[Selfpublishing] Tolino macht Druck

Seit neuestem kann man über Tolino-Media nicht nur E-Books erstellen, sondern seine Werke auch ganz klassisch auf Papier drucken lassen. Damit, und wegen seiner großen Nähe zum Buchhandel ist Tolino doppelt interessant für Selfpublishing geworden. Ein Grund, sich das Angebot näher anzusehen, zumal ich schon von einem anderen Selfpublisher gehört hatte, dass die Qualität sehr gut sei. Diese Info hatte ich aber erst mal nur im Hinterkopf abgelegt, weil die Märchenanthologie, an der ich derzeit arbeite, noch nicht veröffentlichungsreif ist.
Dann jedoch fand ich in meinen Mails die Einladung zum „Tolino-Print-Day.“

Selbstverständlich habe ich das genutzt und bin „hingegangen“. Virtuell, denn die Veranstaltung fand als Lifestream auf Youtube statt. Zunächst gab es eine allgemein gehaltene Einführung darüber, was jetzt alles möglich ist.

Der zweite Teil enthielt einen virtuellen Rundgang über die Plattform. Hierbei konnten dann auch Detailfragen gestellt und geklärt werden. Dabei wurde vor allem deutlich, dass vieles noch im Werden ist.

Für mich entstand der Eindruck, dass Tolino inzwischen alles anbietet, was andere Selfpublishing-Anbieter wie BoD, Amazon oder epubli auch können. Der Teufel versteckt sich wie immer im Detail (oder im Kleingedruckten).
Da ich bisher über BoD veröffentlicht habe, bietet sich der Vergleich mit den dortigen Konditionen an. Beide verwenden ähnliches, wenn nicht sogar das gleiche Papier (90g, weiß oder cremeweiß). Außerdem bekommen die Bücher eine ISBN und werden im Verzeichnis lieferbarer Bücher eingetragen, können also normal über den Buchhandel bestellt werden. Die Verträge sind nicht exklusiv und man behält alle Rechte.

Positiv an Tolino

  • unbegrenzte Vertragslaufzeit: Das war der Punkt, der mich als erstes hat hellhörig werden lassen und der für mich ein wesentlicher Grund für einen Wechsel wäre. Anders als bei BoD, wo man den Vertrag nur über ein Jahr abschließt und das Buch danach aus dem Handel verschwindet, bleibt es bei Tolino so lange erhältlich, bis der Vertrag storniert wird.
  • günstig: Die Gebühr für die Einrichtung des Buchs fällt bei Tolino niedriger aus, als bei BoD. Zwar ist BoD mit 19 Euro im Tarif Classic auch nicht teuer, aber Tolino ist noch mal um ein Viertel günstiger.
  • schnell: Nach dem, was im Stream gesagt wurde, ist Tolino außerdem bei Druck und Auslieferung schneller als BoD. Die Rede war von ca. 5 Tagen. Bei BoD können es schon mal 14 werden. Ob das bei steigenden Auftragszahlen so bleibt, wird sich natürlich noch herausstellen müssen.
  • kundenorientiert: Gut an Tolino gefällt mir auch die starke Kundenorientierung. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Auch BoD ist da super aufgestellt. Aber im Stream fiel eben auch auf, dass sich Tolino aktuell sehr darum bemüht, den Wünschen und Anforderungen gerecht zu werden und Anregungen aufzugreifen.

Nachteile gegenüber BoD

  • kein Impressumsservice: Auch, wenn man mit seinen Werken Ruhm und Ehre eringen will, möchten viele das nicht unter ihrem richtigen Namen tun. Nicht nur, weil wir alle schon von Stalkern gehört haben – es gibt viele gute Gründe für ein Pseudonym. Erst recht dafür, die eigene Anschrift nicht zu veröffentlichen. Leider bietet Tolino-Media – anders als BoD – keinen Impressumsservice.
  • keine Abgabe von Pflichtexemplaren: Von jedem, in Deutschland veröffentlichten Buch müssen zwei Exemplare an die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt und, je nachdem in welchem Bundesland die Veröffentlichung erfolgt, ein bis zwei weitere Exemplare an die jeweilige Landesbibliothek übersandt werden.* Bei BoD erfolgt diese Abgabe von Pflichtexemplaren automatisch. Tolino macht das derzeit nur bei E-Books.
  • keine Rezensionsexemplare: Bei BoD erhält man auf Nachfrage Rezensionsexemplare, wenn man bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Bei Tolino ist das zumindest derzeit nicht der Fall.
  • geringere Marge(?): Hier habe ich ein Fragezeichen gesetzt, denn während sich mit dem Preiskalkulator von BoD sehr genau bestimmen lässt, wie viel man an einem Buch verdient, habe ich eine vergleichbare Funktion bei Tolino nicht gefunden. Daher habe ich die Preise für Bestellungen zum Eigenbedarf verglichen. Hier ist BoD dann doch erheblich günstiger.

*In Österreich existiert eine ähnliche Regel.


