[Selfpublishing] juristische Fallstricke

Wegen gesundheitlicher Probleme bin ich leider nicht dazu gekommen, den für heute geplanten Artikel fertig zu schreiben. Aber ich habe auf LitLounge.tv ein sehr interessantes Interview mit Rainer Dresen, dem Justiziar von Random House gefunden, das ich gerne teilen möchte.

Ich habe Rainer Dresen auf der Frankfurter Buchmesse live erlebt. Er spricht sehr flüssig und hat bei allem Fachwissen eine sehr klare, unjuristische Art, sich auszudrücken, was das Zuhören sehr angenehm macht.

Im Interview geht es u. a. um Fragen des Urheberrechts, Titelschutz, Plagiate, Buchcover – lauter Dinge, die für Selfpublisher hochinteressant sind. Unbedingt ansehen!
Hier geht’s zum Interview: https://www.litlounge.tv/webinar/rechtstipps-fuer-self-publisher-stellen-sie-ihre-fragen-einem-rechtsexperten

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[Rezension] Schatten vom M. D. Grand

Ausnahmsweise beginne ich eine Rezension mit dem Cover, weil mich das Cover von Schatten schon beim ersten Sehen ansprang. Vollkommen abstrakt mit einem beschränkten Farbspektrum (schwarz, weiß, dunkelrot) – und trotzdem DER HAMMER!
Allerdings hat mich dieses Hammercover in Verbindung mit dem Autorennamen erst mal auf eine vollkommen falsche Fährte gesetzt. Für mich suggestierte beides Science Fiction, eventuell auch einen Wissenschaftsthriller. Beides sind Genres, die ich gerne lese, auf die ich aber zu der Zeit keine Lust hatte.

Deshalb kam „Schatten“ zunächst nur auf den virtuellen Stapel der vorgemerkten Bücher. Vielleicht hätte ich es dort vergessen, wenn nicht einige BartBroAuthors geschwärmt hätten, wie toll es sei. Also habe ich es gekauft und das war auch gut so.

Entgegen meiner ersten Annahme ist Schatten nämlich weder Science Fiction, noch ein Thriller, sondern solide High Fantasy. Darüber hinaus überrascht die Geschichte mit einer ungewöhnlichen Perspektive. Ceryan, der Protagonist ist nämlich das böse Minion des noch böseren Oberschurken – wenn auch nicht ganz freiwillig. Aber der Eid, durch den König Zenox ihn in seine Dienste gezwungen hat, verhindert jede offene Auflehnung.
Das lässt einen schnell wünschen, Ceryan, der auch sonst überraschend differenziert dargestellt wird, möge es schaffen, sich irgendwie zu befreien. Zumal es den Untergang der letzten freien Völker bedeuten würde, wenn es Ceryan seinen Auftrag ausführt und König Zenox den Stein von Kairoan beschafft.

Auch sonst bietet die Geschichte einen angenehmen Mix aus bekannten Fantasy-Elementen und überraschenden Wendungen. Sprachlichen fielen ein paar Unsicherheiten auf, die aber dem Lesevergnügen insgesamt keinen Abbruch taten.

Insgesamt daher eine Leseempfehlung.


Schatten von M. D. Grand ist erschienen bei Amazon und als Taschenbuch und eBook erhältlich.

Die Luziden – mein Beitrag zu #my2017 auf sweek

Ich habe es getan. Ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe für den Geschichtenwettbewerb auf Sweek eine Young-Adult-Paranormal-Fantasy geschrieben. Herausgekommen ist eine abgeschlossene Kurzgeschichte, die aber durchaus Potential als Startsequenz für einen Roman hätte.

die-luziden

Die Geschichte trägt den Titel Die Luziden.

Kurzbeschreibung: Seit dem Tod ihrer Eltern lebt Nele in einer Einrichtung für betreutes Wohnen. Für ihre Mitbewohnerinnen ist sie die Irre, die Stimmen hört und Dinge sieht, die nicht da sind.
Aber die Krähe, die in der Silvesternacht in Neles Zimmer flattert und sich in einen Mann verwandelt, ist real. Auch, wenn das, was er erzählt, unglaublich klingt.
Leider hat die Zeit nicht gereicht, noch ein richtig gutes Cover zu basteln. Und leider lässt sich der hier verwendete Screenshot auch nicht vergrößern.

