Das Schreckgespenst gegenderter Sprache

Gendern? hat die Autorenwelt in einem Artikel gefragt, in dem sich Sandra Uschtrin dafür ausspricht und Andreas Eschbach dagegen. Bereits der bloße Akt der Unterwerfung unter eine politisch begründete Sprachregelung sei falsch, schreibt er. Kunst müsse frei sein. Wer ideologischen Sprachregeln folge, schaffe Propaganda, keine Kunst. Das „Gendern“ sei Ideologie, behauptet es doch, die Sprache „gerechter“ zu machen und die Welt gleich mit. Dabei mache es die Sprache in erster Linie formelhaft und hässlich.

Vor zwanzig Jahren hätte ich vermutlich zugestimmt, zumal ich mich auch heute noch mit dem großen Binnen-I schwer tue und Sterne nur am Himmel schön finde.*
Heute sehe ich das etwas differenzierter und in der Differenzierung fällt auf, dass bei der grundlegenden Abwehr drei Behauptungen vermischt werden. Dabei fange ich mal von hinten an:

  1. Gendern macht die Sprache formelhaft und hässlich.
  2. Gendern sei Ideologie.
  3. Gegenderte Sprache sei Propaganda.

Daraus folgt im Umkehrschluss, dass Eleganz und Leichtigkeit der Sprache durch die Verwendung des generischen Maskulinum bedingt sind. Außerdem sei das generische Maskulinum wertfrei und damit Garant für eine ideologiefreie Sprache. Im Gegensatz zur Propaganda der gegenderten Sprache, lässt sich Kunst daher allein durch die Verwendung der ungegenderten, also des generischen Maskulinum erzeugen.

Merkt ihr was? Dröselt man die Einwände gegen die Verwendung einer gegenderten Sprache auf und wendet sie ins Positive, also in Forderungen für eine ungegenderte Sprache, stellen sie sich als mindestens genauso ideologisch und propagandistisch dar, wie die Gegenposition.
Aber das ist auch zunächst gar nicht schlimm. Schlimm wird es nur dann, wenn man die Worte „Ideologie“ und „Propaganda“ als Kampfbegriffe einsetzt, ohne auf den Wahrheitsgehalt der dahinterstehenden Positionen einzugehen. Zunächst mal ist eine Ideologie nämlich nichts anderes als eine Weltanschauung bzw. ein Wertesystem. Daran, ein Wertesystem zu haben, ist grundsätzlich nichts verkehrtes. Im Gegenteil: gemeinsame Werte sind der Kitt aller freien Gesellschaften.

Die meisten von uns haben vermutlich kein Problem damit, das Grundgesetz als Grundlage unseres Zusammenlebens anzuerkennen. Damit beruht unser gemeinsames Wertesystem auf dem Bekenntnis zur demokratischen, pluralistischen Gesellschaft und der grundsätzlichen Gleichheit aller Menschen, unabhängig von Rasse, Religion und/oder Geschlecht.
Aber in der Sprache darf das nicht zum Ausdruck kommen, weil sie dadurch formelhaft und hässlich wird? Eine Sprache ist nur dann ideologiefrei, wenn lediglich Politiker in den Parlamenten sitzen, nur Forscher Entdeckungen machen und selbst eine Demonstration für Frauenrechte grammatikalisch ausschließlich aus Männern besteht, weil die Demonstrantinnen, Forscherinnen und Politikerinnen nur erwähnt werden, wenn gerade kein Mann in der Nähe ist? Entschuldigung bitte, aber was für ein Gesellschaftsbild wird hier propagiert?