Fazit

Das Angebot von Tolino klingt erst mal durchaus attraktiv, wobei der größte Pluspunkt die unbegrenzte Vertragsdauer ist. Nicht jedes Jahr verlängern zu müssen, ist nicht nur organisatorisch ein großer Vorteil. Auch die schnellen Lieferzeiten sprechen für Tolino (wenn sie denn eingehalten werden). BoD punktet demgegenüber mit größerer Transparenz bei der Preisgestaltung, höheren Margen und – zumindest derzeit noch – besserem Service. Bei letzterem kann es sein, dass Tolino da noch nachlegt.

Alles in allem bin ich daher ganz froh, jetzt noch keine Entscheidung treffen zu müssen, sondern noch etwas abwarten zu können.


Wie siehst du das? Was ist für dich bei einem Anbieter wichtig?

Ruhm ist nicht genug,

Heute ist mal wieder einer dieser Tage, an denen ich mich frage, warum ich mir das eigentlich antue. Zu Schreiben, meine ich.

Als ich anfing, hätte ich die Antwort problemlos geben können: Natürlich wollte ich davon leben. So wie andere davon leben, Brötchen oder Klamotten zu verkaufen, Zähne zu richten oder Kindern etwas beizubringen, wollte ich von Buchstaben leben. Genau genommen, träume ich immer noch davon. Aber wenn man sich die Zahlen anguckt …


2010 verdienten die bei der Künstlersozialkasse versicherten Schriftsteller:innen durchschnittlich 13.588 Euro. Im Jahr. Auf einen Monat gerechnet sind das 1.132 Euro.* Brutto. Dabei wäre es schon netto nicht viel. Dazu kommt, dass sich in der Künstlersozialkasse die „Besserverdienenden“ sammeln. Unterhalb einer bestimmten Einkommensgrenze kommt man nämlich gar nicht rein. Es darf also davon ausgegangen werden, dass das tatsächliche Durchschnittseinkommen der Schreibenden noch geringer ist.

Finanziell lohnt sich das Schreiben absolut nicht.

„Aber du schreibst doch nicht nur für …“
„Man darf doch nicht alles unter monetären Aspekten …“
„Geld ist nicht alles. Mir ist wichtiger, gelesen zu werden!“

Gerade den letzten Satz unterschreibe ich sofort. Mir ist wichtiger gelesen zu werden, als den großen Reibach zu machen. Mir liegt nichts am Jet-Set. Ich brauche keine Champagnerempfänge, keine Yacht und schon gar keine Bäder in Eselmilch. Aber Miete, Renten- und Krankenversicherung zahlen zu können und trotzdem Geld für Klamotten und für einen gelegentlichen Besuch in Schwimmbad, Museum oder Kino zu haben, wäre schon schick.

Dabei ist es auch egal, ob mir das Schreiben Spaß macht. Was wäre das auch für eine Bemessungsart? „An diesem Buch habe ich endlos gesessen – es hat wirklich gar keinen Spaß gemacht“, wäre damit ein Argument viel Geld dafür zu bezahlen, während „diese Geschichte! Ich habe so viel Freude damit gehabt. Die Worte sind mir nur so aus der Feder geflossen“, gratis zu haben sein müsste? Was für ein hanebüchener Unsinn! Auch Gehalt wird schließlich nicht als Schmerzensgeld bezahlt (auch wenn das bei manchen Jobs durchaus angebracht wäre, aber das ist wieder ein anderes Thema).

„Aber das kann man doch nicht vergleichen!“

Das kann man sehr wohl. Schreiben ist Arbeit. Genaugenommen ist es sogar die Art von Arbeit, die üblicherweise gut bezahlt wird, weil sie neben Kreativität und Wissen viel Planung und Ausdauer verlangt. Ein Buch schreibt sich nicht mal eben. Es fertig zu stellen, ist ein langer, fordernder und oft einsamer Prozess. Auch wenn Schreibende untereinander oft sehr kommunikativ sind, ist man beim Schreiben allein mit sich und seinen Gedanken. Nicht nur Stunden oder Tage, sondern oft Jahre. Das lässt sich durchhalten, weil die Arbeit Spaß macht. Manchmal. Manchmal ist es auch die Konfrontation mit eigenen und fremden Abgründen, mit Abscheulichkeiten und Ängsten. Aber das gehört dazu. Außerdem haben wir uns das ja ausgesucht.

Trotzdem bleibt am Ende oft nur Erschöpfung und die Hoffnung, dass dieses Buch, in das wir so viel investiert haben, gekauft, gemocht und weiterempfohlen wird, weil wir alleine von Spaß, Ruhm und Ehre oder was auch immer Schreiben sonst noch bedeutet, nämlich weder unsere Miete, noch Klamotten oder Essen bezahlen können. Und weil es so lange dauert, ein Buch zu schreiben, müssen die Erträge, die dieses eine Buch bringt, uns so weit tragen, dass wir das nächste schreiben und herausbringen können.

