[Selfpublishing] Engagiert euch! Warum Autorinnen und Autoren politisch werden müssen.

Eine der besten Veranstaltungen, an denen ich auf der Leipziger Buchmesse teilgenommen habe, war diese sehr engagiert geführte Podiumsdiskussion zwischen Nina George und Janet Clark unter der Moderation von Anke Gasch.

Politisch werden, heißt in diesem Zusammenhang nicht, dass wir künftig nur noch politische Texte schreiben sollen, die ein bestimmtes Gesellschaftsbild hochhalten. Bewahre!*
Politisch werden heißt, dass wir Autorinnen und Autoren uns selbst für unsere Belange einsetzen müssen. Sonst tut das nämlich keiner. Die Folge ist, dass in Deutschland gerade mal drei bis vier Prozent der AutorInnen von ihrer Tätigkeit leben können. Zugespitzt könnte man sagen, dass die einzigen, die nicht vom Literaturbetrieb profitieren, die sind, die Literatur schaffen.

Jetzt habe ich die Aufzeichnung dieses Gesprächs gefunden.
Und weil alle Punkte, oft im verschärften Maß, auch für Selfpublisher gelten, möchte ich die Diskussion gerne unter diesem Stichwort mit euch teilen. Unbedingt anhören. Und dann engagiert euch! Weil es keiner für euch tun wird.


*Die Frage, welches Menschenbild in manchen Büchern vermittelt wird, ist ein anderes Thema, das ich irgendwann sicher bei den Werkstattplaudereien aufgreifen werde.

[Selfpublishing] Schreiben unter Pseudonym

Lewis Caroll tat es. Iny Lorenz tun es. Und ich mache es zugegebenermaßen auch: Schreiben unter Pseudonym. Stehe ich deshalb weniger hinter meinen Büchern? Nein, natürlich nicht. Wenn ich nicht von meinen Geschichten überzeugt wäre, würde ich sie gar nicht erst veröffentlichen.

Welche Gründe sprechen für ein Pseudonym?

Es gibt viele Gründe, sich ein Pseudonym zu suchen. Die von Kolleginnen und anderen Buchmenschen am häufigsten genannten sind:

  • Anonymität
  • häufiger Name
  • Verwechslungsgefahr mit anderen Autoren
  • unpassender Name
  • Markenbildung und -schärfung

Den Wunsch nach Anonymität habe ich ganz auf die Liste gesetzt, weil er auch am häufigsten genannt wird. In diesen Fällen schwingt manchmal ein bisschen Scham mit. Schließlich müssen die Kollegen nicht wissen, dass man Krimis mit schwulen Polizisten verfasst und den Verwandten zu erklären, dass man die heißen Szenen in seinen Erotikromanen nicht alle selbst erlebt hat, ist auch nicht unbedingt einfach.

Auch ein häufiger Name ist ein guter Grund, ein Pseudonym zu wählen, vor allem, wenn die Gefahr besteht, mit anderen Autoren verwechselt zu werden. Schließlich will man unter diesem Namen auch gefunden werden. Wie schwierig das ist, wenn man einen häufigen Nachnamen trägt, wird schnell klar, wenn man bei Wikipedia z. B. „Müller“ nachschlägt. Nicht nur, dass es darunter etliche Schriftsteller gibt, man will vielleicht auch nicht unbedingt mit einem Politiker, Schlagersternchen oder Sportler gleichen Namens in Verbindung gebracht werden.

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Bild: leandrodecavalhophoto via pixabay

Auch ein als unangenehm oder unpassend empfundener Name kann ein Grund für ein Pseudonym sein. Jürgen Fick (Fick ist in einigen Teilen Norddeutschlands ein sehr üblicher Familienname) taugt vielleicht noch für sehr explizite Erotik. Aber seien wir ehrlich: Selbst da klingt die Kombination aus dem biederen Vor- und dem „gewagten“ Nachnamen absurd. Und einen heiteren Familienroman würde man ihm vermutlich ebenso wenig abnehmen, wie Chantalle Himmelsbächer den knallharten Thriller.

