#Charactersofseptember – Interview mit Seraina (Tag 2):

Nike: „Hallo Seraina und noch mal danke, dass du dich bereit erklärt hast, mehr von dir zu verraten. Gestern habe ich dich bereits kurz vorgestellt, ab heute hast du das Wort und kannst selbst erzählen.
Bist du ein ein positiver oder ein eher negativer Mensch?“

Seraina: „Zunächst mal Danke!, dass du mich ausgewählt hast. Aber zu deiner Frage: Ich würde mich weder als das eine noch als das andere beschreiben. Ich bin realistisch. Das Leben hat seine Schattenseiten, es ist gefährlich und hart. Gerade für Leute, wie mich …“

Nike: „Entschuldige, wenn ich dich unterbreche, aber mit ‚Leute, wie mich‘, meinst du Spielleute, oder?“

Seraina: „Spielleute, Fahrende, Vogelfreie – alle ohne familia. Menschen brauchen nun mal die Gemeinschaft. Es ist nicht gut, allein zu sein, keinen Platz zu haben, an den man gehört. Für Frauen ist es noch schwieriger. Nur auf uns selbst gestellt, sind wir schwach und jeder Willkür ausgeliefert.“

Nike: „Das heißt, du rechnest eigentlich immer mit dem Schlimmsten?“

Seraina: „Ja und nein. Denn sieh mal, das Leben hat auch schöne Momente. Wunderschöne Momente, in denen du innerlich zerfließen willst. Der Anlass ist oft so klein. Ein einem Lächeln von jemandem, den du magst. Das Glitzern von Tau in der Sonne. Die Süße von Honig auf der Zunge oder ein besonders gewürztes Essen. Solche Momente sind wie unerwartete Geschenke.“

Nike: „Das klingt nun wieder sehr positiv.“

Seraina: „Diese Momente sind ja auch wunderbar. Sie sind wie wertvolle Juwelen, die man im Herzen sammeln muss. Aber es wäre ein Fehler, zu erwarten, dass sie sich wiederholen, verstehst du? Nur, weil ich den einen Tag einen vollen Magen habe, heißt das nicht, dass ich auch die nächsten Tage gut essen werde. Man darf nicht zu viel erwarten vom Leben. Dann wird man auch nicht enttäuscht. Aber man darf auch nicht verzweifeln, denn Verzweiflung ist schlimmer als Hunger. Sogar schlimmer als der Tod.“

Nike: „Gut, danke dir. Morgen sprechen wir dann darüber, was dich zum Lachen bringt.“

Seraina: „Sehr gerne. Du hast nicht zufällig noch etwas Brot über?“


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