Aktuell tut es das nicht. Der Buchmarkt ist kaputt. Die Ursachen davon sind vielfältig. Da sind die Selfpublisher:innen, die ihre Werke zu „Kampfpreisen“ auf den Markt schmeißen, in der vagen Hoffnung, dadurch sichtbarer zu werden, die aber nur das Bild zementieren, dass Bücher, zumal selbst publizierte nichts wert sind. Es sind die Verlage, die Bücherproduktion und -vertrieb vor allem unter Kostenaspekten beurteilen und den Kostendruck an das schwächste Glied der Kette weitergeben: Die Autor:innen. Es sind die Autor:innen, die seufzend akzeptieren, dass man mit Romanen immer weniger und mit kürzeren Formaten sowieso überhaupt gar nichts verdient. Es sind die selbst ums Überleben kämpfenden Buchhandlungen, die zwar mantraartig beklagen, wie schlimm das Aussterben der „kleinen inhabergeführten Buchhandlung“ wäre, aber oft auch bloß Bestseller im Angebot haben und weder der Kundschaft noch den Autor:innen irgendeinen Vorteil bieten. Es sind die Portale, die legalen, wie die illegalen auf denen man Bücher als Print- oder E-Book nahezu zum Nullpreis bekommt, die Leseflatlines, von denen alle profitieren – bis auf die Autor:innen. Es sind nicht zuletzt auch Leser:innen, die Bücher nach dem optimalen Verhältnis von Preis und Gewicht aussuchen.

Ich will nicht jammern. Aber falls du bis hier gekommen bist, bitte ich dich, dir eins klar zu machen: Wir Autor:innen sind nicht nur ein nice to have. Unsere Geschichten sind die Basis fast jeder Form von Unterhaltung die du nutzt. Sie kommen nicht nur als Bücher daher, sondern stecken in jedem Computerspiel, jeder Netflix- oder Amazon-prime-Produktionm und jedem Film. Wir schreiben die Songtexte, Theaterstücke und Drehbücher. Und überall sind wir das schwächste Glied. Das, an dem am Meisten gespart wird. Aber wie heißt es so schön: Jede Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Unsere, d. h. auch deine Welt wäre ärmer, wenn dieses schwächste Glied irgendwann wegbricht.
Vielleicht kannst du einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass es nicht so weit kommt.


* Die Zahl ist zwar von 2010, aber leider hat sich in den letzten 10 Jahren daran auch nichts geändert.

Mit Fehlern umgehen

Das ist einer dieser Artikel, die ich mit schwerem Herzen schreibe, denn hier geht es um eigene Fehler. Die zu erkennen, ist bekanntlich schwer. Noch schwieriger finde ich, sie dann auch noch zu beseitigen.
Ja, Fehler zuzugeben ist hart. Aber sie gewähren auch eine Ausrede. „Ich kann eben nicht zeichnen“, sagen ganz viele von sich und tun es dann auch nie wieder. Noch besser ist: „In Mathe/Naturwissenschaften/Sprachen war ich schon immer schlecht.“ Mit solchen Aussagen stößt man nicht nur auf absolutes Verständnis, sondern geradezu auf Anerkennung.

Quelle: Wladimir Berzin auf Pixabay

Aber selbst, wenn man einen Fehler nur vor sich selber eingesteht, ist es allemal leichter, sich damit abzufinden, versagt zu haben, als alles noch einmal von vorn anzugehen. Nicht nur, dass sich die ganze Zeit und Mühe, die man aufgewandt hat, vergeblich war. Jetzt ist auch klar, dass nichts das Gelingen garantiert. Das Ergebnis kann genauso schlecht sein, wie vorher. Von vorne anzufangen bedeutet daher, eine frustrierende Erfahrung bewusst zu wiederholen.

Gerade beim Schreiben bleiben solche Momente leider nicht aus. Ganz im Gegenteil. Es beginnt schon damit, dass Vorstellungen, die man glasklar und in allen Details im Kopf hatte, sich auf mysteriösem Weg in einen Haufen unzusammenhängender Fetzen verwandeln, so bald man damit beginnt sie auszuformulieren.
Hier kann es helfen, mit Bearbeitungsvermerken wie „#hier große Streitszene einfügen“ zu arbeiten und das Problem erst mal zu ignorieren. Aber spätestens bei der Überarbeitung geht das nicht mehr.
Noch schlimmer ist es, festzustellen, dass man mit Volldampf in eine Sackgasse gerauscht ist, wie es mir mit dem Werwolf-Western gerade passiert ist. Mein Fehler. Natürlich. Ich habe gedacht, weil es eine einfache Geschichte ist, reiche es, sie oberflächlich zu plotten. Das Ergebnis ist, dass mein Protagonist sich nun fragt, warum er diese Mission eigentlich abschließen soll. Tja. Dumm gelaufen. Das konnte ich ihm leider auch nicht sagen und seither schreit alles in mir, dass ich diese Geschichte versiebt habe.

Jetzt habe ich zwei Möglichkeiten:

  • Ich kann mein Scheitern akzeptieren. War auch eine ausgesprochen dumme Idee, eine Geschichte im 19. Jahrhundert anzusiedeln. Noch dazu in den USA, die mir nicht nur geographisch fremd sind und dann auch noch mit einem komischen Genre-Mix … Vielleicht ist das alles ein bisschen viel und ich sollte die nächste Geschichte besser in einem Rahmen ansiedeln, der mir mehr liegt. Also Schwamm drüber, als schlechte Erfahrung verbuchen und nicht noch mehr Zeit investieren, als schon drin steckt. Ist ja auch nicht so, als hätte ich keine anderen Ideen!
  • Oder ich zwinge mich, weiterzumachen. Dieser Protagonist ist schließlich kein eigenständiges Wesen. Der ist meine Kopfgeburt und als solche hat er gefälligst zu tun, was ich ihm vorschreibe. Der wird also hübsch weiterziehen und tun, was nötig ist, um diese Geschichte zu beenden. Basta!
Photo by Steve Johnson on Pexels.com

Wenn du jetzt einwendest, dass beides blöd ist, hast du vollkommen recht.

