April, April!

Nein, ich meine nicht das Wetter, auch wenn das gerade die sprichwörtlichen Kapriolen schlägt. In Zeitlupe zwar, aber genauso launisch, wie man es dem April eben nachsagt. Das Thema, über das ich schreiben wollte, war eher launig. Es geht um Humor und da bietet sich der erste April als Aufhänger an. Weil … Na ja, weißt du selbst.

Humor, den man erklären muss, ist taugt nichts. Da sind sich alle einig. Schwierig wird es bei der Frage, was das eigentlich ist: Humor. Was ist witzig daran, sich gegenseitig reinzulegen und einander Streiche zu spielen?
„Guck mal, dein Schnürsenkel ist auf!“
„Hä? Gar nicht!“
„April, April!“
Ist nicht witzig, oder?
Je länger ich mich mit Schreiben beschäftige, desto mehr grüble ich darüber. Was macht einen guten Witz aus? Wann wird er schlecht?

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Ich bin mit Vorstellungen von Humor aufgewachsen, die ich rückblickend zumindest als fragwürdig empfinde. Als witzig galten dicke Männer, die in pinkfarbenen Tütüs ein Ballett imitieren. Überhaupt Männer in Frauenkleidung. Weiße, mit schwarz bemalten Gesichtern und rot geschminkten Wulstlippen, die seltsame Laute stammelten. Sendungen wie Klimbim. Frauen, die dumme Dinge taten oder sagten (Frauen galten eigentlich nur als komisch, wenn über sie gelacht wurde). Die Filme von Stan und Olli (oder Dick und Doof, wie sie damals in Deutschland hießen) … Das alles sollte witzig sein.

Wobei ich Stan und Olli damals schon nicht angucken konnte. Bei den „Späßen“, die in diesen Filmen gerissen wurden, zog sich mir alles zusammen. Das war einfach nur brutal. Das habe ich damals so empfunden und das sehe ich heute noch genauso. Tom und Jerry dagegen habe ich geliebt und trotz aller Brutalität, mit der sie sich bekämpfen, kann ich auch heute noch darüber lachen. Klimbim geht dafür wieder gar nicht. Das ist eine Anhäufig widerlicher, ranzig gewordener Ressentiments, klebriger Anzüglichkeiten und Klischees und ungefähr so lustig wie olo oder ( . )( . ) an eine Klowand zu schreiben (ja, auch solche Sachen galten damals als herrlich anzügliche Witze).

Offensichtlich ist Humor zeit- und kulturabhängig. Aber diese Erkenntnis hilft mir als Autorin genauso wenig, wenn ich versuche, witzig zu sein oder einem Text eine humorvolle Note zu geben wie abstrakte Definitionen. Oder könntest du mit dem Wissen, dass Humor die

Fähigkeit und Bereitschaft ist, auf bestimmte Dinge heiter und gelassen zu reagieren, beziehungsweise die sprachliche, künstlerische o. ä. Äußerung dieser Geisteshaltung

Duden

etwas verfassen, das dieser Definition genügt? Ne, nicht? Ich auch nicht. Da ist der Satz: Humor ist, wenn man trotzdem lacht, schon hilfreicher. Offensichtlich bedingt Humor eine nicht lustige Situation, sowie eine Wendung, durch die sich die Anspannung auflöst oder wenigstens mindert.
Allerdings muss Humor nach dieser Sichtweise nicht unbedingt etwas heiter-gelassenes haben. Er kann auch skurril daherkommen, wie die Geschichten von Loriot. Er kann tiefschwarz gefärbt sein, wie die letzten Szenen aus dem Leben des Brian. Genauso kann Humor aber auch kann spitz und sogar beißend sein.

Wenn Humor ein Mittel ist, um eine Anspannung zu lösen, heißt das im Umkehrschluss aber auch, dass Spott nur dann humorvoll ist, wenn er sich gegen eine mächtige(re) Figur richtet. Jemand ohnehin unterlegenes zu verspotten, ist Quälerei. Es löst keine Anspannung, sondern bestärkt und bestätigt das Machtgefälle.

Hätten Lügen kurze Beine, hätte Trump Hornhaut am Sack.

Klospruch

Vielleicht kann ich deshalb über Tom und Jerry immer noch lachen, denn die Katze ist nur körperlich überlegen. Tatsächlich geben sich beide aber nichts, so dass sich das Machtgefälle immer wieder umkehrt. Dazu kommt natürlich, dass sie als Trickfilmfiguren trotz aller Deformationen keinen wirklichen Schaden erleiden.

So richtig weiß ich zwar immer noch nicht, wie das humorvolle Schreiben eigentlich funktioniert, aber ich werde weiter üben. Und du? Kannst du Humor? Erzähl! Welche Formen liegen dir? Welche Mittel benutzt du?

