Schreiben: Alles auf die Goldwaage?

Zugegeben: Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Artikel schreiben soll, denn ich ahne, dass er bei genau den falschen Leuten gut ankommt. Aber das Thema drängt sich immer wieder auf, also raus damit.

Vor knapp 120 Jahren regte sich Mark Twain in einem Vortrag über die schreckliche deutsche Sprache auf. Damals vor allem über die ihm als Amerikaner unerfindliche deutsche Grammatik. Warum um alles in der Welt heißt es „die Rübe“ und „das Mädchen“, wo doch jeder zugeben wird, dass letztere deutlich weiblich ist. Zu der Rübe hat er sich nicht weiter geäußert, aber ich meine zu ahnen, was ihm durch den Kopf ging. (Das mag aber auch mein Sinn für Doppeldeutkeiten sein, ich will ihm keinesfalls etwas unterstellen) Jedenfalls ist eine Rübe rein äußerlich das genaue Gegenteil von weiblich.

Heute würde er sich vermutlich noch über ganz andere Dinge im Sprachgebrauch aufregen. Genau genommen über Sprachverbote. Das Umgehen aller Begriffe, die drohen, jemandem Unbehagen zu bereiten – und zwar unabhängig vom Kontext.

Das gilt nicht nur für den Alltag, sondern auch beim Schreiben. In einer Facebookgruppe würde neulich diskutiert, ob ein Protagonist „du bist ja behindert“ sagen darf. Ich selber bin schon böse angegangen worden, weil ich in einer Szene eine Figur „als dicke Frau in einer braunen Strickjacke“ beschrieben habe. Gleiches Spiel nur andersrum, als ich mich darüber lustig gemacht habe, dass eine megareiche Tussi einen Förderpreis an drei Frauen aus einem Entwicklungshilfeprojekt überreicht hat, die alle drei besser ernährt aussahen als sie. Darf man nicht, das ist Bodyshaming. Genauso, wie man besorgte Bürger nicht als Nazis titulieren darf, nur weil sie sich wie welche benehmen.

Um es ganz klar zu sagen: Mir geht es hier nicht darum, ob man Zigeunerschnitzel und -sauce sagen „darf“. Natürlich „darf“ man. Man muss nur damit rechnen, dafür kritisiert zu werden. Ob zu Recht, weiß ich nicht; in dem Fall bin ich leidenschaftslos. Nicht nur, weil ich sie nicht mag, sondern auch weil der Name so viel mit Sinti, Roma oder anderen Fahrenden zu tun hat, wie der Hawaitoast mit Honolulu. Genauso ist mir egal, ob Negerküsse jetzt wahlweise als Schaum- oder Schokoküsse verkauft werden. Hauptsache, es gibt sie.
Aber aus dem letzten Beispiel wird schon deutlich, wo das eigentliche Problem liegt: Wenn es eins gibt, verschwindet das nämlich nicht dadurch, dass man ihm einen anderen Namen gibt.

Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften.
Shakespeare, Romeo und Julia II, 2.

Ein besoffener Schläger wird nicht weniger gefährlich, wenn man ihn als eventorientierten Jugendlichen umschreibt. Ein Mensch ist nicht weniger fett oder hager, nur weil man nicht darüber spricht. Und kein Behinderter wird aus dem Rollstuhl aufspringen und laufen, nur weil man ihn nicht mehr behindert nennt.
Die Menschen bleiben, was sie sind und auch die Vorurteile bleiben die gleichen. Kein Sinto und keine Romika wird auch nur ein Stückchen weniger ausgegrenzt, weil man sie nicht mehr als Zigeuner bezeichnet.

