritten, Stockhieben, Angst und Einsamkeit, und später, als ich älter wurde, kamen noch harte Arbeit und die Begehrlichkeiten der Männer dazu. Ich war Sklavin, mich schützte keiner. Eher hat mich die Herrin geschlagen, weil ich die Männer vom Arbeiten ablenke. Später konnte ich mir wenigstens aussuchen, wem ich zu Willen bin und habe noch Geld dafür bekommen.“


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#CharactersofSeptember (Tag 20) – Seraina und Haustiere

Bei Characters of September kommen fiktive Charaktere zu Wort. Bei mir ist es Seraina, aus Der Fluch des Spielmanns die auf die Fragen der Challenge antwortet. Zum besseren Verständnis ihrer Antworten muss gesagt werden, dass Seraina seit ca. 1200 Jahren tot ist. Ihre Knochen wurden vor einigen Jahren bei Bauarbeiten gefunden. Der Fluch des Spielmanns ist auch eine mögliche Rekonstruktion der Umstände ihres Todes.

Nike: „Hallo Seraina, nach den Fragen zu deiner Familie und Freunden geht es heute um Tiere. Genau gesagt, um Haustiere.“

Seraina: „Haustiere? Was soll das sein?“

Nike: „Tiere, die man sich als Gesellschaft hält. Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen, Ratten …“

Seraina: „Meine Herrin damals hatte einen Vogel in einem Käfig. Und natürlich hatten sie Hunde, um Haus und Werkstatt zu verteidigen. Aber die waren im Hof angekettet. Ins Haus haben die nie gedurft und das war auch gut so. Ich hatte Angst vor denen.
Nur vor Huldas Hunden hatte ich keine Angst. Aber die waren auch ganz anders. Außerdem habe ich sie ja schon gekannt, als sie noch ganz klein waren.
Katzen habe ich nur ein paar mal im Wald gesehen. Und Ratten?! Warum sollte jemand Ratten haben wollen? Da wo ich groß geworden bin, hielt man Frettchen, um sie loszuwerden! Die anderen Tiere kenne ich nicht.“


Anm.: Tatsächlich kann Seraina keine Meerschweinchen kennen, da diese erst in der Neuzeit aus Süd- und Mittelamerika nach Europa kamen. Kaninchen hingegen waren in Norditalien bereits bekannt, wurden aber in speziellen Gehegen gehalten, so dass sie vermutlich wirklich nie eins gesehen hat.

 

 


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#CharactersofSeptember (Tag 18) – Was Seraina an Freunden schätzt

Seraina ist einer der Geister aus Der Fluch des Spielmanns. Im Rahmen der Challenge #CharactersofSeptember erzählt sie aus ihrem Leben als Spielfrau im frühen Mittelalter.

Nike: „Unser gestriges Gespräch über deine Freunde ist unerwartet lang geworden. Ich bin gespannt, ob das heute ebenso ist. Heute geht es nämlich darum, was dir bei deinen Freunden wichtig ist.“

Seraina: „Dann wird das heute ein kurzes Gespräch. An meinen Freunden ist mir vor allem der Zusammenhalt wichtig. Alles andere lässt sich ertragen. Gerade wenn man sonst niemanden hat.“


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#CharactersofSeptember (Tag 13) – Seraina über die Bedeutung von Familie

Die Challenge Characters of September gibt einem fiktiven Charakter die Chance, sich selber vorzustellen. Ich habe mich entschlossen, Seraina zu interviewen, eine Gauklerin aus dem frühen Mittelalter, die in dem Buch Der Fluch des Spielmanns vorkommt.

Nike: „Hallo Seraina. Heute geht es noch einmal um Familie. Genau genommen darum, welche Bedeutung Familie für dich hat.“

Seraina: „Nun, wie ich gestern schon sagte: Ich habe keine Familie. Aber das heißt natürlich nicht, dass der Begriff für mich keine Bedeutung hätte. Familie heißt für mich Zusammenhalt. Menschen, zu denen man gehört und sie zu einem – egal, was passiert. Und egal, wie heftig der Streit im Innern tobt: Nach außen hält eine Familie zusammen. Sie gewährt Schutz vor der Welt. Alleine ist man so schrecklich schutzlos.“


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CharactersofSeptember (Tag 12) – Serainas Familie

Characters of September gibt einem fiktiven Charakter die Chance, sich selber vorzustellen. Bei mir kommt Seraina zu Wort, einer der drei Geister aus Der Fluch des Spielmanns.