Und doch

Es ist Freitag. Eigentlich wollte ich heute auf die FFF-Demo. Eigentlich sind die Voraussetzungen bestens: Die Sonne scheint und in der Luft liegt schon eine Ahnung von Frühling.

Aber wir™ haben auch Corona. Genauer gesagt hat einer meiner Söhne Corona. Er hat keine Symptome und bisher ist der Schnelltest bei allen anderen Familienmitgliedern negativ. Aber trotzdem sind wir natürlich in Quarantäne. Das heißt dann auch, trotz des schönen Wetters drinnen zu bleiben. Also ist auch nichts mit demonstrieren, auch wenn die Pandemie im Vergleich zu dem, was uns als Folgen der Klimaveränderungen bevorsteht, harmlos ist.

Ach ja, Krieg ist auch noch. Nicht, dass nicht andauernd sowieso irgendwo Krieg wäre, aber dieser ist nur ein paar Stunden entfernt und damit bedrückend nahe. Auch solche Kriege werden zunehmen. Vielleicht werden sie uns nicht ganz so nahe kommen, aber der neueste Klimaschutzbericht besagt, dass die Hälfte der Menschheit in Gebieten lebt, die als äußerst gefährdet gelten. Es bedarf keiner großartigen Fantasie, sich auszumalen, was passiert, wenn fruchtbares Land, Nahrung und Wasser knapp werden.

Trotzdem weigere ich mich, aufzugeben. Die Hoffnung stirbt zuletzt und ich will sie nicht begraben. Aber darüber schreiben will ich. Über Ängste genauso, wie über Lichtblicke. Manchmal liegt beides dicht beisammen.


Und doch

Es ist Krieg.
Und doch wärmt die Sonne
Und der Himmel ist blau.
Die Kirsche blüht.
Der Holunder treibt Blätter.
Schneeglöckchen nicken am Wegrand.
Eine Amsel flötet.
Stare schnattern.
In der Tanne streiten die Elstern.
Und doch: Es ist Krieg.

Auf dem Wasser treibendes rotes Blatt
Bild von wal_172619 auf Pixabay

Gute Vorsätze – 2022er Edition

Als ich meinen Kalender für 2021 angelegt habe, habe ich ihm das Motto „Es kann nur besser werden“ vorangestellt. Das war ein Irrtum. 2021 wurde eins der bleierndsten Jahre, das ich je erlebt habe. Es ging fast nichts. Der Werwolf ist irgendwo im Wilden Westen eingeschlafen. Meine Sozialkontakte sind bis auf wenige Ausnahmen genauso. In meinen Mittelalterklamotten haben Motten Fressgelage veranstaltet. Mir fehlt die Kraft, das eine neu zu knüpfen und das andere neu zu nähen. So gesehen könnte ich mir diesen Artikel vermutlich sparen.

„Dann lass es doch!“

Das rät auch meine Intuition, und fügt hinzu, dass jeder Vorsatz sinnlos ist. „Das Karma macht dir sowieso einen Strich durch die Rechnung, und am Ende kommt alles unerwartet und ganz anders als geplant.“ Außerdem hätte ich schon so viele Pläne gefasst und beerdigt, oder – noch schlimmer – nicht mal ernsthaft mit der Umsetzung begonnen. Da müssten jetzt nicht auch noch neue dazukommen. Und überhaupt sei das neue Jahr auch nur ein willkürlich gesetztes Datum ohne tiefere Relevanz. Wenn ich unbedingt gute Vorsätze fassen wollte, könnte ich das zu Ostern genauso tun.

Aber …

Aus irgendeinem Grund hält mein dummes Herz daran fest, dass „anders und unerwartet“ auch sehr schön sein kann. Selbst wenn der Werwolf-Western nichts geworden sei, hätte ich immerhin fünf Kurzgeschichten fertiggestellt. Eine sei in einer Anthologie veröffentlicht, die anderen beiden würden vermutlich im Lauf des nächsten Jahres drankommen.

Zwei stünden hier im Blog. Und eine davon sei sogar vertont worden. Außerdem seien da noch das Unsinnsprojekt, das langsam aber stetig weiterwüchse und die zu 2/3 fertige Märchenanthologie. Nichts davon sei Anfang 2021 absehbar gewesen!

In seinem Optimismus setzt es dann noch hinzu, dass Pläne zwar scheitern können, aber der Misserfolg garantiert sei, wenn man keinen Plan habe. Ein Mensch ohne Plan sei ein Floß ohne Ruder; ein Blatt im Wind und ein Herd ohne Feuer.

Also doch!

