[Werkstattgeplauder] Sexszenen schreiben

In meinen Büchern gibt es (bisher) eher wenige explizite Sexszenen. Nicht, weil meine Charaktere keinen Sex haben, aber weil ich die Szenen dramaturgisch nicht brauche. Im Prinzip ist es das Gleiche, wie bei anderen körperlichen Verrichtungen: Natürlich haben meine Charaktere Stuhlgang, aber deshalb muss ich nicht über jeden Klogang berichten.

Daher kann ich aktuell gar nicht so viel darüber berichten, wie ich Sexszenen angehe. Ich kann aber sagen, wie ich Sexszenen angehen würde. Nämlich so, wie es der Situation und den Charakteren angemessen ist.
Das ist sehr allgemein, sagst du? Stimmt. Aber bei mir hängt nun mal alles an den Charakteren. Wenn du konkrete Empfehlungen zum Schreiben einer Sexszene suchst, kann ich dir diesen Blogbeitrag von Tristan (auf Twitter auch bekannt als Desasterotik / @germanerotika) sehr ans Herz legen. Das ist so gut und ausführlich beschrieben, dass ich absolut nichts hinzuzufügen habe.

Newsletter: Test erfolgreich abgeschlossen

Der Inhalt des Newsletters steht. Die Testmail kam an und – was soll ich sagen – der ist schon echt gut geworden. Ja, Eigenlob und so, aber wenn’s schon stinkt, kann ich auch gleich sagen: saugeil!

So.

Ich bin stolz drauf. Dazu stehe ich.


P.S.:

Manchmal mag das Pop-up offenbar nicht. Diejenigen, bei denen das der Fall ist, können mir gern eine Mail mit dem Betreff „Newsletter“ an Nike.Leonhard@web.de schicken, ich trage das dann händisch nach.

Parallel arbeite ich daran, das Pop-up zuverlässiger zu machen. Langfristig möchte ich ohnehin gern eine eigene Seite für die Newsletteranmeldung einrichten. Aktuell scheitert das noch daran, dass WP die Einstellungen immer wieder zerschießt.

Der Newsletter steht

Es ist geschafft. Das Pop-up für den Newsletter ist aktiv und funktioniert. Ein Template ist eingerichtet und schon zum größten Teil gefüllt. Ein paar Anpassungen noch und der erste Newsletter kann raus. Wenn ihr es heute also rumpeln gehört habt, dann muss das kein Gewitter gewesen sein. Ihr könntet auch das Poltern des Steins gehört haben, der mir vom Herz gefallen ist.
Newsletter sind für mich Neuland und das Ding einzurichten, hat mich reichlich Nerven gekostet. Aber nun kann ich ein Ergebnis präsentieren, auf das ich zugegebenermaßen auch ein bisschen stolz bin.

Inhaltlich dreht sich fast alles um meine Bücher. Newsletterabonenten werden Informationen nicht nur früher bekommen, sondern auch exklusiven Zusatz- und Hintergrundinfos erhalten. Dagegen muss ich alle, die auf ein Geschenk als Abobelohnung hoffen, leider enttäuschen. So etwas gibt es nicht und ich habe auch für die Zukunft keine geplant. Aber ich verspreche, dass der Newsletter selbst immer wieder kleine Überraschungen bereit halten wird. Es lohnt sich also, sich einzutragen, und ihn auch zu lesen.

Das genaue Datum für die Verschickung hängt auch ein bisschen davon ab, wie schnell sich die ersten Interessenten eintragen. Aber schon jetzt freue ich mich auf eure Ideen, Anregungen und auch auf eure Kritik!


P. S.: Wenn bei euch das Pop-up nicht aufpoppt, könnt ihr mir auch gerne eine Mail mit dem Betreff „Newsletter“ und eurer Mailadresse an nike.leonhard@web.de schicken. Ich pflege das dann automatisch ein.
Ich arbeite noch daran, dass die Newsletteranmeldung eine eigene Seite bekommt. Aktuell zerschießt mir WP aber regelmäßig die Einstellungen.