Viele Autorinnen geben auch Markenbildung und -schärfung als Grund an, was von den Verlagen unterstützt wird. Der Grund ist, dass viele von uns in verschiedenen Genres schreiben. Als Leserin knüpft man aber auch an den Autor bestimmte Erwartungen. Das ist mir bei einem Roman von Sarah Paretsky deutlich geworden. Normalerweise schätze ich sie wegen ihrer realistischen hard-boiled Krimis, aber irgendwann ist mir ein sehr esoterisch angehauchter Geisterroman von ihr in die Hände gefallen, an dem ich alles vermisst habe, was ich an ihren Krimis liebe. Vielleicht hätte das Buch eine Chance gehabt, wenn ich die Krimis nicht gekannt hätte … Aber so: nein. Ging gar nicht.
Aus dem gleichen Grund hat J. K. Rowling vermutlich auch nur einen einzigen Krimi unter diesem Namen veröffentlicht. Inzwischen veröffentlicht sie als Rowling ausschließlich Fantasy. Ihre Krimis erscheinen unter Pseudonym.
Indirekt unter Markenbildung fällt auch, wenn man Pseudonyme benutzt, um einen sehr hohen „Literaturausstoß“ zu bemänteln. Vielschreiber werden ja oft mit Schlechtschreibern verwechselt, d. h. ihnen wird mangelnde Qualität unterstellt. Stephan King hat sich genau deshalb Pseudonymen bedient, um seinen Marktwert hoch zu halten.

Probleme mit dem Pseudonym

Natürlich gibt es Nachteile.
Wer ein Pseudonym nutzt, um anonym zu bleiben, hat als Selfpublisher z. B. erhebliche Nachteile bei der Werbung. Wenn es keinen Verlag gibt, der das Marketing übernimmt, muss man selber auf Menschen zugehen – und da bietet sich der eigene Freudes- und Bekanntenkreis nun mal als Erstes an. Denen klar zu machen, dass du Bücher schreibst, ist eine Sache (ich finde schon das schwer). Sie dazu zu bringen, sich ein Pseudonym zu merken, ist ungleich schwieriger.
Aber auch in den sozialen Medien stößt man mit einem Pseudonym auf Schwierigkeiten. Xing z. B. verbietet Pseudonyme ganz, ist also vollkommen ungeeignet, sich unter Pseudonym mit anderen zu vernetzen und sich einen Namen zu machen. Auch Facebook ist mit Pseudonym nur schwer nutzbar. Eigentlich darfst du dir dann nämlich nur eine Seite einrichten, was bedeutet, dass du nicht von dir aus Kontakt zu den Profilen „echter Menschen“ aufnehmen kannst. Außerdem kommst du als Seite nicht in Gruppen. Die Möglichkeiten, sich zu vernetzen, sind daher sehr eingeschränkt. Die einzige (aber eigentlich verbotene) Alternative besteht darin, deinem Pseudonym einen eigenen Account einzurichten – was inzwischen allerdings die Angabe einer Mobilfunknummer voraussetzt. Dumm, wenn du die schon für deinen privaten Account verwendet hast.

Geringere Probleme macht die Impressumspflicht in Büchern, auf Webseiten und in Blogs. Hier reicht es, einen Empfangsbevollmächtigten anzugeben. Das kann ein Impressumsdienst sein (wie ihn z. B. Papyrus Autor seinen Nutzern anbietet), aber auch der Nachbar, ein Familienangehöriger oder eine Freundin. Hauptsache, es ist eine Kontaktaufnahme möglich und die Post landet irgendwo, wo sich dich am Ende erreicht.
Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass du deinen eigenen Namen als Kontaktadresse angeben kannst, ohne dass man daraus zwingend schließen kann, dass das Pseudonym zu diesem Namen gehört.

Was macht ein gutes Pseudonym aus?