Ich kapituliere! Bevor es noch mehr Kalendersprüche hagelt, mache ich, was alle anderen um diese Jahreszeit auch tun: Ich schreibe meine guten Vorsätze nieder. Vielleicht erinnere ich mich am Ende des Jahres sogar daran und kann ein Resume ziehen.
Ich will:

  • Die Märchenanthologie „Der Atem des Drachen“ herausbringen.
  • Wieder regelmäßiger bloggen. 1x im Monat scheint ein erreichbares Ziel zu sein.
  • Am Unsinnsprojekt weiterschreiben. Nicht nur just for fun, aber auch.
  • Das Konzept für den Werwolf-Western überdenken, gegebenenfalls überarbeiten und das Ding zuende schreiben.
  • Die Zeit für Social Media begrenzen bzw. zielgerichteter nutzen.
  • Wieder mehr lesen. Vielleicht auch anfangen, die Leseeindrücke festzuhalten. Mal sehen. Aber in jedem Fall mehr lesen!
  • Wieder kreativer werden, d. h. mehr basteln, malen, zeichnen, handarbeiten.
  • Offline soziale Kontakte pflegen. Und sei es nur, dass ich in diesem Jahr auch mal Weihnachtskarten verschicke. Im Idealfall selbstgebastelte.
  • 2022 überleben und so gut wie möglich dafür sorgen, dass keiner meiner Lieben verloren geht.
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Klingt jetzt nicht übermäßig ambitioniert und sollte sich daher machen lassen. Was meinst du? Hast du auch Vorsätze für’s neue Jahr oder hältst du das alles für Unsinn?

Ein Buch, ein Schlüssel und ein Beutel voller Ratten

Mit dieser Geschichte bin ich in der Crossover-Anthologie „Herzensdieb“ der Herausgeberin Emma N. vertreten. Hauptthema ist die Liebe in all ihren Facetten – aber immer mit einem Abstecher in andere Genres.

In meinem Beitrag geht es um einen Heist: Die Vorbereitung und Durchführung eines Diebstahls. Das Objekt der Begierde ist ein ganz besonderes Buch, das in der Nationalgalerie ausgestellt wird. Aber ist die Liebe zwischen der Berliner Göre Hetti und der Freiin Amalia von Greiffenstein dieser Belastungsprobe gewachsen? Und wieso braucht man einen Beutel Ratten, um ein Buch zu klauen?

Cover des Buchs "Herzensdieb": Vor orangem Hintergrund sind auf der linken Seite eine in lila gezeichnete Frau im viktorianischen Kostüm und rechts ein ebenfalls lilafarbener Mann mit Monokel zu sehen. Beide stehen auf kurzen Säulen (ebenfalls lila). Zwischen ihnen erhebt sich eine dritte lila Säule auf der ein glitzerndes Herz thront. Darüber steht in Glitzerschrift der Buchtitel.
Herzensdieb gibt es als Taschenbuch und E-Book exklusiv bei Amazon.

„Kostbarkeiten kommen abhanden, Abstimmungen werden manipuliert, oder gar Leichen gefunden. Und all das, weil noch Wertvolleres auf dem Spiel steht: die Liebe! Denn hätten sie die Liebe nicht, dann wäre ihnen alles nichts.

Thematische No-Goes

Meine 5 Cent zum #Autor_innensonntag

Mal ganz abseits der allgegenwärtigen Debatten darüber, was man angeblich nicht mehr sagen und worüber man angebliche nicht mehr schreiben dürfe: Natürlich gibt es Dinge, über die ich nicht schreiben will. Dazu gehört zuerst mal alles, was in den Bereich blood and guts oder gore fällt, also die sehr detaillierte Darstellung exzessiver Gewalt um ihrer selbst willen. Damit will ich nicht sagen, dass meine Bücher gewaltfrei sind. Das sind sie absolut nicht. Aber ich gehe selten in die Details und wenn doch, dann nur, weil es notwendig ist. Aber durchgehend Gewalt zu schildern, weil es edgy oder weil es ein effektives Mittel ist, bei den Lesenden Gefühle auszulösen (und sei es „nur“ Ekel), halte ich für grundfalsch.

Genauso falsch finde ich es, Menschen in Gruppen zu kategorisieren. Männer sind vom Mars, Wikinger breitbrüstige brünstige Barbaren, Frauen verstehen nichts von Technik, Rothaarige sind temperamentvoll, Menschen mit Sternzeichen Waage … Nein! Einfach nein. Menschen sind zunächst mal Individuen und als solches kann eine Frau auch nichts von Technik verstehen und jemand mit Sternzeichen Waage besonders ausgeglichen sein. Oder anders herum. Aber das sind erstens nur Charaktereigenschaften unter vielen anderen und zweitens besagen sie nichts über die Fähigkeiten anderer Menschen gleichen Geschlechts, Sternzeichen, Haarfarbe oder Schuhgröße.


