Social Media: Hilfe! Wo soll ich denn noch überall hin?

Als Autorin und Selfpublisherin ist es wichtig, gut vernetzt zu sein. Sagt dir jede/r und ist ja auch richtig. Wenn du nirgends auftauchst, kennt dich keiner. Und natürlich kennt auch keiner deine Bücher. Und wat de Buur nicht kennt, das liest hei nich. Oder so ähnlich.

Also rein ins soziale Netz!

Nur welches? Aktuell bin ich Mitglied der BartBroBros, bei Facebook, Twitter, neobooks, Pinterest, Lovelybooks, Instagram und Xing gemeldet, besitze ein Konto bei der Autorenwelt und werde mich vermutlich auch noch bei Indie-Publishing registrieren.
Wenn ich mich so umhöre, dann ist es ein Fehler, nicht auch auf Google+ zu sein. Außerdem sollte ich auch noch ganz dringend zu Snapchat, weil da der Bär steppt. Und wieso habe ich eigentlich noch keinen Youtube-Kanal? Oder wenigstens Podcasts?

Irgendwo ist mal Schluss.

abstract-1231870_640Ganz ehrlich: Das wird mir alles zu viel. Eigentlich ist es mir jetzt schon zu viel und das, obwohl ich mich eigentlich nur um Twitter und Facebook kümmere. Und um das Blog versteht sich. Bei Pinterest und Instagram schaue ich nur ganz gelegentlich vorbei. Das Gleiche gilt für Xing, das ich aus anderen Gründen aber weiter nutze. Die Accounts bei neobooks und Lovelybooks könnte ich löschen, ohne dass es jemandem auffiele.
Aber mehr schaffe ich einfach nicht. Social Media macht Spaß. Keine Frage. Aber es frisst Zeit und die fehlt mir dann anderswo.

Nicht zu vergessen: Social Media ist kein Selbstzweck.

Auch wenn ich auf Twitter noch so viele interessante Menschen treffe, die unglaublich spannende Artikel verlinken, im WordPress Reader noch so viele tolle neue Blogbeiträge harren, die gelesen und kommentiert werden wollen und der Nachrichtenstrom auf Facebook sowieso nie abreißt – eigentlich bin ich da unterwegs, um für meine Bücher zu werben. Es ist enorm hilfreich, dort so viele tolle Menschen zu treffen, und dass das Lesen, Teilen und Kommentieren so viel Spaß macht. Aber es ist ein Teil des gegenseitigen Gebens und Nehmens.
Meine Hauptaufgabe als Autorin ist es, Geschichten zu schreiben. Meine Hauptaufgabe als Selfpublisherin ist es, die Geschichten in Bücher umzuwandeln und diese so zu präsentieren, dass sie gefunden werden.
Deshalb bin ich in den sozialen Netzwerken unterwegs. Und deshalb stelle ich mir die Frage, welche ich eigentlich brauche.

Auch im richtigen Leben bin ich nicht auf jeder Party.

Auch nicht in jeder Bar, jedem Einkaufszentrum, jedem Café, Museum, Kino – und schon gar nicht gleichzeitig! Im richtigen Leben schaue ich, was ich brauche und worauf ich Lust habe und da gehe ich hin. Da kann der neue Club noch so angesagt sein, wenn da Dubstep läuft geh ich nicht rein. Das ist nicht meins, da fühle ich mich nicht wohl – was soll ich da also?
Ähnlich ist es mit Social Media: Was soll ich in einem sozialem Netz, das bei 16 – 25 jährigen gerade angesagt ist? Meine Zielgruppe ist 25+, auch wenn meine Bücher vielleicht gelegentlich auch von jüngeren gelesen werden. Deshalb bleibe ich (zumindest vorerst) noch bei Facebook, auch wenn ich von der viel gepriesenen Reichweite bisher nicht viel mitbekomme. Deshalb gebe ich Instagram eine Chance, obwohl ich es nicht verstehe und die Bedienung grauslich kompliziert finde.

Wie siehst du das? Wo bist du unterwegs und warum?


Nachtrag vom 08.01.17:
Aktuell bin ich dabei, meinen Xing-Account zu löschen, zumal er mir für meine schriftstellerische und verlegerische Arbeit nichts bringt. Dafür habe ich mich bei Google+ angemeldet, weil sich angeblich das Suchmaschinenranking verbessert, wenn Artikel auch dort erscheinen.

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10 Kommentare zu „Social Media: Hilfe! Wo soll ich denn noch überall hin?

  1. Hallo Nike,

    den Artikel könnte ich genauso schreiben oder vielmehr, ein Artikel wie dieser ist seit einigen Monaten bei mir in den Entwürfen.

    Ich komme mit dem ganzen Social-Media auch nur sehr bedingt zurecht und das aus den gleichen Gründen wie du. Ich weiß einfach nicht, wo ich die Zeit hernehmen soll, um mich mit allem so auseinanderzusetzen, wie es wahrscheinlich sein „müsste“.

    Mein zentrales Organ ist der Blog, den ich irgendwann, wenn ich denn mal so weit bin, auf meine eigene Domain transferieren will. Die Inhalte des Blogs werden automatisiert nach Facebook, Twitter und Google+ durchgeschossen. Eine Zeitlang habe ich versucht, auf Facebook auch andere Dinge zu posten, aber das wurde mir zu konfus, irgendwie. Twitter nutze ich sporadisch, wenn ich gerade mal Lust habe. Und die Blogs anderer Leute … Ich kommentiere lange nicht mehr so viel, wie ich es mal gemacht habe. Leider.

