Soll ich oder soll ich nicht? Kurzgeschichtenwettbewerb von BoD und readfy

girl-564460_640Seit dem 20.10.2016 läuft bei BoD unter dem Motto „read my short“ ein Kurzgeschichtenwettbewerb in den Kategorien Romance, Fantasy und Crime. Zu gewinnen gibt es auch etwas. Anders als bei anderen Wettbewerben gibt es allerdings keine feste Jury. Statt dessen handelt es sich hier um einen Publikumspreis, d. h. die Gewinner der einzelnen Katgorien werden durch die Leser von readfy bestimmt. Daher muss man nicht nur eine Kurzgeschichte verfassen und bei BoD als E-Short registrieren, sondern diese auch in der readfy-App zu veröffentlichen.

Der Haken? Natürlich gibt es einen. Genau gesagt sogar zwei.
Damit meine ich nicht, dass man sich bei BoD registrieren und seine Geschichte dort hochladen muss, um überhaupt teilnehmen zu können. Anders ließe sich dieser Wettbewerb schließlich kaum durchführen. Nein, es sind zwei andere Haken, die mir Kopfzerbrechen machen:

Der erste liegt in den folgenden Absätzen der AGB:

2.10. Mit der Teilnahme am Schreibwettbewerb stimmt der Teilnehmer einer Veröffentlichung seines eingesendeten Textes zu und räumt BoD und readfy sowie etwaigen Kooperationspartnern das räumlich, zeitlich und inhaltlich unbeschränkte und übertragbare Recht ein, den Text zu vervielfältigen, zu verbreiten, öffentlich zugänglich zu machen, zu Werbezwecken zu nutzen und zu bearbeiten und zwar in sämtlichen bekannten und unbekannten Nutzungsarten.
2.11. Insbesondere ist BoD berechtigt, ein E-Book mit allen, im Rahmen des Schreibwettbewerbs eingereichten Kurzgeschichten zu erstellen. Das E-Book soll nach dem Wettbewerb zu Werbezwecken kostenlos vertrieben werden. Die Teilnehmer erhalten dementsprechend keine Vergütung oder Beteiligung. Ein Anspruch auf Aufnahme einer Kurzgeschichte in das E-Book oder sonstige Veröffentlichung besteht nicht.

Mit anderen Worten: Der Wettbewerbsbeitrag ist weg. BoD, readfy und andere, nicht genannte Vertragspartner können damit machen, was sie wollen, ohne dass man als Autor einen Cent dafür bekommt. Eine Rückübertragung der Nutzungsrechte ist nämlich ausdrücklich nicht vorgesehen!

Der zweite Haken ist etwas versteckter: Da es sich um einen Publikumspreis handelt, muss die Geschichte irgendwie gepusht werden. Sie nur einzustellen dürfte – wie überall – zu wenig sein, zumal readfy sich über Werbung finanziert und dauernd Werbung für Bücher eingeblendet wird, während das Lesen selbst kostenlos ist. Die einzige Möglichkeit, dagegen anzukommen, dürfte darin bestehen, sich in die bestehende readfy Community einzuklinken …

Uff. Das wäre viel Aufwand für eine Geschichte, die vermutlich sowieso verbrannt ist.

Trotzdem überlege ich, mitzumachen. Und sei es nur, um meinen Namen bekannter zu machen. Wenn die Leser auf readfy eine Geschichte von mir lesen, könnte es doch sein, dass sie mehr wollen. Oder?

Ich glaube, ich wähle den Publikumsjoker. Was meinst du: Mitmachen oder Finger weg?

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12 Kommentare zu „Soll ich oder soll ich nicht? Kurzgeschichtenwettbewerb von BoD und readfy

  1. Hallo Nike,

    das ist in der Tat eine sehr gute Frage. Mich selbst würde das eher abschrecken, wenn ich nicht einmal theoretisch die Chance hätte meine Geschichte wieder zu bekommen. Da stehen mir halt immer die Nackenhaare zu Berge.

    Andererseits geht es hier in der Tat wohl in erster Linie um Werbung. Denn wenn Du nichts bekommst, kannst Du wirklich nur Deinen Namen berühmter machen.

    Eigentlich hast Du ja zwei Möglichkeiten:
    1. Du schreibst die Geschichte und reichst sie ein, investierst Zeit und es könnte sein, dass Du berühmter wirst (ich gönne es Dir).
    2. Du schreibst die Geschichte und veröffentlichst sie und einige andere kostenfrei auf Deinem Blog. Das ist durchaus ebenfalls Werbung.

    Natürlich könntest Du mit BoD ein weitaus größeres Publikum erreichen. Da wäre ich schon fast geneigt zu sagen, probier es. Was sagt denn Dein Bauchgefühl?

    Egal wie, ich unterstütze Dich so gut wie ich nur kann bei der Angelegenheit 🙂

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    1. Danke für das Angebot, das ist lieb! 🙂
      Mein Bauchgefühl sagt: Schreib halt irgendwas, wenn Zeit ist – und dann schreib’s ab.
      Allerdings ist die Vorgabe nicht so, dass meine Muse vor überbordender Kreativität Flic-Flacs schlägt. Also ist schon mal zweifelhaft, ob mir überhaupt etwas einfällt, was ich schreiben könnte. ^^

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      1. Kenne ich leider nur zu gut. Wenn Du noch Zeit hast, nimm sie Dir. Vielleicht läuft Dir ja noch eine tolle Idee über den Weg, bei dem Du sagst, das muss ich jetzt unbedingt aufschreiben.