Ruhm ist nicht genug,

Heute ist mal wieder einer dieser Tage, an denen ich mich frage, warum ich mir das eigentlich antue. Zu Schreiben, meine ich.

Als ich anfing, hätte ich die Antwort problemlos geben können: Natürlich wollte ich davon leben. So wie andere davon leben, Brötchen oder Klamotten zu verkaufen, Zähne zu richten oder Kindern etwas beizubringen, wollte ich von Buchstaben leben. Genau genommen, träume ich immer noch davon. Aber wenn man sich die Zahlen anguckt …


2010 verdienten die bei der Künstlersozialkasse versicherten Schriftsteller:innen durchschnittlich 13.588 Euro. Im Jahr. Auf einen Monat gerechnet sind das 1.132 Euro.* Brutto. Dabei wäre es schon netto nicht viel. Dazu kommt, dass sich in der Künstlersozialkasse die „Besserverdienenden“ sammeln. Unterhalb einer bestimmten Einkommensgrenze kommt man nämlich gar nicht rein. Es darf also davon ausgegangen werden, dass das tatsächliche Durchschnittseinkommen der Schreibenden noch geringer ist.

Finanziell lohnt sich das Schreiben absolut nicht.

„Aber du schreibst doch nicht nur für …“
„Man darf doch nicht alles unter monetären Aspekten …“
„Geld ist nicht alles. Mir ist wichtiger, gelesen zu werden!“

Gerade den letzten Satz unterschreibe ich sofort. Mir ist wichtiger gelesen zu werden, als den großen Reibach zu machen. Mir liegt nichts am Jet-Set. Ich brauche keine Champagnerempfänge, keine Yacht und schon gar keine Bäder in Eselmilch. Aber Miete, Renten- und Krankenversicherung zahlen zu können und trotzdem Geld für Klamotten und für einen gelegentlichen Besuch in Schwimmbad, Museum oder Kino zu haben, wäre schon schick.

Dabei ist es auch egal, ob mir das Schreiben Spaß macht. Was wäre das auch für eine Bemessungsart? „An diesem Buch habe ich endlos gesessen – es hat wirklich gar keinen Spaß gemacht“, wäre damit ein Argument viel Geld dafür zu bezahlen, während „diese Geschichte! Ich habe so viel Freude damit gehabt. Die Worte sind mir nur so aus der Feder geflossen“, gratis zu haben sein müsste? Was für ein hanebüchener Unsinn! Auch Gehalt wird schließlich nicht als Schmerzensgeld bezahlt (auch wenn das bei manchen Jobs durchaus angebracht wäre, aber das ist wieder ein anderes Thema).

„Aber das kann man doch nicht vergleichen!“

Das kann man sehr wohl. Schreiben ist Arbeit. Genaugenommen ist es sogar die Art von Arbeit, die üblicherweise gut bezahlt wird, weil sie neben Kreativität und Wissen viel Planung und Ausdauer verlangt. Ein Buch schreibt sich nicht mal eben. Es fertig zu stellen, ist ein langer, fordernder und oft einsamer Prozess. Auch wenn Schreibende untereinander oft sehr kommunikativ sind, ist man beim Schreiben allein mit sich und seinen Gedanken. Nicht nur Stunden oder Tage, sondern oft Jahre. Das lässt sich durchhalten, weil die Arbeit Spaß macht. Manchmal. Manchmal ist es auch die Konfrontation mit eigenen und fremden Abgründen, mit Abscheulichkeiten und Ängsten. Aber das gehört dazu. Außerdem haben wir uns das ja ausgesucht.

Trotzdem bleibt am Ende oft nur Erschöpfung und die Hoffnung, dass dieses Buch, in das wir so viel investiert haben, gekauft, gemocht und weiterempfohlen wird, weil wir alleine von Spaß, Ruhm und Ehre oder was auch immer Schreiben sonst noch bedeutet, nämlich weder unsere Miete, noch Klamotten oder Essen bezahlen können. Und weil es so lange dauert, ein Buch zu schreiben, müssen die Erträge, die dieses eine Buch bringt, uns so weit tragen, dass wir das nächste schreiben und herausbringen können.

