Lebenszeichen

Da ich so lange nichts veröffentlicht habe, wollte ich wenigstes kurz vermelden, dass es mich und das Blog noch gibt. Das Leben bietet gerade ein Übermaß an Herausforderungen und die restliche Zeit fülle ich damit, die notwendigen Anpassungen an die DSGVO vorzunehmen. Soweit das eben geht.

Trotzdem: Mich, das Blog und meine Bücher wird es weiter geben. Und bald gibt es auch wieder neuen Lesestoff. Versprochen!
Bis dahin empfehle ich einen Klick auf die Kategorie Leseproben. Da gibt es auch einige unbekanntere Geschichten zu entdecken.

 

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Juristische Fallstricke im Marketing

Auf voicerepublic gibt es bekanntlich viele spannende Vorträge. Darunter auch einen von Tilman Winterling, darüber, welche Inhalte im Blog oder auf Instagram als Werbung gekennzeichnet werden müssen. Tilman Winterling ist Jurist und der Gründer von 54 Books, kennt das Ganze also von beiden Seiten.

https://voicerepublic.com/talks/detox

Über vieles habe ich mir nie Gedanken gemacht, weil es so offensichtlich ist, dass z. B. meine Seiten zum Codex Aureus Werbung sind. Schließlich habe ich sie zu dem Zweck eingerichtet, dass man sich dort über meine Bücher informieren kann und hoffentlich anschließend so begeistert ist, dass man sie gleich lesen möchte. Um das zu ermöglichen gibt es dort alle möglichen Verkaufslinks.
Was sollte das anderes sein, als Werbung?
Aber jetzt weiß ich, dass gerade deshalb ein Hinweis rein muss, dass es tatsächlich welche ist. Na, dann. Ich muss wegen der DSGVO sowieso noch mal ran …

 

Warum ausgerechnet Fantastik?

Warum mich diese Frage gerade wieder beschäftigt? Vor ein paar Tagen hatte ich folgendes Gespräch:

„Woran schreibst du gerade?“
„Eine Geschichte über Werwölfe im Wilden Westen.“
Kurze Pause, dann: „Gab es das denn?“

Den Teil kennst du vielleicht schon von Twitter. Aber es ging natürlich weiter, auch wenn mir keine besonders schlagfertige Antwort eingefallen ist. Ich habe lediglich gesagt, dass ich persönlich nicht an die Existenz von Werwölfen glaube und deshalb davon ausgehe, dass es auch im Wilden Westen keine gegeben haben wird.
Darauf kam die Antwort:

„Ach, wieder so ein Fantasy-Kram.“

Mit dem deutlichen Unterton: „Kannst du denn nicht mal was RICHTIGES schreiben.“

Um es ganz klar zu sagen: Natürlich kann ich über die reale Welt und die Spannungen darin schreiben. Es gibt schließlich genug davon. Aber warum sollte ich?
Über die reale Welt zu schreiben, bedeutet auch, sich selber auf genau diese eine Realität zu beschränken. In gewisser Weise bedeutet es auch, sein Denken auf das zu hier und jetzt zu beschränken. Und genau das will ich nicht. Für mich ist die Fantastik ein Experimentierfeld. Wenn man fantastische Elemente in die Realität integriert oder neue Welten baut, werden andere Gesellschaftsmodelle denkbar. Es ist möglich, sich von einem anthropozentrischen Weltbild zu lösen, ohne dass das Ergebnis weird wirkt. Fantastik beschränkt sich eben nicht darauf, bestehende Denkmuster durch Drachen, Magie oder Raumschiffe aufzupeppen oder Klischees in Endlosschleife zu wiederholen. Natürlich gibt es das alles. Aber wer wollte bestreiten, dass es das in der „normalen“ Belletristik auch gibt?

Eigentlich müsste die Frage in der Überschrift daher andersrum gestellt werden: Warum sollte man sich beschränken? Warum etwas anderes schreiben, als Fantasy?

Ausgaben 1,2,3,4

Mehr zu meinen Büchern gibt es hier.

Nie mehr Buchhandel?

