NaNoWriMo (Tag 6) – erstaunlicherweise noch im Soll

Soll ich was verraten? Am Wochenende habe ich geschwänzt. Statt zu schreiben bin ich auf einer Geburtstagsfeier gewesen, habe bis in die Puppen gezockt und viel zu viel getrunken. Scheiß auf den Wordcount. Der Spaß war die Müdigkeit danach allemal wert.

Die Müdigkeit hält bis jetzt an. Deshalb habe ich mein Tagesziel auch um ein paar hundert Worte unterboten. Trotzdem bin ich laut Statistik immer noch im Soll.
Eigentlich könnte ich für heute also Schluss machen.

Andererseits ist übernächstes Wochenende eine Tagung, auf die ich mich schon seit Monaten freue. Und überhaupt ist es mit Wochenenden und Schreiben so eine Sache, wenn die ganze Familie um einen herumspringt.

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Bildquelle: janeb13 via pixabay
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#NaNoWriMo (Tag 3): Über eine liebenswürdige Antagonistin

Aktuell schreibe ich das Tagebuch der Antagonistin, bin also sehr mit ihr verbunden und gewinne sie dadurch richtig lieb. Sie ist ein lieber Mensch mit guten Absichten. Das ist einerseits gut, weil das (hoffentlich) auch auf die Gefühle der Leserschaft

überträgt, was der Geschichte dann eine Tiefe gibt, die ich nicht eingeplant hatte. Andererseits muss ich aufpassen, dass die die Biege noch kriegt, sonst kippt das Ganze und die Geschichte wird unglaubwürdig.

Die Protas müssen noch ein bisschen warten, bis ich mich mit ihnen befassen kann. Aber das ist auch fair, weil sie zu diesem Zeitpunkt (also dem, zu dem die Antagonistin schreibt) noch gar nicht geboren sind.

Im Buch werden sich Haupthandlung und Tagebuchauszüge abwechseln, bis die Antagonistin für sich selber sprechen kann und beides zu einem Handlungsstrang zusammenfließt. Ein bisschen, wie bei modernen Thrillern, wo der irre Killer auch immer wieder Kapitel bekommt, in denen er seine Perspektive darlegt – nur ist meine Antagonistin halt tot. Oder auch nicht. Jedenfalls nicht vollständig.

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Quelle: DasWortgewand via pixabay

Mörderische Pläne für den #NaNoWriMo

Ich habe Fun Facts über den NaNo und den Schreibprozess von „Shirrin und Barkat“ (so heißt das Projekt) versprochen. Nun also …

Ich habe die Angewohnheit, mit mir selber zu reden. Das geht von einem gemurmelten: „wo ist jetzt wieder …?“ bis zu längeren Pro-und-Kontra-Diskussionen. Je mehr mich etwas beschäftigt, desto intensiver.
Und so ein Roman beschäftigt mich sehr, selbst wenn ich gerade nicht am Rechner sitze. Vielleicht sogar gerade dann, weil die Gedanken dann nicht auf den Text fokussiert sind, sondern freier flottieren. Jedenfalls kam es heute morgen bei der Hunderunde zu folgendem Selbstgespräch:

Wird höchste Zeit, dass der Opa stirbt. Dann noch ein paar Monate und ich kann den Rest der Familie umbringen.

Ich hoffe, mich hat keiner gehört.

Alles NaNo, oder was?

Es ist November und irgendwie gehört es schon fast dazu, beim NaNo (NaNoWriMo = National November Writing Month) mitzumischen. Ziel ist es, in dieser Zeit 50.000 Worte zu schreiben und gerne auch ein paar darüber.

Das passt in diesem Jahr für mich um so besser, weil immer wieder angefragte Spinn-off zu Steppenbrand gerne ein Roman werden möchte. Da bringt der NaNo hoffentlich den nötigen Schwung, um im Schreibfluss zu bleiben und den einen oder anderen ebenfalls notwendigen Tritt, nicht in bewährte Prokrastinationsmuster zu verfallen.

Das heißt aber auch, dass es im November keine langen Blogartikel geben wird. Dafür verspreche ich öfter mal Fun Facts über das Werk und den Schreibprozess zu bringen. Hier gleich der erste:

In der Backgroundstory taucht ein Prophet namens Dafuq al Bernejd auf. Der Name entstand spontan, verrät aber vielleicht gerade deshalb einiges über meine Einstellung zu Propheten, Auserwählten und Esoterik. Ich hoffe, das ist nicht zu auffällig.

[Werkstattbericht] – Eine Religion entsteht

Wie ich vor ein paar Tagen schon auf Twitter gemutmaßt habe, wird das Schreiben dieses Mal noch ein bisschen länger dauern. Meine nächste Geschichte möchte nämlich ein Roman werden.

Sorry dafür, es war anders geplant.