Nike: „Hallo Seraina, danke, dass du hier bist. Bei der nächsten Frage geht es um deine Familie.“

Seraina: „Welche Familie? Meine Mutter? Die ist schon lange tot – war es schon, als ich damals mit Corvin durchgebrannt bin. Oder meinst du die familia, in der ich aufgewachsen bin? Zu der habe ich sämtliche Bindungen abgebrochen und ich hoffe nicht, einem von ihnen je wieder zu begegnen.“

Nike: „Und Corvin?“

Seraina: „Corvin, ja. Aber Corvin hat selbst keine Leute zu denen er gehört. Wie können wir zwei alleine eine Familie sein?“

Nike: „Familie ist für dich etwas Größeres?“

Seraina: „Aber ja! Zu einer Familie gehören Vorfahren und Nachkommen, Geschwister, Basen, Vettern und deren Gatten und Kinder. Corvin und ich haben nichts davon.“

Nike: „Und was ist mit Hulda und Pirmin. Du hast mal gesagt, Hulda sei für dich so etwas wie eine Schwester gewesen.“

Seraina: „So etwas wie, genau. Aber eben nur wie, nicht wirklich. Sie waren mir Gefährten. Freunde vielleicht. Das heißt, Pirmin nicht einmal das. Wir haben uns aufeinander verlassen, teilten ein Schicksal, aber unsere Bande waren nicht so eng. Wir hätten jederzeit auseinander gehen können und das wäre es dann gewesen.“


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#CharactersofSeptember (Tag 9) – Seraina über ihrer Äußeres

Characters of September gibt einem fiktiven Charakter die Chance, sich selber vorzustellen. Bei mir kommt Seraina zu Wort, einer der drei Geister aus Der Fluch des Spielmanns.

Nike: „Hallo Seraina, heute kommt die vorletzte der persönlichen Fragen und zwar zu deinem Körper. Was daran magst du? Und was nicht?“

Seraina: „Mein Körper? Ich habe nie über meinen Körper nachgedacht, bevor er anfing zu verfallen.“

Nike: „Also erst nach deinem Tod?“

Seraina: „Nein! Als ich alt wurde. Als ich merkte, dass mir die Blicke der Männer nicht mehr folgten und das Geld weniger wurde, das sie mir gaben. Als meine Knochen morgens zu schmerzen und die Gelenke zu knacken begannen. Als mir der erste Zahn ausfiel. Das meine ich mit Verfall.“

Nike: „Ich bin irritiert. Die meisten Frauen, die ich kenne, sind in irgendeiner Form auf Äußerlichkeiten fixiert – und sei es negativ. Da kommen dann so Sätze wie: „Meine Augen sind schon ganz ok, aber diese Nase … Und die Haare erst!“ Das ist bei dir gar nicht? Wie kommt das?“

Seraina (lacht): „An meinen Haaren hatte ich nie etwas auszusetzen – abgesehen davon, dass sie so dicht und dick sind, dass sie sich schwer kämmen lassen. Aber was soll ich über meine Augen sagen? Oder über meine Nase? Die habe ich nie gesehen. Nicht richtig jedenfalls.“

Nike: „Ich glaube, das musst du erklären.“

Seraina: „Als ich noch gelebt habe, waren Spiegel Luxus. Etwas für die ganz Reichen. Ich habe mein Gesicht allenfalls flüchtig vom Grund eines Bechers gesehen. Aber weißt du, wie schwer es ist, sich in der Neige im Becher zu sehen? Nein, mein Spiegel waren immer die Blicke anderer Menschen. Als ich noch jung war, haben sie mir gesagt, dass ich hübsch bin. Später habe ich aus ihnen den gleichen Verfall gelesen, den ich in den Knochen gespürt habe.“

Nike: „Eine letzte Frage noch: Mochtest du deinen Körper?“

Seraina: „Mögen? Er gehörte zu mir und habe mich wohl darin gefühlt – meistens. Wenn es mir gut ging mehr, wenn ich Schmerzen hatte, weniger. Heute vermisse ich manchmal das Gefühl, einen zu haben. Also werde ich ihn wohl gemocht haben.“


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#CharactersofSeptember (Tag 5) – Wie Seraina von anderen gesehen wird

Seraina ist einer der drei Geister, die in „Der Fluch des Spielmanns“ dem Erzähler, Corvin, nachstellen. Sie ist natürlich ein fiktiver Charakter. Aber gleichzeitig auch sehr real, denn ihre Gebeine wurden vor einigen Jahren zufällig an einer einsam gelegenen Stelle in den Schweizer Alpen entdeckt. Ihr Fund hat mich zu der Geschichte inspiriert.
Daher ist es nur gerechtfertigt, Seraina im Rahmen der Challenge #CharactersOfSeptember selbst zu Wort kommen zu lassen.

