NaNoWriMo (Tag 6) – erstaunlicherweise noch im Soll

Soll ich was verraten? Am Wochenende habe ich geschwänzt. Statt zu schreiben bin ich auf einer Geburtstagsfeier gewesen, habe bis in die Puppen gezockt und viel zu viel getrunken. Scheiß auf den Wordcount. Der Spaß war die Müdigkeit danach allemal wert.

Die Müdigkeit hält bis jetzt an. Deshalb habe ich mein Tagesziel auch um ein paar hundert Worte unterboten. Trotzdem bin ich laut Statistik immer noch im Soll.
Eigentlich könnte ich für heute also Schluss machen.

Andererseits ist übernächstes Wochenende eine Tagung, auf die ich mich schon seit Monaten freue. Und überhaupt ist es mit Wochenenden und Schreiben so eine Sache, wenn die ganze Familie um einen herumspringt.

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Bildquelle: janeb13 via pixabay
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#NaNoWriMo (Tag 3): Über eine liebenswürdige Antagonistin

Aktuell schreibe ich das Tagebuch der Antagonistin, bin also sehr mit ihr verbunden und gewinne sie dadurch richtig lieb. Sie ist ein lieber Mensch mit guten Absichten. Das ist einerseits gut, weil das (hoffentlich) auch auf die Gefühle der Leserschaft

überträgt, was der Geschichte dann eine Tiefe gibt, die ich nicht eingeplant hatte. Andererseits muss ich aufpassen, dass die die Biege noch kriegt, sonst kippt das Ganze und die Geschichte wird unglaubwürdig.

Die Protas müssen noch ein bisschen warten, bis ich mich mit ihnen befassen kann. Aber das ist auch fair, weil sie zu diesem Zeitpunkt (also dem, zu dem die Antagonistin schreibt) noch gar nicht geboren sind.

Im Buch werden sich Haupthandlung und Tagebuchauszüge abwechseln, bis die Antagonistin für sich selber sprechen kann und beides zu einem Handlungsstrang zusammenfließt. Ein bisschen, wie bei modernen Thrillern, wo der irre Killer auch immer wieder Kapitel bekommt, in denen er seine Perspektive darlegt – nur ist meine Antagonistin halt tot. Oder auch nicht. Jedenfalls nicht vollständig.

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Quelle: DasWortgewand via pixabay

Mörderische Pläne für den #NaNoWriMo

Ich habe Fun Facts über den NaNo und den Schreibprozess von „Shirrin und Barkat“ (so heißt das Projekt) versprochen. Nun also …

Ich habe die Angewohnheit, mit mir selber zu reden. Das geht von einem gemurmelten: „wo ist jetzt wieder …?“ bis zu längeren Pro-und-Kontra-Diskussionen. Je mehr mich etwas beschäftigt, desto intensiver.
Und so ein Roman beschäftigt mich sehr, selbst wenn ich gerade nicht am Rechner sitze. Vielleicht sogar gerade dann, weil die Gedanken dann nicht auf den Text fokussiert sind, sondern freier flottieren. Jedenfalls kam es heute morgen bei der Hunderunde zu folgendem Selbstgespräch:

Wird höchste Zeit, dass der Opa stirbt. Dann noch ein paar Monate und ich kann den Rest der Familie umbringen.

Ich hoffe, mich hat keiner gehört.

Alles NaNo, oder was?

Es ist November und irgendwie gehört es schon fast dazu, beim NaNo (NaNoWriMo = National November Writing Month) mitzumischen. Ziel ist es, in dieser Zeit 50.000 Worte zu schreiben und gerne auch ein paar darüber.

Das passt in diesem Jahr für mich um so besser, weil immer wieder angefragte Spinn-off zu Steppenbrand gerne ein Roman werden möchte. Da bringt der NaNo hoffentlich den nötigen Schwung, um im Schreibfluss zu bleiben und den einen oder anderen ebenfalls notwendigen Tritt, nicht in bewährte Prokrastinationsmuster zu verfallen.

Das heißt aber auch, dass es im November keine langen Blogartikel geben wird. Dafür verspreche ich öfter mal Fun Facts über das Werk und den Schreibprozess zu bringen. Hier gleich der erste:

In der Backgroundstory taucht ein Prophet namens Dafuq al Bernejd auf. Der Name entstand spontan, verrät aber vielleicht gerade deshalb einiges über meine Einstellung zu Propheten, Auserwählten und Esoterik. Ich hoffe, das ist nicht zu auffällig.

Warum ich nicht diskriminierungsfrei schreiben kann und es trotzdem versuche

birdcage-2337188_640Ich habe lange Zeit mit mir gerungen, ob ich diesen Artikel schreiben soll. Oder besser gesagt: Ich habe ihn geschrieben, weil es mir ein Bedürfnis war, das Thema aufzugreifen und dann lange mit mir gerungen, ob ich ihn veröffentlichen soll. Mir ist schon jetzt klar, dass ich damit Menschen vor den Kopf stoßen werde. Trotzdem ist das hier nun einmal mein Standpunkt, und damit genauso berechtigt, wie jede andere Meinung auch. Also raus damit.