Wie immer gibt es also keinen Königsweg. Letztlich muss jede/r selbst entscheiden, was in seinem/ihren Fall das Beste ist. Wer sich für ein Pseudonym entscheidet, sollte sich die Zeit nehmen, gründlich darüber nachzudenken, welches das Richtige ist.
Dabei lassen sich die beiden wesentlichen Kriterien eines guten Pseudonyms schon aus dem ersten Absatz ableiten: Ein gutes Pseudonym ist ein Name mit hohem Wiedererkennungswert, der zum Genre passt.

Zum Wiedererkennungswert gehört auch, dass der Name eingängig sein sollte. Deshalb Vorsicht bei exotischen Namen. Qui Xiaolong ist zwar (für Europa) selten, aber (für Europäer) auch schwer zu merken. Drago Fellner bleibt deutlich besser haften.

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Bild: Mysticartdesign via pixabay

Natürlich kommt dann auch noch der Wohlfühlfaktor dazu. Ein Pseudonym, wird idealerweise so etwas, wie eine zweite Haut. Nicht unbedingt eine andere Identität, eher wie Kleidung, die bestimmten öffentlichen Anlässen vorbehalten bleibt. Auch da wählt man vorzugsweise das, was einem selber gefällt. Allerdings sollte das Pseudonym langlebiger sein. Schließlich will man in der Regel mehr als ein Buch veröffentlichen. Also lieber keinen hochkreativen, top-angesagten Namen wählen. Nichts veraltet so schnell, wie die Mode. Und nichts ist später so peinlich. Das gilt für Klamotten genauso wie für Namen.

Auch ich habe meinen Namen sehr bewusst gewählt und mir Bestandteile gesucht, die für mich hohen Symbolwert besitzen. Nike ist die griechische Siegesgöttin. Leonhard kommt von Löwenherz. Beides zusammen drückt für mich den Willen aus, mich in einem schwierigen Umfeld erfolgreich zu behaupten.
Ich finde außerdem, dass der Name gut klingt, ungewöhnlich genug ist, um aufzufallen und zur Phantastik passt. Wenn ich besser nachgedacht und ein bisschen Marktforschung betrieben hätte, hätte ich mich vermutlich trotzdem dagegen entschieden, weil der Name Nike fast automatisch mit Sportbekleidung assoziiert wird. Da ich mich weder für Sport, noch für Klamotten sonderlich interessiere, ist mir das aber entgangen. Jetzt muss ich mit den Folgen klarkommen.


Und du? Schreibst du unter Pseudonym oder Klarnamen? Was sind die Vor- und Nachteile, die du erlebst?

[Selfpublishing] Danke!

Der übliche lange Selfpublishing-Artikel muss heute leider entfallen, weil ich mich die letzten Tage auf der Leipziger Buchmesse rumgetrieben habe.

Statt dessen möchte ich heute jemanden aus meinem Unterstützerteam vorstellen, die mich von Anfang an unterstützt hat und einmal Danke sagen für die immer gute und anregende Zusammenarbeit:

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Mein Espressomaschinchen
Impressionen von der Buchmesse Leipzig gibt es vermutlich nächste Woche. Mal sehen, wann mein Kopf wieder klar genug ist.

[Selfpublishing] Ein Jahr Codex Aureus

Vor einem Jahr startete der Codex Aureus mit der Fabel „Der Esel als Pilger“. Das „Eselchen“ war ursprünglich nur dazu gedacht, auszuprobieren, wie das Veröffentlichen von eBooks genau funktioniert.

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Inzwischen sind drei weitere Codex-Ausgaben erschienen, die alle ihre Liebhaber gefunden haben. Das bestätigt mich in der These bestätigen, dass auf dem Markt auch eine Nische für kürzere Fantasy-Formate gibt. Allerdings sind alle mit rund 50 Seiten auch deutlich länger, als der „Esel“.

Bei jeder einzelnen Ausgabe habe ich viel dazu gelernt.

