#NaNoWriMo (Tag 3): Über eine liebenswürdige Antagonistin

Aktuell schreibe ich das Tagebuch der Antagonistin, bin also sehr mit ihr verbunden und gewinne sie dadurch richtig lieb. Sie ist ein lieber Mensch mit guten Absichten. Das ist einerseits gut, weil das (hoffentlich) auch auf die Gefühle der Leserschaft

überträgt, was der Geschichte dann eine Tiefe gibt, die ich nicht eingeplant hatte. Andererseits muss ich aufpassen, dass die die Biege noch kriegt, sonst kippt das Ganze und die Geschichte wird unglaubwürdig.

Die Protas müssen noch ein bisschen warten, bis ich mich mit ihnen befassen kann. Aber das ist auch fair, weil sie zu diesem Zeitpunkt (also dem, zu dem die Antagonistin schreibt) noch gar nicht geboren sind.

Im Buch werden sich Haupthandlung und Tagebuchauszüge abwechseln, bis die Antagonistin für sich selber sprechen kann und beides zu einem Handlungsstrang zusammenfließt. Ein bisschen, wie bei modernen Thrillern, wo der irre Killer auch immer wieder Kapitel bekommt, in denen er seine Perspektive darlegt – nur ist meine Antagonistin halt tot. Oder auch nicht. Jedenfalls nicht vollständig.

mortality-401222_640
Quelle: DasWortgewand via pixabay
Advertisements

Warum ich nicht diskriminierungsfrei schreiben kann und es trotzdem versuche

birdcage-2337188_640Ich habe lange Zeit mit mir gerungen, ob ich diesen Artikel schreiben soll. Oder besser gesagt: Ich habe ihn geschrieben, weil es mir ein Bedürfnis war, das Thema aufzugreifen und dann lange mit mir gerungen, ob ich ihn veröffentlichen soll. Mir ist schon jetzt klar, dass ich damit Menschen vor den Kopf stoßen werde. Trotzdem ist das hier nun einmal mein Standpunkt, und damit genauso berechtigt, wie jede andere Meinung auch. Also raus damit.

Es geht, wie der Titel schon verrät, einmal mehr um Diskriminierung und Teilhabe. Ich lese viel darüber und es mehren sich die Beschwerden, dass Literatur nicht divers genug sei. Erzählt würde in der Regel aus der Perspektive der weißen, männlichen Mittelschicht. Heterosexualität sei die Norm. Menschen anderer Hautfarbe tauchten allenfalls als Staffage auf und überwiegend in untergeordneten Positionen. Behinderungen seien völlig tabuisiert. Und gerade in der Jugendliteratur falle das Frauenbild noch hinter die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Dass diese Gruppen dadurch marginalisiert und diskriminiert werden, steht außer Frage.
Dementsprechend viele Empfehlungen gibt es, wie Bücher im Sinne der Diversifizierung verbessert werden könnten: eine größere Bandbreite im Aussehen der Protagonisten, mehr Frauen, Behinderte, Schwule, Lesben, Asexuelle – wenn schon nicht in den Haupt-, dann doch wenigstens in den wesentlichen Nebenrollen. Dem stimme ich zwar weitgehend zu, aber manchmal frage ich mich doch, ob man gute Absichten und gute Literatur wirklich gleichsetzen sollte.
Weitaus problematischer finde ich jedoch die oft gleichzeitig erhobene Forderung, das Werk müsse außerdem frei von ableistischen, rassistischen, homophoben und misogynen Begriffen sein – überhaupt von allem, durch das sich irgendwer gekränkt fühlen könnte.
Ich muss zugeben, dass es mich da manchmal schüttelt.

Warum ich es nie allen recht machen werde

Zunächst mal empfinde es als Zumutung, von einem Autor oder einer Schriftstellerin zu verlangen, in jeder Geschichte ein Maximum an Diversität unterzubringen. Das hat mehrere Gründe, die vielleicht den einen oder die andere überraschen.