Fakt ist: Sprache ist nicht ideologiefrei. War sie noch nie. Sprache ist Macht. Mächtiger sogar als das Schwert, weil sie das Denken prägt. Gleichzeitig ist Sprache immer auch Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen. Das zeigt sich nicht nur in der Übernahme von Fremd- und Lehnsworten, sondern bis in die Umgangsformen. Wir haben im Rahmen des Demokratisierungsprozesses den Pluralis Majestatis und die unsägliche Anrede „er“ entsorgt. Die Nivellierung gesellschaftlicher Unterschiede schreitet weiter fort, indem sich das Duzen immer mehr als normale Anredeform unter etwa Gleichaltrigen etabliert. Das kann man beklagen, weil einem ein „du Arschloch“ doch schneller rausrutscht, als ein „Sie Arsch!“, aber Fakt ist, dass wir nicht mehr in einer Standesgesellschaft leben, und dass sich die Sprache daran anpasst.

Genauso leben wir aber in einer Gesellschaft, in der Frauen gleichberechtigt teilhaben (wollen). Auch daran kann sich die Sprache anpassen, indem sie Frauen nicht weiter ausblendet. Nichts anderes tut gegenderte Sprache. Sie macht Frauen sichtbar.
Jetzt wieder ketzerisch gefragt: Ist es per se hässlich und formelhaft, neben Autoren auch die Autorinnen zu erwähnen, außer Politikern auch die Politikerinnen und die Wissenschaftlerinnen neben den Wissenschaftlern? Ich behaupte nein. Trotz der oben erwähnten Schwierigkeiten mit dem Binnen-I und anderen Lösungsversuchen. Es kann sogar poetisch klingen, wie im Märchen von Jorinde und Jorigel, die einander so lieb hatten, dass keines ohne das andere sein wollte.
Die Kunst besteht darin, kreative Lösungen zu finden, wie dieses generische Neutrum. Ich kann in diesem kreativen Umgang mit Sprache auch keine Unterwerfung erkennen, sondern das, was Kunst eigentlich ausmacht, und was Eschbach sogar fordert, nämlich etwas, das aus dem Inneren kommt (d. h. dem Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung) und gegen Regeln verstößt (den herrschenden Sprachgebrauch). Demgegenüber könnte man das Beharren auf dem generischen Maskulinum sogar als geistige Faulheit abtun.

Verwende ich deshalb nur noch geschlechtsneutrale Formulierungen? Nein, natürlich nicht. Schon deshalb nicht, weil ich tief im herkömmlichen Sprachgebrauch verhaftet bin. Aber genauso, wie ich darauf achte, mehrdimensionale Charaktere zu schaffen, achte ich auf eine angemessene Sprache. Das bedeutet, dass in den Blogbeiträgen deutlich mehr Experimente möglich sind, als in den Büchern. Aber selbst dort versuche ich, das generische Maskulinum auf das absolute Minimum zu reduzieren. In „Steppenbrand“ bin ich sogar ein Stück weitergegangen, indem ich den Khon eine Sprache mitgegeben habe, die in der Grundform nicht zwischen Männern und Frauen unterscheidet. Damit spiegelt die Sprache sehr genau die Weltsicht dieses Volks. Trotzdem glaube ich nicht, dass irgendein Leser oder eine Leserin auf die Idee kommen wird, sie als ideologisch weichgespült zu empfinden.

Daher ist meine Position zu dem Thema ganz eindeutig: Mehr Mut zum Experiment. Sprache ändert sich sowieso. Warum nicht daran teilhaben und sie mitgestalten?


*Gendern finde ich übrigens auch ein ganz schreckliches Wort, weshalb ich es normalerweise vermeide.

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31 Kommentare zu „Das Schreckgespenst gegenderter Sprache

  1. Hat dies auf Nekos Geschichtenkörbchen rebloggt und kommentierte:
    Naja… Gender ist aber dann dich oft mal eine Vergewaltigung der deutsche Sprache. Mehrzahlen sind per Se Geschlechtsneutral, also kein Grund zu Gender, weil automatische beide Geschlechter einbezogen sind.
    Beispiel: Der Autor, die Autorin, die Autoren.
    Einzahlen Geschlechtsspezifisch zu benutzen finde ich völlig in Ordnung, aber Pfoten weg von den Mehrzahlen, liebe Leser!