Die erste Option ist feige. In dieser Situation aufzuhören heißt, zu kneifen, nur weil es schwierig wird. Außerdem wäre es schade um die Geschichte. Ich bin nämlich nach wie vor der Überzeugung, dass sie gut ist. Dass es sich lohnt, sie zu erzählen.
Die zweite Variante ist unprofessionell. Wenn ich weiß, dass etwas nicht funktioniert, lasse ich die Finger davon. Auf gar keinen Fall kann ich so tun, als sei nichts, das Ganze irgendwie fertig schreiben und dann veröffentlichen. Ich belüge weder mich selbst, noch andere.

Bleibt die dritte Option, die ich oben ausgespart habe: Ich umgehe das Problem mit einem Bearbeitungsvermerk und schreibe zunächst einmal die beiden (vorläufigen) Schlussszenen. Danach mache ich mich daran, alles aufzudröseln und die Fehler zu beseitigen, die ich am Anfang gemacht habe. Wird das frustrierend? Auf jeden Fall. Der ganze Aufbau ist falsch. Ich werde Szenen streichen müssen, in die ich viel Zeit, Mühe und Recherchearbei investiert habe. Dafür werde ich neue Szenen brauchen, die ursprünglich nicht vorgesehen waren. In der Zeit, die ich dieses Buch nicht herausgebracht habe, hätte ich einen Roman schreiben können. In der Zeit, die ich brauche, alles umzustellen, könnte ich auch eine andere Geschichte fertig stellen. Eine, die mich noch nicht frustriert hat und die sich möglicherweise leichter schreibt.
Aber das wäre feige. Außerdem glaube ich, wie schon gesagt, dass es sich lohnt, diese Geschichte zu erzählen.
Also hoffe ich auf ein Happy End in dem Wissen, dass es keins geben wird, wenn ich nicht dran arbeite.

Kein Bericht zur Frankfurter Buchmesse?

Ursprünglich sollte hier ein Beitrag zur Frankfurter Buchmesse erscheinen. Beim Schreiben habe ich mich aber gefragt, ob das überhaupt jemanden interessiert – genauer gesagt: Was von dem, was ich darüber erzählen könnte, interessant wäre.

Darüber zu schreiben, wen ich alles getroffen habe, kam mir vor wie Namedropping und überhaupt … Klar ist das hier ein persönliches Blog, aber irgendeinen Mehrwehrt sollte das Lesen schon bringen. Sonst bräuchte ich es nicht öffentlich zu machen.

Deshalb möchte ich zur Abwechslung den umgekehrten Weg gehen und dich bitten, über die Kommentarfunktion Fragen zu stellen. Das kann alles mögliche sein. Angefangen damit, wie man sich am besten auf eine Buchmesse vorbereitet, was man als Besucher*in zu erwarten hat, wie es mit der Barrierefreiheit aussieht, wo es den besten Kaffee gibt u. s. w. Ich werde mich bemühen, die Fragen so umfassend wie möglich zu beantworten. Und dann erzähle ich auch gerne persönliche Erlebnisse.

Was mich heute gefreut hat

Mein heutiges, ganz persönliches Tageshighligt war ein Tweet von Ivy Lang.

Ich war selbst nicht vor Ort und weiß nicht, wer das gesagt hat. Aber es hat mich sehr glücklich gemacht. Danke! Und danke auch für das Weiterverbreiten.


Akualisierung: Es war Lena Falkenhagen, selbst Schriftstellerin, vormalige Vorsitzende des PAN (Phantastik Autoren Netzwerk) und aktuelle Vorsitzende des VS (Verband der deutschen Schriftstellerinnen und Schriftsteller), die das gesagt hat. Haltet mich! Ich bin kurz vor dem Abheben.

[Selfpublishing] Was zur Hölle ist authentisches Marketing?

Wer selber Bücher veröffentlichen will, kommt um’s Thema Marketing nicht herum. So schön die Idee ist, nur für das Schreiben zu leben, so weltfremd ist die Vorstellung, dann auch vom Schreiben leben zu können. Laut Statistika sind 2018 allein in den Warengruppen „erzählende Literatur“, „Spannung“ und „Science Fiction, Fantasy“ rund 18.000 neue Bücher auf den Markt gekommen. Achtzehntausend. Neu. Also zusätzlich zu denen, die schon da sind. Dass ausgerechnet das eigene Buch sozusagen von allein entdeckt wird und zum Bestseller aufsteigt, ist schon wegen der schieren Masse unwahrscheinlich. Deshalb ist es unumgänglich, Werbung zu machen, damit das Buch überhaupt eine Chance hat, wahrgenommen zu werden.

Und selbstverständlich muss man das selber machen. Auch insofern ist Selfpublishing nur ein Synonym für „niemand nimmt es dir ab“.