Aktuell tut es das nicht. Der Buchmarkt ist kaputt. Die Ursachen davon sind vielfältig. Da sind die Selfpublisher:innen, die ihre Werke zu „Kampfpreisen“ auf den Markt schmeißen, in der vagen Hoffnung, dadurch sichtbarer zu werden, die aber nur das Bild zementieren, dass Bücher, zumal selbst publizierte nichts wert sind. Es sind die Verlage, die Bücherproduktion und -vertrieb vor allem unter Kostenaspekten beurteilen und den Kostendruck an das schwächste Glied der Kette weitergeben: Die Autor:innen. Es sind die Autor:innen, die seufzend akzeptieren, dass man mit Romanen immer weniger und mit kürzeren Formaten sowieso überhaupt gar nichts verdient. Es sind die selbst ums Überleben kämpfenden Buchhandlungen, die zwar mantraartig beklagen, wie schlimm das Aussterben der „kleinen inhabergeführten Buchhandlung“ wäre, aber oft auch bloß Bestseller im Angebot haben und weder der Kundschaft noch den Autor:innen irgendeinen Vorteil bieten. Es sind die Portale, die legalen, wie die illegalen auf denen man Bücher als Print- oder E-Book nahezu zum Nullpreis bekommt, die Leseflatlines, von denen alle profitieren – bis auf die Autor:innen. Es sind nicht zuletzt auch Leser:innen, die Bücher nach dem optimalen Verhältnis von Preis und Gewicht aussuchen.

Ich will nicht jammern. Aber falls du bis hier gekommen bist, bitte ich dich, dir eins klar zu machen: Wir Autor:innen sind nicht nur ein nice to have. Unsere Geschichten sind die Basis fast jeder Form von Unterhaltung die du nutzt. Sie kommen nicht nur als Bücher daher, sondern stecken in jedem Computerspiel, jeder Netflix- oder Amazon-prime-Produktionm und jedem Film. Wir schreiben die Songtexte, Theaterstücke und Drehbücher. Und überall sind wir das schwächste Glied. Das, an dem am Meisten gespart wird. Aber wie heißt es so schön: Jede Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Unsere, d. h. auch deine Welt wäre ärmer, wenn dieses schwächste Glied irgendwann wegbricht.
Vielleicht kannst du einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass es nicht so weit kommt.


* Die Zahl ist zwar von 2010, aber leider hat sich in den letzten 10 Jahren daran auch nichts geändert.

Gesund bleiben im Herbst

Im IndieBuchtober, der Challenge rund um Bücher, die in unabhängigen Kleinverlagen erschienen sind oder im Selfpublishing herausgegeben wurden, steht heute das Thema Buch und Schal auf der Agenda und mir fällt überhaupt nichts ein. Bei Buch und Ärmeldecke, sähe es anders aus, denn heute ist einer dieser hässlich grauen, regnerischen Herbsttage, die sich am besten vom Sofa aus überstehen lassen.

Sich in die Ärmeldecke zu wickeln und in einem Buch zu versinken, hat was. Am Schönsten ist es natürlich, wenn man dann noch etwas heißes zu Trinken und etwas zu Knabbern in der Nähe stehen hat. Ein richtiger, kleiner Kurzurlaub. Wohltuend für den Körper und die Seele. Gleichzeitig ist es aber ein Luxus, den man sich erst mal leisten können muss. Immerhin ist heute ein ganz normaler Arbeitstag und selbst wenn man das Glück hat, Home-Office zu machen, bleibt das Sofa tabu.

Das könnte ich jetzt als Überleitung zum Schal nutzen. Allerdings ist das Wetter auch viel zu warm für Schals, jedenfalls für die dicken, wolligen, die sich auf Bildern immer so gut machen. Aber das Must-have der Saison ist sowieso nicht der Schal, sondern der MNS. Der Mund-Nasen-Schutz, die Alltagsmaske oder, wie sie im Norden heißt: der Snutenpulli. Ich habe inzwischen mehrere davon genäht, schließlich müssen die nach dem Tragen in die Wäsche, vor allem aber will ich nicht immer gleich rumlaufen.

Das auf dem Bild ist meine aktuelle Lieblingsmaske. Ich finde, dass das Motiv hervorragend zur aktuellen Situation passt, auch wenn Pestdoktoren in dieser Form vermutlich nur eine Legende sind.

Den Reader habe ich sowieso immer dabei, denn ich lese meistens mehrere Bücher parallel und so kann ich auch unterwegs spontan entscheiden, auf welches davon ich gerade Lust habe.

In dem Sinne: Pass auf dich auf und bleib gesund!


Alle Aufgaben der IndieBuchtober Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Werwölfe bei Neumond
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbisgemetzel
03.10.Supernatural18.10.Gesucht wird ein Herbstkrimi
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstlich-schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Geisterstunde
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Laub und Lob für die Walküre
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orange
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten)

Geisterstunde

Wir nähern uns Halloween, Allerseelen und Samhain; der Zeit, in der die Grenzen zwischen der Welt der Toten und der der Lebenden dünn werden. Passend dazu ist die Tagesaufgabe des IndieBuchtobers: ein Buch mit Geistern.

Da in meinen Büchern immer mal wieder Geister auftauchen, nutze ich die Gelegenheit selbst ein bisschen Werbung zu machen. Meine „Lieblingsgeister“ sind Seraina, Hulda und Pirmin, deren Geschichte in Der Fluch des Spielmanns erzählt wird. Der Erzähler ist ein „Kollege“; der einzige Überlebende einer Truppe fahrender Spielleute.