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    1. Die Mehrzahl ist automatisch geschlechtsneutral? Seit wann das? Das von dir gebrachte Beispiel ist jedenfalls falsch. Die Mehrzahl von Autor ist Autoren. Die Mehrzahl von Autorin Autorinnen. Das heißt, eine Autorenvereinigung ist von der Aussage her ein Männerbund. Genau deshalb hat sich der Verband der Schriftsteller in Deutschland umbenannt in Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (beim Schriftsteller sind Singular und Plural gleich).

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      1. Interessant, dann muss es in Zukunft also auch Menschen und Menschinnen heißen?
        In Mehrzahlen wird normalerweise kein Bezug auf das Geschlecht genommen. Aus einem simplen Grund: es macht keinen Sinn. Ein Rudel Katzen beinhaltet sowohl Männchen als auch Weibchen.
        Wenn man mit der Mehrzahl nicht explizit nur ein Geschlecht ansprechen will, ist damit sowohl als auch gemeint. Oder habt Ihr in der deutschen Sprache gelernt, dass es für jedes Plural zwei Varianten gibt?
        Nochmal: der Autor, die Autorin, mehrere Autoren. Autorinnen dagegen wären nur mehrere weibliche Autoren.
        Aber bitte, jeder / jede wie er / sie will.

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      2. Liebe Neko,
        ich hatte gerade angesetzt, dir einen Vortrag über Grammatik zu halten, aber als Autorin solltest du es eigentlich besser wissen und nicht brauchen. Belassen wir es daher bei deinem Schlusssatz.

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    2. Also ich finde das Gendern großartig. Leider ist den Autoren oder Autorinnen bereits am Beginn dieses Blog-Beitrags ein Fehler unterlaufen. Anstatt: „Gendern? hat die Autorenwelt in einem Artikel …“ sollte es heißen: „Gendern? hat die Autorinnen und Autorenwelt in einem Artikel …“ Haben etwa nur Autoren …? NEIN! Da waren auch Frauen mit am Werk. Aber gehen wir doch das Ganze logischer an, um auch den männlich-sexistischen Kritikern gerecht zu werden. Lassen wir die Genitalien ganz aus dem Spiel und führen sächliche Bezeichnungen ein. Das Deutsche hat den wunderschönen Artikel „DAS“. Damit wird aus dem Bundeskanzler, der Bundeskanzlerin „das Bundeskanzel“, der Schüler und die Schülerin wird zu „das Schül“. Der Kollege und die Kollegin sind das Kolleg. Einige Wurmfortsätze der Sprache werden nicht zu vermeiden sein. So wird Autor und Autorin zu „das Autor“. Das Auto wäre zwar eine sprachlogische Entscheidung, würde aber zu fatalen Verwechslungen führen.
      Gehen wir entschlossen den Weg des Gendern weiter. Wir werden es schaffen, unserer Sprache neue Qualitäten hinzuzufügen und ihre sexistischen Wurzeln mit Stumpf und Stil ausrotten. Mut, liebe Mitautors! 😉

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      1. Wenigstens da herrscht Einsicht. Eine Verdoppelung der Endbuchstaben könnte Abhilfe für sich über das Geschlecht definierende Menschen schaffen. Ein Richter wäre dann neutral, ein Richterr männlich und eine Richterin weiblich.

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  2. Wenn diese Theorie stimmt, müsste es demnach „Leser- und Leserinnenbriefe“ heißen. Und diejenigen, die solche verfassen, wären „Leser- und Leserinnenbriefschreiber und -schreiberinnen“.

    Oder?

    Und was sind „Deutsche“? Männer oder Frauen? Oder beides?

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  3. Deine Umkehrschlüsse sind übrigens logisch nicht korrekt. Aus „A verursacht B“ folgt NICHT „Weglassen von A verhindert B“.

    Wenn „Rauchen verursacht Krebs“ stimmt, stimmt die Aussage „Wer nicht raucht, kriegt auch keinen Krebs“ trotzdem nicht: Man kann Krebs auch auf andere Weise kriegen.