Nike: „Hallo Seraina, gestern haben wir über dein Selbstbild gesprochen. Du siehst dich als nüchternen und pragmatischen Menschen.“

Seraina: „Ja. Ist irgendetwas daran auszusetzen?“

Nike: „Nein, überhaupt nicht. Ich fand es sehr bemerkenswert, wie schnell und überlegt du gehandelt hast, um deinen Freunden zu helfen. Aber heute soll es um das Fremdbild gehen, also darum, wie andere dich sehen.“

Seraina (zuckt mit den Schultern): „Was sollen sie schon sehen? Eine eine joculatrix ohne familia. Ein altes Weib, noch dazu, hager, ausgezehrt …“

Nike: „Du bist wie alt? Vierzig?“

Seraina: „Achtundreißig. Schwer zu glauben, für eine, wie dich, was? Aber ich will dir was sagen: Das Leben auf der Straße ist hart. Da setzt man kein Fett an. Man behält es auch nicht. Früher haben die Leute durchaus nicht nur auf die Bälle gestarrt, die ich in die Luft werfe, glaub mir! Aber heute … wenn ich nicht jongliere, dann bin ich den meisten keinen zweiten Blick wert. Ach, was sag ich: Nicht mal den ersten. Erst recht nicht, wenn eine, wie Hulda zu haben ist, womit ich nichts gegen Hulda sagen will! Sie hat nur getan, was jede von uns tut. Versucht, zu überleben. Und wir hatten ja alle Nutzen davon.“

Nike: „Hulda ist ein gutes Stichwort. Du hast angesprochen, wie die Leute in den Dörfern und Städten dich sehen – aber Freunde, wie Hulda hatten doch vermutlich ein anderes Bild, oder? Nicht so oberflächlich.“

Seraina: „Sie haben mich gebraucht. Und ich habe sie gebraucht. Wir waren aufeinander angewiesen, denn wir hatten ja sonst niemanden als einander. Als Gruppe waren wir brauchbar. Alleine wäre jeder von uns vor die Hunde gegangen. Auch Hulda, trotz ihrer Schönheit. Nicht einmal Pirmin mit seiner wunderbaren Stimme.“

Nike: „Das ist alles, was sie in dir gesehen haben – und du in ihnen? Schicksalsgefährten?Eine Krücke, um nicht zu straucheln?“

Seraina: „Das ist so wenig nicht, wenn man sonst nichts hat. Aber du hast recht. Da war mehr. Zwischen mir und Corvin auf jeden Fall, auch wenn ich zuletzt nicht mehr daran geglaubt habe. Aber als ich seien Blick sah, als ich mir die Haare abschnitt … Da wusste ich, dass wir trotz allem noch zusammengehören. Und ich habe recht behalten, oder? Ich hätte ihm dafür so gerne verziehen!
Aber wir kommen ganz von deiner Frage ab. Du wolltest ja wissen, wie die anderen mich gesehen haben. Für Hulda war ich so etwas wie eine ältere Schwester. Sie ist oft zu mir gekommen, wenn es Zores gab. Hat mich um Rat gefragt – auch als sie dann schwanger wurde und es weghaben wollte. Es hat nicht ganz geklappt, aber sie war mir deshalb nicht böse, sondern weiter so freundlich, wie immer.
Nur Pirmin … Für ihn war ich genau das, was alle die satten Bauern und Städter auch in mir gesehen haben: eine hässliche alte Vettel. Noch dazu eine, die knappst und knaust und jeden Brotkanten aufhebt. Er hat sich so oft beschwert, dass ich keinen Spaß verstehe und anderen auch keinen gönne.“


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#CharactersofSeptember (Tag 4) – Serainas Bild von sich selbst

Seraina ist einer der Geister, die in der Geschichte „Der Fluch des Spielmanns“ den Spielmann Corvin verfolgen. In der Challenge CharactersofSeptember gebe ich ihr die Gelegenheit, sich im Interview näher vorzustellen.

Nike: „Hallo Seraina, schön dich hierzuhaben. Heute geht es um das Bild, das du von dir selber hast. Wie siehst du dich.“

Seraina zuckt mit den Schultern, verzieht das Gesicht, schüttelt den Kopf und zuckt erneut mit den Schultern, bevor sie zögernd zu sprechen beginnt: „Wie ich mich sehe? Die Frage ist so allgemein … Wer soll darauf eine sinnvolle Antwort geben?“

Nike: „Ok, ich formuliere die Frage anders: Was macht dich aus?“

Seraina: „Ich bin ich. Was gibt es da groß zu erzählen? Ich bin genau, was ich zu sein scheine: Eine joculatrix – eine Gauklerin, wie ihr sagen würdet.“

Nike: „Du jonglierst und unterhältst die Menschen mit deiner Kunst. Machst du das gerne?“

Seraina: „Es hilft zu überleben, oder? Und Kunst würde ich es nicht nennen.“

Nike: „Gut, dann eben Artistik. Aber ich weiß, dass du ziemlich gut darin bist.“

Seraina: „Wenn gut bedeutet, dass mir lange nichts runtergefallen ist, ja.“

Nike: „Gibt es sonst irgendwelche Attribute, mit denen du dich beschreiben würdest?“

Seraina: „Aufrichtig. Jedenfalls in dem Sinn, dass ich zu dem stehe, was ich gesagt oder getan habe. Loyal. Pragmatisch. Wenn ich so darüber nachdenke, ist das vielleicht sogar meine ausgeprägteste Eigenschaft.“

Nike: „Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.“

Seraina: „Keine Ursache. Es ist nicht, als hätte ich zur Zeit besonders viel zu tun.“


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