Diversität ist nicht immer möglich und sinnvoll

Gerade bei historischen Stoffen ist die Forderung nach maximaler Diversität geballter Unsinn. Wie soll man in einer Handlung, die irgendwo zwischen Völkerwanderung und Neuzeit in einem Bergdorf im Schwarzwald oder auf einer Nordseehallig spielt, jemanden mit dunkler Hautfarbe unterbringen? In solchen Gegenden sind Haut- und Haarfarbe über weite Epochen gar kein Thema. Fremd ist, wer mehr als eine Tagesreise entfernt wohnt. Manchmal reicht zum Fremdsein schon das Nachbardorf.
Genauso muss man sich fragen, wie wahrscheinlich die Teilnahme es ist, dass in einer bestimmten Gruppe Frauen oder Behinderte sind. Nehmen wir das Beispiel einer der frühen Weltraummissionen: Von den von Wikipedia aufgelisteten 568 Raumfahrern sind gerade mal knapp 11% weiblich. (Und das auch nur, weil sich Frauen in den USA in den 70ern per Gerichtsurteil das Recht auf Teilnahme an Raumflügen erstritten.) Noch schwieriger ist es nur, jemanden mit Behinderung in die Mannschaft zu bringen, da körperliche Fitness eines der wesentlichen Kriterien für die Teilnahme ist.
Wo soll Homosexualität anklingen, wenn in dieser Zeit nicht darüber gesprochen wurde oder die Ausübung sogar zum Tod führen konnte? Sicher, man kann dann genau das zum Thema machen, aber was, wenn das Thema ein ganz anderes sein sollte?
Warum messen wir der Sexualität überhaupt so viel Bedeutung zu, sie unbedingt einbringen zu müssen – in welcher Spielart auch immer? Wenn der Plot keine Liebesgeschichte erfordert, kommt es dann überhaupt darauf an, ob die Charaktere nun hetero-, homo-, bi-, metro- oder asexuell sind? Wer will das wissen? Wozu?

birdcage-2337188_640

Meine Perspektive ist nicht vorurteilsfrei

Der nächste Punkt sind die Perspektiven: Natürlich habe ich Wahrnehmungsprobleme und blinde Flecken. Meine Welt setzt sich in erster Linie aus den gemachten Erfahrungen zusammen. Genauso, wie ich keinen Infraschall hören und kein UV-Licht sehen kann und deshalb das mir zugängliche Geräusch- und Farbspektrum als das normale zugrundelege, konstruiere ich auch meine Vorstellung von Normalität aus den gemachten Erfahrungen.
Mit anderen Worten: Ich kann mich zwar an die Erfahrungswelt einer Migrantin annähern, indem ich eigene Erfahrungen mit Fremd-Sein und die Erzählungen anderer verknüpfe, werde aber immer an den Details scheitern, weil die Details individuell und nicht verabsolutierbar sind. Genauso werde ich vermutlich an der Darstellung eines Schwulen innerhalb einer der diversen vorhandenen Szenen scheitern, weil mein Blick für Details durch meine Hetenbrille verzerrt ist.
Überhaupt – und das ist auch so ein Thema, das ich auf genau den gleichen Blogs und den gleichen Portalen lese – sollten wir nicht sowieso die für sich sprechen lassen, die aus eigener Erfahrung berichten können? Also die eingeschränkt-agilen, nicht-heterosexuellen, nicht-mittelständischen Nicht-Kartoffeln. Was für eine Anmaßung, zu glauben, deren Erleben angemessen widerspiegeln zu können!*

Eine beleidigungsfreie Sprache ist nicht möglich

Aber es ist die dritte Forderung, die mich vollends auf die Palme bringt: Nämlich die, so zu schreiben, dass sich niemand beleidigt oder sonst wie getriggert fühlt.
Nicht, dass ich unbedingt jemanden beleidigen oder triggern will. Fakt ist aber, dass sich immer jemand finden wird, der sich beleidigt fühlt. Vielleicht nicht sofort, aber in Zukunft garantiert.
Natürlich kann man bestimmte Worte weglassen. Man kann darauf verzichten, „Neger“ zu sagen – das tut nicht mal weh. Man kann darauf verzichten, Menschen, die sich aufgrund Hautfarbe, Geschlecht und Herkunft anderen überlegen fühlen als Rassisten, Chauvinisten oder Snobs zu bezeichnen, denn gerade die fühlen sich besonders beleidigt, wenn man das tut. Man kann seine Charaktere so weit disziplinieren, dass sie nicht fragen: „Ey, sach mal bist du schwul, Alda?“, sich gegenseitig als Spasten bezeichen oder die Oma eben nicht zum Enkel sagt: „Nun schneid‘ dir aber mal die Haare, Jung! Du siehst ja schon aus wie ein Mädchen.“ Kann man alles machen. Man kann sogar darauf verzichten, Nazis als Nazis zu bezeichnen. Wie gesagt.

Aber wer gibt mir die Garantie darauf, dass nicht in 10 Jahren Tiere als vollwertige Rechtspersönlichkeiten angesehen werden und PETA Massenklagen einreicht, weil Autorinnen und Autoren die Beleidigung „dumme Kuh“ verwendet haben?
Sprache ist immer Ausdruck einer bestimmten Kultur. Kultur kann sich ändern. Damit ändert sich auch, was als beleidigend empfunden wird. Wenn ich heute über jemanden als „das Weib“ spreche, ist das beleidigend. Vor 200 Jahren wäre es normal gewesen. Da war „Frau“ das Synonym für eine Höherstehende.

