Start der Blogtour zu „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle

Nein, ich mache hier nicht neuerdings Werbung für Liebesgeschichen, auch wenn man das bei geheimen Sehnsüchten denken könnte. Infiziert – Geheime Sehnsucht ist eine Dystopie. Mit Zombies.

Mehr Informationen gibt es im Lauf der Blogtour, bei der übrigens auch etwas zu gewinnen gibt. Dafür musst du nichts weiter tun, als einen Satz aus dem Buch zu erraten. Wie? Einfach die Beiträge verfolgen, dann siehst du es schon. 😉

Den Auftakt macht heute im Laufe des Tages Blue Siren.
Mein Beitrag erscheint am 18.10.2017

Viel Spaß beim Lesen und miträtseln. Und viel Glück!

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[Selfpublishing] Welche Software wird gebraucht? – Teil 4: Grafik

Wer Bücher veröffentlichen will, muss Bilder bearbeiten können. Für Sach- und Fachbücher ist das selbstverständlich, aber auch bei Belletristik steht man spätestens beim Cover vor der Frage „und nun?“
Die meisten Distributoren bieten einen Coverservice an, der vielfach sogar kostenlos ist. Die dort gebotenen Möglichkeiten sind allerdings beschränkt und dementsprechend schlicht fallen die Ergebnisse aus. Wer mehr will, muss sich das Cover anders besorgen und da wir Selfpublisher*innen im Normalfall knapp bei Kasse sind, ist Selbermachen durchaus eine Option.

Cover thump

Im Folgenden will ich deshalb einen kleinen Überblick über die Programme liefern, mit denen ich gearbeitet habe und von meinen Erfahrungen berichten. Die Eindrücke sind natürlich subjektiv. Nur, weil ich mit einem Programm nicht zurechtkomme, heißt das nicht notwendig, dass das auch anderen so geht.
Und noch eins vorweg: Selbst gute Software garantiert keine guten und schon gar keine schnellen Ergebnisse. Sie garantiert gar nichts. Auch Covergestaltung erfordert zumindest ein bisschen Talent, auf jeden Fall aber Kreativität und viel Zeit. Wem der Blick für Bilder fehlt, wer keine Lust hat, sich in die Funktionsweise eines Grafikprogramms einzuarbeiten, stundenlang nach passenden Bildern und Schriften zu suchen, um sie in fieseliger Kleinarbeit zu einem zumindest passablen Ergebnis zu verbinden, sollte ernsthaft überlegen, lieber ein Cover zu kaufen. Premades gibt es schon für kleines Geld, wobei diese Cover so schlicht gestaltet sind, dass man in vielen Fällen genauso gut auf die Dienste der Distributoren zurückgreifen kann.
Es ist wie immer eine Abwägungsfrage. Mit steigendem Aufwand steigt nämlich auch der Preis für Premades und individuelle Cover können richtig teuer werden. Wenn man die Zeit und die Möglichkeiten hat, aber wenig Geld, kann es sich daher durchaus lohnen, Cover selber zu gestalten.

Jetzt aber mal genug mit Vorreden. Kommen wir zum eigentlichen Thema: Grafikprogramme.

Photoshop

Wenn man an Bildbearbeitung denkt, denkt man fast automatisch auch an Photoshop. Das Programm ist so bekannt, dass es schon als Verb in die deutsche Sprache eingegangen ist. Ich photoshoppe, du photoshoppst, das Bild ist gephotoshoppt worden, wird problemlos verstanden.
Ich hatte es auch mal (ist lange her), erstanden in irgendeinem Abverkauf von Altversionen und es war prima. Konnte viel, ließ sich gut bedienen und wenn ich die CD wiedergefunden hätte, als ich den neuen Rechner eingerichtet habe, würde ich vielleicht heute noch damit arbeiten. Neu anschaffen werde ich es mir aber nicht und zwar schon deshalb nicht, weil man Photoshop nicht mehr kaufen kann. Man kann nur noch befristet gültige Lizenzen erwerben und das rentiert sich für mich auf Dauer nicht.
Danke adobe, ich bin raus!

