realistische Vampire (3) – die Ernährungsfrage

Sensible Menschen sollten diesen Beitrag vielleicht nicht lesen. Hier fallen einige Reizworte und ich möchte nicht, dass am Ende jemand klagt, dieser Artikel sei verstörend.

Wenn es um Ernährung geht, bin ich altmodisch. Im realen Leben, wie bei meinen Vampiren. Egal, ob gerade Low Carb, Paläo, mediterran oder vegan angesagt ist, ich mag Pasta und ich mag Braten, mein Gemüse ist gerne in Butter geschwenkt und auf den Apfelkuchen gehört ein Klacks Schlagsahne. So!
Und genauso wenig, wie es mir etwas ausmacht, etwas zu verspeisen, was mal Teil eines putzigen Lämmchens (oder meinetwegen auch eines Huhns, einer Färse oder eines Pferds gewesen ist), genauso wenig zieren sich meine Vampire, wenn es um ihr Hauptnahrungsmittel geht: menschliches Blut. Sicher, in der Not frisst der Teufel bekanntlich Fliegen und so würden sie notfalls auch einen Hund, eine Katze, eine Ratte oder wenn es sich denn gar nicht anders vermeiden lässt, auch ein paar Beutel Blutplasma anritzen. Aber in erster Linie wollen sie es vom Menschen. Frisch, körperwarm und möglichst ohne Zusätze, wobei es auch den einen oder anderen Vampir geben mag, der sich auf diese Art den besonderen Kick holt. Ich gieße auch gerne einen Schuss Wein an die Bolognese.

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Foto: StelaDi via pixabay

Meine Vampire unterliegen keinerlei moralischen Skrupeln, was ihre Ernährung betrifft. Das bedeutet nicht, dass sie zu reißenden Bestien mutieren (dazu gleich mehr) aber wenn sie Hunger haben, bedienen sie sich. So, wie wir uns das appetitlichste Teilchen aus der Kuchentheke holen oder das saftigste Stück Fleisch vom Buffet nehmen, suchen sie sich ihre Beute. Genau das sind Menschen für sie nämlich: Beute.

Allerdings sind Vampire im biologischen Sinn eher Parasiten als Raubtiere. Anders als letztere töten sie ihre Beute nicht. Die Beschreibungen von Blutorgien finde ich ebenso unglaubwürdig, wie die Behauptung, ein Vampir könne einen Menschen vollständig aussaugen.
Der menschliche Körper enthält 5 – 7 l Blut. Der menschliche Magen hat aber nur ein Fassungsvermögen von ca. 1,5 l und es gibt keinen Grund, warum sich das bei der Verwandlung in einen Vampir ändern sollte. Das Leertrinken eines Menschen ist daher schon rein physiologisch ausgeschlossen. Dazu kommt noch, dass sich das Sättigungsgefühl einstellt, lange bevor der Magen prall gefüllt ist. Um diese Feststellung zu machen, reicht ein Selbstversuch mit Suppe.
Wie jede/r Blutspender/in bestätigen wird, lässt die Benommenheit nach dem Verlust von einem halben oder einem ganzen Liter Blut nach einem Kaffee, etwas zu essen und einer halben Stunde Ruhe deutlich nach. Diese halbe Stunde gibt dem Vampir allerdings auch genug Zeit, zu verschwinden.

Im Zusammenhang mit der Ernährung gibt es nur ein Problem, das ich für mich immer noch nicht befriedigend gelöst habe: das Gebiss oder besser gesagt, die Zähne. Warum das ein Problem ist, erzähle ich nächste Woche.


Für alle, die neu eingestiegen sind, oder aus anderen Gründen einen der älteren Beiträge noch einmal lesen möchten, habe ich sie hier noch einmal verlinkt:
Teil 1: Wie wird man eigentlich Vampir?
Teil 2: Was macht (meine) Vampire aus?

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2 Kommentare zu „realistische Vampire (3) – die Ernährungsfrage

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