#Autorinnenzeit: Nicht gekauft, aber ausgeliehen

Wie man sieht, lese ich nicht nur Phantastisches. Krimis und Thriller machen ebenfalls einen großen Teil meiner Lektüre aus. Aber manchmal nehme ich Bücher auch nur aufgrund des Titels mit. Wie das Hörbuch links oben. Da fand ich den Titel einfach unwiderstehlich.

#Autorinnenzeit: phantastische Frauen (2) – Anne McCaffrey

Heute möchte ich die Mini-Serie über die Autorinnen, die mein eigenes Schreiben beeinflusst haben, mit einer weiteren Großen fortsetzen: Anne McCaffrey.

Anne McCaffrey 2005.JPG
Quelle: Wikimedia CC BY-SA 3.0, Link

Nachdem mich die Nebel von Avalon für die Phantastik angefixt hatte, war es ganz natürlich, nach ähnlichen Büchern zu gucken. Vor allem nach Büchern, in deren Mittelpunkt aktive Frauen standen. Ich hatte ja schon im letzten Beitrag erzählt, wie ungewöhnlich das damals war. Aber es fühlte sich gut an. Es war aufregend, Frauen zur Abwechslung nicht nur passiv und vor allem als Beute, naive Jungfrau oder laszive Verführerin präsentiert zu bekommen. Es eröffnete ganz neue Rollenmuster; eine Entwicklung, die übrigens parallel auch im realen Leben stattfand.

Ich habe die Diskussionen am Abendbrottisch noch gut in Erinnerung: Meinen Vater, der brüllte, seine Frau habe es nicht nötig arbeiten. Meine Mutter, die dagegenhielt, die Zeiten hätten sich geändert. Er könne es ihr nicht mehr verbieten.
Nicht mehr, wohlgemerkt. Es war keine fünf Jahre her, dass verheiratete Frauen ohne Erlaubnis ihres Mannes einen Arbeitsvertrag abschließen durften und die Ehemänner nicht mehr berechtigt waren, ein Arbeitsverhältnis „ihrer“ Frauen eigenmächtig zu kündigen. Mein Vater war Jurist. Er muss es gewusst haben. Gefallen hat es ihm überhaupt nicht.
Ich war damals 13 oder 14. Mitten in der Pubertät. Meine heile Kinderwelt zerbrach und ich sehnte mich nach Abenteuern und Auswegen.

Natürlich habe ich deutlich mehr gelesen, als nur Fantasy. Ich habe so ziemlich alles gelesen, was mir in die Hände fiel. Von Hanni und Nanni bis Angst vorm Fliegen. Aber eben auch Fantasy. Und hier war Anne McCaffrey die nächste Autorin, die ich für mich entdeckte.
Gut, Anne McCaffrey wird eigentlich nicht zu den Fantasy, sondern zu den Science-Fiction-Autorinnen gezählt, aber da beides zur Phantastik gehört, ist auch sie eindeutig eine der phantastischen Autorinnen. Als ich ihren Zyklus über die Drachenreiter von Pern entdeckte, fiel der für mich allerdings eindeutig unter Fantasy. Gut, es spielt auf einem entfernten Planeten. Aber ferne Planeten sind erst mal auch nur alternative Welten, wie Mittelererde oder Narnia. Für mich besteht der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Genres eher darin, welchen Stellenwert Technik und technische Entwicklungen innerhalb der Geschichte haben. Pern, die Welt der Drachenreiter, ist Low Tech; die Gesellschaftsstrukturen sind mittelalterlich. Vor allem aber: Es gibt Drachen!*