Es geht, wie der Titel schon verrät, einmal mehr um Diskriminierung und Teilhabe. Ich lese viel darüber und es mehren sich die Beschwerden, dass Literatur nicht divers genug sei. Erzählt würde in der Regel aus der Perspektive der weißen, männlichen Mittelschicht. Heterosexualität sei die Norm. Menschen anderer Hautfarbe tauchten allenfalls als Staffage auf und überwiegend in untergeordneten Positionen. Behinderungen seien völlig tabuisiert. Und gerade in der Jugendliteratur falle das Frauenbild noch hinter die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Dass diese Gruppen dadurch marginalisiert und diskriminiert werden, steht außer Frage.
Dementsprechend viele Empfehlungen gibt es, wie Bücher im Sinne der Diversifizierung verbessert werden könnten: eine größere Bandbreite im Aussehen der Protagonisten, mehr Frauen, Behinderte, Schwule, Lesben, Asexuelle – wenn schon nicht in den Haupt-, dann doch wenigstens in den wesentlichen Nebenrollen. Dem stimme ich zwar weitgehend zu, aber manchmal frage ich mich doch, ob man gute Absichten und gute Literatur wirklich gleichsetzen sollte.
Weitaus problematischer finde ich jedoch die oft gleichzeitig erhobene Forderung, das Werk müsse außerdem frei von ableistischen, rassistischen, homophoben und misogynen Begriffen sein – überhaupt von allem, durch das sich irgendwer gekränkt fühlen könnte.
Ich muss zugeben, dass es mich da manchmal schüttelt.

Warum ich es nie allen recht machen werde

Zunächst mal empfinde es als Zumutung, von einem Autor oder einer Schriftstellerin zu verlangen, in jeder Geschichte ein Maximum an Diversität unterzubringen. Das hat mehrere Gründe, die vielleicht den einen oder die andere überraschen.

Diversität ist nicht immer möglich und sinnvoll

Gerade bei historischen Stoffen ist die Forderung nach maximaler Diversität geballter Unsinn. Wie soll man in einer Handlung, die irgendwo zwischen Völkerwanderung und Neuzeit in einem Bergdorf im Schwarzwald oder auf einer Nordseehallig spielt, jemanden mit dunkler Hautfarbe unterbringen? In solchen Gegenden sind Haut- und Haarfarbe über weite Epochen gar kein Thema. Fremd ist, wer mehr als eine Tagesreise entfernt wohnt. Manchmal reicht zum Fremdsein schon das Nachbardorf.
Genauso muss man sich fragen, wie wahrscheinlich die Teilnahme es ist, dass in einer bestimmten Gruppe Frauen oder Behinderte sind. Nehmen wir das Beispiel einer der frühen Weltraummissionen: Von den von Wikipedia aufgelisteten 568 Raumfahrern sind gerade mal knapp 11% weiblich. (Und das auch nur, weil sich Frauen in den USA in den 70ern per Gerichtsurteil das Recht auf Teilnahme an Raumflügen erstritten.) Noch schwieriger ist es nur, jemanden mit Behinderung in die Mannschaft zu bringen, da körperliche Fitness eines der wesentlichen Kriterien für die Teilnahme ist.
Wo soll Homosexualität anklingen, wenn in dieser Zeit nicht darüber gesprochen wurde oder die Ausübung sogar zum Tod führen konnte? Sicher, man kann dann genau das zum Thema machen, aber was, wenn das Thema ein ganz anderes sein sollte?
Warum messen wir der Sexualität überhaupt so viel Bedeutung zu, sie unbedingt einbringen zu müssen – in welcher Spielart auch immer? Wenn der Plot keine Liebesgeschichte erfordert, kommt es dann überhaupt darauf an, ob die Charaktere nun hetero-, homo-, bi-, metro- oder asexuell sind? Wer will das wissen? Wozu?

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Meine Perspektive ist nicht vorurteilsfrei

