Marketing von eBooks – Wie du aus dir eine Marke machst

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In meiner kleinen Reihe über Marketing von eBooks will ich dir heute ein paar Tipps geben, warum du zu deiner eigenen Marke werden solltest und wie du das schaffst.

„Hä?“, denkst du jetzt vielleicht. „Marke? Ich bin doch ein Mensch und keine Marke und überhaupt schreibe ich für die Kunst und will mich nicht irgendwelchem Mainstream unterordnen!“

In dem Fall kann ich nur sagen: „Tut mir leid, dich hergelockt zu haben.“ Dann ist dieser Artikel nämlich nichts für dich. Weiterzulesen wäre vergeudete Lebenszeit.

Der Nutzen einer Marke

woman-690216_640Dass du weitergelesen hast, sehe ich als Zeichen dafür, dass ich dich immerhin nicht verschreckt habe. Aber vielleicht fragst du dich immer noch, warum du eine Marke werden sollst. Die Antwort ist einfach: Eine Marke zu werden, hilft dir, als Autorin* sichtbar(er) und auffindbar(er) zu werden, deinen Wiedererkennungswert zu steigern und letztendlich auch mehr Leser zu gewinnen.

Gerade wenn du deine Bücher selber herausgibst, hast du vermutlich nur ein kleines Budget für Marketingmaßnahmen. Um so wichtiger ist es, das Maximum herauszuholen. Aber auch als Verlagsautorin profitierst du davon, „dir einen Namen zu machen.“ Nichts anderes bedeutet es nämlich, selbst zur Marke zu werden.

Den Effekt kannst du bei bekannten Kolleginnen, wie Joanne K. Rowling, George R. R. Martin oder Terry Pratchett sehen. Ihre Namen sind so sehr mit bestimmten Inhalten verbunden, dass ihre Bücher schon deshalb gekauft werden, weil der Name darauf steht. Eine Sabine Kennichnicht oder ein Michael Niegehöhrt haben es deutlich schwerer. Ihre Bücher dreht man zwischen den Händen, liest den Klappentext, schnuppert ein bisschen rein – und stellt sie im Zweifel doch zurück, weil nebenan das Buch der bekannteren Kollegin lockt. Da weiß man, was man hat.

Warum es sinnvoll ist, als Autorin zur Marke zu werden

Quelle: https://www.rawpixel.com„Aber warum so viel Aufwand um mich machen?“, könntest du einwenden. „Es sind doch meine Bücher, um die es geht. Sollen die nicht für sich sprechen?“
Grundsätzlich gebe ich dir erst mal recht: Es geht um deine Bücher und es gibt auch Bücher, die so weit zur Marke geworden sind, dass die Autorin dahinter ganz zurücktritt. Das sind vorwiegend Serien; vielfach solche, an denen mehrere Autorinnen mitarbeiten. Perry Rhodan ist so ein Fall.
Grundsätzlich spricht also nichts dagegen, die Bücher(reihe) zur Marke werden zu lassen. Ich mache das mit meinem Codex Aureus auch.

Trotzdem ist es sinnvoll, sich auch als Autorin einen Namen zu machen. Als Autorin kannst du aktiv auf andere zugehen, Beziehungen und Kontakte knüpfen. Das ist mit dem Namen einer Buchreihe oder Serie eher schwierig. Du kannst zwar Werbung machen, aber immer nur als Außenstehende. Alternativ weist du darauf hin, dass du die Autorin von … bist – und wirst damit zur Marke.

Abgesehen davon ist es für die Leserinnen meist leichter, Zugang zu einem Menschen zu finden, als zu einem Buch an sich. Selbst Serienfans haben in der Regel einige spezielle Charaktere, die sie besonders mögen und die der eigentliche Grund sind, die Serie zu verfolgen.

Und schließlich kann es auch sein, dass du keine oder nicht ausschließlich Reihen schreiben willst, sondern verschiedene Bücher, die zwar zum gleichen Genre gehören, aber nicht aufeinander aufbauen. Auch in diesem Fall hast du es deutlich leichter, wenn du dich selber als Marke etablierst.

Butter bei die Fische: Wie werde ich denn nun eine Marke?

„Schön und gut“, sagst du jetzt vielleicht. „Hab ich alles begriffen. Aber was muss ich konkret tun?“
Dann will ich mal Butter bei die Fische geben.

Um dir einen Namen zu machen, musst du zunächst mal eins tun: Präsenz zeigen. Logisch, oder? Wenn du nicht greifbar bist, hat niemand die Chance, dich kennenzulernen. Das heißt nun nicht, dass du dich jetzt überall mit: „Ich bin übrigens Lieschen Schreibviel, die Autorin der Müssenselesen-Saga“, vorstellen und dein Gegenüber die nächsten drei Stunden mit Anekdoten aus deinem Leben als Schriftstellerin unterhalten sollst. Es ist nicht verkehrt, deine Umgebung wissen zu lassen, was du tust. Aber wichtiger ist es, deine Zielgruppe zu finden, also die Leute, die dich lesen wollen.

woman-1446557_640Das geht am einfachsten über soziale Medien. Im Internet gibt es tausende von Foren und Plattformen, die dem Netzwerken dienen. Die Kunst besteht darin, die richtige auszuwählen, also die, auf der du die besten Chancen hast, deine Leserinnen zu treffen.
Dazu müsste man sie nur kennen. Ganz ehrlich: Das ist der Punkt, den ich persönlich am schwierigsten finde. Zu definieren, für wen ich denn eigentlich schreibe. Ganz spontan wäre meine Antwort vermutlich: „Leute, so zwischen 15 und 75, die gerne Fantasy lesen, aber keinen Nerv auf dicke Schwarten haben.“ Nicht eben präzise, aber so ähnlich geht es fast allen am Anfang. Meist ist man als Autorin auf die Geschichte fokussiert – also darauf, was man schreibt und wie man seine Inhalte am besten rüberbringt. Aber praktisch niemand, den ich kenne, hat sich am Anfang Gedanken gemacht, wer sie am Ende lesen soll.

