Gefährliche Normalität

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

In Rezensionen lese ich oft Sätze wie: „Ich konnte mich mit der Protagonistin gut identifizieren“, und als ich den Artikel Forderung nach mehr Diversität veröffentlichte, schrieb mir jemand über Twitter, die eigentliche Unverschämtheit läge darin, dass von ihm verlangt würde, sich mit weißen cis-Heten zu identifizieren. Da mich die Person inzwischen blockiert hat, kann ich das Zitat nicht im Wortlaut wiedergeben. Aber der ist auch nicht so wichtig. Was auffällt ist, dass die Rezensent*innen und jener Tweetschreiber anscheinend das Gleiche wollen, nämlich Figuren, mit denen sie sich identifizieren können.

Das ist einerseits toll, weil es zeigt, welchen Einfluss Bücher haben (können). Wer Identifikationsfiguren sucht, ist selber noch auf der Suche nach der eigenen Identität. Dass Bücher dabei als Kompass dienen, ist ein Beweis dafür, welche Bedeutung das geschriebene Wort immer noch hat.

Gleichzeitig zeigt es, wie naiv der Satz ist: „Das ist doch nur Unterhaltung.“ Auch das, was wir nur zur Unterhaltung konsumieren, prägt. Unser Hirn kann gar nicht anders als zu lernen. Was uns oft begegnet, verinnerlichen wir als Norm. Genau darin liegt die Gefahr der sogenannten Unterhaltung.
Wenn wir nur schöne, hellhäutige, heterosexuelle, junge  Mittelschichtmenschen als Identifikationsfiguren haben, schürt das auf Dauer das Gefühl der Minderwertigkeit, weil spätestens der Blick in den Spiegel zeigt, wie weit wir von dieser „Norm“ entfernt sind. Wozu das führen kann, zeigt @Textflash in einem Tweet, der unabhängig von diesem Artikel aber fast gleichzeitig entstanden ist.
Je öfter wir romantisierte Darstellungen problematischer Beziehungen lesen, und uns mit der Protagonistin identifizieren*, desto wahrscheinlicher ist, dass uns Gegenstrategien fehlen, wenn wir selbst in eine solche Beziehung geraten. Es ist doch Liebe. Die große Liebe, die verzeiht und am Ende alles heilt**.
Je häufiger wir uns mit den richtigen, harten Kerlen identifizieren, die nie weinen und allein durch ihre Kraft und Ausdauer alle Hindernisse überwinden, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns in der Realität genauso gefühlskalt aufführen und Probleme in erster Linie durch Gewalt zu lösen versuchen.
Je öfter wir über Nerds, Frauen, Türken, Schwule oder andere spotten – nur zur Unterhaltung, versteht sich, Witze wird man ja wohl noch machen dürfen – desto empathielosere Arschlöcher werden wir tatsächlich.

Buchmenschen sollten sich dieser Gefahren bewusst sein. Nicht nur wir von der schreibenden Zunft, sondern alle, die Bücher machen, verkaufen und bewerben.
Guckt euch an, was ihr schreibt. Überlegt gut, wie ihr es vermarktet (und „gute Vermarktung“ meint ausdrücklich nicht die monetären Aspekte). Bedenkt, welche Aussagen ihr trefft, welche Haltung ihr vermittelt.
Der Satz: „Aber das ist doch nur Unterhaltung“, ist bestenfalls Selbsttäuschung. Ihr macht nicht „nur Unterhaltung.“ Ihr prägt die Sicht auf die Welt.


* Meist ist es eine Protagonistin, die dem Bad Boy durch ihre Liebe zu dem Menschen transformiert, der er „eigentlich“ ist.
** Spoiler: Tut sie nicht.


Du willst mit mir über den Artikel diskutieren? Gerne! Die Kommentare sind offen.

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Neues aus dem Autorenleben

Coverentwurf1 kleinAuf KeJas BlogBuch ist eine absolut wundervolle Besprechung zu „Was von ihnen blieb“ erschienen: 3 Geschichten – 3 Eindrücke | Nike Leonhard und Michael Leuchtenberger.

Janna schreibt:

Im Gesamten hat mir „Was von ihnen blieb“ atmosphärisch gut gefallen und ein mehr als passender Titel für beide Novellen. Auch das Cover ist absolut wundervoll, fast schon schade das es das Buch nur als eBook gibt.

Muss ich dazusagen, dass mich die Bewertung sehr glücklich gemacht hat?