Nachdem ich gerade unter der Überschrift „Raus aus der Kuschelecke“ selbst über Marah Woolfes ersten Blogbeitrag geschrieben habe, ist das Ganze noch mal eskaliert. Wie es scheint, fühlen sich einige Buchhändler allein durch die Tatsache angegriffen, dass es möglich ist, Bücher anders, als über sie zu beziehen. Der Ton jedenfalls wird rauher und das, obwohl Marah Woolfes zweiter Artikel sachlich und durchaus auch selbstkritisch geschrieben ist.

Hans Peter Roentgen

Manchmal kann ich mich nur noch wundern. Greifen jetzt Buchhändler zu Mafia-Methoden?

Vor drei Jahren habe ich mit Elke Pistor und Nina George  zusammen die Unterschriftenliste gegen Amazons Erpressung initiiert. Amazon hatte die „Gefällt auch“ Rubriken manipuliert, Autoren und Bücher ausgelistet, um Verlage unter Druck zu setzen. Ihnen quasi Rabatt-Angebote unterbreitet, die sie nicht ablehnen konnten, so nennt man das glaube ich bei der Mafia. Die Liste wurde von mehreren tausend Autoren unterschrieben und wir haben, so hoffe ich, Amazon soviel Ärger gemacht, dass es sich in Zukunft überlegen wird, Rabattschlachten auf dem Rücken der Autorinnen und Autoren auszutragen.

Und jetzt hat Marah Woolf einen Blog geschrieben. Aufgrund eines Briefes einer Buchhändlerin, die bat, Marah Woolf möge doch in der Werbung zu einem Buch nicht auf Amazon verweisen, sondern auf den Verlag verlinken. Etwas seltsam, gewiss, denn das Buch war ein Ebook und hatte keinen Verlag. Wie jeder weiß, ist…

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Raus aus der Kuschelecke

Marah Woolfe hat einen Brief von einer Buchhändlerin bekommen, in dem diese sich darüber empört, dass Marah Woolfe auf ihrer Seite für die Bestellmöglichkeit über Amazon wirbt.
Warum

ich das erwähne? Weil ich die Antwort auf Marahs Blog Wort für Wort unterschreibe und weil das Ganze thematisch zu dem Artikel „Was ich mir von Tolino wünsche“ passt, den ich vor ein paar Tagen veröffentlicht habe.

Sich zu überlegen, was seinen Laden, sein Geschäft zu etwas Besonderem macht, ist täglicher Alltag aller Selbständigen, Unternehmer, Gewerbetreibenden.

Warum der Bechdel-Test nicht alles ist

Der Bechdel-Test ist ein ziemlich einfaches Instrument, um den Status von Frauenrollen zu beurteilen. Er ist zuerst bei der Bewertung von Frauenrollen in Filmen herangezogen worden, funktioniert aber eigentlich überall. Die „Anwendung“ ist einfach: Man guckt, ob das betreffende Werk

  • mindestens zwei Frauenrollen aufweist (und die Frauen Namen haben),
  • beide Frauen miteinander sprechen
  • und es in diesem Gespräch nicht um einen Mann geht.

Sind alle Bedingungen erfüllt, ist der Test bestanden.

Das klingt auf Anhieb auch erst mal sehr plausibel. Wenn mindestens zwei Rollen mit Frauen besetzt sind und diese Frauen auch noch miteinander reden, spricht das dafür, dass Frauen mehr sind, als reine Staffage. Wenn sich das Gespräch dann auch noch um etwas anderes als um einen Mann dreht, haben wir Feminismus pur.

Oder?

Leider nein. Sonst wären Hanni und Nanni, Dolly, Bibi und Tina, und wie sie alle heißen, Ikonen der Frauenbewegung.
Aber zwei Frauen im Gespräch um Pferde oder die optimale Zubereitung eines Hühnersalats sind noch kein Feminismus. Sie sind noch nicht mal Zeichen von Selbständigkeit oder gar Gleichberechtigung.
Bei den genannten ist eher das Gegenteil der Fall, nur wird ihre Situation so behaglich rosa plüschig beschrieben, dass es kaum auffällt, wie konservativ und eng dieses Weltbild ist. Den Bechdel-Test bestehen sie trotzdem mit Bravour, weil der rein quantitativ misst.

