Mehr vom Gleichen, oder …?

Deutschlandradio Kultur berichtet über eine Software, mit dem das Leseverhalten analysiert und aufgezeichnet werden kann. Während des Lesens zeichnet sie z. B. die Lesegeschwindigkeit auf, aber auch, ob das Buch zuende gelesen wird. Das ist an sich nichts Neues – Apple und Amazon machen das schon lange. Allerdings werden die Daten nicht an die Verlage weitergegeben.

Diese Lücke soll Jellybooks schließen. Anders, als die Apps von Apple und Amazon arbeitet Jellybooks plattformunabhängig, funktioniert also auf jedem Reader. Ein weiterer Unterschied ist, dass Jellybooks nicht an jedes Buch gekoppelt ist, sondern nur an Freiexemplare für Testleser.

Das ist mal wieder eine Sache, bei der ich nicht weiß, ob ich sie gut oder schlecht finden soll. Einerseits steht natürlich die Befürchtung im Raum, dass Bücher immer mehr konfektioniert und der Mainstream immer stromlinienformiger wird. Andererseits kann es natürlich auch heißen, dass die Verlage plötzlich Segmente entdecken, bei denen sie bisher kein Kundeninteresse vermutet haben und damit neue Autoren mit frischen Ideen eine Chance bekommen.

Wie siehst du das?

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3 Kommentare zu „Mehr vom Gleichen, oder …?

  1. Das Entdecken neuer Interessenssegmente? Klingt paradiesisch, irgendwie. Aber steht nicht zu befürchten, daß dieser „Entdeckerdrang” seinerseits selbst nur dem Drang nach konfektioniertem Lesestoff [= maximale Profitabilität ohne allzu großes Risiko] unterworfen sein würde?

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    1. Hallo ausgesucht,
      das ist natürlich eine berechtigte Frage. Andererseits muss man sich von der Vorstellung lösen, Verlage seien in höherer Mission unterwegs, das Gute, Schöne, Wahre zu fördern. Verlage sind Wirtschaftsunternehmen. Und wenn es statt mehr vom Gleichen auch mehr von anderem gäbe, wäre das in meinen Augen schon ein Fortschritt. ^^
      Viele Grüße
      Nike

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      1. Ich stimme zu: Verlage sind Unternehmen im und am Kapitalismus. Trotzdem könnte ich mich mit einem „Modell” anfreunden, bei dem von Verlagsseite Investitionen in die Zukunft, also ins Ungewisse betrieben würde (wenigstens zu einem kleinen(!) wirtschaftlich verträglichen Anteil – das würde sich auf Dauer sehr wahrscheinlich bezahlt(!) machen, nicht immer nur den Mainstream zu reiten)…

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