Buchcover: Der Fluch des Spielmanns

Wer sind die drei Geister, die Corvin nachts heimsuchen und ihn sogar bis in die Hütte von Vater Gion verfolgen?
Seine Beichte offenbart eine tragische Liebesgeschichte. Aber natürlich sind die Dinge noch weit komplizierter.

Der dritte Band des Codex Aureus entführt ins frühe Mittelalter, in eine Zeit, in der der Hexenglaube höchst lebendig war und ein unbedachtes Wort tödliche Folgen haben konnte.

(Klappentext)

Der Erzählung liegt so etwas wie eine wahre Geschichte zugrunde: Vor einigen Jahren wurde an einer abgeschiedenen Stelle der Schweizer Alpen ein Grab gefunden, in dem drei Skelette lagen. Oder besser gesagt: Die Überreste von drei Skeletten, denn im Grunde handelte es sich nur noch um die großen Knochen. Archäologen stellten fest, dass sie im frühen Mittelalter bestattet worden waren. Allerdings entsprach die Bestattung in keiner Weise den damals üblichen Begräbnissitten. Außerdem wiesen alle drei Skelette erhebliche Verletzungen auf, wie sie eigentlich nur aus kriegerischen Auseinandersetzungen bekannt sind. Aber ein Krieg in dieser Gegend? Außerdem gehörten zwei der Skelette Frauen. Kurz gesagt: Das Ganze war ein Rätsel. Nichts passte zusammen.

Ich habe versucht, aus den Teilen ein stimmiges Bild zu machen. Ob das gelungen ist, müssen andere entscheiden.


01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Werwölfe bei Neumond
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbisgemetzel
03.10.Supernatural18.10.Gesucht wird ein Herbstkrimi
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstlich-schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Geisterstunde
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orange
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten.)

Herbstlich-Schaurige Lyrik

Obwohl der IndieBuchtober, die Oktober-Challenge rund um Indie-Bücher immer noch läuft, gibt es hier auch heute keine Buchvorstellung. Ich will aber auch nicht schon wieder nach Empfehlungen fragen. Deshalb wollte ich eigentlich ein passendes Gedicht schreiben.

Aber es ist Corona. Mein Mann macht Home-Office, was bedeutet, dass er mir fast im Wortsinn im Nacken sitzt, weil sein Schreibtisch hinter meinem steht. Außerdem ist er laut. Wenn er nicht gerade in einer Telefonkonferenz sitzt, hält er Selbstgespräche, in denen er das Internet kommentiert, seufzt, hustet, pfeift – und ist ungehalten, wenn ich ihn bitte, das zu unterlassen. Schließlich hat er gar nichts getan. Wenn er nichts zu tun findet und sich langweilt, fängt Unterhaltungen mit mir an.

Ich mag meinen Mann. Sonst wäre das hier vermutlich der Beginn der Chronik eines nicht geplanten Mordes. Aber ich finde es schwierig, unter diesen Bedingungen zu arbeiten. Es ist schon schwer, gute Prosa zu schreiben. Noch schwerer ist es, sich auf gute Prosa zu konzentrieren, wenn die eigenen Gedanken ständig unterbrochen werden. Unter diesen Bedingungen auch noch einen passenden Reim zu finden, ist nahezu unmöglich.

Daher sitze ich immer noch ohne Gedicht da, dafür aber ein fettes Plotbunny auf dem Schoß. Es handelt von ein paar Studenten, die im Suff auf die glorreiche Idee kommen, eine Geisterbeschwörung durchzuführen. In der Nacht von Samhain. Was, wie sie bald erkennen müssen, keine gute Idee war. Das Wesen, das sie auf die andere Seite zerren ist erstens not amused, zweitens sehr hungrig und drittens wenig geneigt, sich wieder zurückschicken zu lassen.
Das klingt nach einer Idee, die ich mir näher ansehen sollte, wenn ich mit dem Werwolfwestern durch bin. Aber bis dahin … Bis dahin geht das Plotbunny zu den anderen, wo es entweder gefressen wird, in Vergessenheit gerät oder weiter Speck ansetzt, um irgendwann in einer Geschichte zu enden.

Das war jetzt sehr prosaisch. Dabei sollte es heute doch lyrisch werden. Nun.

Wenn ich nicht selber dichten kann, hole ich mir Hilfe von einem Klassiker. Die Füße im Feuer von Conrad Ferdinand Meyer bringt mich sehr zuverlässig erst zum Erschaudern und dann zum Heulen.