Der nächste Punkt sind die Perspektiven: Natürlich habe ich Wahrnehmungsprobleme und blinde Flecken. Meine Welt setzt sich in erster Linie aus den gemachten Erfahrungen zusammen. Genauso, wie ich keinen Infraschall hören und kein UV-Licht sehen kann und deshalb das mir zugängliche Geräusch- und Farbspektrum als das normale zugrundelege, konstruiere ich auch meine Vorstellung von Normalität aus den gemachten Erfahrungen.
Mit anderen Worten: Ich kann mich zwar an die Erfahrungswelt einer Migrantin annähern, indem ich eigene Erfahrungen mit Fremd-Sein und die Erzählungen anderer verknüpfe, werde aber immer an den Details scheitern, weil die Details individuell und nicht verabsolutierbar sind. Genauso werde ich vermutlich an der Darstellung eines Schwulen innerhalb einer der diversen vorhandenen Szenen scheitern, weil mein Blick für Details durch meine Hetenbrille verzerrt ist.
Überhaupt – und das ist auch so ein Thema, das ich auf genau den gleichen Blogs und den gleichen Portalen lese – sollten wir nicht sowieso die für sich sprechen lassen, die aus eigener Erfahrung berichten können? Also die eingeschränkt-agilen, nicht-heterosexuellen, nicht-mittelständischen Nicht-Kartoffeln. Was für eine Anmaßung, zu glauben, deren Erleben angemessen widerspiegeln zu können!*

Eine beleidigungsfreie Sprache ist nicht möglich

Aber es ist die dritte Forderung, die mich vollends auf die Palme bringt: Nämlich die, so zu schreiben, dass sich niemand beleidigt oder sonst wie getriggert fühlt.
Nicht, dass ich unbedingt jemanden beleidigen oder triggern will. Fakt ist aber, dass sich immer jemand finden wird, der sich beleidigt fühlt. Vielleicht nicht sofort, aber in Zukunft garantiert.
Natürlich kann man bestimmte Worte weglassen. Man kann darauf verzichten, „Neger“ zu sagen – das tut nicht mal weh. Man kann darauf verzichten, Menschen, die sich aufgrund Hautfarbe, Geschlecht und Herkunft anderen überlegen fühlen als Rassisten, Chauvinisten oder Snobs zu bezeichnen, denn gerade die fühlen sich besonders beleidigt, wenn man das tut. Man kann seine Charaktere so weit disziplinieren, dass sie nicht fragen: „Ey, sach mal bist du schwul, Alda?“, sich gegenseitig als Spasten bezeichen oder die Oma eben nicht zum Enkel sagt: „Nun schneid‘ dir aber mal die Haare, Jung! Du siehst ja schon aus wie ein Mädchen.“ Kann man alles machen. Man kann sogar darauf verzichten, Nazis als Nazis zu bezeichnen. Wie gesagt.

Aber wer gibt mir die Garantie darauf, dass nicht in 10 Jahren Tiere als vollwertige Rechtspersönlichkeiten angesehen werden und PETA Massenklagen einreicht, weil Autorinnen und Autoren die Beleidigung „dumme Kuh“ verwendet haben?
Sprache ist immer Ausdruck einer bestimmten Kultur. Kultur kann sich ändern. Damit ändert sich auch, was als beleidigend empfunden wird. Wenn ich heute über jemanden als „das Weib“ spreche, ist das beleidigend. Vor 200 Jahren wäre es normal gewesen. Da war „Frau“ das Synonym für eine Höherstehende.

Nun bin ich als Fantasy-Autorin in der privilegierten Position, den Leuten nicht aufs Maul schauen zu müssen. Ich kann mir noch wesentlich kreativere Beleidigungen und Flüche einfallen lassen. Trotzdem bleibt Sprache Ausdruck einer bestimmten Kultur. Wenn ich meine Völker forme, muss ich im Hinterkopf behalten, wie der Blick der jeweiligen Kultur auf Außenstehende aussieht – und was als außenstehend empfunden wird. Irgendetwas ist es immer.
Das bedeutet aber auch, dass sich das Konzept von „fremd“, „andersartig“ und „abstoßend“ je nach (Sub-)Kultur ändert. Damit ändert sich auch, was als Beleidigung empfunden wird und deshalb ist es nicht der Sachinhalt, der ein Wort zur Beleidigung macht, sondern die dahinter durchscheinende Intention. Die wiederum ist aber etwas anderes, als die Aussage des Textes insgesamt – was bei der Forderung nach einer sauberen (sprich nicht diskriminierenden, niemanden verletzenden) Sprache vollkommen untergeht.**

Ein vorsichtiges Fazit

Im Ergebnis bleibt schon mal festzuhalten, dass schon der Versuch, es jedem recht machen zu wollen, zu einem Eiertanz führt, der nur schief gehen kann. Selbst im besten Fall kommt nicht mehr dabei heraus als eine neue Form der Erbauungsliteratur. Ideologisch unbedenklich, ohne Ecken und Kanten und garantiert keimfrei. Noch reizärmer als eine öffentlich-rechtliche Vorabendserie und mit Figuren ausgestattet, die mit echten Menschen noch weniger zu tun haben als Ken und Barbie mit den Maßen real existierender Mitteleuropäer.
Ob das freiwillig jemand lesen will? Ich glaube nicht. Lesen soll ein Abenteuer sein, das einen an fremde Orte bringt, neue Erfahrungen machen lässt oder wenigstens die Tristesse des Alltags vergessen macht. Wir wollen krasse Helden und Kickass-Protagonistinnen, die Dinge tun, die wir uns nie im Leben trauen und Situationen durchleben, die wir um alles in der Welt zu vermeiden wünschen. Mit Ken und Barbie wird das nichts.