Canva

Canva ist ein kostenloses Bildbearbeitungsprogramm von Google und gerade für die Erstellung von Grafiken fürs Netz ganz nützlich. Einige Bekannte erstellen damit jedenfalls durchaus überzeugend wirkende Bilder. Angeblich kann es auch zum Coverdesign eingesetzt werden.
Ich komme mit Canva allerdings weniger gut zurecht. Meine Probleme fangen damit an, dass Canva nur online läuft, aber meinen Lieblingsbrowser Opera nicht unterstützt. Mit Firefox geht es einigermaßen, aber Canva möchte (wer hätte es gedacht), am liebsten Chrome. Und Chrome mag ich nicht, weil mir alle möglichen Programme den immer wieder aufdrängen wollen. Da frage ich mich schon, welche Daten da abgegriffen werden.
So weit zu meiner privaten Paranoia, aber wie schon angedeutet, habe ich Canva auch mal auf Firefox ausprobiert. Es ging darum, eine einfache Grafik für Twitter zu erstellen: links ein Bild, rechts ein Text auf hellem Untergrund. Dabei sollte das Bild nach rechts hin verblassen, weil ich keinen abrupten Übergang wollte. Schon das war nicht drin. Mit Canva lassen sich auch keine Elemente ausschneiden und neu einfügen. Dafür verrutschten die wenigen Elemente, die ich hatte, ständig. Kurzum: Ich war nicht glücklich. Ein Cover werde ich damit gar nicht erst versuchen.

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GIMP

GIMP ist eine Open Source Software und ebenfalls kostenlos. Wer mich kennt, wird sich vermutlich das Weitere denken, weil ich generell immer sehr für Open Source bin.
Falsch gedacht.
GIMP ist genial. Höre ich jedenfalls immer wieder. Deshalb habe ich ihm auch immer neue Chancen gegeben. Ich habe sogar dicke Bücher ausgeliehen, um dieses Programm zu verstehen. Es hat keinen Sinn. Wer nie vorher mit Grafikprogrammen gearbeitet hat, für den ist der GIMP vielleicht sogar eine Offenbahrung. Aber wir zwei, der GIMP und ich, finden in diesem Leben wohl nicht mehr zueinander.

PaintShop

PaintShop pro X5 ist das Programm, das ich aktuell nutze. Ich habe es vor vier Jahren gekauft, als die Nachfolgeversion X6 auf den Markt kam und wir sind ganz gute Kumpels geworden.
PaintShop ist eine Software für alle, die mehr wollen als Fotos gut aussehen zu lassen und vielleicht noch mit Text zu kombinieren. Zugegeben, es braucht Zeit, sich mit den vielfältigen Möglichkeiten vertraut zu machen (und ich will keinesfalls behaupten, alle auch nur zu kennen, geschweige denn, sie ausreizen zu können), aber wenn man die Sache mit den Ebenen mal verstanden hat, lässt sich PaintShop sogar ziemlich intuitiv bedienen. Bisher hat PaintShop noch alle meine Wünsche erfüllt, lediglich bei Zeichnungen hakelt es. Aber als meine Version auf den Markt kam, waren Grafiktabletts auch noch keine Massenwahre. Corel verspricht, dass diese Probleme in der neuesten Version gelöst seien und ich überlege am Upgrade.
Selbstverständlich kann man unter Paint Shop auch jetzt schon auch die gewünschte Auflösung einstellen und Bilder in verschiedenen Formaten (und vor allem verschiedenen Auflösungen) speichern kann. Das ist deshalb wichtig, weil es sicherstellt, dass die Bilder nicht nur auf dem Bildschirm gut aussehen, sondern auch beim Druck.

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Und sonst?

Die bisher vorgestellten Programme sind vorwiegend dafür gemacht, schon vorhandene Bilder, vor allem Fotos, zu bearbeiten. Für das Erstellen von Vektorgrafiken oder Freihandzeichnungen sind eventuell andere Programme besser geeignet. Wer das vorhat, sollte sich zusätzlich auch die Programme Inkscape (für Vektorgrafiken) und Paint.NET näher ansehen.
Beide haben den Vorteil, kostenlos zu sein und sind absolut ausreichend, wenn es darum geht, einzelne Elemente zu entwerfen und in ein Cover einzufügen.


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#CharactersofSeptember (Tag 20) – Seraina und Haustiere

Bei Characters of September kommen fiktive Charaktere zu Wort. Bei mir ist es Seraina, aus Der Fluch des Spielmanns die auf die Fragen der Challenge antwortet. Zum besseren Verständnis ihrer Antworten muss gesagt werden, dass Seraina seit ca. 1200 Jahren tot ist. Ihre Knochen wurden vor einigen Jahren bei Bauarbeiten gefunden. Der Fluch des Spielmanns ist auch eine mögliche Rekonstruktion der Umstände ihres Todes.

