Ach, was gruselt mir!

Heute ist der 5. Tag des IndieBuchtobers, der Challenge für Indie-Bücher und gefragt ist ein Gruselzitat. Das Erste, was mir dazu einfiel, war ein Zitat aus einem der Grimm’schen Märchen, das ich sehr liebe: Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen.

„Ach, was gruselt mir, was gruselt mir, liebe Frau! Ja, nun weiß ich, was Gruseln ist.“

Allerdings ist dieses Zitat gar nicht gruselig, sondern im Kontext extrem witzig. Außerdem geht es bei der Challenge um Indie-Bücher und für die Grimm’schen Märchen kenne ich inzwischen fast mehr Internetquellen als Bücher. Auch wenn dieses Zitat damit aus dem Rennen ist, lies das Märchen bei Gelegenheit. Es lohnt sich. Versprochen!

Aber damit fehlt mir wieder ein gutes Gruselzitat. Und was ist das überhaupt genau: Grusel? Mein Synonymlexikon sagt, dass es etwas mit Grauen, Furcht und Entsetzen zu tun hat – allerdings meist nicht auf der realen Ebene. In Grusel schwingt die Angst vor dem Übernatürlichen mit, den Mächten, die sich nicht durchschauen und beherrschen lassen. Daher bin ich mir nicht hundertprozentig sicher, ob das folgende Zitat aus dem Kurzroman Splitter der Nacht von Katrin Ils wirklich gruselig ist oder doch „nur“ Grausamkeit bezeugt.

Vielleicht ist das genauso, wie in dem verlinkten Märchen: Über das, was der Eine als gruselig empfindet, kann der Andere nur lachen. Über das Zitat lachen wird vermutlich niemand. Und ich fand die Szene gruselig, auch wenn keine Geister darin vorkommen, sondern „nur“ Magie.

Das Feuer des Ofens zauberte rote Reflexe in ihr langes Haar, ihr Gesicht war unverletzt. Der Körper endete eine Handbreit unter ihrem Herzen, eine Büste mit aufgebrochenem Brustkorb. Jara konnte das Organ unter den Rippen pochen sehen und den Zauber, der sich wie eine Schlange darum geschlungen hatte und es zwang, immer weiter zu schlagen.

Katrin Ils, Splitter der Nacht

Ich habe in meinem anderen Leben als Juristin oft mit Obduktionsberichten zu tun gehabt. Daher habe ich ein ungefähres Verständnis davon, was menschlichen Körpern zustoßen kann. Trotzdem hat mich die Szene nicht deshalb so gepackt, weil das, was Katrin Ils beschreibt, weit darüber hinausgeht, sondern weil sie auf die Details gar nicht weiter eingeht, sondern sich auf den emotionalen Impact konzentriert. (Hier muss ich den Anglizismus verwenden, da mir kein deutscher Begriff einfällt, der auch nur annähernd daran heranreicht.) Jara und Fai, die Frau, von der am Ende der Szene nur noch Kopf und Torso übrig sind, sind so etwas wie Freundinnen. Du kannst dir vorstellen, was das mit Jara macht.

Alle Aufgaben der Challenge auf einen Blick:

01.10.Was lesen im Oktober?16.10.Buch mit Werwölfen
02.10.Kerze und Buch17.10.Kürbis
03.10.Supernatural18.10.Herbstkrimi oder -Thriller
04.10.Buch mit Hexen19.10.Buch mit Zombies
05.10.Gruselzitat20.10.das allergruseligste Buch
06.10.schwarze(s) Cover21.10.herbstliche/schaurige Lyrik
07.10.blutiges Buch(cover)22.10.liebste*r Horrorautor*in
08.10.gruseliges Buch23.10.Buch mit Geistern
09.10.Buch mit Vampiren24.10.Buch und Laub
10.10.düsterer Buchtitel25.10.gruseliges Buchcover
11.10.herbstliches Cover26.10.Buch und Schal
12.10.Buch und Heißgetränk27.10.schwarz und orage
13.10.Seite/Kapitel 13 Satz 1328.10.Buch mit Monstern
14.10.schaurige Kurzgeschichten29.10.Buchtipps für Halloween
15.10.Herbstbuch30.10.liebster Halloweenfilm
31.10.Lieblingsbuch im Oktober
Mehr über den IndieBuchtober findest du auf der Webseite von Indie-Buecher.com.

(Die Titel der kommenden Beiträge können anders lauten)

2 Kommentare zu „Ach, was gruselt mir!

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