Die Liebesgeschichte hatte ich ja noch kommen sehen. Aber dass die Backstory so viel Raum fordern würde … Aktuell beschäftigt mich die Religionsgeschichte von Hesbaan.
Ja, du hast richtig gehört: Religionsgeschichte. Auch Religionen sind keine starren, monolitischen Gebilde, auch wenn manch religiöse Fanatiker es gern anders hätte. Daher ist es vielleicht kein Wunder, dass mir, als ich einen Propheten brauchte, sofort der Name Dafuq al Banejid einfiel.
Mir ist noch nicht ganz klar, ob das nicht vielleicht zu offensichtlich ist. Aber, wenn man es unbefangen liest … Nö. Oder?

Nike in Flammen
Bild: Elenor Avelle

[Werkstattbericht] #Autorenleben

Zum heutigen Werkstattbericht musste ich mal keine Gedanken machen. Das hat mir Señor Rolando vom Büchergefahr! Podcast mit seinem Interview abgenommen.
Wer also schon immer wissen wollte, wie das Leben einer zukünftigen Bestsellerautorin aussieht, welche Vorteile ich mir vom Netzwerken verspreche oder einfach mal hören will, wie ich „in echt“ klinge, erfährt das hier:

Büchergefahr! Folge 55: Alltag einer Autorin

Büchergefahr!Interview

[Selfpublishing] Welche Software wird gebraucht? – Teil 1: Der Schreibprozess

In Foren kommt immer wieder die Frage auf, welche Software man braucht, um eBooks und/oder Prints zu veröffentlichen. Dazu schon mal vorab: Die Eine Antwort darauf gibt es nicht. Es gibt großartige Software für verschiedenste Zwecke und Anwender. Daher muss das, was für den einen stimmt, für die andere noch längst nicht passen. Deshalb werde ich mich mit Empfehlungen zurückhalten und nur erzählen, was ich verwende und warum.

Ganz grundsätzlich braucht man geeignete Programme für folgende Bereiche:

  • Schreiben (Verfassen von Manuskripten)
  • Erstellung von eBooks
  • Buchsatz für Print
  • Grafik für Covergestaltung, Werbung etc.

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Schreiben

Das eine Textverarbeitung unverzichtbar ist, dürfte klar sein, oder? Ich kenne jedenfalls niemanden, der noch glaubt, mit einem handgeschriebenen Manuskript irgendwo landen zu können. Selbst Verlage bestehen immer öfter auf der Einsendung einer Textdatei und im Selfpublishing bleibt gar keine andere Wahl. Ganz egal, ob man nun eBooks oder ausschließlich auf Papier veröffentlichen will – man braucht eine digitale Vorlage.

Die Frage ist eher, was die Textverarbeitung können soll. Wenn man „einfach nur“ Texte runtertippen will, reicht ein normales Office-Programm. Sehr beliebt ist Word, vermutlich einfach deshalb, weil es bekannt ist. Ein exzellenter Ersatz (und in meinen Augen sogar besser) ist der Writer aus dem Libre Office.
Ganz grundsätzlich kann Libre Office alles, was Word kann, „versteht“ deutlich mehr Textformate (darunter .doc und .docx), lässt sich durch unzählige Plugins ausbauen – und ist vollständig kostenlos. Ich habe vor Jahren mit dem Vorgänger Open Office angefangen, weil der (im Gegensatz zu Word) auch alte Worddateien lesen konnte und bin hochzufrieden, wenn es um kurze Texte geht.
Bei langen Texten zeigen sich die Nachteile dieser Office Pakete: Sie sind vor allem auf Büroarbeit ausgelegt. Nicht auf das Verfassen von Manuskripten mit mehreren hundert Seiten Umfang, Dutzenden von Haupt- und Nebenfiguren und diversen Schauplätzen. Das macht das Verwalten und Auffinden von Informationen mühsam. Es gibt zwar die Suchfunktion, man kann sich selbst Datenbanken anlegen und Sprungmarken in den Text setzen – aber es braucht eine große Selbstdisziplin, das auch tatsächlich zu tun.

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Das ist der Punkt, an dem verschiedene Spezialprogramme ansetzen. Sie versprechen Hilfe beim Plotten, Ordnen des Stoffs und der Informationen. Sehr beliebt sind Dramaqueen, Scrivener und Papyrus.
Wer nur Unterstützung beim Aufbau und Plotten sucht, dem reicht vielleicht sogar der y-Writer. Der y-Writer fällt in die Kategorie „nicht schön, aber ganz praktisch“. Man kann den Aufbau vorstrukturieren, indem man Szenen definiert und die dann Kapiteln zuordnet. Darüber hinaus bietet der y-Writer Datenbanken für Figuren und Orte, in die man auch Bilder einbinden kann, einen Wordcount, diverse Statistikfunktionen und einige wirklich nützliche Einstellungen. Die Nachteile sind, dass die deutsche Übersetzung nicht dolle ist (das ist jedenfalls bei meiner Version so), die Dateien in seltsamer Reihenfolge abgespeichert werden, das Design alles andere als hübsch ist. Dafür ist das Programm kostenlos.
Ich habe meinen ersten Roman mit y-Writer geplottet und in weiten Teilen auch geschrieben (nein, den gibt es nicht zu kaufen), aber so richtig warm geworden bin ich mit dem Programm nicht. Letztendlich habe ich alles wieder nach Open Office kopiert und dort zu Ende geschrieben.