Neues aus dem Autorenleben

Die Frankfurter Vampirnovelle „Biss zum letzten Akt“ hat eine Neuauflage bekommen und endlich auch ist das Problem mit dem verrutschten Cover beseitigt. Der Schriftzug auf dem Rücken sitzt nun genau da, wo er hin soll und auch der rote Rahmen sieht nun richtig gut aus.

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Biss zum letzten Akt in neuem Glanz. Da möchte man doch sofort zubeißen – äh, zugreifen.

Sehr stolz und glücklich macht mich gerade auch, dass Thalia mich mit meinem E-Book „Der Esel als Pilger“ unter den Top-AutoInnen listet und die Redaktion von Bücher.de die Geschichte ebenfalls empfiehlt. Ich muss gestehen: Ich mag das Eselchen. Nicht nur, weil es das erste E-Book war, das ich veröffentlicht habe.

Literatur unter Strom – ein sehr persönlicher Rückblick

Am 15. – 16. Februar 2019 hatte ich die Ehre, an Literatur unter Strom, dem Jubiläumskongress zum 50-jährige Bestehen des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) teilnehmen zu können. Die Ehre deshalb, weil der Kongress eine geschlossene Veranstaltung für Mitglieder war und Selfpublisher*innen zum Zeitpunkt der Einladung nur von einigen Landesverbänden aufgenommen wurden. Dementsprechend war ich so etwas, wie ein Alien und bei einer der Abendveranstaltung entfuhr einem Buchhändler tatsächlich auch ein „Oh, mein Gott!“, als ich mich als Selfpublisherin vorstellte. Wir haben uns dann aber doch sehr gut unterhalten und abgesehen von diesem kurzen Moment bin ich nirgendwo Vorbehalten begegnet. Was eher durchklang, war die Befürchtung einiger konventioneller arbeitender Autor*innen, durch die zunehmende Digitalisierung des Buchmarkts und des Büchermachens abgehängt zu werden.

Aber der Reihe nach.

Der Kongress begann schon am 14. Februar mit einem feierlichen Empfang im Stadttheater Aschaffenburg und einem anschließenden Poetry Slam-Battle zum Thema Big Brother is watching you. Aus familiären Gründen konnte ich aber erst am Freitag anreisen, so dass mir beides leider entgangen ist.
Auch an der Stadtführung auf den Spuren der Brentanos konnte ich aus Zeitgründen nicht teilnehmen. Dabei hätte sie sich bestimmt gelohnt, schon weil Aschaffenburg wirklich schön ist.

Trotzdem ging es am Freitag gleich nach meiner Ankunft in die Vollen. Als erstes lief ich dem Fotografen von verdi.tv in die Arme und durfte mich als Teil der Berichterstattung über den Kongress vor laufender Kamera ausfragen lassen, was Selfpublishing eigentlich ist, welche Vor- und Nachteile es hat und welche Gründe es für Selfpublisher*innen geben könnte, sich einer Vereinigung wie dem VS anzuschließen.*

Es folgte kurzer Schwatz mit Nina George, die selbst ganz erheblich unter Strom stand, weil sie einen großen Teil des Programms gestaltet hatte und mit hinreißender Verve überall gleichzeitig nach dem Rechten sah. Ernsthaft jetzt: Ich habe schon viele Menschen unter Stress erlebt und die Meisten kommen irgendwann an einen Punkt, wo sie die Nerven verlieren. Nicht so Nina George. Hochkonzentriert, auf den Punkt mit den Ansagen, aber gleichzeitig witzig und unglaublich warmherzig. Whow!
Nina George habe ich zu verdanken, dass ich überhaupt teilnehmen durfte – dafür noch einmal ganz, ganz herzlichen Dank! Es war mir nicht nur eine Ehre, sondern auch ein Fest!
Durch Nina George habe ich auch Jens Kramer kennengelernt, den Vorsitzenden des Syndikats. Einer Verbrecherorganisation, wie er selber sagt, deren Mitglieder nach allen Regeln der Kunst morden. Natürlich nur in Büchern, denn auch das Syndikat ist eine Autorenvereinigung, nämlich die der Krimiautor*innen. Jens Kramer war für mich das Wochenende über so etwas wie der ruhende Pol. Unschätzbar wertvoll für jemanden, dem es schwer fällt, Gesichter und Namen in Übereinstimmung zu bringen.