Nike: „Hallo Seraina, nach den Fragen zu deiner Familie und Freunden geht es heute um Tiere. Genau gesagt, um Haustiere.“

Seraina: „Haustiere? Was soll das sein?“

Nike: „Tiere, die man sich als Gesellschaft hält. Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen, Ratten …“

Seraina: „Meine Herrin damals hatte einen Vogel in einem Käfig. Und natürlich hatten sie Hunde, um Haus und Werkstatt zu verteidigen. Aber die waren im Hof angekettet. Ins Haus haben die nie gedurft und das war auch gut so. Ich hatte Angst vor denen.
Nur vor Huldas Hunden hatte ich keine Angst. Aber die waren auch ganz anders. Außerdem habe ich sie ja schon gekannt, als sie noch ganz klein waren.
Katzen habe ich nur ein paar mal im Wald gesehen. Und Ratten?! Warum sollte jemand Ratten haben wollen? Da wo ich groß geworden bin, hielt man Frettchen, um sie loszuwerden! Die anderen Tiere kenne ich nicht.“


Anm.: Tatsächlich kann Seraina keine Meerschweinchen kennen, da diese erst in der Neuzeit aus Süd- und Mittelamerika nach Europa kamen. Kaninchen hingegen waren in Norditalien bereits bekannt, wurden aber in speziellen Gehegen gehalten, so dass sie vermutlich wirklich nie eins gesehen hat.

 

 


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Die Erzählung Der Fluch des Spielmanns ist als eBook für alle gängigen Lesegeräte erhältlich. Unter anderem gibt es das eBook bei diesen Anbietern:

https://books2read.com/Spielmannsfluch

(Der Klick auf eines der Icons leitet in den jeweiligen Shop weiter)

[Selfpublishing] Welche Software wird gebraucht? – Teil 3: Das Manuskript für den Druck vorbereiten

Wer seine Bücher im Print über eine der gängigen Plattformen veröffentlichen will, braucht ein PDF. So weit so einfach. PDFs lassen sich schließlich mit jedem gängigen Textverarbeitungsprogramm erzeugen. Deutlich schwieriger ist es, PDFs zu erzeugen, bei denen das Ergebnis auch gut aussieht.

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Anders als das eBook erfordert der Druck extrem viele Festlegungen. Schließlich soll das Schriftbild harmonisch wirken. Dazu gehört nicht nur die Auswahl des Fonts. Man muss auch darauf achten, dass sich die Zeilen auf gegenüberliegenden Seiten auf gleicher Höhe befinden. Neue Kapitel müssen auf einer neuen Seite beginnen. Man braucht Seitenzahlen, allerdings nicht überall. Außerdem es gilt Hurenkinder und Schusterjungen genauso zu vermeiden wie zu große Abstände zwischen den Worten.
Die gestalterischen Anforderungen des Buchsatzes wären noch mal einen eigenen Artikel, wenn nicht sogar eine Serie wert. Aber hier soll es ja um Software gehen und da muss man leider eines feststellen: Keins der mir bekannten Textverarbeitungsprogramme ist geeignet, diese Anforderungen zu erfüllen.
So sehr ich Open Office und seinen Nachfolger Libre Office sonst propagiere: Ich habe einmal ein Leporello (DIN A4, 2x gefaltet, Vorder- und Rückseite bedruckt) mit Open Office gesetzt und bin darüber fast wahnsinnig geworden. Ein Buch – nie im Leben! Von anderen SPler*innen weiß ich, dass es ihnen mit Word genauso geht. Selbst Papyrus Autor, das verspricht, ein vollwertiges DTP* zu liefern, konnte in dem Punkt (zumindest in der Version 7) nicht überzeugen.