Buchcover Codex Aureus - Der Esel als Pilger

Die erste (und bitterste) Lektion war die Reaktion auf das Cover des „Esels“. Ich hatte mir viel Mühe damit gegeben und war ganz begeistert von mir, auch weil ich endlich begriffen hatte, wie das mit den verschiedenen Ebenen bei Paintshop funktioniert.
Und dann wurde es bei der ersten Präsentation als viel zu dunkel befunden. Außerdem als zu unruhig, zu kontrastarm, mit zu vielen Schriften, die zudem noch schlecht lesbar seien.
Gut, ich habe das getan, was vermutlich jeder Anfänger macht: Ich habe mein Baby verteidigt. Tatsächlich mag ich es immer noch. Aber nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, habe ich es trotzdem geändert. Schließlich soll das Cover in erster Linie potentiellen Lesern gefallen. Oder, wie Marketingleute das so charmant ausdrücken: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Das soll nicht heißen, dass mir das neue Cover nicht gefällt. Natürlich gefällt es mir. Sonst hätte ich es nicht genommen.

Cover für Steppenbrand, die Geschichte von Dejasir no'Sonak, der eigentlich nur das Beste für sich und sein Volk wollte.

Bei der zweiten Ausgabe, Steppenbrand, bin ich tiefer in die Geheimnisse der ePub-Convertierung eingestiegen. Steppenbrand enthält ziemlich viele Worte einer selbst erfundenen Sprache, was seit Tolkien einerseits zur klassischen Fantasy dazu gehört, den Text aber stellenweise schwer lesbar macht. Also hatte ich mir überlegt, ein Glossar einzufügen und – weil ein eBook im Grunde nichts anderes ist, als ein HTML-Dokument – mit Hyperlinks zu arbeiten. Die Idee war, dass jedes neue Wort mit dem Glossar verlinkt wurde, vom Glossar dann aber auch ein Hyperlink in den Text zurückführte. Ich hatte das kurz zuvor in einem Krimi gesehen und fand es so superschick, dass ich es auch unbedingt haben musste.
Die Links zu setzen war kein Problem. Das Problem war, dass die Konvertierung sie mir immer wieder zerschoss. Ich war schon kurz davor, aufzugeben und Steppenbrand ohne Links rauszubringen, als völlig unerwartet Hilfe von Michaela Stadelmann alias Textflash kam, die mir Sigil empfahl. Ich bin ihr dafür bis heute unendlich dankbar.
Außerdem habe ich bei Steppenbrand gelernt, dass Tolino media keine Verkaufslinks mag. Nicht mal zu den eigenen Partnern, weil sie nicht wissen, ob es nicht irgendwann mehr werden.

entwurf2Der Fluch des Spielmanns hat mich einmal mehr davon überzeugt, dass Code entweder doch irgendwo etwas mit Magie zu tun hat, oder dass Computer insgeheim Sadisten sind, die sich darüber amüsieren, wie sie ihre Nutzer in den Wahnsinn treiben. Wieso? Nun, ich habe die Geschichte mit Papyrus Author geschrieben und auch damit konvertiert.
Der Validator sagte es gäbe ein Problem und nannte die Stellen.
Ich habe versucht, die Stellen mit Sigil zu überprüfen – nur fand Sigil die Stellen nicht.
Na gut. Blöd gelaufen. Aber kein Grund, die Nerven zu verlieren. Immerhin hatte bei Steppenbrand, das ich komplett mit OpenOffice geschrieben und konvertiert hatte, die Konvertierung auf Anhieb geklappt. Also habe ich das Papyrus-Dokument in ein .doc verwandelt, in OpenOffice geladen und konvertiert.
Der Validator sagte, es gäbe Probleme. Aber immerhin weniger.
Sigil wusste trotzdem nicht weiter.
Also habe ich es mit LibreOffice versucht, das ich mir kurz zuvor runtergeladen hatte, weil OpenOffice nicht mehr weiterentwickelt wird. Hätte ja sein können, dass das Problem dort lag.
Der Validator fand neue Fehler.
Dann habe ich das .doc in ein .odt (das Format von Open- und LibreOffice) verwandelt. Inzwischen schon ein bisschen genervt, was aber auch nichts half.
Ich weiß nicht mehr genau, wie viele Versuche ich gemacht habe. Irgendwas war immer. Bis ich es aus lauter Verzweiflung noch mal mit Papyrus Autor versucht habe und – oh Wunder! – der Validator nichts zu maulen fand. Was die Ursache war, weiß ich bis heute nicht. Nur, dass eine Fehlermeldung beim Validator offenbar kein Grund zur Panik ist.