Wie aus der Kurzbeschreibung zu erahnen, gibt es neben Nele, der obligatorischen Heroine (von der ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich noch nicht mal weiß, ob sie nun blond oder brünett ist und welche Augenfarbe sie hat), bereits jetzt einen potentiellen Love-Interest (schwarzhaarig und ganz in schwarzes Leder gekleidet, wenn er nicht gerade als Krähe durch die Gegend fliegt). Außerdem kommt ein Drache vor und es gibt das Versprechen auf Feen und Einhörner.

Da #my2017 ein Publikumspreis ist, würde ich mich über viele Aufrufe und hochgestreckte Daumen freuen.
Zum Lesen ist eine Anmeldung notwendig, die aber keine Kosten verursacht.

Und bevor ich es vergesse: Hier noch einmal der Link. Sonst lässt sich die Geschichte aber auch leicht über den Titel Die Luziden, den Hashtag #my2017 oder über meinen Namen finden.

Ein paar Gedanken zum Newsletter

Die Entscheidung, einen Newsletter haben zu wollen, ist gefallen; das Versprechen innerhalb diesen Jahres zu starten, steht. Inzwischen habe ich auch eine ungefähre Vorstellung davon, wie die „technische“ Umsetzung funktioniert.

Also wird es Zeit, sich auch Gedanken über die Inhalte zu machen. Was möchte ich erreichen? Wen möchte ich erreichen? Oder anders ausgedrückt: Was soll das Ding eigentlich?
Eine reine Erinnerungsmail nach dem Motto: Hey, mich gibt’s noch, schau mal auf meinem Blog vorbei, da sind spannende Dinge passiert, ist mir zu wenig. (Auch wenn es natürlich immer empfehlenswert ist, vorbeizuschauen, weil hier dauernd spannende Dinge passieren. Und nein, ich bin gar nicht von mir selbst überzeugt. ;-))
Andererseits … Wenn ich die Behauptungen einiger Experten lese, was angeblich nötig sei, um Abonnenten zu gewinnen und zu halten, bin ich kurz davor, sofort wieder zu kapitulieren. Bei einigen bekommt man fast den Eindruck, man müsse sich die Gnade der Abonnenten erkaufen. Mit einer kostenlosen Dreingabe z. B., einer Kurzgeschichte oder einer Anleitung, die es für Abonnenten exklusiv gibt. Oder wenigstens mit regelmäßigen Gewinnspielen, um die Leser bei Laune zu halten. Vielleicht haben diese Experten recht. Was weiß ich schon.

Trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl. Sollte ein Newsletter nicht aus sich heraus interessant sein? Ist es nicht genug, Hintergrundinformationen früher oder exklusiv zu bekommen? Nehmen Abonnenten, die sich nur wegen der mitgelieferten „Bontjes“ eintragen, die restlichen Inhalte überhaupt wahr?
Wie gesagt: Ich weiß es nicht. Ich bin kein Guru, sondern selbst eine Suchende. Aber, wenn ich von mir auf andere schließen kann, dann lesen diejenigen, die sich nur wegen der Extra-Belohnung eingetragen haben, den ganzen Rest nicht. Möglicherweise locke ich damit also nur Menschen an, die gar nicht in meine Zielgruppe fallen. Was mich zu den Fragen vom Anfang zurückbringt: Was ist mein Ziel und wer meine Zielgruppe?

Wenn ich mir als Ziel setze, Werbung für meine Bücher zu machen, indem ich die Kontakte zu Lesern verbessere und Neugier auf die Neuerscheinungen wecke, ist die Zielgruppe klar: Leser. Noch genauer: Menschen, die gerne Fantasy „für zwischendurch“ lesen. In erster Linie diejenigen, die den Codex Aureus schon kennen, aber gerne auch die, die nur allgemein neugierig sind.
Dementsprechend sollte der Schwerpunkt m. E. auf Inhalten liegen, die irgendwie mit dem Codex Aureus und seinen Geschichten verknüpft sind. Das schließt nicht aus, dass es auch mal ein Gewinnspiel, eine Fortsetzungsgeschichte oder einen Verweis auf besonders interessante Blogartikel geben wird. Aber mit dem Versprechen darauf zu werben, halte ich für unseriös.

Wie sehen Sie, wie siehst du das? Ergeben diese Gedanken Sinn?