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Die Lösung ist – wie nicht anders zu erwarten – für den Buchsatz auf eine, speziell dafür geschriebene Software zurückzugreifen.
Die Standartlösung ist InDesign von Adobe. Es ist weit verbreitet und entsprechend viele Tutorials lassen sich im Netz finden. Der Nachteil: InDesign gibt es nur als Abo. Wer es nutzen will, muss jedes Mal wieder zwischen 24 und 30 Euro zahlen.
Dieser Preis war einer der Gründe, weshalb ich vor Prints lange zurückgeschreckt war. Es ist zwar nicht viel, aber auf Dauer summieren sich die ganzen Miniausgaben einfach. Und wenn man wie ich den Anspruch hat, irgendwann vom Schreiben leben zu können, muss man das Geld irgendwie auch wieder reinholen.
Mein Familiennerd hat mir deshalb LaTex empfohlen. Aber LaTex kenne ich noch in Uraltversionen: furchtbar kompliziert, kein WYSIWYG und insgesamt ganz gruselig. Da habe ich mich nicht rangetraut, obwohl natürlich auch Programme mit der Zeit gehen und die Beschreibung des Nachfolgers Texmaker bei Chip eigentlich sehr vielversprechend klingt.
Statt dessen bin ich der Empfehlung von J. M. Volckmann gefolgt, der seine 99 Namen mit Scribus gesetzt hat. Scribus ist eine kostenlose Open Source Software, die zum Betrieb das ebenfalls kostenlose Open Source Programm Ghostscript benötigt. Hat man beides auf dem Rechner, hat man eine professionelle Lösung, für verschiedene Anwendungen, die jedenfalls beim Veröffentlichen von Belletristik keine Wünsche offen lässt. Das einzige Problem ist, eine vernünftige Anleitung zu finden. Es gibt zwar ein Wiki, das aber vor allem für erfahrene Anwender geeignet ist, die Tutorials auf Youtube sind überwiegend unbrauchbar (jedenfalls, für Menschen, die Belletristik veröffentlichen wollen). Auf den Seiten des Wieken-Verlags gibt es jedoch eine sehr gute, neunteilige Einführung.
Hat man sich erst mal eingefunden, ist der Umgang mit Scribus unproblematisch. Ich habe Steppenbrand damit gesetzt und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.


 

*Desktop-Publishing


Print 1

Steppenbrand ist überall im Buchhandel bestellbar.

BoD, 8o Seiten, ISBN 978-3-7440-89631-3
4,99 €

Zur Leseprobe

Der Newsletter steht

Es ist geschafft. Das Pop-up für den Newsletter ist aktiv und funktioniert. Ein Template ist eingerichtet und schon zum größten Teil gefüllt. Ein paar Anpassungen noch und der erste Newsletter kann raus. Wenn ihr es heute also rumpeln gehört habt, dann muss das kein Gewitter gewesen sein. Ihr könntet auch das Poltern des Steins gehört haben, der mir vom Herz gefallen ist.
Newsletter sind für mich Neuland und das Ding einzurichten, hat mich reichlich Nerven gekostet. Aber nun kann ich ein Ergebnis präsentieren, auf das ich zugegebenermaßen auch ein bisschen stolz bin.

Inhaltlich dreht sich fast alles um meine Bücher. Newsletterabonenten werden Informationen nicht nur früher bekommen, sondern auch exklusiven Zusatz- und Hintergrundinfos erhalten. Dagegen muss ich alle, die auf ein Geschenk als Abobelohnung hoffen, leider enttäuschen. So etwas gibt es nicht und ich habe auch für die Zukunft keine geplant. Aber ich verspreche, dass der Newsletter selbst immer wieder kleine Überraschungen bereit halten wird. Es lohnt sich also, sich einzutragen, und ihn auch zu lesen.

Das genaue Datum für die Verschickung hängt auch ein bisschen davon ab, wie schnell sich die ersten Interessenten eintragen. Aber schon jetzt freue ich mich auf eure Ideen, Anregungen und auch auf eure Kritik!


P. S.: Wenn bei euch das Pop-up nicht aufpoppt, könnt ihr mir auch gerne eine Mail mit dem Betreff „Newsletter“ und eurer Mailadresse an nike.leonhard@web.de schicken. Ich pflege das dann automatisch ein.
Ich arbeite noch daran, dass die Newsletteranmeldung eine eigene Seite bekommt. Aktuell zerschießt mir WP aber regelmäßig die Einstellungen.

[Selfpublishing] E-Lending – erlaubte Abzocke

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Bericht über die Session von Janet Clarke auf dem Literaturcamp Heidelberg stehen. Statt dessen habe ich mich entschlossen speziell über eines der Themen zu bloggen, die Janet bei ihrer Sitzung auch angesprochen hatte: Das E-Lending.

