Ist Romeo und Julia keine Liebesgeschichte?

Gerade habe ich eine Aufstellung verschiedener Sub-Genres gelesen und alle liefen darauf hinaus, dass die Liebenden wahnsinnige Probleme überstehen müssen, sich am Ende aber alles in Glück und Wohlgefallen auflöst und der rosarote Himmel voller Streichinstrumente hängt.

Müssen Liebesgeschichten also ein Happy End haben?

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Bildquelle: Pixabay

Kann ja sein, dass sich inzwischen etwas geändert hat, aber was ist dann mit Romeo und Julia? Nur noch ein Klassiker, den keiner mehr lesen (oder sehen) will? Wie sieht es mit Harold und Maude aus? Fallen die jetzt unter Tragikomödie? Und was ist mit Lovestory? Oder mit „Brokeback Mountain“, um mal was moderneres zu nehmen.
Gehören die alle jetzt nicht mehr ins Genre „Liebe und Romantik“?

Das ist durchaus keine rhetorische Frage. Ich bin ernsthaft verwirrt. Ganz abgesehen davon, dass man damit ein Heilsvesprechen ausgibt, das nicht eingelöst werden kann. Nicht einmal alle Märchen enden mit dem Satz: „Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende“.
Sollte dann wirklich ein ganzes Genre das Happy End als maßgebliches Kriterium haben?

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3 Kommentare zu „Ist Romeo und Julia keine Liebesgeschichte?

  1. Ich bin ehrlich, gerade „Romeo und Julia“ habe ich nie als Liebesgeschichte gelesen. Ich war mir IMMER bewusst, dass es sich bei den beiden um Teenager, aus heutiger Sicht fast noch Kinder handelt. Romeo, der zu Beginn des Stücks noch sehnsüchtig darüber jammert, dass Rosaline ihn nicht ranlässt (da ist von Liebe nicht die Rede, es geht wirklich die ganze Zeit darum, wie die Frau nur so keusch sein kann und ich denke mir „Meine Güte, du bist wie alt? 14? Was für ein großer Stecher kannst du schon sein, hör auf zu jammern…“) und dann Julia sieht und DIE sofort haben will.
    Und Julia, die eigentlich erst nicht heiraten will, dann von ihrer Familie aus soll und eigentlich relativ gleichgültig durchaus den Paris nehmen täte, aber dann für Romeo entbrennt und… naja, sie hat ihn rangelassen ^^.
    Der Kleine ist also überglücklich und das Ganze wäre nicht so tragisch ausgegangen, wenn die beiden irgendwem gesteckt hätten, dass sie heimlich geheiratet haben…
    Das Ganze gespickt mit Wortgefechten voller Peniswitze :D.
    Ich liebe (das oben klingt zwar sarkastisch-kritisch, aber das ist liebevoll gemeint 😀 – Shakespeare ist ein Meister tragikomischer Stoffe und kommt bei meinen Lieblingsstücken nach „King Lear“ und „Hamlet“ auf Platz 3 meiner Shakespeare-Top 5) das Stück „Romeo und Julia“ – aber ich würde es nie als Liebesgeschichte sehen. Das ist für mich alles Mögliche, nur eben nicht das :D.

    Allgemein zu deiner Frage kann ich allerdings (leider?) nicht viel sagen. Weil ich um Romane, die explizit bei Romantik/Liebe/Herzschmerz/Romantasy einsortiert sind, meist einen Bogen mache.
    Da für mich Liebe/Verliebtheit anders funktioniert, sind die für mich meist eher befremdlich und ich habe darum keine Freude am Lesen.

    Gefällt 3 Personen

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