Preisgestaltung bei eBooks

Bruno E. Thyke alias @augenschelm hat einen sehr guten Beitrag zum Wert von eBooks und Geschichten geschrieben: 99 Cent für deine Geschichte.
Genauso hätte er seinen Beitrag mit „Und davon willst du leben?“ übertiteln können. Denn, machen wir uns nichts vor: Die wenigsten AutorInnen können allein vom Schreiben leben. Unter den SelfpublisherInnen sind es noch weniger. Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, Raubbau an uns selber zu betreiben, indem wir uns und unsere Geschichten weit unter Wert verkaufen.

Aber warum sollte das so bleiben? Ein Buch zu schreiben ist harte Arbeit. Es fertigzustellen zeugt von Kreativität, Mut und Durchhaltewillen. Sollten wir nicht den gleichen Mut, die gleiche Kreativität und die gleiche Energie darein setzen, auch anständig bezahlt zu werden? Oder sind wir uns selber so wenig wert?

Evelyn de Morgan: The Worship of Mammon, Eigentum des De Morgan Centres London
Autorin beim verzweifelten Versuch, Geld für ihr eBook zu bekommen (Bildquelle: Wikimedia, Copyright: http://www.the-athenaeum.org/art/detail.php?ID=111065)
Advertisements

3 Kommentare zu „Preisgestaltung bei eBooks

  1. Das Problem ist ja leider, dass der Markt den Preis mehr oder weniger bestimmt. Wenn ein Großteil der Bücher sozusagen verramscht wird, fällt es natürlich schwer, sich da nicht anzupassen. Denn die Gefahr, dass niemand mein teureres Buch kauft, ist nun mal sehr hoch. Diese Geiz ist Geil-Attitüde macht da leider vor gar nichts halt und am Ende leiden natürlich die Schöpfer darunter, weil niemand mehr bereit ist, wirklich Geld für etwas auszugeben.

    Gefällt 1 Person

    1. Ich frage mich immer mehr, ob es nicht andere Wege gibt, als das zu tun, was alle machen. Auch Brunos Artikel deutet ja in diese Richtung: Dinge werden nicht nur gekauft, weil sie billig sind. Manche Dinge werden gekauft, obwohl sie teuer sind – und manche sogar, weil sie es sind. Bücher werden zwar vermutlich nie Statussymbole werden, wie ein Tessla oder irgendwas von Apple (und eBooks eignen sich dafür mangels Sichtbarkeit schon gar nicht), aber sollte man es nicht anstreben, innerhalb des eigenen Markts wenigstens ins Mittelfeld, wenn nicht sogar in die Spitze vorzurücken? Nur: Wie soll das gelingen, wenn man sich selbst in der Masse einsortiert, die in der allgemeinen Wahrnehmung schon als Ramsch abgeschrieben ist?

      Gefällt 1 Person

      1. Die Frage ist eben, ob man bereit ist, das Risiko einzugehen. Ich glaube auch kaum, dass die Leser mehr auf den Preis achten, als auf das Produkt an sich. Aber gerade als Anfänger ist das natürlich ein schmaler Grat. Ich habe mein erstes Buch auch für 99 Cent auf Amazon veröffentlicht. Ich denke, zu Beginn ist so ein „Kampfpreis“ da nicht verkehrt, um überhaupt erst mal was zu verkaufen. Wenn man aber nach und nach eine Leserschaft aufgebaut hat, kann man sicher auch höher gehen, denn am Ende kaufen Leser ja nicht das, was billig ist, sondern das, was sie gerne lesen. Und da steht ja vor allem der Name des Autors ganz oben, würde ich sagen.
        Ich werde da vermutlich auch in Zukunft das ein oder andere „Preisexperiment“ wagen. Ich schreibe zwar in erster Linie, weil ich einen Riesenspaß daran habe, aber der Traum, damit dann doch zumindest mal einen guten Nebenverdienst zu machen, besteht natürlich. Und das schafft man sicher nicht mit einem Euro für monatelange Arbeit. Aber ich glaube, man muss da zumindest anfangs langsame Schritte gehen und die Preise nach und nach erhöhen. Je nach Buch und Geschichte, kann man das sicher einigermaßen abwägen. Eine Kurzgeschichte kann man schlecht für 10 Euro anbieten. Einen Roman für 1 Euro wäre aber auch absolut verkehrt. Da muss man wohl jeweils einzeln entscheiden.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s