Also bist du gezwungen, dich auch mit Marketingmethoden zu beschäftigen. Mit das Erste, was du dann zu hören bekommst, ist, dass das Marketing authentisch sein müsse. Marketing sei mehr als „Kauf mich!“ Marketing setze auf Persönlichkeit.

Aha!

Das klingt jetzt erst mal gut. Oder tat es für mich zumindest, bis ich angefangen habe, mir Gedanken zu machen, was zur Hölle meine Persönlichkeit eigentlich ist und was das mit meinen Büchern zu tun hat. Schließlich will ich meine Bücher verkaufen, nicht mich als Escort andienen oder so.
Klar, als Autor*in steht dein Name für irgendwas. Sei es für bluttriefenden Horror oder zuckersüße Liebesgeschichten – irgendwann verbindet sich der Name mit einer Leseerwartung. Der Name wird zur Marke, wie es immer so schön heißt. Das ist nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil: Es steigert die Chance gefunden und gelesen zu werden.

Nur ist mir immer noch nicht klar, was das mit meiner Persönlichkeit zu tun haben soll und wo da die Authentizität reinspielt. Klar ist: Ich bin Autorin. Ich schreibe Fantasy. Aber wenn ich mich für Fotos als Kräuterhexe oder Elfenkriegerin zurechtmachen oder in Interviews erzählen würde, dass ich von Drachen träume und an Luftgeister glaube, wäre das hochgradig unauthentisch. Das bin nicht ich. Ich trage weder Rüstung noch wallende Gewänder, sondern Jeans und T-Shirt. Wenn ich mich mit Dämonen, Vampiren und Werwölfen unterhalte, dann nur in meinem Kopf. Ich sehe keine Geister (und glaube auch nicht daran). Ich erzähle phantastische Geschichten, aber wer, wenn nicht ich wüsste am Besten, dass sie allein meinem Hirn entsprungen sind?
Und natürlich ist die Fantasy-Autorin nur eine der Facetten, die mich als Person ausmachen. Es gibt noch ganz viele andere, aber haben die etwas mit meinen Büchern zu tun? Höchstens insoweit, als sie eine bestimmte innere Haltung formen, die dann auch in meinen Geschichten zum Tragen kommt. Nur lässt sich auch diese Haltung nicht benennen, ohne auf unsäglich platte Schlagworte zurückzugreifen. Schlagworte sind nun aber wieder das Letzte, was ich meinen Büchern zumuten möchte. Meine Geschichten sind schließlich alles andere als platt und plakativ (das ist jedenfalls mein eigener Anspruch).

Tja, und da stehe ich nun und wahrscheinlich ist das authentischste, was ich sagen kann, dass ich bin, was ich bin und meine Geschichten für sich allein sprechen müssen.

Aber wie zur Hölle lässt sich das im Marketing nutzen?

Neues aus dem Autorenleben

Die Frankfurter Vampirnovelle „Biss zum letzten Akt“ hat eine Neuauflage bekommen und endlich auch ist das Problem mit dem verrutschten Cover beseitigt. Der Schriftzug auf dem Rücken sitzt nun genau da, wo er hin soll und auch der rote Rahmen sieht nun richtig gut aus.

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Biss zum letzten Akt in neuem Glanz. Da möchte man doch sofort zubeißen – äh, zugreifen.

Sehr stolz und glücklich macht mich gerade auch, dass Thalia mich mit meinem E-Book „Der Esel als Pilger“ unter den Top-AutoInnen listet und die Redaktion von Bücher.de die Geschichte ebenfalls empfiehlt. Ich muss gestehen: Ich mag das Eselchen. Nicht nur, weil es das erste E-Book war, das ich veröffentlicht habe.

Literatur unter Strom – ein sehr persönlicher Rückblick

Am 15. – 16. Februar 2019 hatte ich die Ehre, an Literatur unter Strom, dem Jubiläumskongress zum 50-jährige Bestehen des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) teilnehmen zu können. Die Ehre deshalb, weil der Kongress eine geschlossene Veranstaltung für Mitglieder war und Selfpublisher*innen zum Zeitpunkt der Einladung nur von einigen Landesverbänden aufgenommen wurden. Dementsprechend war ich so etwas, wie ein Alien und bei einer der Abendveranstaltung entfuhr einem Buchhändler tatsächlich auch ein „Oh, mein Gott!“, als ich mich als Selfpublisherin vorstellte. Wir haben uns dann aber doch sehr gut unterhalten und abgesehen von diesem kurzen Moment bin ich nirgendwo Vorbehalten begegnet. Was eher durchklang, war die Befürchtung einiger konventioneller arbeitender Autor*innen, durch die zunehmende Digitalisierung des Buchmarkts und des Büchermachens abgehängt zu werden.

Aber der Reihe nach.

Der Kongress begann schon am 14. Februar mit einem feierlichen Empfang im Stadttheater Aschaffenburg und einem anschließenden Poetry Slam-Battle zum Thema Big Brother is watching you. Aus familiären Gründen konnte ich aber erst am Freitag anreisen, so dass mir beides leider entgangen ist.
Auch an der Stadtführung auf den Spuren der Brentanos konnte ich aus Zeitgründen nicht teilnehmen. Dabei hätte sie sich bestimmt gelohnt, schon weil Aschaffenburg wirklich schön ist.