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  4. Danke für den Artikel. Mich ärgern diese Diskussionen zwischen „generischem Geschlecht“ Anhängern und „Sternchen“-Fans ziemlich. Weil sie nur noch entweder oder kennen. Und das generische Geschlecht leuchtet mir sowenig ein, wie die Sternchen.
    „Gendern macht die Sprache formelhaft und hässlich“ ist natürlich ein Glaubenssatz. Ich kann höchstens sagen: Die bisherigen Vorschläge zum Gendern machen Sprache formelhaft und hässlich. Ob und wann es welche geben wird, die einfach sind, die man auch in mündlicher Rede verwenden kann und die nicht nach Beamtendeutsch klingen, das wissen wir alle nicht.
    Und der Umkehrschluss: Wenn Gendern Sprache formelhaft und hässlich macht, dann macht Nicht-Gendern sie elegant, ist eben ein Umkehrschluss und stimmt wie viele Umkehrschlüsse nicht. Auch wenn das Fans des Nichtgenders gerne hätten.

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  5. Ich finde, Hans Peter Roentgen trifft’s ziemlich gut: Wie so oft ist das Problem die Verhärtung der Fronten: Jeder und jede missioniert und will nur die eigene Wahrheit als Wahrheit anerkennen. Ich plädiere da für mehr Lockerhit. Natürlich bin auch ich oft zu faul, über „Leserinnen und Leser“ zu schreiben und belasse es bei einem „die Leser“. Natürlich mag ich das Binnen-I nicht sonderlich und nutze es nur unregelmäßig. Auch das „man“ rutscht mir immer wieder durch die Schreibfinger, mal bewusst, mal nicht. Wir werden einfach ausprobieren müssen, was klingt, werden experimentieren, was alltäglich machbar ist. Vielleicht wird sich der (in meinen Ohren lächerliche) Vorschlag der Grünen, aus „Fußgängern“ ein „Fußgehende“ zu machen ja durchsetzen und in 100 Jahren selbstverständlich sein. Verbittert streiten muss „man“ sich deshalb aber nicht …

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    1. Ich stimme dir zu, dass das Hauptproblem in dieser „alles-oder-gar-nichts-Haltung“ liegt. Das führt oft dazu, dass jede Seite ihre einmal für richtig befundene Lösung wie den heiligen Gral verteidigt. Das bindet kreative Energie und versperrt oft den Blick für andere Lösungen.
      Denn natürlich ist es nicht leicht, die zu finden. Unser Sprachgefühl wird von dem bestimmt, was wir seit der Geburt hören (manche Studien behaupten sogar, diese Prägung beginne bereits im Mutterleib). Was falsch und richtig ist, wird damit tief im Unterbewusstsein verankert, das von Natur aus konservativ ist und sich gegen jede Veränderung sperrt. Deshalb stoßen mir Worte wie „Fußgehende“, „Forschende“ oder „Studierende“ ebenfalls auf – obwohl die „Fahrenden“ ein fester Begriff sind (auch wenn er sich nicht auf die Art der Fortbewegung sondern die Lebensweise bezieht). Offensichtlich ist diese Art der Wortbildung also durchaus geeignet, sich harmonisch in den „normalen“ Sprachgebrauch einzufügen. Allenfalls dauert es etwas.
      Manchmal sind die Alternativen aber auch banal. So lässt sich aus:
      „Einer Gruppe von Forschern gelang die Entdeckung …“
      nicht nur machen:
      – „Forschenden gelang die Entdeckung …“,
      – „Einer Gruppe von ForscherInnen gelang die Entdeckung …“,
      – „Einer Gruppe von Forscherinnen und Forschern gelang die Entdeckung …“,
      sondern ganz zwanglos auch:
      „Einer Forschungsgruppe/einem Forschungsteam gelang die Entdeckung …“
      Damit ist vollkommen offen, ob sich dieses Team bzw. die Gruppe aus Männern, Frauen, Hermaphroditen oder geschlechtslosen Aliens zusammensetzt.
      Solche Lösungen zu finden, ist trotzdem aufwändig, weil sie meist außerhalb der eingeprägten Denkschemata liegen. Deshalb gestatte auch ich mir immer wieder „faul“ zu sein und einen Artikel im generischen Maskulinum oder Femininum zu schreiben, hässliche Binnen-Is oder andere leicht dubiose Lösungen zu verwenden. Denn, auch da stimme ich dir vollkommen zu: Verbittert streiten muss „man“ sich deshalb nicht. Verbittern schon gar nicht. ^^