Zugegeben, auf die Geschichten um die Drachen bin ich erst später gestoßen, denn mein erster Kontakt zu dem Zyklus war Menolly, die musikalisch hochbegabte Tochter eines Seebarons. Leider sieht ihre Umgebung diese Begabung als vollkommen nutzlos an. Frauen ist das Musizieren zwar nicht direkt verboten, aber eine Ausbildung als Harfnerin …
Menollys Eltern tun alles, um sie vom „nutzlosen Klimpern“ abzuhalten und ihre Ambitionen zu durchkreuzen. Wirklich alles. Bis Menolly es nicht mehr aushält und wegläuft.
Hier eröffnen sich gleich mehrere wunderbare Möglichkeiten, die Geschichte zu versieben. Aber weder mutiert Menolly in der Wildnis zu einer weisen Kräuterfrau oder Kriegerin, die sich alleine durchschlägt, noch kommt es zu einer tränenreichen Wiedervereinigung mit den Eltern, die nun ihr Fehlverhalten einsehen. Erst recht taucht kein bad-ass-Guy auf, in den Menolly sich verliebt um fürderhin ganz für diese Liebe zu leben. Menolly versucht einfach nur durchzukommen. Sie bekommt Hilfe (oft von unerwarteter Seite) und muss Widerstände überwinden, wie sich das für eine anständige Heldin gehört. Kurzum: Menolly bleibt ein normales Mädchen mit einer außerordentlichen Begabung, und das macht letztlich auch ihre Geschichte außergewöhnlich.

Ich habe danach so ziemlich alles aus dem Drachenreiter-Zyklus gelesen und das Meiste fand ich gut. Besonders gefiel mir, dass man jedes Buch einzeln lesen kann, weil jedes eine in sich abgeschlossene Geschichte enthält.  Im Zentrum stehen immer wieder andere Figuren, mal Männer, mal Frauen. Manche tauchen nur in einem Band auf, manche haben über mehrere Bände hinweg tragende Rollen. Die einzelnen Geschichten sind zwar, wie moderne Fernsehserien, durch eine Rahmenhandlung verbunden. Diese wird aber nicht chronologisch enthüllt, so dass man die Bücher auch nicht in einer bestimmten Reihenfolge lesen muss.
Über den Stil kann ich nicht mehr viel sagen, außer dass er – zumindest in meiner Erinnerung – weniger Pathos enthielt, als die Bücher von Zimmer Bradley. Sex kam ebenfalls vor, aber seltener. Insgesamt habe ich mich von den Drachenreitern immer gut unterhalten gefühlt (sonst hätte ich auch kaum so viel davon gelesen). Außerdem gefiel mir, dass McCaffrey immer wieder Themen wie Gerechtigkeit, Vorurteile, Gleichberechtigung etc. aufgriff, so dass den Romanen trotz der ständisch-mittelalterlichen Gesellschaft, in der sie spielen, nichts restauratorisches anhaftet. Sie behandelte diese Themen aber immer subtil, im Rahmen der Geschichte und ohne erhobenen Zeigefinger. Das machte sie sehr angenehm und zugleich anregend zu lesen.


*Puristen mögen jetzt einwenden, dass die Drachen nicht auf natürlichem Weg, sondern durch gentechnische Veränderung einer Echsenart entstanden sind. Aber diese Zusammenhänge werden erst nach und nach aufgedeckt – und vor allem viel zu spät, um den Ersteindruck zu ändern.

Passend zur #Autorinnenzeit: Am Freitag gibt unter #mamaschreibt Nachrichten aus dem Alltag

Idee und Originalartikel von Textflash:

Dieser Artikel hat in meinem privatanalogen Umfeld mal wieder geradezu irrwitzige Reaktionen ausgelöst: Mehr Schreibzeit für Mütter zwischen den Muttertagen Daraufhin haben Elenor Avelle, Eva-Maria Obermann, Nike Leonhard und meine Schnodderigkeit beschlossen, euch zu zeigen, wie unser Alltag wirklich aussieht. Folgt uns bei Twitter unter dem Hashtag #mamaschreibt und begleitet uns beim gemütlichen Arbeiten von […]

über Mehr Schreibzeit zwischen den Muttertagen: Am Freitag kommt was auf euch zu! — Textflash – Mikaela Sandbergs unmögliche Autorenseite