Andererseits gibt es Bücher, die mit gleicher Bravour am Bechdel-Test scheitern, aber trotzdem empowern* können. Ein schönes Beispiel ist die Erzählung The Tent Peg von Aritha van Herk (in Deutschland unter den Titeln „Unter Männern“ und „Mackenzies Koch“ erschienen).
Die Geschichte spielt in einem Geologencamp in der kanadischen Wildnis. Aber im Grunde geht es vorwiegend um eins: Um J. L., die sich, als Mann verkleidet, als Koch in dieses Camp eingeschmuggelt hat. Es ist so ewig lange her, dass ich das Buch gelesen habe, dass ich nicht mal mehr erinnere, ob sie eine eigene Erzählperspektive hat. Aber sie kommt sehr ausgiebig zu Wort; sie ist ein unabhängiger Geist und viel interessanter als die Männer, die die Hauptperspektivträger sind. Das gibt der Geschichte einen ganz eigenen Reiz und ermutigt dazu, neue Dinge zu wagen.
Aber, wie gesagt: Es gibt keine zweite Frau in diesem Buch, und schon deshalb würde es beim Bechdel-Test durchfallen.

Ich stehe dem Bechdel-Test daher zwiespältig gegenüber. Einerseits finde ich ein möglichst differenziertes Personal in Büchern und Filmen wichtig, schon um Klischees zu vermeiden. Andererseits ist Quantität auch nicht alles und nicht jede Geschichte lässt sich mit jeder „Besetzung“ erzählen. The Tent Peg funktioniert gerade weil J. L. die einzige Frau in einer Gruppe von Hetero-Männern ist. Eine zweite Frau, ein Homosexueller in der Gruppe – und das Ganze ergäbe eine vollkommen andere Geschichte.

 


*Leider ist mir auch bei längerem Nachdenken kein gleichwertiger deutscher Begriff eingefallen.



Übrigens bestehen auch nicht alle meiner Bücher den Bechdel-Test.
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Steppenbrand würde scheitern, obwohl die Geschichte in einer Kultur spielt, in der Frauen eigentlich absolut gleichberechtigt sind. Aber genauso, wie bei The Tent Peg eine Frau im Zentrum der Handlung steht, ist es bei Steppenbrand ein Mann. Deshalb beziehen sich auch alle Gespräche in irgendeiner Form auf ihn.

Was ich mir von Tolino wünsche

Vor zwei Jahren noch, habe ich zu den Leuten gehört, die auf „echte Bücher“ geschworen haben. Print also. Weil sie so schön in der Hand liegen. Weil man Zettel reinstecken kann. Weil man sie im Regal vor Augen hat. Weil sie einfach hach sind.
Dann bekam ich einen Tolino und seitdem möchte ich eBooks nicht mehr missen. Weil sie keinen Platz im Koffer wegnehmen. Weil sie nichts wiegen. Weil sie nicht zerknittern. Weil sie bei jeder Beleuchtung lesbar sind. Weil man mit „suchen“ schnell und gezielt bestimmte Passagen findet. Kurz gesagt: Der Reader hat mein Verhältnis zum gedruckten Buch verändert.

Trotzdem gibt es da einige Dinge, die mich nerven. Gerade bei Tolino.

Es ist jetzt 20 Jahre her, dass Amazon den ersten Kindle auf den Markt gebracht hat. Trotzdem sind – so mein Eindruck – die einzigen, die eBooks für eine großartige Entwicklung halten, Selfpublisher, Plattformen wie neobooks und natürlich Amazon.
Die Selfpublisher, weil sie ihre Bücher dadurch schnell, kostengünstig und an den Verlagen vorbei auf den Markt bringen können. Neobooks, weil sie an den Selfpublishern verdienen und Amazon, weil sie an den Selfpublishern nicht nur verdienen, sondern die Selfpublisher und ihre eBooks außerdem das Kanonenfutter im Kampf gegen die Verlage sind.*

Aber obwohl diese Haltung nun seit einer ganzen Weile bekannt ist, fällt Verlagen und Buchhandel wenig mehr ein, als Plakete und Buy-local-Kampagnen. Immerhin hat man 2013, mit dem Tolino einen eigenen Reader auf den Markt gebracht, um Amazon wenigstens etwas entgegenzusetzen. Also rund 13 Jahre nach dem Kindle. Damit kann man die meisten eBooks jetzt auch total lokal beim örtlichen Buchhändler kaufen. Trotzdem bleibt das eBook für Verlage und Handel noch so etwas, wie der ungeliebte Bastard; das etwas anrüchige Produkt eines Fehltritts, der sich zum Leidwesen aller nicht totschweigen lässt. Die mangelnde Begeisterung schlägt sich leider auch bei der Funktionalität des Tolino nieder.