[Projekte] Es geht voran

Gestern habe ich endlich die Überarbeitung der Vampirgeschichte abgeschlossen und sie den Testlesern geschickt. Jetzt bibbere ich den Urteilen entgegen. Das tue ich zwar jedes Mal, wenn ich eine Geschichte aus der Hand gebe, aber dieses Mal noch ein bisschen mehr als sonst, denn diese Geschichte viel realistischer und gleichzeitig literarischer als alles, was ich bisher veröffentlicht habe.

Bis alle Rückmeldungen vorliegen, werde ich die Arbeit an der neuen Geschichte aus der Welt der Khon wieder aufnehmen. Das Handlungsgerüst steht zwar im Wesentlichen, aber in der Mitte lauert noch eine große Qualle. Wer selber schreibt kennt das vermutlich: Man weiß recht genau, was passiert, aber dann kommt eine Stelle an der alles weich und schwammig wird. Eine Qualle eben. Man könnte auch Treibsand dazu sagen. Aber egal, wie man es nun bezeichnet, muss ich entweder einen Weg drumherum finden oder eine Brücke darüber bauen.

Und ich will endlich den lange versprochenen Newsletter fertig stellen.

[Schnipsel] Sorgen und Nöte moderner Großstadtvampire

Sie achtete darauf, sich unauffällig zu verhalten, kleidete sich dezent, grüßte höflich im Vorbeigehen und zahlte vorbildlich Steuern, Abgaben und Fahrkarten. Geldsorgen hatte sie trotzdem keine. Jetzt, da sie eine eigene Wohnung besaß, reichte das Geld aus den Brieftaschen ihrer Opfer, um die laufenden Kosten zu decken.
Dass sie ein ganz anderes Problem hatte, merkte sie im August 1985, als sie eine neue Jahreskarte kaufen wollte und die Frau hinter dem Schalter ihren Ausweis mit der Bemerkung zurückgab: »Der ist leider abgelaufen. Den müssen sie erst verlängern, Vorher kann ich ihnen keine neue Fahrkarte ausstellen.« Sie warf einen Blick auf Silke. »Aber immerhin müssen Sie kein neues Foto machen. Sie sehen ja noch keinen Tag älter aus, als auf dem Bild hier.«
Bei einem Mann hätte Silke vielleicht an Schmeichelei und einen Flirtversuch geglaubt und den Ausweis unbesehen eingesteckt. So aber schrillten sämtliche Alarmglocken. Das Bild war zehn Jahre alt und unter der peinlichen Frisur guckte tatsächlich noch genau das gleiche Gesicht hervor, das ihr jeden Tag aus dem Spiegel entgegenblickte.

Aus: Biss zum nächsten Akt – demnächst als eBook erhältlich!

Versuche nicht krampfhaft, dich von »der Masse« abzuheben

Marcus Johanus über Literaturkritik und den Wunsch, sich von der Masse abzuheben:
Die Ausführungen zur Arroganz der Literaturkritik teile ich. Da hat sich leider in den letzten 20 Jahren wenig getan. Die Ablehnung Weidemanns im Interview entspricht genau dem Naserümpfen der „Literaturexperten“, als das ZDF vor Jahren das Publikum die 100 besten Bücher küren ließ und (sicher auch unter dem Eindruck der Filme) ausgerechnet der Herr der Ringe auf dem ersten Platz landete.
Elke Heidenreich, die damals in der Jury saß, die das Ergebnis präsentierte, äußerte dazu mit Leichenbittermine und einiger Empörung, natürlich(!) habe sie das nie gelesen, man wisse ja, dass das Mist sei.
Wo ich nicht mehr ganz mitgehe ist der zweite Teil. Besser gesagt, mit dem, was die Überschrift suggeriert, kann ich wenig anfangen. Natürlich soll man nicht krampfhaft irgendwas versuchen. Krämpfe sind nie gut. Trotzdem ist es m. E. wichtig, sein eigenes Thema und seine eigene Erzählstimme zu finden, sich dann aber auch nicht darauf auszuruhen, sondern weiter an sich zu arbeiten, neugierig zu bleiben und Experimente zu wagen.
Wobei auch Marcus Johanus nicht dafür plädiert, sich an „die Masse“ anzupassen. Das wird aber erst in den letzten Sätzen des Artikels klar.

