Veröffentlichen reicht nicht. Marketing von eBooks

Ob für Ruhm, Ehre oder Reichtum, wer schreibt, will in der Regel auch gelesen werden. Aber wie findet man als Autor und Selfpublisher seine Leser? Noch dazu, wenn man „nur“ eBooks schreibt?

Nach meinem Artikel dazu, warum ich Preisaktionen bei eBooks für kontraproduktiv halte, ging die Diskussion auch hinter den Kulissen weiter. Ich habe daraus so viel für mich mitgenommen, dass ich beschlossen habe, eine kleine Artikelserie über eBook-Marketing zu starten.

Zwar kann ich keinesfalls als alte Häsin auf dem Gebiet bezeichnen, weil ich selber noch am Anfang stehe. Aber dafür bin ich bereit, auch neue Wege auszuprobieren und werde hier erzählen, was klappt und was nicht. Deal?

Warum überhaupt Marketing?

Du hast ein Buch geschrieben und veröffentlicht. Also nehme ich an, dass du möchtest, dass es auch gelesen wird. Mir geht das jedenfalls so. Versteh mich nicht falsch: Ich finde es vollkommen o. k., nur für sich und vielleicht noch ein paar gute Bekannte zu schreiben; aber wenn wir ehrlich sind, hoffen die meisten von uns irgendwo auch auf Ruhm, Ehre und (wenigstens ein bisschen) Geld. Für meinen Teil sind mir Ruhm und Ehre vergleichsweise egal, aber ich möchte auf lange Sicht einigermaßen vom Schreiben leben können.

Aber egal, was genau die Motivation ist: Ein Buch veröffentlicht zu haben, ist keine Garantie dafür, dass irgendwer es liest. Genau genommen sind die Chancen deutlich höher, übersehen zu werden. Ganz besonders, wenn man ausschließlich eBooks veröffentlicht.

Mit anderen Worten: Wer gelesen werden will, muss etwas dafür tun. Leser kommen nicht von allein; man muss sie irgendwie ködern. Nichts anderes ist Marketing.

Besonderheiten des eBook-Marketings

Wenn ich mir angucke, welche Marketinginstrumente andere Autoren für ihre Bücher nutzen, stelle ich fest, dass einiges für mich von vornherein ausscheidet, weil ich nur eBooks veröffentliche. So sind z. B. Lesezeichen offenbar ein sehr beliebter Werbeträger – nur was soll man in einem eBook damit. Es hilft auch wenig, die örtliche Buchhandlung zu überreden, das Buch ins Programm zu nehmen.

Bei eBooks muss man andere Wege finden, um sichtbar zu werden.

Natürlich wäre es eine Idee, Anzeigen zu schalten. Aber ob die jemand liest? Das wage ich zu bezweifeln und mir fehlt das nötige Geld, es zu probieren.

Etwas spezifischer wären Flyer. Wenn man die da auslegt, wo sich potentielle Leser aufhalten, könnte das auch bei eBooks klappen. Voraussetzung ist also, dass man seine Zielgruppe kennt und weiß, wo man sie trifft. Allerdings ist die Reichweite begrenzt und auch Flyer kosten Geld.

Die kostengünstigste Lösung ist das Internet. Bei eBook-Lesern kann man voraussetzen, dass sie das Netz und soziale Medien nutzen. Außerdem bietet das Internet eine hohe Reichweite. Meine Blog-Artikel werden nicht nur aus dem deutschsprachigen Ausland, sondern regelmäßig auch aus Albanien, Irland, Kanada, Spanien und den USA abgerufen. Auf Twitter folgen mir Menschen, bei deren Sprache ich nicht einmal die Buchstaben verstehe. Unwahrscheinlich, dass ich auch nur einen davon mit einem Flyer erreicht hätte.

Wie finde ich meine Leser im Netz?

Natürlich ist „das Internet“ auch wieder riesig und nicht jede Ecke ist geeignet, um Leser zu finden. Ganz generell gilt aber, dass man dort, wo man sich selber wohlfühlt, auch Gleichgesinnte trifft. Sie gilt es aufzuspüren, anzusprechen und für sich zu gewinnen. Erfolgreiches Marketing setzt Kontakte voraus. Wenn du andere davon überzeugen kannst, dass dein Buch toll ist, werden sie wieder andere überzeugen. Auf diese Weise baust du dir nach und nach einen Unterstützerkreis auf – oder eine Fanbase, wenn dir der Ausdruck lieber ist.

Wichtig ist dabei, sich nicht auf einen einzelnen Kanal festzulegen, sondern verschiedene Kanäle zu bespielen und zu verbinden. So nutze ich mein Blog für längere Artikel (wie diesen) und Hintergrundinformationen, die langfristig sichtbar bleiben sollen. Für kleinere Artikel mit schnellerer Verfallszeit nutze ich Facebook nutze ich für mittlere Artikel und Kurzmitteilungen sende ich über Twitter. Aber sowohl die Facebookartikel, als auch Twittermitteilungen verlinke ich immer wieder auf das Blog. In dieses Konzept lassen sich auch Podcasts und Buchtrailer gut einbinden.

Newsletter

Eine weitere Möglichkeit, Leser zu binden, sind regelmäßige Mailingaktionen per Newsletter. Ich gebe zu, damit bisher noch gar keine Erfahrung zu haben, denn so ein Newsletter setzt voraus, dass du schon E-Mail-Adressen hast, an die du etwas versenden kannst und die habe ich bisher noch nicht. Außerdem bedeutet ein Newsletter zusätzliche Arbeit, denn du musst für Inhalte sorgen. Deshalb hatten für mich Blog, Twitterauftritt und die Seite bei Facebook bislang Priorität. Aber: Ein Newsletter ist für die Zukunft fest eingeplant. Aktuell versuche ich noch, die Technik dahinter zu verstehen und in meinen Blog einzubinden (was bei meinen Englischkenntnissen leider nicht so einfach ist). Die nächste Ausgabe des Codex Aureus hoffe ich dann schon mit dem Newsletter ankündigen zu können.

Das war jetzt ganz viel Grundsätzliches zum eBook-Marketing und vermutlich war dir vieles schon bekannt. Ich hoffe natürlich, dass dir der Artikel trotzdem gefallen hat und du mir und dem Blog treu bleibst. Im Gegenzug verspreche ich, dass der nächste Artikel deutlich spezifischer wird.

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6 Kommentare zu „Veröffentlichen reicht nicht. Marketing von eBooks

    1. Danke für den Kommentar.
      Gut, dass ich offenbar nicht die einzige bin, die Marketing anstrengend findet. Bei anderen Blogs wirkt das oft so lässig, locker, dass ich mich schon gefragt habe, ob das nur mir so geht. 🙂
      Bei den Newsletter-Providern habe ich mich für Mailchimp entschieden, weil der am besten mit WP kompatibel scheint. Dabei gefiel mir Beacon sogar besser – bis ich erfahren habe, dass WP den gar nicht unterstützt, obwohl die Webseite das Gegenteil suggeriert.
      Aktuell überlege ich an einem Titel. Newsletter von Nike Leonhard klingt irgendwie doof. Viel zu modern und rational für eine, die Fantasy und historischen Kram schreibt. ^^

      Gefällt mir

      1. Wie wärs mit Club oder Treffpunkt … hört sich auf jedenfall viel besser an.
        Und Marketing ist immer viel Arbeit. Ist halt so ..
        Kann aber auch viel Spaß machen.
        Und vielen Dank für deine Seiten! Hilfreiche Info!
        Gruß Alex

        Gefällt 1 Person

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