Trotzdem ging es am Freitag gleich nach meiner Ankunft in die Vollen. Als erstes lief ich dem Fotografen von verdi.tv in die Arme und durfte mich als Teil der Berichterstattung über den Kongress vor laufender Kamera ausfragen lassen, was Selfpublishing eigentlich ist, welche Vor- und Nachteile es hat und welche Gründe es für Selfpublisher*innen geben könnte, sich einer Vereinigung wie dem VS anzuschließen.*

Es folgte kurzer Schwatz mit Nina George, die selbst ganz erheblich unter Strom stand, weil sie einen großen Teil des Programms gestaltet hatte und mit hinreißender Verve überall gleichzeitig nach dem Rechten sah. Ernsthaft jetzt: Ich habe schon viele Menschen unter Stress erlebt und die Meisten kommen irgendwann an einen Punkt, wo sie die Nerven verlieren. Nicht so Nina George. Hochkonzentriert, auf den Punkt mit den Ansagen, aber gleichzeitig witzig und unglaublich warmherzig. Whow!
Nina George habe ich zu verdanken, dass ich überhaupt teilnehmen durfte – dafür noch einmal ganz, ganz herzlichen Dank! Es war mir nicht nur eine Ehre, sondern auch ein Fest!
Durch Nina George habe ich auch Jens Kramer kennengelernt, den Vorsitzenden des Syndikats. Einer Verbrecherorganisation, wie er selber sagt, deren Mitglieder nach allen Regeln der Kunst morden. Natürlich nur in Büchern, denn auch das Syndikat ist eine Autorenvereinigung, nämlich die der Krimiautor*innen. Jens Kramer war für mich das Wochenende über so etwas wie der ruhende Pol. Unschätzbar wertvoll für jemanden, dem es schwer fällt, Gesichter und Namen in Übereinstimmung zu bringen.

Dann wurde es auch schon langsam Zeit für die eröffnende Podiumsdebatte, vor der ich mich die Wochen vorher ein bisschen gegruselt hatte. Ein Publikum aus lauter gestandenen Autorinnen und Autoren. Auf dem Podium u. a. die Radiomoderatorin Birgit Kolkmann, ein Verlagsmensch und Karla Paul. Und dazwischen ich als Repräsentantin der Selfpublisher*innen. Da kann man schon ein bisschen Bammel davor haben, Stuss zu reden, oder?
Den Auftakt machten aber Nina George mit einer espritsprühenden Einleitung und Rüdiger Wischenbart mit einem sehr inspirierenden Impulsreferat, bei dem ich sehr häufig dachte: „Das ist es. Auf den Punkt.“
Danach ging es in die Diskussion. Zur Debatte stand die Digitalisierung des Buchmarkts und ihre Folgen. Es ging um E-Books, Internetveröffentlichungen, die Zukunft des gedruckten Buchs, die Möglichkeiten von KI, Bestsellercodes und Übersetzerprogramme, die EU-Urheberrechtsnovelle, Selfpublishing, die gar nicht mehr so neuen Medien und sich änderndes Leseverhalten – und bestimmt habe ich noch den einen oder anderen Punkt vergessen. Als Teilnehmerin kann ich nur sagen: Ich fand die Themen spannend und die Atmosphäre ausgesprochen angenehm. Ob ich Stuss geredet habe, müssen andere entscheiden.

Danach verwischt sich meine Erinnerung ein wenig. Ich weiß noch, dass ich mit Lena Falkenhagen über die Absicht des VS gesprochen habe, künftig auch Selfpublisher*innen aufzunehmen. Sie hat das sehr befürwortet und darauf hingewiesen, dass PAN (die Vereinigung der Fantasy*autorinnen) sich inzwischen ja auch geöffnet habe. Dass das am Anfang anders gewesen sei, habe allein daran gelegen, dass man zunächst Strukturen schaffen wollte.
Dann habe ich mit Valentin Döring, Dr. Volker Staats (beides Juristen im VS) und Katharina Uppenbrink von der Initiative Urheberrecht über die EU-Urheberrechtsnovelle gesprochen. Die drei haben es geschafft, meine Meinung ins Wanken zu bringen, dass vor allem Artikel 11 und Artikel 13 Mist sind. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich die Richtlinie deshalb gut finde. Es ist einfach unglaublich schwer, an zuverlässige Informationen zu kommen, da auf beiden Seiten Interessengruppen stehen. Auf mich wirkt die Diskussion allerdings so, als würden die Gegner der Urheberrechtsrichtlinie sachlicher argumentieren als die Befürworter, von denen ich allenfalls Schlagworte und gelegentliche Diffamierungen mitbekomme. Das mag an den von mir konsumierten Medien liegen. Es mag auch sein, dass die Sachargumente der Gegner falsch sind. Der unsachliche Ton seitens der Befürworter weckt jedoch den Eindruck, sie hätten überhaupt keine Argumente. Das war bei den drei Genannten nun deutlich anders: Sie wirkten sowohl sachlich als auch informiert. Durch sie habe ich erfahren, dass die Diskussion über verpflichtende Uploadfilter die beabsichtigte Regelung nur sehr verkürzt darstellt. Das und die Tatsache, dass sie eindeutig die Interessen der Schriftsteller*innen vertreten, hat mein Meinungsbarometer von „Ablehnung“ auf „unschlüssig“ umspringen lassen.
Außerdem habe ich Monika Pfundmeier kennengelernt, eine sehr liebe Kollegin und sehr erfolgreiche Selfpublisherin, mit der ich am nächsten Tag lesen sollte. Mit ihr habe ich auch den größten Teil des Abends verbracht, der aus einem Festakt im Stadttheater Aschaffenburg zu dessen Höhepunkten für mich die Rede von Imre Török zählte, der Kein Ende der Bescheidenheit forderte, einem Empfang des Bürgermeisters und dem anschließenden gemeinschaftlichen Versacken der Nimmermüden im Schlappe Seppel bestand.