Ist das ein Freifahrschein für Beleidigungen? Natürlich nicht.
Neger mag tatsächlich mal wertneutral gewesen sein, auch wenn ich da so meine Zweifel habe, angesichts von Sätzen wie: „Ich bin doch nicht dein Neger“, die ich aus meiner Kindheit gut in Erinnerung habe. Noch deutlicher ist mir aber die Verachtung in Erinnerung, die in dem Wort plötzlich mitschwang, als tatsächlich eine Familie dieser Neger in unsere sonst blütenweiße Siedlung zog (dabei war nur der Mann schwarz, seine Frau war genauso mitteleuropäisch, wie der Rest). Und der Begriff Zigeuner war spätestens seit dem 3. Reich immer abwertend.
Heute sind es beide Begriffe definitiv, auch wenn man es aus Gründen der Einfachheit bedauern mag. Daher würde ich auch niemanden als Neger oder Zigeuner ansprechen. Von meinen Nachbarn rede ich dagegen schon als „den Russen“, auch wenn sie vermutlich deutsche Pässe haben. Das ist nicht abfällig gemeint, sie bezeichnen sich selber so.
Genauso daneben ist es, Begriffe wie „schwul“ oder „behindert“ als Beleidigung zu nutzen. Nicht, weil die Begriffe selbst Beleidigungen sind, sondern weil in diesem Zusammenhang jemand anderes herabgewürdigt wird, als der, der eigentlich gemeint ist.
Deutlicher noch wird das bei dem Satz: „Du benimmst dich wie ein Mädchen!“
Das Wort „Mädchen“ an sich wird nun wirklich niemand als Beleidigung auffassen. Mädchen sind auch keine soziale Randgruppe oder eine, über die man allgemein herablassend spricht (präpubertäre Jungs vielleicht ausgenommen). Es wird erst in dem Moment eine Beleidigung, in dem es als solche verwendet wird. In diesem Moment wird „Mädchen“ plötzlich ein Synonym für eine Schwäche, die „Mann“ nicht haben darf. (Nur ein Mann kann sich vom Vergleich mit einem Mädchen beleidigt fühlen.)
Das gleiche gilt für die Verwendung von Begriffen wie „behindert“, „Jude“, „schwul“ usw. Sie sind im Grunde wertneutrale Beschreibungen, die nur im Kontext als Beleidigung wirken. Der Kontext lässt sich aber mit jedem Wort herstellen. Sogar mit solchen, die eigentlich positiv besetzt sind, wie das Beispiel „Gutmensch“ eindeutig zeigt.

Das war jetzt sehr viel Alltag und Realität, dabei wollte ich eigentlich über das Schreiben schreiben.
Als Autorin lege ich meine Worte ohnehin auf die Goldwaage. Schriftsteller sind immer auf der Suche nach dem einen, treffenden Begriff, weil jeder weiß, dass der Unterschied zwischen dem richtigen Ausdruck und dem fast richtigen, der zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen ist.
Um so wichtiger ist es, auch auf die Inhalte zu achten, die durch die Sprache transportiert werden. Dazu kann durchaus gehören, einen Protagonisten fragen zu lassen: „Sag mal, bist du behindert, oder was?“, ohne dass danach gleich ein anderer Charakter einschreitet und ihm (und dem Leser erklärt), dass das daneben war. Es gibt ein Dutzend gute Gründe es zu tun und mindestens ein Dutzend ebenso gute, es zu lassen. Weit wichtiger ist, welche Einstellung im Verhalten des Protagonisten zum Ausdruck kommt. Leser achten viel mehr darauf, wie der Autor seine Figuren agieren lässt und welche Motive er ihnen mitgibt. Selbst Protagonisten müssen nicht unbedingt gut und edel sein, sondern dürfen Ressentiments haben, die ihnen vielleicht gar nicht bewusst sind.
Ein schönes Beispiel – und damit kehre ich in gewisser Weise wieder zum Anfang des Artikels zurück – sind die Geschichten von Tom Sawyer und Huckleberry Finn. In beiden kommt ein Sklave vor: Jim, von dem alle immer nur als von „dem Nigger“ sprechen. Das ist unglaublich grausam, weil jedem klar ist, dass Jim viel mehr ist, als ein „armer, dummer Nigger“, als der er sich auch selbst bezeichnet. Tatsächlich ist er eine der freundlichsten und liebenswertesten Gestalten in Huckleberry Finns Abenteuern und das genaue Gegenstück zu Hucks versoffenem Vater und dessen Spießgesellen, die man heute zu Recht als White Trash bezeichnen würde. Ich bin mir sehr sicher, dass Twain diesen Kontrast bewusst aufgebaut hat. Das ist die hohe Kunst der Charakterisierung. Aber sie klappt nur, wenn wir den Mut haben, auch Worte zu benutzen, die unter die Haut gehen, dort stecken bleiben und manchmal weh tun.

Ich jedenfalls will meine Worte lieber in diesem Sinn auf die Goldwaage legen, als herumzueiern. Und du? Wie siehst du das?

Advertisements

23 Kommentare zu „Schreiben: Alles auf die Goldwaage?

  1. “ … der Unterschied zwischen dem richtigen Ausdruck und dem fast richtigen, der zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen ist.“ Damit hast Du – mit wunderbar gooldwaagen-gewogenen Wörtern – alles gesagt. Genauso ist es. Und der „richtige Ausdruck“ kann und muss im Text eben auch mal ein politisch unkorreter sein. Aber selbstverständlich! Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

