Neues vom NaNo: Warum mache ich das überhaupt?

Ihr seid doch alle wahnsinnig! So in etwa lässt sich ein Artikel von Textflash zusammenfassen, in dem sie begründet, warum sie das Vorhaben aufgegeben hat, beim NaNoWriMo mitzuschreiben. Warum also tue ich mir das an?

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Foto: Unsplash via Pixabay

Ganz ehrlich: Der NaNoWriMo ist ein Hype. 50.000 Worte in 30 Tagen bedeutet zwar „nur“ 1.667 Worte pro Tag (und nicht etwas über 3.000, wie ich vor ein paar Tagen geschrieben hatte, weil ich nicht rechnen kann), aber auch das ist eine ganze Menge und man gerät schnell ins Hintertreffen. Ich habe die letzten drei Tage im Schnitt gerade mal 780 geschafft; bei dem Tempo würde ich das Ziel von 50.000 Worten erst Anfang Januar erreichen.

Ganz schön viel Druck also, vor allem, wenn man die Erfolgsmeldungen der anderen hört. Meine halbe Timeline auf Twitter beglückwünscht sich zu ihren Erfolgen und im deutschen NaNo-Forum ist nachzulesen, dass die ersten Teilnehmer die 50.000 schon geknackt haben.

Aber diesen Druck muss man sich ja nicht antun. Ich sehe es eher anders herum:

  • Für mich bedeutet der NaNo in erster Linie die Freiheit, schlecht zu schreiben. zitat-der-unterschied-zwischen-dem-richtigen-wort-und-dem-beinahe-richtigen-ist-derselbe-unterschied-wie-mark-twain-267890Der NaNo „erlaubt“ mir, einen Satz stehen zu lassen, obwohl er nicht perfekt ist, weil die Begriffe nur fast richtig gewählt sind. Nicht den Blitzen nachzujagen, sondern zufrieden zu sein, ein Glühwürmchen gefangen zu haben. Eine große Erleichterung für Leute wie mich, die eine halbe Stunde darüber grübeln, wie eine Dryade, die vorher nie ein Auto gesehen hat, einen Pritschenwagen beschreiben würde (Es sind genau 5 Sätze geworden).
  • Ein bisschen beflügelt mich der Druck aber auch. Ich gehöre zu den Menschen, die viel Zeit mit anderen Dingen vertändeln können. Nicht nur Social Media, sondern auch Recherchen, Querbeet-Lesen, Spielen, Zeichnen, mit Photoshop experimentieren … Zeugs, das zwar auf lange Sicht irgendwann sinnvoll ist, aber meist gerade zu dem Zeitpunkt, an dem ich es tue unter Prokrastination fällt. Der NaNo hilft mir, mich auf ein Projekt zu fokussieren. Mehr als sonst jedenfalls. Ein bisschen. (Wie lange schreibe ich schon an diesem Artikel?)
  • Seltsamerweise respektieren auch die Menschen meiner Umgebung meine Schreibzeiten eher während des NaNos. Der Satz „Ich schaffe die 50.000 nie, wenn ich jetzt noch … tun muss“, verfängt aus irgendwelchen Gründen besser als: „Ich der nächste Band vom Codex Aureus wird nicht rechtzeitig fertig, wenn ich jetzt noch … tun muss.“
  • Natürlich muss sich auch während des NaNoWriMos auch niemand mit Süßigkeiten vollstopfen. Aber gerade für Menschen, die sonst extrem auf ihre Ernährung achten, ist er ein hervorragender Grund, auszubrechen und über die Stränge zu schlagen. Ist ja für die gute Sache! Ich persönlich bin schon wieder dabei, auf Tee und Weintrauben umzusteigen. Die Vernichtung der restlichen Halloweensüßigkeiten hat gereicht.

Kurz gesagt, der Der NaNo ist für mich eine Art Schreiburlaub, ohne zu verreisen. Eine großartige Ausrede, sich ein Stück weit aus dem Alltag auszuklinken. Ob ich die 50.000 wirklich schaffe und mir am Ende eine neue Plakette anheften kann – egal, ich habe Spaß.

Und deshalb werde ich vermutlich auch 2017 wieder dabei sein.


Unter der Überschrift Neues vom NaNo berichte ich über meine Erlebnisse beim NaNoWriMo, dem größten virtuellen Schreibtreffen. Einen Monat lang treffen sich Autoren aus aller Welt, um sich gegenseitig bei einem Ziel zu unterstützen: Innerhalb von 30 Tagen mindestens 50.000 Worte zu schreiben.

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4 Kommentare zu „Neues vom NaNo: Warum mache ich das überhaupt?

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