Noch mal als Erinnerung: Ich finde den Tolino toll. Er ist technisch super, dabei aber deutlich leichter als der Kindle und sehr angenehm in der Bedienung.

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Bildquelle: Myriams-Fotos via pixabay

Was mich nervt, ist die lieblose Art, in der dort Bücher präsentiert werden.
Der Startbildschirm begrüßt mich zwar mit Namen, hat aber nichts mit meinen Lesevorlieben zu tun. Statt dessen werden dort Bestseller gelistet, quer über alle Genres verteilt. Die Chance, nichts zu finden, ist da schon sehr groß.
Aber auch, wenn ich mich ins Menü klicke in die Kategorie Fantasy und Science Fiction gucke, stehen Bestseller wieder als erste Auswahlmöglichkeit ganz oben. Es folgen Neuheiten, Top-Vorbesteller und Top-Autoren und dann, fast verschämt am Ende: Fantasy, Science Fiction, Vampirromane. Bei Krimis (bzw. Krimis, Thriller, Horror, wie die Kategorie vollständig heißt) sieht es nicht viel anders aus. Nur tauchen dort „Gratis Krimis“ in den oberen Rängen auf und Anthologien sind offenbar eine eigene Gattung. Ansonsten gibt es die Subgenres Historischer Krimi, Horror und Kulinarische Krimis.
Mehr Subgenre gibt es nicht.  Ein bisschen dürftig, wenn ich gerade nach einer Steampunk Autorin suche, deren Name mir nur leider entfallen ist. Das liegt auch nicht an dem Shop, an dem mein Tolino hängt, sondern ist bei allen Online-Buchhandlungen gleich schlecht : Die Aufteilung ist unübersichtlich, fantasielos und offenkundig mehr am Umsatz als am Interesse des konkreten Kunden orientiert. Amazon ist da durchaus keine Ausnahme.

Allerdings macht Amazon ein paar Dinge besser. Zum Beispiel, indem es mich zum „Stöbern“ einlädt und mir dabei Bücher vorstellt, die denen ähneln, die ich mir angesehen, gekauft oder auf meinen Wunschzettel geschrieben habe. Dadurch stoße ich tatsächlich immer wieder auf Bücher, die mich interessieren.
Von den Tolino-Buchhandlungen bietet nur Thalia persönliche Empfehlungen. Alle anderen bieten allen Kunden den gleichen Einheitsbrei. Im Zeitalter von Digitalisierung und Big Data wirkt das nicht nur rückständig sondern beinahe snobistisch. Als sei es das Problem des Kunden, ob er etwas findet. Das Problem eines Kunden, dessen Geld man zwar nimmt, wenn er es denn unbedingt ausgeben will, auf das man aber nicht angewiesen ist.

Vielleicht ist dieser Eindruck ja gar nicht so falsch. Vielleicht verfolgt die mangelnde Struktur des Angebots und das Fehlen von Kundenorientierung ja ein Ziel. Vielleicht glaubt man tatsächlich, Kunden würden, wenn sie nicht finden, was sie suchen, in die Filiale gehen, um dort zu kaufen. Dafür sprächen die unübersehbaren (weil viel Platz einnehmenden) Hinweise auf die Filialen auf manchen Seiten.
Allerdings ist der Wunsch naiv. Wer online einkauft, tut das in der Regel, weil der Einkauf im Internet bequemer ist. Deshalb geht er auch nicht in die Filiale, wenn ihn das Angebot im Online-Shop nicht interessiert, sondern zur Konkurrenz. Also im Zweifel zu Amazon.