Das Wort klingt schon nach Elend und genau das ist es in meinen Augen auch. E-Lending bedeutet nichts anderes, als dass sich Bibliotheken die Möglichkeiten von eBooks voll zunutze machen können. D. h. statt Lizenzen müssen sie nur noch ein Exemplar eines eBooks kaufen und können es dann so unbegrenzt vielen Nutzern gleichzeitig zugänglich machen. Das ist natürlich ein schöner Vorteil für die Onleihe gegenüber Amazon, da die Onleihe ja noch mal deutlich günstiger ist. Im Prinzip bekommt die Onleihe damit das Recht, genau das zu tun, was Piratenseiten schon lange machen. Nur eben legal.

Für Verlage, Selfpublisher und Autor*innen ist eine Katastrophe.

Genau das hat der Bundestag aber gerade beschlossen. Versteckt im Gesetz zur Änderung des Urheberrechts in Bildung und Wissenschaft.  Allerdings beschränkt sich die Regelung nicht auf wissenschaftliche Bibliotheken oder wissenschaftliche Werke, sondern gilt allgemein für alle Bibliotheken und alle eBooks. Die einzige Beschränkung besteht darin, dass pro Sitzung nur bis zu zehn Prozent des Buches heruntergeladen werden dürfen. Diese „Beschränkung“ ist jedoch Augenwischerei, weil keine Begrenzung der Sitzungen vorgesehen ist. Wenn man 10% ausgelesen hat, holt man sich einfach die nächsten 10% ohne Wartezeit.
Und da Dateien nicht abnutzen, geht das unbegrenzt lange. Für die Bibliotheken eine große Ersparnis, da sie eBooks – anders als gedruckte Bücher – nicht nachkaufen muss. Wunderbar auch für die Leser*innen, die so noch billiger an Lesestoff kommen.

Nur diejenigen, die die Bücher geschaffen haben, gehen leer aus.

Und erzähle mir jetzt keiner, das sei Werbung!


Bei der Veröffentlichung hatte ich ganz vergessen, eine Quelle mitzuliefern. Hier ist ein Artikel aus dem Börsenblatt, der sich u.a. mit diesem Thema befasst.

[Selfpublishing] Marketing wie auf dem Fischmarkt

War jemand schon mal auf dem Hamburger Fischmarkt? Oder einem seiner „Ableger“, die seit einigen Jahren durch die Republik tingeln? Wenn ja, dann kennt ihr vermutlich diese Stände, an denen Marktschreier ihre Ware anpreisen. „Aaaale! Wunderbare Aaaaale! Und nicht nur ein‘, sonnern gleich drei für eins, ist das nicht ’n Angebot? Aber weist du was, ich pack dir noch ’ne Makrele drauf. Und ’ne Forelle. Und weil du’s bist, auch noch ’n Stück Heilbutt! Und das Ganze nur dreizehn Euro! Dreizehn Euro Herrschaften, dafür bekommt ihr da drüben nicht mal ’ne Forelle!“
Kennst du? Für alle, die es nicht kennen, habe ich hier ein Video:

Das ist schon Overkill.

Was das mit Selfpublishing zu tun hat? Da beobachte ich etwas ganz ähnliches. Das fängt schon bei den Newslettern an. „Trag dich ein und du bekommst eine Kurzgeschichte gratis!“ Richtig in die Vollen geht es aber, wenn man ein Buch direkt bestellt. Da ist oft schon die Verpackung der Knüller! Extravagante Kartons, mit Stempeln oder kleinen Zeichnungen verziert, lassen schon beim Empfang die Vorfreude steigen. Und dann der Inhalt erst: das Buch selbst oft noch einmal extra verpackt. Vielfach außerdem mit Widmung, aber jedenfalls signiert. Dazu gibt es ein Lesezeichen gratis. Und einen Sticker. Und Tee. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Ein Gefühl, wie Weihnachten. Soooo viele Geschenke! Das ist toll.

Auf der anderen Seite habe ich aber auch ein bisschen das Gefühl, dass mich jemand mit der schieren Masse bestechen will. Das finde ich schade, denn das hieße auf der Kehrseite, dass da jemand seinem eigenen Produkt nicht traut. Dabei möchte ich als Leserin doch gerade durch die Inhalte gefesselt werden. Sei es nun beim Buch oder beim Newsletter, möchte ich, dass der Mehrwert in der Sache selbst liegt.
Und so sehr ich es verstehe, dass man als Autor/Autorin sein Buch nicht einfach in irgendeinen Karton packen will – schon die tolle Verpackung und die Widmung machen das Buch zu etwas ganz Besonderem.