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Warum ich trotzdem versuche, niemanden zu diskriminieren

Kurz gesagt: Weil das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht heißt, dass man andere abwerten darf und weil gute Bücher vielschichtig sind.
Die Langfassung ist, wie immer, etwas komplexer.

Dabei ist der erste Teil noch relativ leicht. Ich bin sehr für klare Worte und eindeutige, eingängige Formulierungen. Das bedeutet aber keinen Freibrief dafür, andere absichtlich zu verletzten.
Und damit sind wir schon beim diskriminierungsfreien Ansatz, denn nichts anderes bedeutet diskriminieren: Jemanden schlechter zu behandeln als andere oder seinem Ansehen durch negative Äußerungen zu schaden.

Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass es dem Werk gut tut, wenn der Autor oder die Autorin sich aktiv mit seinen/ihren Vorurteilen auseinandersetzt und versucht, sie zu überwinden. Nichts ist langweiliger als die Episteln deren, die in ihrer eigenen Welt gefangen und dadurch gezwungen sind, ewig die gleichen Gedanken widerzukäuen. Deutlich spannender sind die Bücher, derjenigen Autor*innen in der Lage sind, verschiedene Perspektiven einzunehmen. Das geht nur, wenn man bereit ist, erst mal vom hohen Ross der wohlgeformten eigenen Weltsicht abzusteigen.
Leider ist dieser Akt nicht ganz ungefährlich. Nicht nur, weil der Boden der Tatsachen oft ganz schön dreckig ist. Mehr noch: Mit Pech erkennt man, einer Chimäre aufgesessen zu sein. Das eigene Weltbild gerät ins Wanken und auch alle Kategorien von schön/hässlich, gut/böse, wahr und falsch – kurz alles, was das eigene Leben vorher einfach und übersichtlich gemacht hat. Vorurteile eben. Wir alle haben sie.
Trotzdem lohnt es sich, diesen Schritt zu wagen. Zwar werden wir auch dadurch nie in der Lage sein, unsere Vorurteile vollständig abzubauen, aber er schult die Wahrnehmung, erweitert den Horizont und hilft, sich über Analogienden Erfahrungen anderer anzunähern (die genauso subjektiv sind, wie die eigenen). Damit ist man in der Lage, seine Inhalte zumindest punktuell anzupassen, neue Sichtweisen anzunehmen und sie in Geschichten zu integrieren.

Das garantiert nicht, dass sich nie jemand beleidigt fühlen wird. Eine derartige Garantie ist schon deshalb unmöglich, weil dieser Ansatz darauf verzichtet, bestimmte Worte in den Giftschrank zu stellen. Dieser Ansatz garantiert aber, dass man sich damit auseinandersetzt, was man sagt und welche Worte man in welchen Zusammenhängen verwendet.
Vielleicht wird man dadurch ein besserer Mensch. Vielleicht auch nicht. Ich glaube aber fest daran, dass man so die besseren Geschichten schreibt.

Und ich bin der festen Überzeugung, dass es das wert ist.


*Der Widerspruch zu Punkt 1 wird leider nicht bemerkt oder jedenfalls nicht angesprochen und dementsprechend auch nicht aufgelöst.
**Den Punkt habe ich schon in den Artikeln „Das Schreckgespenst der gegenderten Sprache“ und „Alles auf die Goldwaage?“ angesprochen, daher will ich ihn hier nicht vertiefen.


Bildquelle: johhsonlu via pixabay

Buchmesse, Meinungsfreiheit und rechte Verlage

Eigentlich müsste ich jetzt einen netten Rückblick über die Frankfurter Buchmesse schreiben, denn das war es für mich: nett. Will sagen, es war angenehm. Ich habe ein Interview gegeben, ein paar interessante Vorträge gehört und welche, bei denen ich mir gedacht habe, dass ich die auch selber und besser hätte halten können, habe viele Menschen getroffen, die ich vorher nur über soziale Medien kannte und ein paar neue Kontakte geknüpft. Am Ende des vierten Tags taten meine Füße weh, aber sonst war alles in Ordnung.

Bis ich in der Bahn saß und auf Twitter von Heil-Hitler-Rufen und Schlägereien las. Natürlich habe ich nachgefragt. Eine Antwort kam nicht, wahrscheinlich ist meine Frage in der allgemeinen Aufregung einfach untergegangen.
Also habe ich viel gelesen und versucht, möglichst viele Informationen zu sammeln. Was war los? Wie viele Verletzte gab es? Sind Bekannte, vielleicht sogar Freund*innen betroffen?
Ich fand verwackelte Handyvideos, auf denen Männerrücken und ein paar Gesichter zu sehen waren, las von der Angst einer Besucherin angesichts enthemmten Deutschtums, sah die angeschlagene Lippe eines Verlegers und das Bild eines Mannes, der von einem anderen auf den Boden gedrückt wurde. Ich erfuhr aber auch, dass beide Fälle nichts miteinander zu tun hatten, und dass der angeblich von einem Nazi zusammengeschlagene Stadtverordnete tatsächlich mit einem Mitarbeiter des Sicherungsdienstes aneinandergeraten ist.
Am nachdrücklichsten ist mir aber das hilflose Agieren der Messeleitung aufgefallen.

