Schicksalhafte Begegnung

Eigentlich hatte ich mir Bücherabstinenz geschworen: Keine neuen Bücher, bevor der SUB nicht deutlich geschmolzen ist! Und ich schwöre, wenn ich gestern nicht zu früh in der Stadt gewesen und es nicht so geregnet hätte, hätte ich mich daran gehalten. So aber …

In Frankfurt öffnen die Geschäfte spät. Die Drogerie, zu der ich wollte, macht erst um zehn auf, ebenso das Papierwarengeschäft. Einzig der Hugendubel hat schon um halb zehn offen. Also habe ich mich dort untergestellt. Habe tapfer die Ständer mit den Notizbüchern ignoriert, den Romanen nur einen kurzen Blick gegönnt und die eins bis drei die doch unbedingt in die Hand genommen werden wollten, nach kurzem Hineinlesen mit dem Versprechen zurückgelegt, ihnen ein andern Mal mehr Zeit zu gönnen. Bin weiter flaniert, an Kalendern und was weiß ich vorbei, bis sich der Tisch mit den Remittenten in den Weg stellte.

Fast meinte ich, sie schreien zu hören. „Kauf mich! Rette mich!“ „Nein, mich!“ „Der Reißwolf …“ „Rette uns!“ „Wenn du nicht …“ „Kauf miiiiiich!“
Mein Widerstand wankte. Vorsichtig trat ich näher, nahm ein Buch in die Hand, dann ein anderes – und legte sie wieder zurück. Doch dann sah ich es: In zurückhaltendes Sepia-Grau gehüllt lag es da. Ganz still. Fast, als würde es sich schämen, in dieser lauten, aufdringlichen Gesellschaft gelandet zu sein. Mein Herz schmolz. Ich streckte die Hand aus und es schmiegte sich hinein, raunte leisen Dank und versprach mir im Gegenzug eine Geschichte, die ich nicht vergessen würde.

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Ich bin gespannt.

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5 Kommentare zu „Schicksalhafte Begegnung

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