Dann wurde es auch schon langsam Zeit für die eröffnende Podiumsdebatte, vor der ich mich die Wochen vorher ein bisschen gegruselt hatte. Ein Publikum aus lauter gestandenen Autorinnen und Autoren. Auf dem Podium u. a. die Radiomoderatorin Birgit Kolkmann, ein Verlagsmensch und Karla Paul. Und dazwischen ich als Repräsentantin der Selfpublisher*innen. Da kann man schon ein bisschen Bammel davor haben, Stuss zu reden, oder?
Den Auftakt machten aber Nina George mit einer espritsprühenden Einleitung und Rüdiger Wischenbart mit einem sehr inspirierenden Impulsreferat, bei dem ich sehr häufig dachte: „Das ist es. Auf den Punkt.“
Danach ging es in die Diskussion. Zur Debatte stand die Digitalisierung des Buchmarkts und ihre Folgen. Es ging um E-Books, Internetveröffentlichungen, die Zukunft des gedruckten Buchs, die Möglichkeiten von KI, Bestsellercodes und Übersetzerprogramme, die EU-Urheberrechtsnovelle, Selfpublishing, die gar nicht mehr so neuen Medien und sich änderndes Leseverhalten – und bestimmt habe ich noch den einen oder anderen Punkt vergessen. Als Teilnehmerin kann ich nur sagen: Ich fand die Themen spannend und die Atmosphäre ausgesprochen angenehm. Ob ich Stuss geredet habe, müssen andere entscheiden.

Danach verwischt sich meine Erinnerung ein wenig. Ich weiß noch, dass ich mit Lena Falkenhagen über die Absicht des VS gesprochen habe, künftig auch Selfpublisher*innen aufzunehmen. Sie hat das sehr befürwortet und darauf hingewiesen, dass PAN (die Vereinigung der Fantasy*autorinnen) sich inzwischen ja auch geöffnet habe. Dass das am Anfang anders gewesen sei, habe allein daran gelegen, dass man zunächst Strukturen schaffen wollte.
Dann habe ich mit Valentin Döring, Dr. Volker Staats (beides Juristen im VS) und Katharina Uppenbrink von der Initiative Urheberrecht über die EU-Urheberrechtsnovelle gesprochen. Die drei haben es geschafft, meine Meinung ins Wanken zu bringen, dass vor allem Artikel 11 und Artikel 13 Mist sind. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich die Richtlinie deshalb gut finde. Es ist einfach unglaublich schwer, an zuverlässige Informationen zu kommen, da auf beiden Seiten Interessengruppen stehen. Auf mich wirkt die Diskussion allerdings so, als würden die Gegner der Urheberrechtsrichtlinie sachlicher argumentieren als die Befürworter, von denen ich allenfalls Schlagworte und gelegentliche Diffamierungen mitbekomme. Das mag an den von mir konsumierten Medien liegen. Es mag auch sein, dass die Sachargumente der Gegner falsch sind. Der unsachliche Ton seitens der Befürworter weckt jedoch den Eindruck, sie hätten überhaupt keine Argumente. Das war bei den drei Genannten nun deutlich anders: Sie wirkten sowohl sachlich als auch informiert. Durch sie habe ich erfahren, dass die Diskussion über verpflichtende Uploadfilter die beabsichtigte Regelung nur sehr verkürzt darstellt. Das und die Tatsache, dass sie eindeutig die Interessen der Schriftsteller*innen vertreten, hat mein Meinungsbarometer von „Ablehnung“ auf „unschlüssig“ umspringen lassen.
Außerdem habe ich Monika Pfundmeier kennengelernt, eine sehr liebe Kollegin und sehr erfolgreiche Selfpublisherin, mit der ich am nächsten Tag lesen sollte. Mit ihr habe ich auch den größten Teil des Abends verbracht, der aus einem Festakt im Stadttheater Aschaffenburg zu dessen Höhepunkten für mich die Rede von Imre Török zählte, der Kein Ende der Bescheidenheit forderte, einem Empfang des Bürgermeisters und dem anschließenden gemeinschaftlichen Versacken der Nimmermüden im Schlappe Seppel bestand.

Und obwohl Aschaffenburg eigentlich recht übersichtlich ist, habe ich es geschafft, mich auf dem Rückweg ins Hotel zu verlaufen.