  2. Ich bin der Meinung, dass jede(r) ernst zu nehmende Autor / Autorin dazu verpflichtet ist, seine Figuren so „sprechen“ zu lassen, wie sie es in ihrer angestammten Umgebung normalerweise tun. Alles andere wäre Betrug am Leser. So wird, und das meine ich nicht wertend, ein Bauarbeiter sich eines anderen Sprachschatzes bedienen als ein Chemieprofessor.
    Dialoge müssen vor allem eins sein: Authentisch.
    Im Übrigen sagte mir vor Jahren ein befreundeter Sinto, ich solle mir keinen abbrechen, von wegen Sinti und Roma, er sei Zigeuner – wörtlich: „Ich bin mich a Zigeiner.“

    Gefällt 2 Personen

    1. Dem Ersten kann ich nur zustimmen und möchte einen zweiten Punkt nachschieben. Der Ausdruck „Mensch mit Migrationshintergrund“ verändert seinen Subtext, je nachdem man ihm (dem klischeemäßig eher ungebildeten) Bauarbeiter oder einem Soziologieprofessor in den Mund legt.
      Bei „deinem“ Zigeuner sehe ich es ähnlich, wie bei „meinen“ Russen. Die bezeichnen sich so und von daher ist es in ihrem Fall ok, den Begriff zu übernehmen. Ich kenne auch andere Fälle. Sinti, die auf keinen Fall mit Roma in einen Topf geworfen werden wollten. Holocaust-Uberlebende, für die „Zigeuner“ gleichbedeutend mit „Untermensch“ war … Deshalb schalte ich da im Privaten lieber einen Gang zurück.

      Gefällt 2 Personen

  3. Tach auch,

    selbstverständlich werde ich nicht sehn können, nur weil Mitmenschen es vermeiden mich als behindert zu bezeichnen. Aus diesem Grund stimme ich der Auffassung zu, dass die Identifikation von Merkmalen, die Menschen aufweisen im Zusammenhang betrachtet werden muss. Die Vermeidung von bestimmten Begriffen, die Menschen identifizieren ist häufig wohl der Bequemlichkeit geschuldet, dass man sich eben nicht mit den Zusammenhängen befassen will. Interessant ist auch, wie versucht wurde, neue Begriffe zu kreieren, beispielsweise, in dem man sagte: „Ich bin nicht blind, ich kann nur nicht sehen oder bin 100% sehbehindert.“ So versuchten eine bestimmte Gruppe von Menschen den Begriff geistigbehindert durch praktisch bildbar zu ersetzen, obwohl es bedauerlicherweise durchaus geistige Behinderungen gibt, die so schwerwiegend sind, dass Menschen, die diese Behinderung haben, anders als der neugewählte Begriff behauptet, praktische Tätigkeiten nicht erlernen können. Das liegt zwar meist an der Tatsache, dass diese Menschen weitere Behinderungen haben, z. B. nicht hören oder nicht sehen können et c. aber das hat häufig auch mit Behinderungen des Gehirns zu tun. Die Vermeidung von Worten, die die Identifikation eines Protagonisten betreffen oder die Neuentwicklung von Begriffen ist alles andere als hilfreich. Schließlich gehört die Tatsache einer Behinderung häufig auch zu den Aspekten, die genannt werden müssen, da sie einen bestimmten Lebenszusammenhang miterzeugen.

    Liebe Grüße

    Paula Grimm bei Texthase Online

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Paula,
      da sagst du etwas sehr Wahres: Wenn man eine Situation nicht konkret benennt, kann man auch keine Strategien entwickeln, damit umzugehen. Egal, ob es sich jetzt um eine Behinderung oder um etwas ganz anderes handelt.
      Liebe Grüße
      Nike

      Gefällt mir

    1. Einfach? Das ist es ja: Ich finde Schreiben nicht einfach. Nicht nur, weil Worte Waffen sein können und ich niemanden damit verletzen will, dass ich einfach so damit um mich schmeiße. Sondern vor allem, weil für mich die Herausforderung und damit der Kick beim Schreiben darin besteht, unter all‘ den fast richtigen Formulierungen und Begriffen, den einen, richtigen zu finden. Den, der den Blitz überspringen lässt. Der darf dann allerdings auch tabu-behaftet sein. 🙂

      Gefällt 2 Personen

  4. Auch von mir – natürlich – absolute Zustimmung. Ich hatte im Rahmen meines Studiums am SLT mal ein Seminar bei Odile Endres belegt, zum Thema Bloggen. Wir haben im Lauf des Seminars also folgerichtig ein Blog angelegt und dafür Texte geschrieben. Ein Aspekt, dem wir uns besonders gewidmet haben, war die Intertextualität und die Möglichkeit, einem Text zusätzliche Bedeutungselemente beizufügen durch Bezüge, z.B. in Form von Verlinkungen. Ich hatte in einem meiner Beträge dann das Video „Du riechst so gut“ von Rammstein (https://www.youtube.com/watch?v=rrmsJhf89MY) eingebunden. Das hat der Dozentin allerdings so gar nicht zugesagt, weil sie offenbar nicht verstanden hat, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen Rechtsrock und Neuer Deutscher Härte gibt und wo Rammstein da richtigerweise einzuordnen sind. Literatur müsse Stellung beziehen, hat sie mir an den Kopf geworfen, und ich habe zurückgeworfen: Nein.