      P.S.: Dieser Kommentar ist übrigens gegendert. 😉

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  6. Zitat: „Merkt ihr was? Dröselt man die Einwände gegen die Verwendung einer gegenderten Sprache auf und wendet sie ins Positive, also in Forderungen für eine ungegenderte Sprache, stellen sie sich als mindestens genauso ideologisch und propagandistisch dar, wie die Gegenposition.“ Zitat Ende.

    Diese Aussage ist so nicht richtig. Richtig ist: Sprache verändert sich – innerhalb des Gebrauchs der breiten Bevölkerung. Das generische Maskulinum hat sich über Jahrhunderte in der deutschen Sprache ausgebildet und sich durchaus bewährt. Die gegenderte Sprache hingegen wird politisch-ideologisch in die Sprache „von oben“ hineingedrückt. Das ist etwas ganz anderes und tatsächlich grundsätzlich abzulehnen, weil dass schon immer das stilistische Mittel von antifreiheitlichen Ideologien war, um Menschen vorzuschreiben, was sie denken dürfen und was nicht. Und inkonsequent außerdem, denn wenn man es schon „geschlechtergerecht“ machen will, bräuchte man beispielsweise für die Reihenfolge der Begriffe ein neutrales Kriterium. Das kann nur das Alphabet sein (es sei denn man ist so feministisch-ideologisch verbohrt, das Alphabet als „frauenfeindlich“ zu bezeichnen). In diesem Fall würde es zwar „Damen und Herren“, „Frauen und Männer“, aber eben auch „Jungen und Mädchen“ oder „irgendwas und irgendwas-innen“ heißen. Wird aber nicht gemacht, weil es nicht um Gerechtigkeit geht, sondern um Macht und ideologische Deutungshoheit. Und genau deshalb lehne ich diese gegenderte Sprache konsequent ab.

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    1. Hallo Jana,
      es ist zum Glück jeder selbst überlassen, ob sie Frauen für wichtig genug erachtet, erwähnt zu werden, weil die von dir postulierten Denk- und Schreibverbote in unserer Zeit eben nicht gelten. Ebenso wenig gibt es eine Sprachpolizei die auf die Einhaltung von Sprachregularien achtet (abseits der Schulen versteht sich, wo im Deutschunterricht ganz selbstverständlich auf Rechtschreibung und Grammatik geachtet wird). Du bist genauso frei, weiterhin im generischen Maskulinum zu schreiben, wie du frei bist, die alte Rechtschreibung zu benutzen, gegen die übrigens genau die gleichen Einwände erhoben wurden. Auch da war das wesentliche „Argument“ sie verhunze die Sprache und werde „von oben hineingedrückt“ und auch da gab es wilde Ablehnung und Verweigerung dessen, was wir heute ganz selbstverständlich benutzen.

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      1. >>Ebenso wenig gibt es eine Sprachpolizei die auf die Einhaltung von Sprachregularien achtet

        Stimmt so nicht. In Behörden gibt es Sprachfestlegungen und im universitären Bereich muss man mit Punktabzug wegen „Formfehler“ rechnen, wenn man sich dieser Sprachdiktatur nicht beugt. insofern gibt es die von dir geleugneten Denk- und Schreibverbote durchaus und genau das ist eines der Zeichen für eine antifreiheitliche Ideologie.