Dass ich 2018 so etwas in einem Blogartikel schreiben muss, weil ich das Gefühl habe, dass manche Unternehmen da draußen immer noch nach Zielen ausgerichtet werden, die schon in den 1990ern überholt waren, lässt mich schaudern.
Man hatte 20 Jahre Zeit, die Konkurrenz zu beobachten und von ihren Erfolgen und Fehlern zu lernen. Was dabei herausgekommen ist, ist ein schlecht gemachter Abklatsch. Ja, es gibt einen gemeinsamen Reader, ein gemeinsames Format. Aber da hört die Gemeinsamkeit schon auf. Die Mitglieder der Tolino-Allianz haben es nicht mal geschafft, ihre Verkäufe nicht etwa über ein gemeinsames Portal abwickeln.
Das heißt aber auch: Es gibt keine Plattform, auf dem man Bücherbewertungen teilt. Oder Autorenportraits.
Dabei hat das ganz praktische Auswirkungen: So hat z. B. der Roman „Das Lavendelzimmer“ bei Thalia 78 Bewertungen, bei der Meyerschen nur 5 und bei Osiander gar keine. Je nachdem, wo ich mich gerade befinde, wird mir als Kunde das Buch daher mehr oder weniger attraktiv erscheinen – aber in jedem Fall unattraktiver als bei Amazon, wo es auf über 300 Rezensionen kommt, weil Amazon die Bewertung für alle Formate einbezieht, während die o. g. Buchhandlungen z. T. nicht einmal das hinbekommen.

Wohin geht ein Kunde also wohl? Dorthin, wo er sich nur mühsam zurecht findet und wo ihm Informationen allenfalls häppchenweise präsentiert werden? Oder da hin, wo er zum Stöbern eingeladen wird und wo er das Gefühl hat, man kümmert sich um seine Interessen?

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Symbolbild: Was will der Kunde? Bildquelle: Pixabay

Ok, das war eine rhetorische Frage.

Außerdem hatte ich den Artikel anders überschrieben. Das oben ist eigentlich nur die Vorrede, damit die Unternehmen der Tolino-Allianz erkennen, vielleicht erkennen, wie ihr System auf Kunden wirkt (ich habe manchmal das Gefühl, Kunden kommen in dem Kosmos nicht vor).

Was ich mir also als Kunde wünsche:

  1. Ernst genommen zu werden. Das bedeutet nicht nur, mit Namen angesprochen zu werden, sondern vor allem, dass die Daten, die ich dort lasse (und erzählt mir nicht, dass sie nicht gespeichert und verarbeitet werden) auch dafür genutzt werden, mir den Aufenthalt auf der Seite so angenehm wie möglich zu machen.
    Das bedeutet

    • mich nicht mit Einheitskontent zu überschwemmen, sondern mir maßgeschneiderte Angebote zu machen, die sowohl auf meinem Kauf-, Lese- und Stöberverhalten als auch auf den Metadaten der Bücher beruht. Dafür ist nicht mal ein Abgleich mit dem Kauf- und/oder Leseverhalten anderer erforderlich.
    • die Seitengestaltung übersichtlich und die Navigation einfach, wie möglich.
    • Bücher mindestens nach Genres und Subgenres zu sortieren.
    • Eine Stichwortsuche zuzulassen.
  2. Eine gemeinsame Plattform über die ich eBooks herunterladen kann und auf der ich alle Informationen zu Buch und Autor bekomme. Als ich den Reader gekauft habe, war zwar ein Online-Händler vorinstalliert, aber ich kaufe da ohnehin nur selten, weil das Angebot dort besonders unübersichtlich ist. Eine solche Plattform hätte für mich als Kundin den Vorteil, dass ich mich schnell und umfassend über Buch, Bewertungen und Autor informieren könnte. Sie hätte außerdem den Vorteil, dass sie von Buchbloggern als Affiliate-Link eingebunden werden könnte und damit den Umsatz der Teilnehmer insgesamt erhöhen würde (kein Buchblogger bindet für das gleiche Buch Links von 5 verschiedenen Buchshops ein, der übliche Link geht zum großen A). Trotzdem ist es technisch problemlos umsetzbar, vorrangig über den Shop einzukaufen, der auf dem Reader vorinstalliert ist.
  3. Dass eBooks endlich als „normale Bücher“ gesehen und mit entsprechender Wertschätzung behandelt und verkauft werden. An einem Buch zählt nicht in erster Linie der Duft oder die Haptik. Wenn das so wäre, zöge ich einen Handschmeichler aus Zitronen- oder Zedernhölz allemal vor. Bei Büchern zählt der Inhalt. Und der ist der Gleiche, ob sie nun rascheln oder nicht.