    Natürlich muss ich verantworten, was ich schreibe. Aber wenn meine Prosa „Stellung beziehen“ muss, bin ich doch kein Literat mehr, sondern einfach ein Lautsprecher / Verstärker eines (herrschenden) Systems. Journalismus muss (in manchen Formen!) Stellung beziehen, Literatur nicht. Die Freiheit der Kunst gibt uns die Freiheit, auch die Dinge zu thematisieren, die kontrovers sind.

    Wenn wir damit anfangen, aus Pippi Langstrumpfs Negerkönig einen Südseekönig und in „Die kleine Hexe“ äquivalent dazu den Neger zum Messerwerfer ändern, ist das nur dadurch zu rechtfertigen, dass das Kinderbücher sind, die seit Jahrzehnten gelesen werden und heute durch andere Wörtern verstanden werden wollen als 1950. Wenn Autoren aus diesen Gründen „nachbessern“, bin ich einverstanden. Aber nur dann.

    Übrigens, wir haben im Lied mit dem Fahrradsattel damals „10 nackte Neger, 20 Hosenträger“ gesungen. Die Kinder heute singen „10 nackte Mädels, 20 Hosenträger“. Da frag ich mich: Den hineininterpretierten Rassismus zum absichtlichen Sexismus zu konvertieren … WTF? Dass dabei auch gleich noch der Reim zerstört wird, macht es nicht erträglicher.

    (Zur Änderung an „Die kleine Hexe“: https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article116303210/Kleine-Hexe-Aus-Negerlein-werden-Messerwerfer.html)

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Anne,
      guter Punkt: Kunst muss erst mal gar nichts.
      Den Südseekönig habe ich übrigens noch verstanden, auch wenn ich es viel schlimmer fand, dass die Kinder Pippi so schön weiß und sich selbst als schwarz und hässlich bezeichnen mussten. Stimmt zwar mit der Selbstwahrnehmung farbiger amerikanischer Mädchen überein, ist aber nicht generalisierbar. Vor langer Zeit habe ich den Bericht der Tochter von Missionaren (auch Amis) gelesen, die in Afrika gefragt wurde, ob bei ihr zu Hause alle aussähen, wie tote Fische am Bauch. Also gar nicht hübsch.
      Mit der Änderung in der kleinen Hexe tue ich mich bedeutend schwerer. Aber vielleicht ist es wirklich so und man liest das heute anders. Ich bin ja auch schon oll und nicht überall auf dem neuesten Stand. ^^
      Das mit dem Lied habe ich z. B. gar nicht mitgekriegt, sonst hätte ich vermutlich richtig Hals bekommen.
      Liebe Grüße

      Gefällt mir

      1. Liebe Nike,

        ich kenne Pippi Langstrumpf gar nicht so gut, denn ich fand sie als Kind echt doof! Ich dachte immer: Die versteht einfach nicht, wie die Welt funktioniert. 😀 Aber das von dir angesprochene Problem gibt es wohl auch in ähnlicher Form in „Die kleinen Hexe“. Vermutlich ist es also sowieso nur Camouflage – man kann ein 70 Jahre altes Werk einfach nicht dem aktuellen Zeitgeist anpassen, ohne es gravierend zu verändern. Wenn ich es aus einem geschichtsbewussten Blickwinkel betrachte, finde ich die Anpassungen sehr ärgerlich. Es käme ja auch niemand darauf, Kafka oder Shakespeare, Goethe oder Hegel umzuschreiben, und Letzterer hat immerhin geschrieben: „Stehen Frauen an der Spitze der Regierung, so ist der Staat in Gefahr, denn sie handeln nicht nach den Anforderungen der Allgemeinheit, sondern nach zufälliger Neigung und Meinung.“ Nur als beliebiges Beispiel. Nun können Kinder sicherlich noch nicht verstehen, dass man im Buch zwar Negerlein lesen, es aber nicht zu seinem dunkelhäutigen Spielkameraden sagen darf – das ist dann eben die einzig für mich irgendwie denkbare Rechtfertigung für die Änderung entsprechender Bücher.

        Ob der Liedtext vom genannten Volkslied offiziell geändert wurde, weiß ich nicht. Hier steht er noch im Original: http://www.volksliederarchiv.de/ein-fahrradlenker-ein-gaspedal/

        Liebe Grüße zurück!