Deshalb werde ich auch den empörten Artikel nicht schreiben, den einige an dieser Stelle vielleicht von mir erwarten. Meiner Meinung nach ist das Problem nämlich nicht, ob rechte Verlage zur Messe zulässt oder nicht. Insofern kann ich die Argumentation der Messeleitung sogar noch einigermaßen nachvollziehen. Das hat zwar mit Meinungsfreiheit nichts zu tun, die ohnehin nur im Verhältnis zum Staat geltend gemacht werden kann, aber sonst müsste man auch die Angebote der radikal religiösen Verlage hinterfragen (und zwar egal, welcher Religion). Das gleiche gilt für Verlage des linken Spektrums (sorry, Leutz, manche Klassiker des Klassenkampfes sind auch genauso menschenverachtend, wie die Kulturtheorien der IBster) und für die Esotheriker mit ihren oftmals erst recht krankmachenden Heilsversprechen. Das gilt aber auch für das eine oder andere belletristische Werk, in dem ein mehr als verkorkstes Menschenbild glorifiziert wird. Und wer wollte bestreiten, dass auch diese Bücher meinungsbildend sind?
Wo soll man die Grenze ziehen? Bücher kennen per se keine Vaterländer, Rassen- oder Klassenunterschiede. Aber Papier ist auch geduldig. Deshalb muss man Grenzen ziehen.
Die Leitung der Buchmesse hat diese Grenze gezogen, indem sie entschieden hat, alles zuzulassen, was nicht indiziert ist oder der Strafverfolgung unterliegt. Als jemand, der Altnazis und IBstern genauso kritisch gegenübersteht wie Esoterikern und Klassenkampfanhängern, finde ich das zwar nicht so prickelnd, aber nun ja. Ich habe leicht reden, denn schließlich muss ich nicht auf die Umsätze achten. Müsste ich es, hätte ich vermutlich auch Schwierigkeiten, eine andere Grenze zu definieren und zu vertreten.
Das Problem ist für mich aber auch eher, was nach dieser Entscheidung passierte.

Ich glaube der Messeleitung, dass sie in den besten Absichten gehandelt hat, als sie die Antonio-Amadeu-Stiftung in unmittelbarer Nähe der rechten Verlage platziert hat. Ich glaube auch, dass die Protestaktionen des Börsenvereins gut gemeint gewesen sind. Tatsächlich war beides in meinen Augen so ziemlich das Dümmste, was man sich einfallen lassen konnte. Nicht die Einladung an die Antonio-Amadeu-Stiftung, die war ganz und gar richtig; aber die Hoffnung, es werde sich ein Dialog entwickeln, wenn man beide nebeneinander setzt, ist schon mehr als naiv. Genauso dusselig ist es, Spaziergänge mit Protestschildern zu diesen Verlagen zu veranstalten. Das gephotoshoppte Bild mit der Aufschrift: „Ich will auch eine Burka“, scheint zwar wieder gelöscht – aber die ganze Aktion betont, dass dieser Verlag da ist und schafft Aufmerksamkeit für dessen Programm. Und natürlich sehen auch die Bilder von den Veranstaltungen hübsch voll aus, wenn sie durch die Protestierenden von den Stände drumherum aufgefüllt werden.
Kurz gesagt: Auch wenn Herr Boos das sicher abstreiten wird, hat die Buchmesse selbst viel dazu beigetragen, die mediale Aufmerksamkeit für diese Verlage am köcheln zu halten.

„Aber das sind NAZIS! Die kann man doch nicht wie jeden anderen Verlag …!“
Ja, doch, man kann. Muss man sogar, wenn man den Standpunkt der Buchmesse ernst nimmt. Dann sind diese Verlage* nämlich auch nicht mehr Aufmerksamkeit wert als jede andere Sekte, die dort ausstellt.
Dass man das nicht getan hat, zeigt, dass auch die Messeleitung von ihren eigenen Argumenten nicht überzeugt war. Das war vermutlich der Grund für eine Reihe von Fehlentscheidungen.
Man hätte natürlich überall auf der Messe Plakate aufhängen, die für Demokratie, Meinungsvielfalt und allgemein eine offene Gesellschaft werben. Es wäre ein deutliches Zeichen gewesen. Ich will keine Mutmaßungen anstellen, warum das unterblieben ist, aber es wird schon seine Gründe gehabt haben.