o-tannenbaum-klein„O Tannenbaum“ schließlich hat mich gelehrt, dass man sich vom Weihnachtsgeschäft nicht zu viel erwarten sollte und Weihnachtgeschichten alles andere als Selbstgänger sind. Die Hoffnung, „Schöne Bescherung„, das kurz vorher bei Clue Writing veröffentlicht wurde, werde auch Werbung für O Tannenbaum“ machen, erwies sich ganz schnell als Satz mit X. Und nach Weihnachten geraten Geschichten, die an Weihnachten spielen, völlig aus dem Blick.
Insofern ist der Titel auch blöd gewählt, weil „O Tannenbaum“ eine reine Weihnachtsgeschichte suggeriert, obwohl es eigentlich ein modernes Märchen ist. „Das ist immer noch mein Baum!“ oder „Die Dryade“ wäre daher ein deulich besserer Titel gewesen.

Aber ich will überhaupt nicht maulen. Jede einzelne Ausgabe des Codex Aureus hat gute Kritiken bekommen. Meine Leser verzeihen mir großzügig Rechtschreib- und Grammatikfehler (oder schicken mir sogar korrigierte Fassungen, wie der unglaubliche Elyseo da Silva es bei Steppenbrand getan hat. Auch dafür ganz, ganz herzlichen Dank).

Was ausbaufähig ist, ist auf jeden Fall das Marketing. Ich schreibe zwar viel darüber, aber an der praktischen Umsetzung hapert es manchmal. Selbständig heißt nun mal auch bei Autoren selbst und ständig – und da ist es oft schwer, die Prioritäten richtig zu setzen.

Aktuell beschäftige ich mich damit, Banner für verschiedene soziale Medien zu erstellen, um die Sichtbarkeit meiner Bücher zu erhöhen. Außerdem habe ich eine Idee für eine (wie ich finde) ganz witzige Kampagne, um mich als Fantasy-Autorin bekannter zu machen.
Und dann wird es meine Geschichten voraussichtlich auch auf die Ohren geben. Aber dazu mehr, wenn das Ganze in trockenen Tüchern ist.

Was leider gar nicht geklappt hat, ist den Termin für die 5. Ausgabe einzuhalten, weil nacheinander verschiedene Familienmitglieder krank geworden sind und meine Depressionen darin einen willkommenen Anlass gesehen haben, auch mal wieder zu Besuch zu kommen. Aber jetzt ist sowieso erst mal Buchmesse in Leipzig und Buchmessen sind ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für Neuerscheinungen. Bücher unbekannter Autoren werden besser wahrgenommen, wenn sich der Trubel gelegt hat – das ist etwas, was ich von der Frankfurter Buchmesse gelernt habe.
Dafür ist diese Ausgabe des Codex Aureus vermutlich die am Besten angeteaserte. Ich hoffe, die Neugier hält noch ein bisschen. Ich verspreche, dass es sich lohnen wird. Muss ich ja. Denn wenn ich nicht von meinen Geschichten überzeugt wäre, wer dann? Und wie könnte ich sie mit gutem Gewissen veröffentlichen?

Aber auch im zweiten Jahr wird es noch eine Menge Überraschungen geben. Für mich. Für dich. Für Sie. Für euch. Ich hoffe, nur gute!