Nun bin ich als Fantasy-Autorin in der privilegierten Position, den Leuten nicht aufs Maul schauen zu müssen. Ich kann mir noch wesentlich kreativere Beleidigungen und Flüche einfallen lassen. Trotzdem bleibt Sprache Ausdruck einer bestimmten Kultur. Wenn ich meine Völker forme, muss ich im Hinterkopf behalten, wie der Blick der jeweiligen Kultur auf Außenstehende aussieht – und was als außenstehend empfunden wird. Irgendetwas ist es immer.
Das bedeutet aber auch, dass sich das Konzept von „fremd“, „andersartig“ und „abstoßend“ je nach (Sub-)Kultur ändert. Damit ändert sich auch, was als Beleidigung empfunden wird und deshalb ist es nicht der Sachinhalt, der ein Wort zur Beleidigung macht, sondern die dahinter durchscheinende Intention. Die wiederum ist aber etwas anderes, als die Aussage des Textes insgesamt – was bei der Forderung nach einer sauberen (sprich nicht diskriminierenden, niemanden verletzenden) Sprache vollkommen untergeht.**

Ein vorsichtiges Fazit

Im Ergebnis bleibt schon mal festzuhalten, dass schon der Versuch, es jedem recht machen zu wollen, zu einem Eiertanz führt, der nur schief gehen kann. Selbst im besten Fall kommt nicht mehr dabei heraus als eine neue Form der Erbauungsliteratur. Ideologisch unbedenklich, ohne Ecken und Kanten und garantiert keimfrei. Noch reizärmer als eine öffentlich-rechtliche Vorabendserie und mit Figuren ausgestattet, die mit echten Menschen noch weniger zu tun haben als Ken und Barbie mit den Maßen real existierender Mitteleuropäer.
Ob das freiwillig jemand lesen will? Ich glaube nicht. Lesen soll ein Abenteuer sein, das einen an fremde Orte bringt, neue Erfahrungen machen lässt oder wenigstens die Tristesse des Alltags vergessen macht. Wir wollen krasse Helden und Kickass-Protagonistinnen, die Dinge tun, die wir uns nie im Leben trauen und Situationen durchleben, die wir um alles in der Welt zu vermeiden wünschen. Mit Ken und Barbie wird das nichts.

birdcage-2337188_640

Warum ich trotzdem versuche, niemanden zu diskriminieren

Kurz gesagt: Weil das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht heißt, dass man andere abwerten darf und weil gute Bücher vielschichtig sind.
Die Langfassung ist, wie immer, etwas komplexer.

Dabei ist der erste Teil noch relativ leicht. Ich bin sehr für klare Worte und eindeutige, eingängige Formulierungen. Das bedeutet aber keinen Freibrief dafür, andere absichtlich zu verletzten.
Und damit sind wir schon beim diskriminierungsfreien Ansatz, denn nichts anderes bedeutet diskriminieren: Jemanden schlechter zu behandeln als andere oder seinem Ansehen durch negative Äußerungen zu schaden.

Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass es dem Werk gut tut, wenn der Autor oder die Autorin sich aktiv mit seinen/ihren Vorurteilen auseinandersetzt und versucht, sie zu überwinden. Nichts ist langweiliger als die Episteln deren, die in ihrer eigenen Welt gefangen und dadurch gezwungen sind, ewig die gleichen Gedanken widerzukäuen. Deutlich spannender sind die Bücher, derjenigen Autor*innen in der Lage sind, verschiedene Perspektiven einzunehmen. Das geht nur, wenn man bereit ist, erst mal vom hohen Ross der wohlgeformten eigenen Weltsicht abzusteigen.
Leider ist dieser Akt nicht ganz ungefährlich. Nicht nur, weil der Boden der Tatsachen oft ganz schön dreckig ist. Mehr noch: Mit Pech erkennt man, einer Chimäre aufgesessen zu sein. Das eigene Weltbild gerät ins Wanken und auch alle Kategorien von schön/hässlich, gut/böse, wahr und falsch – kurz alles, was das eigene Leben vorher einfach und übersichtlich gemacht hat. Vorurteile eben. Wir alle haben sie.
Trotzdem lohnt es sich, diesen Schritt zu wagen. Zwar werden wir auch dadurch nie in der Lage sein, unsere Vorurteile vollständig abzubauen, aber er schult die Wahrnehmung, erweitert den Horizont und hilft, sich über Analogienden Erfahrungen anderer anzunähern (die genauso subjektiv sind, wie die eigenen). Damit ist man in der Lage, seine Inhalte zumindest punktuell anzupassen, neue Sichtweisen anzunehmen und sie in Geschichten zu integrieren.