#Autorinnenzeit: Interviews durch Sven Hensel

Sven Hensel, der Initiator der Autorinnenzeit, hat mit mir und drei Kolleginnen aus verschiedenen Genres über Frauen im Literaturbetrieb gesprochen. Entstanden sind vier Interviews über unseren Werdegang und die eigene Arbeit, aber auch über Frauen- und Männerbilder, den Buchmarkt, die Entwicklung der „Frauenliteratur“, immer noch geltende Vorurteile und die sich bietenden Chancen für Männer wie Frauen.
Denn so verschieden Annika Bühnemann, Tanja Hanika, Anne Grundig und ich  auch sind; in einem sind wir uns alle einig: Ob ein Buch von einer Frau oder einem Mann geschrieben wird, macht keinen Unterschied. Daher ist unser Kampf um Anerkennung auch kein Kampf gegen „die Männer“.

Sämtliche Interviews stehen auf Sven Hensels Blog.

 

#Autorinnenzeit: Zitat aus dem Buch einer Autorin

Heute mal kein langer Beitrag, sondern nur ein Zitat aus „Die Screwfly Solution“ von Alice B. Sheldon, die unter dem Pseudonym James Tiptree jr. schrieb. Das Zitat stammt aus einem Brief, den die Protagonistin einem alten Freund schreibt. Vermutlich dem letzten Brief, den sie je schreiben wird.

Weißt du, dass ich mit „wir“ noch nie Frauen gemeint habe? „Wir“, das waren immer Alan und ich, und Amy natürlich. Gezielt ermordet zu werden, ermuntert scheinbar zur Gruppenidentifikation …

Autorinnenzeit Zitat1
Die Illustration entstand unter Verwendung eines Bildes von Catharina77 (Quelle: Pixabay)

#Autorinnenzeit: phantastische Frauen – Marion Zimmer Bradley

Der Mai wird weiblich, habe ich versprochen – und was läge da näher, als auch über die Autorinnen zu sprechen, die mich besonders beeinflusst oder beeindruckt haben. Da das hier ein Phantastik-Blog sein will, beschränke ich mich Autorinnen phantastischer Literatur. Den Auftakt macht (natürlich) Marion Zimmer Bradley.

Die Nebel von Avalon, oder: Wie ich die Fantasy entdeckte

Ich bin in den 80ern groß geworden, jenem Jahrzehnt, als Eskapismus als etwas ganz furchtbares galt, in einem Elternhaus, das sich durchaus bildungsbeflissen war, aber bitte nur im Rahmen. Das heißt, mein Vater las Zeitung und Magazine, meine Mutter durchaus auch Romane, aber vor allem das, was das Feuilleton vorher abgesegnet hatte. Auch der Lesestoff in der Schule war darauf ausgerichtet, auf den Ernst des Lebens vorzubereiten. Rückblickend habe ich fast den Eindruck, es sei darum gegangen, jede Hoffnung, Leben und Lesen könnten auch Spaß machen, gleich im Ansatz zu ersticken. Je düsterer das Setting, je schlimmer das Ende, desto besser das Buch.

Es war schon fast eine kleine Revolution, als ein Mitschüler mir den Herrn der Ringe nahelegte: „Mal was anderes, als immer diesen deprimierenden Kram.“
Natürlich habe ich reingelesen. Aber es ging mir, wie gefühlt einem Viertel aller anderen auch. Ich habe das Buch nach fünf Seiten zugeklappt und gesagt: „Ne, danke. Da ist Krieg und Frieden unterhaltsamer.“ *
Gut, ich übertreibe. Es gab auch Kinder- und Jugendbücher. Die drei Fragezeichen. Geheimnis um … Blitz, der schwarze Hengst. Bille und Zottel, mein Freund Flicka und viele andere, die ich vergessen habe. Vermutlich zu Recht. Alle hatten eins gemeinsam: Jungen erlebten Abenteuer, Mädchen sahen zu und achteten darauf, nicht zu schmutzig zu werden. Allenfalls konnten sie versuchen „wie ein richtiger Junge“ zu werden, wie Georgina in den 5 Freunden oder Dinah bei Geheimnis um. Aber Mädchen, die auf einsamen Inseln Schiffbruch erlitten, wilde Pferde zähmten oder Schurken das Handwerk legten? Nicht doch! Vor allem aber (und das fand ich damals deutlich wichtiger) waren es Jugendbücher. So was las man nicht, wenn man ernst genommen werden wollte. Wenn man ernst genommen werden wollte, blieb nur „dieser deprimierende Kram“.