Ein erster Schritt ist also, einzugrenzen, für wen man schreibt und dann zu überlegen, wo man diese Gruppe am besten findet.
Dazu gehört auch, das Genre zu umreißen, in dem du schreibst. In einem Forum für Fragen des Steuerrechts Werbung für eine romantische Liebesgeschichte finden, ist ziemlich albern – logisch. Anders, wenn du ein Sachbuch mit Steuertipps verfasst hättest. Dann wären solche Foren genau dein Jagdrevier. Aber auch wenn du nur in den großen Netzwerken, wie Twitter oder Facebook fischt, ist es wichtig, das Genre deines Buchs umreißen zu können. Deine Leserinnen wollen schließlich keine Katze im Sack kaufen, sondern vorher wenigstens ungefähr wissen, worauf sie sich einlassen.

Der nächste Punkt ist, sich darüber Gedanken zu machen, wie du wahrgenommen werden willst. Dazu gehören neben den Inhalten, über die du schreiben willst, auch die Art zu schreiben, ein Logo, Farben – alles abgestimmt auf Zielgruppe und Genre versteht sich. Grob gesagt: Wenn du Liebesgeschichten für 15 – 21 jährige Mädchen schreibst, brauchst du andere Farben, Ausdrücke und Inhalte, als wenn du techniklastige Dystopien für Ingenieurinnen zwischen 45 und 60 entwirfst.

Eventuell solltest du dir außerdem Gedanken um deinen Namen machen. Ein guter Name ist kurz, prägnant und passt zum Genre bzw. zur Erwartung deiner Leserinnen. Da besteht zwar eigentlich kein Zusammenhang, trotzdem wirkt der Name Lisa Schmalz-Lieblich für eine Autorin knallharter Thriller eher unglaubwürdig und von einer Yuki Kikoyu erwartet man keine Alpenromanzen.

Wenn du das alles authentisch, also ohne dich zu verbiegen rüberbringst, hast du gewonnen. Nun gilt es nur noch am Ball zu bleiben. Ich drücke dir die Daumen, dass du es schaffst.

Ich würde mich freuen, von dir gelegentlich zu hören, wie es mit der Vermarktung deiner Bücher klappt und ob dir meine Tipps ein bisschen dabei helfen.


* Alles, was in diesem Artikel steht, gilt sinngemäß auch für Autoren. Aber ich bin die Experimente mit Binnen-I’s, Sternchen und ähnlichem leid. Deshalb schreibe ich meine Artikel ab und an in der weiblichen Form, um für Sprache zu sensibilisieren. Als Frau ist es nämlich auch nicht immer leicht, sich mit angesprochen zu fühlen, wenn ausschließlich das generische Maskulinum verwendet wird.

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2 Kommentare zu „Marketing von eBooks – Wie du aus dir eine Marke machst

    1. Hi Benjamin,
      erst mal ein dickes DANKE für dein Lob. 🙂
      Leider kann ich zum offline-Marketing wenig sagen, weil das für meine Bücher (bisher ausschließlich eBooks) keine Rolle spielt.
      Ganz grundsätzlich würde ich aber mit einer ähnlichen Fragestellung vorgehen, wie bei dem Artikel jetzt: „Wer ist meine Kern-Zielgruppe und wo finde ich die?“ Oder andersrum: Wie mache ich es dieser Zielgruppe möglichst leicht, meine Bücher zu entdecken?

      Blödes Beispiel vermutlich, aber wenn deine Zielgruppe Rentner sind, warum dann nicht die Apotheken in der Umgebung abklappern und fragen, ob sie das Buch nicht ins Schaufenster legen würden? Wenn deine Zielgruppe eher Zeitreise- oder Steampunkfans sind, könntest du bei Cons anfragen, ob du da einen Büchertisch aufmachen kannst. Klingt vielleicht abstrus, aber Nele Neuhaus hat die ersten Bücher über den Schlachtbetrieb ihres Mannes verkauft. Gehen tut sowas also.
      Vielleicht ist es auch eine Idee, Lesungen zu veranstalten. Wobei Lesungen schon wieder so ein Thema für sich sind.
      Von Flyern halte ich beim ersten Buch nichts. Meiner Meinung nach bringen die erst was, wenn man schon mehrere Veröffentlichungen hat. Da sind sie dann eine tolle Beilage, um auf die anderen hinzuweisen. Beim Erstling würde ich statt eines Flyers lieber ein mehrseitiges Booklet drucken lassen, das ein bisschen über dich, aber auch eine längere Leseprobe enthält. Aber auch da wirst du dich fragen müssen, wem du es anbietest.

      Das sind jetzt ein paar ad hoc aus dem Ärmel geschüttelte Ideen. Die eigentliche Denkarbeit musst du machen, weil du dein Buch am Besten kennst. Ich hoffe aber, dir ein paar Anregungen geliefert zu haben und drücke die Daumen, dass es klappt!

      Viele Grüße
      Nike

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