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      2. Amtssprache ist nun mal Amtsdeutsch. Es gibt Vorgaben für Gesetze, Verordnungen, Verwaltungsakte. Wie du als Bürgerin darauf antwortest, steht dir frei.
        Genauso ist mir aus dem Universitätsbetrieb bisher kein Fall bekannt, wo gefordert wurde, Klausuren oder Hausarbeiten zu gendern – es sei denn, natürlich, es handle sich um Entwürfe von Verwaltungsakten im Rahmen eines Studiums der Rechtswissenschaften. Wenn ich mich da irre, wäre ich für Beispiele und Belege dankbar. Bis dahin erachte ich deine Einwände als haltlos und die Behauptung einer dahinterstehenden „antifreiheitlichen Ideologie“ als unsinnig.

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  7. In der Verwandtschaft hatten wir genau so einen Fall. Da ich es auch erst nicht glauben wollte, habe ich mir die Hausarbeit zeigen lassen. Und ja es stimmte tatsächlich. Allerdings werde ich jetzt hier Name und Adresse nicht veröffentlichen. Es war übrigens keine juristische Arbeit.

    Diese Salamitaktik geht weiter und was diese Genderleute unter Gleichberechtigung verstehen und wie sie zukünftig die Sprache verändern wollen, wurde hier mal auseinander genommen: https://manndat.de/feministische-mythen/feministisches-sprachhandeln-als-genderpolitische-nebelkerzen.html
    Zwei entscheidende Dinge davon gibt es im Rahmen Ihres Artikels dazu zu bemerken: Genau die Leute, die das generische Maskulinum als diskriminierend brandmarken, empfinden das generische Femininum als „Gleichberechtigung“. Falls Sie das als Spinnerei abtun, sehen Sie sich mal Texte von sehr weit links stehenden Leuten an, beispielsweise auf linksunten.indymedia.org oder auch bei den Grünen, teilweise auch der SPD, der ich immer nahe stand. Doch damit nicht genug. Im Namen dieser Genderideologie und einer Pseudogleichberechtigung wird massiv Recht gebrochen, sei es die Legalisierung der Jungenbeschneidung oder das hier: http://www.rundschau-online.de/politik/frauenquote-in-nrw-maennliche-beamte-unter-druck-gesetzt-25689662

    Können Sie sich vorstellen, dass mehrere unterschiedliche Gerichte ein Gesetz zum Nachteil von Frauen als rechtswidrig eingestuft hätten und eine Landesregierung dennoch nicht nur daran festhält, sondern dieses Gesetz – solange es noch besteht – mit Hochdruck nutzt, um rechtswidrige Handlungen durchzuführen? Und was wäre wohl los, wenn man Frauen nötigen wollte, gegen Diskriminierung zu klagen? Da wäre zu Recht die Hölle los. Hier aber ist großes Schweigen im Wald und das zeigt, wie sehr sich die Gesellschaft schon an Unrecht gewöhnt hat, solange es eine bestimmte Bevölkerungsgruppe trifft. Natürlich alles im Namen der „Gleichberechtigung“. Es muss ja ehrenwert klingen. Das finde ich mehr als bedenklich.

    Was das mit dem Thema zu tun hat? Die personelle/ ideologische Überschneidung zwischen beiden Personengruppen nahezu 100%. Für sie dient die „Gleichberechtigung in der Sprache“ nur als Türöffner für viel weitreichendere Veränderungen der Gesellschaft und des Rechtsstaates, die bis in die Privatsphäre der Menschen reicht und Diskriminierung als gerechtfertigt ansieht, solange sie eine bestimmte Bevölkerungsgruppe trifft. Und exakt diese Personengruppen haben auch eine Symbiose mit den Gender Studies, deren „wissenschaftliche“ Herangehensweise sehr schön in dieser Dokumentation aus Norwegen gezeigt wird: https://www.youtube.com/watch?v=3OfoZR8aZt4

    Oder sehen Sie in die Türkei. Dort hat Erdogan durch die grenzwertige Nutzung von Recht und Verfassung das Land schon über viele Jahre hinweg Schritt-für-Schritt von einer Demokratie in ein totalitäres System verwandelt. Die Abstimmung über die „Verfassungsreform“ war nur der letzte Baustein.