        Gefällt 1 Person

      2. “ Nun können Kinder sicherlich noch nicht verstehen, dass man im Buch zwar Negerlein lesen, es aber nicht zu seinem dunkelhäutigen Spielkameraden sagen darf – das ist dann eben die einzig für mich irgendwie denkbare Rechtfertigung für die Änderung entsprechender Bücher.“
        Das Argument ist nachvollziehbar.
        Im Übrigen bin ich, genau wie du, dagegen, Bücher zu „modernisieren“. Wenn jemand Blödsinn geschrieben hat, muss man sich mit dem Blödsinn genauso auseinandersetzen, wie mit dem Guten, was vielleicht auch darin steht, statt alles in einer Harmoniesauce zu ertränken (Ich kann übrigens mit Goethe nichts anfangen).

        Gefällt mir

  5. Diese ganze „Politial Correctness“ heutzutage ist absolut zum Kotzen. Die Leute nehmen einfach jeden Scheiß viel zu ernst, anstatt einfach mal über sich selbst lachen zu können. Ich bin fett. Und? Wo ist jetzt das Problem, das zu sagen? Wenn mir einer sagt, dass ich fett bin, hat er ja nicht unrecht. Wenn ich ihm dann sage, dass er ein dummes Arschloch ist, habe ich wahrscheinlich genau so recht. Die ganzen Affen sollen mal nicht so empfindlich sein.
    Und beim Schreiben sollte das noch viel weniger eine Rolle spielen. Wenn ich eine Tussi als fett beschreibe, weiß jeder, die ist ne echte Kugel. Wenn ich nur schreibe, dass sie übergewichtig ist, kann das ja auch nur bedeuten, dass sie 1 Kilo über ihrem Idealgewicht liegt. MIt anderen Worten: Sie wäre dann nach heutigen Standards ein „Plus Size Model“.
    Beim Wort Neger bin ich zwar etwas zwiegespalten, was die Benutzung angeht – ich würde das nie zu einem schwarzen sagen -, aber ich zweifel genau wie du an, ob das jemals „wertneutral“ war. Benutzt wurde es aber trotzdem immer. Genau so wie man Behinderte auch Mongos, Zurückgebliebene oder was weiß ich nennen kann. Am Ende kommst du da halt immer ganz schnell an irgendeine Grenze. Wenn man danach geht, brauchst du keine Geschichten mehr schreiben, denn am Ende klingt dann alles gleich. Politisch korrekt ist fürn Arsch, das sagt dir jeder schwule, behinderte Neger … sorry ich meinte natürlich jede zurückgebliebene, Nigger-Schwuchtel … ach verdammt, geistig beinträchtigter, schwarzer Homosexueller …

    Nebenbei: Ist es nicht gerade bei dem Charakter „Jim“ so wichtig, dass er sich selbst auch ständig „dummer Nigger“ nennt, damit eben seine Gutmütigkeit, Zurückhaltung und Bescheidenheit hervorsticht? Sowas kann halt auch immer ein wichtiger Bestandteil sein, um einen Charakter zu dem zu machen. Wenn er ständig sagen würde: „Nennt micht Nigger, ihr weißen Motherfucker“, wäre er eben nicht „Nigger JIm“ sondern Samuel L. Jackson.

    Gefällt mir

      1. Ich laufe natürlich auch nicht den ganzen Tag durch die Gegend und nenne Leute „fette Neger“. Aber mal davon abgesehen, dass das ohnehin keine Rolle spielt, sollte es beim Schreiben einfach scheißegal zu sein. Im Endeffekt ist jedes Wort zwar von dir geschrieben, aber es spiegelt ja nicht zwingend deine Meinung wieder. Die Charaktere sollten so sprechen, wie es nun mal zu ihnen passt. Und auch der Erzähler ist nichts anderes als ein Charakter. Deshalb sehe ich da absolut kein Problem. Es muss halt nur passen und nicht nur um der Provokation Willen passieren.

        Gefällt 1 Person

  6. Hallo Nike! Ein ganz toller Artikel, die Resonanz ist auch wirklich überwältigend 🙂

    Das ist so ein interessantes Konfliktfeld, was du da aufgreifst. Persönlich denke ich: Politische Korrektheit greift in Romanen nicht so wie im echten Leben, weil der Erzähler bzw. Protagonist ja nicht unbedingt die Stimme des Autors sein muss, im Gegenteil, auch Ansichten haben kann, die dem ganz widersprechen. Politische Ansichten und der Gebrauch von politisch unkorrekter Sprache sind eine Frage der Charakterisierung. Passt es zu einem Hauptcharakter, wenn er „Nigger“ sagt, weil er in dem und dem Umfeld oder zu dem und dem Zeitpunkt lebt, dann ist das so.