Das garantiert nicht, dass sich nie jemand beleidigt fühlen wird. Eine derartige Garantie ist schon deshalb unmöglich, weil dieser Ansatz darauf verzichtet, bestimmte Worte in den Giftschrank zu stellen. Dieser Ansatz garantiert aber, dass man sich damit auseinandersetzt, was man sagt und welche Worte man in welchen Zusammenhängen verwendet.
Vielleicht wird man dadurch ein besserer Mensch. Vielleicht auch nicht. Ich glaube aber fest daran, dass man so die besseren Geschichten schreibt.

Und ich bin der festen Überzeugung, dass es das wert ist.


*Der Widerspruch zu Punkt 1 wird leider nicht bemerkt oder jedenfalls nicht angesprochen und dementsprechend auch nicht aufgelöst.
**Den Punkt habe ich schon in den Artikeln „Das Schreckgespenst der gegenderten Sprache“ und „Alles auf die Goldwaage?“ angesprochen, daher will ich ihn hier nicht vertiefen.


Bildquelle: johhsonlu via pixabay

Blogtour zu „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle

Huch, Sehnsucht? Romantik? Und das hier?

Keinesfalls, wie das Beitragsbild verrät und wie diejenigen bereits wissen, die die beiden vorangegangenen Beiträge der Blogtour gelesen haben.
Bei Infiziert geht es um das Überleben im zombiverseuchten Berlin. Infiziert ist im Wortsinn eine Dystopie. Damit willkommen bei der dritten Station der Blogtour, die ganz im Zeichen von Dystopien steht.

Der Begriff Dystopie bedeutet so viel wie „schlechter Ort“, wobei diese Bedeutung häufig nur im übertragenen Sinn gilt. Die Welt der Dystopien kann vielfältige Formen annehmen. Sie kann hochtechnologisiert sein, wie die „Schöne neue Welt“, vorindustriellen Gesellschaften beschreiben, wie „Die Haarteppichknüpfer“ oder postindustrielle wie in Endzeitfilmen wie „Mad Max“.

Es kann sogar sein, dass die Welt auf den ersten Blick paradisisch wirkt. Die Gesellschaft scheint friedlich, ihre Mitglieder glücklich. Armut, Krankheiten, manchmal sogar der Alterungsprozess scheinen überwunden. Erst nach und nach wird klar, dass dieses Bild täuscht. Beispiele dieser Form von Dystopie sind „Schöne neue Welt“, „Alles was wir geben mussten“ oder auch „Die Truman-Show“.

Der Grund dafür ist, dass in klassischen Dystopien in erster Linie vor gesellschaftlichen Fehlentwicklungen gewarnt. Auch hier sind die Ausprägungen vielfältig. Häufige Themen sind die Ohnmacht des Individuums gegenüber einem despotischen Staat, der noch in die intimsten Lebensbereiche eingreift, die Ausbeutung durch mächtige Konzerne oder Kartelle, für die Menschen nur Mittel zum Zweck sind und massive soziale Gefälle bis hin zu Kastensystemen.

Diese „klassischen“ Dystopien verbindet nicht nur der düstere Grundton, sondern auch oft eine pessimistische Gesamthaltung. Ein Happy End ist selten. In der Regel siegt das System, während die Protagonisten zerbrechen oder sich seinen Bedingungen unterwerfen und anpassen. Aber selbst, wenn ein Entkommen gelingt, wird das System nicht überwunden, sondern besteht unverändert fort.

In den moderneren Dystopien trifft der Begriff des „schlechten Orts“ oft auch auf die äußeren Umstände zu. Ein typisches Szenario besteht darin, dass die Erde unbewohnbar geworden ist und ein kleines Häufchen von Menschen um das Überleben kämpft. In diesen modernen Dystopien kann die Umgebung selbst zu einem der Gegner werden, den es zu überwinden gilt.

Anders als in der klassischen Variante ist die Grundhaltung jedoch überwiegend positiv. Die prekäre Ausgangssituation wird oft genutzt, um Heldengeschichten zu erzählen. Die Protagonisten zeichnen sich in der Regel durch Willensstärke, Einfallsreichtum und Resilenz aus. Sie schließen Bündnisse und Freundschaften, die allen Seiten nutzen. Am Ende ist die Situation vielleicht nicht vollständig überwunden, aber doch ein Stück besser geworden. Beispiele dieser modernen Dystopien sind u. a. „Die Tribute von Panem“, „Waterworld“ oder auch „Der Schwarm“.
Auch wenn bei diesen modernen Dystopien das persönliche Heldentum in den Fokus rückt, liegt auch ihnen oft ein gesellschafts- vor allem aber technikkritischer Blick zugrunde. Vielfach ist die Katastrophe, die den Zerfall herbeigeführt hat, menschengemacht. Themen sind Umweltverschmutzung, Klimawandel oder auch die Folgen der Gentechnik.