Man hätte aber auch indirekt vorgehen können.

Wenn man solche Stände wirklich nicht will, dann behandelt man sie eher, wie die Selfpublisher in den letzten Jahren. Man steckt sie in ein zugiges Eck und umgibt sie mit Ständen, bei denen die Reibungspunkte gering sind. Anbieten würden sich z. B. Kochbücher oder Druckkostenzuschussverlage. Beides ist prima unpolitisch und niemand kann sich wegen dieser Nachbarschaft schlecht behandelt fühlen (schließlich muss man auch an einer Phalanx von Kinderbuchverlagen vorbei, um zu den Selfpublishern zu kommen).
Solche Maßnahmen sorgen dafür, dass die Verlage wirklich nur Aufmerksamkeit von jenen bekommen, die gezielt nach ihnen suchen.

Der zweite Punkt ist, dass man Sicherheitspersonal einsetzt, um die Besucher zu schützen. Auf einer internationalen Messe ist schließlich in der Regel auch internationales Publikum. Dieses gilt es zu schützen, wenn bekannt ist, dass der Verlag und dessen Getreue Ressentiments gegen andere Kulturen hegen und schüren.
Leider war auch dieser Sicherheitsdienst eher zweifelhafter Qualität. Schon am zweiten Tag unterblieben die angekündigten verschärften Kontrollen am Eingang und ich glaube nicht, dass irgendein Besucher auf versteckt getragene Schlag-, Hieb- oder Stichwaffen kontrolliert wurde. Gerade bei Veranstaltungen, bei denen mit einem hohen Aggressionspotential zu rechnen ist, wäre das aber durchaus angebracht.
Statt dessen hat der Sicherheitsdienst lieber Bloggerinnen kontrolliert. Dazu fällt mir eine ganze Menge ein, aber bevor ich zu sarkastisch werde, spare ich mir die Kommentare lieber.

Der dritte Punkt ist, dass die Messeleitung natürlich ein Hausrecht hat. Sie kann Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen verbieten und Menschen rausschmeißen, die sich danebenbenehmen. Letzteres sogar, wenn diese Menschen Verlagsleiter sind. Dass genau das unterblieb, obwohl dem Messeleiter das Megafon weggerissen wurde, als dieser eine Ansage machen wollte. Dass er statt dessen von der Bühne trottete, obwohl die Polizei direkt daneben stand, war vielleicht der Situation geschuldet. Ganz abgesehen davon, dass man unter Stress nicht immer vernünftig handelt, hatte Herr Boos vielleicht sogar recht mit der Einschätzung, dass es in dieser Situation besser sei, es nicht auf eine körperliche Auseinandersetzung ankommen zu lassen.
Was ich nicht verstehe ist, dass dieser Übergriff keine Konsequenzen hatte.
Genauso wenig verstehe ich die wachsweiche Pressemitteilung im Anschluss. Ganz abgesehen davon, dass nicht jede/r zum linken Spektrum gehört, der oder die gegen Nazis und IBster demonstriert, hat diese Stellungnahme nichts mehr mit Dialog und Meinungsfreiheit, sondern schlicht mit fehlendem Rückgrat zu tun.

Wer es allen recht machen will, bleibt ein Narr in allen Sachen, sagt ein Sprichwort. In diesem Jahr hat die Messeleitung es geschafft, sich als dieser Narr zu präsentieren.


*Das Fass, ob IBster Nazis sind oder etwas ganz anderes, das nur im Ergebnis genauso menschenverachtend und gefährlich ist, lasse ich an dieser Stelle geschlossen. In diesem Artikel geht es um etwas anderes.


Ich habe in diesem Artikel absichtlich die Namen der beteiligten Verlage ebenso wenig genannt, wie den des Verlagsleiters. Es wäre kontraproduktiv, ihnen zusätzliche Reichweite zu schenken.

Blogtour zu „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle

Huch, Sehnsucht? Romantik? Und das hier?

Keinesfalls, wie das Beitragsbild verrät und wie diejenigen bereits wissen, die die beiden vorangegangenen Beiträge der Blogtour gelesen haben.
Bei Infiziert geht es um das Überleben im zombiverseuchten Berlin. Infiziert ist im Wortsinn eine Dystopie. Damit willkommen bei der dritten Station der Blogtour, die ganz im Zeichen von Dystopien steht.

Der Begriff Dystopie bedeutet so viel wie „schlechter Ort“, wobei diese Bedeutung häufig nur im übertragenen Sinn gilt. Die Welt der Dystopien kann vielfältige Formen annehmen. Sie kann hochtechnologisiert sein, wie die „Schöne neue Welt“, vorindustriellen Gesellschaften beschreiben, wie „Die Haarteppichknüpfer“ oder postindustrielle wie in Endzeitfilmen wie „Mad Max“.