    Fraglich ist aber auch, wie der Autor mit so einer Sprache umgeht. Sprechen andere Charaktere diese an und treten damit in Konflikt? Oder wird die gewalttätige Sprache normalisiert, vielleicht sogar glorifiziert? Findet Letzteres statt, so finde ich, dass man sich nicht einfach nur verteidigen kann mit dem Satz: „Ist halt Kunst.“ Dann muss man dazu schon Stellung beziehen können bzw. nicht sofort die Scheuklappen aufsetzen.

    Ein Beispiel dazu: Ich hatte einen Autorenkollegen mal auf eine Buchwerbung angeschrieben, in der er sein Buch als „eindeutig sexistisch“ anpries. Ich war so naiv und dachte, er hätte sich verschrieben und hatte „eindeutig sexy“ gemeint (es war ein erotischer Thriller). Er wies mich dann zurecht: Nein, das ist tatsächlich alles Absicht. Dann war ich erst einmal baff. Auf die Frage, warum er sich denn für so eine Werbung entschieden hätte – würde man denn „eindeutig rassistisch“ so schreiben? – antwortete er herablassend, ich sei noch so jung und müsste erst begreifen, dass das Leben so ist, und wenn ich sein Buch kaufe, würde ich schon verstehen. Ich habe freundlich geantwortet, dass meine Lebenserfahrung der seinen anscheinend radikal widerspricht. Und bin ihm auch tatsächlich entfolgt. Ich hab mir dabei gleich wieder Vorwürfe gemacht: „Ist doch sein gutes Recht.“ Aber es ist auch mein gutes Recht, keine „eindeutig sexistischen“ Bücher in meiner Timeline zu haben, wenn sie mir ein Gefühl des Unwohlseins bereiten. Und das Buch eben nicht zu kaufen. Bin ich damit intolerant oder politisch zu korrekt? In erster Linie bin ich da einfach Leserin mit bestimmten Präferenzen, und auf Erotik mit sexistischen Zügen habe ich grundsätzlich halt nie Bock – das darf mir dann auch kein Autor vorhalten. Mich ärgert bei so was, dass politische Unkorrektheit sich öfter mal als bodenständige harte Realität ausweist, und bis auf ein „Jawoll! So ist es!“ keine anderen Ansichten zulässt, ja, zur Gegenwehr ausholt, wie könne man so engstirnig sein etc.. So läuft Kunst meines Erachtens nicht: Sich zu beschweren, dass Leute einen nicht kaufen, weil man nicht gefällt. Es gab eine Zeit, da war das noch total normal, lol.

    Und das ist nur unsere moderne Perspektive. Inzwischen sind wir alle soweit geschult, was Themen wie rassistische und sexistische Geschichte u.Ä. angeht, dass Reibereien entweder bei ziemlich krassen Fällen oder bei eher kleineren auftreten. Aber im Grunde wissen wir alle innerlich, was cool sein könnte und was nicht. Historischer Sexismus und Rassismus sind eine andere Sache, auch bei einem Buch wie „Pippi Langstrumpf“. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich für eine Ausradierung aller „Neger“ aus dieser Zeit unbedingt bin. Tatsächlich bin ich selbst ganz zerrissen bei dem Thema und weiß nicht so richtig, was sich da gehört. Aber ich denke, hier sollte noch mal die Perspektive erläutert werden, warum das problematisch ist: „Neger“ und „Nigger“ sind niemals neutrale Worte gewesen, die Schwarze selbst benutzt haben und die dann durch den Gebrauch von Weißen umgeformt wurden. Weiße haben ihnen diese Bezeichnung gegeben, und das aus einer gewalttätigen Position, nämlich der des Kolonisten, später auch als weißer Herr und Ähnliches. Wenn Schwarze sich heute als „Neger“ oder „Nigger“ bezeichnen und einander so ansprechen, dann ist das ein Versuch, die historische Gewalt, die an diesen Worten haftet, ins Wanken zu bringen. Das ist wie bei Feministen, die sich bewusst als „Schlampen“ bezeichnen, aber ohne sich dabei zu degenerieren, weil sie daran Kritik üben wollen, dass Frauen in den Augen mancher nicht promiskuitiv sein wollen.

    Stehen also in älteren Büchern derlei Worte, so wage ich zu bezweifeln, dass die jeweiligen Autoren – auch nicht Mark Twain oder sonst wer – das Ganze bewusst so geschrieben haben. Diese Begriffe und die damit verbundenen primitiven Bilder waren zu dieser Zeit einfach normalisiert, etwas, was man im Alltag gebrauchte. Es war kein bewusster Rassismus, und damit sind Astrid Lindgren und Mark Twain auch nie Rassisten gewesen. Aber es war garantiert ein internalisierter Rassismus, der die gesamte Gesellschaft durchzog, bis ins 20. Jahrhundert.