Wegen der oben schon beschriebenen Einschränkungen von normalen Textverarbeitungsprogrammen, bin ich letztendlich auf Papyrus Author umgestiegen. Ob man Papyrus nimmt oder Scrivener, ist fast schon eine Glaubensfrage. Scrivener bietet unzweifelhaft tolle Funktionen und scheint deutlich bedienfreundlicher als Papyrus. Da hat man manchmal das Gefühl, die Programmierer hätten den Ehrgeiz gehabt, alles anders zu machen, als in anderen Programmen. Für jemanden, der seit Jahren keine Maus beim Schreiben mehr braucht, eine echte Nervenprobe.
Scrivener ist außerdem schon im Grundpreis deutlich günstiger und wird den NaNo-Teilnehmern auch noch vergünstigt angeboten.
Trotzdem hat Papyrus einige Vorteile, die ich erst nach und nach so richtig zu schätzen lerne. Der größte ist die Rechtschreib- und Grammatikfunktion. Dank enthaltenen Duden erkennt dieses Programm jeden unvollständigen Satz und findet jeden Rechtschreibfehler (bei falschen Wörtern stößt es allerdings an seinen Grenzen). Für Selfpublisher, die sich kein Korrektorat leisten können, lohnen sich Papyrus alleine deshalb schon. Darüber hinaus kann man in Papyrus, wie beim y-Writer Szenen definieren, umstellen und verschieben, es bietet aber auch einen Zeitstrahl, mit dem man (angeblich, ich komme mit dem Ding nicht zurecht) im Auge behalten kann, wann welcher Charakter wo was getan hat und eine Mindmap, die sich perfekt zum Ideen finden und sortieren eignet. Man kann Notizen schreiben und an eine virtuelle Tafel kleben, natürlich kommentieren und, und, und … Ach, und eine „normale“ Textverarbeitung besitzt es auch. Ich könnte mein Libre Office eigentlich auch löschen.
Mache ich aber nicht, denn ich arbeite nach wie vor gern damit.

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Dramaqueen ist noch mal etwas ganz anderes. Dramaqueen wurde ursprünglich nicht für Romanschriftsteller, sondern für Drehbuchautoren entworfen. Der Ansatz dieses Programms ist die charakterorientierte Storyentwicklung. Dementsprechend bietet Dramaqueen Analysetools, die helfen sollen, Plot- und Spannungslöcher aufzuspüren, sowie die Figurenentwicklung voranzutreiben. Einiges davon ähnelt den Funktionen des y-Writers, ist aber optisch deutlich ansprechender.
Ich muss zugeben, selbst keine Erfahrungen mit Dramaqueen zu haben, sondern nur Bilder und Tutorials zu kennen. Aber einige meiner Bekannten nutzen es und schwören darauf.

Letztendlich gilt das oben Gesagte: Die perfekte Software gibt es nicht. Man muss ausprobieren, womit man selber am besten zurecht kommt.

 

[Projekte] Es geht voran

Gestern habe ich endlich die Überarbeitung der Vampirgeschichte abgeschlossen und sie den Testlesern geschickt. Jetzt bibbere ich den Urteilen entgegen. Das tue ich zwar jedes Mal, wenn ich eine Geschichte aus der Hand gebe, aber dieses Mal noch ein bisschen mehr als sonst, denn diese Geschichte viel realistischer und gleichzeitig literarischer als alles, was ich bisher veröffentlicht habe.

Bis alle Rückmeldungen vorliegen, werde ich die Arbeit an der neuen Geschichte aus der Welt der Khon wieder aufnehmen. Das Handlungsgerüst steht zwar im Wesentlichen, aber in der Mitte lauert noch eine große Qualle. Wer selber schreibt kennt das vermutlich: Man weiß recht genau, was passiert, aber dann kommt eine Stelle an der alles weich und schwammig wird. Eine Qualle eben. Man könnte auch Treibsand dazu sagen. Aber egal, wie man es nun bezeichnet, muss ich entweder einen Weg drumherum finden oder eine Brücke darüber bauen.

Und ich will endlich den lange versprochenen Newsletter fertig stellen.