Nachzehrer – Wenn die Toten Hunger haben

b1Foto via Pixabay

Heute möchte ich ein Wesen vorstellen, das heute kaum noch jemand kennt, obwohl es großartige Voraussetzungen für eine Horrorfigur mitbringt: Den Nachzehrer. Nachzehrer sind in gewisser Weise so etwas wie die westliche Variante des Vampirs. Auch sie sind Untote, die sich von der Lebensenergie anderer ernähren.

Anders als Vampire entstehen Nachzehrer jedoch nicht durch einen Biss, sondern durch mangelnde Sorgfalt bei der Beerdigung. Wenn man die Leiche in den Sarg legte, musste man unbedingt darauf achten, dass nicht etwa einen Zipfel des Kragens oder Leichentuchs den Mund der Leiche berührte. Geschah dies doch, konnte es nämlich passieren, dass der Zipfel in den Mund rutschte und der Leichnam daran zu kauen begann. Er fraß dann zuerst das Tuch oder das Hemd. Wenn es ganz verzehrt war, begann er, Kraft aus seiner Umgebung zu saugen, was man durch Schmatzen aus dem Grab heraus erkennen konnte.

Um zu verhindern, dass ein Toter zum Nachzehrer wurde, bediente man sich verschiedener Methoden. In einigen Gegenden wurde ihm ein Blatt Papier unter’s Kinn gelegt. Vielleicht rührt auch das noch heute praktizierte Hochbinden des Kiefers ursprünglich daher (und hat nicht nur ästhetische Gründe).
War jemand nämlich zum Nachzehrer geworden, halfen nur drastische Mittel, ihn aufzuhalten. Man schlug den Leichen z. B. den Kopf ab, rammte ihnen Steine in den Mund, Pflöcke ins Herz, zerstückelte oder verbrannte sie. Alles Maßnahmen, die im krassen Gegensatz zum christlichen Glauben stehen, wonach ein Leichnam für die Auferstehung beim jüngsten Gericht unbeschädigt bleiben muss. Entsprechend traumatisch muss es für die Hinterbliebenen gewesen sein, wenn sich ein Verstorbener als Nachzehrer entpuppte.
Andererseits galt es als absolut unumgänglich, den Nachzehrer aufzuhalten, weil er sonst ganze Dörfer auslöschen konnte.

Eine interessante Variante dieses Glaubens findet sich in kaschubischen Legenden. Dort erzählte man sich nämlich, dass Kinder, die mit einer „Mütze“ zur Welt kommen, automatisch zu Nachzehrern würden, wenn man diese „Mütze“ nicht trocknete, verbrannte und den Kindern binnen sechs Wochen nach der Geburt die mit Muttermilch vermischte Asche einflößt.
Diese Sage ist nicht nur deshalb interessant, weil die „Mütze“ in anderen Gebieten als besonders glücksbringendes Zeichen gilt und deshalb auch als Glückshaube bekannt ist (tatsächlich handelt es sich um in Stück von der Fruchtblase). Ein weiterer Aspekt ist, dass die kaschubischen Nachzehrer besonders gruselige Vertreter ihrer Art sind, die sich nicht mit dem Leichenhemd begnügen. Sie fressen erst ihre eigene Kleidung, dann das Fleisch von Armen und Füßen, bevor sie sich aus dem Grab erheben und sich als Mischung aus Zombi und Vampir auf die Jagd machen. Zuerst fressen sie ihre Verwandten (die nahestehenden zuerst), dann alle anderen und zum Schluss läuten sie die Kirchenglocken,

und nun muß Alles sterben, so weit der Schall der Glocken reicht.

Den Glauben an Nachzehrer und andere Formen des Wiedergängers gibt es offenbar schon seit der Steinzeit. Jedenfalls stoßen Archäologen immer wieder auf Gräber, bei denen in der oben beschriebenen Weise mit Toten verfahren wurde.*

Wenn man so was liest, fragt man sich schon, wie solche Wesen so lange literarisch unbeachtet bleiben konnten, oder?


*http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/4061657/Die-Angst-vor-den-Untoten/

Die zitierte kaschubische Sage habe ich Wikisource entnommen.

Werkstattbericht 12.01. bis 17.01.2017

Auch in den letzten Tagen fielen wieder ein paar Recherchearbeiten an, die zum Teil so interessant waren, dass sie mich deutlich länger beschäftigt haben, als unbedingt nötig.