    Und darüber MUSS meines Erachtens gesprochen werden. So verwirrend und kleinlich manche Diskussionen heute erscheinen mögen, sie müssen geführt werden, weil sie schon viel zu lange die Geschichte bestimmt haben. Leider reicht da auch nicht ein Gesetz auf Schwarz und Weiß, dass alle Menschen gleich sind – in unseren Köpfen haben wir immer noch viel zu viel Vorurteile drin stecken, was „Rasse“ angeht (auch wenn wir das Wort nicht mehr benutzen), oder Geschlecht oder „unnormale“ Menschen wie Behinderte, und und und.

    Deswegen musst du als Autorin nicht jede Kritik umsetzen. Die Sache ist eigentlich ganz einfach: So, wie du grundsätzlich das Recht hast, im Namen der Kunst über alles zu schreiben, so haben deine Leser grundsätzlich das Recht, Kritik daran zu üben. Und sei es eben, dass es jemand beschissen fand, dass du zu sehr auf die Dicklichkeit einer Figur eingegangen bist. Du bestimmst selbst, was du daraus machst, und so lange du keine Hetze betreibst, kann dir eh nichts verboten werden. Entziehen kann sich diesen Diskussionen wohl niemand, der Kunst betreibt – und wenn ich auch schon selbst ins Kreuzfeuer geraten bin, ich möchte nicht missen, dass die Gesellschaft diesbezgülich etwas wacher geworden ist.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Nora und danke für deinen langen und sehr ausführlichen Kommentar.

      Ich fang mal am Ende an: Natürlich kann ich als Autorin die Begriffe nutzen, die ich für richtig halte. Es ist ja zum Glück nicht so, dass die Sprachpolizei (oder wer auch immer), dann im Morgengrauen an der Tür steht und ein Mann im schwarzen Mantel schnarrt: „Frau Leonhard, Sie haben das Wort ‚dick‘ in Bezug auf eine Person benutzt. Wir haben eine einstweilige Erschießung gegen Sie!“
      Das Schlimmste, was passieren kann ist, dass jemand meine Bücher scheiße findet. Oder das, was ich sage. Und mir das vielleicht auch noch ins Gesicht sagt.
      Das finde ich aber auch nicht weiter tragisch, so lange derjenige nicht seine Meinung als die alleinseeligmachende verstanden wissen will. Ich verteidige meine Meinung auch. Leidenschaftlich, laut und vehement, wenn es sein muss. Aber wenn jemand so von der eigenen Unfehlbarkeit überzeugt ist, werde ich immer sehr skeptisch.

      Wo ich dir auch absolut recht gebe ist, dass diese Diskussionen notwendig sind. Ein Gemeinwesen funktioniert nur, so lange man sich immer wieder auf die Grundlagen des Zusammenlebens verständigt. Je weniger sich daran beteiligen (oder nur in ihren Peer-Groups bzw. Filterblasen bleiben), desto instabiler wird es. Ja, diese Auseinandersetzung kann schwierig sein. Es ist manchmal schmerzhaft, festzustellen, dass man in der Minderheit ist. Noch schmerzhafter ist es vermutlich, wenn einem dadurch Privilegien verloren zu gehen drohen. Und sei es nur das vermeintliche Recht, auf andere herabzusehen.
      Was ich in diesem Zusammenhang bemerkenswert finde sind zwei Dinge:
      Erstens gehen sie oft an den Betroffenen vorbei, d.h. werden über sie geführt, statt mit ihnen. Und das Zweite, dass sich diejenigen, die sich am Meisten über Verlust des Zigeunerschnitzels und andere Sprachverbote echauffieren, das einerseits oft als Vorwand nutzen, um um so hemmungsloser pöbeln zu können, andererseits aber auf einem sehr restriktiven Sprachgebrauch bestehen, was sie selber angeht. Denn natürlich darf man jemanden, der von Umvolkung und der Ruhigstellung per Chemtrails faselt, keinesfalls als paranoiden (oder verlogenen) Hetzer bezeichnen.

