[Selfpublishing] Cover selbst gestalten?

Bücher brauchen ein Cover. So viel ist jedem klar, auch wenn man sich als Leser nicht unbedingt mit der Gestaltung auseinandersetzt, sondern höchstens feststellt „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“. Für Selfpublisher geht es aber um mehr und die meisten von uns sind sich dessen auch sehr bewusst. Die Zeiten, in denen das Cover aus wenig mehr als Name und Titel in irgendeiner Schrift bestand, sind vorbei. Solche Bücher sind mir in letzter Zeit jedenfalls nicht mehr untergekommen.

Insgesamt ist festzustellen, dass sich selbst publizierte Bücher äußerlich kaum noch von Verlagsprodukten unterscheiden.
Allerdings wird angehenden Selfpublishern teilweise immer noch suggeriert, es reiche aus, mit einem einfachen Bildbearbeitungsprogramm ein Stockphoto und eine (hübsche) Schrift zu kombinieren. Das Ergebnis sind dann genau die Cover, denen man auf den ersten Blick ihre Unprofessionalität ansieht, weil die Schrift nicht zum Genre passt, die Motive oder die Ausschnitte schlecht gewählt sind oder, oder, oder.

Wohlgemerkt: Ich sage nicht, dass man seine Cover nicht selber machen kann oder nicht selber machen sollte. Für diejenigen, die Spaß an Bildbearbeitung haben, lohnt es durchaus. Aber man muss sich von der Idee zu verabschieden, es gäbe eine einfache, schnelle Lösung. Ein selbst gemachtes Cover ist nie umsonst. Es kostet vielleicht kein Geld, aber Zeit. Viel Zeit.
Das beginnt schon damit, dass man sich leistungsfähiges Grafikprogramm besorgen und sich mit der Handhabung vertraut machen muss. Es kommt auch Zeit für die Recherche und die Konzeption dazu: Welche Trends gibt es bei Covern? Welches Design ist in dem Genre, in dem ich schreibe, gerade besonders angesagt? Dazu lohnt ein Besuch von Buchhandlungen, in denen das eigene Genre gut vertreten ist. Dabei sollte man sich auch bewusst machen, welche Bücher einen selber ansprechen bzw. welche nicht und was die Ursachen sind. Die nächste Frage ist: Will ich auf diesen Trend aufspringen oder hebe ich mich bewusst davon ab? Wie?
Dann gilt es, sich darüber Gedanken zu machen, was das eigene Buch auszeichnet. Was ist die Kernaussage? Welche Stimmung will man auf dem Cover vermitteln? Durch welche Gestaltungselemente lässt sie sich erzielen? Man braucht Zeit, Bilder- und Fontdatenbanken zu durchsuchen, um die passenden Gestaltungselemente zu finden. Und schließlich braucht man Zeit, das alles zu verbinden und zu bearbeiten. Selbst für meine, bewusst minimalistisch gehaltenen Cover brauche ich mindestens zwei bis drei Tage, wenn ich mit dem ersten Entwurf auf Anhieb zufrieden bin. Es ist aber auch schon passiert, dass ich mir nach mehreren Tagen eingestehen musste, ein das Konzept nicht umsetzen zu können und deshalb noch einmal ganz von vorne beginnen musste.

Wen das nicht abschreckt, findet auf „Vom Schreiben leben“ einen schon etwas älteren, aber immer noch aktuellen Artikel über Aufbau und Gestaltung von Covern. „Was liest du“ gibt gute eine Übersicht der Covertrends von 2016 in verschiedenen Genres und auf bestseller-romane.de kannst du in einem Experteninterview nachlesen, was die Profis über das Thema denken.

 

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3 Kommentare zu „[Selfpublishing] Cover selbst gestalten?

      1. Das denke ich ganz und gar nicht. Ich hab oft bei dem einen oder anderen Cover aus dem Selfpublishing-Bereich das Gefühl, dass derjenige oder diejenige sich einen solchen Text wie deinen etwas mehr Herzen hätten nehmen sollen..

        Gefällt 1 Person

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