Versuche nicht krampfhaft, dich von »der Masse« abzuheben

Marcus Johanus über Literaturkritik und den Wunsch, sich von der Masse abzuheben:
Die Ausführungen zur Arroganz der Literaturkritik teile ich. Da hat sich leider in den letzten 20 Jahren wenig getan. Die Ablehnung Weidemanns im Interview entspricht genau dem Naserümpfen der „Literaturexperten“, als das ZDF vor Jahren das Publikum die 100 besten Bücher küren ließ und (sicher auch unter dem Eindruck der Filme) ausgerechnet der Herr der Ringe auf dem ersten Platz landete.
Elke Heidenreich, die damals in der Jury saß, die das Ergebnis präsentierte, äußerte dazu mit Leichenbittermine und einiger Empörung, natürlich(!) habe sie das nie gelesen, man wisse ja, dass das Mist sei.
Wo ich nicht mehr ganz mitgehe ist der zweite Teil. Besser gesagt, mit dem, was die Überschrift suggeriert, kann ich wenig anfangen. Natürlich soll man nicht krampfhaft irgendwas versuchen. Krämpfe sind nie gut. Trotzdem ist es m. E. wichtig, sein eigenes Thema und seine eigene Erzählstimme zu finden, sich dann aber auch nicht darauf auszuruhen, sondern weiter an sich zu arbeiten, neugierig zu bleiben und Experimente zu wagen.
Wobei auch Marcus Johanus nicht dafür plädiert, sich an „die Masse“ anzupassen. Das wird aber erst in den letzten Sätzen des Artikels klar.

MARCUS JOHANUS

Versuche nicht krampfhaft, dich von »der Masse« abzuheben

Auf Tor-online.de ist eine interessante Dokumentation veröffentlicht worden: Warum viele Medien Fantasy-Literatur immer noch ignorieren (und warum uns das egal ist). In ihr macht sich Florian Jung auf die Suche nach Gründen dafür, weshalb ausgerechnet Fantasy einen schwierigen Stand im deutschen Feuilleton hat.

Ab spätestens Minute 04:00 bekomme ich bei dem Video das kalte Grausen. Florian Jung interviewt hier Volker Weidermann vom literarischen Quartett. Darauf angesprochen, ob er Autoren wie Kai Meyer, Bernhard Hennen oder Markus Heitz kenne, antwortet er sinngemäß, dass er nie von ihnen gehört habe und unterstellt ihnen indirekt, dass sie ja auch nicht lesenswert seien, denn es gehe ihnen nur um den Plot und nicht darum, literarisch zu sein.

Er definiert literarisch folgendermaßen: »…ähem, Neuerfindung, von … eine neue Art der Darstellung von …, sind Sie sich, dass sie sich, sind Sie daran interessiert …?«

Okay, ich konnte mir das Transkript seines Gestammels nicht verkneifen…

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