Selfpublishing schadet der Umwelt

Außerdem macht Selfpublishing den Buchhandel kaputt. Das ist jedenfalls das Resümee eines Artikels auf Börsenblatt.net.

Selfpublisher (vor allem von eBooks) ruinieren die Umwelt. Weil sich eBooks nicht verleihen lassen, deshalb jeder einen eReader braucht, der wiederum Strom verbraucht. Während ein klassisches Buch ja mehrfach gelesen und verliehen werden kann (und sich offensichtlich ohne Ressourcenverbrauch herstellt und abbaut).

Auch sonst hält die Autorin Selfpublishing von Übel. Die schöne, neue, anarchische Selfpublisherwelt ist mitnichten Widerstand gegen die Konzerne. Man muss sich in sozialen Medien auskennen und darüber austauschen. Damit spielt man den Datenkraken in die Hände. Sie spionieren einen aus, man verliert sein Urheberrecht und muss auch noch gegen Buchpiraten kämpfen.

Und weil es kein Qualitätsmanagement gibt, sondern jede/r veröffentlichen kann, der sich dazu berufen fühlt, sind Selfpublisher auch mitnichten eine Bereicherung des Buchmarkts, sondern spalten ihn. Nutznießer werden nur einige wenige große Konzerne sein (warum, steht da leider nicht).

Aber der schönste Vorwurf ist doch, dass Selfpublisher den Buchhandel kaputt machen.

Zur Ehrenrettung der Autorin muss man sagen, dass der Artikel die arg verkürzte Widergabe einer Rede ist, die man auf Buecherfrauen.de nachlesen kann.
In der langen Variante liest sich das alles dann auch nicht mehr ganz so abstrus. Aber man merkt stark, dass die Verfasserin wirklich kein Digital Native ist, sondern sehr fest in den Strukturen des gängigen Verlags- und Buchhandelssystems verhaftet.

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7 Kommentare zu „Selfpublishing schadet der Umwelt

  1. Tja, was soll man dazu sagen? Vielleicht, dass der Buchhandel sicher nicht an den Selfpublishern leidet, sondern vielmehr an den Möglichkeiten des Internet-Versandes, ähnlich wie Apotheken, Schmuckläden oder Antiquare? Viele dieser Läden haben Probleme – aufgrund der (durchaus verständlichen) Bequemlichkeit der Kunden. Die SPler sind mitnichten daran Schuld. Vielen Dank für den interessanten Hinweis!

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  2. Also ganz ehrlich. In dem Artikel steht einiges Wahres drin, aber der Rest ist einfach nur Schrott.

    Zum Thema Umwelt: Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass E-Books wesentlich umweltfreundlicher sind als Print (also das Gegenteil des Artikels)
    Kleines Rechenbeispiel: Wenn ich knapp 20 Bücher im Jahr lese, macht das in 5 Jahren 100 Bücher, die alle gedruckt und in Fahrzeugen (die CO2 ausstoßen) transportiert werden.
    Davon ausgehend, dass der E-Reader diese 5 Jahre hält, wären das bei 100 E-Books exakt 0 Bücher die gedruckt und transportiert werden müssen, da sie digital übertragen werden. Es muss dann „nur noch“ der E-Reader hergestellt und transportiert werden. UND für E-Reader werden in der Regal weniger Bäume abgeholzt (selbst die Verpackung verbraucht weniger Papier als 100 gedruckte Bücher.
    Fazit: Bevor man Thesen aufstellt erst einmal prüfen, ob diese überhaupt tragbar sind.

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    1. Dem Fazit stimme ich sofort zu.
      Über den ökologischen Fußabdruck, den Printbücher hinterlassen, könnte man noch mal gesondert diskutieren. Der besteht ja nicht nur aus den gelesenen Bücher, die im Regal landen, sondern auch aus den Remittenden, die keinen Abnehmer finden. Aber auch die werden gedruckt, bevor sie geschreddert und vernichtet werden.
      Die Herstellung und das Hochladen eines eBooks erfordert dagegen m. E. vergleichsweise wenig Ressourcen.

      Gefällt 1 Person

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