Ich finde es großartig, wie er erst mit ein paar simplen Worten Bilder von ungeheurer Grausamkeit beschwört, um dann mit einem Akt fast übermenschlicher Selbstüberwindung zu enden. Auch vom Setting her passt es sehr gut in den Herbst. Der Pflug, der die Schollen aufbricht, könnte auch die Stoppeln des abgeernteten Getreides unterpflügen. Das Bild würde thematisch passen.

Die Füße im Feuer
Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Turm
Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Ross
Springt ab und pocht ans Tor und lärmt. Sein Mantel saust
Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest.
Ein schmales Gitterfenster schimmert goldenhell
Und knarrend öffnet jetzt das Tor ein Edelmann …“

Ich bin ein Knecht des Königs, als Kurier geschickt
Nach Nîmes. Herbergt mich! Ihr kennt des Königs Rock!“
„Es stürmt. Mein Gast bist du. Dein Kleid, was kümmerts mich?
Tritt ein und wärme dich! Ich sorge für dein Tier!“
Der Reiter tritt in einen dunkeln Ahnensaal,
Von eines weiten Herdes Feuer schwach erhellt,
Und je nach seines Flackerns launenhaftem Licht
Droht hier ein Hugenott im Harnisch, dort ein Weib,
Ein stolzes Edelweib aus braunem Ahnenbild …
Der Reiter wirft sich in den Sessel vor dem Herd
Und starrt in den lebendgen Brand. Er brütet, gafft …
Leis sträubt sich ihm das Haar. Er kennt den Herd, den Saal …
Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut.

Den Abendtisch bestellt die greise Schaffnerin
Mit Linnen blendend weiss. Das Edelmägdlein hilft.
Ein Knabe trug den Krug mit Wein. Der Kinder Blick
Hangt schreckensstarr am Gast und hangt am Herd entsetzt …
Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut.

„Verdammt! Dasselbe Wappen! Dieser selbe Saal!
Drei Jahre sinds … Auf einer Hugenottenjagd …
Ein fein, halsstarrig Weib … ‚Wo steckt der Junker? Sprich!‘
Sie schweigt. ‚Bekenn!‘ Sie schweigt. ‚Gib ihn heraus.‘ Sie schweigt.
Ich werde wild. Der Stolz! Ich zerre das Geschöpf …
Die nackten Füße pack ich ihr und strecke sie
Tief mitten in die Glut … ‚Gib ihn heraus!‘ … Sie schweigt …
Sie windet sich … Sahst du das Wappen nicht am Tor?
Wer hiess dich hier zu Gaste gehen, dummer Narr?
Hat er nur einen Tropfen Bluts, erwürgt er dich.“ –
Eintritt der Edelmann. „Du träumst! Zu Tische, Gast …“

Da sitzen sie. Die drei in ihrer schwarzen Tracht
Und er. Doch keins der Kinder spricht das Tischgebet.
Ihn starren sie mit aufgerissnen Augen an –
Den Becher füllt und übergießt er, stürzt den Trunk,
Springt auf: „Herr, gebet jetzt mir meine Lagerstatt!
Müd bin ich wie ein Hund!“ Ein Diener leuchtet ihm,
Doch auf der Schwelle wirft er einen Blick zurück
Und sieht den Knaben flüstern in des Vaters Ohr …
Dem Diener folgt er taumelnd in das Turmgemach.

Fest riegelt er die Tür. Er prüft Pistol und Schwert.
Gell pfeift der Sturm. Die Diele bebt. Die Decke stöhnt.
Die Treppe kracht … Dröhnt hier ein Tritt? Schleicht dort ein Schritt? …
Ihn täuscht das Ohr. Vorüberwandelt Mitternacht.
Auf seinen Lidern lastet Blei, und schlummernd sinkt
Er auf das Lager. Draußen plätschert Regenflut.

Er träumt. „Gesteh!“ Sie schweigt. „Gib ihn heraus!“ Sie schweigt.
Er zerrt das Weib. Zwei Füße zucken in der Glut.
Aufsprüht und zischt ein Feuermeer, das ihn verschlingt …
„Erwach! Du solltest längst von hinnen sein! Es tagt!“
Durch die Tapetentür in das Gemach gelangt,
Vor seinem Lager steht des Schlosses Herr – ergraut,
Dem gestern dunkelbraun sich noch gekraust das Haar.

Sie reiten durch den Wald. Kein Lüftchen regt sich heut.
Zersplittert liegen Ästetrümmer quer im Pfad,
Die frühsten Vöglein zwitschern, halb im Traume noch.
Friedselge Wolken schwimmen durch die klare Luft,
Als kehrten Engel heim von einer nächtgen Wacht.
Die dunkeln Schollen atmen kräftgen Erdgeruch,
Die Ebne öffnet sich. Im Felde geht ein Pflug,
Der Reiter lauert aus den Augenwinkeln: „Herr,
Ihr seid ein kluger Mann und voll Besonnenheit
Und wisst, dass ich dem größten König eigen bin.
Lebt wohl! Auf Nimmerwiedersehn!“ Der andre spricht:
„Du sagsts! Dem größten König eigen! Heute ward
Sein Dienst mir schwer … Gemordet hast du teuflisch mir
Mein Weib! Und lebst … Mein ist die Rache, redet Gott.“

Conrad Ferdinand Meyer

Alle Aufgaben der IndieBuchtober Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Werwölfe bei Neumond
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbisgemetzel
03.10.Supernatural18.10.Gesucht wird ein Herbstkrimi
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstliche/schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orange
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten.)