Ohne zu spoilern, lässt sich sagen, dass „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle zu dieser modernen Form der Dystopien gehört. Zentralfigur ist Charlie, eine junge Frau, die immun gegen das hochinfektiöse Zombivirus ist. Das macht das Überleben für sie ein Stück leichter, aber nur ein bisschen, denn die Zombis bei Elenor Avelle sind keine tumben Trottel, sondern Jäger. Auch Elenor Avelles Berlin entspricht dem typischen Setting. Die Stadt ist fast ausgestorben. Technik funktioniert nicht mehr. Essen und Wasser sind knapp, die wenigen Überlebenden zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt.
Dieses Szenario ist nicht aus bloßer Lust an Untergang und Gemetzel entstanden, wie im Lauf des Romans klar wird. Vielmehr geht es Elenor Avelle, die sich selbst als „Gutmensch“, „Baumkuschler“ und „Nagetier“ beschreibt, darum, den technischen Fortschritt, kritisch zu hinterfragen.

Die Macht untergräbt die ethischen Grenzen. Ich halte Technik nicht für falsch, ich denke aber, dass wir unsere Entwicklung an unseren Planeten anpassen sollten. Naturstrom statt Atom etc. Es macht mich traurig und wütend, wenn die Konzerne und ihr Geld mal wieder über die Vernunft siegen.
Elenor Avelle

Was das mit der Romanhandlung zu tun hat, werde ich allerdings nicht verraten. Dazu musst du das Buch schon selber lesen. Eine Chance dazu hast du jetzt, denn:

Wir verlosen 1 signiertes Print von „Infiziert – geheime Sehnsucht“

Sicher ist dir das rot markierte Wort aufgefallen. So eines findest du in jedem der Beiträge. Zusammen ergeben sie einen Satz aus dem Buch. Wenn du ihn bis zum 22.10. an schreibtrieb-buchblog@gmx.de schickst, nimmst du an der Auslosung teil.

Teilnahmebedingungen

Gewinnspielteilnahme ab 18 oder mit Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, für Versand wird keine Haftung übernommen, eine Barauszahlung ist nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärst du dich bereit, dass deine Adresse an die Autorin übersendet werden darf und im Gewinnfall dein Name öffentlich genannt wird.
Pro Person ist eine Teilnahmemöglichkeit gegeben.
Das Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang mit Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 22.10.2017, 23:59.


Morgen geht die Blogtour bei der BlogBücherei weiter.

Die vorangegangenen Beiträge findest du auf dem Blue Siren Blog und bei Lust & Laune.

 

Start der Blogtour zu „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle

Nein, ich mache hier nicht neuerdings Werbung für Liebesgeschichen, auch wenn man das bei geheimen Sehnsüchten denken könnte. Infiziert – Geheime Sehnsucht ist eine Dystopie. Mit Zombies.

Mehr Informationen gibt es im Lauf der Blogtour, bei der übrigens auch etwas zu gewinnen gibt. Dafür musst du nichts weiter tun, als einen Satz aus dem Buch zu erraten. Wie? Einfach die Beiträge verfolgen, dann siehst du es schon. 😉

Den Auftakt macht heute im Laufe des Tages Blue Siren.
Mein Beitrag erscheint am 18.10.2017

Viel Spaß beim Lesen und miträtseln. Und viel Glück!

[Fundstück] suedies kleiner Schreibratgeber – starke, weibliche Figuren

Abgesehen davon, dass ich „männliche Männer“ wie Old Shatterhand und James Bond inzwischen als leicht lächerliche Klischees und mindestens ebenso nervig wie die unbeliebte Mary Sue finde, kann ich dem Artikel nur zustimmen.
https://www.wattpad.com/449001773-mach-ein-meinungsbuch-suedie-haben-sie-gesagt

[Selfpublishing] Welche Software wird gebraucht? – Teil 4: Grafik

Wer Bücher veröffentlichen will, muss Bilder bearbeiten können. Für Sach- und Fachbücher ist das selbstverständlich, aber auch bei Belletristik steht man spätestens beim Cover vor der Frage „und nun?“
Die meisten Distributoren bieten einen Coverservice an, der vielfach sogar kostenlos ist. Die dort gebotenen Möglichkeiten sind allerdings beschränkt und dementsprechend schlicht fallen die Ergebnisse aus. Wer mehr will, muss sich das Cover anders besorgen und da wir Selfpublisher*innen im Normalfall knapp bei Kasse sind, ist Selbermachen durchaus eine Option.

