Kann man überhaupt noch über Vampire schreiben?

Der Hype um Vampire scheint abgeklungen. Inzwischen scheint auch so ziemlich alles über sie gesagt, wenn auch vielleicht noch nicht von jedem. Aber inzwischen scheint es ein Übereinkommen zu geben, dass Vampire Sexgötter mit Sado-Maso-Tendenzen sind. Und wer nicht immer neue Variationen über den Kampf zwischen Blutdurst und wahrer Liebe lesen will, ist längst weitergewandert zu anderen Geschöpfen und Geschichten.

Warum nun also ausgerechnet eine Vampirgeschichte für den Codex Aureus?

Die Antwort ist simpel: Weil sich seit der Clue Writing Challenge eine Vampirdame in meinem Hirn eingenistet hat, die darauf besteht, dass ihre Geschichte erzählt werden soll. Vorher wird sie nicht ausziehen. Aber ihre Geschichte ist es wert ist erzählt zu werden, weil sie weit ab vom Klischee ist.

Deshalb muss ich riskieren, die Einen nicht zu gewinnen, weil das Thema Vampire so ausgelutscht wirkt und diejenigen vor Kopf zu stoßen, die sich zum Lesen verführen lassen, weil sie nicht finden, was sie suchen.

Ich bin gespannt.

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11 Kommentare zu „Kann man überhaupt noch über Vampire schreiben?

  1. Ich schreibe seit 2004 über Vampire. Und während ich anfangs glücklich über den Hype war… naja, als ich gesehen habe, was genau der Hype für Bücher hervorgebracht hat, war ich enttäuscht.
    Jahrelang konnte ich nicht „Ich schreibe über Vampire“ sagen, ohne „Ah ja? Wie bei Twilight?“ zu hören zu bekommen.
    Dass der Hype eher vorbei ist, sehe ich darum gerade als Chance. Es wird nicht mehr von JEDEM über Vampire geschrieben. Man wird nicht mehr automatisch in einen bestimmten Topf geworfen, wenn man von Vampiren anfängt.
    Wann also sollten wir über Vampire schreiben, wenn nicht jetzt, Schwester? 🙂

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  2. In der Tat gingen mir die ganzen Bücher um die Vampire so dermaßen auf die Nerven, dass ich mich eine zeitlang regelrecht geweigert habe, auch nur ein einziges Buch in die Hand zu nehmen. Dabei bin ich noch nicht einmal DIE Vampirbuchleserin.

    Zumal viele Verlage sich eine zeitlang geweigert haben, Vampircharaktere in ihren Manuskripten zu veröffentlichen (hatte da einiges gelesen).

    Zwischenzeitlich geht der Hype ja schon wieder und ich könnte durchaus zu einem entsprechenden Buch greifen. Wobei, wie Du richtig geschrieben hast, immer noch ein gewisses Klischee rund um die Beißerchen herrscht.

    Solltest Du also eine andere Geschichte schreiben, also mit einer anderen Grundidee, ich wäre sofort dabei. Eben wegen der Abwechslung 🙂

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    1. Zur Grundidee werde ich noch das Eine oder andere schreiben, bevor die Geschichte rauskommt. Aber so viel kann ich schon mal verraten: Bei mir gibt es keine „Vampirfürsten“. Das Sozialverhalten meiner Vampire ähnelt eher eher dem von Katzen. ^^

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  3. Ah, der alte Konflikt zwischen dem, was man schreiben will und schreiben zu sollen glaubt (ok, nicht grammatikalisch korrekt, aber hoffentlich verständlich).
    Bei mir ist es zwar ein anderes Thema (mehr Sex oder mehr Geschichte drum herum – die einen wollen dies, die anderen jenes), aber letztlich ein ähnlicher Konflikt. Schreibe ich, was die einen wollen oder schreibe ich, was ich schreiben will? Was, wenn ich keine Leser finde?
    Ich merke immer, wenn ich versuche, „kommerziell“ zu schreiben, weil es dann irgendwann hängenbleibt, meine Finger sich weigern, oder mein Hirn oder aber doch mein Herz.
    Also weg damit! Schreib, was in dir ist und raus will!

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  4. Ich habe zwar noch letzten Monat sinngemäß geschrieben, dass Vampire keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken, aber ich glaube, langsam wandelt sich das wieder.

    Zum einen mag das eine Sache des persönlichen Geschmacks sein – nachdem ich eine Weile keine Vampire mehr sehen oder lesen wollte, habe ich mir im Dezember „Only Lovers Left Alive“ und „Byzantium“ angesehen. Zwei tolle Filme, die das Potenzial des Genres auch in der Zeit nach Twilight aufzeigen.

    Zum anderen – es gibt sie, die treuen Vampirleser. Sie waren eine Zeitlang übersättigt, aber langsam bekommen sie wieder Hunger, so zumindest mein Eindruck. Ich habe oft Verkaufsstände auf Conventions und frage die Leute dort, welche Art von Fantasy sie bevorzugen. Im letzten Jahr kam wieder häufiger die Antwort „Vampire und Werwölfe“. Nun, irgendwer muss die ganzen Bücher ja auch kaufen. Ich merke es auch an den Verkaufszahlen meines Erstlings „Vor meiner Ewigkeit“ von 2013, der als Vampirroman beworben wurde. 2015 hat er sich sehr schlecht verkauft – da war das Thema einfach durch. Im letzten Jahr sind die Verkäufe wieder gestiegen. Das führe ich neben anderem auch darauf zurück, dass bei Vampiren nicht mehr direkt die Flucht ergriffen wird.

    Letztlich ist es wie bei vielen Themen. Klar braucht die Welt z. B. nicht unbedingt den 1000. Liebesroman, aber erstens hat das Genre Leser und zweitens – wenn man ihm noch originelle impulse entlocken kann, raus damit! Also, wenn du über Vampire schreiben willst, viel Erfolg damit und hau raus 😉

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  5. Ehrlich gesagt, war ich von dem Vampir-Hype auch recht enttäuscht. Aber das heißt nicht, dass man nicht weiter über Vampire schreiben kann. Ich denke, wenn eine Geschichte so penetrant gegen die Schädeldecke klopft, dann muss sie einfach raus.
    Ob es dabei nun um eine Vampirin geht oder nicht, das ist doch in dem Moment nicht relevant. Finde ich zumindest.
    Also schreib weiter. Es ist, was dich bewegt, und damit machst du alles richtig. 😉

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