Den ersten Teil des Samstags hätte ich mir eigentlich für Schönheitsschlaf, einen ausgiebigen Bummel durch Aschaffenburg nebst Cafébesuchen und Lesungsvorbereitungen freinehmen können. Schließlich sollte die Lesung erst am Abend stattfinden. Aber natürlich war ich neugierig auf die Delegiertenkonferenz. Ganz besonders darauf, ob der Antrag über die Aufnahme von Selfpublisher*innen durchkommen würde. Zwar sind mir alle, mit denen ich mich unterhalten habe, sehr offen begegnet, aber für Außenstehende ist es schwer, Stimmungen abzuschätzen. Um so mehr hat es mich gefreut, dass der Antrag problemlos durchging. Schließlich kämpfen wir Selfpublisher*innen mit ähnlichen Problemen, wie die, die für Verlage schreiben. Darüber hinaus kämpfen wir mit ähnlichen Problemen, wie die Verlage selber – die übrigens auch Mitglied im VS sein können. Und deshalb glaube ich fest daran, dass es gut ist, diese gemeinsamen Probleme gemeinsam anzugehen und die gemeinsamen Interessen auch gemeinsam zu vertreten.
Als im Anschluss daran an einer neuen Charta gefeilt wurde, habe ich mich allerdings verabschiedet. Die Vorlage kannte ich schon und kann sie in jedem Punkt unterschreiben. Das Gleiche gilt für die am gleichen Tag verabschiedete Aschaffenburger Antwort. Deshalb habe ich mich gegen das weitere Zuhören und für ein Nickerchen im Hotel entschieden, um für die bevorstehende Lesung fit zu sein.

Die Lesung. Was soll ich darüber sagen, außer dass sie Spaß gemacht hat? Vielleicht noch, dass sie in zwei Blöcken á einer Stunde ablief. Das hatte den Sinn, dass die Zuhörenden in der Pause zu einer der parallel laufenden anderen drei Lesungen wechseln konnten. Monika Pfundmeier und ich haben abwechselnd gelesen. Im ersten Block sie zuerst, im zweiten ich. Jens Kramer hat uns jeweils vorher vorgestellt und ein bisschen in die Themen eingeleitet.
Im Anschluss an die zweite Lesung gab es sogar noch eine kleine Diskussion mit ein paar Zuhörerinnen.

Danach sind wir mit den übrigen Kongressteilnehmern wieder im Schlappe Seppel versackt.

Damit war der Kongress eigentlich zu Ende. Allerdings gab es am nächsten Morgen noch so etwas wie ein inoffizielles Treffen. Eher zufällig. Vor dem Hauptbahnhof.
Das Wetter war schön, ich hatte keine Lust auf Hotelzimmer und der Kaffee dort war auch eher mau. Also bin ich früher raus und habe mir einen Chai Latte in der Sonne gegönnt. Und nach und nach bekam ich Gesellschaft. Zuerst Monika Pfundmeier. Dann Lena Falkenhagen, die frisch gekührte Vorsitzende. Imre Török. Sven j. Ohlsson (noch jemand aus dem Vorstand) und noch ein paar andere, deren Namen mir leider entfallen sind. Einige blieben nur kurz auf ein paar Worte. Andere länger.
Es war eine sehr angenehme Runde. Auch das hat mich darin bestärkt, dass es richtig ist, dem VS beizutreten.


*Den Bericht werde ich noch verlinken, so bald er fertig geschnitten ist.


Wer objektivere Informationen sucht, ist mit diesem Artikel vielleicht ganz gut bedient: http://kuk.verdi.de/literatur/laengst-noch-kein-ende-der-bescheidenheit-1832/

Lesung am 16. Februar 2019 in Aschaffenburg

28768659_964298187058547_1701217180_oWenn du mich einmal echt, in Farbe und voller Lebensgröße erleben oder in meine Bücher reinhören willst, kannst du das am 16. Februar in Aschaffenburg tun. Dort werde ich im Rahmen von Literatur unter Strom in einer Doppellesung mit Monika Pfundmeier aus meinen Büchern lesen und gerne auch Fragen beantworten.

Wann genau:
Samstag, den 16.02.2019
19:00 Uhr
und 20:30 Uhr

Wo genau:
Stadtbibliothek, 63739 Aschaffenburg

Mehr Informationen, auch zu den anderen Lesungen und eine wunderbaren Übersichtskarte (damit du auch hinfindest) gibt es auf der Veranstaltungsseite  des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, mit #LiteraturUnterStrom sein 50-jähriges Jubiläum feiert.