Und dann kamen die Nebel von Avalon und lösten einen Hype aus, der sich eigentlich nur mit dem von 50 Shades of Grey vergleichen lässt. Ich glaube, jede Frau und jedes Mädchen in meinem Umfeld hat das Buch gelesen. Sogar meine Mutter. Und alle (jedenfalls alle, die ich erinnere) fanden es großartig. Sex, Blut und Intrigen. Schwere Schicksale. Magie! Vor allem aber eine Frau als Zentralfigur. Eine, die sich nicht unterordnet. Die andere Ziele hat, als einen Ehemann zu finden und sich häuslich niederzulassen. Die sich auch nicht für die Ziele anderer einspannen lassen will, sondern versucht, einen eigenen Weg zu finden.
Man kann über die Nebel sagen, was man will. Manche der Inhalte sehe ich inzwischen deutlich kritisch. Nicht so sehr, weil ich den Gegensatz böse (christliche) Römer versus gute (pagane) Briten ein bisschen sehr an den Haaren herbeigezogen finde. Vor allem ist es der als ach so freundlich dargestellte Kult um die Große Göttin, der mir nachträglich aufstößt, weil er wie selbstverständlich Inzest, Vergewaltigung und Menschenopfer beinhaltet. Trotzdem war das Buch für mich damals ein Aha-Erlebnis. Das Tor zu neuen Lesewelten, farbenprächtiger und gewaltiger als alles, was ich vorher kannte. Ich bin gerne hindurch gegangen.

Natürlich habe ich noch mehr von Marion Zimmer Bradley gelesen. Aber weder im Darkover Zyklus noch in einem ihrer anderen Bücher habe ich das Gefühl wiedergefunden, das die Nebel von Avalon in mir geweckt hat. Das kam erst wieder, als ich die Sword and Sorceress Reihe** entdeckte; eine von Zimmer Bradley herausgegebene Reihe von Anthologien, mit durchaus feministischem Anspruch. In einem der Vorworte schrieb sie, in ihrer Kindheit und Jugend seien Frauen in Fantasy und Science Fiction vor allem auf den Covern präsent gewesen. Meist sehr leicht bekleidet und oft in den Fängen eines lüstern starrenden Insekts. Sie (MZB) wolle das ändern. Dementsprechend war allen Kurzgeschichten der Sword and Sorceress Reihe gemeinsam, dass sie Protagonistinnen hatten. Frauen, die sich durch Willenskraft und Stärke auszeichneten – unabhängig davon, welche Ziele sie hatten und mit welchen Mitteln sie sie verfolgten.
Auch für diese Reihe bin ich Marion Zimmer Bradley sehr dankbar, weil ich darüber viele, für mich neue Autoren entdeckt habe, auf die ich sonst nie gestoßen wäre.

 


*Ja, ich habe es gelesen. Ich habe es schon deshalb gehasst, weil ich mir keine Namen merken kann und jede Figur in Krieg und Frieden mindestens drei Namen hat, die je nach Kontext benutzt werden. Mich hat nichts daran gereizt, außer dass es Weltliteratur ist und man deshalb gelesen haben sollte. Ich habe mich tatsächlich durchgekämpft. Es war das erste und letzte Buch, das ich gelesen habe, weil es Weltliteratur ist oder auf irgendeiner Liste stand, die man gelesen haben musste.