[Fundstück] Wie ein Scheißbuch zu einer Facebookposse wurde

Daniel Isberner vom gleichnamigen Blog hat ein Buch herausgebracht, dessen Name Programm ist: „Das extragroße Buch der Scheiße“, als eBook bei Amazon für 99 Cent. Der Inhalt: Zwei Kapitel mit notdürftiger Handlung, in denen ununterbrochen geflucht wird, ein drittes, in dem der Leser gefragt wird, was er sich von 99 Cent besseres erwartet und ein viertes, das sich mit dem Wert der Literatur im Allgemeinen beschäftigt.

Ich finde das eine sehr witzige Idee und wünsche dem Buch viele Käufer unter den Schnäppchenjägern.

Die Geschichte geht aber weiter und zwar auf Facebook, das zwar sehr phlegmatisch im Umgang mit Verleumdungen ist, auf Scheiße aber um so empfindlicher reagiert. Die vollständige Geschichte gibt es hier: http://www.danielisberner.de/2017/03/merkel-muss-sterben-in-ordnung-scheisse-nicht-eine-facebookposse/#comment-11209

[Selfpublishing] Cover selbst gestalten?

Bücher brauchen ein Cover. So viel ist jedem klar, auch wenn man sich als Leser nicht unbedingt mit der Gestaltung auseinandersetzt, sondern höchstens feststellt „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“. Für Selfpublisher geht es aber um mehr und die meisten von uns sind sich dessen auch sehr bewusst. Die Zeiten, in denen das Cover aus wenig mehr als Name und Titel in irgendeiner Schrift bestand, sind vorbei. Solche Bücher sind mir in letzter Zeit jedenfalls nicht mehr untergekommen.

Insgesamt ist festzustellen, dass sich selbst publizierte Bücher äußerlich kaum noch von Verlagsprodukten unterscheiden.
Allerdings wird angehenden Selfpublishern teilweise immer noch suggeriert, es reiche aus, mit einem einfachen Bildbearbeitungsprogramm ein Stockphoto und eine (hübsche) Schrift zu kombinieren. Das Ergebnis sind dann genau die Cover, denen man auf den ersten Blick ihre Unprofessionalität ansieht, weil die Schrift nicht zum Genre passt, die Motive oder die Ausschnitte schlecht gewählt sind oder, oder, oder.

Wohlgemerkt: Ich sage nicht, dass man seine Cover nicht selber machen kann oder nicht selber machen sollte. Für diejenigen, die Spaß an Bildbearbeitung haben, lohnt es durchaus. Aber man muss sich von der Idee zu verabschieden, es gäbe eine einfache, schnelle Lösung. Ein selbst gemachtes Cover ist nie umsonst. Es kostet vielleicht kein Geld, aber Zeit. Viel Zeit.
Das beginnt schon damit, dass man sich leistungsfähiges Grafikprogramm besorgen und sich mit der Handhabung vertraut machen muss. Es kommt auch Zeit für die Recherche und die Konzeption dazu: Welche Trends gibt es bei Covern? Welches Design ist in dem Genre, in dem ich schreibe, gerade besonders angesagt? Dazu lohnt ein Besuch von Buchhandlungen, in denen das eigene Genre gut vertreten ist. Dabei sollte man sich auch bewusst machen, welche Bücher einen selber ansprechen bzw. welche nicht und was die Ursachen sind. Die nächste Frage ist: Will ich auf diesen Trend aufspringen oder hebe ich mich bewusst davon ab? Wie?
Dann gilt es, sich darüber Gedanken zu machen, was das eigene Buch auszeichnet. Was ist die Kernaussage? Welche Stimmung will man auf dem Cover vermitteln? Durch welche Gestaltungselemente lässt sie sich erzielen? Man braucht Zeit, Bilder- und Fontdatenbanken zu durchsuchen, um die passenden Gestaltungselemente zu finden. Und schließlich braucht man Zeit, das alles zu verbinden und zu bearbeiten. Selbst für meine, bewusst minimalistisch gehaltenen Cover brauche ich mindestens zwei bis drei Tage, wenn ich mit dem ersten Entwurf auf Anhieb zufrieden bin. Es ist aber auch schon passiert, dass ich mir nach mehreren Tagen eingestehen musste, ein das Konzept nicht umsetzen zu können und deshalb noch einmal ganz von vorne beginnen musste.