Wenn du Zeit hast und irgendwo in der Nähe wohnst, solltest du dir das auf keinen Fall entgehen lassen. Ich jedenfalls würde mich freuen, dich dort zu treffen.

Was war und was wird

Was 2018 für mich bedeutet hat

Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückschaue, ist vieles gut, manches mau und leider sehr viel auch miserabel gelaufen. Ganz wunderbar war die Zeit auf der Leipziger Buchmesse. Hier muss ich ganz vielen Leuten DANKE! sagen. Den Freunden von Lebendige Geschichte zum Beispiel, die mich äußerst gastfreundlich aufgenommen haben. Dem Bundesverband junger Autorinnen und Autoren (BVjA), der mich zur Podiumsdiskussion „Was macht mich zum Schriftsteller“ eingeladen hatte. Vor allem aber den Schwestern vom Nornennetz, die es mir ermöglicht haben, meine Bücher in wirklich fantastischer Umgebung zu präsentieren, und die außerdem eine Lesung, sowie eine Podiumsdiskussion zu „starke Frauen in der Fantastik“ organisiert haben.

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Foto: Elenor Avelle

Der absolute Tiefpunkt des Jahres war der sehr überraschende Tod meines Vaters. Es war nicht der einzige Todesfall in der Familie dieses Jahr. Aber die Art seines Todes und ganze Drumherum waren, gelinde gesagt, sehr unschön. Auch sonst er hat mich stärker getroffen, als ich es für möglich gehalten hätte. Dazu kam eine neue Krebserkrankung bei meiner Mutter, die ich – anders als die im letzten Jahr – aber mehr oder weniger nur aus der Ferne begleiten konnte. Mit alledem zurechtzukommen, hat viel Zeit und Kraft gekostet, was schließlich in einer Depression mündete, an der ich immer noch knabbere.
Dass mein „kleiner“ Sohn sich kurz vor Weihnachten noch das Bein gebrochen hat und nun zu 100% pflegebedürftig ist, war dann nur noch der Vogelschiss auf dem Misthaufen.

Coverentwurf1 klein

Daher bin ich dieses Jahr auch weit hinter meinen Schreibplänen zurückgeblieben. Das Werwolfprojekt ist so häufig ins Stocken geraten, dass ich irgendwann den Faden nicht wiedergefunden habe. Auch der Roman „Steppe und Steine“ liegt vorläufig wieder auf Eis.
Um in diesem Jahr überhaupt etwas zu veröffentlichen, habe ich auf zwei ältere Geschichten zurückgegriffen. Meine Leser mögen mir dieses Recycling verzeihen.

Immerhin habe ich etwas veröffentlicht und betrachte das schon als kleinen Erfolg, zumal das Cover zu „Was von ihnen blieb“ wirklich wunderschön geworden ist. Auch das ist eine Eigenleistung, auf die ich stolz bin.

Was 2019 kommen soll

Der Dezember ist aber nicht nur die Zeit der Rückbesinnung, sondern auch dafür, Pläne für das neue Jahr zu schmieden.
Eigentlich wollte ich jetzt verkünden, dass ich im Januar meinen privaten WriMo ausrufen und endlich „Steppe und Steine“ fertig schreiben werde. Das hat sich vorläufig zerschlagen, ich hoffe aber, dass es im März oder April klappt.
Im Februar bin ich als Gast zur Jubiläumsveranstaltung „Literatur unter Strom“ des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller nach Aschaffenburg eingeladen, wo ich sowohl an einer Podiumsveranstaltung teilnehmen als auch eine Lesung halten werde.
Außerdem will ich neben dem Werwolfwestern noch mindestens eine weitere Erzählung für den Codex Aureus schreiben.

Der Codex Aureus wird im Lauf des Jahres einen eigenen, unabhängigen Webauftritt bekommen. Dazu soll neben einer selbst gehosteten Webseite auch eine Social-Media-Präsenz gehören. Ich hoffe, dadurch gezielter Leserinnen und Leser ansprechen zu können.
Der Webspace und die Adresse sind schon reserviert, ein Twitteraccount ist angemeldet. Es geht also „nur noch“ darum, beides mit Leben zu füllen.

Und du? Was sind deine Pläne für 2019?