Cover thump

Im Folgenden will ich deshalb einen kleinen Überblick über die Programme liefern, mit denen ich gearbeitet habe und von meinen Erfahrungen berichten. Die Eindrücke sind natürlich subjektiv. Nur, weil ich mit einem Programm nicht zurechtkomme, heißt das nicht notwendig, dass das auch anderen so geht.
Und noch eins vorweg: Selbst gute Software garantiert keine guten und schon gar keine schnellen Ergebnisse. Sie garantiert gar nichts. Auch Covergestaltung erfordert zumindest ein bisschen Talent, auf jeden Fall aber Kreativität und viel Zeit. Wem der Blick für Bilder fehlt, wer keine Lust hat, sich in die Funktionsweise eines Grafikprogramms einzuarbeiten, stundenlang nach passenden Bildern und Schriften zu suchen, um sie in fieseliger Kleinarbeit zu einem zumindest passablen Ergebnis zu verbinden, sollte ernsthaft überlegen, lieber ein Cover zu kaufen. Premades gibt es schon für kleines Geld, wobei diese Cover so schlicht gestaltet sind, dass man in vielen Fällen genauso gut auf die Dienste der Distributoren zurückgreifen kann.
Es ist wie immer eine Abwägungsfrage. Mit steigendem Aufwand steigt nämlich auch der Preis für Premades und individuelle Cover können richtig teuer werden. Wenn man die Zeit und die Möglichkeiten hat, aber wenig Geld, kann es sich daher durchaus lohnen, Cover selber zu gestalten.

Jetzt aber mal genug mit Vorreden. Kommen wir zum eigentlichen Thema: Grafikprogramme.

Photoshop

Wenn man an Bildbearbeitung denkt, denkt man fast automatisch auch an Photoshop. Das Programm ist so bekannt, dass es schon als Verb in die deutsche Sprache eingegangen ist. Ich photoshoppe, du photoshoppst, das Bild ist gephotoshoppt worden, wird problemlos verstanden.
Ich hatte es auch mal (ist lange her), erstanden in irgendeinem Abverkauf von Altversionen und es war prima. Konnte viel, ließ sich gut bedienen und wenn ich die CD wiedergefunden hätte, als ich den neuen Rechner eingerichtet habe, würde ich vielleicht heute noch damit arbeiten. Neu anschaffen werde ich es mir aber nicht und zwar schon deshalb nicht, weil man Photoshop nicht mehr kaufen kann. Man kann nur noch befristet gültige Lizenzen erwerben und das rentiert sich für mich auf Dauer nicht.
Danke adobe, ich bin raus!

Canva

Canva ist ein kostenloses Bildbearbeitungsprogramm von Google und gerade für die Erstellung von Grafiken fürs Netz ganz nützlich. Einige Bekannte erstellen damit jedenfalls durchaus überzeugend wirkende Bilder. Angeblich kann es auch zum Coverdesign eingesetzt werden.
Ich komme mit Canva allerdings weniger gut zurecht. Meine Probleme fangen damit an, dass Canva nur online läuft, aber meinen Lieblingsbrowser Opera nicht unterstützt. Mit Firefox geht es einigermaßen, aber Canva möchte (wer hätte es gedacht), am liebsten Chrome. Und Chrome mag ich nicht, weil mir alle möglichen Programme den immer wieder aufdrängen wollen. Da frage ich mich schon, welche Daten da abgegriffen werden.
So weit zu meiner privaten Paranoia, aber wie schon angedeutet, habe ich Canva auch mal auf Firefox ausprobiert. Es ging darum, eine einfache Grafik für Twitter zu erstellen: links ein Bild, rechts ein Text auf hellem Untergrund. Dabei sollte das Bild nach rechts hin verblassen, weil ich keinen abrupten Übergang wollte. Schon das war nicht drin. Mit Canva lassen sich auch keine Elemente ausschneiden und neu einfügen. Dafür verrutschten die wenigen Elemente, die ich hatte, ständig. Kurzum: Ich war nicht glücklich. Ein Cover werde ich damit gar nicht erst versuchen.

dfds

GIMP

GIMP ist eine Open Source Software und ebenfalls kostenlos. Wer mich kennt, wird sich vermutlich das Weitere denken, weil ich generell immer sehr für Open Source bin.
Falsch gedacht.
GIMP ist genial. Höre ich jedenfalls immer wieder. Deshalb habe ich ihm auch immer neue Chancen gegeben. Ich habe sogar dicke Bücher ausgeliehen, um dieses Programm zu verstehen. Es hat keinen Sinn. Wer nie vorher mit Grafikprogrammen gearbeitet hat, für den ist der GIMP vielleicht sogar eine Offenbahrung. Aber wir zwei, der GIMP und ich, finden in diesem Leben wohl nicht mehr zueinander.