      Jetzt bin ich wieder tief im gesellschaftlichen Diskurs gelandet, den ich auf diesem Blog doch gar nicht führen wollte. 😉
      Aber es gibt halt doch Überschneidungen, selbst wenn es „nur“ um Fantasy geht. Die Fantasy, mit der ich groß geworden bin, hatte im Gegensatz zu heute oft einen emanzipatorischen Ansatz. Und vielfach geht es ja auch um Themen, wie Gerechtigkeit. Dafür ist das Thema „Rasse“ hier durchaus eines. Orks sind per se böse. Elfen die hellen Guten. Nirgendwo tobt sich das Klischee so deutlich aus, denn selbstverständlich gibt es keine Vermischung, jedenfalls nicht freiwillig. Und neuerdings triumphiert am Ende auch immer noch die Liebe. (Anwesende natürlich ausgenommen, wir würden nie! Aber je länger ich darüber nachdenke, reizvoller fände ich eine Adaption von Romeo und Julia für Orks und Elben). Zum Thema Rassismus in der Fantasy hatte Frau Schreibseele schon einen Artikel angekündigt, auf den ich schon sehr gespannt bin.

      Jetzt hoffe ich nur, meine Antwort ist nicht zu kryptisch geraten. Vielleicht hätte ich sie nicht direkt im Kommentarfenster verfassen, sondern in einem Textverarbeitungsprogramm schreiben und dann hier hochladen sollen.

      Gefällt 2 Personen

      1. Danke für deine ebenso ausführliche Antwort dazu 🙂

        Dieser „Worst Case“, von dem du sprichst, kann trotzdem sehr frustrierend sein, dass verstehe. Nichts ist öder, als wenn man etwas politisch unkorrekt geschrieben hat, was man gar nicht beabsichtigte, und prompt ist die 1-Sterne-Rezi da. Autsch! Dieses „alleinseligmachend“ gibt es auf beiden Seiten, und da bin ich ganz bei dir. Es ist auch nciht hilfreich, wenn ein Mensch pauschal mit lauter „-ismen“ um sich wirft in einer Art, mit der sich dann weitere Menschen als Rassisten oder was auch diskreditiert fühlen.

        Und was die Diskussionen angeht, hast du auch absolut recht: Sie werden gerne von Menschen geführt, die nicht davon betroffen sind. Was oft aber nicht daran liegt, dass Betroffene sich nicht damit beschäftigten, sondern nicht die ihnen würdige große Plattform bekommen. Zum Beispiel: Vor ein, zwei Jahren gab es den Trend, dass männliche deutsche Youtube Sexismus aufdeckten – bei einem ganz bestimmten hat sich ein Mann als Frau ausgegeben und hat dann mal aus erster Hand erfahren, wie sich das so anfühlt, auf der Straße Catcalling und Belästigung zu erfahren. Das hatte zwar eine wichtige Diskussion aufgegriffen – dass es Belästigung gegen Frauen nämlich durchaus noch im Alltag gibt – aber man hat sie über die Köpfe der eigentlich Betroffenen geführt. Stattdessen waren die experimentierenden Männer natürlich getroffen. Das ist jetzt nicht falsch, udn dass man sich dafür überhaupt total interessiert hat, finde ich persönlich cool. Aber ich kann auch die Frauen verstehen, die damals meinten, es ist frustrierend, dass auf einmal ein Hahn danach kräht, nur weil nicht-betroffene Männer plötzlich über Sexismus sprechen (Randnotiz: Hier ging es auch nur über Belästigung gegenüber Frauen, nicht gegenüber Männern) 😉

        Schwieriges Thema, passiert immer wieder, mit allen -ismen.

        Auf den Artikel von Frau Schreibseele bin ich auch sehr gespannt! Der „Rassismus“ in Fantasy ist mir längst auch aufgefallen. Meist noch verbunden mit der Hau-Drauf-Mentalität „Wir müssen das böse Volk erledigen, bevor es uns erledigt!“ Ganz schön fragwürdig, wenn man darüber nachdenkt. Ich kam mal auf die gruselige Idee, dass erstaunlich viele Elfen arisch dargestellt werden, während Orks dagegen oft dunkelhäutig sind O.O

        Oh ja, ich bin die erste Käuferin einer solchen Romeo-und-Julia-Adaption. In der Verfilmung vom „Hobbit“ hat man ja so was Ähnliches mit Elfin und Zwerg versucht, aber das war eher mau. Wer weiß, vielleicht wird das mal der nächste Bestseller? Ich persönlich beschäftige mich ja deshalb so gerne mit Klischees und Vorurteilen, weil nichts einen Leser mehr überrascht, als wenn man mit der Konvention eines Genres bricht. Das sind dann auch Geschichten, die in Erinnerung bleiben und Potential für mehr haben … Denke ich zumindest.

        Gefällt 1 Person

      2. Den Bruch mit den Konventionen des Genres fand ich ja bei Rothfuss (auf dessen 3. Band ich immer noch sehnsüchtig warte), aber vor allem bei Sapkowski so aufregend. In den Büchern um Geralt von Riva wird alles aufgemischt und infrage gestellt. Großartig!

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s