Es kann sogar sein, dass die Welt auf den ersten Blick paradisisch wirkt. Die Gesellschaft scheint friedlich, ihre Mitglieder glücklich. Armut, Krankheiten, manchmal sogar der Alterungsprozess scheinen überwunden. Erst nach und nach wird klar, dass dieses Bild täuscht. Beispiele dieser Form von Dystopie sind „Schöne neue Welt“, „Alles was wir geben mussten“ oder auch „Die Truman-Show“.

Der Grund dafür ist, dass in klassischen Dystopien in erster Linie vor gesellschaftlichen Fehlentwicklungen gewarnt. Auch hier sind die Ausprägungen vielfältig. Häufige Themen sind die Ohnmacht des Individuums gegenüber einem despotischen Staat, der noch in die intimsten Lebensbereiche eingreift, die Ausbeutung durch mächtige Konzerne oder Kartelle, für die Menschen nur Mittel zum Zweck sind und massive soziale Gefälle bis hin zu Kastensystemen.

Diese „klassischen“ Dystopien verbindet nicht nur der düstere Grundton, sondern auch oft eine pessimistische Gesamthaltung. Ein Happy End ist selten. In der Regel siegt das System, während die Protagonisten zerbrechen oder sich seinen Bedingungen unterwerfen und anpassen. Aber selbst, wenn ein Entkommen gelingt, wird das System nicht überwunden, sondern besteht unverändert fort.

In den moderneren Dystopien trifft der Begriff des „schlechten Orts“ oft auch auf die äußeren Umstände zu. Ein typisches Szenario besteht darin, dass die Erde unbewohnbar geworden ist und ein kleines Häufchen von Menschen um das Überleben kämpft. In diesen modernen Dystopien kann die Umgebung selbst zu einem der Gegner werden, den es zu überwinden gilt.

Anders als in der klassischen Variante ist die Grundhaltung jedoch überwiegend positiv. Die prekäre Ausgangssituation wird oft genutzt, um Heldengeschichten zu erzählen. Die Protagonisten zeichnen sich in der Regel durch Willensstärke, Einfallsreichtum und Resilenz aus. Sie schließen Bündnisse und Freundschaften, die allen Seiten nutzen. Am Ende ist die Situation vielleicht nicht vollständig überwunden, aber doch ein Stück besser geworden. Beispiele dieser modernen Dystopien sind u. a. „Die Tribute von Panem“, „Waterworld“ oder auch „Der Schwarm“.
Auch wenn bei diesen modernen Dystopien das persönliche Heldentum in den Fokus rückt, liegt auch ihnen oft ein gesellschafts- vor allem aber technikkritischer Blick zugrunde. Vielfach ist die Katastrophe, die den Zerfall herbeigeführt hat, menschengemacht. Themen sind Umweltverschmutzung, Klimawandel oder auch die Folgen der Gentechnik.

Ohne zu spoilern, lässt sich sagen, dass „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle zu dieser modernen Form der Dystopien gehört. Zentralfigur ist Charlie, eine junge Frau, die immun gegen das hochinfektiöse Zombivirus ist. Das macht das Überleben für sie ein Stück leichter, aber nur ein bisschen, denn die Zombis bei Elenor Avelle sind keine tumben Trottel, sondern Jäger. Auch Elenor Avelles Berlin entspricht dem typischen Setting. Die Stadt ist fast ausgestorben. Technik funktioniert nicht mehr. Essen und Wasser sind knapp, die wenigen Überlebenden zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt.
Dieses Szenario ist nicht aus bloßer Lust an Untergang und Gemetzel entstanden, wie im Lauf des Romans klar wird. Vielmehr geht es Elenor Avelle, die sich selbst als „Gutmensch“, „Baumkuschler“ und „Nagetier“ beschreibt, darum, den technischen Fortschritt, kritisch zu hinterfragen.

Die Macht untergräbt die ethischen Grenzen. Ich halte Technik nicht für falsch, ich denke aber, dass wir unsere Entwicklung an unseren Planeten anpassen sollten. Naturstrom statt Atom etc. Es macht mich traurig und wütend, wenn die Konzerne und ihr Geld mal wieder über die Vernunft siegen.
Elenor Avelle

Was das mit der Romanhandlung zu tun hat, werde ich allerdings nicht verraten. Dazu musst du das Buch schon selber lesen. Eine Chance dazu hast du jetzt, denn:

Wir verlosen 1 signiertes Print von „Infiziert – geheime Sehnsucht“

Sicher ist dir das rot markierte Wort aufgefallen. So eines findest du in jedem der Beiträge. Zusammen ergeben sie einen Satz aus dem Buch. Wenn du ihn bis zum 22.10. an schreibtrieb-buchblog@gmx.de schickst, nimmst du an der Auslosung teil.