PaintShop

PaintShop pro X5 ist das Programm, das ich aktuell nutze. Ich habe es vor vier Jahren gekauft, als die Nachfolgeversion X6 auf den Markt kam und wir sind ganz gute Kumpels geworden.
PaintShop ist eine Software für alle, die mehr wollen als Fotos gut aussehen zu lassen und vielleicht noch mit Text zu kombinieren. Zugegeben, es braucht Zeit, sich mit den vielfältigen Möglichkeiten vertraut zu machen (und ich will keinesfalls behaupten, alle auch nur zu kennen, geschweige denn, sie ausreizen zu können), aber wenn man die Sache mit den Ebenen mal verstanden hat, lässt sich PaintShop sogar ziemlich intuitiv bedienen. Bisher hat PaintShop noch alle meine Wünsche erfüllt, lediglich bei Zeichnungen hakelt es. Aber als meine Version auf den Markt kam, waren Grafiktabletts auch noch keine Massenwahre. Corel verspricht, dass diese Probleme in der neuesten Version gelöst seien und ich überlege am Upgrade.
Selbstverständlich kann man unter Paint Shop auch jetzt schon auch die gewünschte Auflösung einstellen und Bilder in verschiedenen Formaten (und vor allem verschiedenen Auflösungen) speichern kann. Das ist deshalb wichtig, weil es sicherstellt, dass die Bilder nicht nur auf dem Bildschirm gut aussehen, sondern auch beim Druck.

version1-2-thump

Und sonst?

Die bisher vorgestellten Programme sind vorwiegend dafür gemacht, schon vorhandene Bilder, vor allem Fotos, zu bearbeiten. Für das Erstellen von Vektorgrafiken oder Freihandzeichnungen sind eventuell andere Programme besser geeignet. Wer das vorhat, sollte sich zusätzlich auch die Programme Inkscape (für Vektorgrafiken) und Paint.NET näher ansehen.
Beide haben den Vorteil, kostenlos zu sein und sind absolut ausreichend, wenn es darum geht, einzelne Elemente zu entwerfen und in ein Cover einzufügen.


Ausgaben 1,2,3-1

Zum Schluss von #CharactersofSeptember: Wofür Seraina kämpft

Die Challenge „Characters of September“ bot fiktiven Charakteren die Möglichkeit, selbst auf Fragen zu antworten. Bei mir war es die Spielfrau Seraina, die mehr über sich und ihr Leben preisgab. Alles andere erzählt die Geschichte Der Fluch des Spielmannsdie als eBook sowohl über die Tolino-Händler also auch über Amazon erhältlich ist.

Nike: „Letzter Tag heute, wie fühlst du dich?“

Seraina: „Müde. Es war gut, mal wieder rauszukommen. Aber nun ist es auch genug.“

Nike: „Dann eine letzte Frage noch: Wofür setzt du dich ein? Welche Ziele hast du?“

Seraina: „Ziele? Ich bin tot! Alles, was ich noch will, ist meine Ruhe.“

Nike: „Moment, gestern hast du noch gesagt …“

Seraina: „Gestern ging es um die Frage, was ich ändern würde, wenn ich könnte. Aber wir Toten können nichts ändern. Wir sind nur Schatten und Erinnerung. Blass, blutleer und ohne Macht oder Einfluss. Das Heute ist eure Welt. Du hast gestern gesagt, sie sei besser geworden. Gerechter. Gratuliere! Aber wir sind nicht mehr Teil davon, also müsst ihr euch kümmern. Ihr könnt neue Fehler machen oder unsere wiederholen; das Erreichte ausbauen oder zerstören. Uns Tote kümmert das nicht mehr. Aber eure Kinder, vielleicht.“


entwurf2

Die Erzählung Der Fluch des Spielmanns ist als eBook für alle gängigen Lesegeräte erhältlich. Unter anderem kann es bei diesen Anbietern heruntergeladen werden:

https://books2read.com/Spielmannsfluch

(Der Klick auf eines der Icons leitet in den jeweiligen Shop weiter)

#CharactersofSeptember (Tag 29) – Was Seraina ändern würde

Vorletzter Tag bei Characters of September, der Challenge, die fiktiven Charakteren eine Stimme gibt und sie selber erzählen lässt. Bei mir kommt Seraina zu Wort, eine fahrende Jongleurin aus dem frühen Mittelalter. Sie ist eine der Figuren aus Der Fluch des Spielmanns und bei ihrem ersten Auftritt bereits tot.

