Gute Vorsätze – 2022er Edition

Als ich meinen Kalender für 2021 angelegt habe, habe ich ihm das Motto „Es kann nur besser werden“ vorangestellt. Das war ein Irrtum. 2021 wurde eins der bleierndsten Jahre, das ich je erlebt habe. Es ging fast nichts. Der Werwolf ist irgendwo im Wilden Westen eingeschlafen. Meine Sozialkontakte sind bis auf wenige Ausnahmen genauso. In meinen Mittelalterklamotten haben Motten Fressgelage veranstaltet. Mir fehlt die Kraft, das eine neu zu knüpfen und das andere neu zu nähen. So gesehen könnte ich mir diesen Artikel vermutlich sparen.

„Dann lass es doch!“

Das rät auch meine Intuition, und fügt hinzu, dass jeder Vorsatz sinnlos ist. „Das Karma macht dir sowieso einen Strich durch die Rechnung, und am Ende kommt alles unerwartet und ganz anders als geplant.“ Außerdem hätte ich schon so viele Pläne gefasst und beerdigt, oder – noch schlimmer – nicht mal ernsthaft mit der Umsetzung begonnen. Da müssten jetzt nicht auch noch neue dazukommen. Und überhaupt sei das neue Jahr auch nur ein willkürlich gesetztes Datum ohne tiefere Relevanz. Wenn ich unbedingt gute Vorsätze fassen wollte, könnte ich das zu Ostern genauso tun.

Aber …

Aus irgendeinem Grund hält mein dummes Herz daran fest, dass „anders und unerwartet“ auch sehr schön sein kann. Selbst wenn der Werwolf-Western nichts geworden sei, hätte ich immerhin fünf Kurzgeschichten fertiggestellt. Eine sei in einer Anthologie veröffentlicht, die anderen beiden würden vermutlich im Lauf des nächsten Jahres drankommen.

Zwei stünden hier im Blog. Und eine davon sei sogar vertont worden. Außerdem seien da noch das Unsinnsprojekt, das langsam aber stetig weiterwüchse und die zu 2/3 fertige Märchenanthologie. Nichts davon sei Anfang 2021 absehbar gewesen!

In seinem Optimismus setzt es dann noch hinzu, dass Pläne zwar scheitern können, aber der Misserfolg garantiert sei, wenn man keinen Plan habe. Ein Mensch ohne Plan sei ein Floß ohne Ruder; ein Blatt im Wind und ein Herd ohne Feuer.

Also doch!

Ich kapituliere! Bevor es noch mehr Kalendersprüche hagelt, mache ich, was alle anderen um diese Jahreszeit auch tun: Ich schreibe meine guten Vorsätze nieder. Vielleicht erinnere ich mich am Ende des Jahres sogar daran und kann ein Resume ziehen.
Ich will:

  • Die Märchenanthologie „Der Atem des Drachen“ herausbringen.
  • Wieder regelmäßiger bloggen. 1x im Monat scheint ein erreichbares Ziel zu sein.
  • Am Unsinnsprojekt weiterschreiben. Nicht nur just for fun, aber auch.
  • Das Konzept für den Werwolf-Western überdenken, gegebenenfalls überarbeiten und das Ding zuende schreiben.
  • Die Zeit für Social Media begrenzen bzw. zielgerichteter nutzen.
  • Wieder mehr lesen. Vielleicht auch anfangen, die Leseeindrücke festzuhalten. Mal sehen. Aber in jedem Fall mehr lesen!
  • Wieder kreativer werden, d. h. mehr basteln, malen, zeichnen, handarbeiten.
  • Offline soziale Kontakte pflegen. Und sei es nur, dass ich in diesem Jahr auch mal Weihnachtskarten verschicke. Im Idealfall selbstgebastelte.
  • 2022 überleben und so gut wie möglich dafür sorgen, dass keiner meiner Lieben verloren geht.
Photo by Arnesh Yadram on Pexels.com

Klingt jetzt nicht übermäßig ambitioniert und sollte sich daher machen lassen. Was meinst du? Hast du auch Vorsätze für’s neue Jahr oder hältst du das alles für Unsinn?

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