Literatur unter Strom: Interview durch Nina George

Nächstes Jahr feiert der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) 50-jähriges Jubiläum. Der Jubiläumskongress steht unter dem Motto „Literatur unter Strom“ – ein in mehrfacher Hinsicht passendes Motto, denn das zentrale Thema des Jubiläumsjahrs 2019 ist die Digitalisierung und ihre Bedeutung für AutorInnen, Verlage und Buchmarkt.

Das Thema wird jedoch nicht erst ab 2019, sondern bereits jetzt diskutiert. In diesem Zusammenhang hat Nina George (ja, genau DIE Nina George) mich zu den Themen Selfpublishing und den Folgen der Digitalisierung für den Buchmarkt interviewt.
Ihre Fragen fand ich sehr spannend und herausfordernd. Was dabei herausgekommen ist, kannst du auf den Seiten des VS in der Rubrik „Literatur unter Strom: Interviews und Statements“ nachlesen.

28768659_964298187058547_1701217180_oWas mich jetzt interessieren würde: Wie siehst du das? Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf den Buchmarkt? Können Verlage von Selfpublishern lernen? Werden unsere Enkel noch gedruckte Bücher lesen? Werden sie überhaupt noch lesen oder gehört die Zukunft dem Gaming, Streaming oder ganz anderen Technologien?
Ich freue mich auf deine Meinung!

 

Geister gibt es nur zu Halloween?

Von wegen!

In den europäischen Sagen und Legenden spukt es zu allen Jahreszeiten. Das gilt nicht nur für die, eher in Schlössern und Burgen beheimateten, weißen Frauen. In den Wäldern muss man sich nachts vor Huckaufs fürchten und im Moor sollte man keinesfalls den Irrlichtern folgen. Aber auch auf freiem Feld ist man nicht sicher, weil dort Hafermann und Roggenmuhme ihr Unwesen treiben.

Jetzt, nachdem die Ernte eingeholt wurde, geben die letztgenannten zwar Ruhe – dafür beginnt allerdings bald die Zeit der wilden Jagd.

Eine wunderbare Zeit, sich ein bisschen zu gruseln. Denn als aufgeklärte Menschen glauben wir selbstverständlich nicht an Geister, oder?

Vorankündigung 1

 

Vom Newsletter und einem explodierten Drabble

Noch etwas, das ich fast vergessen hätte: Spätestens wenn ein neues Buch ansteht, muss ein Newsletter raus. Und demnächst steht die Veröffentlichung von Was von ihnen blieb an.

Also Grußwort schreiben, Buchvorstellung, sonstige Neuigkeiten und als Bonbon ein Drabble. Möglichst eins, das zum Buch passt. Exklusiv, also bisher unveröffentlicht.
Tja und da haben wir ein Problem. Ein großes, fettes Luxusproblem. Das Drabble ist nämlich sozusagen explodiert, d. h. die Geschichte wollte sich keinesfalls auf 100 Worte beschränken lassen.
Wer den Newsletter abonniert hat, darf sich also auf eine Mini-Erzählung freuen.

Ich muss nur noch das Grußwort fertig schreiben. Nur noch … Nun, ja.

Coverentwurf1 klein

 

 

Was von ihnen blieb erscheint demnächst als 6. Band im Codex Aureus.

Wie immer als eBook und wie immer für fast alle Lesegeräte.

Der Klappentext, mein Endgegner

Es ist bei jedem Buch das Gleiche: Da habe ich ein paar tausend Worte geschrieben, aber so bald ich etwas über das Geschriebene sagen soll, verwandelt sich das Hirn in einen weiten, öden Raum, durch den höchstens Satzfetzen treiben. Muffig gewordene Klischees. Worthülsen. Formulierungen, so dürr und hölzern, dass sie schon vom Hinsehen splittern. Sprachmüll eben.

Bei dem neuen Band für den Codex Aureus war es noch ein bisschen komplizierter, denn Was von ihnen blieb enthält zwei Novellen. Wie also beiden gerecht werden, ohne zu langatmig zu werden? Wie genug erzählen, ohne viel zu verraten?

Inzwischen hoffe ich, eine Lösung gefunden zu haben. Ein herzliches Dankeschön an die Schwestern vom Nornennetz. Ihr habt mir mit eurer Kritik sehr geholfen!

Coverentwurf1 klein

 

Was von ihnen blieb erscheint demnächst als sechster Band im Codex Aureus. Der genaue Erscheinungstermin steht noch nicht fest.

Erhältlich über den Buchhandel und bei Amazon.