Nur Neugier ist zu wenig! 6 Fehler beim eBook-Marketing auf Twitter

Mein letzter Beitrag zum eBook-Marketing war noch recht allgemein, ich hatte am Schluss aber versprochen, spezifischer zu werden. Dieses Versprechen will ich heute einlösen, indem ich zunächst ein anderes Blog vorstelle: Den Affenblog.
Im Affenblog geht es um Marketing allgemein, aber vieles davon lässt sich übertragen. So gibt es dort z. B. eine Artikelreihe dazu, wie man Überschriften für Blogthemen so schreibt, dass die Überschrift das Interesse des Lesers weckt und ihn dazu zu bringt, den Blog-Artikel zu lesen. Auch für Selfpublisher sind diese Artikel hochinteressant, denn genau das Gleiche wollen wir erreichen, wenn wir unsere Bücher in sozialen Netzwerken bewerben. Nur dass der Leser nicht unbedingt einen Blog-Artikel, sondern unsere Bücher lesen (und möglichst kaufen) soll.

Worauf in den Artikeln vom Affenblog immer wieder hingewiesen wird: Von 5 Leuten, die die Überschrift sehen, liest nur einer den Artikel. Aber diesen einen gilt es, zu erwischen. Wenn das misslingt, wird der Artikel nicht wahrgenommen, auch wenn er noch so toll geschrieben ist.

Egal, ob die Zahlen stimmen, bei mir beobachte ich ähnliches, wenn ich die Vielzahl der Meldungen sehe, die z. B. meine Twitter-Timeline fluten. Darunter sind auch etliche Anzeigen für Bücher, die mich eigentlich interessieren sollten. Schließlich lese ich gerne. Trotzdem lassen die Anzeigen mich kalt. Warum?

Unter dieser Fragestellung habe ich mir die Buchwerbung auf Twitter genauer angesehen und sechs Gründe gefunden, die mich dazu bringen, Beiträge zu überspringen, in denen für eBooks geworben wird.

 

1. gruselige Cover

Cover sind an sich schon ein Thema für sich. Natürlich ist manches Geschmackssache und vom Kopf her ist mir durchaus bewusst, dass Cover und Inhalt eigentlich nichts miteinander zu tun haben, weil ein guter Autor nicht nicht notwendigerweise gute Coverdesigner hat. Trotzdem schließt mein Bauchgefühl, von einem ungelenken oder lieblosen Cover auf einen ebensolchen Text und gibt das Signal zum Überspringen, bevor mein Verstand dazu kommt, ein Veto einzulegen.

 

 

2. Bezuglose Links

An zweiter Stelle stehen Tweets, in denen nichts, als ein Link gepostet wird. Egal, ob der zu Amazon, zu einer anderen Social-Media-Seite oder ins Nirvana führt: So lange mir kein Grund genannt wird, ihn anzuklicken, werde ich es nicht tun, sondern zum nächsten Tweet springen.

 

 

3. Gefasel

Damit meine ich nichtssagende bzw. unspezifische Formulierungen. „Dieses Buch weckt schöne Erinnerungen“ ist so ein Beispiel. Aber auch „Fiete Dröge, Fischblut – Ein Küstenkrimi“, ist nur unwesentlich besser. Dagegen kann „Fischblut, das neue Buch von Fiete Dröge“, sogar eine interessante Neuigkeit sein – allerdings nur, wenn Fiete Dröge Bestsellerautor ist. Sonst fällt auch diese Information eher unter Gefasel.

 

 

4. Betteln

Lies mein Buch. Retweet wäre reizend, so was lese ich auf Twitter öfter, wenn auch nicht ganz so plakativ. Aber es ändert nichts daran, dass derjenige, der bettelt bei mir den Eindruck hinterlässt, Mitleid sei der einzige Grund, sein Buch zu lesen. Aber Mitleid ist ein schlechter Grund, jedenfalls so lange da draußen noch so viele spannende, lustige, geistreiche und aufregende Bücher warten.

 

 

5. Negativformulierungen

Keine Sekunde Langeweile ist so ein Beispiel. Das klingt erst mal positiv, ist aber im Grunde nur ein Spezialfall von Gefasel, denn es besagt nur, was das Buch nicht ist. Gute Werbung vermittelt aber genau das Gegenteil. Also lieber etwas darüber schreiben, welche Eigenschaften das Buch tatsächlich hat. Ist es also witzig, tragisch, spannend …
Ganz abgesehen davon ist die Formulierung „Keine Sekunde Langeweile“ auch unter einem zweiten Aspekt schlecht: Dass ein Buch nicht langweilt, ist so ziemlich das Minimum, was man als Leser erwarten kann. Über solche Selbstverständlichkeiten redet man eigentlich gar nicht. Wenn also positiv hervorgehoben werden muss, dass es das nicht tut, ist das eigentlich ein Zeichen dafür, dass sich sonst nicht viel Gutes darüber sagen lässt.