Aber vielleicht bin ich auch mal wieder hyperkritisch. Deshalb die Frage: Sind Goodies bzw. Freebies ein Zeichen von Unsicherheit?

[Selfpublishing] Doofe Werbung!

Werbung nervt. Vor allem solche, wie im Beitragsbild. Niemand lässt sich gerne vorgeschrieben bekommen, wie sie zu leben und was er zu kaufen hat. Ich bin da keine Ausnahme.

Aber das bringt mich auch in eine Zwickmühle, denn als Selfpublisherin brauche ich Werbung. Ohne Werbung werden meine Bücher nicht gesehen, also auch nicht gekauft. Anders als Verlagsautoren habe ich auch niemanden, der mir das abnimmt. Keine Marketingabteilung, die sich coole Kampagnen ausdenkt, die den Leser*Innen sagen: „Kauft Nikes Bücher, sie sind sehr gut!“
Ich muss das schon selber machen.

Leider reicht es auch nicht, in den sozialen Medien präsent zu sein und hier im Blog Artikel zu allem möglichen zu schreiben. Dadurch präsentiere ich nur mich. Nicht meine Bücher. Aber um die geht es auch. Von denen will ich schließlich irgendwann leben können.
Deshalb muss ich neben den wirklich interessanten Diskussionen, die sich auf Twitter und Facebook immer wieder ergeben und zusätzlich zu den Blogartikeln auch immer wieder mal Hinweise auf meine Bücher einstreuen. Auch auf die Gefahr, zu nerven. Aber wenn ich es nicht tue, geraten meine Bücher eventuell in Vergessenheit und das wäre schade. Denn sie sind sehr gut.

Glaubst du nicht? Dann mach dir selbst ein Bild. Zum Beispiel auf meiner Autorenseite auf Amazon.

#Autorinnenzeit: Nicht gekauft, aber ausgeliehen

Wie man sieht, lese ich nicht nur Phantastisches. Krimis und Thriller machen ebenfalls einen großen Teil meiner Lektüre aus. Aber manchmal nehme ich Bücher auch nur aufgrund des Titels mit. Wie das Hörbuch links oben. Da fand ich den Titel einfach unwiderstehlich.

#Autorinnenzeit: phantastische Frauen (2) – Anne McCaffrey

Heute möchte ich die Mini-Serie über die Autorinnen, die mein eigenes Schreiben beeinflusst haben, mit einer weiteren Großen fortsetzen: Anne McCaffrey.

Anne McCaffrey 2005.JPG
Quelle: Wikimedia CC BY-SA 3.0, Link

Nachdem mich die Nebel von Avalon für die Phantastik angefixt hatte, war es ganz natürlich, nach ähnlichen Büchern zu gucken. Vor allem nach Büchern, in deren Mittelpunkt aktive Frauen standen. Ich hatte ja schon im letzten Beitrag erzählt, wie ungewöhnlich das damals war. Aber es fühlte sich gut an. Es war aufregend, Frauen zur Abwechslung nicht nur passiv und vor allem als Beute, naive Jungfrau oder laszive Verführerin präsentiert zu bekommen. Es eröffnete ganz neue Rollenmuster; eine Entwicklung, die übrigens parallel auch im realen Leben stattfand.

Ich habe die Diskussionen am Abendbrottisch noch gut in Erinnerung: Meinen Vater, der brüllte, seine Frau habe es nicht nötig arbeiten. Meine Mutter, die dagegenhielt, die Zeiten hätten sich geändert. Er könne es ihr nicht mehr verbieten.
Nicht mehr, wohlgemerkt. Es war keine fünf Jahre her, dass verheiratete Frauen ohne Erlaubnis ihres Mannes einen Arbeitsvertrag abschließen durften und die Ehemänner nicht mehr berechtigt waren, ein Arbeitsverhältnis „ihrer“ Frauen eigenmächtig zu kündigen. Mein Vater war Jurist. Er muss es gewusst haben. Gefallen hat es ihm überhaupt nicht.
Ich war damals 13 oder 14. Mitten in der Pubertät. Meine heile Kinderwelt zerbrach und ich sehnte mich nach Abenteuern und Auswegen.