 


  • Von Jeff Bezos wird der Spruch kolportiert “that Amazon should approach these small publishers the way a cheetah would pursue a sickly gazelle.”

So etwas wie ein Messe-Rückblick

Der lange, ausführliche Bericht über die Leipziger Buchmesse ist leider immer noch nicht fertig. Inzwischen habe ich aber so viele Beiträge darüber gelesen, dass ich ernsthafte Zweifel bekomme, ob die Welt noch einen braucht – und den ausgerechnet von mir.
Was soll ich auch groß erzählen? Meine Füße haben überlebt, die Schuhe auch. Zum Glück. Aber das interessiert dich vermutlich genauso wenig, wie eine Aufzählung, wen ich gesehen und welche Veranstaltungen ich besucht habe. Außerdem war ich ohnehin die meiste Zeit am Stand des Nornennetzes. Darüber, was dort passierte, hat Diandra Linnemann bereits einen so ausführlichen Blogartikel für das Nornennetz verfasst, dass es praktisch unmöglich ist, noch etwas zu ergänzen.

LBM18 am Nornenstand
Foto: Elenor Avelle

Die Probleme der Cosplayer und das seltsame Gebaren der Buchmesse gegenüber den rechten Verlagen, die dort anscheinend Narrenfreiheit genießen, kenne ich auch nur vom Hörensagen bzw. aus schriftlichen Quellen. Persönlich hatte ich mit der Security keine Probleme. Nur, dass man Sektflaschen auch als Aussteller nur unter erschwerten Bedingungen aufs Gelände bringen kann, kam unerwartet.
Natürlich war ich wegen der beiden Podiumsdiskussionen und der Lesung nervös. Vor allem wegen der, der BVjA, mit der Fragestellung „Was macht mich zum Schriftsteller?„. Immerhin kannte ich von den Mittalkern dort nur Tanja Steinlechner (die bei den Sprechern nicht aufgeführt ist. Dafür hat Gino Leineweber nicht teilgenommen), konnte also die Positionen nur schwer abschätzen.

LBM18 Talkrunde
Foto: Ela Schnittke

Der Nornentalk zu Frauen in der Fantastik war dagegen fast ein Selbstgänger. Dankenswerter Weise hat Nora Bendzko sich anschließend die Mühe gemacht, die Diskussion zu transkribieren. Den ersten Teil kannst du auf ihrer Webseite nachlesen, den zweiten Teil findest im Blog vom Nornennetz.

Gerne hätte ich auch noch eine Aufnahme meiner Lesung beigefügt. Aber an dieser Stelle muss ein Foto reichen.

LBM18 Lesung
Foto: Anne Zandt

Aktuell überlege ich, die Lesung zu wiederholen und via youtube hochzuladen. Die Frage ist aber: Interessiert das jemanden? Würde es dich interessieren?

Auch hier kann man mich lesen

Auf in den Lesefrühling 2018: Darf es ein bisschen High Fantasy sein? Oder ein dramatischer Krimi? Oder doch lieber eine romantische Lovestory? Wählen Sie Ihren Lieblingstext aus 29 fantastischen Leseproben von Autorinnen, die Sie unbedingt kennen sollten! Mit Beiträgen von Nora Bendzko, Elea Brandt, Stella Delaney, Jasmin Engel, Jana Jeworreck, Laura Kier, Anna Kleve, Nike […]

über Schicksalssplitter. Fantastische Leseproben — Leseflash

Nike Leonhard: „Selfpublishing gibt mir die Freiheit, die Geschichten zu erzählen, die mir wichtig sind“

Marisa Klein vom Blog „Spubbels“ hat mich zu Selfpublishing, literarischen Kurzformen und der Zukunft des Codex Aureus befragt. Vielen Dank noch einmal; das waren sehr spannende Fragen!

spubbles 2.0

Marisa Klein 

Letzte Woche haben wir euch unser neues Fundstück „Steppenbrand – Die Legende von Dejasir no’Sonak“ vorgestellt. Die Autorin Nike Leonhard gibt heute in unserem Interview einen kleinen Einblick in ihre Arbeit und spricht dabei über Inspirationen, das Schreiben für das Lesen „zwischendurch“ und wie vielfältig sie auf der Leipziger Messe unterwegs sein wird.

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