    Da ich mich schon länger mit totalitären Systemen beschäftige, sage ich Ihnen auch mal noch etwas anderes, was die wenigsten wissen, was aber die Problematik sehr schön illustriert, die von der scheibchenweisen Rechtsdehnung ausgeht: Die ganzen Sauereien, die das braune Gesindel im dritten Reich angestellt hat, fanden im Rahmen der Weimarer Verfassung statt – es gab im dritten Reich nicht eine einzige Verfassungsänderung.

    Ich könnte Ihnen jetzt noch zahlreiche Belege für den antifreiheitlichen Charakter der Genderideologie liefern (antifreiheitlich nicht faschistisch – sage ich extra noch mal dazu, um Missverständnisse auszuschließen), aber das bringt nichts, denn niemand ist blinder als der, der nicht sehen will. Aber das kennen wir ja schon: Hinterher hat wieder niemand etwas gewusst.

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    1. Das ist keine Antwort auf Frage nach Belegen. Also entweder antworten Sie und nennen Beweise, wie gendern Sie eingeschränkt hat oder lassen es. Aber schmeißen Sie keine Nebelkerzen, und unterlassen Sie bitte auch diese Hohlphrasen über irgendwas nominoses, was „einer Bekannten mal passiert ist“, verquirlt mit irgendwas, was irgendwelche bösen Linken angeblich tun.
      Das beleidigt sowohl meine Intelligenz als auch die meiner Leser.

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      1. Da Sie mir offensichtlich nicht glauben, hier noch ein Link zu einem Artikel, in dem Hochschulen aufgelistet sind, die diesen Punktabzug – vermutlich rechtswidrig – androhen bzw durchführen. Die Hochschule meines Verwandten ist übrigens da mit aufgeführt.

        https://www.heise.de/tp/features/Lehrkraft-darf-Studenten-nicht-zum-Gendern-zwingen-3373930.html

        Und hier noch ein weiterer Beleg für die antifreiheitliche Ausrichtung der Genderideologie:

        http://www.streitbar.eu/aufsatz_schulze.html#sdfootnote5anc

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      2. Richtig, ich glaube Ihnen nicht.
        Erst haben Sie behauptet, Ihnen würden bei ungegenderten Arbeiten Punkte abgezogen. Dann war angeblich eine Verwandte betroffen, nicht mehr Sie selber. Und als Beleg präsentieren Sie einen zwei Jahre alten Artikel auf Heise online, in dem eindeutig steht, dass derartige Punktabzüge unzulässig sind.
        Insofern glaube ich auch die Behauptung nicht, die Universität Ihrer Verwandten sei dort erwähnt. Ich glaube vielmehr, dass weder Sie, noch irgendwer aus Ihrem Umfeld derartige Erfahrungen gemacht haben, sondern dass Sie lediglich Dinge kolportieren, die Sie irgendwo in den sozialen Medien aufgeschnappt haben.
        Außerdem bin ich nach Ihren Ausführungen um so mehr der Überzeugung, dass das reflexhafte (und im Selbstverständnis ideologiefreie) Gezeter über die „antifreiheitliche Genderideologie“ allein darauf beruht, dass für die so Handelnden „frei“ nur ein Synonym ist für: „entspricht meiner Meinung“.

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      3. Liebe Jana, als dritte Studierende noch eine Ergänzung dazu, unabhängig davon, was nun an ihren Kommentaren dran ist und was nicht: Es stand und steht Professoren immer frei, Punkte abzuziehen für nicht eingehaltene Formalia.

        Wenn ein Professor die Arbeit gegendert haben möchte, ist dies genauso einzuhalten wie wenn er verlangt: Schriftgröße 12, Arial, so und so viele Seiten, etc. Klar kann sich dagegen auflehnen (z.B. wenn man die Schriftgröße Arial unerträglich findet), aber sich dann über einen Punkteabzug wundern ist nicht.

        Dahingehend werde ich nie verstehen, warum sich manche Leute beschweren, dass manche Unis das Gendern in Arbeiten verlangen. Handelt es sich dabei dann doch um Formalia. Wer meint, da zu einer Ideologie „gezwungen“ zu werden, übertreibt da echt gewaltig.

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