**In Deutschland erschienen die Bücher unter Titeln wie „Windschwester“, „Schwertschwester“, „Zauberschwester“ usw.



Anmerkung: Mir sind die gegen Marion Zimmer Bradley erhobenen Missbrauchsvorwürfe bekannt. Es geht in diesem Artikel aber nicht um die Person Bradleys, sondern um ihren Einfluss auf mich (und vielleicht auch auf einige andere). Dieser Einfluss beruht ausschließlich auf ihrem literarischen Schaffen und in den mir bekannten Büchern findet sich kein Hinweis, geschweige denn eine Rechtfertigung für Gewalt gegen Kinder – in welcher Form auch immer.
Diesen Nachtrag habe ich verfasst, weil ich auf Twitter sehr nachdrücklich auf die Missbrauchsvorwürfe hingewiesen wurde. Da MZB aber seit fast 20 Jahren tot ist, und sich der Artikel mit ihrer literarischen Wirkung befasst, sehe ich nach wie vor keine Notwendigkeit, im Artikel selber darauf einzugehen.

#Autorinnenzeit: Empfiehl das Buch einer Autorin

Jetzt mache ich mal was ganz Dreistes. Ahnst du, was? Genau! Ich empfehle mich selber. Schließlich bin ich Autorin. Und Selfpublisherin. Außerdem meine eigene Coverdesignerin und Marketingabteilung.
Meine eBooks haben durch die Bank fünf-Sterne-Bewertungen bei Amazon. Für meine Cover bin ich schon mehrfach gelobt worden. Genauso für meine Werbebilder und -sprüche.

Da darf ich mir schon mal selber auf die Schulter klopfen und sagen, dass ich alles in allem einen verdammt guten Job abliefere.

Aber die Aufgabe lautet „Empfiel ein Buch …“ Nicht das Gesamtwerk. Und obwohl ich natürlich alle Ausgaben des Codex Aureus mag (sonst hätte ich sie nicht veröffentlicht) gibt es eines, an dem mein Herz besonders hängt: Steppenbrand.

Cover für Steppenbrand, die Geschichte von Dejasir no'Sonak, der eigentlich nur das Beste für sich und sein Volk wollte.
Steppenbrand – Codex Aureus (2) (Erzählung)

Nicht nur, weil es zu den ersten Geschichten gehört, die ich anderen zu lesen gegeben habe, sondern weil ich glaube, damit etwas Zeitloses geschaffen zu haben.
Steppenbrand spielt in einer ganz anderen Welt als unserer. Sie ist brutaler, aber auch farbenprächtiger. Phantastischer. Die Gesellschaft ist eine andere. Nicht besser als unsere, auch nicht schlechter. Anders eben. Mit einem ganz anderen Rollenverständnis. Natürlich ist die Geschichte spannend. Das gleiche gilt für die Charaktere. In gewisser Weise sind sie Archetypen, aber sie bleiben Individuen. Das macht es leicht, sie zu verstehen und ihre Handlungen nachzuvollziehen, auch wenn man sie manchmal ohrfeigen möchte. Natürlich war es ein Wagnis, ausgerechnet den Antagonisten in den Mittelpunkt zu stellen. Aber ich mag Dejasir. Trotz allem. Die einzige Figur, die ich nicht mag, ist seine erste Frau, obwohl ich der Meinung bin, dass sie vom Typ her sehr genau getroffen ist.
Das sind schon eine ganze Menge Gründe, Steppenbrand zu mögen. Was ihn in meinen Augen aus den übrigen Ausgaben des Codex Aureus hervorhebt, ist aber, dass die Geschichte nicht nur auf vielen Ebenen gelungen ist, sondern diese sich auch noch gegenseitig unterstützen und verstärken.

