Blogtour zu „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle

Huch, Sehnsucht? Romantik? Und das hier?

Keinesfalls, wie das Beitragsbild verrät und wie diejenigen bereits wissen, die die beiden vorangegangenen Beiträge der Blogtour gelesen haben.
Bei Infiziert geht es um das Überleben im zombiverseuchten Berlin. Infiziert ist im Wortsinn eine Dystopie. Damit willkommen bei der dritten Station der Blogtour, die ganz im Zeichen von Dystopien steht.

Der Begriff Dystopie bedeutet so viel wie „schlechter Ort“, wobei diese Bedeutung häufig nur im übertragenen Sinn gilt. Die Welt der Dystopien kann vielfältige Formen annehmen. Sie kann hochtechnologisiert sein, wie die „Schöne neue Welt“, vorindustriellen Gesellschaften beschreiben, wie „Die Haarteppichknüpfer“ oder postindustrielle wie in Endzeitfilmen wie „Mad Max“.

Es kann sogar sein, dass die Welt auf den ersten Blick paradisisch wirkt. Die Gesellschaft scheint friedlich, ihre Mitglieder glücklich. Armut, Krankheiten, manchmal sogar der Alterungsprozess scheinen überwunden. Erst nach und nach wird klar, dass dieses Bild täuscht. Beispiele dieser Form von Dystopie sind „Schöne neue Welt“, „Alles was wir geben mussten“ oder auch „Die Truman-Show“.

Der Grund dafür ist, dass in klassischen Dystopien in erster Linie vor gesellschaftlichen Fehlentwicklungen gewarnt. Auch hier sind die Ausprägungen vielfältig. Häufige Themen sind die Ohnmacht des Individuums gegenüber einem despotischen Staat, der noch in die intimsten Lebensbereiche eingreift, die Ausbeutung durch mächtige Konzerne oder Kartelle, für die Menschen nur Mittel zum Zweck sind und massive soziale Gefälle bis hin zu Kastensystemen.

Diese „klassischen“ Dystopien verbindet nicht nur der düstere Grundton, sondern auch oft eine pessimistische Gesamthaltung. Ein Happy End ist selten. In der Regel siegt das System, während die Protagonisten zerbrechen oder sich seinen Bedingungen unterwerfen und anpassen. Aber selbst, wenn ein Entkommen gelingt, wird das System nicht überwunden, sondern besteht unverändert fort.

In den moderneren Dystopien trifft der Begriff des „schlechten Orts“ oft auch auf die äußeren Umstände zu. Ein typisches Szenario besteht darin, dass die Erde unbewohnbar geworden ist und ein kleines Häufchen von Menschen um das Überleben kämpft. In diesen modernen Dystopien kann die Umgebung selbst zu einem der Gegner werden, den es zu überwinden gilt.

Anders als in der klassischen Variante ist die Grundhaltung jedoch überwiegend positiv. Die prekäre Ausgangssituation wird oft genutzt, um Heldengeschichten zu erzählen. Die Protagonisten zeichnen sich in der Regel durch Willensstärke, Einfallsreichtum und Resilenz aus. Sie schließen Bündnisse und Freundschaften, die allen Seiten nutzen. Am Ende ist die Situation vielleicht nicht vollständig überwunden, aber doch ein Stück besser geworden. Beispiele dieser modernen Dystopien sind u. a. „Die Tribute von Panem“, „Waterworld“ oder auch „Der Schwarm“.
Auch wenn bei diesen modernen Dystopien das persönliche Heldentum in den Fokus rückt, liegt auch ihnen oft ein gesellschafts- vor allem aber technikkritischer Blick zugrunde. Vielfach ist die Katastrophe, die den Zerfall herbeigeführt hat, menschengemacht. Themen sind Umweltverschmutzung, Klimawandel oder auch die Folgen der Gentechnik.

Ohne zu spoilern, lässt sich sagen, dass „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle zu dieser modernen Form der Dystopien gehört. Zentralfigur ist Charlie, eine junge Frau, die immun gegen das hochinfektiöse Zombivirus ist. Das macht das Überleben für sie ein Stück leichter, aber nur ein bisschen, denn die Zombis bei Elenor Avelle sind keine tumben Trottel, sondern Jäger. Auch Elenor Avelles Berlin entspricht dem typischen Setting. Die Stadt ist fast ausgestorben. Technik funktioniert nicht mehr. Essen und Wasser sind knapp, die wenigen Überlebenden zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt.
Dieses Szenario ist nicht aus bloßer Lust an Untergang und Gemetzel entstanden, wie im Lauf des Romans klar wird. Vielmehr geht es Elenor Avelle, die sich selbst als „Gutmensch“, „Baumkuschler“ und „Nagetier“ beschreibt, darum, den technischen Fortschritt, kritisch zu hinterfragen.

Die Macht untergräbt die ethischen Grenzen. Ich halte Technik nicht für falsch, ich denke aber, dass wir unsere Entwicklung an unseren Planeten anpassen sollten. Naturstrom statt Atom etc. Es macht mich traurig und wütend, wenn die Konzerne und ihr Geld mal wieder über die Vernunft siegen.
Elenor Avelle

Was das mit der Romanhandlung zu tun hat, werde ich allerdings nicht verraten. Dazu musst du das Buch schon selber lesen. Eine Chance dazu hast du jetzt, denn:

Wir verlosen 1 signiertes Print von „Infiziert – geheime Sehnsucht“

Sicher ist dir das rot markierte Wort aufgefallen. So eines findest du in jedem der Beiträge. Zusammen ergeben sie einen Satz aus dem Buch. Wenn du ihn bis zum 22.10. an schreibtrieb-buchblog@gmx.de schickst, nimmst du an der Auslosung teil.

Teilnahmebedingungen

Gewinnspielteilnahme ab 18 oder mit Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, für Versand wird keine Haftung übernommen, eine Barauszahlung ist nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärst du dich bereit, dass deine Adresse an die Autorin übersendet werden darf und im Gewinnfall dein Name öffentlich genannt wird.
Pro Person ist eine Teilnahmemöglichkeit gegeben.
Das Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang mit Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 22.10.2017, 23:59.


Morgen geht die Blogtour bei der BlogBücherei weiter.

Die vorangegangenen Beiträge findest du auf dem Blue Siren Blog und bei Lust & Laune.

 

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2 Kommentare zu „Blogtour zu „Infiziert – Geheime Sehnsucht“ von Elenor Avelle

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