  • Frühlingsball im Palmengarten
  • Wijs, Wurdulaks und Widergänger
  • Pausen bei Opern (speziell Turandot)
  • Namen und Tragweisen der Kopfbedeckungen von Muslimas
  • Trojaner und andere Hackingmethoden
  • Bitcoins
  • Nebenwirkungen von Medikamenten gegen Halluzinationen (für das Spontanprojekt)

Das Spontanprojekt ist als Entwurf fertig. Aus irgendwelchen Gründen wollte es von Anfang an Young Adult sein, wobei die körperlichen Vorzüge der Heroine keine Rolle spielen. Dafür gibt es einen unglaublich heißen Typen. Menschlich. Kein Elf, wie anfangs gedacht. Plus einen Drachen, von dem ich am Anfang noch nichts wusste.
Nein, ich glaube nicht, dass ich damit beim Wettbewerb etwas reiße. Ich hoffe aber, das Plotbunny zu bannen, indem ich die Geschichte abschließe. Eine magisch begabte 17 Jährige ist das Letzte, was ich als Untermieterin möchte.

Bei der Vampirgeschichte für den nächsten Codex Aureus führten mich die Recherchen zuerst geradewegs an den Rand eines riesigen Plotlochs. Zum Glück ist es mit Hilfe meine Ältesten gelungen, diesen Krater zu stopfen. Jetzt sind alle Unternehmungen der Vampirin tatsächlich notwendig. Allerdings weiß ich nicht, ob sie ihre Agentur behält. Möglicherweise fliegt der Teil wegen Irrelevanz wieder raus.

Selfpublishing – der Bolzplatz der Nation?

Schöner Beitrag zum Thema Selfpublishing und Qualität. Man hätte auch den Buchdruck an sich oder das Zeitungswesen als Beispiel nehmen können. Immer gab es Menschen die davor warnten, wo wir denn hinkämen, wenn alle … Nun, genau da sind wir gelandet.
Aber das Beispiel mit dem Bolzplatz finde ich viel eingängiger. Und das, obwohl ich mir überhaupt nichts aus Fußball mache.

Hans Peter Roentgen

Vor meinem alten Büro lag ein Bolzplatz. Ich bin kein Fußballfan, aber habe immer mal wieder gerne hinausgeschaut und die Jugendlichen beobachtet, die dort kickten. Das Niveau war natürlich nicht Bundesliga. Trotzdem eine Abwechslung, um auf andere Gedanken zu kommen.

Auf dem Bolzplatz darf jeder. Das Niveau ist dementsprechend. Von ganz schlecht bis zum Nachwuchstalent. Ob einer von ihnen tatsächlich heute in der Bundesliga spielt, weiß ich nicht. Jedenfalls haben viele Profifußballer ihre ersten Torschüsse auf den Bolzplätzen dieser Welt abgezogen.

Damit wären wir beim Selfpublishing. Auch dort darf jeder, auch dort gibt es viele schlechte Schüsse, verpatzte Abgaben, Dribbling, das nicht unbedingt das Attribut „beispielhaft“ verdient.

Weswegen Kulturredakteure gerne voller Sorge die Literatur in Gefahr wähnen. Alles nur Schrott, Klischee, nicht realistisch, eskapistisch und was es an Verdammenswertem sonst noch gibt. Erstaunlich?

Nein, die Aussagen sind alt, damit wird seit über hundert Jahren das verdammt, dass nicht „literarisch“ ist…

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Auszeit

Die nächste Woche könnte es hier im Blog deutlich stiller werden. Nicht nur, weil ich mich spontan entschlossen habe, nun doch am Schreibwettbewerb auf teilzunehmen, obwohl die Vampirgeschichte für den Codex Aureus noch nicht mal vollständig geplottet ist. Außerdem kommt auch noch eine liebe Freundin für zwei Tage zu Besuch und am Wochenende steht die Jahreshauptversammlung meines Mittelaltervereins an. Ach, und ein ganz normales Leben habe ich auch noch.

Jedenfalls werde ich deutlich weniger Schreibzeit zur Verfügung haben. Und die wird hauptsächlich in die laufenden Projekte gehen. Ich baue auf Ihr/dein Verständnis.