Nike: „Hallo Seraina, heute geht es um folgende Frage: Wenn du eine Sache ändern könntest – was wäre das?“

Seraina: „Eine Sache ändern? Meine Vergangenheit kann ich nicht ändern. Alle Fehler, die ich gemacht habe, habe ich guten Gewissens und mit den besten Absichten begangen. Sie sind Teil von mir. Vielleicht sogar mehr als meine guten Taten.
Aber wenn ich etwas ändern könnte, etwas wirklich wichtiges, dann wäre es, dass sich die Menschen mit mehr Respekt begegnen. Dass sie für einander da sind, statt nur gegeneinander.“

Nike: „Also wie heute.“

Seraina: „Wie meinst du das?“

Nike: „Nun, eine Geschichte, wie deine, wäre heute unmöglich. Wir haben die Sklaverei abgeschafft. Es gibt funktionierende Sozialsysteme, Gerichte, die Polizei …“

Seraina: „Ist das so, ja? Das heißt, ihr behandelt die Fahrenden so, wie die Sesshaften? Ihr betrachtet den Fremden mit dem gleichen Respekt wie den Nachbarn? Ohne Angst und Argwohn? Ihr achtet nicht auf Stand und Ansehen? Und niemand muss hungern oder frieren?“ (Sie macht eine Pause, schüttelt den Kopf und zuckt mit den Achseln) „Das klingt, wie die Erfüllung eines Traums. Ich würde mir wünschen, dass die Welt so geworden ist. Aber glauben, …?“


entwurf2

Die Erzählung Der Fluch des Spielmanns ist als eBook für alle gängigen Lesegeräte erhältlich. Unter anderem kann es bei diesen Anbietern heruntergeladen werden:

https://books2read.com/Spielmannsfluch

(Der Klick auf eines der Icons leitet in den jeweiligen Shop weiter)

#CharactersofSeptember (Tag 28) – Schlechte Angewohnheiten

Die Challenge Characters of September, bei der fiktive Charaktere Rede und Antwort stehen, geht langsam zu Ende. Noch dreimal wird Seraina, die Spielfrau aus der Erzählung Der Fluch des Spielmanns von sich und ihrem Leben im frühen Mittelalter berichten.

Nike: „Hallo Seraina. Heute geht es um die Frage, welche schlechte Angewohnheit du gerne loswerden würdest.“

Seraina: „Sei gegrüßt Nike – aber welche schlechten Angewohnheiten sollte ich loswerden wollen? Ich bin tot. Seit achthundert Jahren!“

Nike: „Und als du noch gelebt hast? Gab es da etwas?“

Seraina: „Ja, vielleicht. Vielleicht hätte ich etwas freundlicher sein können. Weniger hart. Aber bei dem Leben, der ich …, das wir geführt haben, ist es schwer, nicht hart zu werden.“


entwurf2

Die Erzählung Der Fluch des Spielmanns ist als eBook für alle gängigen Lesegeräte erhältlich. Unter anderem kann es bei diesen Anbietern heruntergeladen werden:

https://books2read.com/Spielmannsfluch

(Der Klick auf eines der Icons leitet in den jeweiligen Shop weiter)

#CharactersofSeptember (Tag 27) – Seraina und die Tränen

Wer mitliest, kennt es bereits: Characters of September ist eine Challenge, bei der fiktive Charaktere selbst zu Wort kommen. Bei mir beantwortet Seraina, eine Spielfrau aus dem 8. Jahrhundert die Fragen. Sie ist eine der Figuren aus der Erzählung Der Fluch des Spielmanns.

Nike: „Hallo Seraina, noch vier Tage, dann ist die Challenge zuende. Ich hoffe, die Fragen sind dir nicht zu nahe gegangen.“

Seraina: „Sei gegrüßt. Nein, es passt schon. Wenn es zu viel ist, sage ich das auch. Du kennst mich.“

Nike: „Das ist gut, denn heute wird es wieder sehr persönlich und zwar geht es darum, wann du das letzte Mal geweint hast – und warum.“

Seraina: „Ich habe in meinem Leben viele Tränen vergossen, aber wann das letzte Mal und warum? Das ist alles so lange her und es gab so viele Gründe zu weinen. Hunger, Schmerzen, Verachtung …
Nicht, dass es irgendwie geholfen hätte. Es erschöpft nur und die Probleme bleiben. Aber das sagt sich so leichthin. Wenn es so weit ist, weint man ja doch. Aber irgendwann … Irgendwann hat es aufgehört. Die Probleme waren noch da. Die Gefühle auch. Aber ich hatte keine Tränen mehr. Ganz so, als wäre ich innerlich vertrocknet.“


entwurf2

 

Die Erzählung Der Fluch des Spielmanns ist als eBook für alle gängigen Lesegeräte erhältlich. Unter anderem kann es bei diesen Anbietern heruntergeladen werden:

https://books2read.com/Spielmannsfluch

(Der Klick auf eines der Icons leitet in den jeweiligen Shop weiter)