Teilnahmebedingungen

Gewinnspielteilnahme ab 18 oder mit Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, für Versand wird keine Haftung übernommen, eine Barauszahlung ist nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärst du dich bereit, dass deine Adresse an die Autorin übersendet werden darf und im Gewinnfall dein Name öffentlich genannt wird.
Pro Person ist eine Teilnahmemöglichkeit gegeben.
Das Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang mit Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 22.10.2017, 23:59.


Morgen geht die Blogtour bei der BlogBücherei weiter.

Die vorangegangenen Beiträge findest du auf dem Blue Siren Blog und bei Lust & Laune.

 

Start der Blogtour zu „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle

Nein, ich mache hier nicht neuerdings Werbung für Liebesgeschichen, auch wenn man das bei geheimen Sehnsüchten denken könnte. Infiziert – Geheime Sehnsucht ist eine Dystopie. Mit Zombies.

Mehr Informationen gibt es im Lauf der Blogtour, bei der übrigens auch etwas zu gewinnen gibt. Dafür musst du nichts weiter tun, als einen Satz aus dem Buch zu erraten. Wie? Einfach die Beiträge verfolgen, dann siehst du es schon. 😉

Den Auftakt macht heute im Laufe des Tages Blue Siren.
Mein Beitrag erscheint am 18.10.2017

Viel Spaß beim Lesen und miträtseln. Und viel Glück!

Bücherjagd auf der Buchmesse

Morgen beginnt er wieder: Der Buchmesse-Marathon. Von Mittwoch, Donnerstag und Freitag mindestens,* werde ich zwischen den Ständen hindurchstreifen, Vorträge und Lesungen anhören und auf Twitter berichten, was man als Selfpublisherin auf einer Messe treibt, die eigentlich eine Messe für den Buchhandel ist, der wiederum an Selfpublishern nur beschränkt Interesse hat. Damit, zufällig einem Vertreter von Hugendubel, der Meyerschen oder Osiander zu begegnen und ins Programm aufgenommen zu werden, rechne ich jedenfalls nicht.

Aber die Frankfurter Buchmesse ist längst auch Treffpunkt der anderen: Der Selfpublisher*innen, der noch Unveröffentlichten und all jener, die auf Youtube über Bücher berichten, darüber bloggen, podcasten oder streamen. Mit einigen bin ich schon über soziale Medien verbunden und es ist jedes Mal wieder ein Fest, sie bei solchen Gelegenheiten wieder zu treffen.
Ganz besonders freue ich mich natürlich auf die Schwestern vom Nornennetz, und  andere Kollegen, wie Jürgen Albers, der am Donnerstag lesen wird.
Und dann sind da noch die zufälligen Kontakte. Menschen von deren Existenz ich vorher nichts ahnte und auf die zuzugehen mir immer schwer fällt, weil ich so gar keinen Hang zum Smalltalk habe, die sich im Nachhinein aber oft als Bereicherung erweisen.

Es wird anstrengend werden. Und schön. Denke ich.
Zum „schön“ möchte ich dieses Mal einen kleinen Beitrag leisten, indem ich jeden Tag zwei Printausgaben von „Steppenbrand“ verlose. Gewinnen kann man, indem man mich zu bestimmten Zeiten findet und anspricht. Wann und wo, werde ich jeweils rechtzeitig auf Twitter verkünden.
Wenn ich nicht alle Bücher loswerden sollte, erhöht sich die Menge am nächsten Tag entsprechend.

dav
Auf Wunsch auch mit Widmung!

*Eventuell bin ich auch am Samstag und Sonntag da, das ist aber noch nicht ausgemacht.

[Fundstück] Inspirierende Frauen der Romantik

„Du schreibst wie ein Mann“, ist eines dieser vergifteten Komplimente, das viele Autorinnen sicher schon einmal gehört haben. Dabei ist es vermutlich gar nicht böse gemeint. Wer so etwas sagt, kennt vermutlich überwiegend Autoren und ist einfach erstaunt, über eine Autorin zu stolpern, die „genauso“ schreibt.*
Wie inspirierend es sein kann, sich mit Autorinnen zu befassen, zeigt dieser Artikel von Michelle Janßen:

Das Nornennetz ist, wie ihr wisst, ein Netzwerk von/für schreibende Fantasyautorinnen. Wir alle leben in einem Jahrhundert, in welchem man – trotz noch immer bestehender Probleme – als Frau schreiben und veröffentlichen darf was man möchte und das ist fantastisch! In diesem Beitrag soll es also nicht nur um inspirierende Frauen gehen, sondern spezifisch um…

über Schreibende Frauen – Inspiration im Erfolg früherer Generation (Michelle Janßen) — Nornennetz


* Darin ähnelt das „Kompliment“ der Aussage: „Sie sprechen aber gut Deutsch!“, die oft gegenüber Menschen gemacht wird, deren Name oder Phänotyp nicht dem Idealtyp des Deutschen entspricht. Als ob Sprache an Name, Aussehen oder Geschlecht gebunden sei.