Bisher gibt es Steppenbrand als eBook sowohl über die Tolino-Allianz als auch über Amazon. Ich plane aber, es außerdem als Taschenbuch zu veröffentlichen. Aktuell arbeite ich mich dafür in Scribus ein.

Falls du jetzt neugierig geworden sein solltest, geht es hier zu den Verkaufslinks.

#Autorinnenzeit: Welche Autorin würdest du gerne treffen oder hast du bereits getroffen?

Abgesehen von meiner Familie besteht mein privates Umfeld fast ausschließlich aus Menschen, die entweder Living-History betreiben oder schreiben. Interessanterweise bestehen zwischen den beiden Gruppen kaum Überschneidungen, wenn man von Sachbuchautorinnen, wie Dana Russow (Mara von Tusen) oder Katrin Kania mal absieht.
Trotzdem kenne ich eine Menge Autorinnen, die Meisten davon über die sozialen Medien, einige auch über die BartBroAutors, bei denen ich für einige Zeit Mitglied war und ein paar auch von anderen Schreibprojekten und -seminaren.

Autorinnen, die ich schon mal getroffen habe

Wenn ich hier jede aufführen würde, die ich schon mal auf einer Messe oder einem Seminar getroffen hätte, würde das eine ziemlich lange Liste werden, die nicht nur langweilig zu lesen wäre, sondern auch nach Name-Dropping klänge. Deshalb beschränke ich mich lieber auf drei, mit denen ich intensiveren Kontakt habe oder hatte und zu denen ich auch ein bisschen sagen kann.

Als Erste möchte ich Ute Weber nennen, weil sie auch die Erste war, mit der ich persönlichen Kontakt hatte. Ute und ich haben uns über das Online-Schreibseminar kennengelernt, mit dem der Autorenhausverlag das Buch „Ein Roman in einem Jahr“ promotet hat. Wir haben ziemlich schnell festgestellt, dass wir nicht nur etwa gleich alt sind und eine ähnliche Biographie haben (wobei sie im Gegensatz zu mir sogar promoviert hat), sondern uns auch Lesevorlieben, Weltsicht und Humor verbinden. Ihrer ist allerdings noch mal eine ganze Ecke pointierter als meiner, wie sehr schnell klar wird, wenn man ihr auf Twitter folgt. Sie schreibt Gegenwartsliteratur. Unfassbar gut, sehr assoziativ und bildhaft und gleichzeitig unglaublich dicht. Jedes Mal, wenn ich etwas von ihr lese, denke ich: „Scheiße, ist das geil! Warum kann ich das nicht?“
Deshalb finde ich es auch schade, dass aus ihrem damals begonnenen Romanprojekt nichts wurde, sondern bisher „nur“ eine Sammlung ihrer Bonmots erschienen ist (Unfug. Tiefe Gedanken, auch in seichten Gewässern, DRM-freies E-Book, erschienen bei Frohmann 2012, ISBN ePub: 9783944195001, Kindle Edition: ASIN B00993J80M, EUR 3,99).
Leider ist der Kontakt zwischen uns ziemlich eingeschlafen. Vielleicht schaffe ich es ja, diesen Post zum Anlass zu nehmen, daran etwas zu ändern.
Mehr über Ute gibt es auf ihren Autorenseiten auf Facebook und Tumblr.

Die Zweite ist Nika Sachs, auch bekannt als Bordsteinprosa, die auch diejenige ist, mit der ich mich aktuell am häufigsten treffe. Nika schreibt nach eigenem Bekunden literarische Erotik, wobei ich dazu eher Gegenwartsliteratur sagen würde, weil ihre Themen weit über die erotischen Elemente hinausgehen. Für mich sind ihre Geschichten weitaus mehr durch die Tiefe des Gefühlslebens ihrer Protagonisten geprägt. Nikas Sprache ist hintergründig und bildhaft.
Nika veröffentlicht als Selfpublisherin. Bisher ist von ihr eine Novelle erschienen: Namenlos, die sowohl als Hardcover als auch als eBook erhältlich ist. Weitere Bücher sind in Arbeit. Das nächste, ein Tagebuchroman soll im Herst herauskommen.
Mehr über Nika Sachs gibt es auf ihrem Blog.