Gesucht wird ein Herbstkrimi

Literarisch gesehen ist der Herbst eine vernachlässigte Jahreszeit. Abgesehen von ein paar Anthologien rund um Halloween, herrscht genreübergreifende Ödnis. Geliebt wird im Frühling oder Sommer. Gemordet gerne im Winter – vielleicht, weil das Blut dann so schön im Schnee glitzert, vielleicht aber auch, weil der Winter es leicht macht, Metaphern für Einsamkeit, Trauer und Tod zu finden. Nur der Herbst ist mal wieder außen vor.

Seltsam eigentlich, denn auch der Herbst bietet mit Erntezeit, Regen und den länger werdenden Nächten reichlich Metaphern für Tod und Sterben. Außerdem lassen sich gerade im Herbst sehr spezifische Tode kreiren: Der durch Pilzvergiftung zum Beispiel. Jagdunfälle, die vielleicht gar keine sind. Amok laufende Erntemaschinen. Und a pro pos Ernte: Die Kartoffelernte kann notdürftig verscharrte Leichen zu Tage fördern. Oder beim Abnehmen der Halloweendekoration stellt sich heraus, dass eine besonders schaurige Puppe gar keine Puppe war, sondern der seit Wochen vermisste Sohn der Bürgermeisterin …

Wie du siehst, fällt mir ad hoc eine ganze Menge zu Krimi und Herbst ein. Leider fällt mir partout kein Krimi ein, der das umsetzt.

Das ist insofern doppelt schade, weil die heutige Aufgabe des IndieBuchtobers darin besteht, einen Herbstkrimi oder -Thriller vorzustellen. Natürlich wieder einen, der im Selfpublishing herausgegeben wurde oder in einem der kleinen, unabhängigen Verlage erschienen ist. Ich lese gerne Krimis. Aber mir ist absolut keiner eingefallen.

Das heißt doch. Einer. Auch, wenn puristische Geister vielleicht bemängeln, dass das eigentlich Fantasy sei, weil die Geschichte in einer alternativen Wirklichkeit spielt, in der Geister, Feen und Götter existieren. Außerdem ist die Ermittlerin eine Hexe. Eine echte Hexe mit entsprechendem Diplom.
Aber in dieser alternativen Wirklichkeit ist Allerseelenkinder von Diandra Linnemann so etwas wie ein Regio-Krimi. Außerdem entspricht es genau der Zeitvorgabe, denn der Hauptteil der Handlung spielt Ende Oktober, kurz vor Samhain.

MAGIC CONSULTANT AND SOLUTIONS. Dieser Slogan steht auf Helena Weides Visitenkarte. Aber als der Bonner Bürgermeister sie persönlich damit beauftragt, eine verschwundene Wicca zu suchen, hilft ihr das auch nicht weiter. Die Verschwundene hat nämlich nicht nur einen heimlichen Liebhaber, ein ungeborenes Kind und einen merkwürdigen Hexenzirkel, sondern auch eine dubiose Vergangenheit.

(Auszug aus dem Klappentext)

Diandra Linnemann ist Selfpublisherin. Allerseelenkinder ist der Auftakt ihrer Serie Magie hinter den sieben Bergen und sowohl solo als Print oder E-Book verfügbar oder als Teil von Magie hinter den sieben Bergen, Sammelband 1 (Sommer).

Zartbesaitete Gemüter sollten allerdings die Hände davon lassen, denn die Geschichte enthält nicht nur äußerst unappetitliche Zombies, sondern auch auch explizite, sehr anschaulich geschilderte Gewaltszenen und sehr viel Blut.

Alle Aufgaben der IndieBuchtober Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Werwölfe bei Neumond
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbisgemetzel
03.10.Supernatural18.10.Gesucht wird ein Herbstkrimi
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Ach, was gruselt mir!20.10.das allergruseligste Buch
06.10.Ich sehe schwarz21.10.herbstliche/schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.Wir gruseln uns weiter23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.Der Herbst, der Herbst,
der Herbst ist da
26.10.Buch und Schal
12.10.Heißes für die kalte Zeit27.10.schwarz und orage
13.10.Nun schlägt es dreizehn28.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichte29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober

Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

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