Wen das nicht abschreckt, findet auf „Vom Schreiben leben“ einen schon etwas älteren, aber immer noch aktuellen Artikel über Aufbau und Gestaltung von Covern. „Was liest du“ gibt gute eine Übersicht der Covertrends von 2016 in verschiedenen Genres und auf bestseller-romane.de kannst du in einem Experteninterview nachlesen, was die Profis über das Thema denken.

 

Wie du dich gegen E-Book-Piraterie wehren kannst

Der nachfolgende Text von Annika Bühnemann ist einfach zu gut, um ihn euch vorzuenthalten. Deshalb meine Bitte: Lesen, handeln, weitersagen!

Trinkt aus, Piraten, denn wir wehren uns! Wie du verhinderst, dass deine Bücher auf illegalen Seiten zum Download angeboten werden.

Quelle: Wie du dich gegen E-Book-Piraterie wehren kannst

[Fundstück] Autoren und Steuer

Buchhaltung und Steuern sind etwas vor dem mir graut. Aber irgendwie muss man da ja durch. Zum Glück habe ich eine sehr liebe, geduldige Steuerberaterin, die mir den Großteil abnimmt und nur ganz wenig schimpft, wenn ich mal wieder zu spät dran bin.

Für die, die dieses Glück nicht haben, habe ich einen Tipp: Folgt dem Blog von Kia Kahawa! Sie lotst ihre Leser sehr ausführlich, sachlich und dabei durchaus unterhaltsam durch die Möglichkeiten und Tücken des Steuerrechts. Das große Plus dabei: Sie schreibt speziell für Autoren und Selfpublisher und bringt viele praxisrelevante Beispiele.
Zwar ist Kia Kahawa selbst keine Steuerberaterin, was sie auch immer wieder betont, aber ihre Artikel sind so gut geschrieben, dass ich fast Lust bekomme, mich selbst an der Steuererklärung zu versuchen. Was, wie dem Eingangssatz zu entnehmen ist, einiges heißen will.

[Marketing] kreatives Recycling

Auf der Seite vom Wieken-Verlag-Autorenservice habe ich folgende Idee gefunden, wie sich „übriggebliebene“ Textteile doch noch kreativ verwerten lassen – zum Marketing. Buchmarketing kostet bekanntlich Zeit und Nerven und manchmal fehlen einem auch die Ideen.
Die hier vorgestellten Beispiele haben den Vorteil, sich unkompliziert umsetzen zu lassen und zudem einen Dialog mit dem Leser anzuregen. Sehr gelungen. Danke!

More Details » Vor kurzem habe ich in einem Post dazu geraten, Ideen mehrfach zu verwenden. So könnte eine Idee in einer Szene Ihres Romans, in einem Blogbeitrag, einer Collage bei Instagram, einer Kurzgeschichte, einem Gedicht usw. erneut erscheinen. All diese anderen Texte oder Collagen zu erstellen, kostet jedoch Zeit. Was, höre ich Sie fragen, mache…

über Entwürfe und verworfene Szenen als Lockmittel — Wieken-Verlag Autorenservice

[Selfpublishing] Der Umgang mit Buchbloggern und Booktubern

Als Selfpublisher ist man froh über jede Rezension. Gerade die von Buchbloggern und Booktubern, sind toll, weil sie durch ihre Reichweite dazu beitragen können, das Buch bekannt zu machen. Nur wie geht man auf sie zu? Darüber, welche do’s und dont’s im Umgang mit Buchbloggern und Booktubern beachtet werden sollten, hat Louisa, die den Youtube-Kanal „Bücherregal“ betreibt, ein paar gute Tipps.

Unbedingt anschauen!

Video v. 03. Februar 2017