Natürlich habe ich deutlich mehr gelesen, als nur Fantasy. Ich habe so ziemlich alles gelesen, was mir in die Hände fiel. Von Hanni und Nanni bis Angst vorm Fliegen. Aber eben auch Fantasy. Und hier war Anne McCaffrey die nächste Autorin, die ich für mich entdeckte.
Gut, Anne McCaffrey wird eigentlich nicht zu den Fantasy, sondern zu den Science-Fiction-Autorinnen gezählt, aber da beides zur Phantastik gehört, ist auch sie eindeutig eine der phantastischen Autorinnen. Als ich ihren Zyklus über die Drachenreiter von Pern entdeckte, fiel der für mich allerdings eindeutig unter Fantasy. Gut, es spielt auf einem entfernten Planeten. Aber ferne Planeten sind erst mal auch nur alternative Welten, wie Mittelererde oder Narnia. Für mich besteht der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Genres eher darin, welchen Stellenwert Technik und technische Entwicklungen innerhalb der Geschichte haben. Pern, die Welt der Drachenreiter, ist Low Tech; die Gesellschaftsstrukturen sind mittelalterlich. Vor allem aber: Es gibt Drachen!*

Zugegeben, auf die Geschichten um die Drachen bin ich erst später gestoßen, denn mein erster Kontakt zu dem Zyklus war Menolly, die musikalisch hochbegabte Tochter eines Seebarons. Leider sieht ihre Umgebung diese Begabung als vollkommen nutzlos an. Frauen ist das Musizieren zwar nicht direkt verboten, aber eine Ausbildung als Harfnerin …
Menollys Eltern tun alles, um sie vom „nutzlosen Klimpern“ abzuhalten und ihre Ambitionen zu durchkreuzen. Wirklich alles. Bis Menolly es nicht mehr aushält und wegläuft.
Hier eröffnen sich gleich mehrere wunderbare Möglichkeiten, die Geschichte zu versieben. Aber weder mutiert Menolly in der Wildnis zu einer weisen Kräuterfrau oder Kriegerin, die sich alleine durchschlägt, noch kommt es zu einer tränenreichen Wiedervereinigung mit den Eltern, die nun ihr Fehlverhalten einsehen. Erst recht taucht kein bad-ass-Guy auf, in den Menolly sich verliebt um fürderhin ganz für diese Liebe zu leben. Menolly versucht einfach nur durchzukommen. Sie bekommt Hilfe (oft von unerwarteter Seite) und muss Widerstände überwinden, wie sich das für eine anständige Heldin gehört. Kurzum: Menolly bleibt ein normales Mädchen mit einer außerordentlichen Begabung, und das macht letztlich auch ihre Geschichte außergewöhnlich.

Ich habe danach so ziemlich alles aus dem Drachenreiter-Zyklus gelesen und das Meiste fand ich gut. Besonders gefiel mir, dass man jedes Buch einzeln lesen kann, weil jedes eine in sich abgeschlossene Geschichte enthält.  Im Zentrum stehen immer wieder andere Figuren, mal Männer, mal Frauen. Manche tauchen nur in einem Band auf, manche haben über mehrere Bände hinweg tragende Rollen. Die einzelnen Geschichten sind zwar, wie moderne Fernsehserien, durch eine Rahmenhandlung verbunden. Diese wird aber nicht chronologisch enthüllt, so dass man die Bücher auch nicht in einer bestimmten Reihenfolge lesen muss.
Über den Stil kann ich nicht mehr viel sagen, außer dass er – zumindest in meiner Erinnerung – weniger Pathos enthielt, als die Bücher von Zimmer Bradley. Sex kam ebenfalls vor, aber seltener. Insgesamt habe ich mich von den Drachenreitern immer gut unterhalten gefühlt (sonst hätte ich auch kaum so viel davon gelesen). Außerdem gefiel mir, dass McCaffrey immer wieder Themen wie Gerechtigkeit, Vorurteile, Gleichberechtigung etc. aufgriff, so dass den Romanen trotz der ständisch-mittelalterlichen Gesellschaft, in der sie spielen, nichts restauratorisches anhaftet. Sie behandelte diese Themen aber immer subtil, im Rahmen der Geschichte und ohne erhobenen Zeigefinger. Das machte sie sehr angenehm und zugleich anregend zu lesen.


*Puristen mögen jetzt einwenden, dass die Drachen nicht auf natürlichem Weg, sondern durch gentechnische Veränderung einer Echsenart entstanden sind. Aber diese Zusammenhänge werden erst nach und nach aufgedeckt – und vor allem viel zu spät, um den Ersteindruck zu ändern.