Als dritte möchte ich unbedingt noch Michaela Stadelmann alias Textflash vorstellen, auch wenn ich sie nur sehr kurz (viel zu kurz für meinen Geschmack) auf der Leipziger Buchmesse getroffen habe. Wir kennen einander aber schon länger, folgen uns mit unseren Blogs und auf Twitter gegenseitig und stehen auch sonst in ständigem Kontakt.
Michaela war selbst schon Verlegerin. Sie hat unter dem Pseudonym Alicia Mirowna Balettromane herausgebracht und schreibt als Mikhaela Sandberg Schwedenkrimis. Ihr Erstling, „Schweig Still„, ist 2016 bei Ullstein Midnight erschienen, ein weiterer soll demnächst folgen. Als sei das nicht genug, arbeitet sie außerdem als freie Lektorin. Die Buschtrommel sagt, sie sei sehr gut.
Zu Michaelas Balettromanen kann ich wenig sagen, aber „Schweig still“ habe ich gerne gelesen. Gute Unterhaltung mit dem nötigen Schuss Suspense, aber ohne die unmotivierte Brutalität, die viele Skandinavienkrimis auszeichnen.
Michaela ist unglaublich hilfsbereit und ein Quell des Wissens. Ich hoffe stark, dass wir irgendwann mal Zeit für ein längeres Treffen finden.
Mehr über ihre verschiedenen Facetten gibt es auf Michaelas Blog.

Der Vollständigkeit halber, sollte ich vielleicht auch noch Margaux Navara anführen, mit der ich mich lange auf der Leipziger Buchmesse unterhalten habe und die mir viel über Selfpublishing verraten hat. Aber leider kann ich kaum mehr über sie sagen, als dass sie BDSM-Erotik schreibt.

Autorinnen, die ich gerne treffen würde

Das wird nun leider doch eine Liste. Die Reihenfolge ist vollkommen willkürlich und garantiert habe ich jemanden vergessen:

  • Carola vom Schreibkasten, deren Blog ich schon seit langem folge. Sie hat zwar noch nichts veröffentlicht, aber ich weiß, dass sie an etwas dran ist.
  • Elenor Avelle, die ich über die Rechargers kenne und die uns mit tollen Ideen und Zeichnungen versorgt. Ihr erstes Buch soll demnächst erscheinen.
  • Eva-Maria Obermann, die sich die Pfingstaktion der Rechargers ausgedacht hat. Ihren Roman „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ muss ich irgendwann auch noch mal lesen.
  • Sarah und Rahel von Clue Writing, die nicht nur Kurzgeschichten schreiben und podcasten, sondern auch Wettbewerbe ausrichten, um mit ihnen Strategien und Taktiken zur Erringung der Weltherrschaft durchzugehen.
  • Nora Bendzko, um mit ihr über Phantastik zu diskutieren und mal die Musik zu hören, die sie macht.
  • Evanesca Feuerblut, um mehr über ihre Vampirfamilien zu erfahren. Nach den wenigen Brocken, die sie erzählt, sind die nämlich sehr außergewöhnlich.

Was leider nicht geht

Wen ich außerdem unglaublich gerne kennengelernt hätte, ist James Tiptree jr. alias Alice B. Sheldon, die nicht nur unglaublich modern anmutende und zum Teil außerordentlich beklemmende Science-Fiction geschrieben hat. Im Anhang zu „Zu einem Preis“ ist ein Brief von ihr abgedruckt, aus dem man einen Eindruck ihrer Persönlichkeit gewinnt. Die Zeilen sprühen selbst in der Übersetzung vor Wortwitz, Klugheit, Neugier und Lebenslust. Mit dieser Frau hätte ich mir gern eine Flasche Whisky am Lagerfeuer geteilt. Oder auch was anderes. Aber wir hätten garantiert Spaß gehabt.