    Ich habe auch schon ein paar Mal zu hören bekommen, dass es auf jeden Fall richtig und wichtig ist, sich zu präsentieren und in Kontakt zu treten. Selbst wenn man, so wie ich, noch gar keine Veröffentlichung am Start hat. Ich glaube auch wirklich, dass man den einen oder anderen Kauf so generieren kann. Aber es ist wohl wirklich auch eine Zielgruppensache. Dinge wie Snapchat verstehe ich nicht und ich kenne auch niemanden persönlich, der es tut. Ergo setze ich mich damit im Moment nicht auseinander, weil ich nicht glaube, dass es für mich von Relevanz sein wird.

    Wobei ich mir, glaube ich, da sogar mal einen Account angelegt habe, als ich im Wahn war, mir überall einen halbwegs griffigen Namen zu verschaffen. Jedenfalls weiß ich, dass ich bei Pinterest, Instagramm, YouTube und Soundcloud angemeldet bin.

    Erschwerend kommt für mich noch hinzu, dass ich kein guter Selbstvermarkter bin. Das werde ich noch in den Griff bekommen müssen, wenn mein erster Roman erscheint.

    Liebe Grüße
    Michael

    PS: Jetzt könnte ich diesen Kommentar glatt als Basis für meinen eigenen Blogbeitrag nehmen, wenn du nichts dagegen hast *g.

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    1. Hallo Michael,
      das beruhigt mich, dass es dir auch so geht! Manchmal beschleicht mich nämlich der Eindruck, dass alle anderen sich phantastisch mit dem ganzen Gedöns auskennen und es fast nebenbei bespielen, während ich schon bei Begriffen wie „Twitter Cards“ große runde Augen bekomme. ;D
      Tatsächlich erledige ich den ganzen Social Media Kram sehr intuitiv und weiß nicht, ob das jetzt schlecht (weil unprofessionell) oder gut (weil hoch authentisch) ist.
      Liebe Grüße
      Nike
      P.S.: Natürlich kannst du deinen Kommentar als Basis für einen neuen Blogbeitrag nehmen. Ich kommentiere den dann auch. Versprochen! ^^

      Gefällt 1 Person

      1. Hallo Nike,

        genau dieses Selbstverständnis, das viele andere Autoren ausstrahlen, beunruhigt mich auch immer wieder. Gut, dafür braucht es nicht mehr als die Zahl der ungelesenen Tweets im geöffneten Twitter-Tab, aber trotzdem …

        Ich glaube, dass Intuition bis zu einem gewissen Grad gar nicht schlecht ist. Authentisch eben. Und dann kommt die Frage, wie professionell will ich eigentlich sein. Der muss man sich, so sehe ich es, als Selfpublisher ohnehin immer wieder aus unterschiedlichen Gründen stellen.

        Und wenn gar nichts mehr hilft, dann gibt es immer noch Kurse wie „Social-Media für Autoren“. Habe ich sogar belegt – nur bis jetzt noch keine Zeit gefunden, ihn mir auch anzusehen 😉 :-/.

        LG
        Michael

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  2. Vielen Dank für diese mir aus der Seele geschriebenen Worte! Mir geht’s ganz genauso: Ich weiß 1. nicht woher die Zeit wohl stammen könnte für sowas und bin mir 2. unsicher über den Sinn (im Sinne der Effektivität) des Ganzen. Da bleibt wohl nur, den für mich stimmigen Kompromiss aus Literatur, Blog und Social-Kram zu finden. Hm, ich hoffe nur, die Suche dauert nicht zu lange 🙂

    Gefällt 1 Person

  3. Hey Nike!

    Genau darum ging es bei meiner Frage auf Twitter auch! Wo soll ich noch überall hin? Wo hört das mal auf? Überall aktiv sein geht einfach nicht, vor allem weil diese Zeit ja für das Schreiben ist, weswegen wir wiederum genau auf diesen Kanälen unterwegs sind. Teufelskreis!
    Ich unterschreibe deinen Artikel genauso, denn auch ich frage mich, was notwendig ist und was nicht. Und was für mich machbar ist. Ob als Vollzeit-Autor oder als Autor mit Brotjob, jede Zeit ist begrenzt und ich finde, man sollte auch ohne schlechtes Gewissen Abstriche machen können. Wir sind nicht in dem neuen, angesagten Club? Tja, dafür sitzen wir in unserer Lieblingsbar, treffen alte Bekannte und können sinnvoll für neue Geschichten werben.
    Ganz liebe Grüße und vielen Dank dafür, dass du meine Gedanken schon vor mir aufgeschrieben hast. 😀 😀

    Juliane

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  4. Ich bin auf Twitter (Netzwerken), Instagram (Zielgruppe) und FB (Zielgruppe). Das war es und lastet mich völlig aus.
    Wichtig ist dort zu sein, wo die LeserInnen sind UND man sich wohlfühlt. Halbherziges/Widerwilliges SocialMedia machen hat keinen Sinn.
    Aber am Wichtigsten ist die eigene Seite. FB kann morgen weg sein und dann?

    Gefällt 2 Personen

    1. Genau so ist es. Bei Xing melde ich mich gerade ab, d.h. die Kündigung des Premium Accounts ist eingeleitet (die machen es einem nicht gerade leicht). Aber da war ich aus anderen Gründen, meine Zielgruppe findet da gar nichts über mich. Bei FB muss man mich erst mal finden, was mit dem Pseudonym auch nicht so leicht ist. Und über Instagram kann ich nicht viel sagen, weil es mir zu unübersichtlich ist. Vielleicht, mit der Zeit …^^
      Das Blog ist da so etwas wie meine Wohlfühl- und Ruhezone. Hier kenne ich mich aus, kann mich thematisch austoben und hier werden meine Beiträge (hoffentlich) auch wiedergefunden.

      Gefällt 1 Person

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