MARCUS JOHANUS

Versuche nicht krampfhaft, dich von »der Masse« abzuheben

Auf Tor-online.de ist eine interessante Dokumentation veröffentlicht worden: Warum viele Medien Fantasy-Literatur immer noch ignorieren (und warum uns das egal ist). In ihr macht sich Florian Jung auf die Suche nach Gründen dafür, weshalb ausgerechnet Fantasy einen schwierigen Stand im deutschen Feuilleton hat.

Ab spätestens Minute 04:00 bekomme ich bei dem Video das kalte Grausen. Florian Jung interviewt hier Volker Weidermann vom literarischen Quartett. Darauf angesprochen, ob er Autoren wie Kai Meyer, Bernhard Hennen oder Markus Heitz kenne, antwortet er sinngemäß, dass er nie von ihnen gehört habe und unterstellt ihnen indirekt, dass sie ja auch nicht lesenswert seien, denn es gehe ihnen nur um den Plot und nicht darum, literarisch zu sein.

Er definiert literarisch folgendermaßen: »…ähem, Neuerfindung, von … eine neue Art der Darstellung von …, sind Sie sich, dass sie sich, sind Sie daran interessiert …?«

Okay, ich konnte mir das Transkript seines Gestammels nicht verkneifen…

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[Schnipsel] Biss zum letzten Akt

Die folgende Szene spielt kurz nach Silkes Verwandlung. Der Portier hat von Silkes Gepäck auf ihre Finanzen geschlossen und ihr angeboten, einen Teil der Kosten „in Naturalien“ zu zahlen.

Obwohl sie den Geruch der Seife nicht mochte, duschte Silke ausgiebig. Danach setzte sie sich, nur in ein Handtuch gehüllt, aufs Bett und wartete, bis es klopfte.
»Du verlierst aber auch keine Zeit«, sagte der Portier nach einem Blick auf das knapp sitzende Tuch und die vorgezogenen Vorhänge. »Hast es wohl nötig?«
»So nötig auch nicht.« Silke zuckte mit den Achseln und ging zum Bett voraus. »Aber es wäre schade eine Gelegenheit auszulassen, wenn sie sich so anbietet – oder?« Sie lächelte dem immer noch an der Tür stehenden Mann zu und klopfte einladend auf die Matratze neben sich. »Was ist jetzt, willst du nur quatschen, oder kommst du?«
Danach ging alles sehr schnell. Keine fünf Minuten später taumelte der Portier aus dem Raum, während sich Silke gesättigt in die Decke wickelte und einschlief.

Silke ist alles andere, als eine einfache Protagonistin, aber ich mag die Doppeldeutigkeit in ihren Antworten und in ihrem Verhalten.

[Meldung und Meinung] Reale Superheld*innen

Gerade bin ich auf einen Artikel von Lena Falkenhagen gestoßen, der meine Sichtweise zur Funktion von Literatur und was sie darf noch mal von einer anderen Seite beleuchtet:

Warum Autoren die Superhelden der Demokratie sind

Damit ist hoffentlich auch klar, dass wenn ich von Literatur spreche, nicht nur die hehre E(lite)-Literatur gemeint ist, mit der man die großen Preise gewinnt, sondern auch die kleine Schwester U. Das gilt um so mehr, als sich erst in ein zwei Generationen zeigen wird, was als die prägende Literatur war und was weg kann.