#Autorinnenzeit: Ein Einwurf von Eva-Maria Obermann

Ein schönen Montag, einen wundervollen Mai. Macht euch auf was gefasst. Der Autor Sven Hensel – wahrscheinlich habt ihr schon davon gehört – hat die Initiative ergriffen und den Mai dieses Jahr zum „Autorinnenmonat“ erklärt. Unter dem Hashtag #Autorinnenzeit lernt ihr diesen Monat viele Autorinnen kennen und natürlich auch ihre Bücher. Ich werde mal hier, mal…

über Warum wir über Autorinnen reden müssen – #Autorinnenzeit — Schreibtrieb

#Autorinnenzeit im Mai: Bewusst einkaufen

Wie ihr wisst, soll es diesen Monat speziell um Autorinnen und ihre Bücher gehen. Die Idee zu diesem Themenmonat stammt von Sven Hensel, der auf seinem Blog auch ein paar Vorschläge macht, worüber sich bloggen lässt. Mein Schwerpunkt wird naturgemäß im Bereich Fantasy liegen, schließlich ist das immer noch mein Hauptthema.

Gleich die erste Aufgabe lautet: Kaufe das Buch einer Autorin. Nun habe ich zufällig gerade ein Buch ausgelesen, da kommt die Aufforderung genau richtig.

Allerdings war es durchaus keine triviale Aufgabe, etwas Passendes zu finden. Das lag nicht nur am Feiertag. Wozu habe ich schließlich einen eReader? Aber gefühlte 90% der mir vorgeschlagenen Bücher waren verkappte Nackenbeißer, deren Protagonistin meist nicht mal volljährig war. Sorry, aber das ist nicht, was ich unter Fantasy verstehe. Nichts gegen Liebe, Erotik und Sex irgendwo in einer Nebenhandlung, aber wenn das schon im Klappentext als zentrales Thema herausgestellt wird, dann ist m. E. das Genre falsch zugeordnet. Und was Young Adult angeht, bin ich vermutlich schlicht zu alt für den Scheiß.
Immerhin: Die Nische Liebe und Erotik scheint überproportional gut mit Autorinnen besetzt zu sein. Auch das kann man als gutes Zeichen betrachten. Es ist nur einfach nicht das, was mich reizt.

Zum Glück ist mir dann ein Selfpub-Titel eingefallen, den ich schon länger lesen wollte, nämlich Geteiltes Blut . com von Alexa und Alena Coletta.
Zwar steht auch hier eine minderjährige Protagonistin im Mittelpunkt und außerdem geht es um Vampire (denen ich sehr skeptisch gegenüber stehe, wie alle bezeugen können, die das Blog verfolgen), aber die Gründe, aus denen die Protagonistin hinter dem Vampir her ist, unterscheiden sich dann doch ganz erheblich vom Mainstream und auch ihre Mittel sind eher ungewöhnlich.

Das Buch hat gute Kritiken. Natürlich werde ich am Ende trotzdem berichten, wie es mir gefallen hat.


Nachtrag:
Erst, als dieser Beitrag schon geschrieben und das Buch schon gekauft war, sind mir noch eine Reihe von Indie-Fantasy-Autorinnen eingefallen, deren Bücher ebenfalls mein Interesse geweckt hatten. Dazu gehören u. a. die Galgenmärchen von Nora Bendzko, aber auch Autorinnen wie Ally J. Stone, Jill Noll, Bianca Fuchs und Mackenzie Sturm. Vermutlich werden mir mit etwas Nachdenken noch mehr einfallen. Eine Lehre für mich, mich nicht nur auf mein Siebhirn zu verlassen, sondern einmal für interessant befundene Bücher auch tatsächlich in einer Liste zu notieren.