#CharactersofSeptember – Wird Seraina ihr Geheimnis enthüllen?

Bei der Challenge #CharactersofSeptember bekommen fiktive Charaktere die Möglichkeit, sich selber vorzustellen. Bei mir ist es Seraina, eine der Spielfrauen aus „Der Tod des Spielmanns“, die im Interview auf Fragen antwortet.

Nike: „Hallo Seraina, kommen wir zur letzten Frage aus dem Bereich „Persönliches“. Dieses Mal geht es um Geheimnisse. Ich kann mir vorstellen, dass es bei dem Leben, das du geführt hast, schwierig ist, ein Geheimnis zu bewahren. Viel Privatsphäre habt ihr ja nicht gehabt, oder?“

Seraina: „Nein, wie denn auch? Es gab ja keine Türen, die wir hintereinander schließen konnten. Außerdem waren wir die meiste Zeit zusammen.“

Nike: „Dann kann man sagen, dass ihr alles von einander wusstet?“

Seraina: „Das Meiste. Aber jeder von uns hat Gedanken gehabt, die er vor den anderen verborgen hat und manchmal auch Dinge getan, von denen die anderen nichts wussten.“

Nike: „Du sagst das sehr bestimmt.“

Seraina (zuckt mit den Schultern): „Ich weiß, dass die anderen manches für sich behalten haben – und ganz sicher habe ich es auch getan.“

Nike: „Wie kann man in einer so kleinen Gruppe ein Geheimnis bewahren, wenn man doch immer zusammen ist? “

Seraina: „Man spricht nicht darüber. Vor allem stellt man aber keine Fragen.“

Nike: „Darf ich trotzdem fragen? Ich würde nämlich auch gerne wissen, was zum Beispiel dein großes Geheimnis war.“

Seraina: „Sicher darfst du fragen. Nach so langer Zeit – es schadet niemandem mehr, darüber zu sprechen. Ich fürchte nur, du wirst lachen. Es erscheint im Rückblick so unwichtig. Aber damals, da war es sehr wichtig für mich, weil ich fürchtete Corvin zu verlieren, wenn er davon erfährt. Ich habe ihn geliebt, versteht du? Nach all den Jahren noch. Er war das Einzige, was ich hatte und ihn zu verlieren das Schlimmste, was ich mir vorstellen konnte.“

Nike: „Ich verstehe. Und ich verspreche, nicht zu lachen.“

Seraina (atmet tief ein): „Meine Haare. Ich habe sie gefärbt. Das Schwarz, das Corvin so gefallen hat, war nicht echt. Schon damals, als wir einander kennenlernten, war ich halb grau – oder wäre es gewesen, wenn ich nicht nachgeholfen hätte. Es war immer ein scheußlicher Aufwand und mein Kopf hat die ersten Tage danach schrecklich gejuckt, aber das war es mir wert. Ich habe immer einen Vorrat von Färbemitteln dabeigehabt und, wann immer es möglich war, ein paar Münzen beiseitegeschafft, um Geld neue zu haben. Verstehst du: Ich habe meine Freunde bestohlen; wir hätten Essen dafür kaufen können! Aber lieber habe ich gehungert, als in Corvins Augen hässlich zu sein.“


entwurf2

 

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