Und obwohl Aschaffenburg eigentlich recht übersichtlich ist, habe ich es geschafft, mich auf dem Rückweg ins Hotel zu verlaufen.

Den ersten Teil des Samstags hätte ich mir eigentlich für Schönheitsschlaf, einen ausgiebigen Bummel durch Aschaffenburg nebst Cafébesuchen und Lesungsvorbereitungen freinehmen können. Schließlich sollte die Lesung erst am Abend stattfinden. Aber natürlich war ich neugierig auf die Delegiertenkonferenz. Ganz besonders darauf, ob der Antrag über die Aufnahme von Selfpublisher*innen durchkommen würde. Zwar sind mir alle, mit denen ich mich unterhalten habe, sehr offen begegnet, aber für Außenstehende ist es schwer, Stimmungen abzuschätzen. Um so mehr hat es mich gefreut, dass der Antrag problemlos durchging. Schließlich kämpfen wir Selfpublisher*innen mit ähnlichen Problemen, wie die, die für Verlage schreiben. Darüber hinaus kämpfen wir mit ähnlichen Problemen, wie die Verlage selber – die übrigens auch Mitglied im VS sein können. Und deshalb glaube ich fest daran, dass es gut ist, diese gemeinsamen Probleme gemeinsam anzugehen und die gemeinsamen Interessen auch gemeinsam zu vertreten.
Als im Anschluss daran an einer neuen Charta gefeilt wurde, habe ich mich allerdings verabschiedet. Die Vorlage kannte ich schon und kann sie in jedem Punkt unterschreiben. Das Gleiche gilt für die am gleichen Tag verabschiedete Aschaffenburger Antwort. Deshalb habe ich mich gegen das weitere Zuhören und für ein Nickerchen im Hotel entschieden, um für die bevorstehende Lesung fit zu sein.

Die Lesung. Was soll ich darüber sagen, außer dass sie Spaß gemacht hat? Vielleicht noch, dass sie in zwei Blöcken á einer Stunde ablief. Das hatte den Sinn, dass die Zuhörenden in der Pause zu einer der parallel laufenden anderen drei Lesungen wechseln konnten. Monika Pfundmeier und ich haben abwechselnd gelesen. Im ersten Block sie zuerst, im zweiten ich. Jens Kramer hat uns jeweils vorher vorgestellt und ein bisschen in die Themen eingeleitet.
Im Anschluss an die zweite Lesung gab es sogar noch eine kleine Diskussion mit ein paar Zuhörerinnen.

Danach sind wir mit den übrigen Kongressteilnehmern wieder im Schlappe Seppel versackt.

Damit war der Kongress eigentlich zu Ende. Allerdings gab es am nächsten Morgen noch so etwas wie ein inoffizielles Treffen. Eher zufällig. Vor dem Hauptbahnhof.
Das Wetter war schön, ich hatte keine Lust auf Hotelzimmer und der Kaffee dort war auch eher mau. Also bin ich früher raus und habe mir einen Chai Latte in der Sonne gegönnt. Und nach und nach bekam ich Gesellschaft. Zuerst Monika Pfundmeier. Dann Lena Falkenhagen, die frisch gekührte Vorsitzende. Imre Török. Sven j. Ohlsson (noch jemand aus dem Vorstand) und noch ein paar andere, deren Namen mir leider entfallen sind. Einige blieben nur kurz auf ein paar Worte. Andere länger.
Es war eine sehr angenehme Runde. Auch das hat mich darin bestärkt, dass es richtig ist, dem VS beizutreten.


*Den Bericht werde ich noch verlinken, so bald er fertig geschnitten ist.


Wer objektivere Informationen sucht, ist mit diesem Artikel vielleicht ganz gut bedient: http://kuk.verdi.de/literatur/laengst-noch-kein-ende-der-bescheidenheit-1832/

VS öffnet sich für Selfpublisher*innen

Für Selfpublisherinnen und Selfpublisher hat sich eine neue Tür geöffnet: Seit dem 15.02.2019 sind sie auch im Verband der deutschen Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) offiziell willkommen. Zuvor bestand nur in einzelnen Landesverbänden die Möglichkeit beizutreten, die Regelungen waren aber uneinheitlich.