 

 

6. Zu viel Kreativität

Auch das ist laut Affenblog ein Kardinalfehler, zu dem auch Ironie und lustige Wortspiele fallen . Ein Übermaß an Kreativität führe (wie auch Ironie) zwar zu Formulierungen mit hohem Unterhaltungswert, würden aber auch sehr leicht missverstanden. Daher wird geraten, lieber einen Gang zurückzuschalten.
Allerdings muss ich gestehen, dass mir bei Bücherwerbung noch kein Beispiel von übermäßiger Kreativität untergekommen ist.

 

7. ?

Gerne hätte ich diesen Artikel mit einer siebenten Sünde geschlossen, aber mir ist keine eingefallen. Dir vielleicht? Bei welcher Werbung schaltest du ab?

 

 

Advertisements

7 Kommentare zu „Nur Neugier ist zu wenig! 6 Fehler beim eBook-Marketing auf Twitter

  1. Ich gucke mir Empfehlungen von Leuten meiner Timeline an, schalte aber auf Durchzug, wenn mir der Autor sein Buch öfter als zwei Mal in der Woche unter die Nase reibt.
    Ist für mich auch ein Kriterium beim Folgen – wenn ich in der Timeline nur Eigenwerbung sehe, bin ich nicht geneigt, dem Twitterer zu folgen.
    Ich mag’s auch nicht, wenn nur das Cover ohne Begleittext hingeklatscht wird, allerdings finde ich nicht zutreffende Beschreibungen und Superlative noch nervender. Wobei ich Twitter generell nicht als Werbemedium ansehe, sondern für mich ist es ein Networking-Instrument. Meine Leser finde ich woanders, auf Twitter tausche ich mich mit Autoren aus.

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für den Kommentar! Das sind wichtige Ergänzungen. Leute, die kein anderes Thema zu haben scheinen als ihr Buch (oder ihre Bücher), finde ich auch ganz schrecklich. Schlimm sind auch die, die einem in der Begrüßungs-DM einen Verkaufslink schicken. Da bin ich sofort wieder weg.

      Gefällt 1 Person

  2. Danke für diesen Beitrag. Der ist eine schöne Ergänzung zu meinem Twitterbeitrag (an diese Punkte habe ich selbst gar nicht gedacht, ich werde den dann gerne bei mir verlinken, wenn es in Ordnung geht).

    Ich bin da ein wenig gnädiger. Wenn Autorinnen oder Autoren mehr als einmal die Woche ihr Buch bewerben, gut, sollen sie machen. Ich hänge ja nicht 24/7 auf Twitter herum, um alle Werbetweets mitzubekommen.

    Aber wenn ich sehe, dass permanent der gleiche Link gepostet wird (das hatte ich wirklich), bin ich schneller weg, als die Leute sehen können. Oder wenn sie NUR Werbung machen und kein entsprechender Kanal sind (von einem Verkaufsportal erwarte ich schon fast nichts anderes).

    Ansonsten finde ich es immer sehr angenehm, wenn die Leute auch einfach so mal plaudern, etwas über sich erzählen, vielleicht einen lustigen Zitat posten, andere Retweeten, es gehört eine Menge dazu, um letztendlich interessant zu werden und zu bleiben. Vor allem sollte man durchaus regelmäßig Online sein, damit man überhaupt weiß, dass die Person noch lebt.

    Denn ich habe schon Kanäle gesehen, die seit 3 Jahren tot sind. Leider. Denn denen hätte ich gerne gefolgt.

    Liebe Grüße
    Carola

    Gefällt 1 Person

    1. Klar kannst du den Beitrag gerne verlinken!
      Persönlich habe ich noch nicht mal ein Problem damit, 2 – 3 mal am Tag eine Werbung zu lesen – vorausgesetzt ich sehe sie nich 7x die Woche und sonst nichts anderes. So jemand fliegt bei mir.
      Grundsätzlich folge ich nur Leuten, die irgendwie interessant sind – und die haben dann auch die besten Chancen, mich zum Lesen ihrer Bücher zu verführen. In wie weit andere genauso ticken, kann ich nicht abschätzen, aber da sich die Einschätzungen, die ich in diesem Artikel gebe, weitgehend mit den Ratschlägen von professionellen Werbern decken, gehe ich mal davon aus, dass ich nicht soooo furchtbar daneben liege. ^^
      Liebe Grüße
      Nike

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s