        Auf alle Fälle viel Erfolg 🙂

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  2. Liebe Nike, wenn du willst, dann hau natürlich rein!

    Ich an deiner Stelle würde es zwar nicht machen (Rechteabtritte machen mir immer Bauchschmerzen, und überhaupt Ausschreibungen, in denen es nicht irgendeine Form von Vergütung gibt), aber das heißt ja nicht, dass es nichts für dich ist.

    Der Werbezweck wird sich aber wirklich nur mit entsprechendem Zeitaufwand rentieren – muss man zu geben gewillt sein. Aber ich bin sicher, das machst du. Und ich würde auch zu gern mitlesen 🙂

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    1. Liebe Nora, danke für deine Einschätzung!
      Ob ich will, weiß ich noch nicht. ^^
      Eine Vergütung gibt es zwar – jedenfalls für die Sieger und die ist durchaus attraktiv.
      Nur, dass der Beitrag in jedem Fall weg ist und zwar egal, ob er genutzt wird oder nicht und ich danach keinerlei Einfluss darauf habe, was damit passiert und auch kein Geld für die Nutzung bekomme, falls dann doch – das fuchst mich.
      Aber wie ich gerade Frau Schreibseele geantwortet habe: Noch weiß ich gar nicht, ob mir die passende Geschichte einfällt. Also schau’n wir mal. 🙂

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  3. Mein Bauch sagt nein. Faktisch hab ich aber auch schon viel zu billig oder gratis gearbeitet, wenn ich mir davon einen anderweitig positiven Effekt versprochen habe, denn dann ist das legitim für mich. Es ist ja egal, ob ich jetzt Geld für Werbung ausgebe oder Zeit investiere, um ohne finanziellen Aufwand Werbung zu machen. Stören tut mich dabei mehr, dass jemand mit dem Geld verdient, was ich erarbeitet habe. Insofern würde ich sagen: Wenn dich die Muse küsst, fuck it. Aber es hart erarbeiten? Eher nicht.

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    1. Danke für deine Einschätzung. Hart erarbeiten kommt nicht in Frage, das habe ich mit mir selbst schon ausgemacht. Falls mir ein Plotbunny über den Weg hoppelt, das sich schnell erlegen und verwursten lässt, ok. Aber Zeit und Arbeit stecke ich lieber in Projekte, mit mehr Erfolgsaussicht. 🙂

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  4. Letztlich kommt es doch auf den Aufwand an. Könntest Du eine Geschichte aus Deinem „Topf“ entnehmen oder Dir eine aus dem Ärmel schütteln, dann wäre die Teilnahme sicher keine Frage.
    Brauchst Du dafür wertvolle Zeit, die Du sonst zum Schreiben von sich bezahlbar machenden, i.e. gewinnbringenden Geschichten nutzen könntest, rechnet sich das Ganze nicht mehr so arg.
    Sicher, der Werbungsfaktor zählt mit. In dieser Hinsicht sind ja alle Streuungen wichtig, aber trotzdem finde ich, auch da die Relation Aufwand/Ertrag sollte beachtet werden.
    Tut mir leid, ich bin keine große Hilfe, da ich nicht beurteilen kann, wie lange Du für eine Kurzgeschichte brauchst. Trotzdem viel Glück für den Fall, dass Du an der Ausschreibung teilnehmen willst.
    Übrigens findest Du auf den Seiten der Federwelt/Autorenwelt immer Ausschreibungen, von denen auch welche vergütet werden.

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    1. Hallo Margaux und danke.
      Ich habe inzwischen darüber geschlafen und sehe das ähnlich. Aus dem „Topf“ habe ich schon mal nichts parat, was ad hoc auf den vorgegebenen Satz passen würde. Also wird das jetzt im Hinterkopf auf der Liste „Könnte man sich mal drum kümmern, wenn gerade gar nichts anderes ansteht“, abgelegt. Falls mich bis zum Ende der Abgabefrist eine Idee anspringen sollte – schaue ich sie mir an. Wenn nicht, macht mich das auch nicht unglücklich.
      Wie du schon sagst: Ausschreibungen gibt es immer wieder. ^^

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  5. Ich habe auch bei diesem Wettbewerb mitgemacht, mit entsprechenden Bauchschmerzen. Jetzt stelle ich fest – was zu befürchten war – ,dass hier zahlreiche Unterstützer aktiv sind, denen die Qualität der Erzählungen ziemlich Schnuppe ist, Hauptsache ihr „Autor“ (Freund, Verwandter, Bekannter) erhält von Ihnen eine 5-Sterne Rezension. So dürfte allerdings der Gewinner für readfy und BoD noch zur Peinlichkeit werden… ;o)

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    1. Das ist bei fast jedem Wettbewerb mit Publikumspreis das Gleiche. Den bei BoD habe ich aber aus anderen Gründen ausgelassen.
      Da fand ich es daneben, dass die Rechte unabhängig vom Gewinn dort bleiben sollten und sie sie nutzen können, ohne den Autor an etwaigen Gewinnen zu beteiligen.

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