Bei seinem diesjährigen Kongress hat der VS beschlossen, sich generell zu öffnen und einheitliche Voraussetzungen für die Aufnahme geschaffen. Zu den Kriterien gehört neben mindestens einer Print- oder E-Book-Veröffentlichung die Professionalität im Umgang mit dem eigenen Werk und die Wahrnehmbarkeit als Autor bzw. Autorin. Wer nur auf seinem Blog oder in einem Druckkostenzuschussverlag veröffentlicht, ist aber weiter außen vor.
Damit trägt der VS der Tatsache Rechnung, dass sich die Arbeit von „Verlagsautor*innen“ und Selfpublisher*innen immer weniger unterscheidet. Auch Verlage wälzen zunehmend Aufgaben wie Lektorat und Marketing auf „ihre“ Autor*innen ab. Andererseits sind selbstproduzierte Bücher inzwischen oft so professionell, dass sie jedem Vergleich mit Verlagsprodukten standhalten. Ein weiterer Grund mag sein, dass beide Gruppen im Kern die gleichen Interessen haben und es daher weder Selfpublisher*innen noch „Verlagsautor*innen“ nutzt, wenn man sie gegeneinander ausspielen kann.

Persönlich begrüße ich diese Entscheidung sehr, weil Selfpublisher*innen dadurch eine zusätzliche Möglichkeit gewonnen haben, ihren Interessen Ausdruck und ihrer Stimme politisches Gewicht zu verleihen. Und ja, mein Antrag ist unterwegs.

Was war und was wird

Was 2018 für mich bedeutet hat

Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückschaue, ist vieles gut, manches mau und leider sehr viel auch miserabel gelaufen. Ganz wunderbar war die Zeit auf der Leipziger Buchmesse. Hier muss ich ganz vielen Leuten DANKE! sagen. Den Freunden von Lebendige Geschichte zum Beispiel, die mich äußerst gastfreundlich aufgenommen haben. Dem Bundesverband junger Autorinnen und Autoren (BVjA), der mich zur Podiumsdiskussion „Was macht mich zum Schriftsteller“ eingeladen hatte. Vor allem aber den Schwestern vom Nornennetz, die es mir ermöglicht haben, meine Bücher in wirklich fantastischer Umgebung zu präsentieren, und die außerdem eine Lesung, sowie eine Podiumsdiskussion zu „starke Frauen in der Fantastik“ organisiert haben.

LBM18 am Nornenstand
Foto: Elenor Avelle

Der absolute Tiefpunkt des Jahres war der sehr überraschende Tod meines Vaters. Es war nicht der einzige Todesfall in der Familie dieses Jahr. Aber die Art seines Todes und ganze Drumherum waren, gelinde gesagt, sehr unschön. Auch sonst er hat mich stärker getroffen, als ich es für möglich gehalten hätte. Dazu kam eine neue Krebserkrankung bei meiner Mutter, die ich – anders als die im letzten Jahr – aber mehr oder weniger nur aus der Ferne begleiten konnte. Mit alledem zurechtzukommen, hat viel Zeit und Kraft gekostet, was schließlich in einer Depression mündete, an der ich immer noch knabbere.
Dass mein „kleiner“ Sohn sich kurz vor Weihnachten noch das Bein gebrochen hat und nun zu 100% pflegebedürftig ist, war dann nur noch der Vogelschiss auf dem Misthaufen.

Coverentwurf1 klein

Daher bin ich dieses Jahr auch weit hinter meinen Schreibplänen zurückgeblieben. Das Werwolfprojekt ist so häufig ins Stocken geraten, dass ich irgendwann den Faden nicht wiedergefunden habe. Auch der Roman „Steppe und Steine“ liegt vorläufig wieder auf Eis.
Um in diesem Jahr überhaupt etwas zu veröffentlichen, habe ich auf zwei ältere Geschichten zurückgegriffen. Meine Leser mögen mir dieses Recycling verzeihen.

Immerhin habe ich etwas veröffentlicht und betrachte das schon als kleinen Erfolg, zumal das Cover zu „Was von ihnen blieb“ wirklich wunderschön geworden ist. Auch das ist eine Eigenleistung, auf die ich stolz bin.

Was 2019 kommen soll

Der Dezember ist aber nicht nur die Zeit der Rückbesinnung, sondern auch dafür, Pläne für das neue Jahr zu schmieden.
Eigentlich wollte ich jetzt verkünden, dass ich im Januar meinen privaten WriMo ausrufen und endlich „Steppe und Steine“ fertig schreiben werde. Das hat sich vorläufig zerschlagen, ich hoffe aber, dass es im März oder April klappt.
Im Februar bin ich als Gast zur Jubiläumsveranstaltung „Literatur unter Strom“ des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller nach Aschaffenburg eingeladen, wo ich sowohl an einer Podiumsveranstaltung teilnehmen als auch eine Lesung halten werde.
Außerdem will ich neben dem Werwolfwestern noch mindestens eine weitere Erzählung für den Codex Aureus schreiben.

Der Codex Aureus wird im Lauf des Jahres einen eigenen, unabhängigen Webauftritt bekommen. Dazu soll neben einer selbst gehosteten Webseite auch eine Social-Media-Präsenz gehören. Ich hoffe, dadurch gezielter Leserinnen und Leser ansprechen zu können.
Der Webspace und die Adresse sind schon reserviert, ein Twitteraccount ist angemeldet. Es geht also „nur noch“ darum, beides mit Leben zu füllen.

Und du? Was sind deine Pläne für 2019?